[ News-Hauptseite ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 01.-10. Oktober 2003
News 26.-30. September 2003
News 16.-25. September 2003
News 06.-15. September 2003
News 01.-05. September 2003
News 21.-31. August 2003
News 11.-20. August 2003
News 01.-10. August 2003
News 16.-31. Juli 2003
News 01.-15. Juli 2003
News 21.-30. Juni 2003
News 11.-20. Juni 2003
News 01.-10. Juni 2003
News 16.-31. Mai 2003
News 01.-15. Mai 2003
News 16.-30. April 2003
News 01.-15. April 2003
News 21.-31. März 2003
News 11.-20. März 2003
News 01.-10. März 2003
News 21.-28. Februar 2003
News 11.-20. Februar 2003
News 01.-10. Februar 2003
News 21.-31. Januar 2003
News 11.-20. Januar 2003
News 01.-10. Januar 2003
25.-31.Dezember 2002
16.-24.Dezember 2002
01.-15.Dezember 2002
23.-30.November 2002
16.-22.November 2002
01.-15.November 2002
16.-31. Oktober 2002
01.-15. Oktober 2002
16.-30. September 2002
01.-15. September 2002
16.-31. August 2002
01.-15. August 2002
16.-31. Juli 2002
01.-15. Juli 2002
15.-30. Juni 2002
01.-15. Juni 2002
16.-31. Mai 2002
01.-15. Mai 2002
16.-30. April 2002
01.-15. April 2002
16.-31. März 2002
01.-15. März 2002
15.-28. Februar 2002
01.-14. Februar 2002
16.-31. Januar 2002
01.-15. Januar 2002

16.-31.Dezember 2001
01.-15.Dezember 2001
16.-30.November 2001
01.-15.November 2001
Oktober 2001
September 2001
16.-31.August 2001
01.-15.August 2001
16.-31.Juli 2001
01.-15.Juli 2001
16.-30.Juni 2001
01.-15.Juni 2001
16.-31.Mai 2001
01.-15.Mai 2001
April 2001
März 2001
Februar 2001
Januar 2001

Dezember 2000
November 2000
Oktober 2000
September 2000
August 2000
Juli 2000
Juni 2000
Mai 2000
2000

 
       
   
Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 11. - 20. Oktober 2003

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Ich kenne eine Frau, die wäre lieber aus falschen Gründen mit einem Mann zusammen als aus richtigen Gründen allein - das kommt, weil sie Angst hat, Angst vorm Verlassenwerden, vor dem Alleinsein. Dabei entsteht aus der Angst erst Einsamkeit und daraus letztendlich auch die Freiheit. Zu deprimierend? Nein, überhaupt nicht. Zu oft und vor allem zu lange habe ich meine Zeit mit Menschen verbracht, die mir furchtbar egal waren (...). Gerade in meinem Alter scheint es so ein Zwang zu sein, sich in die Gesellschaft zu begeben, Menschen kennen zu lernen (...). Ich kenne welche, die leben seit Jahren in Partnerschaften und sie sind einsam. Ich kenne welche, die haben viele Freunde und sie sind einsam. Ich kenne Nachtlebenmenschen, die gehen ständig aus und sind einsam. Angst zuzulassen bedeutet also auch, die Einsamkeit hinzunehmen, sie zu ertragen, sie als das zu akzeptieren, was sie ist, was sie sein sollte: der Ort, an dem wir alleine sind, von dem wir beginnen - der Ort von dem aus alles möglich ist."
(Matthias Kalle in "Verzichten auf", 2003, S.216)
 
       
   
  • MÜLLER, Hans-Peter (2003): Abkehr vom Vater Staat.
    Deutschland im Reformherbst,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.10.
    • Kommentar:
      Der zynische Lifestyle-Soziologe Hans-Peter MÜLLER beklatscht den Sozialabbau:

                "Der Prozess der Umstellung wird mit Härten einhergehen. Vielleicht ist diese Erfahrung aber sogar notwendig, wenn die neuen Orientierungen sich auf ganzer Breite gegen das Credo des »Weiter so« durchsetzen sollen".
                Wenn es irgendwo ein Credo des Weiter so gibt, dann im Bereich der Lifestyle-Soziologie, die eine selbstgefällige Mittelschicht zum Maßstab für eine Soziologie der Besserverdienenden gemacht hat.
                Fakt ist jedoch, dass die bevorstehende Polarisierung der Mittelschicht die Grundlagen dieser Lifestyle-Soziologie zerstört und die Soziologie der glänzenden Oberflächen wird sich als das erweisen, was sie ist: eine Schönwetter-Soziologie, deren Individualisierungsthese nicht das Papier wert ist, auf der sie geschrieben steht.
 
     
   
  • GOEBEL, Annette & Esther KOGELBOOM (2003): Was es bedeutet, eine Frau zu sein.
    1973 machte der Bestseller "Angst vorm Fliegen" die Autorin Erica Jong zur Heldin der Emanzipationsbewegung. Aber was kann ihr Werk den Frauen von heute noch geben? Zwei haben's gelesen: eine 44- und eine 28-Jährige,
    in: Tagesspiegel v. 20.10.
 
     
   
  • INACKER, Michael (2003): Der christliche Kitt bröckelt.
    Die Reformer in der Union waren meist Protestanten. Auch heute kommt der Widerstand gegen Angela Merkel meist von Katholiken,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.10.
 
   
  • GERMIS, Carsten & Rainer HANK (2003): "50 % der Rente müssen wir privat absichern".
    Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman Sachs, über Schröders Reformen, soziale Gerechtigkeit und die Neue Aufklärung,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.10.
 
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2003): Einer, der auszog, den Ekel zu lernen.
    Das Märchen von Onkel Heinz, dem Kunstreligiösen: Fantasien über den Typus des ewigen Kopfschüttlers, nebst einigen kopfnickenden Ausflügen ins Nachdenken über diese unsere Medienwelt und Populärkultur - von Dieter B. bis hin zu Adorno,
    in: TAZ v. 18.10.
    • Kommentar:
      "
      Getrieben von Moritz Baßlers Ausführungen zu Popliteratur und Popfeuilleton, ließ sich Jessen zudem zum Ruf hinreißen, er empfinde »Ekel, Hass und Verachtung« gegenüber der gegenwärtigen Gesellschaft. Wortwörtlich: »Ekel, Hass und Verachtung»",
      hebt KNIPPHALS am 22.09. in der TAZ hervor. Nun erzählt KNIPPHALS das Märchen vom angeblich vorbildlosen Onkel Heinz:

                "So schaltet sich Onkel Heinz angewidert durchs Fernsehprogramm und sieht dabei seltsam aus: Die Fernbedienung hält er nach vorn Richtung Glotze, der Zeigefinger bleibt auf den Programmknöpfen liegen, den Rücken drückt er vom Fernseher weg tief in die Sessel hinein. Natürlich könnte er auch ein gutes Buch lesen. Aber das ist das Seltsame an Onkel Heinz: Er kann es nicht lassen - auch wenn er bald nur noch Hass, Verachtung und Ekel spürt. Jawohl, Hass, Verachtung und Ekel gegenüber diesem ganzen Schund. Ist die Welt denn total verblödet? Das kann doch alles nicht wahr sein!"
                Bei der Verteidigung des Pop spielt auch ein Interview von Peter FUCHS im Rolling Stone eine Rolle.
                Fragt sich nur, ob es heutzutage noch reicht, dass ein selbsternannter Spießer den Pop gegen seine neobildungsbürgerlichen Verächter verteidigt, gleichzeitig jedoch Loblieder auf den Sozialabbau singt (das war jetzt etwas provokant dahin geschrieben!!!), nur um sich distinktionstheoretisch gegen ein paar gehasste FAZ-Journalisten abgrenzen zu können.
                Jenseits dieser selbstreferentiellen Mitte existieren jedoch Milieus ohne Stimme, in denen die Wut wächst...
 
   
  • FUHR, Eckhard (2003): Deutsche Wunder,
    in: Welt v. 18.10.
    • Kommentar:
      Damit sich bei den Eliten nichts ändern muss, darf Deutschland kein Vorbild sein, sondern muss am Abgrund stehen. Umso mehr, desto schneller die Sozialreformen durch die Parlamente gejagt werden. Positivmeldungen wie jene über Deutschland als Exportweltmeister sind deshalb nicht willkommen...
 
   
  • DOEMENS, Karl (2003): Pillenknick gefährdet Versorgung der Babyboomer.
    Die langfristigen Probleme der Rentenversicherung bleiben - und damit die Frage nach der Lebensarbeitszeit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.10.
    • Kommentar:
      Die FR betreibt sozialpolitische Demagogie.

                Bis ins Jahr 1910 muss man zurück, um eine Alterspyramide zu finden, die dem entspricht, was Bevölkerungspolitiker als Ideal betrachten. Zwei Weltkriege haben jedoch die Altersstruktur deformiert und das schnelle Bevölkerungswachstum in der Nachkriegszeit ist genauso wenig zu verkraften gewesen, wie der nachfolgende rapide Geburtenrückgang innerhalb der 68er-Generation.
                Die Nach-68er-Generationen sollen nun die Zeche für das Versagen der vorangegangenen Generationen zahlen, so sieht es die gegenwärtige Politik vor.
                1973 schreibt der spätere Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung, dass weder ein Geburtenrückgang noch das Bevölkerungswachstum an sich positiv oder negativ bewertet werden können. Beides muss im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden:
      "Keine Bevölkerung kann ewig wachsen, weil der menschliche Lebensraum begrenzt ist. Wir sollten uns daher davor hüten, den Geburtenrückgang als ein »Unglück« anzusehen. Die Bundesrepublik gehört schon heute zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Erde. Viele Probleme würden sich daher leichter lösen lassen, wenn die Bevölkerung des Bundesgebietes nicht weiter wächst. Viele Kinder zu haben ist wohl kaum ein Wert an sich. Von daher läßt sich also ein weiteres Wachsen der Bevölkerung schwerlich rechtfertigen. Wir haben vielmehr, wie das im Grunde immer schon war, die Bevölkerungsentwicklung in Einklang zu bringen mit unseren begrenzten lebensräumlichen Ressourcen. ("Entwicklung und Ursachen des Geburtenrückgangs", S.34)
 
   
  • OSWALD, Georg M. (2003): Was ist schon Kunst?
    Der Schriftsteller und Rechtsanwalt Georg M. Oswald über das Besorgnis erregende Literaturverständnis deutscher Gerichte,
    in: Welt v. 18.10.
    • Inhalt:
      Georg M. OSWALD über Vor- und Nachteil der Zensur:

                "Es gibt deshalb die gelegentlich an literarischen Stammtischen geäußerte Ansicht, nur unter der Knute der Zensur könne große Literatur entstehen. So abstrus diese Auffassung ist, sie ahnt zumindest, dass in unfreien Zeiten von der Literatur mehr erwartet wird als in freien. Wenn ästhetisch wie politisch alles erlaubt ist, ist alles egal, also nicht der Rede wert. Selbst, wer - ein kleiner Marylin Manson der Literatur - seine Schockeffekte so gekonnt setzt wie Michel Houellebecq, ist nach ein paar Jahren schon fast wieder vergessen. Hat sich Antje Vollmer eigentlich je über ihn geäußert?
      Umso erstaunlicher ist, dass in dieser Situation der Kunstmüdigkeit, ja Kunsterschöpfung plötzlich die Gerichte ins Spiel kommen, deren historische Rolle als Kunst- und Literaturverbieter man nur noch undeutlich in Erinnerung hat.
      "
 
   
  • FÜLBERTH, Georg (2003): Systemwechsel? Andere Republik?
    Wer wen? Man kann es noch viel toller treiben als Clement und Schröder,
    in: Freitag Nr.43 v. 17.10.
    • Kommentar:
      FÜLBERTH hält das Politikspektakel um eine Sozialabbau-Kanzlermehrheit für Volksverdummung:

                "Wird Kanzler Schröder für seine Sozialstaats-Veränderung eine eigene Mehrheit im Bundestag bekommen, wird er auf die CDU/CSU angewiesen sein oder wird er gar stürzen?
      Wolfgang Storz hat in der Frankfurter Rundschau richtig darauf hingewiesen, dass die Frage selbst schon ein Verdummungsprodukt ist. Sie lenkt nämlich von der Tatsache ab, dass auf jeden Fall in den gegenwärtigen parlamentarischen Prozeduren eine Stutzung des Sozialstaates herauskommt, bei der die Reichen ungeschoren bleiben, die Armen ärmer werden und Privatunternehmen - nämlich die als Versicherungen auftretenden Finanzdienstleister - ihren Schnitt machen.
      "
                Die Generation Golf hofft auf den Markt und die eigene Schlauheit, FÜLBERTH dagegen sieht sie als Pseudo-Gewinner:
                "Der teils schon vernehmliche, teils noch zu erwartende Protest ist aussitzbar, denn die neue Lösung wird nicht nur Verlierer bringen, sondern auch tatsächliche und scheinbare Gewinner. Im oberen und meinungsbildenden Drittel kann sich ein positiver Saldo durch Senkung der Sozialabgaben und Steuern einstellen. Es gibt auch Pseudo-Gewinner. Das sind diejenigen - vor allem Jüngere -, die solche Wohltaten für sich selbst erhoffen, aber später merken werden, dass sie die Gelackmeierten sind. Zur Zeit wissen sie das noch nicht."
 
   
  • MORSHÄUSER, Bodo (2003): Wir sahen unschlagbar gut aus.
    Der "Dschungel" war der berühmteste Club des alten Westberlin. Jetzt erzählt eine Ausstellung seine Geschichte. Eine Erinnerung,
    in: Tagesspiegel v. 17.10.
    • Inhalt:
      Bodo MORSHÄUSER ("Berliner Simulation") räumt mit einer 68er-Legende auf:

                "In den Dschungel ging der angebliche NST, der Neue Sozialisations-Typ. Dieses bezaubernde Etikett haben 68er unsereinem aufgeklebt, um das narzisstische Element, das uns angeblich von ihnen unterscheidet, zu benennen. Es darf gelacht werden. Die Generation, die in den Dschungel ging, die um 1950 Geborenen, war die erste deutsche Nachkriegsgeneration, der der Weltkrieg nicht im Gesicht geschrieben stand.
      Die Generation Dschungel (das sind die Leute zwischen den 68ern und 78ern) war genauso wie alle anderen Jugendlichengenerationen vor ihr: jung, laut und unverschämt, ausgestattet mit dem sicheren Instinkt, dass sie jetzt dran ist. Sie überschätzte sich maßlos, hatte aber den unschlagbaren Vorteil, gut auszusehen, jedenfalls besser als die anderen. Die Generation Dschungel war auch nicht kleinlich in ihren Irrtümern: All die Verkrampfungen aus der Angst heraus, eventuell spießig zu wirken; der Dogmatismus; das begleitende Lächeln zum grassierenden RAF-Terrorismus; diese ganze Schlaumeierei, mit der allerdings jede Jugendlichengeneration, nicht unbedingt zu ihrem Vorteil, geschlagen ist.
      "
 
     
   
  • KRAUTER, Ralf & Andreas SENTKER (2003): "Elitenförderung: Chancengleichheit - Die große Illusion?".
    Zeitforum der Wissenschaft. Transkript der Veranstaltung am 6. Oktober 2003 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften,
    in: Die ZEIT Nr.43 v. 16.10.
    • Inhalt:
      Der Soziologe Michael HARTMANN, der mit "Der Mythos der Leistungselite" das wichtigste aktuelle Buch zum Thema Elite verfasst hat, wehrt sich gegen eine allzu beliebige Definition von Elite:

                "Ich würde als Elite die Gruppen in der Gesellschaft definieren, die wirklich in der Lage sind, auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen Einfluss zu nehmen, die entscheidende Positionen in der Wirtschaft, in der Politik, in der Verwaltung, in der Wissenschaft einnehmen. Aber es wäre kein Boris Becker dabei geschweige denn Verona Feldbusch. Solche Sport- und Showstars werden ja oft auch als Elite tituliert."
 
     
     
   
  • Maxim Billers Roman "Esra" weiterhin verboten  

    • KNIPPHALS, Dirk (2003): Literatur ohne Liebe.
      Maxim Biller verboten,
      in: TAZ v. 16.10.
    • BAX, Daniel (2003): Die Heimtücke im Detail.
      Nichts Neues in München: Maxim Billers Roman "Esra" bleibt verboten. Und die Branche rätselt über die Konsequenzen. Denn inzwischen hat das Verbot über den Einzelfall hinaus Bedeutung erlangt,
      in: TAZ v. 16.10.
    • ENCKE, Julia (2003): Zu nah am Leben.
      Immer öfter werden Bücher wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten verboten,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
    • MANGOLD, Ijoma (2003): Aufsehen erregen.
      Verleger im Zwiespalt,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
    • MANGOLD, Ijoma (2003): "Romane erzählen erfundene Geschichten".
      Der Verleger Helge Malchow sieht durch das "Esra"-Ureil seine Arbeit gefährdet,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
    • MANGOLD, Ijoma (2003): "In das lebende Fleisch schneiden".
      Der Anwalt Wolfgang von Nostitz wirft Maxim Biller die Verletzung von Menschenrechten vor,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
    • ZIELCKE, Andreas (2003): Der öffentliche Akt.
      Was das Verbot von Maxim Billers "Esra" verrät,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.10.
 
   
  • FACTS-Titelgeschichte: Sehnsucht Zeit.
    Ausstieg aus der Nonstop-Gesellschaft

    • RIEDI, Stephanie (2003): Die Zeit-Bombe.
      Die Nonstop-Gesellschaft stösst an ihre Grenzen: Gegen den immer höheren Zeitdruck in Beruf und Freizeit setzt eine wachsende Gruppe von Dauer-Gestressten auf Entschleunigung,
      in: Facts Nr.42 v. 16.10.
 
     
     
   
  • Nachrufe zum Tod von Erwin K. SCHEUCH

    • BESIER, Gerhard (2003): Ein Informant für den mündigen Bürger.
      Zum Tod von Erwin K. Scheuch (1928 - 2003),
      in: Welt v. 14.10.
    • LEPENIES, Wolf (2003): Entrüstung und Empirie.
      Zum Tod des Kölner Soziologen Erwin K. Scheuch,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 15.10.
      • Inhalt:
        LEPENIES hebt u.a. die soziologischen Schulenbildung hervor:

                  "In Köln war 1919 durch den Oberbürgermeister Konrad Adenauer das erste deutsche Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften gegründet worden. Ihm gab nach dem Zweiten Weltkrieg der Emigrant René König entscheidende Impulse. Mit König war Erwin K. Scheuch, der wohl oder übel die Rolle des Kronprinzen spielen musste, maßgeblich an der Entwicklung der »Kölner Schule« beteiligt. Zur »Frankfurter Schule« bestand nicht nur eine Regionalkonkurrenz: König und Scheuch, die sich in ihrer Lust an Polemik nicht nachstanden, erzogen ihre Schüler bewusst zu nüchterner Empirie. Auf der soziologischen Landkarte blieb Frankfurt für sie eine Hochburg der Spekulation. "
    • LEPSIUS, M. Rainer (2003): Ein unermüdlicher Soziologe und Journalist.
      Zum Tode von Erwin K. Scheuch,
      in: Tagesspiegel v. 15.10.
      • Inhalt:
        Der ermeritierte Heidelberger Soziologe LEPSIUS hebt die Bedeutung von SCHEUCH für die empirische Sozialforschung in Deutschland hervor:

                  "Für die Soziologie war er der wichtigste Promotor der Methoden der empirischen Sozialforschung. Er gehörte auch zu den Gründern der Infrastruktureinrichtungen der empirischen Sozialforschung, des Zentralarchivs für Umfragedaten in Köln, des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen in Mannheim und des Informationszentrums für Sozialwissenschaften in Bonn. Diese Einrichtungen haben das methodische Niveau der Sozialforschung nachhaltig gehoben und Erwin K. Scheuch einen Ehrenplatz gesichert als unermüdlichen Motor der Soziologie."
    • SCHLAK, Stephan (2003): Je älter, desto zorniger.
      Zum Tod des Soziologen Erwin K. Scheuch, des Kämpfers gegen den Klüngel,
      in: Berliner Zeitung v. 15.10.
      • Inhalt:
        Stephan SCHLAK beschreibt SCHEUCH als einen Angehörigen der Flakhelfer-Generation, der sich im Alter des Gestus der ehemaligen Gegenspieler bedient hat:

                  "Scheuch, 1928 geboren, zählt zu jener Bonner Gründergeneration, die sein konservativer Kollege Helmut Schelsky als "skeptische Generation" beschrieben hat. Scheuchs erste Aufstiegsschritte vom Flakhelfer über den Schwarzhändler verbinden ihn mit seinen Generationsgenossen Enzensberger und Kohl. Die Skeptiker waren gebrannte Kinder des Krieges; von allen hochtrabenden Visionen ernüchtert, leisteten sie in den Nachkriegsjahren Flankenschutz für den pragmatischen Wiederaufbau der Nation. Da konnte der Streit mit der nachwachsenden Studentengeneration nicht ausbleiben, die radikal noch einmal alles ganz anders machen wollte.
        Es ist eine seltsame bundesrepublikanische Pointe, dass Scheuch zuletzt die aggressive Pose des zivilen Ungehorsams besetzte, die er bei den 68ern immer vehement politisch bekämpfte. Erinnern einen nicht die vielen Bürgerkonvente und politischen Protest- und Sektierergrüppchen abseits des etablierten Parteienspektrums, denen Scheuch zuletzt seine Stimme schenkte, an die diversen K-Grüppchen und den Mickey-Maus-Stalinismus der Siebziger?
        Wie Arnulf Baring bunkerte sich auch Erwin K. Scheuch zuletzt immer mehr in der Polemik gegen die korrupte Republik ein.
        "
 
   
  • LEVINE, Tom (2003): Herzog reagiert sauer.
    Sozialpolitiker Weiß moniert Schwarzmalerei,
    in: Berliner Zeitung v. 14.10.
    • Kommentar:
      Der CDU-Politiker Gerald Weiß kritisierte die Datenlage der Herzog-Kommission:

                "Gerald Weiß, kritisiert insbesondere die Voraussagen, die die Herzog-Kommission für den Fall macht, dass die jetzigen Sozialsysteme unverändert weiter geführt würden. Bei der Berechnung dieser so genannten Basisszenarien sei »stets die pessimistischste Annahme zu Grunde gelegt worden, um eine besonders dramatische Situation zu zeichnen.« Das sei kein Zufall, sagte Weiß am Montag der Berliner Zeitung, sondern politisch gewollt, »um den Reformdruck zu erhöhen«.
      Er bezweifle den Reformbedarf im Sozialwesen nicht, so Weiß weiter. »Aber es ist keineswegs so, dass wir am Rande des Abgrunds stehen.« Sein Vorwurf: Die Daten seien von den Autoren der Studie bewusst »in den Dienst bestimmter Reformkonzepte gestellt« worden."

                Bereits die Bevölkerungsvorausberechnungen, die Grundlage des Reformbedarfs sind, hat Detlef GÜRTLER in der Welt vom 19.08.2003 kritisiert:
                "Das Statistische Bundesamt (...) hat zwar diverse unterschiedliche Wanderungs- und Lebenserwartungsszenarien beschrieben, die Geburtenrate aber konstant bei 1,4 belassen. Warum? Unter anderem um »den Handlungsdruck auf die Politik aufrechtzuerhalten«, wie einer der Beteiligten ebenso freimütig wie anonym zugab."
                Der Streit um die Datenlage ist zwar eröffnet, aber offenbar sind die Mitte-Medien an keiner Debatte interessiert, sondern stützen den Kanzler-Kurs einmütig. Große Koalition der Eliten, zu Lasten der Nicht-Eliten... 
 
   
  • HUPERTZ, Heike (2003): Unordnung und frühes Leid.
    American Way of Generationenkrieg: Die hochkarätige Serie "The O.C." schildert die Angst der Jungen, so zu werden wie die Alten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.10.
    • Inhalt:
      HUPERTZ lobt die neue US-Serie "The O. C." als hervorragende Jugendserie. Der Sender Fox, der bisher für Serien wie "Beverly Hills 90210" oder "Melrose Place" stand, hat nun einen neuen Star:

                "Wie Jim Stark in »...denn sie wissen nicht, was sie tun« ist Ryan ein Rebell im Wohlstandsniveau".
                Den sozialpsychologischen Hintergrund liefert HUPERTZ ebenfalls mit:
                "»Teenage angst« heißt im Amerikanischen die adoleszente Identitätskrise, die mehr ist als die Furcht vor dem Erwachsenwerden (...). Sie kann auch Menschen jenseits der biologsichen Pubertät packen. Diese »Angst«, deren Ort vor allem die weiße Mittelklasse ist, ist seit den fünfziger Jahren immer wieder Stoff für dramatisches Kino gewesen. Es ist eine Panik, die erkennt, daß der materielle Überfluß nur die Beschränkung der Lebensentwürfe kaschieren und verstörende Kontingenzerfahrungen beseitigen soll."
 
   
  • THOMANN, Jörg (2003): Alt mit 35!
    Rundern wie Rudi Rabe: "My Life" - will unser Leben retten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.10.
    • Kommentar:
      Die Wirtschaft hat die Zielgruppe der 35jährigen - völlig eigennützig - entdeckt. Die 30-40jährige sind hierzulande die bevölkerungsstärkste Gruppe.

                Nach dem Jugendwahn kommt jetzt der Alterswahn.
                Bereits vor 20 Jahren hat die Single-Generation dieses Thema für sich entdeckt und Matthias HORX hat aus der Perspektive des 35jährigen den Jugendwahn aufgedeckt. Statt "Verschwende Deine Jugend" ist jetzt Altersvorsorge angedacht...
 
   
  • THOMAS, Gina (2003): Fuß in der Tür,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.10.
    • Kommentar:
      Gina THOMAS stellt den neuen britischen Shooting Star Monica ALI vor.

                Die 35jährige Tochter einer Nordengländerin und eines Bengalen hat mit "Brick Lane" die "Geschichte einer jungen Frau aus Bangladesh, die mit achtzehn Jahren eine Zwangsehe eingeht und von den Reisfeldern der Heimat in eine Betonsiedlung des Londoner East End verpflanzt wird" ihr Romandebüt vorgelegt.
                Sukhdev SANDHU hat das Buch in der London Review of Books ausgiebig besprochen.
                Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Muttersein offenbar z. Z. die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Schriftstellerkarriere ist.
                ALI hat jedenfalls erst nach der Geburt ihrer Kinder mit dem Schreiben begonnen, "um gegen den zermürbenden Alltag als Hausfrau und Mutter anzukämpfen". Eine solche - ganz nebenbei eingestreute - Information ist im Zeitalter des Designs von Schriftstellerimages wichtiger als eine seitenlange Inhaltsangabe... 
 
   
  • REHDER, Julia (2003): Lange Nacht der Frauen.
    "Sex and the City" erobert die Kinos - und das weibliche Publikum unterhält sich während der Vorstellung laut über Männer,
    in: Tagesspiegel 13.10.
    • Kommentar:
      Alle Versuche, Singlefrauen für die neuen Friede-Freude-Eierkuchen-Familien- und Babyserien zu begeistern, sind offenbar fehlgeschlagen. "Sex and the City" hat eine Marktlücke gefüllt, die momentan brachliegt und nun für einen Kinoboom besonderer Art sorgt:

                "Das Gemeinschaftsgefühl, davon ist auch Christian Arbeit überzeugt, ist es, das die Frauen ins Kino lockt. Außerdem ist der Spaß kostenlos. Lediglich ein Verzehrgutschein von zwei Euro fünfzig muss eingelöst werden. Chips oder Popcorn also. »Das System rechnet sich, da kein Filmverleih mitkassiert«, erklärt Arbeit. Die Idee, die amerikanische Serie, die hierzulande auf Pro Sieben läuft, ins deutsche Kino zu bringen, hatte ein Theaterleiter aus Düsseldorf. Zunächst wollte er nur das Sommerloch umschiffen, erzählt Georg Wellis, Pressesprecher der UCI- Kinos.
      Doch dann war der Erfolg so überwältigend, dass nach Düsseldorf und Duisburg Carrie & Co nun auch in Berlin, Cottbus, Gera und Leipzig auf die große Leinwand kommen. Voraussichtlich bis zum Ende der fünften Staffel werden die Kolumnistin Carrie und ihre Freundinnen vor großem Publikum ihre Suche nach der Wahrheit über Männer und dem nächsten Paar Schuhe fortsetzen.
      "
 
   
  • MONATH, Hans (2003): "Die Union will einen anderen Sozialstaat".
    Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt warnt vor deren Plänen - und nennt manche Äußerung aus der SPD grotesk,
    in: Tagesspiegel 13.10.
 
   
  • SIEMS, Dorothea (2003): Kinder und anderes Kapital,
    in: Welt v. 13.10.
    • Kommentar:
      Dorothea SIEMS behauptet:

                "die Alten weisen zu Recht darauf hin, dass nicht sie es waren, die den Generationenvertrag verletzt haben. Schließlich haben sie nicht nur Zwangsbeiträge in die Sozialkassen eingezahlt, sondern auch genug Kinder bekommen, um das System am Laufen zu halten. Der Vertragsbruch geht vielmehr auf das Konto der Jüngeren, die zu einem großen Teil auf Nachwuchs verzichten und damit das Sozialstaatsgebäude ins Wanken bringen.
      Die Konfliktlinie verläuft deshalb viel weniger zwischen Jung und Alt, wie das Gerede vom Krieg der Generationen suggeriert, als vielmehr zwischen Eltern und Kinderlosen. Die Sozialsysteme können angesichts der Überalterung der Gesellschaft nicht so bleiben wie sie sind.
      "
                Tatsache ist, dass dies in dieser Form falsch ist!
      Seit 1900 hat kaum ein Mütterjahrgang zum Bestandserhalt beigetragen, nur die Gnade der günstigen Bevölkerungsstruktur, hat dies bisher kaschiert! So schreibt z.B. Klaus JENTZSCH:

                "Etwa 12 Mio. Heimatvertriebene und Flüchtlinge haben von 1945 bis 1961 die Flucht in den Westen angetreten. Die Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Bundsrepublik Deutschland wuchs in diesen 1 1/2 Jahrzehnten um ca. 9 Mio. an, während die Zahl der Bewohner der heutigen DDR im gleichen Zeitraum zurückging. Die Wachstumskurve in der Bundesrepublik Deutschland wurde begünstigt durch die Alterstruktur derer, die von Ost nach West kamen" (aus: "Sterben wir aus? 1979, S.31.)
                Ohne Zuwanderung wäre also die Bonner Republik bevölkerungsmässig schon lange nicht mehr gewachsen. Wenn unsere deutschen Bevölkerungswissenschaftler in ihren Prognosen Zuwanderungen einfach ignorieren, dann ist dies eine politische Entscheidung und keine sachlich zu rechtfertigende Entscheidung.
 
   
  • OUTLOOK INDIA - Titelgeschichte: The Pleausure Seekers

 
   
  • PETERSDORFF, Winand von (2003): Zehn Tipps für den nächsten Bestseller - eine Anleitung zum Erfolg,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
    • Kommentar:
      Neben Frauenbüchern (Marke Hera LIND, Amelie FRIED und Ildikó von KÜRTHY) nimmt PETERSDORFF die Männerbestseller in Augenschein:

                "Wo ist das Buch für den Mann, der alle Grishams und Mankells gelesen hat? In Frank Goosens Buch »Liegen lernen« oder Nick Hornbys »High fidelity« dürfte sich viele Männer mittleren Alters zwar wiedererkennen. Doch sind die Helden in diesen beiden Werken emotional verkrüppelte Verlierertypen", kritisiert PETERSDORFF und beklagt das Fehlen von "Literatur mit männlichen Siegertypen".
                Da kann es ja nicht mehr lange dauern und statt Biografien von Dieter BOHLEN und Michael SCHUMACHER, gibt es dann Romane mit BOHLEN- und SCHUMACHER-Klonen. Verbunden mit Forderung Sechs, der den authentischen Autor einfordert, bedeutet dies, dass BOHLEN und SCHUMACHER demnächst selber Romanautoren werden. Wolfgang JOOP hat das bereits vorexerziert ...
 
     
   
  • ANK (2003): Ein Retter für Deutschland,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
    • Kommentar:
      ANK preist das Buch "Ist Deutschland noch zu retten" von Hans-Werner Sinn.  Nur ein Streitpunkt wurde entdeckt:

                "Sinns Kinderrente  (...) wird von vielen (...) abgelehnt; sie plädieren lieber für eine radikale Umstellung der Vorsorge auf Kapitaldeckung."
 
   
  • GERMIS, Carsten & Rainer HANK (2003): "Mit Samaritern ist kein Staat zu machen".
    Thüringens Regierungschef Dieter Althaus über katholische Sozialromantik, arme Leistungsträger und das Gute an Kopfpauschalen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
    • Kommentar:
      "Die demographische Entwicklung, die alternde Bevölkerung und die Globalisierung fordern ganz dringend, daß wir unsere Sozialsysteme zukunftsfähig ausrichten", mit dieser Leerformel, die hier Dieter ALTHAUS benutzt, versuchen neoliberale Modernisierer ganz konkrete Sozialabbaupläne zu verbinden, die sich aus dieser Leerformel gar nicht unausweichlich ableiten lassen. Der Sozialwissenschaftler Christoph BUTTERWEGGE bezeichnet diese Sachzwangargumentation deshalb richtig als sozialpolitische Demagogie.  
 
   
  • SCHMID, Thomas (2003): Merkels Mobilmachung.
    Unerbittlich rückt die CDU-Vorsitzende mit ihrem Erweckungsprogramm der Union zu Leibe und lähmt ihre überrumpelten Gegner,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
    • Kommentar:
      Der 68er-Veteran SCHMID berichtet über den Kongress "Zukunft Deutschland - Mut zum Aufbruch" der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

                Die Sozialausschüsse sind aus der Sicht des sozialdarwinistischen Neobourgeois ein überflüssiges Relikt:
                "Sie waren ein hübsches Biotop, das - ein wenig abseits von den großen Arenen bundesdeutscher Wirtschaft - der Bilderbuchvorstellung vom rheinischen Kapitalismus ziemlich nahe kam".
                Wenn er Horst SEEHOFERs Gesellschafts- und Menschenbild beschreibt, in dem eine "Gesellschaft der Egoisten und Ichlinge" nicht vorkommen darf, dann wird dies als "Herz-Jesu-Rhetorik" oder als "Büttenreden von Verlierertypen" diffamiert.
                Einzig der "Thatcherismus mit menschlichem Antlitz" von Angela MERKEL wird gelobt:
                "Ohne sonderliche Mühe bekommt Merkel die Todsünde der Union, die Kopfpauschale samt der Horrorzahl 264 Euro, über die Bühne. Sie bemüht dazu - wie auf der anderen Seite Stoiber, Seehofer, Blüm und andere auch - den allmählich legendär werdenden Hausmeister. Sie selbst, die privat Versicherte, leiste keinen Beitrag dafür, daß sich der Hausmeister medizinisch sicher fühlen könne; das sei falsch und ungerecht (...). Das Publikum läßt den Taschenspielertrick (...) fast gleichgültig über sich ergehen".  
 
   
  • STAUN, Harald (2003): Tue Gutes und schweige darüber.
    Der junge kalifornische Bestsellerautor Dave Eggers mißtraut Ruhm und Reichtum,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
    • Kommentar:
      Harald STAUN stellt Dave EGGERS als Philantropen vor, dessen Bescheidenheit "keine falsche war", der aber die Mechanismen des Pop perfekt beherrscht. Heinrich WEFING hat EGGERS in der FAZ bereits gewürdigt, während Wieland FREUND ihn in der WELT in die Ecke der "verstorbenen literarischen Postmoderne" gestellt hat und den neuen Roman als "laue Roadnovel, abgeschrieben aus dem Handbuch der Beatniks" abwertet.
 
     
   
  • MOERSCH, Karl (2003): Erst Renten, dann Rüstung.
    Die Einführung der umlagefinanzierten Rente war ein Meilenstein auf dem Weg zum Wohlfahrtsstaat unserer Tage. Was heute als letzter Schrei gilt, das Kapitaldeckungsverfahren, war damals am Ende. Es stammte aus der Bismarck-Zeit. Unionsparteien und Sozialdemokraten haben den Systemwechsel gemeinsam vollzogen - was die Ausgestaltung der Renten als "Vollrenten" betraf, gegen fachlichen Rat. Erinnerungen an eine folgenreiche Reform,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.
  • BLÜM, Norbert (2003): Alt ist nicht blöd,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.
    • Kommentar:
      BLÜM nimmt die sozialpopulistische Rhetorik auseinander:

                "Demographie ist das Schlüsselwort, um das die sozialpolitische Debatte kreist. Der zum Schlagwort verkommene Begriff hat drei Dimensionen: Geburtsverhalten, Lebenserwartung sowie Zu- und Abwanderung".
      BLÜM weist darauf hin, dass nicht nur der beschleunigte Bevölkerungsrückgang, sondern auch das beschleunigte Bevölkerungswachstum - z.B. in den 60er Jahren der Bonner Republik - fatale Folgen für die Generationenbalance hat bzw. hatte.

                BLÜM erteilt der Anhebung der Altersgrenzen eine Absage:
                "Solange die Lebenserwartung relativ stabil war, konnte auf den demographischen Faktor in der Rentenformel verzichtet werden.
      (...).
      Eine Erhöhung der Altersgrenze löst das demographische Problem nur unvollkommen, weil asymmetrisch: Wer schon Rente erhält, wird von der Anhebung der Altersgrenze nicht betroffen."

                Der Bevölkerungswissenschaftler Josef SCHMID hat vor kurzem die Prognosefähigkeit seiner Disziplin hervorgehoben. BLÜM weist dagegen nach, dass es damit nicht weit her ist. Dazu greift er auf einen Einwand zurück, den Detlef GÜRTLER mit seinem Buch "Vorbild Deutschland" in die sozialpolitische Debatte eingebracht hat (siehe dazu auch das Zitat des Monats Februar 2003 auf single-dasein.de):
                "1992 wurde von angesehenen Experten, unter ihnen Meinhard Miegel, in dem aufsehenerregenden Buch »Weil sich das Land ändern muß« für das Ende des Jahrhunderts ein Bevölkerungsrückgang von einer Million prognostiziert. Tatsächlich lebten im Jahr 2000 drei Millionen Einwohner mehr in der Bundesrepublik als 1990, obwohl in derselben Zeit 784 000 Kinder weniger geboren worden waren. Das läßt sich nur mit Zuwanderung erklären. In zehn Jahren um vier Millionen danebengeschossen: Dies kommt der Treffsicherheit eines alten Vorderladers gleich und sollte die Prognostiker vom hohen Roß holen."
                Die mangelnde Treffsicherheit hat in der Bevölkerungswissenschaft Tradition. Dazu vermerkt Klaus JENTZSCH bereits 1979:
                "Noch 1966 ging man in der Bundesrepublik Deutschland davon aus, daß im Jahre 2000 die Bevölkerung um 14 Millionen zunehmen werde. 1972 wurde dann bereits ein Rückgang der Bevölkerung von 4,5 Millionen vorausgesagt. Dies bedeutet, und damit will ich den Faktor »Unsicherheit« noch verstärken, einen Unterschied von über 18 Millionen Menschen!" (aus: Sterben wir aus?, 1979, S.9).
 
     
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 01. - 10. Oktober  2003

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [ Suche ] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2000-2005
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 11. Januar 2005 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002