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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 09. - 30. April 2017: [16.04.] [18.04.] [19.04.] [20.04.] [21.04.] [22.04.] [23.04.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Facetten der Einsamkeit

"Einsam ist der Teenager in der Kleinstadt, der das Gefühl hat, irgendwie anders zu sein als alle, die er hier kennt. Einsam ist der Mann, der von seiner Frau verlassen wurde und mit keinem über seinen Kummer redet, sondern sich stattdessen in One-Night-Stands flüchtet. Einsam ist die Frau, die realisiert, dass sie zwar mit ihrem Partner noch zusammen lebt, aber er sein Leben schon seit Jahre nicht mit ihr teilt. Einsam ist der Mann, der denkt:  »Die anderen sind sowieso nur Idioten, ich brauche gar keinen davon« - und nur manchmal nachts, ganz leise, in sich spürt, dass das vielleicht nicht seine hundertprozentige Wahrheit ist."
(aus: Sonja Niemann "Niemand da" in der Zeitschrift Brigitte Nr.8 v. 29.03.2017, S.105)

 
       
       
   

23.04.2017

 
       
   

Kinderlose in der Debatte

WIESMANN, Bettina M. (2017): Lob der Familie.
Standpunkt: Eltern leisten Gewaltiges und ziehen auch künftige Beitragszahler groß,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.04.

 
       
   

22.04.2017

 
       
   

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz in der Debatte

KAISER, Tobias (2017): Die Zukunft der Betriebsrente steht auf der Kippe.
Angesichts von Nullzinsen und des sinkenden Niveaus der gesetzlichen Rente will die Bundesregierung die betriebliche Altersvorsorge stärken. Doch kurz vor der Ziellinie gibt es plötzlich Streit um das Projekt,
in:
Welt v. 22.04.

Der Artikel von Tobias KAISER bleibt inhaltlich auf der Linie des Spiegels und geht auch nicht über den Handelsblatt-Bericht hinaus, außer dass er neue zeitliche Rahmen für den weiteren Gesetzgebungsprozess präsentiert:

"Jetzt soll der Bundestag am 19. Mai über den Gesetzentwurf abstimmen. Am Mittwoch treffen sich aber zunächst die Verhandlungsführer der Unionsparteien und der SPD, um einen Kompromiss zu finden."

 
       
   

Douglas Coupland in der Debatte

SEGAL, Emily & Douglas COUPLAND (2017): X Y Z.
Einst war Kulturkritik cool und subversiv, dann wurde sie vom Marketing und jetzt sogar von der Neuen Rechten entdeckt. Zeit für eine Revision! Emily Segal ist die hippe Theoretikerin der Generation Y, Douglas Coupland der philosophische Erfinder der Generation X. Ein Dialog über die Zeichen der Zeit,
in:
Welt v. 22.04.

Gespräch mit Douglas COUPLAND ("Generation X") und Normcore-Erfinderin Emily SEGAL über das Phänomen "Generation", das heutzutage von der Neuen Rechte und ihrer Lust auf Apokalypse besetzt wird ("The Fourth Turning").

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

LEHNARTZ, Sascha (2017): Paris. Statt der Liebe.
Bis vor zwei Jahren war Sascha Lehnartz Korrespondent der "Welt" in der französischen Hauptstadt. Wenn er sich heute in den vertrauten Vierteln umschaut, wundert er sich: Kurz vor der Wahl scheint sich die Stadt beharrlich zu weigern, den Ernst der Lage zu erkennen,
in:
Welt v. 22.04.

BOPP, Lena (2017): Ein Akt politischer Notwehr.
Wie konnte der Front National in Frankreich gerade in der Arbeiterklasse so stark werden? Die Antwort führt weit in die Familiengeschichten zurück, wie drei aktuelle Bücher von Didier Eribon, Aurélie Filippetti und Edouard Louis zeigen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.04.

SCHUBERT, Christian (2017): Das tiefe Frankreich.
Gräben ziehen sich durch die Republik, die am Sonntag wählt. Die Start-up-Unternehmen erblühen, doch abseits der Städte verwelken die Regionen. Sie kämpfen gegen das Vergessenwerden,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.04.

QUATREMER, Jean (2017): Nur ein Stern im Viergestirn.
Frankreich: Europa ist das eigentliche Thema dieser Wahlen: Von den vier Favoriten hat allein Emmanuel Macron die richtige Einstellung dazu,
in:
TAZ v. 22.04.

TULL, Claire-Lise (2017): Denken für die nationale Sache.
Paris: Rechtsruck und reaktionärer Diskurs unter Intellektuellen: der Zeitgeist in Frankreich,
in:
TAZ v. 22.04.

JOFFRIN, Laurent (2017): Es ist das Ende einer Epoche.
Revue: Laurent Joffrin, Chefredakteur der "Liberation" blickt zurück auf den merkwürdigsten Wahlkampf, den heute lebende Franzosen je erlebt haben. Und der den Beginn einer neuen Revolte markiert,
in:
TAZ v. 22.04.

 
       
   

21.04.2017

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

SAUER, Stefan (2017): "Die Pläne sind zutiefst unsozial".
Rentenexpertin Buntenbach über die Ideen der AfD zur Familienpolitik,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.04.

Annelie BUNTENBACH, die in der Rentenversicherung die Gewerkschaftsinteressen vertritt, erklärt uns, dass die AfD das gesetzliche Renteneintrittsalter ganz abschaffen will. An die Stelle soll stattdessen die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren Lebensarbeitszeit treten. Gemäß BUNTENBACH würde das für die Mehrheit der Bevölkerung bedeuten, dass sie 67 oder gar 70 Jahre arbeiten müssten. 

 
       
   

Thomas Straubhaar in der Debatte

HÄRING, Norbert (2017): Begründungsloses Dingseinkommen.
Die Utopie, jedem Bürger ein staatliches Gehalt zu garantieren, hat viele Anhänger. Doch zwei neue Bücher zeigen, wie unausgegoren die Idee ist,
in:
Handelsblatt v. 21.04.

Norbert HÄRING bespricht die Bücher Radikal gerecht des neoliberalen Ökonomen Thomas STRAUBHAAR und Sonst knallt's von Matthias WELK, Götz WERNER und Marc FRIEDRICH, bei denen es um Plädoyers für das bedingungslose Grundeinkommen geht.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

WIKTORIN, Anne (2017): Die Luft wird dünner.
Wohnungsmarkt: Viele Jahre konnten Wohnungskäufer in Berlin kaum etwas falsch machen. Das ändert sich gerade,
in:
Handelsblatt v. 21.04.

Anne WIKTORIN stellt der pessimistischen Sicht von Harald SIMONS (Empirica) und Matthias PINK (Savills) die optimistische Sicht von Henrik BAUMUNK (CBRE) entgegen. Die Bevölkerungsentwicklung von Berlin und deren Prognosen bis 2030 werden als Pluspunkt verbucht, die Wirtschaftsentwicklung als mögliche Gefahr.

"Die Lagen zwischen Alex und dem künftigen Berliner Flughafen" werden uns als lukrativ angepriesen.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wirtschaftsthema: Pflege in Deutschland.
Wie die Digitalisierung dem Fachkräftemangel begegnet

BECKER, Kim Björn (2017): Schreckensszenario.
Im Jahr 2030 könnten einer Studie zufolge bis zu 490.000 Vollzeitpfleger fehlen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.04.

Kim Björn BECKER verheißt Schreckensszenarien, als ob wir uns noch schrecken lassen könnten. Es gibt wohl keine einzige Prognose, die nicht längst schon vor Jahren verbreitet worden wäre. Horrorszenarien sind schließlich Normalität geworden, seit Neoliberale unser Gehirn mit fernen Zukünften malträtieren, die niemals Realität werden. Fürchten müssten wir uns eher vor jenen Szenarien, die keiner auf dem Schirm hat.

Greifen wir uns den Pflegereport 2016 der Barmer Ersatzkasse vom November 2016 heraus, der nicht von neoliberalen Lobbygruppen wie der Bertelsmann Privatstiftung oder dem IW Köln erstellt wurde, sondern von einer privaten Krankenkasse, die ebenfalls eindeutige Interessen hinsichtlich der Pflege vertritt und uns von BECKER als diejenige mit dem höchsten Horrorpotential gepriesen wird:

"Noch  gravierender Fällt die Prognose des Statistischen Bundesamtes aus, die im »Pflegereport« der Krankenkasse Barmer veröffentlicht wurde: Der Studie zufolge könnten im Jahr 2050 sogar fast 4,5 Millionen Menschen im Land pflegebedürftig sein."

Davon ist wenig wahr, denn die Autoren des Pflegereports greifen lediglich auf eine Variante der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung zurück und gehen zudem davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Längerlebenden nicht bessert, sondern auf dem heutigen Niveau bleibt - eine Annahme, die der Statistiker Gerd BOSBACH zu Recht kritisiert. Im Pflegereport heißt es:

"Die Projektionen beruhen auf der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung sowie auf den altersspezifischen Pflegeprävalenzen der entsprechenden Bundesländer (die über den gesamten Beobachtungszeitraum konstant gehalten werden)" (2016, S.84)

In einer Fußnote wird uns die Variante G1-L1-W1 (Beim Statistischen Bundesamt als Variante 1 Kontinuität bei schwächerer Zuwanderung bezeichnet) genannt, die vom Statistischen Bundesamt selber gar nicht mehr verwendet wird, weil sie längst überholt ist. Sowohl die Geburtenrate als auch die Zuwanderung ist zu niedrig ausgewiesen. Folglich würde die Zahl der Pflegebedürftigen nach der aktualisierten Variante höher liegen. Die 4,6 Millionen Pflegebedürftigen wären nicht etwa die Obergrenze wie BECKER behauptet, sondern eine Untergrenze. Anders formuliert: Es geht immer noch schlimmer! Was uns verschwiegen wird: Diese 4,6 Millionen wären mit fast 2,9 Millionen überwiegend pflegebedürftige Frauen. Nicht einmal 1,7 Millionen Männer erreichen ein Alter, in denen ihnen Pflegebedürftigkeit droht.

Noch mehr Horror gefällig? Im Pflegereport 2010 wurden uns für 2060 dramatische 2,8 Millionen Pflegebedürftige angedroht. Diese Zahl wird im aktuellen Pflegereport allein schon für die Frauen im Jahr 2050 erreicht.

Fazit: Zahlen für 2050 oder gar 2060 sind reine Kaffeesatzleserei!         

BECKER, Kim Björn (2017): Betreuer aus dem Netz.
In der ambulanten Pflege tummeln sich inzwischen etliche Start-ups. Sie profitieren von Fördertöpfen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.04.

 
       
   

Das Rentenvorbild Österreich in der Debatte

PIPER, Nikolaus (2017): Von Österreich lernen.
Pipers Welt: Viele Wahlkämpfer sehen im Rentensystem des Nachbarlandes ein Vorbild und ein Beispiel dafür, dass private Vorsorge nicht nötig ist. Wer genau hinschaut, stellt fest: Das System ist nicht nachhaltig,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 21.04.

 
       
   

Die Staatsaufgaben in der Debatte

GÖBEL, Heike (2017): Die Liberalen und der Wohlfahrtsstaat.
Die Ordnung der Wirtschaft: Liberale gelten oft als sozialpolitische Spielverderber. Sie begegnen dem Ausbau des Sozialstaats mit viel Kritik und Skepsis. Das heißt nicht, dass sie gegen jede Form der Absicherung durch den Staat sind. Aber welchen Sozialstaat wünschen sich Liberale?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.04.

Heike GÖBEL beschreibt die neokonservative Variante des Neoliberalismus als Ideal:

"Liberale wollen das Fundament jeder sozialen Sicherung schützen: Markt, Wettbewerb und Arbeitsplätze. Das ist ihre oberste Priorität."

Daraus ergibt sich für GÖBEL das Feindbild des Sozialstaats, das mit Umverteilung ("soziale Gerechtigkeit") und Zwang ("Eingriff in die Eigentumsrechte", Sozialbürokratie) gleichgesetzt wird. Darunter fällt alles, was über die "reine Armutsbekämpfung" hinausgeht. Die Gewährsmänner (Frauen fehlen!) sind Wilhelm RÖPKE, Friedrich von HAYERK und Milton FRIEDMAN). Daraus ergibt sich die defensive Haltung des Neoliberalismus:

"Unzweifelhaft ist dies nicht mehr die Zeit, in der der moderne Wohlfahrtsstaat unserer Hilfe bedarf. Die Wahrscheinlichkeit nämlich, dass das unerlässliche Minimum an staatlich organisierter Sicherheit zu kurz kommen könnte, ist in unserer Epoche der Massendemokratie, der handfesten Sozialmächte, des entfesselten Gleichheitsstrebens, und des fast zur Gewohnheit gewordenen »Raubs durch den Stimmzettel« gleich null. Es sind die Grenzen und Gefahren des Wohlfahrtstaates, (...) die uns kritisch zu beschäftigen haben",

zitiert GÖBEL den Ordoliberalen RÖPKE, um zu demonstrieren, dass 1957 heute ist, denn der Text ist 60 Jahre alt und immer noch das Credo der Liberalen, speziell der FDP.

Die Wirklichkeit hat mit dem gepriesenen Konstrukten "Markt", "Wettbewerb" und "Leistung" wenig zu tun, nicht etwa wegen dem Sozialstaat, sondern umgekehrt, weil die heutige Wirtschaftsordnung auf Größe, Erfolg und Wirtschaftslobbyismus setzt.

Das Grundeinkommen ist GÖBEL ein Gräuel, weil es den Leistungswillen zersetzt - ein Argument, das häufig zur Sozialstaatskritik missbraucht wird. Ganz verlogen wird des, wenn uns "Kosten-Nutzen-Kalküle" als Ideal gepriesen werden. Von Nutzen ist auf den Wirtschaftsseiten der FAZ jedoch nie die Rede, wenn es um Sozialpolitik geht, sondern immer nur um Kosten. Das liegt daran, dass es nicht um Nutzen geht, sondern um Prinzipien:

"Kriterien für eine wirtschafts- und freiheitsverträgliche Sozialpolitik (...) gezielte Hilfe statt allgemeiner Nivellierung, Subsidiarität, Effizienz, Transparenz, Freiheit vor Sicherheit, Generationengerechtigkeit, Subjekthilfe statt Objekthilfe".

Der Sozialstaat wird nicht als Ausgleichsmechanismus zwischen Unten und Oben, sondern als Armenfürsorge definiert. Eigenbeteiligung, Sanktionen und Sparen sollen die Profite der Wirtschaft steigern, weshalb Ausbeutung statt Mindestlohn die Richtschnur ist.

Fazit: Die Defensivtaktik des FDP-Neoliberalismus, den uns GÖBEL hier vorschwärmt, richtet sich gegen Verbesserungen der Lebensbedingungen von Arbeitnehmern, um die Profite der Privatwirtschaft als oberster Priorität zu steigern.        

 
       
   

Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme

LEUBECHER, Marcel (2017): Kinder? Evet!
Türkinnen in Deutschland haben mehr Nachwuchs als Mütter in der alten Heimat,
in:
Welt v. 21.04.

 
       
   

Die Alterung der Bevölkerung in der Debatte

MÜHLBAUER, Peter (2017): Keine Angst vor "Überalterung".
Der Mathematiker Hansjörg Walther widerlegt Medienvorstellungen, die auf Oswald Spengler und Arthur Moeller van den Bruck zurückgehen,
in:
Telepolis v. 21.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in Finnland

KEROLA, Paivi (2017): Die Flüchtlingskrise, die keiner kennt.
In Finnland stieg die Zahl der Flüchtlinge um 822 Prozent. Migration ist dort ein relativ neues Phänomen. So neu, dass die Rechtspopulisten es erst jetzt entdecken,
in:
Welt v. 21.04.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

KLINGSIECK, Ralf (2017): "Maul zu, Frau Merkel".
ND-Tagesthema Frankreich vor der Wahl: Jean-Luc Mélenchon scheut vor harscher Kritik an Deutschland und seiner neoliberalen Sparpolitik nicht zurück,
in:
Neues Deutschland v. 21.04.

PFEIFFER, Hermannus (2017): Kranker Mann Europas?
ND-Tagesthema Frankreich vor der Wahl: Banken und Investoren warnen vor Mélenchon und Le Pen,
in:
Neues Deutschland v. 21.04.

SCHMID, Bernard (2017): Wahlen als Sprungbrett.
ND-Tagesthema Frankreich vor der Wahl: Radikale Linke in Frankreich orientieren sich stärker auf künftige soziale Kämpfe. Ihr KandidatInnen haben ohnehin keine realistische Chance,
in:
Neues Deutschland v. 21.04.

EPSTEIN, Renaud (2017): Die Missachtung der Banlieus.
Frankreich: Um die Großsiedlungen hat sich Hollande nur wenig gekümmert. Auch die aktuellen Präsidentschaftskandidaten haben für sie keine Rezepte,
in:
TAZ v. 21.04.

BAHNERS, Patrick (2017): Wählt Deutschland?
Verblüffung über ein Orakel: Didier Eribon in München,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.04.

FINKENZELLER, Karin (2017): Im Tal der traurigen Engel.
Frankreich: Arbeiter haben Marine Le Pen groß gemacht. Sie stimmen nicht länger für die Sozialisten oder Kommunisten, sie sind stramm rechts. Wie kam es dazu?
in:
Wirtschaftswoche Nr.17 v. 21.04.

TZERMIAS, Nikos (2017): Raue Sitten bei den "Schwarzfüssen"..
Der Front national schürt Ängste und hat an der Côte d'Azür Erfolg damit - auch wegen der kolonialen Vergangenheit in Algerien,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.04.

 
       
   

20.04.2017

 
       
   

Späte Elternschaft - Eine Bibliografie

SCHWARZ, Carolina (2017): Die ideologische Uhr.
Lebensplanung: Karriere, Familie, Biologie - Die Entscheidung, ob und wann frau Mutter wird, ist knifflig. Auch die Debatten zum Thema helfen leider selten. Denn sie stigmatisieren, statt aufzuklären,
in:
TAZ v. 20.04.

 
       
   

Die Linke und die soziale Frage in der Debatte

HEISTERHAGEN, Nils & Dirk JÖRKE (2017): Moralismus hilft nicht weiter.
Rechtspopulismus: Wer die Errungenschaften linker Politik verteidigen will, muss auch die soziale Frage wieder stellen. Ende unserer taz-Debattenreihe,
in:
TAZ v. 20.04.

An einem FAZ-Artikel von HEISTERHAGEN & JÖRKE entzündete sich eine taz-Debatte um Rechtspopulismus. Die beiden Autoren fassen zum einen die Kritik von Christian VOLK, Franziska MÜLLER, Arman ZIAI, Heike MAUER, Winfried THAA, Ingolfur BLÜHDORN und Felix Butzlaff an ihrem Ansatz zusammen, nur um die Kritik zurückzuweisen.

"Wer die Antidiskriminierungspolitik (...) retten will, muss auch wieder die soziale Frage stellen: Das ist unsere These."

HEISTERHAGEN & JÖRKE basteln sich einen Linksautoritären zusammen, den die SPD mit Martin SCHULZ wieder zu den Linken zurückholen soll:

"Menschen, die in kulturellen Fragen autoritäre Werte vertreten (...), wirtschafts- und sozialpolitisch aber klassisch linken Positionen zuneigen",

definieren sie die Zielgruppe, die mit einem "perspektivischen Dualismus" (Nancy Fraser) angesprochen werden soll. Den Spagat, die Gewinner und Verlierer, gleichzeitig anzusprechen, wird schiefgehen. Martin SCHULZ steht für den Neoliberalismus der Sozialdemokratie. Dieses Stigma wird er nicht loswerden. Und schon gar nicht, wenn der Wahlkampfrhetorik ein Weiter-so-wie-bisher folgt. Man kann jetzt schon prophezeien, dass dies die SPD nur umso tiefer in den Abgrund stürzen wird! Den Rechtspopulisten und den Nationalkonservativen spielt das geradezu in die Hände.

 
       
   

Der Bundestagswahlkampf in der Debatte

BAUREITHEL, Ulrike (2017): Keine Liebe ohne Zweck.
Wahlkampf: Alle Parteien buhlen um die Gunst der Familien und versprechen Entlastungen und Subventionen,
in:
Freitag Nr.16 v. 20.04.

 
       
   

Die Gebietsreform in Thüringen in der Debatte

HAAK, Sebastian (2017): Und plötzlich waren's vier.
Thüringens rot-rot-grüne Regierung nimmt beim Plan zur umstrittenen Gebietsreform gravierende Korrekturen vor,
in:
Neues Deutschland v. 20.04.

 
       
   

Alexander Hagelüken in der Debatte

HAGELÜKEN, Alexander (2017): Einfach die Löhne erhöhen? Das allein hilft nicht.
Forscher rechnen vor, wie sich die Schieflage verändern lässt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.04.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

HAGEN, Patrick (2017): Milliarden für Abwickler.
Firma will in großem Stil Lebensversicherungen aufkaufen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.04.

Patrick HAGEN berichtet darüber wie ausländische Investoren sich den Lebensversicherungskuchen in Deutschland unter den Nagel reißen wollen.

"Das Unternehmen Athene mit Sitz auf Bermuda hat sich jetzt 2,2 Milliarden Euro an frischem Kapital gesichert, um über seine Wiesbadener Tochter in Deutschland und Europa Lebensversicherungsbestände zu kaufen. (...). Das Unternehmen hat 2015 bereits die deutsche Tochter des niederländischen Lebensversicherers Delta Lloyd übernommen."

Athene ist nur eines von vielen Run-off-Plattformen, die in den Besitzern klassischer Rentenversicherungen mit Garantien, ein lukratives Geschäft wittern. HAGEN nennt Viridium (britischer Investor Cinven), die Frankfurter Leben (chinesischer Investor Fosun) und My Life (Luxemburger Augur Capital) als weitere Abwickler.

Die Abwickler warten darauf, dass das Geschäft jetzt in Deutschland richtig los geht. Die Politik spielt ihnen gewissermaßen mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz und seinem geplanten Garantieverbot in die Hände.

Der schlechte Ruf der Abwicklungsplattformen sei Vergangenheit, erklärt uns HAGEN. Das seien lediglich Anlaufprobleme in Großbritannien gewesen. So ganz kann das jedoch nicht stimmen, denn:

"Die Abwickler hoffen jetzt darauf, dass die Nöte der Lebensversicherer bald so groß sind, dass der Verkauf von Policenbeständen zu einem normalen Vorgang wird."

Bei diesem Geschäft verlieren in erster Linien die Versicherten. Auf diese werden immer mehr Risiken abgewälzt. Ob die versprochenen Effizienzvorteile der Abwickler überhaupt entstehen und ob diese dann auch den Kunden zugute kommen, das steht auf einem ganz anderen Blatt.   

 
       
   

Die Medienkultur als Problem

OTT, Karl-Heinz (2017): Auf einmal will man die Wahrheit zurück.
Die schöne postmoderne Beliebigkeit hat den Härtetest nicht bestanden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.04.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

RÜHLE, Alex (2017): Aufstieg ausgeschlossen.
Der französische Schriftsteller Édouard Louis spricht über die Scham der Armen und die Blindheit der Reichen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.04.

HANIMANN, Joseph (2017): Demokratien sind in der Mitte eher lau.
Ist der Hass einfach nur auf Abwege geraten? Frankreich streitet vor der Wahl über die Notwendigkeit eines Linkspopulismus,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.04.

VEIEL, Axel (2017): Rechts oder gar nicht.
Wie im Örtchen Vendoeuvres geht es vielen Menschen in der französischen Provinz: Sie fühlen sich vom Fortschritt abgehängt und wollen von der Politik aus Paris nichts mehr wissen. Bei der Präsidentschaftswahlen werden sie die Rechtspopulisten Marine Le Pen wählen - oder gleich zu Hause bleiben,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in Indien

PABST, Volker (2017): Hochhäuser wachsen aus den Slums.
Indiens wirtschaftlicher Aufschwung lässt die gesellschaftlichen Gräben nicht verschwinden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.04.

 
       
   

19.04.2017

 
       
   

Die Finanzialisierung in der Debatte

MOHN, Dorothea (2017): Mehr Geld im Alter.
Gastwirtschaft: Non-Profit-Produkte bringen mehr Ertrag,
in:
Frankfurter Rundschau v. 19.04.

Dorothea MOHN von der staatlich finanzierten Verbraucherzentrale plädiert für eine staatliche subventionierte Unterstützung der Finanzdienstleister, denn nichts anderes ist das angebliche "Non-Profit-Produkt". Den Fondsgedanken kennen wir schon vom schwarz-grünen Projekt Deutschlandsrente. Nach den Vorstellungen von MOHN soll der Staat die Kostenstruktur der Altersvorsorge verbessern, damit dann "private Gesellschaften die Gelder effizient" anlegen können. Die Finanzdienstleister sparen sich dadurch teure Vertriebs- und Marketingkosten.

Warum also nicht gleich die Finanzbranche außen vor lassen, d.h. die gesetzliche Rentenversicherung stärken? Dies wäre die kostengünstigste Lösung. Dass die Finanzbranche das Geld effizient anlegt, kann niemand garantieren, sondern ist eine Art Lotto mit staatlicher Unterstützung. Geködert werden sollen wir mit angeblich höherer Rendite. Man darf sich ruhig an die Teilprivatisierung des Rentensystems Anfang des Jahrtausends erinnert fühlen, als wir mit vollmundigen Renditeversprechungen geködert wurden, denen sich die Versicherungswirtschaft nun gerne auf Kosten der Versicherten entledigen würde.     

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

DPA (2017): Nichts wie weg - Lebensversicherungen suchen nach Auswegen.
Anbieter leiden unter niedrigen Zinsen und wollen schnell teuere Altverträge loswerden. Kritiker sehen aber Risiken für die Kunden,
in:
Welt v. 19.04.

Agenturmeldung, die mehr oder weniger reine PR der Versicherungswirtschaft ist: Es werden uns  6 Vertreter der Versicherungswirtschaft vorgestellt: Ein Zweitvermarkter, ein Betreiber einer Abwicklungsplattform, ein freier Versicherungsmathematiker, zwei Vertreter der Beratungsbranche und ein Vertreter der Lebensversicherungsbranche. Die einzige Kritik richtet sich gegen zu geringe Überschussbeteiligungen abgewickelter Versicherungskunden, was durch den Aufbau des Artikels verharmlos wird. Kritik an dem System der Altersvorsorge bleibt dagegen ganz außen vor. 

 
       
   

Die Staatsaufgaben in der Debatte

BECKER, Lisa (2017): Auch der Kindergarten darf etwas kosten.
Leidartikel: Keine Gebühren für Kitas, Meister und Unis? Das ist ein zweifelhaftes Wahlkampfversprechen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.04.

Lisa BECKER kritisiert die Wahlkampfrhetorik von Martin SCHULZ in Sachen Gebührenfreiheit von Bildung. Sie wärmt wieder die Bildungsgutscheindebatte der FDP auf und macht sich für eine kompensatorische Bildung stark. Merkwürdig nur, dass Bildung zwar hoch gelobt wird, wenn es jedoch um Taten geht, wird es plötzlich ganz still - zuallererst in der FAZ/FAS!. Mittelschichteltern - insbesondere konservative - haben bekanntlich nichts übrig für kompensatorische Bildung, denn dies ginge gegen ihre ureigensten Interessen. Das weiß natürlich auch BECKER.

 
       
   

Die Entwicklung der Armut in Deutschland in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Sinkendes Armutsrisiko für deutsche Kinder,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.04.

 
       
   

Die Steuer- und Abgabenpolitik in der Debatte

SCHÄFERS, Manfred (2017): IW: Einem Single mit 1940 Euro lässt der Staat 1044 Euro,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.04.

Manfred SCHÄFERS schickt den "Single" an die Front, um maximale Empörung gegen den Sozialstaat zu generieren. Die Anzahl der Singles, die den Spitzensteuersatz zahlen, wird uns verschwiegen:

"Während nach der Untersuchung etwa 4,2 Millionen Personen vom Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent betroffen sind, zahlen 2,7 Millionen Erwerbstätige keine Einkommensteuer, da ihr Arbeitsverdienst zu gering ist",

jammert uns SCHÄFER angesichts einer Studie der Arbeitgeberlobby IW Köln vor. Verschwiegen wird uns auch, dass 46,2 Millionen Menschen in Deutschland Einkommenssteuer zahlen. Lediglich 25 Prozent sind "Singles" im Einpersonenhaushalt. Rund 4 Millionen Singles zahlen keinerlei Einkommenssteuer (vgl. BEZNOSKA & HENTZE 2017, S.106, Abb.2)

Jan SCHMIDBAUER dementiert zudem in der heutigen SZ diese Zahlen von SCHÄFERS:

"Auf die Zahl 4,2 Millionen kommt man nur, wenn Ehepaare, die eigentlich gemeinsam veranlagt werden, als zwei Steuerfälle zählen. Ohne Doppelzählung sind es 3,1 Millionen, die den Spitzensteuersatz zahlen, darin enthalten sind private Haushalte, Selbständige und Unternehmer."

Betrachtet man nur die Arbeitnehmer, so kommt man auf nur 2,4 Millionen Arbeitnehmer - und auch das ist falsch, denn:

"Eine Ausnahme gibt es für Reiche: Ab einem Einkommen von mehr als 256.300 Euro werden 45 Prozent Steuern fällig",

erklärt uns SCHMIDBAUER, wobei uns die Zahl derjenigen verschwiegen wird, die diesen "Reichensteuersatz" zahlen.

SCHMIDBAUER, Jan (2017): Spitzensatz für Normalverdiener.
2,4 Millionen Arbeitnehmer fallen in die höchste Kategorie,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

HAGELÜKEN, Alexander (2017): Mehr für die Mehrheit.
Kommentar zur Steuerreform: Manche Liberale wollen den Staat in der Badewanne ertränken,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in den USA

FICHTER, Alina (2017): Die Alten kommen.
Silicon Valley: Das Silicon Valley sortierte bislang ältere Mitarbeiter aus. Das könnte sich nun ändern. Denn Start-ups entdecken die Generation der Babyboomer als neue Kunden für technische Produkte,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in Polen

HASSEL, Florian (2017): Schwimmen gehen, Obst essen, ans Meer fahren.
Polens nationalkonservative Pis hat mit einem großen Versprechen die Wahl gewonnen: Kindergeld. Nun zahlt sie tatsächlich 115 Euro pro Junge oder Mädchen. Viele arme Familien können sich nun etwas leisten, was für andere selbstverständlich ist,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

WERNICKE, Christian (2017): Front normal.
Um Frankreichs Hauptstadt legt sich ein Gürtel trister Kleinstädte. Wer hier lebt, hat oft keinen Job, dafür aber große Wut auf eigentlich alles. Es ist das Terrain der Verlierer, das Terrain der Marine Le Pen. Vom Wahlkampf in Villers-Cotterêts,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.04.

OERTEL, Barbara (2017): Die Stadt, sie schläft und stirbt.
Albi ist ein Traum in Backstein. Sehr lebenswert findet Florian Jourdain, der deswegen hierherzog. Doch der Stadtregierung ist es "scheißegal", dass das historische Herz ausblutet, sagt Jourdain und organisiert Widerstand,
in:
TAZ v. 19.04.

 
       
   

Das Single-Dasein in Schweden

HERMANN, Rudolf (2017): Zorn in Schwedens hohem Norden.
Urbanisierung und Modernisierung vergrössern das ohnehin markante Stadt-Land-Gefälle,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 19.04.

 
       
   

18.04.2017

 
       
   

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz in der Debatte

THELEN, Peter (2017): Gerangel um die garantierte Rente.
Betriebliche Altersversorgung: Arbeitsministerin Nahles will mehr Rendite und keine Garantie mehr. Die Wirtschaft findet keine gemeinsame Position dazu,
in:
Handelsblatt v. 18.04.

Peter THELEN berichtet über die Konfliktlinien im Gesetzgebungsprozess um die Reform der betrieblichen Altersvorsorge. Auf der einen Seite steht die Versicherungswirtschaft (GDV, BDA) mit ihrer Verteidigung von Garantien als Alleinstellungsmerkmal, auf der anderen Seite die Investmentbranche und die Verfechter der Chemie- und Metallrente. THELEN berichtet nun über Verschiebungen der Interessenkonstellationen zwischen Bundesratsempfehlung, Anhörung der Experten und der Tagung des Sozialausschusses des Bundestages. Die Interessenskonflikte haben dazu geführt, dass die Reform nicht wie geplant am 28. April verabschiedet werden kann. Der schwarze Peter für diese Verzögerung wird von THELEN der Versicherungswirtschaft ("Vertreter der Munich Re") und der CSU zugeschoben.

Der Spiegel hat bereits am Samstag unter einem anderen Blickwinkel über die Verschiebung der Verabschiedung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes berichtet. 

 
       
   

Die säkulare Stagnation in der Debatte

PLICKERT, Philip (2017): Bremst die Überalterung das Wirtschaftswachstum?
Ökonomen warnen vor Stagnation - doch eine neue Studie sieht einen Ausweg durch Automatisierung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.04.

Philip PLICKERT verspricht Aufklärung über die Sicht der Ökonomen auf den demografischen Wandel, ein Thema, das die Welt bereits am Samstag einseitig in dramatisierender Absicht  präsentiert hat.

"Bundesbankpräsident Jens Waldmann hat vor einiger Zeit den Satz des Demographen Herwig Birg zitiert, die Gesellschaft gleiche immer mehr einem Ruderboot mit einer schrumpfenden Zahl an Ruderern und immer mehr Passagieren. Viele langfristige Prognosen gehen von künftig weniger Wachstum aus, weil die demographische Basis ungünstiger wird."

Schon die Ruderboot-Metapher ist mehr als albern. Seit wann sind das Passagierschiffe? Richtiger wäre es von einer Galeere zu sprechen, denn bei der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme geht es um Krieg und Ausbeutung.

"(Das) Schlagwort »säkulare Stagnation« (ist) schon fast 70 Jahre alt. Geprägt hat es der Keynesianer Alvin Hansen 1938 in seiner Rede als Präsident der American Economic Association (AEA)",

erklärt uns PLICKERT die Begriffsherkunft. Bekanntlich ist der Keynesianismus das Gegenteil vom Neoliberalismus, was nicht verhindern konnte, dass das Schlagwort die Seiten gewechselt hat.

"In den kommenden Jahren gehen die Babyboomer in Rente. Das könnte die Wirtschaft ausbremsen, so die Pessimisten. Doch eine neue Studie des MIT-Ökonomen Daron Acemoglu und seines Kollegen Pascual Restrepo von der Boston University stellt diese These radikal in Zweifel. Die empirischen Daten aus einer großen Zahl von Ländern zeigten überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Alterung und Wirtschaftswachstum pro Kopf",

erklärt uns PLICKERT die optimistische Sicht auf den demografischen Wandel. Als Ursache wird die Kompensation des demografischen Wandels durch die Automatisierung genannt. Zum Schluss revidiert PLICKERT diese Sicht wieder durch eine andere Studie:

"Eine 2016 veröffentlichte Studie von Nicole Maestas (Harvard Medical School) sowie Kathleen Mullen und David Powell (beide Rand Corporation) kam zu einem anderen Ergebnis."

Im Gegensatz zur Welt kann sich hier der Leser ein eigenes Bild machen, denn was die Auswirkungen betrifft, wird der demografische Wandel gerne ideologisch vereinnahmt.    

 
       
   

Die Rentenanpassungen in der Debatte

DPA (2017): Jedes Jahr 2 Prozent mehr Rente.
Rentenpräsidentin Roßbach zuversichtlich. Bsirske warnt,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.04.

ND/Agenturen (2017): Im Schnitt gibt es mehr.
Rentenversicherung verbreitet Optimismus, doch der kommt nicht so richtig an,
in:
Neues Deutschland v. 18.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2017): Bloß keine Modernisierung.
Alter: Die Renten steigen weiter. Doch ihr Verhältnis zum Lohnniveau verschlechtert sich. Höhere Wohnkosten und der Tod des Partners sind Verarmungsrisiken,
in:
TAZ v. 18.04. 

Barbara DRIBBUSCH setzt der Warnung vor Altersarmut von Frank BSIRSKE die Zahlen zum Rückgang der Altersarmut im Jahr 2016 entgegen und suggeriert, dass die Zunahme von Doppelverdienerhaushalte ein Beitrag zur Verringerung der Altersarmut wäre:

"Eine boomende Wirtschaft und viele Doppelverdienerhaushalte beispielsweise steigern die Zahl der Erwerbstätigen - und damit die Renten."

Das ist aber keineswegs sicher, denn in der Rentenformel zählt keineswegs die Zahl der Beitragszahler und Rentner, sondern die Zahl der Äquivalenzrentner und -beitragszahler, d.h. die Zunahme der Geringverdiener - trotz boomender Wirtschaft - führt nicht zu Rentensteigerungen. Die Spannbreite der prognostizierten Altersarmut gibt DRIBBUSCH mit 6 - 10 Prozent an, wobei jedoch eine Jahresangabe fehlt! 

 
       
   

Das Ehegattensplitting in der Debatte

SCHMOLLACK, Simone (2017): Heirat wegen Steuer und Krankenkasse.
Familie: Die Parteien tun sich auch im kommenden Wahlkampf schwer mit dem Abschaffen des Ehegattensplittings. Denn viele Paare mit ungleichem Einkommen profitieren von dieser Steuergestaltung,
in:
TAZ v. 18.04.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

GÖBEL, Andreas (2017): "Sie verlassen den sanierten Sektor".
In Thüringen stehen bereits 45.000 Gebäude leer - für Kommunen wachsen die Probleme,
in:
Neues Deutschland v. 18.04. 

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

ECKERT, Daniel (2017): Strapaziertes Sozialsystem.
Welche langfristigen Folgen die Zuwanderung hat, ist umstritten. So langsam aber wird das Ausmaß deutlich,
in:
Welt v. 18.04.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

HALLMANN, Barbara (2017): Mit den Kindern geht auch das Dorfleben.
In Sachsen-Anhalt organisieren sich Eltern und Pädagogen gegen Schulschliessungen - von der Politik wird das nicht gern gesehen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.04.

 
       
   

16.04.2017

 
       
   

Die neue Klassengesellschaft in der Debatte

MECK, Georg & Jenni THIER (2017): Deutschland, deine Reichen.
Wir wissen viel über die Armen, aber wenig über die Reichen: Zeit für einen Osterausflug zur deutschen Oberschicht. Und wo ballt sich mehr Wohlstand als am Tegernsee,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.04.

MECK & THIER stellen uns Prominente, statt Reiche vor. Wie der Ex-CDU-Mopedrocker Friedrich MERZ auf diese Liste kommt, das hätte man gerne gewusst.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

SCHERFF, Dyrk (2017): Der Charme der eigenen Immobilie.
Wer sich eine Wohnung kauft, sollte sie auch selbst bewohnen. Das lohnt sich viel mehr, als sie zu vermieten,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.04.

"In der Debatte über eine ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland würden die Einkommen von Immobilienbesitzern systematisch um (die)(...) Mietersparnis zu niedrig angesetzt. Die Ungleichheit ist dadurch größer, als die üblichen Rechnungen ergeben, schließlich lebe rund die Hälfte der Bevölkerung in der eigenen Immobilie",

zitiert Dyrk SCHERFF den früheren Unternehmensberater und heutigen Ludwigshafener Finanzwissenschaftler Gösta JASMIN. Der Immobilienkauf solle deshalb durch die Abschaffung der Grunderwerbssteuer erleichtert werden.

Warum nicht Abschaffung der Grunderwerbssteuer für Eigennutzung und Erhöhung der Grunderwerbssteuer für Investoren und Spekulanten? Das wäre die bessere Lösung, um Schlechterverdiener den Immobilienkauf zu erleichtern. Die grundsätzliche Abschaffung dient dagegen in erster Linie nur den Vermögenden.

Neben diesem Wahlkampfthema wird die Grundsatzfrage von Mietern erörtert:

"Sollen sie in die neu gekaufte Wohnung einziehen oder sie lieber vermieten?"

Neben rein finanziellen Aspekten ("Miethöhe, Zinsniveau, Immobilienpreisentwicklung und Steuersätze") stellen sich hier auch Fragen der Lebenssituation wie Erreichbarkeit und Größe der erschwinglichen Immobilie oder die Arbeitsplatzunsicherheit und Familienplanung  usw.

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

ERIBON, Didier (2017): Ein neuer Geist von '68.
Warum die Präsidentschaftswahl in Frankreich uns vor Augen führt, in welcher Krise sich das linke Denken befindet. Und wie wir es erneuern können,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 16.04.

STROHSCHNEIDER, Tom (2017): Der Eribon-Effekt, Identitätspolitik und die Linken.
Falsche Selbstbezichtigung, soziale Frage: Anmerkungen zur Rezeption von »Rückkehr nach Reims« eine Woche vor der Frankreich-Wahl,
in:
Neues Deutschland Online v. 16.04.

 
       
 

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Zu den News vom 09. - 15. April 2017
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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