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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 05. - 19. November 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"»40 Prozent aller Akademikerinnen bleiben kinderlos!«, tönt der Chor der demografischen Tragödie. Und noch bevor wir von besonnenen Statistikern erfahren, dass diese Zahl völlig ungesichert ist, haben sich ihre vermeintlichen Folgen schon in unseren Köpfen festgesetzt: Nicht nur die Frauen selbst werden allein sterben, sondern mit ihnen auch ihre Familien. Und wo Frauen nur ein Kind haben, schrumpft die Familie.
Doch der demografischen Schreckenslogik zum Trotz wird die moderne Familie nicht kleiner, sondern größer. Wer zur Familie gehört, definieren nämlich nicht Demografen, sondern die Familien selbst."   
(Rabea Krätschmer-Hahn & Karl Otto Hondrich in der Emma November/Dezember 2005)

 
 
 
 
  • KERSCHBAUMER, Judith & Wolfgang SCHROEDER (2005): Alte und Junge nicht gegeneinander hetzen.
    Der demografische Wandel kann gestaltet werden, wenn die Weichen rechtzeitig gestellt werden,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.11.
    • Kommentar:
      Die Gewerkschaften haben sich bis nach der Verabschiedung der Agenda 2010 ruhig verhalten.

                
      Erst am 23.02.2004 erschien in dieser Zeitung eine halbherzige Kritik von Gerd BOSBACH an der Bevölkerungsvorausberechnung als Kaffeesatzleserei.
                
      Nun beanspruchen die Gewerkschaften den demografischen Wandel zu gestalten.
                
      Das Buch "Sozialstaat und demografischer Wandel" von KERSCHBAUMER & SCHROEDER liefert dazu die Argumente. Die FR dokumentiert 5 Thesen zum Umbau des Sozialstaats, um ihn "demografiefest" zu machen.
 
 
Stern-Titelgeschichte: Das Leid mit der Liebe.
Trennung, Sehnsucht, Liebeskummer: Wie Körper und Seele reagieren, wie man die Krise meistert
  • MATHES, Werner (2005): Gebrochene Herzen.
    Warum leiden wir so entsetzlich, wenn wir verlassen werden? Forscher enträtseln das Phänomen LIEBESKUMMER - und erklären, wie der Herzschmerz für uns auch hilfreich sein kann,
    in: Stern Nr.47 v. 17.11.
    • Inhalt
      Am Anfang steht eine Bildstrecke mit Statements von Prominenten wie Jale ARIKAN, Mo ASUMANG, Rosa von PRAUNHEIM und Annett LOUISAN. Den Text selber begleiten dann Mittelschichtler.

                
      Die Beschäftigung mit dem Liebeskummer dürfte so alt sein wie die Menschheit. Nichts desto trotz: Seit dem Bestseller "Das ganz normale Chaos der Liebe" von Ulrich BECK & BECK-GERNSHEIM hat die sozialwissenschaftliche Forschung zum Liebeskonzept Hochkonjunktur.
                
      Seit dem Roman "Paarungen" von Peter SCHNEIDER geht das Trennungsvirus um.
                
      MATHES stellt nun ausgiebig die Wiener Psychoanalytikerin Gerti SENGER und ihren Ansatz zum Thema Liebeskummer vor. 
 
  • GIERTH, Matthias (2005): Das plötzliche Ende der Grabenkämpfe.
    Der Koalitionsvertrag trägt weithin die Handschrift der SPD. Elterngeld hat die Union stets abgelehnt. Jetzt setzen auch CDU und CSU darauf. Doch durch Geld allein wird die Zahl der Kinder nicht steigen.
    in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
  • MISHRA, Robin (2005): "Mentalitätswandel ist überfällig".
    Fragen an Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen, Mutter von sieben Kindern, soll in der Regierung von Angela Merkel Familienministerin werden.
    in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
    • Kommentar:
      Das Elterngeld honoriert beruflichen Erfolg (hohes Einkommen) statt Leistung (z.B. Bevorzugung von Akademikerinnen, die aus Nicht-Akademikerelternhäusern stammen) oder Bedürftigkeit.

                
      Die jüngeren Frauen der "Generation Praktikum" profitieren als Berufsanfängerinnen nicht vom Elterngeld.
                
      Hauptzielgruppe sind dagegen momentan die Spätgebärenden der Generation Ally.
                
      Ursula von der LEYEN rechtfertigt dies folgendermaßen:
                
      "Damit honorieren wir, dass eine junge Arzthelferin, Handwerksmeisterin oder Informatikerin auf Einkommen verzichtet, um einem Kind das Leben zu schenken".
 
  • RM-Christ & Welt-Schwerpunkt: Wie viel Sozialstaat soll sein?

    • BLÜM, Norbert (2005): Handelt, bevor es brennt!
      Der frühere Arbeitsminister rechnet mit Bischöfen und Politikern ab.
      Ein Plädoyer für die Rückkehr zur alten Ordnung: Sie hat das meiste Potenzial, um die künftigen Probleme der Gesellschaft zu lösen
      in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
    • EEKHOFF, Johann (2005): Jeder kann helfen.
      Bürger überfordern ihre Gesellschaft. Daraus wächst Misstrauen gegen Vermögende. Dabei sichern gerade sie den Ausgleich,
      in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
    • FEILER, Victor (2005): Den Stummen eine Stimme geben.
      Kolpingwerk.
      Antworten auf die neue soziale Frage: Was der katholische Sozialverband fordert,
      in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
 
  • RM-Spezial: Frauen an die Macht

    • LUCKE, Doris (2005): Herzbube gegen Pikdame.
      Er herrscht, sie fügt sich – das ist Geschichte
      Herzbube gegen Pikdame. Allem Biologismus zum Trotz: Die Regeln liegen nicht in der Natur, sondern in der Kultur der Sache. Mehr Spielverderberinnen braucht das Land!

      in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.110.
    • BECK, Karoline (2005): Einsame Spitze.
      Schluss mit der verlogenen Vereinbarkeitsdebatte! Top-Positionen gibt es nicht als Teilzeitjob. Ob sie das wollen oder nicht: Frauen müssen sich dem männlichen Horizont anpassen, wenn sie es in Unternehmen ganz nach oben schaffen möchten
      in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.
      • Inhalt:
        Karoline BECK, Bundesvorsitzende des Verbandes Junger Unternehmer (BJU), kritisiert eine Frauenpolitik für die Mütterelite, die zu Lasten von Geringverdienern geht:

                  
        "Die Forderung nach Chancengleichheit bei den Topkarrieren wird leider oft verbunden mit einer Forderung nach Bevorzugung von Frauen vor Männern und vor Nichtakademikern. Aber das Gegenteil ist richtig, denn mehr Chance muss auch immer heißen mehr Risiko. Der Wunsch von Akademikerinnen nach Vereinbarkeit von Karriere und Familie auf Kosten der Allgemeinheit ist eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber denjenigen, die bereits das kostenlose Studium mit ihren geringen Arbeitseinkommen steuerlich finanziert haben"
 
 
  • SOBOCZYNSKI, Adam (2005): Genosse Forscher.
    Je turbulenter es bei der SPD in den letzten Wochen zuging, desto prominenter wurde der Parteienforscher Franz Walter. Er glaubt, dass die Partei ihre beste Zeit noch vor sich hat,
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 17.11.
    • Inhalt:
      SOBOCZYNSKI porträtiert den Politikwissenschaftler Franz WALTER:

                
      "Aufgewachsen ist Walter in der katholischen Kleinstadt Steinheim in Westfalen. Die Mutter aus einer zentrumsnahen, konservativen Familie. Der väterliche Strang: eine Generationenkette aus SPD-Mitgliedern mit Ballonmützen. Walters Vater war noch, in der Weimarer Republik, Tischler, später Hilfsarbeiter auf einem kleinen Schlachthof. Als dieser dichtgemacht wurde und der Vater in einer Fabrik mit mehreren hundert Kollegen arbeitete, kam er abends nach Hause und sah aus »wie ein Protagonist aus einem Klischeefilm über Arbeitslosigkeit«, sagt Walter. (...).
                
      Von 1966 an besuchte Franz Walter das Gymnasium in Bad Pyrmont (...). Als sprachlos habe er seine Schulzeit empfunden, seine Mitschüler hätten es regelrecht gerochen, dass er aus dem armen Umland kam: sein Dialekt, seine Klamotten, sein ungehobelter Gang. Er blieb sitzen, in der zehnten Klasse. »Wegen Deutsch!«, ruft Walter in seinem Dienstzimmer aus.
                
      Vor versammelter Klasse habe der Lehrer höhnisch aus einem seiner Aufsätze vorgelesen, notorisch waren Akkusativ und Genitiv vertauscht. Daran müsse er immer denken, wenn die Leute sagen, seine Artikel seien stilistisch so ausgefeilt. Und an das Lachen der Mitschüler; das habe sich ihm eingeprägt. Jedenfalls habe er seine Karriere sozialstaatlicher Bildungspolitik zu verdanken, das Bafög habe ihm sein Sozialwissenschaften-Studium ermöglicht und sei Voraussetzung seiner universitären Karriere in Göttingen gewesen. Den Sozialstaat habe er daher nie als Hängematte empfunden, sagt Walter. Er habe ihm »schlicht ermöglicht, Leistung zu zeigen«."
 
  • BERTH, Felix (2005): Generation Praktikum,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.11.
    • Inhalt:
      BERTH kritisiert die sozial- bzw. familienpolitischen Weichenstellungen, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben worden sind. Im Sinne von Hans BERTRAMs nachhaltiger Familienpolitik mahnt er eine Politik an, die das Nesthockertum begrenzt, und die frühe Selbständigkeit fördert.
 
  • ANHÄUSER, Marcus (2005): Wer ist das Volk?
    Statistiker streiten über die beste Methode für den geplanten Zensus,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.11.
    • Kommentar:
      Um eine Volkszählung zu rechtfertigen, müssen nun die Mängel der amtlichen Statistik ans Licht gezerrt werden.

                
      So weist z.B. Gert G. Wagner auf die Methodenabhängigkeit der Einstufung als Einpersonenhaushalt hin:
                
      "»Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte war damals (Anm.: 1987) laut Mikrozensus um 600 000 größer als nach der Volkszählung.« Wahrscheinlich stimmte keine der beiden Zahlen: »Die Interviewer im Mikrozensus wurden nämlich für jeden Haushalt bezahlt«, sagt er. »Die Volkszähler hatten durch Singlehaushalte nur mehr Arbeit.«"
 
  • MEISTER, Martina (20059: Der Fall und die Landung.
    Die französischen Intellektuellen verhalten sich zu den Krawallen noch immer recht schweigsam,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.11.
    • Inhalt:
      Martina MEISTER sieht in der Misere der französischen Vorstädte den Offenbarungseid der politischen Klasse der Alt-68er. In der FR liest sich das so:

                
      "Wo ist beispielsweise Bernard-Henri Lévy? Er sitzt in seinem museumsgroßen Appartement am Pariser Boulevard Saint-Germain".
                
      Im Tagesspiegel darf MEISTER deutlicher werden:
                
      "Wo ist beispielsweise Bernard-Henri Lévy, der als Geschäftsreisender in Sachen Menschenrechte im blütenweißen Hemd an jedem Krisenhed dieser Erde steht? Er sitzt in seinem museumsgroßen Appartement am Pariser Boulevard Saint-Germain".
                
      Für die in Paris lebende Martina MEISTER ist der Blick von in Paris lebenden Ausländern schonungsloser. Sie lobt z.B. Michael KLEEBERG. 
  • MEISTER, Martina (2005): Hochmut kommt nach dem Fall.
    Lange schwiegen Frankreichs Intellektuelle. Jetzt sehen sie die Republik in Gefahr,
    in: Tagesspiegel v. 17.11.
 
 
  • RAPP, Tobias (2005): Lass uns nicht über Spex reden.
    Wer hat die Hegemonie im Popdiskurs? Ulf Poschardt wirft Diedrich Diederichsen Realitätsverlust vor, Dietmar Dath wünscht der Popkulturlinken den Weltbürgerkrieg an den Hals. In der Popkritik tobt ein Erbfolgekrieg um die Hinterlassenschaft der "Spex" und die Definitionsmacht darüber, was real ist,
    in: TAZ v. 15.11.
    • Inhalt:
      Tobias RAPP zeichnet nochmals die POSCHARDT-Debatte nach, wobei er noch Dietmar DATH und seinen Roman "Für immer in Honig" mit einbezieht.

                
      Im Roman von Dietmar DATH zettelt eine "Gruppe von mathematisch und leninistisch geschulten Übermenschen einen Weltbürgerkrieg an".
                
      RAPP zeigt die poplinken Verflechtungen auf, die zwischen Diedrich DIEDERICHSEN, Ulf POSCHARDT und Dietmar DATH bestanden, um seine Vatermord-These zu belegen:
                
      "Diederichsen (...) war der Gutachter von Poschardts Doktorarbeit, die unter dem Titel »DJ-Culture« dann das Buch wurde, das ihm einige Türen öffnete. Dath war der letzte Spex-Chef bevor das Magazin verkauft wurde - Diederichsen war damals einer der Herausgeber."
                
      DIEDERICHSEN wird von RAPP als "Lobbyist hinter den Kulissen" dargestellt, der das wahre Erbe der Musikzeitschrift Spex weiterpflegt:
                
      "seine Behauptungen und ästhetischen Richtungsangaben konnten ihre Kraft auch deshalb entfalten, weil er niemals müde wird, sie als Lobbyist hinter den Kulissen durchzusetzen. Er mag nicht der einzige gewesen sein, der in der Jury saß, die die Bundeskulturstiftung bei der Vergabe ihrer Gelder beriet, doch es gab Partys linker Kulturschaffender in den letzten Jahren, wo die Zahl derjenigen, die ihre Miete direkt oder indirekt von der Bundeskulturstiftung bezahlt bekamen, locker die Zahl überwog, die sich anderswo ausbeuten. Umso abstruser natürlich Poschardts Vorwurf, Diederichsen hätte die Verbindung zur Realität verloren. Dies ist Realpolitik."
                
      Vor diesem Hintergrund erscheint die POSCHARDT-Debatte dann als "Erbfolgekrieg um die Hinterlassenschaften der Spex (...). Es geht um kulturelle Hegemonie. Und der, der über sie bestimmt, darf sagen, was real ist." 
 
  • WILTON, Jennifer (20059: Vätermangel.
    Akademiker mit Kinderwunsch gesucht,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.11.
    • Kommentar:
      Die FAZ sorgt sich offenbar um ihr zurückgehendes Kleinanzeigengeschäft und veröffentlicht nun schon allgemein gehaltene Heiratsgesuche für ihre akademische Leserinnen im Feuilleton.

                
      Leider vermissen wir in allen Artikeln zum Thema, wie viele Akademikerinnen überhaupt vom Heiratsengpass betroffen sein sollen. Wo also bleiben die konkreten Zahlen?
                
      Bislang existiert nur eine fragwürdige Meinungsumfrage aus Allensbach und eine Untersuchung von Hans-Peter BLOSSFELD zum Zusammenhang von Bildungssystem und Heiratsmarkt. Die amtliche Statistik ist zudem am Eheideal orientiert, was für seriöse Forschung ein Desaster ist.
                
      Die Logikkette, dass vor dem Gebären stets eine Heirat steht, gilt bislang - wenn überhaupt (weil das Heiraten irgendwann nach der Geburt doch noch folgt) - nur für die alten Bundesländer. Soll hier also nur ein westdeutsches Bürger-Ideal herbei geschrieben werden?   
                
      Interessanter als dieser wenig informative Artikel sind die Online-Leserkommentare... 
 
 
  • KRASKE, Marion & Udo LUDWIG (2005): Die Babygrenze.
    Einst fuhren Frauen bei Nacht und Nebel über die Grenze, um in Holland abtreiben zu lassen. Heute reisen sie ins Ausland, um schwanger zu werden. Ausgerechnet im kinderarmen Deutschland sind die Gesetze für künstliche Befruchtungen extrem streng,
    in: Spiegel Nr.47 v. 14.11.
    • Kommentar:
      Die Autoren schreiben im Interesse der deutschen Reproduktionsmedizin:

                
      "seit die künstliche Befruchtung im Rahmen der Gesundheitsreform eingeschränkt wurde, können sich viele ihren Kinderwunsch (...) kaum noch leisten. Vor zwei Jahren kamen noch 1,6 % der Babys nach künstlicher Befruchtung zur Welt, nach der Reform rutschte die Rate 2004 auf rund 0,8 Prozent ab. Wer zahlen kann, geht lieber ins billige Ausland".
                
      Man könnte genauso gut behaupten, dass es sich hier um typische Vorzieheffekte handelt, die bislang bei jeder Gesundheitsreform aufgetreten sind....
 
 
 
 
  • DRIBBUSCH, Barbara (2005): Populäre Pöbelpolitik.
    Die Maßnahmen der kommenden Regierung aus Union und SPD werden hart ausfallen. Da hilft vielen Akteuren nur eines: noch härtere politische Ressentiments. Ein Abgleich mit der Wirklichkeit,
    in: TAZ v. 12.11.
 
 
 
  • GEGNER, Martin (2005): Boomtown gegen Schrumpfhausen.
    Dual Cities.
    Die Stadtentwicklung ist von widersprüchlichen Tendenzen geprägt und fordert kreatives Management,
    in: Freitag Nr.45 v. 11.11.
    • Inhalt.
      GEGNER berichtet über die "
      widersprüchliche Entwicklung von schrumpfenden Großstädten, boomenden Zwischenstädten, stagnierenden Klein- und Mittelstädten und wenigen wachsenden Dienstleistungsmetropolen".
                
      Im Anschluss an das Gentrificationskonzept von Hartmut HÄUSSERMANN & Walter SIEBEL hält GEGNER - angesichts der neoliberalen Übermacht - eine "alternative Zwischennutzung" in niedergegangenen Vierteln für sinnvoll:
                
      "Die vielen Arbeitslosen werden nicht alle in der Kommunikationsbranche Arbeit finden (...). Die Zukunft dieser Vergessenen der Globalisierung liegt in ihrer Funktion als Dienstleister für die Kommunikationsprofis als Servicepersonal, Putzdienst und Wachleute. (...).
                
      Somit wird sich der Trend zur Dual City verstärken, in der gut ausgebildete und bezahlte Konsumorientierte ihr Geld mit schneller Kommunikation verdienen und sich von mäßig ausgebildetem, zumeist aus Migrationshintergrund stammendem Personal bedienen lassen. Beide Milieus werden sich in unterschiedlichen Stadtgegenden niederlassen, was eine verstärkte Segregation zur Folge haben wird.
                
      (...).
      Kürzlich forderte der in Cottbus und Erkner forschende Regionalplaner Dieter Keim einen kreativen Umgang mit schrumpfenden Städten. Doch worin könnte der bestehen? Da neben den Großsiedlungen vor allen Dingen auch viele Altbauten in den ostdeutschen Innenstädten leer stehen, ließe sich möglicherweise aus der Berliner Geschichte der letzten 25 Jahre eine »kreative« Handlungsoption für die Stadtplanung ableiten. Denn großer Leerstand von Wohnraum bedeutet einen entspannten Wohnungsmarkt und der bietet Handlungsmöglichkeiten für alternative Lebensstile und Wohnraum für die nicht so gut betuchten Migranten.
      "
 
 
 
 
  • LAU, Jörg (2005): Vaters Heimat.
    Meine Strasse: Er kam als Flüchtling und erfüllte sich in der Nordeifel den Traum vom Eigenheim. Der Sohn kehrt zurück, um das Haus zu verkaufen,
    in: Die ZEIT Nr.46 v. 10.11.
 
  • MARTENSTEIN, Harald (2005): Ganz schön chaotisch.
    Politiker schmollen, schmeißen hin, hauen ab: In der Hauptstadt regiert das Durcheinander. Ein echter Fortschritt!
    in: Die ZEIT Nr.46 v. 10.11.
    • Inhalt:
      MARTENSTEIN beschäftigt sich heute u.a. mit Diedrich DIEDERICHSENs Sicht auf die Politik und fügt hinzu:

                
      "Diskretion ist nicht die starke Seite der Berliner Republik. Es gibt halt wahnsinnig viele Journalisten. Früher konnte man peinliche Details eher unter der Decke halten. Deswegen sieht das Chaos noch größer aus, als es ist."
 
  • VOGEL, Sabine (2005): Das ist ein Gefängnisaufstand.
    Birgit Vanderbeke über rebellierende Jugendliche in Frankreich und in ihrem neuen Roman,
    in: Berliner Zeitung v. 10.11.
 
  • OESTREICH, Heide (2005): Typisch Frauenbewegung.
    Wenn Frauen sich in den Siebzigern befreiten, wirkte das mitunter krude und kurios. Helke Sander kritisiert das - und hat trotzdem einen kruden und kuriosen Film über die Frauenbewegung gemacht. Ab heute läuft "Mitten im Malestream" im Kino,
    in: TAZ v. 09.11.
 
 
 
  • BUTTERWEGGE, Christoph (2005): Der denunzierte Sozialstaat.
    Die Ideologie vom überforderten Wohlfahrtsstaat,
    in: TAZ v. 08.11.
    • Inhalt:
      Christoph BUTTERWEGGE widerspricht der gängigen Argumentation, dass der demografische Wandel für die gegenwärtigen Probleme der sozialen Sicherungssysteme verantwortlich sei:

                
      "Ohne die demografischen Probleme der Bundesrepublik zu verharmlosen, kann man feststellen, dass sie im Hinblick auf die Rentenversicherung weniger als oft behauptet ins Gewicht fallen, weshalb kein Grund zur Panikmache besteht und Hysterie völlig unangebracht ist. Viel entscheidender waren die Massenarbeitslosigkeit und die Eingliederung der DDR samt der damit verbundenen Kosten für die Sozialversicherungen."
 
  • DRIBBUSCH, Barbara (2005): Keine Kuschelgemeinschaft.
    Alternative Wohnformen in der zweiten Lebenshälfte werden immer beliebter - obwohl das Zusammenleben im Alltag oft schwierig ist. Was tun, wenn die Frauen zicken? Und wie sich ausklinken, wenn die WG nervt? Drei Besuche vor Ort,
    in: TAZ v. 08.11.
 
 
  • WERCKMEISTER, Otto Karl (2005): Jede gute Tat ist eine Bindung.
    Michel Houellebecq, James Joyce und der Mönch: Das keltische "Book of Kells" und der Traum vom friedfertigen Menschen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.11.
    • Inhalt:
      WERCKMEISTER folgt dem Bekenntnis von Michel HOUELLEBECQ, der offen gelegt hat, dass das "Book of Kells" eine wichtige Inspirationsquelle für den Roman "Elementarteilchen" gewesen ist.

                
      Bereits James JOYCE hatte dieses Buch zum Vorbild für seinen Roman "Finnegans Wake" erklärt.
                
      Für WERCKMEISTER eröffnet das "Book of Kells" als Inspirationsquelle "die heilsgeschichtliche Perspektive einer eschatologischen Genetik, die die sexuelle Barbararei der kapitalistischen Industriegesellschaft dem sanften Weltgericht ihrer wissenschaftlichen Überwindung unterzieht. 
 
  • LEINEMANN, Susanne (2005): Lust an der Macht.
    Was sie macht, wird Trend. Doch was bleibt, wenn eine Frau alle Rollen durchgespielt hat? Der Platz auf dem Chefsessel. Madonna hat sich wieder einmal neu erfunden. Aber dieses Mal war eine US-Autorin schneller,
    in: Welt v. 07.11.
    • Kommentar:
      Susanne LEINEMANN berichtet über den neuesten Roman "Lipstick Jungle" von Candace BUSHNELL, der Erfinderin von "Sex and the City".

                
      Während sich hierzulande vergangenheitsfixierte Journalistinnen wie Susanne GASCHKE oder Familienfundamentalisten wie Udo Di FABIO noch über die Single-Ästhetik erregen, haben Trendsetterinnen wie Helen FIELDING ("Bridget Jones' Diary") und Candace BUSHNELL bereits eine neue Familien-Ästhetik entdeckt.
                
      Zur Pop-Ikone MADONNA und die drei Romanheldinnen von BUSHNELL schreibt LEINEMANN:
                
      "Drei Frauen, die die Pop-Oberfläche verwalten: Medien, Kino, Mode. Fehlt nur noch die vierte Gewalt: Musik. Alle vier Frauen - die fiktiven aus dem Roman und die reale auf der Bühne in Lissabon - eint, daß sie in einem Lebensabschnitt angelangt sind, in dem man gemeinhin beginnt, eine Frau abzuschreiben. Sie sind in den Vierzigern. Sie sind verheiratet. Sie haben kleine Kinder. Und sie brauchten Botoxspritzen, um rund um die Uhr jugendlich unzerknautscht auszusehen. Eigentlich - so die gesellschaftliche Norm - wäre es jetzt an der Zeit, leiserzutreten. Die Prioritäten neu zu setzen. Sich mehr um ihre Familien und weniger um ihre Karrieren zu kümmern. Sich nicht mehr so verdammt jung und hungrig zu benehmen. Trotzdem sind sie nicht zu bremsen. Sie wollen immer mehr und mehr."
 
  • KÖPPEL, Roger (2005): Endstation Mainstream.
    Ein legendäres Dokumentarvideo zu den Zürcher Jugendunruhen von 1980 stilisierte diese Revolte,
    in: Welt v. 07.11.
    • Kommentar:
      Was ist geblieben von den Jugendbewegungen Anfang der 80er Jahre? KÖPPEL schreibt zum Beispiel Zürich:

                
      "Viele Figuren aus dem Umfeld der Krawallfraktion wurden unternehmerisch tätig, gründeten Restaurants, Kulturzentren, Galerien, gingen in die Medien, als sich der Nebel verzogen hatte. Die Stadt ist dadurch eine andere geworden.
                
      Eine Ironie der Geschichte bleibt, daß die Slogans der linken »Bewegung« (Mehr Freiheit, weniger Staat/macht aus dem Staat Gurkensalat) heute sinngemäß vor allem von der rechtsbürgerlich-wirtschaftsliberalen Schweizerischen Volkspartei unter Christoph Blocher vertreten werden. Die Uranliegen der Revolte sind im bürgerlichen Mainstream angekommen."
                
      Aus einstigen Protagonisten der Gegenkultur ist das Establishment der neuen Mitte geworden. Bücher wie "Konsumrebellen" oder "Global Players" haben das aufgezeigt.
                
      Wir gehen jedoch weiter: Die einstigen Viertel der Alternativszene beherbergen nun die  Avantgarde der Mütterelite. Die Folgen sind eine neuerliche Veränderung der schicken Großstadtquartiere, die wir aufgezeigt haben.
 
 
 
  • ZEIT ONLINE (2005): Wer hat Schuld am Kinderschwund?
    40 Prozent aller Akademikerinnen haben keine Kinder, heißt es. Aber stimmt das wirklich? Eine Kontroverse zwischen dem Autor Björn Schwentker und dem Präsidenten des Bundesamts für Statistik, Johann Halen ,
    in: Zeit Online v. 06.11.
    • Kommentar:
      Warum wird diese Kontroverse um die Akademikerinnenkinderlosigkeit eigentlich online und nicht in der Papier-ZEIT ausgetragen? Ist das nicht ziemlich erbärmlich?

                
      Am 09.10. erschien ein Artikel über das Problem von Björn SCHWENTKER, nun hat Johan HALEN eine Erwiderung verfasst, auf die wiederum SCHWENTKER geantwortet hat.
 
 
  • ZIEGLER, Wolfgang (2005): "Angie" ist doch eine Untergangsgeschichte.
    Ist der Pop tot? Ein Gespräch mit Diedrich Diederichsen über den Papst, den Song der Kanzlerin, die Pet Shop Boys und Nick Hornby,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 05.11.
    • Inhalt:
      In einem ausufernden Interview mit Diedrich DIEDERICHSEN geht es um Popmusik und Politik.

                
      Kulturkritik sollte Verbindungen zwischen Ästhetik und Ideologie aufzeigen, meint DD, bevor er seinen Kollegen von der Kulturfraktion "vorauseilende Unterwerfung unter eine erwartete konservative Kulturhegemonie" bescheinigt.
                
      Die zeitgemäße Pop-Musik richtet sich nicht mehr an den jugendlichen Hipster, sondern an den Neo-Spießer, denn: "Abhauen bringt heute nicht mehr Freiheit, man muss froh sein, wenn man irgendwo drin ist".
                
      Im Hinblick auf seine profillose Generation fragt sich DD: " Wenn ich nach Altersgenossen ausschaue, entdecke ich Osama Bin Laden, Harald Schmidt und Roland Koch. Was sind denn das für Leute? Was haben die gemein? Sehr unklar."
                Dass so wenig Generationsgenossen in die Parteipolitik gegangen sind, hat einen Grund: "Als Kommunikationsform ist Parteipolitik extrem langsam, das absolute Gegenteil von Pop-Musik."
 
  • HERPELL, Gabriela (2005): Enya über Einsamkeit,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 05.11.
    • Inhalt:
      HERPELL interviewt die unverheiratete und kinderlose irische Sängerin ENYA, die über ihre Kindheit in der Großfamilie, Schüchternheit und das Alleinleben spricht. 
 
   

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Zu den News vom   01. - 04. November 2005

 
 
   
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