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News vom 12. - 18. April 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Im Netz steht die körperliche Vereinigung nicht am Anfang, sondern am Ende des Kennenlernens. Bilden sich heutige Beziehungen zunehmend aus Bettgeschichten, steht das Liebesspiel im Internet notgedrungen nicht an erster Stelle. (...).
      
  Dem Jammern über die Last der ungezügelten Lust und dem Klagen über eine Rationalisierung der Romantik steht eine Vielfalt von neuen Qualitäten und Chancen gegenüber. Und gerade der virtuelle Raum bietet dem modernen Menschen maximale Möglichkeiten, seinen persönlichen Weg in einer unübersichtlichen Gesellschaft zu finden, auch und ganz besonders in der Liebe. So überlebt der Liebescode auch im Zeichen der Massenmedien. Seine Form hat sich den aktuellen Gegebenheiten angepasst: Die Liebe ist in den Zeiten des Internets so pragmatisch geworden, dass sie wieder romantischer werden kann".
(aus: Christian Schuldt "Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten", 2005, S.135)
 
 
 
 
  • RATHGEB, Eberhard (2005): Beziehungskunde braucht die Jugend.
    Nichts scheitert so oft wie Beziehungen. Liegt das auch daran, daß die Schule über diesen Teil des Lebens schweigt?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.04.
 
  • SEIDL, Claudius (2005): Als keine Zukunft noch Zukunft hatte.
    Eine CD-DVD-Edition erinnert an den West-Berliner Underground, der bis in die achtziger Jahre überlebte,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.04.
 
  • VINKEN, Barbara (2005): Im Schatten des Mutterkreuzes.
    Vollzeitjob und Kinder? Für Französinnen ist das kein Problem, bei uns fast undenkbar. Die Folge: unzufriedene Mütter, immer weniger Kinder. Muss das sein?
    in: Tagesspiegel v. 16.04.
    • Kommentar:
      Barbara VINKEN argumentiert konsequent inkonsequent:

            
        einerseits kritisiert sie die ehezentrierte Sozial- und Familienpolitik in Deutschland, andererseits greift sie zum Beleg ausgerechnet auf die ehezentrierte Amtsstatistik zurück.
            
        Während jedoch Familienfundamentalisten Deutschland bereits als polarisierte Gesellschaft beschreiben, sieht VINKEN Deutschland erst auf dem Weg dorthin, falls keine - auf Karrieremütter - zugeschnittene Familienpolitik betrieben wird:
            
        "wenn sich das nicht ändert, wird unsere Gesellschaft in verstärktem Maße in zwei Teile auseinander fallen. Auf der einen Seite haben wir dann die Leute mit Kindern, die in Paarstrukturen leben, die die Mütter selbst als prestigeträchtig empfinden. Auf der anderen Seite Leute ohne Kinder, die neue Paarkonstellationen ausprobieren, sich aber vor allem über ihren Beruf identifizieren.
      Noch ist das ein bedeutender, aber immer noch der kleinere Teil der Bevölkerung.
      "  
 
 
 
  • PLATZECK, Matthias (2005): Hier Entvölkerung, dort Verdichtung.
    Brandenburg erlebt beispielhaft für andere Bundesländer eine gegenläufige demografische Entwicklung. Der Osten hat die Chance, den Bevölkerungsrückgang selbst zu bewältigen. Der Aufbau Ost ist längst nicht am Ziel. Dabei macht die Abnahme der Bevölkerung schwierige Anpassungsprozesse nötig. Das Land Brandenburg will die Entwicklung aus eigener Kraft steuern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.04.
    • Kommentar:
      Warum ist jetzt plötzlich das Thema "Demografische Entwicklung" bei Politikern so überaus populär?

            
        Offenbar eignet es sich dazu, aktuelles Politikversagen zu verschleiern. Falsche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik kann elegant zum demografischen Problem umdefiniert werden.
            
        Tatsache aber ist: das so genannte demografische Problem ist weder für die Abwanderung aus den neuen Bundesländern verantwortlich noch ist der Geburtenrückgang Ursache für ökonomische Probleme schlechthin.
            
        Würde in den neuen Bundesländern die Wirtschaft florieren, dann gäbe es dort auch ausreichend Arbeitnehmer.
            
        Der Versuch, die Kausalitäten umzukehren mag populär sein, ist aber ein billiger Taschenspielertrick von Politikern, die ihre Verantwortung gerne anderen zuschieben... 
 
  • WEIZSÄCKER, Johannes von (2005): Tweed und Trilby-Hüte.
    In London lebt das Dandytum wieder auf,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 16.04.
    • Kommentar:
      WEIZSÄCKER preist die Rückkehr der Jugend zum Dandytum.

            
        Sein Blick ist nach Großbritannien - speziell London - gerichtet, wo die vierteljährlich erscheinende Jungs-Zeitschrift "The Chap" dem Jungdandy die fehlende Orientierung vermittelt:
            
        "Ein Chap, wie er in zahlreichen Beispielen im gleichnamigen Heftchen abgebildet und beschrieben ist, trägt Tweed, Pullover mit Ausschnitt, Oxford-Schuhe und Trilby-Hüte. Er konversiert in einer Stilmischung aus Oscar Wilde und altmodischen BBC-Tennis-Kommentatoren über Zigarettenhalter und den perfekten Gin and Tonic. Er verachtet vulgäre Einrichtungen wie das Internet oder den Mobilfunk und begeistert sich für Opium und romantische Lyrik. Er schüttelt den Kopf über Menschen, die Baseballkappen und »sogenannte Jeans« tragen. Er ist, mit anderen Worten, der perfekte moderne Dandy."
            
        Ob diese Abwehrhaltung gegen das Internet Zukunft hat, das darf bezweifelt werden, eher gilt: Romantik und Internet gehören in Zukunft zusammen.
 
 
  • KAHLWEIT, Cathrin (2005): Zu viel Zeit für Kinder.
    Die Wirtschaft mault über die Familienpolitik. Gleichzeitig hat sie jungen Eltern wenig zu bieten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 15.04.
 
 
  • Grundsatzrede von Gerhard Schröder: Familie - ein Erfolgsfaktor für die Wirtschaft

 
  • FR-Tagesthema: Jung und arbeitslos

    • SPERBER, Katharina (2005): Generation Outplacement.
      Viele junge Frauen und Männer halten sich mit Jobs oder Praktika über Wasser, wenn sie ihre Arbeit verlieren oder erst gar keine bekommen. Etliche resignieren aber auch. Das wird teuer werden,
      in: Frankfurter Rundschau v. 14.04.
 
  • OSWALD, Andreas (2005): Ist die neue US-Serie "Desperate Housewives" frauenfeindlich?
    in: Tagesspiegel v. 14.04.
    • Inhalt:
      "
      Die Frauen heucheln, lügen, leiden unter ihrem Frausein, sie sind gemein und tyrannisch, sie fühlen sich durchweg defizitär. Dieses Frauenbild darf man frauenfeindlich nennen", meint OSWALD.
 
 
  • WINTERBERG, Anna (2005): Schauplatz Indien.
    An den Rand gedrängt - und wieder entdeckt. Die ältere Generation sucht einen neuen Platz,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.04.
    • Kommentar:
      Vormoderne Nostalgiker wie Meinhard MIEGEL teilen die Welt in individualistische und gemeinschaftsorientierte Kulturen. Erstere sind dem Untergang geweiht, während letzteren die Zukunft gehört.

            
        Indien gilt vielen als Inbegriff einer gemeinschaftsorientierten Kultur. WINTERBERG zeigt jedoch, dass dieses Bild nicht der Wirklichkeit entspricht:
            
        "Indienbesucher werden häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, im egoistischen Westen würden die Alten abgeschoben, während man ihnen in Indien einen umsorgten Lebensabend im Schosse der Familie ermögliche; diese selbstgerechte Behauptung entspricht jedoch keineswegs immer den Tatsachen. Konnte nicht im Laufe eines Erwerbslebens eine Alterssicherung angespart werden und ist kein Vermögen vorhanden, ist ein arbeitsunfähiger alter Mensch tatsächlich auf seine Familie angewiesen - so er eine hat: Altenpflege wird damit zum Zwang, statt eine freiwillige Leistung zu sein. Nach Berichten in den Medien und der entsprechenden Literatur führt diese Konstellation heute nicht selten dazu, dass die Alten einer entwürdigenden Situation ausgesetzt sind, gedemütigt und in extremen Fällen sogar misshandelt oder verjagt werden.
      Auch in Indien hat bereits vor Jahren eine Entwicklung eingesetzt, die durch gesellschaftliche Zwänge wie Migration, beschränkten Wohnraum oder Erwerbstätigkeit der Frauen zur Auflösung der Grossfamilie führt, die traditionell die Alten integriert hatte. Untersuchungen zeigen, dass sowohl auf dem Lande als auch in den Städten mehr als 30 Prozent der Alten allein leben, 40 Prozent von ihnen unterhalb der Armutsgrenze."
 
 
  • Grundsatzrede von Gerhard Schröder: Familie - ein Erfolgsfaktor für die Wirtschaft

    • SZENT-IVANYI, Timot (2005): Die andere Wachstumfrage.
      REFORM - Die SPD macht Familienpolitik zum Großthema, der Kanzler wirbt heute vor Wirtschaftsgrößen dafür. Ministerin Schmidt plant Geldanreize für Mutterschaft. Berliner Betriebe zeigen sich schon elternfreundlich,
      in: Berliner Zeitung v. 13.04.
    • EUBEL, Cordula & Alfons FRESE (2005): Lohn fürs Kind.
      Die Koalition will das Elterngeld einführen – es könnte bei 67 Prozent des letzten Einkommens liegen,
      in: Tagesspiegel v. 13.04.
      • Kommentar:
        "
        Für die Familienministerin wäre es schon »ein großer Sprung«, wenn die Geburtenrate in Deutschland bis 2010 den EU-Schnitt von 1,6 erreichen würde. Die Kinderabstinenz in Deutschland habe sich allerdings sehr verfestigt, beklagt die SPD-Politikerin", wird Renate SCHMIDT zitiert.
              
          Dies ist Volksverdummung, denn die Geburtenrate in Deutschland liegt bei den Nach-68er-Kohorten - bereinigt man sie um die Verzerrungen durch das immer spätere Erstgebäralter - bereits heute bei 1,6.
              
          Dies behaupten sowohl international renommierte Demografen wie Ron LESTHAEGHE als auch deutsche Wissenschaftler wie Dirk KONIETZKA & Michaela KREYENFELD.
              
          SCHMIDT verspricht also etwas, das eher noch übertroffen wird.
    • SOLDT, Rüdiger (2005): Familienpolitik.
      Vom weichen Thema zum umkämpften Wahlkampfgegenstand,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.04.
 
 
  • FUCHS, Peter (2005): Ich liebe dich! - Nein.
    Passion ist verdächtig, Leidenschaft unmodern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.04.
    • Inhalt:
      Peter FUCHS befasst sich aus systemtheoretischer Sicht mit dem peinlich gewordenen Pathos.

            
        Für FUCHS taugt die Kommunikation der Gefühle immer weniger als Reflexionsblockade. Gefühle können nicht mehr als Letztgewissheiten dienen, "weil sie nur mehr wie gerade noch konzedierte Epiphänomene einer sich durch bewusstseinsfreie Systeme konstituierenden Gesellschaft wirken, ausgelaugt bis in den Kern, alles andere als einzigartig, erkennbar in ihrer Nicht-Individualität." 
 
  • OSTERMANN, Dietmar (2005): Die Sittenwächter.
    Ein Netzwerk konservativer Christen kämpft in den USA gegen Sex, Gewalt und Toleranz gegenüber Homosexuellen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.04.
    • Kommentar:
      Wie bewirbt man heutzutage am effektivsten eine Soap? Auf alle Fälle nicht auf der Medienseite! Man berichtet stattdessen über Kampagnen US-amerikanischer, bibeltreuer Evangelikale gegen die Ausstrahlung der Soap.

            
        Was bibeltreue Evangelikale bekämpfen, das muss - im Umkehrschluss - für den Rest der Welt interessant sein.
            
        "Desperate Housewives" ist damit bereits Kult, bevor die Serie überhaupt gelaufen ist.
  • KELLER, Harald (2005): Mokantes aus dem Jenseits.
    Hausfrauen am Rande des Nervenzusammenbruchs: Auf Pro 7 startet heute die US-amerikanische Serie "Desperate Housewives",
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.04.
    • Inhalt:
      KELLER bewirbt die neue Soap als scharfen Konter gegen
      "Sex and the City", den "ewig männerhungrigen New Yorker Stadtpomeranzen (...) eines realitätsfernen Großstadtmärchens".
 
 
 
  • TAZ-Serie: Deutschland - Räume ohne Volk und auseinanderklaffende Lebenswelten

    • Kommentar:
      Ist die taz nicht überflüssig, wenn Deutschland schrumpft? Diese Frage stellt sich die taz leider nicht.

            
        Was passiert eigentlich, wenn es keinen Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2020 gibt?
            
        LBS-Research zweifelt die politisch korrekten Schrumpfungsszenarien aufgrund der Kluft zwischen Bevölkerungsvorausschätzungen und Bevölkerungsentwicklung nach 1989 an.
            
        Was in Deutschland fehlt, ist eine Debatte über die Angemessenheit der Vorausschätzungen. Aber hier herrscht einvernehmliches Stillschweigen.
    • TEGTMEIER, Sascha (2005): Deutschland, ein Flickenteppich: Aussichten aufs Jahr 2020.
      Wie attraktiv sind deutsche Standorte? Und wie können sie sich entwickeln? Ein Berliner Institut hat einen umfassenden Atlas der Zukunftsfähigkeit deutscher Regionen erstellt,
      in: TAZ v. 12.04.
    • KNIE, Andreas & Susanne SCHÖN (2005): Wenn der Staat schrumpft.
      Die Daseinsvorsorge gehört zum Kernbestand des deutschen Staatswesens. Bisher. Angesichts dramatischer Bevölkerungswanderungen kann er gleichwertige Lebensbedingungen nicht mehr garantieren. Das eröffnet neue Freiheiten. Ein Essay,
      in: TAZ v. 12.04.
    • SCHNELLBACH, Ulrike & Margrit MÜLLER (2005): Tief im weltoffenen Schwarzwald.
      Wo die Integration geklappt hat,
      in: TAZ v. 12.04.
   

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