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News vom
18. - 21. Mai 2010
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Zitate
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Ganztagskinderbetreuung
wünschen sich in den alten Bundesländern vor allem Frauen mit
Universitätsabschluss
"Fehlende
Kinderbetreuung wird in Widerspiegelung der tatsächlichen
Situation insgesamt in den alten Bundesländern immer wieder
als Manko angesprochen. Interessant ist jedoch, dass im Westen
überhaupt nur bei den Frauen mit Universitätsabschluss
Kinderbetreuung, die über die altbekannte und als unzureichend
charakterisierte Halbtagsbetreuung hinausgeht, nämlich
Ganztagsbetreuung für unter Dreijährige, möglicherweise in
Frage kommt. Frauen mit Haupt- oder Realschulabschluss und
Ausbildung sprechen sich explizit gegen außerfamiliale
Betreuung in den ersten drei Jahren aus. Hier wirkt in
massiver Weise das westdeutsche Mutterideal fort."
(aus: Mandy Boehnke
"Gut gebildet = kinderlos?", BIOS, Heft 1, 2009, S.28)
Der typische Alltag eines erfolgreichen Techno-DJs
"Eine
typische DJ-Arbeitswoche beginnt freitags mit der Reise in
eine Stadt in Deutschland oder Europa, um dort in einem Club
aufzulegen. Der Auftritt, ein DJ-Set, ist häufig für sehr spät
in der Nacht angesetzt und dauert durchschnittlich ungefähr
zwei Stunden. Die anschließende Nachtruhe ist meist kurz, und
fast immer schließt sich die Weiterreise in eine andere Stadt,
zu einem anderen Club an. Auftritte in anderen Kontinenten
werden in Form kleiner Tourneen gebucht. Der Montag ist der
Sonntag des DJs und dient auch der Entlastung des Gehörs. Die
Zeit zwischen den Gigs wird für die Studioarbeit, Interviews
und Promotions-Termine, für die Arbeit im eigenen
Plattenlabel, Club oder sonstigen mit der Musik
zusammenhängenden Aktivitäten genutzt. Der Lebens- und
Arbeitsrhythmus der DJs ist dem Ablauf einer konventionellen
Arbeitswoche entgegengesetzt. (...). Eine zentrale Bedeutung
im DJ-Arbeitsrhythmus hat das Studio."
(aus: Maren Brandt
"Techno-Biographien", BIOS, Heft 1, 2009,
S.80)
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Ab sofort finden Sie
auf der Website
www.single-luege.de
einen monatlichen Rückblick auf das Single-Dasein im Spiegel der
Medien. Auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst und verlinkt.
Den aktuellen Rückblick Mai 2010 finden Sie
hier. |
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PETROPULOS, Kostas (2010): Die Familienpolitik ist gescheitert.
Die neuesten Geburtenzahlen sind ein Tiefschlag für die
Familienpolitik: Trotz Elterngeld und Krippenoffensive gibt es
hierzulande so wenig Babys wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die Deutschen kriegen keine Kinder, weil ihre Jobs nicht sicher sind,
in: Tagesspiegel v. 21.05.
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RM-Spezial: Armes Deutschland
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GASCHKE, Susanne (2010): Wovor hat ihr Angst?
Mit Geld allein lässt sich die Geburtenrate nicht nach oben
treiben,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 20.05.
- Anmerkungen:
Susanne GASCHKE, Angehörige der Generation
Golf und
typische Vertreterin der deutschen
Geburtselite, sowie die ZEIT
haben jahrelang mit überhöhten Zahlen zur westdeutschen
Kinderlosigkeit der Akademikerinnen an der Seite von
Familienministerin Renate SCHMIDT für die Einführung des Elterngelds
gekämpft.
Kinderlosigkeit sollte gemäß GASCHKE sogar mit
Rentenkürzung bestraft werden. Mehr
Kinder hat diese Debatte nicht gebracht, sondern im Gegenteil neue
Mythen über Kinderlose und das Kinderkriegen geschaffen.
Der
Artikel zeugt von der Ratlosigkeit einer mit einem Redaktionsposten
gut abgesicherten Bevölkerungspolittechnokratin, wenn sie schreibt:
"Die
Instrumente überzeugen anscheinend weder
diejenigen, die sich vor der Zukunft fürchten, noch diejenigen,
die ihren Lebensentwurf bis zum Exzess optimieren."
Am
Ende fällt GASCHKE nur noch eines ein, die Angst der Kinderlosen zu
schüren:
"Es
gibt aber noch ein anderes Risiko, dem sich gerade jene aussetzen,
die glauben, ohne Kinder auf Nummer sicher zu gehen: Ihnen droht das
Leben zu entgehen, das sie leben könnten".
Auf
die Idee, dass die bislang inszenierte Geburtenratenpolitik, die
Mehrheit der jungen Generation nicht mit ihren Problemen ernst nimmt
und ein breites Spektrum an Politiken gar nicht in den Blick gerät,
auf diese Idee kommt GASCHKE nicht.
Tatsächlich
zeigen jedoch eine ganze Reihe von Büchern (z.B.
hier,
hier und
hier), dass
es mit Elterngeld und Kinderbetreuungsoffensivchen für viele nicht
getan ist.
Wer
wie GASCHKE auf die Kinderlosigkeit der westdeutschen
Akademikerinnen fixiert ist, der blendet aus, dass in Deutschland im
Gegensatz zu anderen europäischen Ländern die kinderreiche Familie
stark zurück gegangen ist. Nicht-Akademiker-Familien stellen immer
noch die Mehrheit der Bevölkerung. Die Rolle der Männer bei der
Entscheidung für Kinder wurde bis vor kurzem ganz vernachlässigt.
Und nicht zuletzt hat die Glorifizierung des Singles den Blick
darauf verstellt, dass der Alleinlebende eben nicht - wie
Ulrich BECK mit Blick auf die vollmobile Single-Gesellschaft
behauptet hat - der Prototyp der individualisierten Gesellschaft
bzw. der Liebling der Unternehmen - ist.
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FRANK, Charlotte (2010): Frist oder stirb.
Ein Haus, zwei Autos, der Arbeitsplatz bis zur Rente: Das war die
Welt der Eltern. Wer heute jung ist, kann froh sein, wenn er einen
Zeitvertrag über zwei Jahre bekommt. Eine ganze Generation lebt in der
Warteschleife - bis zum nächsten Job,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.05.
- Inhalt:
FRANK beschäftigt sich mit den Sorgen der
jungen Hochgebildeten um die 30, deren Lebensperspektive von
Zeitverträgen geprägt wird. Sie hat sich u. a. mit dem Soziologen
Andreas LANGE
getroffen, der diese Situation aus eigener Erfahrung kennt. Sind die
Jüngeren alle traurige Streber, wie eine
Polemik des ZEIT-Autors Jens JESSEN
behauptet hat, oder Ego-Taktiker wie die Shell-Jugendstudie meint?
Kinder kommen in solchen Lebenssituationen nur "ungeplant" auf die
Welt.
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DORBRITZ, Jürgen & Frank MICHEEL (2010): Weiterbeschäftigung im
Rentenalter - Potenziale, Einstellungen und Bedingungen,
in:
Bevölkerungsforschung aktuell, Heft 3 v. 18.05.
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LUKE, Christiane (2010): "In 80 Jahren gibt es keine Deutschen mehr".
Seine "Wahrheiten" tun weh und haben ihm schon einigen Ärger
eingebracht. Die Rede ist von Dr. Thilo Sarrazin (65), Mitglied des
Vorstandes der Deutschen Bundesbank,
in: WAZ Online v. 18.05.
- Anmerkungen:
Bislang war der nationalkonservative
Bevölkerungswissenschaftler
Herwig BIRG fürs Aussterben
zuständig. Jetzt mischt sich der Gelegenheitsdemograf SARRAZIN ein,
der immer dann vorgeschoben wird, wenn man eine BILDreife
Schlagzeile benötigt.
Ganz
andere Sorgen haben die Österreicher mit den Deutschen:
"Deutschland
ist das wichtigste Herkunftsland für Migration nach Österreich
geworden. 2009 stellten die Deutschen mit 138.225 Personen erstmals
die größte Ausländergruppe in Österreich, das geht aus den aktuellen
Zahlen der Statistik Austria hervor",
ist
auf den Onlineseiten der österreichischen Zeitung Der
Standard nachzulesen.
Die
Deutschen sterben also auf keinen Fall aus, sondern sie wandern -
wenn überhaupt - höchstens aus.
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WORATSCHKA, Rainer (2010): Deutschland schrumpft.
2009 wurden so wenig Kinder geboren wie nie zuvor – Ministerin
sieht keinen Grund zur Beunruhigung,
in: Tagesspiegel v. 18.05.
-
SIEMS, Dorothea (2010): Die Angst vor dem Sparen.
Weil die Kassen leer sind und der Schuldenberg steigt, bringt die
Politik jetzt jeden Tag neue Sparvorschläge ins Gespräch. Von der
Kinderbetreuung bis zur Rente steht auf einmal alles zur
Disposition,
in: Welt v. 18.05.
- Anmerkungen:
Kinderlose und Rentner sind gemäß
Frank SCHIRRMACHER
und anderen Generationenkriegern angeblich Schuld, dass in
Deutschland keine sinnvolle Familienpolitik möglich sei. Tatsächlich
sind aber die schärfsten Gegner der Eltern die Eltern selber. Der
Artikel von SIEMS beweist, dass immer noch um das richtige
Mutterideal gekämpft wird. Gestrichen werden soll immer bei jenen,
die nicht dem eigenen Familienideal entsprechen.
-
UNGER, Christian (2010): Schwere Geburt.
Trotz des Elterngeldes und des Rechts auf Kita-Betreuung kamen in
Deutschland 2009 so wenig Kinder wie noch nie seit 1945 zur Welt,
in: Hamburger Abendblatt v. 18.05.
-
WERMELSKIRCHEN, Axel (2010): Noch nie so wenige Kinder.
In Deutschland wuchs auch 2009 der Sterbeüberschuss,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.
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Zu den News
vom 01. - 17. Mai 2010
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