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Medienrundschau:

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News vom 20. - 30. April

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Vorurteile über die kinderlosen Alten

"Die Alten ohne Kinder wandeln auf dem Grat zwischen Vereinsamung und Kommerzialisierung ihrer letzten Lebensbezüge. Dies ist ein hoher Preis (...).
             So weit, so schlecht. Wer wollte bestreiten, dass es, schlicht gesagt, schöner ist, im Alter Kinder und Enkel zu haben als keine? Und doch leiden die logischen und soziologischen Ableitungen, die zu dem Ergebnis »Alter und Kinderlosigkeit ergeben Unglück« führen, an ihren eigenen Voruteilen und Verkürzungen. Sie unterschätzen die Rolle der Individualität, mit deren Hilfe ältere Menschen sich selbst durch das Problem der Kinderlosigkeit hindurchsteuern können. Und sie unterschätzen andererseits die Grenzen, die dem individuellen Glück der älter Werdenden gesetzt sind, selbst wenn sie mehrere Kinder haben.
             (...).
Die Enttäuschung der Alten ist oft gerade dann besonders groß, wenn sie darauf gehofft hatten, von ihren Kindern alltäglich ver- und umsorgt zu werden. Der Unterschied des Glücks zwischen alten Menschen mit und ohne Kinder verschwindet oft, wenn sie nebeneinander in demselben Heim untergebracht und von demselben bezahlten Pflegepersonal betreut werden. Ja, es kann sogar sein, dass die Kinderlosen öfter Besuch und Zuwendung von außen bekommen, sofern sei entsprechend vorgesorgt haben.

             Denn in die Kinderlosigkeit fällt man ja nicht von einem Tag zum anderen. Man wächst jahrzehntelang in sie hinein. (...). Die kinderlosen Alten sind darauf besser vorbereitet als diejenigen, die Kinder haben. Kinderlose brauchen »nur« die Glücksstrategien fortzusetzen, auf die sie ihr Lebtag angewiesen waren. Menschen mit Kindern können Kontakte zur weiteren Verwandtschaft halten, Freund finden, am Vereinsleben teilnehmen, Reisebekanntschaften suchen, Kolleginnen und Kollegen einladen - Menschen ohne Kinder müssen es, sofern sie nicht nach eigenen Bedürfnissen für sich allein leben wollen."
(aus: Karl Otto Hondrich "Weniger sind mehr", 2006, S.225f.)

 
       
       
   
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2007): Die ersten Wickel-Volontäre.
    Seit Anfang des Jahres können Väter in Elternzeit gehen - vom Staat finanziert. Auf große Nachfrage stößt das Angebot bisher nicht,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.04.
 
   
  • PETERSDORFF, Winand von (2007): Warum fördert der Staat Familien?
    Erklär mir die Welt (46.Frage): Familien bekommen Geld, weil es schon immer so war. Weil es bei den Wählern gut ankommt. Und weil es der Gemeinschaft nützt,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 29.04.
 
     
   
  • SOFSKY, Wolfgang (2007): Unanständig, unhöflich, taktlos.
    Über den vulgären Charakter und die Laster, denen er die Tür öffnet,
    in:
    Neue Zürcher Zeitung v. 28.04.
    • Anmerkungen:
      Der Soziologe Wolfgang SOFSKY rümpft seine Nase über die Unbürgerlichkeit der Gegenwartsgesellschaft. Da kaum anzunehmen ist, dass sein bürgerliches Publikum anderer Meinung ist, offenbart sich hier, dass die bürgerlichen Feuilletons mittlerweile ein funktionales Äquivalent zum Stammtisch des kleinen Mannes geworden sind. Die Konstruktion der neubürgerlichen Identität lebt von der Abgrenzung zur unbürgerlichen Masse, hier als vulgärer Charakter beschrieben. 
 
     
   
  • IRMER, Jörg von (2007): Unsere großen Nesthocker.
    Die neuen Spätauszieher sind typisch für unsere Gesellschaft,
    in:
    Tagesspiegel v. 27.04.
    • Inhalt:
      "Die Nesthockerproblematik wurde in der Vergangenheit vor allem als ein kulturelles und wirtschaftliches Phänomen untersucht. Nesthocker, so eine These, könnten zu den Verlierern der Leistungsgesellschaft gehören, weil sie die Grundbedingungen Selbstständigkeit und Flexibilität nicht mitbringen.

                   Unsere Studie unter der Leitung von Professorin Seiffge-Krenke hat dagegen vor allem die familiären Faktoren in den Vordergrund gerückt. Zentral für eine erwachsene Eltern-Kind-Beziehung ist der Prozess der Individuation. Dieser beschreibt eine grundlegende Umstrukturierung der Beziehung: weg vom Rollenverhalten als Eltern und Kind, hin zu einer Beziehung auf gleicher Augenhöhe, auf der sich nun zwei erwachsene Menschen begegnen", erläutert IRMER.
 
   
  • PINL, Claudia (2007): Die heilige Familie.
    Am rechten Rand wächst der Widerstand gegen Ursula von der Leyens Pläne, die Zahl der Krippenplätze zu erhöhen. Ein Geflecht aus Familienlobbyisten, konservativen Kinderärzten, christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegnern hat sich gegen die "Verstaatlichung unserer Kinder" verbündet,
    in: TAZ v. 27.04.
 
   
zitty-Jubiläumsheft:
Trau keiner unter dreißig!
Das war erst der Anfang: Die ersten 30 Jahre zitty
 
     
   
FACTS-Titelgeschichte: Die Krippen-Misere.
Bürokraten verhindern Lösungen
  • LANZ, Herbert & Christof MOSER (2007): Alles andere als ein Kinderspiel.
    In der Schweiz fehlen 50 000 Plätze in Krippen und Tagesfamilien. Schuld sind der behördliche Reglementierungswahn und Rangeleien der Parteien um die richtige Familienpolitik. Jetzt wollen zwei Betriebswirtschafter das erste private Krippen-Netzwerk schaffen,
    in: Facts Nr.17 v. 26.04.
 
     
     
   
  • ZYLKA, Regine (2007): Stoibers Herdprämie,
    in:
    Berliner Zeitung v. 25.04.
 
   
  • KAHLWEIT, Cathrin (2007): Und wo bleibt da die Liebe?
    Kinder, Job, Freund, Hobbys: Das alles ist uns wichtig - häufig sogar wichtiger als die Beziehung. Auch unsere Autorin verliert im Vollgepackten Alltag den Partner oft aus den Augen. Und findet: Es ist Zeit, die eigenen Prioritäten zu überprüfen,
    in:
    Freundin Nr.10 v. 25.04.
 
     
   
  • BUCHBINDER, Sascha (2007): "In meinem Ministerium haben wir einen Babyboom".
    Familienministerin Ursula von der Leyen erklärt, weshalb die Familienpolitik der CDU so rückständig war und warum manche glauben, dass Kinderbetreuung die DDR zurückbringe,
    in:
    Tages-Anzeiger Online v. 24.04.
    • Inhalt:
      Ursula von der LEYEN u.a. zum Angriff der FAS auf ihre Person:

                   "Die «FAZ am Sonntag» suggerierte letzte Woche, dass Sie Ihre Biografie manipulierten, um die Tatsache zu verschleiern, dass Sie auch mit sieben Kindern erfolgreich waren. Sind Sie überrascht, wie persönlich die Angriffe geführt werden?
                   Der Versuch, mich als Person zu verletzen, trifft mich nicht mehr so sehr, weil ich das zu lange erlebt habe. Das begann schon in meiner Zeit als Sozialministerin in Niedersachsen. Damals war das Hauptthema: Darf sie das, mit sieben Kindern? Auch wenn das ganz schwierig ist, habe ich gelernt zu akzeptieren, dass ich als Projektionsfläche herhalten muss. Was mir Mut macht, ist die Tatsache, dass die Zustimmung in der Bevölkerung hoch ist. Das elektrisierende an der Debatte ist, dass sie sich selber Bahn gebrochen hat. Das ist keine Debatte mehr unter Politikern. Vielmehr diskutieren Gesellschaft, Wissenschaft, Kirche miteinander. Weil dem so ist, sind wir heute an dem Punkt, dass wir einen Konsens erreicht haben: Wir wollen mehr Betreuungsangebote, gemeinsam und mit guter Qualität."
 
   
  • KRUMBHOLZ, Martin (2007): Jenseits der Barbarei der Gaslampen.
    Wolfgang Matz' Essay "1857" über drei Meisterwerke der Moderne,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.04.
 
     
   
  • SCHMITT, Cosima (2007): Klassische Klientelpolitik.
    Von der Leyens Familiensplitting wirkt modern, ist es aber nicht,
    in:
    TAZ v. 23.04.
    • Inhalt:
      SCHMITT kritisiert, dass das geplante Familiensplitting sowohl Besserverdienende als auch die Alleinverdienerehe bevorzugt, während Geringverdiener und Alleinerziehende benachteiligt werden.
 
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2007): Alter, was geht?
    In 40 Jahren gehört jeder Siebte zur Generation 80 plus. Gerade die heute Jungen können sich also schon mal überlegen, welches Vorbild für sie passt: der Papst, die Queen, Margarete Mitscherlich, Loriot oder Hugh Hefner?
    in:
    TAZ v. 23.04.
 
     
     
   
  • SCHINDLER, Sylvie-Sophie (2007): ...und keine liebt mich.
    Ricardo, 37, sucht seit zwölft Jahren eine Frau. Sie sollte verschmust sein und nicht total verrückt. Er stellt sie sich bein bisschen wie Kate Moss vor. Irgendeine muss ihn doch wollen. Oder?
    in:
    Tagesspiegel v. 22.04.
 
     
   
  • HEIM, Susanna (2007): Ihre Eizelle, mein Kind.
    In Spanien floriert das Geschäft mit der künstlichen Fortpflanzung. Neuster Trend ist die Eizellenspende, die einer unfruchtbaren Frau zum Mutterglück verhelfen kann. Immer häufiger lassen sich auch Schweizerinnen behandeln,
    in:
    Neue Zürcher am Sonntag v. 22.04.
 
     
   
  • REICHEL, Sabine (2007): Erdrückende Langeweile.
    Über die andere Seite des Mutterglücks,
    in:
    Magazin der Berliner Zeitung v. 21.04.
 
   
  • HILLENKAMP, Sven (2007): Zurück auf Los.
    Ein Mann entkam der Armut und machte Karriere. Dann wurde er arbeitslos und stieg wieder ab. Eine persönliche Geschichte, die auch ein Entwicklungsroman des Landes ist,
    in:
    Magazin der Berliner Zeitung v. 21.04.
 
   
  • BEVERFOERDE, Hedwig Freifrau von (2007): Wollt ihr die totale Krippengesellschaft?
    in: Welt v. 21.04.
    • Anmerkungen:
      Die Adlige wird als studierte Hausfrau und Koordinatorin des Familiennetzwerk Deutschland vorgestellt. Im Familiennetzwerk haben sich  Gegner des Ausbaus der staatlichen Kinderbetreuung zusammengeschlossen.
 
   
  • SZ-Serie: Projekt Familie (10): Wie es in Zukunft noch besser laufen könnte

    • SZ (2007): Wünsch Dir was!
      Deutschland könnte ein familienfreundliches, kinderreiches und glückliches Land sein - wenn Politiker und Pädagogen nur auf die Bedürfnisse der Eltern eingingen,
      in:
      Süddeutsche Zeitung v. 20.04.
      • Inhalt:
        Felix BERTH fordert von den Chefs "Schluss um 17.30!", Alex RÜHLE fordert von den Müttern "Werdet zu Raben!", Cathrin KAHLWEIT fordert von den Vätern "Habt Zeit!", Harald HORDYCH wünscht von den Schulen "Geht den Beamten auf die Nerven!", "Geld her!" fordert Jeanne RUBNER von den Politikern, "Umschalten!" fordert Titus ARNU von seinesgleichen", "Schweigt!" fordert Martin ZIPS von den Experten, "Es heißt »Hund«!" ruft Tanja REST den Elterntieren zu und Arno MAKOWSKY behauptet "Es lohnt sich, Kinder zu haben!".
 
   
  • STRAUBHAAR, Thomas (2007): Hände weg vom Erbe.
    Weil die Politik nicht in die Zukunft investiert, sondern das Geld der Familien verpulvert, hat der Staat kein Recht auf Erbschaftssteuer,
    in: Welt v. 20.04.
 
   
  • TAGESSPIEGEL (2007): Die "Scheidung light" hat ihre Tücken.
    Kinderlose Paare sollen sich bald unkomplizierter und ohne Anwälte scheiden lassen können. Experten befürchten, dass die Probleme damit erst anfangen,
    in:
    Tagesspiegel v. 20.04.
 
   
  • ROSENSTRAUCH, Hazel (2007): Die Fron des Wartens.
    Alltag: "Man musz nicht warten bis die Küh Eyer brüten", sagt der Dichter. Meistens hat man aber keine Wahl. Eine kleine Phänomenologie des aufgezwungenen Nichtstuns,
    in: Freitag Nr.16 v. 20.04.
 
   

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Zu den News vom   10. -  19. April 2007

 
       
   
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