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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 06. - 15. September 2003

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Der kranke Alleinleidende lebt exterritorial, er ist ein doppelt Vertriebener. Denn sein Reich, das bunte Beziehungsgeflecht der unbegrenzten Freiheit, existiert nur jenseits von Viren und Bakterien. Schon dauerhaft schlechte Laune schränkt den üblichen Bewegungsspielraum empfindlich ein. Dem Single geht es nur gut, wenn es ihm gut geht. Der Pflegefall ist ausgeschlossen."
(Reinhard Mohr in "Generation Z", 2003, S.108)
 
       
   
SPIEGEL -Titelgeschichte: Das Y-Chromosom.
Oder: Warum gibt es eigentlich Männer?
  • BLECH, Jörg & Rafaela von BREDOW (2003): Eine Krankheit namens Mann.
    Als Fötus sind sie empfindlicher, in der Schule scheitern sie häufiger, sie neigen zu Gewalt und Kriminalität, und sie sterben früher: Sind Männer die Mangelwesen der Natur? Nun offenbaren auch noch die Biologen: Das Y-Chromosom ist ein Krüppel, der Mann dem Untergang geweiht,
    in: Spiegel Nr.38 v. 15.09.
  • SPIEGEL (2003): "Ich glaube an die Kraft der Lust".
    Der britische Genetiker Steve Jones über die Verdrängungskunst des Mannes, die wundersame Vielfalt der Spermien und schlechte Sexforschung,
    in: Spiegel Nr.38 v. 15.09.
 
   
  • HAMMERL, Elfriede (2003): Kinder, Kinder.
    Die Wahrheit ist, die Regierung will, dass Mütter sich im Verzichten üben,
    in: Profil Nr.38 v. 15.09.
    • Inhalt:
      HAMMERL betrachtet die GEHRER-Debatte aus feministischer Sicht und warnt davor, den Standpunkt als Minderheitenmeinung abzutun:

                "Die Tatsache, dass das Gehrer’sche Diktum von der partysüchtigen und demzufolge vermehrungsunwilligen Jugend eine Menge Hohngelächter erzeugt hat, darf nicht zu der Annahme verleiten, es handle sich dabei um einen Minderheitenstandpunkt innerhalb der Regierungsparteien. Da mag Staatssekretärin Haubner noch so viele runde Tische zum Thema Kinderbetreuungseinrichtungen ankündigen – die tatsächliche Linie ist eine andere. Nicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird von Schwarz-Blau gewünscht, sondern die Rückkehr zum Frauenbild der selbstlos dienenden Mutter."
                Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob Bestandserhaltung überhaupt ein Politikziel sein muss:
                "Im Jahr zweitausendsoundsoviel wird jede erwerbstätige Person zwei PensionistInnen erhalten müssen … Derlei Drohungen suggerieren das schaurige Bild einer armen Supermarktkassierin, der zwei RentnerInnen schwer auf der schäbigen Tasche liegen. Tatsächlich werden Pensionen jedoch nicht von Person zu Person finanziert, sondern aus dem gemeinschaftlich erwirtschafteten Wohlstand, und der ist – siehe Afrika, siehe Indien – nicht vordringlich von der Bevölkerungszahl abhängig). Wir sind ein reiches Land. Was wir uns leisten wollen, ist zunächst einmal eine Frage der Verteilung. Weshalb der Supermarktkassierin weniger PensionistInnen weniger helfen würden als mehr Verteilungsgerechtigkeit."
 
   
  • SIMONER, Michael (2003): "Es wird ein Rennen um die besten Köpfe".
    Die EU-Osterweiterung wird dem Westen vier Millionen Zuwanderer bringen. Der Bevölkerungsexperte Rainer Münz zeigt sich überzeugt davon, dass Österreich Ausländer anwerben muss,
    in: Der Standard v. 15.09.
 
     
   
  • KERNER, Regina & Christian LIPICKI (2003): "Einigermaßen gerecht".
    EKD-Ratsvorsitzender Kock über Sozialreformen und Verteilungskämpfe,
    in: Berliner Zeitung v. 15.09.
    • Inhalt:
      KOCK nimmt Stellung zu den Sozialreformen u.a. geht es um den Beitrag der Kinderlosen zur Rentenversicherung:

                "Es wird diskutiert, dass Kinderlose höhere Sozialbeiträge bezahlen oder später Rentenabschläge hinnehmen sollen. Ist das der richtige Weg?
      Nein. Mit höheren Renten für Eltern oder niedrigeren Renten für Kinderlose wird die Ursache für die geringe Kinderzahl nicht beseitigt. Wer Kinder hat, braucht jetzt Hilfe und nicht erst, wenn er in Rente geht. Notwendig sind genügend Kindergartenplätze, flexible Betreuungszeiten und bessere Teilzeitarbeitsmöglichkeiten für Eltern. Das muss das Parlament über die Steuerpolitik ermöglichen. Der Vorschlag, Kinderlosen Rentenabschläge zuzumuten, würde den Eindruck erwecken, dass man kinderlose Paare abstrafen will. Nicht jeder, der Kinder möchte, kann auch welche kriegen."
 
   
  • WELZER, Harald (2003): Die Revitalisierung der Solidarität.
    Es braucht eine Politik, die sich zumutet, klare Ziele für die Gesellschaft der Zukunft zu formulieren,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.09.
  • MÜNKLER, Herfried (2003): Die Bürgertugend ist längst kein Luxus mehr.
    Es braucht eine neue Form ziviler Selbstverwirklichung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.09.
    • Inhalt:
      Der Soziologe Herfried MÜNKLER fordert einen rhetorischen Wandel bei der Propagierung von bürgerschaftlichem Engagement. Nicht mehr mit Einschränkung und Verzicht, sondern mit Selbstverwirklichung soll für das Engagement geworben werden. 
 
   
  • ELSÄSSER, Jürgen (2003): Die Geschlechter poppen.
    Kritik der postmodernen Philosophie (Teil 7),
    in: junge Welt v. 15.09.
    • Inhalt:
      Jürgen ELSÄSSER befasst sich heute mit dem heimlichen Kopf der Wohlfahrtsausschüsse:

                "Mit der Wiedervereinigung ergaben sich in der westdeutschen Linken neue Verwerfungen. Im Zuge der »Nie wieder Deutschland«-Demonstration vom Mai 1990 in Frankfurt a.M. trat bundesweit neben einer kurzlebigen Radikalen Linken zum ersten Mal die sogenannte Pop- oder Kulturlinke in Erscheinung. In lokalen »Wohlfahrtsausschüssen« – Schwerpunkte waren Köln und Hamburg – versammelten sich linksradikale Aktivisten und dissidente Musiker und Kulturjournalisten, später fanden sie in der Zeitschrift Spex ein Forum. Vor allem die vermeintlichen Künstler schleppten den in der Kulturszene schon längst heimischen Postmodernismus in den neulinken Zusammenhang ein. Nachwuchs-Spexler Mark Terkessidis im Rückblick: »Schließlich ist es nicht verwunderlich, daß die ›Franzosen‹ im Umfeld der Popkultur oder der ›Kulturlinken‹ auf Interesse stießen... Tatsächlich entsprach auch die Praxis des Kölner Pop- und Kunstumfeldes und seiner Satelliten durchaus jener Theorie, die aus Frankreich kam.«
      Dabei hatte Diedrich Diederichsen, heimlicher Kopf der Wohlfahrtsausschüsse und Spex-Guru, zunächst durchaus einige Bauchschmerzen."
 
     
   
  • BILLER, Maxim (2003): Roman kommt von Romantik.
    Wie bekommt man die Literatur so wahr und scharf, daß sie realistischer wirkt als die Tagesschau? Man sucht sich beim Schreiben das richtige Thema.Früher war das der Pop. Noch früher war es die Politik. Und heute ist es - die Liebe. Sagt ein Schriftsteller, der es wissen muß. Hier sein Plädoyer für eine neue Literatur des Herzens,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.09.
    • Kommentar:
      Maxim BILLER, dessen Roman "Esra" mittlerweile verboten wurde, darf ein verspätetes Plädoyer für eine Literatur des Herzens halten.

                Verspätet deswegen, weil dies Norbert KRON bereits im August 2002 mit seinem "Plädoyer für den Liebestod" getan hat. KRON musste damals noch keine demografiepolitischen Argumente verwenden wie:
                "Romantische Liebe ist Widerstand. Wer sich ihr so fanatisch hingibt, der wehrt sich gegen eine Welt, in der alle nur noch von Sex reden und ihn auch kriegen und Familien ein ähnlich kurzes Verfallsdatum haben wie Magerquark"
      Wow!
      Max WINGEN, der mit seiner "bevölkerungspolitischen Familienpolitik" (mittlerweile auch im Repertoire von Familienministerin SCHMIDT) forciert
      Bevölkerungspolitik durchsetzen möchte, hätte das nicht so flott formulieren können. Dichter ran also! 
 
   
  • WIEGEL, Michaela (2003): Kinder von glücklichen Eltern.
    In Frankreich geht der Trend zur Großfamilie. Auch weil der Staat hilft,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.09.
    • Kommentar:
      "Zwei oder acht Kinder, das macht keinen Unterschied", heißt die neue demografiepolitische Parole. Diejenige, die das sagt, gehört natürlich zur Mütterelite. Spielt Geld keine Rolle, und steht für jede Aufgabe das entsprechende Dienstpersonal bereit, so kann die Kinderzahl zum Statussymbol werden.
 
   
  • GEHLEN, Martin/JAHBERG, Heike/RUDOLPH, Hermann (2003): Was macht Staat, Herr Papier?
    Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts über Rente, Rürup und den Bundesrat als Hindernis,
    in: Tagesspiegel v. 14.09.
 
   
  • BÖTTIGER, Helmut (2003): Die Verpackungsindustrie.
    Wenn ein Schriftsteller heute Erfolg haben will, muss er mit den Medien spielen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer,
    in: Tagesspiegel v. 14.09.
    • Inhalt:
      Helmut BÖTTIGER erläutert u.a. am Beispiel von Matthias POLITYCKIs "Weiberroman" und anhand der Popliteraten die Mechanismen des Buchmarkts.
 
   
  • BOEDECKER, Sven (2003): "Blödsinn! Für wen halten Sie mich?
    Der amerikanische Starautor über George W. Bush, den neuen Roman und seine Kritiker,
    in: SonntagsZeitung v. 14.09.
    • Kommentar:
      Sven BOEDECKER interviewt den Shooting Star der US-Literatur Jonathan FRANZEN, dessen Roman "Die 27ste Stadt" - in den USA ein unbeachteter Vorgängerroman der "Korrekturen" - nun in Deutschland veröffentlicht wird. 
 
   
  • TAZ-DOSSIER: Deutsche, wollt ihr ewig leben?
    Arbeit, Rente, Gesundheit: Der Nation gehen die Jungen aus. Ein Dossier zum demografischen Wandel der Gesellschaft

    • Kommentar:
      Die Rentenreform soll schnellstmöglich und reibungslos über die Bühne gehen.

                Die FAZ schwört ihre Leser bereits seit Wochen mit einer Serie über die "demografische Zeitbombe" auf die Reformen ein.
                Der STERN hat letzte Woche die "Vergreiste Republik" beschworen, die Rentner beruhigt und die 30-50jährigen als die Träger der Hauptlast vorgestellt.
                Susanne GASCHKE hat in der ZEIT die demografische Rechtfertigung dazu geliefert. Single-dasein.de hat diese Argumentation widerlegt.
      Es kann keinen Bestandsschutz für die 68er-Generation geben. Bereits seit 1900 hat kaum ein Mütterjahrgang - und schon gar keine ganze Generation - den Bestandserhalt gewährleistet. Die jetzigen 30-50jährigen sollen aber nun hauptsächlich dafür büßen, da sie nicht mehr mit der Gnade der günstigen Altersstruktur rechnen können.

                Auch die Regierungs-TAZ ergreift Partei für die 68er-Generation. Es wird behauptet, dass die Geburtenrate bei 1,4 liegt. Diese Zahl wird von international renommierten Bevölkerungswissenschaftlern angezweifelt. Detlef GÜRTLER hat für Westdeutschland zwar keine bestandserhaltende Geburtenraten errechnet, aber die Kluft zwischen den Geburtenzahlen der 68er-Generation und den nachfolgenden Generationen ist wesentlich geringer als dies die Medien und die deutschen Statistiker behaupten. Obwohl der TAZ dies bekannt ist, werden aufgrund politstrategischer Gründe weiterhin die zu niedrigen Zahlen verbreitet.
                Renate SCHMIDT spricht inzwischen nicht mehr von Familienpolitik, sondern von "bevölkerungsbewusster Familienpolitik". 
      WINKELMANN, Ulrike (2003): Auf Wiedersehen, Kinder, 
      in: TAZ v. 13.09.
      • Kommentar:
        Ulrike WINKELMANN lässt das Who-is-Who der deutschen Bevölkerungswissenschaft zu Wort kommen. Überraschungen sind dadurch nicht zu erwarten. Internationale Experten sind dagegen Fehlanzeige.

                  Kritik soll gar nicht erst aufkommen. Bevor die anstehenden Reformen nicht durchgepeitscht worden sind, wird in Deutschland kein Widerspruch zu hören sein. Dafür garantieren die Mitte-Medien... 
    • WARUM WERDEN WIR IMMER WENIGER?
    • WINKELMANN, Ulrike (2003): Jetzt nicht, Schatz,
      in: TAZ v. 13.09.
      • Kommentar:
        Vor einiger Zeit durfte Susie REINHARDT ihre Gebärstreikthese vortragen.

                  Jetzt kontert Ulrike WINKELMANN mit ihrer Zeugungsstreikthese. WINKELMANN kann sich damit u.a. auf Florian ILLIES Buch "Generation Golf zwei" berufen:
                  "Die Ungleichzeitigkeit von Liebe und Vaterschaft ist total im Trend, hat mir mein Bruder erzählt, da gibt es sogar ein französisches Buch dazu, Alain Finkielkrauts Die neue Liebesunordnung. Und wenn es zu irgendetwas ein französisches Buch gibt, ist das immer ein gutes Zeichen. Mein Bruder ist da Experte, er hat jetzt nämlich eine supernette, junge Lehrerin aus dem Osten kennengelernt. Die hatten da ja alle schon mit achtzehn ein Kind. Na ja, und jetzt hat er eben eine Freundin und ein elfjähriges Kind gleich mit dazu, und er findet es super, dass er die Phase mit Nachtsrumtragen und Windelwechseln einfach übersprungen hat und gleich einsteigt bei Fußball und Computerspielen" (2003, S.127).
                  Was für jedoch für Susie REINHARDT (siehe dort) gilt, das gilt auch für WINKELMANN. Monokausale Erklärungen der Bevölkerungsentwicklung sind zwar politisch korrekt, aber sie werden der Vielfalt der Ursachen nicht gerecht. Eine Politik, die sich monokausale Erklärungen zu eigen macht, wird scheitern. Probleme werden verschoben, aber nicht gelöst.  
                  "Kinder der Freiheit" so lautete Ende der 90er Jahre ein Buchtitel aus Ulrich BECKs Zweiter Moderne-Edition. Bei WINKELMANN sind nun damit jene Kinder gemeint, die aufgrund einer liberalen Gesellschaftsordnung nicht geboren werden.
                  Die Sehnsucht nach einer autoritären Ordnung nimmt nun auch bei der TAZ zu:
                  "Vielleicht hat das Modell Liebe-Beziehung-Kinderkriegen zurzeit keine Chance. Nicht, wenn alle so frei sind, nicht zu wollen. Vielleicht gibts das gar nicht: Kinder der Freiheit."
                  Der Unterschied zwischen Neuer Rechte und Neuer Linke (mittlerweile auch: Neue Mitte) besteht damit nur noch darin, dass die Rechte mit egoistischen Frauen argumentiert, während die Neue Mitte den egoistischen Mann entdeckt hat.
                  Mit der Übernahme rechter Argumentationsmuster wird die Individualisierungs-Linke jedoch zum Steigbügelhalter eines Kanzler Roland KOCH. Warum sollte der Wähler Rot-Grün wählen, wenn er das Original haben kann? Die Neue Mitte arbeitet insofern an ihrer Selbstabschaffung...
    • MÜLLER, Laura (2003): Warte mal hier, Mama geht tanzen,
      in: TAZ v. 13.09.
    • WAS HEISST DAS: ALT SEIN IM JAHR 2030
    • KNIPPHALS, Dirk (2003): Alter, mach kein Stress!
      Wie alt bin ich, wenn ich alt bin? Jedenfalls sicher nicht so alt, wie es mein Großvater einmal war,
      in: TAZ v. 13.09.
    • DRIBBUSCH, Barbara (2003): Richtig alt werden.
      Fürs Altwerden gibt es zahlreiche Rollenmodelle. Entschen Sie selbst, welches zu Ihnen passt,
      in: TAZ v. 13.09.
    • WINKELMANN, Ulrike (2003): Vom Jugendwahn verschont geblieben.
      Wer in einem Kurort aufgewachsen ist, weiß, wie sich das Leben im Rentnerpark Deutschland künftig anfühlen wird,
      in: TAZ v. 13.09.
 
     
   
  • WERDERMANN, Sonja (2003): Der letzte Rest.
    Kubikmeter, Fahrtwege, Entsorgungskosten - Peter Keils Job ist es, Hinterbliebenden Kosten für die Wohnungsauflösung ihrer verstorbenen Lieben zu kalkulieren,
    in: TAZ v. 13.09.
 
     
     
   
  • ZYLKA, Regine (2003): Kinder-Bonus bei der Rente.
    Herzog-Kommission will niedrigere Beiträge für Eltern. Konzept der Union setzt Regierung unter Druck. Finanzierung noch unklar,
    in: Berliner Zeitung v. 13.09.
 
   
  • KEHLMANN, Daniel (2003): Welt, gebündelt im Geist eines kleinen Mädchens.
    Jerome D. Salinger nahm die Mystik ernst genug, um mit dem Publizieren aufzuhören: Sein Klassiker "Fänger im Roggen" in neuer Übersetzung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.09.
 
     
   
  • 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno

    • POSCHARDT, Ulf (2003): Das Fest der Verschwendung.
      Teddy, der Inkommensurable (9): Die Kulturindustrie war Theodor W. Adorno natürlich ein Gräuel. Die Mode aber faszinierte ihn - ein Reich der zauberhaften Freiheit von Individualität und Identität,
      in: TAZ v. 11.09.
      • Kommentar:
        Ulf POSCHARDT, der normalerweise für die Welt am Sonntag - ganz im Sinne der Verwertungslogik des Kapitals - über die faule Republik schreibt, hat sich für einen Artikel vom schnöden Kapitalismus frei genommen und darf auf TAZ-Kosten über die "Dekadenz der Funktionslosigkeit" und das Verlassen der "Nützlichkeitsrechnung der Bourgeoisie" schreiben.

                  Theodor W. ADORNO wird von POSCHARDT für die Generation Golf passend gemacht: "Adorno war natürlich ein korrekt angezogener Mann" und ein Individualist par excellence:
                  "Grundsätzlicher noch als die jeweiligen gesellschaftlichen Formationen hatte Adorno eine Abneigung gegen fast alle Formationen von Kollektivität. Weder als Linker noch als Jude, weder als Deutscher noch als Anti-Deutscher, weder als Philosoph noch als Künstler fühlte er sich wohl beim Gedanken, Teil von etwas zu sein. Die Zeitgenossenschaft ist so die philosophischste und immateriellste Form der Gemeinschaft, die sich denken lässt. Die Mode ist die Uniform der Zeitgenossen in denkbar freiester Form."
                  Nach diesem Ausflug in die Mode muss sich POSCHARDT nun wieder dem Kollektivismus fügen und wird weiter Funktionsprosa für die WAMS schreiben und abends im Flitzer den Individualisten mimen...
 
   
  • BERNAYS, Ueli (2003): Pop im Alter.
    Die einstige Jugendkultur wird derzeit von Revivals und Comebacks dominiert,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.09.
    • Kommentar:
      In den 90ern musste DIEDERICHSEN eingestehen, dass Pop nicht mehr mit Linkssein identisch ist. Jetzt muss BERNAYS damit zurecht kommen, dass Pop nicht mehr identisch ist mit Jugend...
 
     
     
   
  • ZÖLLER, Christine (2003): Zum Liebhaben.
    Mit 20 hat man noch Träume - oder? Nach den selbstgefälligen 78ern und der traurigen Generation Golf sind in dieser RM-Ausgabe die Netzkinder an der Reihe,
    in: Rheinischer Merkur Nr.37 v. 11.09.
 
   
  • Pro und Contra: Sollen Eltern einen Bonus bei der Altersversorung erhalten?
    in: Rheinischer Merkur Nr.37 v. 11.09.
    • MEYER, Laurenz (2003): Ja, Mütter halten unser Rentensystem stabil,
      in: Rheinischer Merkur Nr.37 v. 11.09.
    • SCHOLZ, Olaf (2003): Nein, andere Schwerpunkte in der Familienpolitik setzen,
      in: Rheinischer Merkur Nr.37 v. 11.09.
 
     
     
   
  • WERNEBURG, Brigitte (2003): Lob dem Dünkel.
    Bringt Abhilfe bei Michel Houellebecq und Kumpanen: Philipp Tinglers Tagebuchroman "Ich bin ein Profi" überzeugt durch seine sture Mitleidlosigkeit mit Jammerern aller Art und seine absolute Ignoranz gegenüber kleinbürgerlichen Befindlichkeiten,
    in: TAZ v. 09.09.
    • Inhalt:
      Brigitte WERNEBURG stilisiert Philipp TINGLER zur Gegenfigur von Michael HOUELLEBECQ:

                "Wo Houellebecq lamentiert, dass heute selbst das Sexual- und Intimleben nach dem Modell des Wirtschaftsliberalismus funktioniert, konstatiert Tingler völlig ungerührt, dass es genau so ist. (...).
      Gegen Houellebecq, der als Terrorist des Ressentiments das ganze Kleinbürgerrepertoire wie Hass auf Araber, Feministinnen, Jugendliche der Banlieue, Banker oder Koks bedient, lässt sich bei Tingler Abhilfe finden. Gegen Houellebecqs Traum von der Verkleinerung der Kampfzone um das ausgesparte Paradiesgärtlein für den guten Sex, der für ihn mit der Verfügbarkeit der Frauen identisch ist - wie im Sextourismus in der Dritten Welt schon verwirklicht -, steht Tinglers Mitleidlosigkeit mit Jammerern aller Art und seine absolute Ignoranz gegenüber kleinbürgerlichen Befindlichkeiten."
 
     
     
     
   
  • NIG (2003): Nichts für Dummies.
    Florian Illies und Oliver Gehrs haben zwei neue Zeitschriften gemeldet,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.09.
    • Kommentar:
      Die neuen Loser melden sich zurück. Die FAS meldet:

                "Im Frühsommer 2004 erscheint erstmals ein »Magazin für Kunst und Leben«, das Florian Illies gemeinsam mit der ehemaligen F.A.Z.-Redakteurin Amelie von Heydebreck herausgibt. Der Arbeitstitel: »Monopol«."
 
   
  • GÖRTZ, Franz Josef (2003): Probleme sind nämlich Frauensache.
    Ilidkó von Kürthy zählt zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen des Augenblicks. Ihre Romane handeln von echtem Herzschmerz und der Liebe zwischen zwei Friseurterminen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.09.
 
   
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2003): Bravo, Girl!
    Schlau zielstrebig und ziemlich selbstbewußt: Eine neue Generation von Mädchen ist den gleichaltrigen Jungen so weit davongeeilt, daß Pädagogen sich schon Sorgen machen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.09.
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2003): "Schüchtern? Wir doch nicht!"
    Starke Mädchen, dumme Jungens und wie man am besten sein Ziel erreicht. Ein Gespräch am runden Tisch mit Theresa, Freda, Philine und Pia,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.09.
 
   
  • MAYER, Verena (2003): Suche: Familie in Afrika.
    Eine Künstlerin vermittelt "bindungslosen Europäern" ungewöhnliche Paten,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 07.09.
 
   
  • LICHTENBECK, Philipp (2003): Menschen ohne Marktwert.
    Über die Schwierigkeit, von der Kunst zu leben. Zu Besuch bei drei Erfolglosen,
    in: Tagesspiegel v. 07.09.
    • Inhalt:
      LICHTENBECK besucht drei Künstler, u.a. einen Adligen, der sich nicht unbedingt im stilvollen Verarmen übt:
                "Werner Hugol, so möchte er sich in der Zeitung genannt sehen. Er, der eigentlich ein »von« im Namen trägt, will mit seiner adligen Sippe nichts mehr zu tun haben, dieser »Patchwork-Familie voller Monstren«. Im Bademantel öffnet er die Tür, mit Zigarette in der Hand, es ist nachmittags halb drei. Aha, denkt man sofort, der hält sich für einen Bohémien. Die Haare hätte er sich auch mal waschen können.
      Werner hat gearbeitet, Nachtschicht in einer Rundfunkanstalt. Dort ist er Techniker, verdient das Geld, um Tabak, Bier und vor allem Zeit zu kaufen. (...).
      Werners Zimmer, dritter Stock, 12 Quadratmeter, vor dem Fenster rauscht ein Baum. Stunden verbringt er in dieser Mönchszelle, hackt in die Tasten seines Computers, Seite um Seite, es müssen Tausende sein. Werner, Jahrgang 1970, nennt sich Schriftsteller, gedruckt worden ist nicht eine einzige seiner Zeilen. Trotzdem feilt er gerade an einem historischen Roman (...).
      Mit den eigenen Eltern (...) verbindet Werner vor allem eine schreckliche Jugend. (...).
      Als der Vater einen »politischen Beobachterposten« in Indien annimmt, besucht Werner die dortige US-Schule (...). Doch die Eltern schicken Werner wieder fort, auf ein süddeutsches Internat, wo er die heute erfolgreichen Literaten Christian Kracht und Moritz von Usslar kennen lernt, die »mich nicht schätzten und die ich auch nicht schätze«."
 
     
   
  • PLATTHAUS, Andreas (2003): Naturbursche schlägt Naturfreund.
    Ausgerechtnet Alaska: In seinem neuen Roman läßt T.C. Boyle die Hippies tanzen und verwildern,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.09.
 
   
  • MUHLSTEIN, Anka (2003): Im Herbst der Präsidenten.
    Ist die Macht der Frauen nur Geschichte?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.09.
 
     
   
  • ERLINGER, Rainer (2003): Die Alter-Naiven.
    Es gibt zwar Konflikte - aber keine Generationen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 06.09.
 
     
     
   
  • FIDLER, Harald (2003): Schulfunk für die Partygeneration.
    Kuppelshow "Dismissed" als öffentlich-rechtliches Kernprogramm - Hier lernt die Partygeneration, dass auf dem Weg zur Nachwuchspflege im Sinne des Pensionssystems nur wenig zu peinlich ist,
    in: Der Standard v. 06.09.
 
   

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Zu den News vom 01. - 05. September  2003

 
       
   
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