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Medienrundschau:
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News vom
16. - 24. August
2004
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Zitat
des Monats:
"Die
bislang für einen westdeutschen Geburtsjahrgang niedrigste
endgültige Kinderzahl wird mit 1439 für die 1968 geborenen
Frauen geschätzt. Für die danach geborenen Frauen (1969, 1970)
erwarten wir mit 1456 bzw. 1472 leichte Anstiege der endgültigen
Kinderzahl. Der Rückgang der endgültigen Kinderzahlen, der
bereits seit dem Jahrgang 1933 (2224) bestand, ist damit
abgeschlossen."
(Jürgen Dorbritz
in den BIB-Mitteilungen, Nr.2 v. 22.06.2004) |
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KAST, Bas (2004): Die Geometrie der Liebe.
Was tut einer Beziehung gut? Paarforscher finden Erfolgsformeln der
lebenslangen Liebe,
in: Tagesspiegel
v. 24.08.
- Kommentar:
"»Nachdem
ich ein Paar fünf Minuten beobachtet habe, kann ich sagen, ob es
sich scheiden lassen wird.«
Ist das nur eine maßlose Selbstüberschätzung? Sind solche Prognosen
wirklich möglich? Die kurze Antwort lautet: ja. Mehr noch, jeder von
uns kann, wenn er die Entdeckungen der Partnerschaftsforscher
studiert, ein Gefühl dafür entwickeln, was der Zweisamkeit gut tut
und was ihr schadet",
schreibt Bas KAST etwas zu großmäulisch.
Richtiges
Streiten ist ein Modethema, wird bei KAST jedoch zum Stein des
Weisen verklärt.
Natürlich hilft
es, wenn man "richtig" streiten kann, aber Soziologen würden
natürlich vehement widersprechen, dass dies der wichtigste Faktor
sei.
Fünf Beziehungskiller
hat der Psychologe John GOTTMAN mit hohem Aufwand (Liebeslabor!)
herausgearbeitet: Kritik, Verteidigung, Verachtung, Rückzug und
Machtdemonstration. Das ist ziemlich trivial für soviel Aufwand!
Dass Aufregung
als Erregung interpretiert werden kann, das ist ein altbekanntes
Theorem der kognitiven Sozialpsychologie und lautet bei KAST:
"Wir haben kein
Herzklopfen, weil wir uns verlieben, sondern wir verlieben uns, weil
wir Herzklopfen haben."
Mit diesem
Theorem ließe sich aber auch erklären, warum die Liebeslabor-Methode
keine optimale Methode zur Entdeckung von Scheidungsfaktoren ist und
warum Streitkurse wirken:
Die frisch vermählten
Paare verändern durch die Videobeobachtung ihr Paarverständnis. Ich
stehe unter wissenschaftlicher Beobachtung, also bin ich ein
besonderes Paar. Die Scheidungsrate solcher Art behandelter Paare
sollte also niedriger sein als in der restlichen Bevölkerung.
Das gleiche könnte für
exklusive Streitkurse gelten. Der Inhalt ist dann unwichtig, das
olympische Dabeisein ist alles. Das dürfte die Veranstalter
solcher Kurse freuen...
Und einen
letzten Gemeinplatz liefert KAST:
"Unzertrennliche Paare
sehen ihren Partner wie durch eine rosarote Brille".
Bei manchen dauert
Verliebtheit eben ein ganzes Leben lang, aber was nützt dieses
Wissen jenen Paaren, die sich nicht ausstehen können?
"Scheide sich, wer kann" heißt das passende Motto von
Julie BURCHILL.
Bas KAST, Jahrgang
1973, hat ein ganzes Buch über Die Liebe und wie sich
Leidenschaft erklärt geschrieben.
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KUBACH, Tim-Niklas (2004): Nach drei Wochen "Hartz IV"-Selbstversuch:
Leben ohne Zeitung, Zigaretten und Mobilität?
jW sprach mit dem Radio-Eins-Reporter Lutz Oehmichen,
in: junge Welt
v. 24.08.
- Inhalt:
Lutz OEHMICHEN arbeitet bei einem
Berlin-Brandenburgischen Radiosender, ist 45 Jahre alt und ledig. Er
hat schon einmal getestet wie es sich als Hartz-IV-Single zukünftig
lebt:
"F:
Sie sind Journalist und haben einen festen Beruf. Sie können das
Experiment jederzeit abbrechen. Das kann ein Arbeitsloser, wenn er
von »Hartz IV« betroffen ist nicht.
Sie haben recht, ich kann das abbrechen. Wir haben aber bei
Radio Eins vereinbart, daß ich einen Monat so lebe. Das ist kein
Zustand, der erstrebenswert ist. Arbeitslosengeld II, das hat nichts
Romantisches. Es gibt manche Menschen, die sagen: Weg vom
Konsumstreß ist doch ganz gut. Ich halte auch nichts vom Konsumstreß,
aber das Bewußtsein, kein Geld zu haben, ist nur schwer zu ertragen."
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- MÄRZ, Ursula (2004): Die Liebe zur
Novelle.
Warum die Medienerzählung so inflationär auf Geschichten von
berufstätigen Frauen zugreift,
in: Frankfurter Rundschau
v. 24.08.
- Kommentar:
Natürlich geht es nicht um berufstätige
Frauen, sondern um berufstätige Mütter:
"Kaum
eine andere Figur als die der berufstätigen Mutter ist so ideal
dafür geeignet, Interesse an ihrer sozialen, materiellen, faktischen
Disposition zu behaupten und dieses Interesse gleichzeitig im
Befindlichkeitsnebel des Mentalen, Psychologischen zu
vernachlässigen",
klagt Ursula MÄRZ.
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- SCHNEIDER, Markus (2004):
Rücksichtsloser Kampf gegen die Langeweile.
Legs McNeil erzählt die wundersame und erschröckliche Geschichte
des amerikanischen Punkrock,
in: Berliner Zeitung v. 23.08.
- Inhalt:
Anlässlich der Übersetzung des
Doku-Roman-Klassikers
"Please Kill Me" rollt Markus
SCHNEIDER die Anfänge des US-Punk auf:
"Anders
als später bei den Sex Pistols, ging es im US-Punk - Ende der
Sechzigerjahre entstanden - aber noch weniger um
situationistische Inszenierungen, modische Posen und
Pop-Strategien. Vielmehr verwirklichten amerikanische Teenager in
der ersten Dekade nach Hippies, Pop und Vietnam im Punk ihre
nihilistischen Ausbruchsfantasien. Sie waren die »Blank Generation«,
nach der Hymne Richard Hells, der mit seiner nicht unmutigen
T-Shirt-Aufschrift »Please Kill Me« auch den Titel dieses Buches
geliefert hat."
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- SCHAERL, Marika (2004): Trottel,
Single, männlich.
Der Kölner Comedy-Autor Tommy Jaud hat einen Roman über
tollpatschige, neurotische Männer geschrieben - der vor allem bei
Frauen gut ankommt,
in: Focus Nr.35
v. 23.08.
- Inhalt:
Tommy JAUD, Angehöriger der
Generation Golf (II), über das
Single-Dasein und das Buch "Vollidiot":
"FOCUS: Wie viel
»Vollidiot« steckt in Ihnen selbst?
Jaud: Ich war selber Single, zuletzt ein Jahr lang. Da hat man die
Wahl: Therapie oder Buch schreiben. Das Buch sit quasi die
Fortsetzung von mir. Mein Held tut Dinge, an die ich bestenfalls
gedacht habe. Hatte nicht jeder Single schon Lust, in Ikea ein
knutschendes Designerpärchen vom Sofa zu kloppen? Simon Peters ist
so eine Art moderner Sozialgorilla."
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- MÜLLER, Albrecht (2004): "Lasst die
Geschichte anders enden".
Der Kanzler hält an seinem Kurs fest. Hier schreibt ihm Albrecht
Müller, Ex-Berater von Willy Brandt und Helmut Schmidt, dass er das
für falsch hält,
in: Tagesspiegel
v. 23.08.
- Inhalt:
"Als
ich im April hörte, Du wolltest den Würzburger
Volkswirtschaftsprofessor Peter Bofinger zum
Bundesbankpräsidenten machen, da dachte ich: Bravo, der
Bundeskanzler hat’s verstanden! Jetzt setzt er mit dem auf
Ankurbelung der Wirtschaft drängenden Wissenschaftler ein
Gegengewicht gegen die Vorherrschaft der neoliberalen Mafia.
Bofinger hätte hier im Land und als deutscher Vertreter in der
Europäischen Zentralbank wichtige neue Akzente zur Belebung der
europäischen Volkswirtschaften setzen können. Warum in aller Welt
hast Du diese Chance nicht genutzt und Dich dem Widerspruch von Hans
Eichel gebeugt?"
fragt Albrecht MÜLLER den Kanzler.
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- KAUFMANN, Stephan
(2004): "Bypass für einen Asthmakranken".
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger über die Hartz-IV-Reform,
Kaufzurückhaltung und das Lohnniveau in Deutschland,
in: Berliner Zeitung
v. 23.08.
- Inhalt:
"Das Lohnniveau ist nicht Deutschlands zentrales
Problem. Die Tatsache, dass unsere Exporte trotz der Euro-Aufwertung
seit Jahren stark steigen zeigt doch, wie wettbewerbsfähig unsere
Unternehmen sind. Woran es fehlt, ist die Binnennachfrage",
kritisiert der Ökonom Peter BOFINGER die Hartz-Reform.
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- SPIEGEL (2004): "Verwirrte geben
Verwirrung weiter".
Der Philosoph Peter Sloterdijk über die Herrschaft der Politiker
aus der 68er-Generation, die Jammerwut der wohlstandsverwöhnten
Deutschen, den Traum von einer europäischen "Komfortgesellschaft" und
sein neues Buch "Sphären III",
in: Spiegel Nr.35
v. 23.08.
- Kommentar:
Wenn wohlbeleibte Professoren über
Wohlstandsverwöhnung faseln, dann hat das etwas Skurriles.
Wenn diese dann auch
noch über ihre eigenen Altersgenossen reden, als ob sie nicht
dazugehören würden, dann hat das etwas Schizophrenes:
"Die Altersgruppe, die
jetzt in Stellung ist, bildet die verwirrteste Generation der
deutschen Geistesgeschichte", doziert der
68er SLOTERDIJK über
die 68er.
Das ist ein
klassisches Eigentor!
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- SCHROEDER, Klaus (2004): Ganz und gar
gnadenlos.
Die Achtundsechziger waren nicht modern, sondern verantwortungslos.
Daran gemahnt eindrücklich ein Roman von Sophie Dannenberg,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 22.08.
- Kommentar:
"Sophie
Dannenberg wird sich warm anziehen müssen", behauptet SCHROEDER.
Darüber kann man nur lachen!
Wir wollen
keine Romane mehr über abgehalfterte Ikonen lesen, die für uns
KEINERLEI Bedeutung haben.
Wir wollen
Romane über die Mächtigen der 68er-Generation, also über jene 68er,
die diese Berliner Republik der Mitte-Eliten prägen.
Wer schreibt einen Roman
über das 68er-Macht-Kartell von Gerhard SCHRÖDER,
Ulrich BECK über
Herwig BIRG,
Warnfried DETTLING,
Peter GLOTZ,
Meinhard MIEGEL,
Paul KIRCHHOF,
Bert RÜRUP,
Gerhard SCHULZE,
Peter SLOTERDIJK, Peter WIPPERMANN bis zu
Thomas SCHMID,
Michael RUTSCHKY,
Dietrich SCHWANITZ und
Peter SCHNEIDER. Die Liste ließe sich beliebig verlängern...
Wer schreibt den ersten
Roman über diese Berliner Republik, jene
neue Klassengesellschaft, die das Resultat eines Elitenkonsens
von kaltblütigen Aufsteigern der neuen Mitte und der
Geburtselite der alten Mitte ist.
Jene Republik, in der die
Besserverdiener-Partei der Grünen die FDP als
Zünglein an der Waage abgelöst hat und Parteigänger der Konzerne
sich als neue Bürgerbewegung aufspielen.
Wir kämpfen nicht an diesen
veralteten Sexfronten, die uns von Revisionisten wie Mariam LAU als
die neuen Sexfronten verkauft werden.
Ihr ödet uns an! Wir
lassen uns von Euren eitlen, selbstreferentiellen Schlachten nicht
verblöden.
Wir betrachten Eure
Geschichtspolitik als das was sie ist: Besitzstandswahrung eines
Machtkartells.
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- MARGUIER, Alexander (2004): Auf dem
Vergangenheits-Trip.
Gerhard Seyfried war für seine Kiffer-Comics berühmt - bis er
Roman-Autor wurde. Jetzt spürt er der eigenen Biographie nach: im
Sympathisanten-Milieu der siebziger Jahre,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 22.08.
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- OCHS, Birgit (2004): Wie schafft man
eine lebenswerte Stadt für alle.
Gendermainstreaming im Städtebau, das ist bisher vor allem Theorie.
Nun experimentieren Dessau und Pulheim, ob und wie sich die Interessen
von Männern und Frauen in den Alltag kommunaler Stadtplanung
übertragen lassen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
v. 22.08.
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EICHEL, Christine (2004): Rausch verfliegt, Nähe bleibt.
Auf stürmische Leidenschaft folgt wohlige Vertrautheit. Doch wie
viel Intimität verträgt eine Beziehung?
in: Welt am Sonntag
v. 22.08.
- Kommentar:
Die Zeitschrift "Elle" hat eine Umfrage in Auftrag
gegeben. Dieser Wissenschafts-Touch garantiert heutzutage im
Aufmerksamkeits-Wettkampf noch, dass andere wohlgesinnte Medien, wie
hier die WamS, darüber berichten.
Das Thema, um
das es hier geht, hat der französische Soziologe Jean-Claude
KAUFMANN in seinem Buch
"Der Morgen danach"
in den Mittelpunkt gestellt: wie überlebt die Liebe im Alltag?
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KAMMERER, Steffi (2004): "Ich glaube an Märchen".
Uschi Obermaier war das Sexsymbol der 68er. Nun wird ihr Leben
verfilmt. Ein Hausbesuch,
in: Welt am Sonntag
v. 22.08.
- Inhalt:
"Uschi
Obermaier lebt in der Nähe von Los Angeles, vor einem Jahr hat sie
ein Haus im Topanga Canyon gekauft - das erste Haus ihres Lebens.
Der Wohnraum ist hoch und licht, mit Fenstern in alle
Himmelsrichtungen und freier Sicht auf die Berge",
berichtet uns KAMMERER.
Am Schluss
folgt ein Plädoyer fürs Alleinwohnen:
"Die
Ehe ist ihr suspekt, auch dass die Jungen sie plötzlich wieder so
attraktiv finden. »Wenn man allein lebt, weiß man, man ist selbst
verantwortlich. Wenn ich schlecht drauf bin, muss ich mich selbst
wieder rausholen.« Die schlimmste Einsamkeit sei die zu zweit.
(...).
Von Kommunen und Gruppenexperimenten träumt sie nicht mehr. »Nein,
um Gottes willen. Ich will meinen Kühlschrank für mich allein. Ich
brauche meinen Platz.«"
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MEIR, Gerhard (2004): Keiner tanzt aus der Reihe.
Zu gut, um bloß Mode-Klatsch zu sein: Der wunderbare Roman "Später,
Baby",
in: Welt am Sonntag
v. 22.08.
- Kommentar:
Der Promi-Friseur MEIR verleiht dem Debütroman
von Kristin RÜBESAMEN den nötigen Glamour.
Harald MARTENSTEIN
hat den Frauenroman bereits im KulturSPIEGEL gewürdigt.
Hintergrund ist die Jobkrise
unserer jeneusse dorée. Gutbezahlte High Society-Journalisten müssen
Abschied von der geliebten Glamour-Welt nehmen und landen plötzlich
z.B. in der Berliner Provinz!
Da Singles inzwischen der
Glamour fehlt, sind Alleinerziehende nun ein Muss im neuen
Frauenroman, der im englischen Sprachraum als "chick lit"
(Gegensatz: dude lit; Männerroman à la Nick HORNBY) bezeichnet wird.
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BESSING, Joachim (2004): Lob der Provinz.
Warum will alle Welt in die Großstadt ziehen? Plädoyer für ein
Leben im Abseits,
in: Welt am Sonntag
v. 22.08.
- Kommentar:
Die Glückskinder der Generation Golf setzen sich in
die Provinz ab, das hat bereits Thomas MEDICUS
beschrieben und Richard KÄMMERLINGS hat das für die FAZ im letzten Jahr für die
Schriftsteller hervorgehoben.
Kolja MENSING hat schon 2002 das Loblied auf die Provinz
gesungen.
Reichlich spät also, wenn
jetzt BESSING seine Provinz besingt.
Natürlich geht es bei
BESSING nicht wirklich um die Provinz, sondern um ein Loblied auf
die traditionelle Familie, denn die gedeiht am ungestörtesten im
Abseits.
Aber sooo viel Abseits solls
doch nicht sein, also posaunt man sein Glücklichsein in die Welt
hinaus, den Medien sei Dank...
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POSCHARDT, Ulf (2004): Haut nicht mehr hin.
Tätowierungen sind vom Statussymbol der Schönen zur Floskel der
Anpassung geworden,
in: Welt am Sonntag
v. 22.08.
- Kommentar:
Nachdem
Dirk KNIPPHALS
Anfang 2003 in der TAZ geschrieben hat: "Das
Spießerglück zu zwein geht mittlerweile zusammen mit Piercing,
Tattoos und Ich-hau-dir-in-die-Fresse-Blick",
verabschiedet der Popper
Ulf POSCHARDT nun das Tattoo, um es
für der Popper-Elite zurückzugewinnen:
"Die
im Fitness-Studio hochgepumpten Monster mit ihren zunehmend
absonderlichen Arten des Körperschmucks verstärken nur jene
Bizarrerie und triviale Exotik, die in den abertausenden von Tattoo-
und Piercing-Studios in Deutschland gepflegt wird.
Die goldene Regel des Stils ist einfach: Stilbruch benötigt
Souveränität. Er erfordert Wissen, Charme, Witz und Reflektiertheit.
Mehr als jede Form der Anpassung. Der Fortschritt der Lasertechnik
gibt Hoffnung. Der Körper hat ein neues Recht auf Unschuld.
Es gibt wie immer Ausnahmen im Heer der nunmehr fast fünf Millionen
tätowierten Deutschen: vornehme Mädchen, die sich klitzekleine
originelle Tattoos machen lassen. Die mit einem Initial links neben
dem Herzen an den verstorbenen Bruder erinnern. Adlige
Schriftsteller, die sich in Kinderschrift ein »Let it rock!« auf dem
Unterarm stechen ließen. Oder Fotografinnen, die eine rote Schleife
um ihr Handgelenk tragen. Exakt in jenem Moment, wo das Tattoo sinn-
und stillos geworden ist, dürfte seine Ehrenrettung zur
schwierigsten Aufgabe werden."
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SZ-Thema: Jugend in Deutschland, Teil IV
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WIEGAND, Ralf (2004): Aus den besten Familien.
Wohlstandsverwahrung greift um sich in Deutschland,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
- Kommentar:
Nie war sie so gefährdet wie heute! Dieser
Satz stimmt zu jeder Zeit.
WIEGEND kramt
einen Kampfbegriff der Wirtschaftswunderzeit wieder aus:
Wohlstandsverwahrung.
"Kinder, denen es an nichts
fehlt, (sind) ebenso emotional ungebunden, also »verwahrlost«
(...) wie Altersgenossen aus zerrütteten, armen Familien", wird
uns vorgehalten.
Damals, zum Beginn des
Wirtschaftswunders, sollten Ehefrauen davon abgehalten werden, zur
Arbeit zu gehen, um sich einen Zuverdienst zu sichern. Genützt hat
es nichts, wie wir heute wissen.
Richard KAUFMANN ("Gebrannte Kinder", 1961) spricht gar von
"Luxusverwahrlosung".
WIEGAND benutzt den
Begriff im Sinne von
Susanne GASCHKE, im Gegensatz zu
Paul NOLTE, der sich der Unterschicht annimmt.
Gelobt sei also HARTZ
IV!
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KAHLWEIT, Cathrin (2004): Dünn, schön und Sex mit 12.
Teenager-Zeitschriften setzen vor allem junge Mädchen unter
Druck,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
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BAUCHMÜLLER, Michael (2004): Der Schein zahlt.
Wichtig ist, was sichtbar ist. Nie gaben Jugendliche so viel aus
wie heute - meist für ihr Äußeres,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
- RÜHLE, Alex (2004): Affengeil hat
ausgefetzt.
Warum Erwachsene die Jugendsprache nie verstehen können und
trotzdem ein Geschäft aus ihr machen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
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SCHÄFER, Ulrich (2004): Weil wir sind, wie wir sind.
Die Deutschen jammern sich in den sozialen Untergang. Wieso Politik
nun hart bleiben muss,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
- Kommentar:
Wo sonst nur Tristesse Royale herrscht, geht
es heute ausgesprochen hartzig zu.
SCHÄFER geht es
jedoch eher um seine Altersvorsorge, also nimmt er die
Rentenversicherung als kollektive Lebenslüge aufs Korn:
"Nehmen wir die Rente.
Sie basiere, heißt es, auf dem Generationenvertrag. Doch dummerweise
nimmt sich die eine Generation die Freiheit, immer älter zu werden,
und die andere die Freiheit, weniger Kinder zu zeugen; das passt auf
Dauer nicht zusammen", moniert SCHÄFER.
Sein
bevölkerungspolitisches Glaubensbekenntnis verdankt er dem
Nationalkonservativen
Herwig BIRG.
Auf der Basis einer solchen
prästabilisierten Harmonie lassen sich dann scheinbar schlüssige
Forderungen formulieren:
"Entweder (...), die
Generation 65 plus verzichtet auf einen Teil ihrer Rente oder die
Jungen auf einen Teil ihres Lohnes. Oder aber die 20- bis
40-Jährigen zeugen mehr Kinder."
In dieser
schönen neuen Welt kommen bezeichnenderweise nur die Arbeitnehmer
vor, denn der
katholische Sozialstaat ist
ausgesprochen arbeitgeberfreundlich...
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JAUER, Marcus (2004): Homo Hartziensis.
Die Reform der Bundesregierung werden den Menschen verändern. Das
sieht man an den Fischen. Eine Evolutionsgeschichte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
- Inhalt:
"Fasst man das alles zusammen, ergeben sich für den
jungen Hartz IV-Menschen einige Problem bei der Partnersuche. Da
sind hohe Benzinpreise, die es Hartz IV-Männern erschweren, zur
Disco zu kommen. Sollten sie es doch schaffen, erschwert ihnen ihre
Stummelsprache die Kontaktaufnahme. Beides fällt für die junge Hartz
IV-Frau weniger ins Gewicht, solange sie attraktiv ist. Aber ihr
bleibt das Problem der Bedarfsgemeinschaft. Laut Gesetz verpflichtet
diese den Mann, der mit ihr zusammenzieht, zur Unterstützung. Sein
Einkommen wird auf ihr Arbeitslosengeld angerechnet. Da sollten
schon Liebe im Spiel sein.
Wenn wir diese Schranken bedenken, ist es für junge Hartz
IV-Menschen am besten, sich innerhalb ihrer Population zu paaren.
Die räumlichen, sprachlichen und finanziellen Unterschiede sind
hierbei am geringsten. Damit entsteht etwas das die Biologen
Fortpflanzungsisolation nennen", erklärt uns JAUER, der Hartz IV
begrüsst, weil dadurch neue Arten entstehen können.
Was JAUER als
Fortpflanzungsisolation bezeichnet ist nichts anderes als das
Prinzip der Klassengesellschaft.
Geld paart sich
mit Geld. Im Zeitalter der Bildungsexpansion bedeutet das: Bildung
paart sich mit Bildung, ein Prinzip, das gemäß
Hans-Peter BLOSSFELD
auch ohne Hartz IV bereits seit längerem praktiziert wird.
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BESSING, Joachim (2004): Das manierliche Netzwerk.
Noch ein paar Worte zu den Umgangsformen von Al-Qaida-Terroristen:
Die sind beser als als unsere,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.
- Kommentar:
Bei der SZ geraten bereits die Schlagzeilen
ins Stottern, wenn BESSING schreibt.
Durch seinen
Roman
"Wir-Maschine" gilt der SZ BESSING
offenbar nun als Terrorismus-Experte.
Wer Anschläge zwischen
zwei Buchdeckeln packen kann, der ist zumindest ein Terrorist im
Geiste, also muss es BESSING wissen, wenn er schreibt, dass die
Korrespondenz von Al-Quaida sich als Stilvorlage für unsere Kultur
ausgezeichnet eignen würde...
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FR-Tagesthema: Kein Bund fürs
Leben
- MIES, Petra (2004): Bis dass die Zeit
Euch scheidet.
Mehr als ein Drittel aller Ehen in Deutschland geht früher oder
später kaputt. Besitz bindet offenbar stärker als Kind,
in: Frankfurter Rundschau
v. 21.08.
- HÖLSCHER, Astrid (2004): Sesamstraße
ja, Late-Night-Show nein.
Bevor geschieden wird, muss das Familiengericht prüfen, ob die
Zerrüttungsvermutung zutrifft,
in: Frankfurter Rundschau
v. 21.08.
- MIES, Petra (2004): Oops.
Porträt: Britney Spears,
in: Frankfurter Rundschau
v. 21.08.
- KAPPUS, Monika (2004): "Mit Kindern
offen reden".
Interview mit Gabriele Wichert,
in: Frankfurter Rundschau
v. 21.08.
- HÖLSCHER, Astrid (2004): Von der
Friedelehe über die linke Hand zum Zerrütungsprinzip.
Vielfalt der Lebensformen, hohe Scheidungsraten, die
Suche nach maximalem Glück gelten als typische Merkmale unserer
modernen Gesellschaft. Alles schon mal da gewesen, sagen
Rechtshistoriker,
in: Frankfurter Rundschau
v. 21.08.
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WALTER, Franz (2004): Die müde Republik.
Bis vor wenigen Jahren war die SPD eine programmstolze
Partei. Heute weiß keiner mehr, was sie will. Der CDU reicht es halt,
"bürgerlich" zu sein. Mehr erwartet niemand,
in: TAZ v. 20.08.
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- MEDICUS, Thomas (2004): Ewig
uneingelöstes Versprechen.
Die spezifische Berliner Ökonomie des Durchwurstelns schwindet
dahin, und mit ihr bröckelt das Flair der jugendlichen,
aufbruchsbereiten Metropole,
in: Frankfurter Rundschau
v. 19.08.
- Kommentar:
Thomas MEDICUS,
Ex-Yuppie und neuer Vater, hat in
seinem Bekanntenkreis die Glückskinder der Erlebnis- und
Erbengeneration Golf befragt. Sein Ergebnis - frei nach Rainer Maria
RILKE:
Wer jetzt keine wohlhabende
Familie hat, wird nichts mehr erben. Wer jetzt noch nicht den
Abschied von Berlin plant, der wird lange bleiben, wird
wachen, Stellenanzeigen lesen, viele Bewerbungen schreiben und wird
in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Alle anderen kehren heim in die Provinz, übernehmen das Geschäft der
Eltern und lesen vielleicht bei
Richard YATES nach...
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EHRENSTEIN, Claudia (2004): "Ich hätte mich nie scheiden lassen".
Familienministerin Renate Schmidt über den Rekord gescheiterter
Ehen und die Ansprüche junger Paare,
in: Welt v. 19.08.
- Kommentar:
Die konservative Familienministerin Renate SCHMIDT
präsentiert sich -
verspätet - als scheidungsunwilliges Vorbild für die
hedonistische Generation Golf. Die kümmert das jedoch wenig, denn
die denkt momentan ans Heiraten.
Das Magazin hat
einen Anstieg der Ehewilligen bei den 20-40jähirgen ausgemacht und
lässt Susanne LEINEMANN das Loblied auf die Kleinfamilie singen.
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UCHATIUS, Wolfgang (2004): Das globalisierte Dienstmädchen.
Die Migration wird weiblich: Gebildete Frauen aus armen
Ländern verdingen sich als Haushaltshilfen in reichen
Industriestaaten. So wie Lydia Flores. Sie arbeitet illegal in
Frankfurt am Main, damit ihre Kinder in den Philippinen ein besseres
Leben führen können
in: Die ZEIT Nr.35 v. 19.08.
- Kommentar:
"Die
US-Soziologin Russell
Hochschild bezeichnet das als »die weltweite Fürsorgekette«:
Eine Frau und ein Mann in Deutschland möchten des Kindes wegen nicht
auf ihre Arbeit verzichten. Deshalb heuern sie eine Kinderfrau aus
den Philippinen an, die daraufhin ihre Kinder nicht mehr sieht. Also
engagiert sie ihrerseits Tausende Kilometer entfernt eine
Kinderfrau. Eine, die noch ärmer ist als sie",
belehrt uns UCHATIUS
Catlain FLANAGAN
hat das aus postfeministischer Sicht als Kehrseite des westlichen
Feminismus beschrieben.
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DATH, Dietmar (2004): Gegenwart der Zukunft.
Die Kultur der Science-fiction erlebt eine bedeutsame Krise,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.08.
- Inhalt:
Dietmar DATH beklagt den Verlust an
positiven Utopien am Beispiel der Science-Fiction:
"Die
gültige Science-fiction der Gegenwart, die von Leuten wie Greg Egan,
Kim Stanley Robinson, Bruce Sterling, China Mièville und - immer
noch, immer wieder - William Gibson verantwortet wird (...), glaubt nicht mehr, wie
Asimov, daß die Zukunft ein Puzzle ist - ein Problem, das wir mit
Hilfe von Teilen lösen können, die wir schon haben. (...).
Deshalb stirbt der zu Problemlösungszwecken erfundene Erzählkern des
beispielhaften Einzelvorfalls, der die
Science-fiction-Kurzgeschichte belebt hat, historisch ab."
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- HETTCHE, Thomas (2004): Deutsches
Elend.
Ein Mangel an Heimat oder der lange Abschied aus der Fremde,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.08.
- Kommentar:
Der Schriftsteller Thomas HETTCHE hat die neue
deutsche Bescheidenheit als Produkt der alternativlosen
Umorientierung in Frankfurt gesucht und ist fündig geworden. Alles
nur eine Frage der Selbstbilder...
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- TEMPLIN, Wolfgang (2004): Soziale
Ausgrenzung.
Wieviel Entsolidarisierung will sich unsere Gesellschaft leisten?
in: Frankfurter Rundschau
v. 17.08.
- Inhalt:
"Eine
Politik aufzugeben, die nicht etwa die soziale Mitte stärkt und dem
unteren Teil hilft, sondern in all ihren Auswirkungen den oberen und
den unteren Teil der Gesellschaft weiter auseinanderreißt. Schröders
Suchen nach der imaginären Mitte, sein Zaudern davor, Besitzstände
der Besitzenden anzugreifen, zeigt ihre fatalen Folgen. Im Kern geht
es darum, wieviel Ungleichheit und Entsolidarisierung sich unsere
Gesellschaft leisten kann und will, welcher Logik sozialer
Entwicklung sie künftig folgen wird",
schreibt der DDR-Bürgerrechtler Wolfgang TEMPLIN.
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LEHMANN, Anna (2004): Am Elend vorbeifahren.
Die Grünen sind die Partei der gut Verdienenden. Das
ist nicht überraschend. Um grün zu sein, braucht man Geld
in: TAZ v. 17.08.
- Kommentar:
Die
Grünen sind die Partei des linken
Establishment, eine Öko-FDP, die sich jetzt nur noch von den letzten
Resten des schlechten Gewissens verabschieden muss, um sich zum
rundum
selbstgefälligen neuen Bürgertum der Bobos
zu wandeln:
"Der
gesellschaftliche Aufstieg der Alt-Grünen ist unübersehbar,
personifiziert in einer gut betuchten Ministerriege, die so gar
nichts gemein hat mit dem Klischee des in gebatiktes Nesseltuch
gewandeten Naturschützers. Den modernen, umfassend gebildeten,
Rotwein trinkenden Grünen unterscheidet wenig vom smarten Rotwein
trinkenden FDPler. Beide sind Vertreter einer überschaubaren und
privilegierten Schicht. Bei den Grünen sammeln sich eher die
Professorentöchter, die Pastorensöhne und die Lehrerkinder, die FDP
zieht den Unternehmernachwuchs an. Doch auch da klauen die Grünen
den Gelben die Wähler"
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REICHERT, Martin (2004): Kein Anschluss an dieses Jahrtausend.
Die Retro-Bewegung will sich in ihrer Verzweiflung nun
sogar die 90er-Jahre erobern. Und vergisst dabei, dass diese Dekade
noch gar nicht zur Vergangenheit zählt: Die Neunziger sind live, eine
endloses Warten auf das Neue,
in: TAZ v. 17.08.
- Inhalt:
"Die
späten Twentysomethings und die frühen Dreißigjährigen werden von
dieser Gesellschaft nicht gebraucht, sie erfüllen keinen Zweck und
erheben daher ihre de facto nicht mehr vorhandene Jugendlichkeit zum
Selbstzweck",
meint Martin REICHERT.
Die Konsequenz
ist das Neunziger-Retro:
"Gemeinsam
in der Warteschleife sitzen und auf das Neue warten, das ist
Neunziger-Retro. Warten auf das Ende der Ära Kohl, warten auf das
Millennium, warten, dass etwas passiert. Neunziger-Retro ist, wenn die Katze
sich in den eigenen Schwanz beißt und so verharrt."
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TEGTMEIER, Sascha (2004): Ein Land, zwei Systeme.
In den neuen Bundesländern organisieren meist
Privatleute die Hartz-Proteste, weil kaum jemand Gewerkschaften und
anderen Vereinigungen traut. Im Westen hingegen funktionieren die
alten Strukturen und auch Attac mischt kräftig mit,
in: TAZ v. 17.08.
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- MÜLLER, Kai (2004): Vom Fleisch
gefallen.
Schwerelos: "Zombi", das neue Album von Kante,
in: Tagesspiegel v. 17.08.
- Inhalt:
"Die Sterne haben zuletzt ein Agitprop-Album gemacht, das
bemerkenswert deutlich den Frust der machtlosen mittleren Generation
formuliert.
Im Reigen von Blumfeld, Tocotronic und anderen Hamburger
Fährtenlegern sind Kante das ambitionierteste Projekt in Sachen
Postrock. Also: beseelt von dem paradoxen Bemühen, Rockmusik mit den
Mitteln des Rock zu retten.
(...).
Jetzt haben Thiessen & Co auch noch das Außenseitertum entdeckt, das
sie – ganz unironisch – idealtypisch aufladen," merkt MÜLLER zur
neuen CD von Kante an.
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EXPRESS-Titelgeschichte:
L'amour est bon pour la santé.
Maintenant, la science le prouve
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CHARLES, Gilbert & Jean-Sébastian STEHLI (2004): Pourquoi l'amour
est bon pour la santé.
Sentiments tendres et harmonie sexuelle ne suffisent donc pas.
Les scientifiques l'affirment: l'amour est aussi une mécanique
biologique. De nouvelle découvertes démontrent que chaque passage à
l'acte déclenche une multitude de chamboulements, aussi bénéfiques
qu'insoupçonnés pur l'ensemble du corps. En somme, une pratique
vieille come le monde qui, entre autres plaisirs, permet de vivre
vieux,
in: L'Express Nr.2772 v. 16.08.
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- WALTER, Birgit (2004): Es fehlt an
brauchbaren Vätern.
Zwölf Frauen erklären, warum sie keine Kinder haben und ob sie
deswegen etwas vermissen,
in: Berliner Zeitung v. 16.08.
- Kommentar:
"Wer fragt schon eine Frau ohne Kind, warum sie eine
Frau ohne Kind ist?"
WALTER sieht hinter dieser
Frage nur Abgründe lauern, weswegen Nicht-Verwandte sich vor falschen
Fragen hüten sollten.
Politiker hüten sich
dagegen nicht vor falschen Fragen. Nein! Die öffentliche Debatte fragt
erst gar nicht, sondern hat die Antworten schon parat.
Dem gesellschaftlichen
Geständniszwang durch den öffentlichen Diskurs hat ROGGENKAMP mit
ihrem Buch Genüge getan.
WALTER bringt den
kinderlosen Karrierefrauen, die ihre Motive offen legen, jedoch viel
Unverständnis entgegen.
Weder findet sie Beruf und
Familie unvereinbar, noch lässt sie das Fehlen akzeptabler Männer als
Rechtfertigung der Kinderlosigkeit in Deutschland gelten. Für WALTER
ist Kinderlosigkeit stattdessen das Ergebnis der widernatürlichen
Rationalität moderner Frauen:
"Die
Entscheidung trifft nicht der Intellekt, sondern der Instinkt. Und der
wird nun zunehmend gestört durch die Unabhängigkeit der Frau, den
Anspruch an ihr Leben, die gesellschaftlichen Umstände."
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- BALZER, Jens (2004): Den diskursiven
Wert des Klugscheißertums muss amn neu überdenken.
Heute erscheint "Zombi", das neue Album von Kante. Am Sonnabend
spielte die Band beim Summerize-Festival in der Kulturbrauerei,
in: Berliner Zeitung v. 16.08.
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BITTERMANN, Klaus (2004): Seltene Tierart.
Die Reformretter (1). Bei der Zerschlagung des Sozialstaats dient
sich Peter Schneider der SPD als Problembeseitiger an,
in: junge Welt v. 16.08.
- Inhalt:
In einer neuen Serie stellt BITTERMANN die
"Neuen Philosophen" der Reformer vor. Heute wird
Peter SCHNEIDER gewürdigt:
"Wenn sie schon die eigenen Genossen
gegen sich aufbringt, die massenhaft die Partei verlassen, so konnte
die SPD doch zumindest einige Intellektuelle gewinnen, die ihr bei
der »Vermittlung« behilflich sind, unter der ihre wunderschöne
Politik nach eigenen Aussagen am meisten leidet.
Immer wieder gerne läßt der Spiegel seine kleine intellektuelle V2
aufsteigen, um »die Reformen« zu retten. Seit der ehemalige
68er-Wortführer Peter Schneider einmal mit dem Kanzler Rotwein
trinken durfte, legt er sich schwer für das soziale Kürzungsprogramm
der Regierung ins Zeug."
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- HAGE, Volker & Martin DOERRY (2004):
"Die Trauer bekämpfen".
Die Schriftsteller Christoph, 60, und Jakob Hein, 32, über das
Verhältnis von Vater und Sohn, das Leben in der DDR und zwei Bücher,
die von der verstorbenen Christiane Hein handeln,
in: Spiegel Nr.34 v. 16.08.
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Zu den News
vom 06. - 15. August 2004
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