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News vom 05. - 10. Oktober 2004

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"»Um die Erfinder neuer Werte dreht sich die Welt« - so kündet Friedrich Nietzsche ostinat im Zarathustra. Jesus hat die soziale Innovation der Nächstenliebe in die Welt gebracht. Die Hingabe für Clan, Volk, Reich und Führer, die gab es lange schon. Doch Mitgefühl und Fürsorge für den Nächsten, Blutsunverwandten - das war neu. Die Provokation, alle Menschen seien vor Gott gleich, bezog sich keineswegs auf das Jenseits. (...).
Doch das Gebot der Nächstenliebe gerät in Konflikt mit dem Darwinismus des Marktes. (...). Nicht Mitleid, sondern Verachtung für die Schwachen und Armen, die Verlierer und Ausgesonderten der Märkte, greift um sich. (...). Reichtum ist Synonym für Leistung und Verdienst. Das muß nicht mehr im Einzelfall nachgewiesen werden, sondern wird unterstellt.
(...).
Streichung und Kürzungen von Sozialleistungen firmieren als »Anreize zur Stärkung der Eigenverantwortung«. Die Kürzung von Arbeitgeberbeiträgen zur Rentenversicherung wird verkauft als »Beitrag zur Generationengerechtigkeit«. Die Freistellung der Arbeitgeber vom hälftigen Anteil an wesentlichen Krankenversicherungsleistungen (...) wird als Reform zur Beitragssenkung vermarktet. (...).
Schon finden sich Forscher, die das Mitgefühl mit jemandem, der nicht zum Clan gehört, als genetische Störung erkannt haben wollen."

(Peter Ungut "Die Agonie des Sozialen" in Kursbuch 157 Die große Entsolidarisierung, S.11-31)
 
 
 
 
  • SCHUMANN, Harald (2004): Wer nicht richtig rechnet.
    Rot-Grün betreibt eine Umverteilung von unten nach oben – und verschärft so die wirtschaftliche Lage des Landes,
    in: Tagesspiegel v. 10.10.
 
 
  • KOCH, Claus (2004): Aus dem kalten Land.
    Anmerkungen zum Grobianismus,
    in: Signale. Gedanken zur Zeit. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 10.10.
    • Inhalt:
      Claus KOCH mokiert sich aus der Perspektive der Werteelite über die neue Funktionselite:

            
        "Ahnen kann man (...), dass (...) die Zukunft kein Wachstum mehr sein kann, eher ein langsamer Rückgang. Und schon werden diese ordentlichen Deutschen (...) grob. (...). 
      Unsicher macht sie auch, dass die Ungleichheit wieder zunimmt (...). Und es lösen sich auch die vielen Milieus auf, in denen sich die bürgerlichen Menschen gegenseitig zur Rücksichtsnahme erzogen. Mehr noch als bei den Reichen fällt das bei den einstmals proletarischen Schichten auf. Die proletarischen Familien in Deutschland, wie auch im übrigen Europa, hielten streng auf gute Manieren ihrer Kinder, auch auf gute Bildung, ganz nach bildungsbürgerlichen Idealen. Seit sie alle Sozialaufsteiger werden konnten, sind diese Verhaltensklammern zerbrochen. In zwei Generationen näherten sie sich den Neureichen und ihren Ansprüchen - zu denen Rücksichtnahme nicht eben gehört. Ihnen kommen von der anderen Seite die Privilegierten mit altem Geld entgegen, das früher einmal zu Takt und guten Manieren verpflichtete. Nun sind auch sie zu Neureichen geworden. In Deutschland nennt man diese Schichten gerne Elite. Dafür sagt man freilich gerne Funktionselite, weil man ihr ein vorbildhaftes Verhalten nicht zumuten mag und auch nicht zutrauen kann. Zur Funktionselite zu gehören, ist bequem. Man ist nur dem Erfolg verpflichtet, muss aber keine besonderen Ansprüche an Sensibilität und zivile Manieren stellen, an sich und an andere.
      "
 
 
  • MISIK, Robert (2004): Wir könnten uns den Sozialstaat leisten.
    Große Konzern zahlen immer weniger Steuern. Ernst Schmiederer und Hans Weiss zeigen, mit welchen Tricks sie das schaffen - und wie ihnen unsere Steuergesetze dabei helfen,
    in: TAZ v. 09.10.
    • Inhalt:
      Ernst SCHMIEDERER und Hans WEISS haben mit "Asoziale Marktwirtschaft" ein Buch über die "Mitnahmementalität" (Gerhard SCHRÖDER) von Konzernen und Reichen geschrieben:

            
        "Nahezu unfassbar sind die Beispiele, die Weiss und Schmiederer zusammengetragen haben (...).
      Gewiss ist es ein frommer Wunsch: Dass das Gerede aufhören möge, »wir« könnten uns den Sozialstaat nicht mehr leisten. Wahr ist: Wir können uns die zeitgenössische Finanzpolitik nicht mehr leisten", schreibt MISIK über diesen Skandal.
 
 
  • BECK, Ulrich (2004): So macht Gleichheit Ungleiche aus uns allen.
    Und kann es so etwas wie eine europäische Gesellschaft überhaupt geben?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.10.
 
 
 
  • RÜHLE, Alex (2004): Sei Du selbst, dann wirst du krank.
    "Die große Entsolidarisierung" - ein Kursbuch zur Krise,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.10.
    • Inhalt:
      RÜHLE, der mit Max FRISCH der Produktivität der Krise huldigt, lobt die Kursbuchbeiträge,

            
        weil "in den meisten der dort versammelten Texte auf allen endzeitlichen Diskurs zugunsten kühler Beschreibung verzichtet wird."
            
        Erwähnt werden die Texte von Petra THORBRIETZ, Barbara HEITZMAN und Paul NOLTE.
            
        In den Mittelpunkt stellt RÜHLE jedoch einen Vorabdruck aus Alain EHRENBERGs Buch "Das erschöpfte Selbst", das ihm einen Seitenhieb auf den Katastrophendiskurs in Talkshows ermöglicht:
            
        "Nach dem Lesen dieses Essays bekommt man plötzlich Mitleid mit all den bleichen Krisentheoretikern bei Christiansen, meint man doch, hinter dem katastrophischen Gemurmel nur die Totalerschöpfung all dieser an authentischer Selbstüberforderung erkrankten Menschen herauszuhören." 
 
 
 
  • RM-SPEZIAL: Das überforderte Ich

    • SCHÖN, Wolf (2004): Ratlos im Supermarkt,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
      • Kommentar:
        Anlässlich des Erscheinens von Alain EHRENBERGs Buch "Das erschöpfte Selbst" deutet der Rheinische Merkur EHRENBERG institutionentheoretisch um in das "überforderte Ich".

              
          Das Anliegen des Merkur-Spezial fasst SCHÖN folgendermaßen zusammen:
              
          "Von der Vereinzelung der Einzelnen handeln die breit gefächerten Beiträge auf diesen Seiten. Deutschland bleibt auf dem Egotrip, aber er ist – abzüglich der Schar wohlhabender Hedonisten – ein unfreiwilliger und kein lustvoller mehr. Die Befunde sind jedoch trotz fehlender Patentlösungen kein Anlass zur Resignation. Die menschliche Natur duldet auf Dauer keine unübersichtlichen, ungeordneten Zustände, die Unbehagen erzeugen. Es werden sich neue Strukturen bilden, die Wohlbefinden auf der Basis von Sicherheit schaffen".
    • SCHLOZ, Rüdiger (2004): Die Luft hat keine Balken.
      Gesellschaft. Überleben ohne Sicherheit,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
    • MORITZ, Rainer (2004): Uschi Glas hat es doch auch geschafft.
      Biografieboom. Trost von berühmten Leuten,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
    • GLOTZ, Peter (2004): Konjunktur der Angstmacher.
      ARBEITSMARKT / Die Wirtschaft braucht Besserwisser. Wer da nicht mithält, ist im Beruf gefährdet. „Ändere Tag für Tag dein Leben“: ein netter Spruch für aufsteigende Systemanalytiker. Einem Langzeitarbeitslosen wird er nur wenig nützen,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
    • JAEGGI, Eva (2004): Was tun, wenn die Fetzen fliegen?
      PARTNERSCHAFT / Schwere Schule des Liebesglücks: Moderne Paare müssen ihre Beziehung ständig neu erfinden. Alle träumen von Ehe und Familie, doch noch nie wurde so rasch und häufig geschieden. Ratgeber helfen da nur bedingt,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
    • HÖRNER, Gerhard (2004): Runter von der Überholspur!
      VERSAGER / Mit schönen Niederlagen zum wahren Leben: Verlieren liegt voll im Trend. Trotz Pleiten und Pannen werden Pechvögel aus Sport und Show zu Lieblingen des Publikums. Die Supermänner haben ausgedient,
      in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
 
  • KIRCHHOF, Paul (2004): Gibt es eine soziale Gerechtigkeit?
    in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 07.10.
 
 
 
 
  • ARENTZ, Hermann-Josef (2004): Die Union muss ihren Wurzeln treu bleiben.
    Die soziale Frage ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts, und die CDU darf ihre Identität nicht verraten,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.10.

 
  • GRUNDMANN, Matthias & Olaf GROH-SAMBERG (2004): Milieuspezifische Risiken und Bewältigungsformen von Kinderarmut,
    Vortrag auf dem 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München (Abstract als PDF-Datei)
    • Kommentar:
      Neuerdings geistert der "Allensbach"-Kinderlose durch alle Neue-Mitte-Medien.

            
        Sozialpopulisten sehen in der Kinderlosigkeit generell ein Wohlstandsproblem und wollen Kinderlose durch Strafsteuern zurückdrängen, bzw. Familien durch finanzielle Besserstellung fördern (z.B. durch Elterngeld).
            
        Matthias GRUNDMANN & Olaf GROH-SAMBERG weisen jedoch anhand empirischer Daten nach, dass Kinderreichtum kein generelles Armutsproblem bedeutet, sondern in den Mittelschichten geht Kinderreichtum mit Wohlstand einher.
            
        Armut und Kinderreichtum ist dagegen in erster Linie ein Problem der Arbeiterklasse.
 
  • SÖHLER, Maik (2004): "Das Beste machen, Berufskrankheit!".
    Ein Unternehmensberater im Gespräch,
    in: Jungle World Nr.42 v. 06.10.
    • Kommentar:
      Die Krisen geschüttelte Jungle World, alternatives Zentralorgan der globalen Klasse, rehabilitiert einen arg gescholtenen Berufsstand, den Unternehmensberater, und grenzt sich dadurch zu den nationalen Altlinken ab.

            
        Globalisierungskritik und kapitalistisches Effizienzverständnis haben insofern kein grundsätzliches Vereinbarungsproblem.
            
        SÖHLER lässt einen anonymen Unternehmensberater zu Wort kommen:
            
        "Was bedeutet Ihnen Geld?
      Vom Elternhaus, das weder reich noch arm ist, ist mir mitgegeben worden, dass Geld ziemlich egal ist, solange der Teller einigermaßen voll ist. So sehe ich das noch immer, obwohl ich zurzeit ganz ordentlich verdiene. Geld ist kein Wert an sich, es bedeutet zunächst einmal Sicherheit. Mit klassischem Luxus kann ich nichts anfangen.
      Diese Einstellung kann sich auch nicht jeder leisten.
      Stimmt. Meine Startvoraussetzungen waren gut, insofern hatte ich es leichter als viele andere. Trotzdem habe ich diese Einstellung nicht nur deshalb, weil ich sie mir erlauben kann. Ich wohne in einer eher fiesen Gegend billig zur Miete, was mir sehr gut gefällt, weil man hier am Samstag einkaufen gehen kann, ohne sich erstmal zurecht machen zu müssen. Ich kaufe auch gerne bei Aldi und H&M ein. Zum Thema Statussymbole fällt mir nur meine Fake-Rolex ein. Zugegeben, ich finde es schön, ein bisschen Geld zu haben. Ich muss zum Beispiel nicht nachrechnen, wenn ich einen aufwändigen Urlaub machen will oder sonst eine teure Anschaffung ansteht. Das ist natürlich auch Luxus, und das weiß ich auch zu schätzen.
      "
 
  • BAETHGE, Christopher (2004): An Freiheit leiden.
    Alain Ehrenbergs sozialphilosophischer Blick auf die Depression als zeittypische Erkrankung,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 06.10.
    • Inhalt:
      BAETHGE referiert ausgiebig EHRENBERGs Ausführungen über die depressive Gesellschaft:

            
        "Für Ehrenberg ist die Depression die Krankheit der Freiheit. Sie ist die Schattenseite der Emanzipation von den rigiden Normen und Verboten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, der Preis für den Übergang aus der hierarchischen in die moderne klassenlose Gesellschaft, in der es nicht mehr um Anpassung und Unterordnung gehe, dafür aber umso mehr um Individualität und Eigeninitiative. Durch diese kulturelle Veränderung erscheine auch das seelische Leiden in neuer Form: Der moderne Mensch sei nicht mehr durch Beschränkungen bedroht, sondern durch die Möglichkeiten, die ihm zur Selbstverwirklichung offen stünden, die ihn aber oft genug überforderten."
            
        Der Rezensent findet das Buch anregend und widersprüchlich zugleich:
            
        "Ehrenberg weist immer wieder sehr gewinnbringend auf die Strukturen hin, in denen sich das depressive Zeitalter entfaltet. (...).
      Konflikte? Es überrascht, dass Ehrenberg (..) doch nicht auf den Konflikt im psychoanalytischen Sinne verzichten möchte, wo er ihn schließlich in seiner Hauptthese feierlich hinaus expediert hatte. Ehrenberg führt zwar aus, dass im Rahmen des therapeutischen Paradigmenwechsels in Richtung der Antidepressiva nun auch Erkrankungen medikamentös behandelt werden, bei denen Konflikte nach wie vor eine Rolle spielten (etwa Persönlichkeitsstörungen), aber warum sollte das Gros der Depressionen, deren Entstehung nach Ehrenberg nichts mehr mit innerpsychischen Konflikten zu tun hat, nun durch solche Konflikte aufrecht erhalten werden?
      Detailverliebte könnten weitere Widerhaken finden: etwa Ehrenbergs inflationären Depressionsbegriff (...). Auch beantwortet er die Frage, warum eine narzisstische Überforderungssituation mit Antriebsschwäche einhergehen muss (...) eher mit einer Metapher (der der »Hemmung«) als mit einer psychopathologischen Herleitung; und er versäumt es, eine solche depressive Symptomverschiebung im historischen Maßstab zu zeigen.
      Zudem stören einige sachliche Fehler, deren korrekturbedürftigster sicher ist, dass Angsterkrankungen nicht, wie Ehrenberg meint, seltener als Depressionen vorkommen, sondern häufiger, und daher die Depression die Angst keineswegs überflügelt hat. Doch insgesamt sind solche Unschärfen und kleineren Widersprüche nur der faire Preis für einen erhellenden sozialphilosophischen Panoramablick auf die Landschaft - und auf die Krankheit - der Freiheit."
 
 
  • BARTELS, Gerrit (2004): Kennzeichen Nachträglichkeit.
    Bücher, die "Geboren am 13. August" oder "Sommer 1990" heißen, Abrechnungen mit den 68ern, das Schicksal von Widerstandskämpfern in der Nazi-Zeit und deren Witwen in den Fünfzigerjahren: Die deutsche Gegenwartsliteratur erkundet so massiv wie lange nicht die jüngere deutsche Geschichte,
    in: TAZ v. 06.10.
 
  • KNIPPHALS, Dirk (2004): Erkenne die diskursive Lage!
    Hinter unserem Rücken arbeiten unsere Begriffe: Das "Glossar der Gegenwart" leistet Gesellschaftskritik durch Diskursanalyse und bietet einen recht hohen Durchschauungsfaktor. Deutlich abgekühlt werden dabei emphatische Verwendungsweisen von Begriffen wie Wellness oder auch Projekt,
    in: TAZ v. 06.10.
 
 
 
 
 
  • 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit und kulturelle Unterschiede" in München

    • HUMMEL, Thomas (2004): "Die Schmerzgrenze ist überschritten".
      Deutscher Soziologenkongress diskutiert über Sozialreformen. These: Ungleichheit nimmt zu,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 05.10.
      • Inhalt:
        HUMMEL referiert die Standpunkte der Soziologen Georg VOBRUBA (Leipzig), Wolfgang BONß (München), Hans-Georg SOEFFNER (Konstanz) und Monika WOHLRAB-SAHR (Leipzig) zur Sozialen Ungleichheit und kulturellen Unterschieden.
    • PIPER, Nikolaus (2004): Soziologie der Ungleichheit.
      Thema des Tages,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 05.10.
      • Inhalt:
        PIPER nimmt Bezug auf den Artikel von Heinz BUDE in der gestrigen SZ, um das Verhältnis von Soziologie und Ökonomie neu zu bestimmen:

              
          "Zwischen Soziologen und Ökonomen herrschen seit alters her viele Missverständnisse: Hier das Bild von der nur deskriptiven und - wenigstens früher einmal - meist linken Soziologie, dort das Klischee des kalten, analytischen Ökonomen, der jeden Bezug zur Realität verloren hat.
        Möglicherweise könnten aber genau jetzt die Soziologen die ökonomische Auseinandersetzung mit der Ungleichheit befruchten."
 
 
  • SCHLAFFER, Heinz (2004): Das Sexhagium und die Zechkunst.
    Wo das Denken in Rubriken vorherrscht, bleiben die Zwitter aus Poesie und Wissen auf der Strecke: Über den Essay als literarische Form der Kostprobe,
    in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 05.10.
    • Inhalt:
      SCHLAFFER hält ein Plädoyer für den Essay in Zeiten seines Niedergangs:

            
        "Die heute gängige Aufspaltung in »Literatur« und »Sachbuch« ist für den Niedergang des Essays, der in keine der beiden Rubriken gehört, weil er sie beide verbindet, ein Symptom, vielleicht sogar der Grund. (...).
      Literatur - in der Gegenwart nahezu identisch mit dem Roman - sucht und findet ein weibliches Publikum, das Sachbuch - die aufs Pragmatische reduzierte Wissenschaft - ein männliches. Dagegen ist der Essay ein absichtsvoll zwitterhaftes Gebilde: eine Konversation gebildeter Männer und geistreicher Frauen im Salon".
 
   

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