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Medienrundschau:
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News vom
05. - 07. April 2006
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Zitat
des Monats:
"Er sei es gewohnt,
Distanzen zu ertragen, erklärt Chris, er sehe ja sogar seine
Freundin Anika nur dreimal im Jahr, noch nicht einmal an
Feiertagen. Dass sie sich an Weihnachten verabreden würden, sei
klar, denn da müssten sie beide nie arbeiten, aber Ostern zum
Beispiel, er könne sich nicht daran erinnern wie er die letzten
Osterfeste verbracht hätte. »Irgendwie ging Ostern meistens an
mir vorbei, ich habe noch nicht einmal Eier gekauft. Manchmal
überweist meine Oma ein Osterei auf mein Konto. Ostern ist ein
typisches Pärchenfest. Die Pärchen fahren für ein paar Tage
raus, ein bisschen ins Grüne. Aber wenn man alleine ist oder die
Freundin irgendwo in der Pampa, auf dem Land, aber leider in
einem anderen, dann feiert man Ostern eben nicht. Oder man führt
zu den Eltern. Aber ich will, ehrlich gesagt, nicht mit meinen
Eltern zu dritt am Frühstückstisch sitzen, Vivaldi hören und
bunte Schalen in den Eierbechern stapeln. Diese Festtage werden
doch echt überschätzt.«"
(aus:
Nikola Richter "Die Lebenspraktikanten", 2006, S.51f.)
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KAMANN, Matthias (2006): Kritik am Meinungskartell.
Albrecht Müller: "Machtwahn - Wie eine mittelmäßige Führungselite
uns zu Grunde richtet",
in: DeutschlandRadio v. 07.04.
- Inhalt:
Mit den sozial- und wirtschaftspolitischen
Vorstellungen von Albrecht MÜLLER kann sich KAMANN zwar nicht
anfreunden, aber bei seiner Kritik an der demografischen Demagogie
stimmt er ihm zu:
"Es
gibt sie, die Tendenz zur inzestuösen Meinungsbildung in jenen
Informationseliten, die seit gut fünf Jahren eine Radikalkur für
unsere Wirtschaft und Sozialsysteme fordern. Gerade diejenigen, die
unablässig über Korporatismus und soziale Kartelle klagen, haben
selbst ein korporatives Kartell aufgebaut, in dem einer dem andern
die Reformthesen und Krisenbeschwörungen nachspricht. So kamen
jüngst pünktlich zum Erscheinen des neuen
Demographie-Buches von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher
plötzlich die passenden Studien zum Geburtenrückgang daher, und die
Medien überboten einander mit Serien über die alternde Gesellschaft
und die Krise der Rentenversicherung. In solchen Fällen wird, da hat
Müller schon recht, weniger hinterfragt als hinterher geschrieben."
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BAZINGER, Irene (2006): Wir sind nicht alle Lemminge.
Ein Gespräch mit dem Autor und "Grips"-Chef Volker Ludwig über
Kindertheater und Geburtenrückgang,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.04.
- Inhalt:
Volker LUDWIG hat einen Babyboom direkt vor
seiner Haustür entdeckt:
"Und noch etwas
zur sinkenden Geburtenrate: Als Fluchtburg vor dem Theaterbetrieb
habe ich ein Häuschen in der Uckermark. In den winzigen Dörfern dort
kriegen nun viele Einheimische Kinder, oft vier bis fünf. Jobs gibt
es da ohnehin keine, also stören die Kids nicht bei der Arbeit. Die
Eltern rechnen sich einfach aus, was ihnen Hartz IV plus Kindergeld
einbringt - und fertig ist der Babyboom!"
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- TAGESSPIEGEL (2006): Gemeinsam wächst
der Gewinn.
Strafen helfen dem Gemeinsinn
auf die Sprünge und retten eine Gesellschaft vor dem Zusammenbruch,
in: Tagesspiegel v. 07.04.
- Kommentar:
Die Headline verspricht, dass hier
Familienfundamentalisten auf ihre Kosten kommen. Weit gefehlt:
"Fordert das Erfurter
Experiment also einen Überwachungsstaat mit hohen Strafen selbst für
kleine Vergehen? Bettina Rockenbach verneint diese Folgerung: Die
Experimente imitieren das Verhalten von kleinen Gruppen, »eher folgt
die Forderung nach mehr Zivilcourage«, sagt die Wissenschaftlerin.
Obendrein beschreibt das Forschungsspiel nur eine Situation, in der
die Beteiligten sehr genau wissen, dass Trittbrettfahren
letztendlich den Gewinn aller schmälert. »Das ähnelt einem kleinen
Kind, das zwar mit Messer und Gabel essen kann, aber partout die
Finger nimmt«, erklärt Bettina Rockenbach. In solchen Situationen
können Eltern ihre Kinder durchaus mit Strafen beeinflussen. Soll
ein Kind dagegen etwas Neues wie zum Beispiel Sprechen lernen,
bringen Strafen nichts. »Dann erreicht man mit Belohnungen viel
mehr“, sagt die Erfurter Wissenschaftlerin.«
Strafen oder
fördern, das ist die Frage, über die sich die Debattierer in der
Kinderfrage streiten.
Die Fraktion der
Nationalkonservativen votiert für drakonische Strafen (Rente nach
Kinderzahl, Elternwahlrecht usw.), denn Kinderlose sind
Trittbrettfahrer, so ihre Meinung.
Dagegen könnte
eingewandt werden, dass Eltern werden eher einer Lernsituation
vergleichbar ist.
Geht man davon aus,
dass es nicht reicht, Kinder einfach in die Welt zu setzen, sondern
dass diese Kinder auch diese Gesellschaft voran bringen sollen, dann
ist die Mithilfe der Eltern unabdingbar.
Eine Politik, die aber
Frauen zum Kinderkriegen zwingt, wird vielleicht die Geburtenzahlen
steigern, dass dies unsere Probleme lösen wird, das ist fraglich.
Wer Kinderlose strafen möchte, der sollte sich dieser Konsequenzen
bewusst sein.
Wäre es nicht sinnvoller, weniger Kinder besser zu fördern, statt
auf Biegen und Brechen eine Diktatur der Bestandserhaltung
einzuführen?
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- BITTERMANN, Klaus (2006): Die Deutschen
sterben aus!
Nur Frank Schirrmacher stemmt sich dagegen,
in: junge
Welt v. 07.04.
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- MARTENSTEIN, Harald (2006): Ein Junge,
der Ärger macht,
in: Tagesspiegel v. 07.04.
- Kommentar:
Harald MARTENSTEIN ist einer der letzten
Aufrechten dieser Deutschen Diskriminierten Republik!
Alle sind Opfer,
nur MARTENSTEIN bekennt sich zur Tat. Der neue Mann ist Heroe. Der
neue Mann heißt SCHIRRMACHER. Der neue Mann heißt BOLZ. Der neue
Mann ist immer im Recht:
"Mir
fällt auf Anhieb eine einzige Gruppe von Nichtdiskriminierten ein,
das sind die deutschstämmigen, heterosexuellen Männer mittleren
Alters, ohne Behinderung und mit Festanstellung."
Der
Begriff Subsidiarität ist die Rückseite der neuen Tätergesellschaft.
Du bist der Sozialstaat!
Eines ist
jedoch dumm: SCHIRRMACHER
ist ein Opfer.
BOLZ ist ein Opfer. Und MARTENSTEIN
erst recht!
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GREINER, Ulrich (2006): Was der Mann nicht kann.
Je mehr sich Frauen
emanzipieren, desto entbehrlicher fühlen sich viele Männer – und
ziehen sich aus der Verantwortung. Eine Antwort auf Iris Radisch,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.
- Kommentar:
Der 68er
Ulrich GREINER leidet eindeutig am
SCHIRRMACHER-Syndrom.
Das
führt dazu, dass das Wechseln der Windeln zum erotischen Erlebnis
wird, das ein Mann niemals in gleicher Weise erleben kann wie die
Frau!
Die
Frau MUTTIert durch die Geburt, hat GREINER
aus dem Focus
gelernt! Er würde so gern ein alter Patriarch sein, wenn frau ihn
nur ließe:
"Der
Mann wird, wenn sich die Frau zu ihrer Andersheit bekennt und alles,
was damit zusammenhängt, austrägt und aushält, bereit sein, seine
alte Rolle als entsagender Beschützer zu übernehmen. Da aber nicht
wenige Frauen, kaum haben sie die Geburt überstanden, alles
daransetzen, mit den in der Tat teuren Hilfsmitteln wie Kinderfrau
et cetera den Status quo ante wiederherzustellen und so rasch wie
möglich ihre berufliche Position wieder einzunehmen, gibt es für den
Mann keine emotionale Basis, an der Beseitigung dieses Problems
wirklich mitzuarbeiten."
Dann
sind wir endlich dort, woher der neubürgerliche Zeitgeist der 68er
weht, bei der Aufwertung der Hausfrauenehe:
"Ich
bin Vater zweier Töchter, die beide intelligent genug scheinen, um
ihren beruflichen Weg zu machen, wo immer er hinführen mag. Meine
Frau ist, abgesehen von gelegentlichen und schlecht bezahlten
universitären Lehraufträgen, Hausfrau, was sie in ein permanentes
moralisches Legitimationsdefizit bringt. Hausfrau zu sein gilt in
dieser Gesellschaft als das Letzte. Die nicht geringe Kunst, Kinder
im häuslichen Umkreis zu bilden und zu erziehen, ist aber der Anfang
der Kultur, und diese Aufgabe an den Staat zu delegieren hieße, ihn
zu überfordern. Ich wünsche mir, dass die Leistung meiner Frau,
nämlich zu Hause zu sein, wenn die Kinder sie brauchen, nicht von
wohlmeinenden Freundinnen herabgesetzt wird. Und ich wünsche meinen
Töchtern viel Erfolg. Ich könnte nicht sagen, worin er in meinen
Augen bestehen sollte. Würden sie Karriere machen, ich wäre
zufrieden. Bekämen sie Kinder, ich wäre glücklich."
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SPIEWAK, Martin (2006): Dr. habil. Kinderlos.
Erstmals belegt eine Studie,
wie kinderfeindlich es an deutschen Universitäten zugeht,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.
- Kommentar:
Frühgebären ist erste Akademikerinnenpflicht in der
GASCHKE-Zeit. Heute
knöpft sich Martin SPIEWAK die Universitäten vor. DRAMATISCH!
(3mal!!!).
Die
Kinderlosigkeit steigt mit dem Bildungsniveau. Dies gilt vor allem
für Westdeutschland. Dies ist keine neue Erkenntnis.
Dass dies ein
Skandal ist, das ist nun allgemeiner neuer Mitte-Konsens geworden.
Es ist aber auch
bekannt, dass die Kinderlosigkeit nicht in allen Studiengängen
gleichermaßen hoch ist. Warum das so ist, darüber erfährt man von
SPIEWAK leider nichts. Wenn Frühgebären Pflicht ist, dann bleiben
Differenzierungen notwendigerweise auf der Strecke...
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HILDEBRAND, Tina & Volker SCHRANK (2006): Kein Mann, kein Kind, kein
Hund.
Mit welchen Vorurteilen sich
Ute Vogt als SPD-Spitzenkandidatin im baden-württembergischen
Wahlkampf herumschlagen musste – und warum sie es trotzdem nicht
schafft, die Politik aufzugeben,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.
- Kommentar:
Ute VOGT wird sich weiter demütigen lassen
müssen, bis sie ihre politische Karriere aufgibt oder doch noch das
wird, was die Bestimmung der deutschen Frau nun wieder ist:
verheiratete Mutter!
Nach BILD
nimmt sich nun die ZEIT (natürlich viel sensibler) der
Unverheirateten und Kinderlosen an. Es gibt aber keinen besseren
Beweis dafür, dass kinderlose Frauen in Deutschland keinerlei
Chancen mehr haben. Sie werden büssen müssen.
Der neue
Nationalkonservatismus kennt in diesem Punkt keine Gnade mehr. Wenn
sich Singles nicht endlich politisch organisieren, ist dies
vorgezeichnet...
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Debatte um das Buch
"Lichtjahre" von Volker Weidermann
DIEZ, Georg (2006): Wir Empathiker.
Gibt es eine Spaltung im
deutschen Literaturbetrieb? Eine Antwort auf Hubert Winkels,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 06.04.
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MÄRZ, Ursula (2006): Die Panik der Mittelschichtler.
Die Debatte über die
Kinderarmut der Deutschen verhandelt die Sorgen von Schichten, die
bisher gut ohne Kinder ausgekommen sind
in: Frankfurter Rundschau v. 06.04.
- Kommentar:
Ursula MÄRZ greift ein Thema auf, das
single-dasein.de bereits vor längerem in den Raum gestellt hat:
Das Epizentrum der deutschen Kinderlosigkeit
sind die deutschen Redaktionsstuben.
Der neue Extremismus wird von MÄRZ
anlässlich des Buches "Das große Jein" folgendermaßen kurzschlüssig
interpretiert:
"Die
Panik haben wir, deutsche Mittelschichtler, und wir haben obendrein
das Problem, dass es sich um keine echte, natürliche, sondern eine
gleichsam demographisch theoretische, ausgedachte, man könnte auch
sagen: um eine tautologische Panik handelt. Denn die kinderlose
Gesellschaft, vielmehr die kinderlosen Gesellschaftsschichten,
leiden paradoxerweise darunter, dass sie eigentlich ohne Kinder
recht gut zurecht kommen. Sie sind alarmiert, weil ihnen nicht
fehlt, wovon sie glauben, dass es ihnen anthropologisch fehlen
sollte. Sie fühlen einen Phantomschmerz, den Schmerz der
Antriebslosigkeit, der tieferen Unnotwendigkeit, Kinder in die Welt
zu setzen."
MÄRZ
heizt die hysterische Debatte zusätzlich an:
"Es
reicht zum Großen Jein, wie das Buch treffend betitelt ist. Zum
großen Ja, zu dem der panische Alarmismus aufruft, reicht es nicht,
reicht auch die demographische Sorge nicht. Daher der schrille
Moralismus, der die gesamte Kinderdebatte seit kurzem bestimmt. Die
Moral drängt das Jein, ein Ja zu werden. Es geht aber nicht. Keiner
der Moralisten der Kinderfrage, ein Ober- oder
Mittelschichtsakademiker also, dürfte mehr als ein oder höchstes
zwei Kinder zu Hause haben. Warum eigentlich nicht acht Kinder? Wie
Birgit?"
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RUBNER, Jeanne (2006): In der Fürsorgefalle.
Emotional gebunden: Das deutsche Sozialsystem legt die
Hausfrauenrolle nahe - und finanziert die Kinderarmut,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.04.
- Kommentar:
RUBNER schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Der
Sozialstaat fördert die Hausfrauenehe (Erziehungsurlaub) und die
Kinderlosigkeit
(Rentensystem). Das Paradies für erwerbstätige Mütter liegt
dagegen in den USA.
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BOLZ, Norbert (2006): Verstaatlichung der Kinder.
Eine familienpolitische Idee
als Versuchsballon / Lauter Sozialdemokraten / Das skandinavische
Modell,
in: Welt v. 06.04.
- Kommentar:
Norbert
BOLZ, Vater von vier Kindern, widerlegt die Behauptung
von Ursula MÄRZ. Nicht nur kinderarme, sondern auch kinderreiche
Mittelschichtler dominieren die gegenwärtige Debatte. Und ihre
Vorschläge sind ausgesprochen singlefeindlich.
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SCHÜTT, Julian (2006): "Auch Sie haben noch eine Chance".
Wenn es mit der Geburtenrate
weiter so bergab geht, geht es uns allen an den Kragen – und je enger
der wird, desto wichtiger wird die Gemeinschaft. Frank Schirrmacher,
Mitherausgeber der FAZ, beschwört in seinem neuen Bestseller eine lang
verkannte Bande: die Familie,
in: Weltwoche Nr.14 v. 06.04.
- Kommentar:
"ich
werde ständig attackiert. Im Ernst, ich finde, «Minimum» ist gar
kein schwarzseherisches Buch. Ich setze auf Überzeugungskraft und
Aufklärung. Wenn ich sage, der Wohlfahrtsstaat schmeisse uns vom Wagen,
stütze ich mich
ausschliesslich auf gesicherte Daten und auf demografische
Vorhersagen, die mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks
eintreffen werden. Die Fehlerquote beträgt nur 0,5 Prozent.
Höchstens ein Krieg oder eine schwere Katastrophe könnte daran etwas
ändern",
behauptet
Frank SCHIRRMACHER.
Kein
einziger seriöser Demograf hat je behauptet, dass demografische
Vorhersagen nur mit einer Fehlerquote von 0,5 Prozent behaftet
seien.
Eine
Aussage, die erstens ohne Angabe eines betrachteten Zeitraums
auskommt und zweitens die Sache, um die es geht, nicht benennt, ist
sowie völliger Nonsens.
Die
Vergangenheit hat dagegen gezeigt, dass bereits nach 5 oder 10
Jahren Vorhersagen völlig überholt und unbrauchbar sein können.
Der
Bevölkerungsstatistiker Manfred BRETZ hat für das Statistische
Bundesamt in Wiesbaden die Treffsicherheit der bisherigen
Vorhersagen empirisch überprüft. Und zwar für die deutsche
Nachkriegsgeschichte, die bekanntlich weder durch Krieg noch durch
eine schwere Katastrophe gekennzeichnet war. Dennoch sind die
Fehlerquoten deutlich höher als SCHIRRMACHER dies behauptet.
Die
Geschichte der demografischen Vorhersagen ist eine Geschichte der
Irrtümer, denn den Demografen fehlt jegliche stichhaltige Theorie
über ihren Gegenstand.
Man darf
gespannt sein, was die angesprochenen Frauen von den folgenden
Aussagen SCHIRRMACHERs halten werden:
"Erstaunt es
Sie, dass schreibende Mütter mitunter etwas gereizt auf Ihr neues
Buch reagieren?
Schrecklicherweise hat die Debatte nun eine neue Art von weiblicher
Bekenntnisliteratur hervorgebracht, in der Frauen darlegen, warum
sie keine Gebärmaschinen sein wollen. Das eine Geschlecht schiebt
nun den schwarzen Peter dem andern zu. Mir kommt das vor wie der
Schlussakt von Ingmar-Bergman-Filmen. Später wird das anders
wahrgenommen werden, weil die Realität eben ganz anders ist.
(...).
Ist
kurzfristig die Gefahr eines neuen Geschlechterkampfes nicht realer
als die eines Generationenkonflikts?
Schauen Sie, wer
da diskutiert: Das waren bis jetzt fast nur Menschen an der Grenze
der Reproduktionsphase. Die haben teils schon Kinder oder werden
keine mehr haben. Warten wir ab, was bei den Jüngeren geschieht. Da
ist das letzte Wort noch nicht gesprochen."
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KÄMMERLINGS, Richard (2006): Was ist aus dem Deutsch-Pop geworden?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.04.
- Inhalt:
Richard KÄMMERLINGS kann -
im
Gegensatz zu Dirk PEITZ - dem neuen Sterne-Album
"Räuber und Gedärm" nichts abgewinnen und auch das neue Album
"Verbotene Früchte" von Blumfeld findet er nur
biedermeierlich.
Seine
ganze Hoffnung setzt er dagegen auf den Sänger Peter LICHT:
"Der
Sänger Peter Licht, der 2000 mit seinem Elektro-Pop-Hit »Sonnendeck«
schon ein prägnantes Stichwort zur geistigen Situation unserer Zeit
lieferte, hat gerade das Büchlein »Wir werden siegen«
veröffentlicht; seine ebenfalls in Kürze erscheinende neue Platte
versammelt »Lieder vom Ende des Kapitalismus«. Wenn er dort
nostalgisch an die Zeiten erinnert, als wir »unsere Dinge übers Geld
regelten«, und dem Kapitalismus, »dem alten Schlawiner«, ein
fröhliches Grablied singt (»Vorbei, vorhorbei, jetzt isser endlich
vorbei«), kann man das ironisch finden oder schlicht albern - es
wirkt jedenfalls verblüffender und frischer als vieles andere.
Vielleicht kommt sie doch wieder langsam in Gang, die große
Wir-Maschine namens Pop."
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SCHEDIWY, Dagmar (2006): Blut und Bande.
Die Verklärung der Familie in der Diskussion um das "Aussterben der
Deutschen",
in: Jungle World Nr.14 v. 05.04.
- Kommentar:
SCHEDIWY befasst sich mit der
Spiegel-Titelgeschichte
zu SCHIRRMACHERs "Minimum":
"Die neokonservative
Apologetik von Familienglück und Kindersegen ist nicht nur deshalb
ärgerlich, weil sie statistische Daten einseitig interpretiert und
den Zusammenhang zwischen der Geburtenrate und der materiellen
Situation von Familien geflissentlich übersieht. Nicht zufällig
wurde 2005, dem Jahr mit der geringsten Geburtenzahl seit 1945,
Hartz IV eingeführt.
Skandalös ist sie auch deshalb, weil sie über 30 Jahre
feministischer Kritik an der Kleinfamilie schlichtweg ignoriert."
Hierzu
hätte man gerne ausführlicheres gelesen, aber bei der hedonistischen
Linke igelt man sich lieber in den 90er Jahren ein, als
Antifaschismus und feministischer Opferstatus noch politisch
mobilisierten. Der neuen Debatte hat man dagegen nichts
entgegenzusetzen.
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- MEISTER, Martina (2006): Keine
Rabenmutter.
35 Jahre Abtreibungsbekenntnis,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.04.
- Inhalt:
Martina MEISTER erinnert daran, dass
freiwillige Kinderlosigkeit für Frauen erst seit 35 Jahren
selbstverständlich ist:
"Angesichts
der neuen, subtilen Mutterkreuzideologie, die in Deutschland Einzug
hält, scheint der Kampf um das Recht auf Abtreibung Lichtjahre
zurück zu liegen. Umso mehr muss daran erinnert werden, dass die
Freiheit, nicht Mutter werden zu wollen, so alt nicht ist.
Tatsächlich wirkt es aus der französischen Ferne aus betrachtet, als
stünden deutsche Frauen, die keine Mütter sind, keine sein können
oder sein wollen, kurz
vor der sozialen Ächtung in Deutschland."
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- ARNING, Matthias (2006): Stichworte für
Merkel.
Sozialpolitik à la Biedenkopf,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.04.
- Inhalt:
Matthias ARNING stellt das Buch
"Die Ausbeutung der Enkel" von Kurt BIEDENKOPF
vor:
"Der
letzte Schrei sind die Thesen des früheren sächsischen
Ministerpräsidenten nicht. Recht eigentlich notiert der Professor,
dem eine gewisse Selbstgefälligkeit nicht fremd ist, ein weiteres
Mal, dass er auf diese gesellschaftliche Misere doch schon immer
hingewiesen, leider aber nicht ausreichend Gehör gefunden habe.
Um es aber gleich deutlich zu machen: Die Lektüre lohnt sich auch
für diejenigen, denen es nicht allein darum geht, sich in die
Gegenwart des neokonservativen Diskurses zu begeben. Denn
Biedenkopf, inzwischen 76 Jahre alt, hält sich nicht lange mit
demographischen Fallen der alten Gesellschaft und der Klage über
deren zügige Vergreisung auf. Er bemüht sich vielmehr um einen
»neuen Grundkonsens« auf der Basis von Solidarität und
Subsidiarität
und nimmt dafür die Väter und Mütter der Enkel-Generation, also die
geburtenstarken Jahrgänge der heute 35- bis 50-Jährigen in die
Pflicht."
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
03. - 04. April 2006
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