[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 05.-10. August 2005
News 01.-04. August 2005
News 25.-31. Juli 2005
News 20.-24. Juli 2005
News 16.-19. Juli 2005
News 11.-15. Juli 2005
News 06.-10. Juli 2005
News 01.-05. Juli 2005
News 28.-30. Juni 2005
News 20.-27. Juni 2005
News 01.-19. Juni 2005
News 01.-10. Juni 2005
News 24.-31. Mai 2005
News 18.-23. Mai 2005
News 10.-17. Mai 2005
News 06.-09. Mai 2005
News 01.-05. Mai 2005
News 27.-30. April 2005
News 19.-26. April 2005
News 12.-18. April 2005
News 07.-11. April 2005
News 01.-06. April 2005
News 29.-31. März 2005
News 23.-28. März 2005
News 12.-22. März 2005
News 08.-11. März 2005
News 04.-07. März 2005
News 01.-03. März 2005
News 22.-28. Februar 2005
News 18.-21. Februar 2005
News 10.-17. Februar 2005
News 05.-09. Februar 2005
News 01.-04. Februar 2005
News 26.-31. Januar 2005
News 21.-25. Januar 2005
News 16.-20. Januar 2005
News 11.-15. Januar 2005
News 01.-10. Januar 2005

News 26.-31.Dezember 2004
News 21.-25.Dezember 2004
News 16.-20.Dezember 2004
News 11.-15.Dezember 2004
News 01.-10.Dezember 2004
News 16.-30.November 2004
News 01.-15.November 2004
News 21.-31. Oktober 2004
News 16.-20. Oktober 2004
News 11.-15. Oktober 2004
News 05.-10. Oktober 2004
News 01.-04. Oktober 2004
News 24.-30. September 2004

News 16.-23. September 2004
News 11.-15. September 2004
News 05.-10. September 2004
News 01.-04. September 2004
News 25.-31. August 2004
News 16.-24. August 2004
News 06.-15. August 2004
News 01.-05. August 2004

News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 11. - 17. August 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Was heute an den demografischen Klagemauern bejammert wird - Geburtenrückgang, Vergreisung, Migration -, sind nicht Irrläufer und Ausläufer der Evolution. Eher kündigt sich darin eine neue Entwicklungsstufe mit neuen Problemlösungen an. Gesellschaften stellten ihre Nachwuchssicherung um: von vielen, riskanten und kurzen auf wenige, sichere und längere Lebensläufe; von Quantitäten auf Qualitäten; von biologischer auf soziokulturelle Reproduktion; von Autarkie auf Arbeitsteilung. Diese neue Arbeitsteilung zwischen produktiven und reproduktiven, kinderarmen und kinderreichen Gesellschaften gilt womöglich nur für eine Übergangsphase von 50 oder 100 Jahren. nach und nach werden alle Kulturen sich umstellen: von einer breiten Reproduktionsbasis mit hoher Sterblichkeit auf eine schmale Basis lang lebender Individuen.
          
Dies zu begreifen und zu akzeptieren, fällt uns schwer."
(Karl Otto Hondrich im Cicero, August 2005)

 
 
 
 
  • FUHRIG, Dirk (2005): Wer braucht einen Sprachkurs?
    Imran Ayatas jedenfalls nicht: Sein Debüt "Hürriyet Love Express" ist federleicht und ohne Attitüde,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.
 
 
  • Vorstellung des 7. Familienberichts

    • FR (2005): Junge Frauen und Männer wollen wählen.
      Ein einkommensabhängiges Elterngeld schafft mehr Möglichkeiten für verschiedene Lebensplanungen
      Auszug aus dem 7. Familienbericht,
      in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.
    • SPERBER, Katharina (2005): An der Realität vorbei,
      in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.
    • KRAMM, Jutta (2005): Geld macht keine Kinder.
      Rot-Grün ist in der Familienpolitik gescheitert. Die Union kann es nicht besser,
      in: Berliner Zeitung v. 17.08.
    • TAZ-Brennpunkt
 
 
  • ARNING, Matthias (2005): Aus Liebe zum Eigensinn.
    Kämpferisch und penetrant: Udo Di Fabio wirbt für die Freiheit und sehnt sich nach einem Aufbruch in eine neue bürgerliche Epoche,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.
    • Inhalt:
      Matthias ARNING lobt das Buch "Kultur der Freiheit" des Familienfundamentalisten Udo Di FABIO, weil es in de Tradition des libertären Konservatismus eines Paul NOLTE und Paul KIRCHHOF steht:

                
      "Di Fabios Denken knüpft an den Historiker Paul Nolte und den Rechtswissenschaftler Paul Kirchhof an. Mit Nolte verbindet ihn das Verständnis der Brüderlichkeit als sozio-moralisches Substrat des Sozialstaats, mit Kirchhof teilt er das Bild des in staatlicher Verfasstheit lebenden Menschen als eines selbstbewussten, zur autonomen Gestaltung seines Lebens fähigen Wesens."
 
  • VORBRINGER, Anne (2005): Nicht nur für Muttersöhnchen,
    in: Berliner Zeitung v. 16.08.
    • Inhalt:
      VORBRINGER geht kurz auf die Geschichte der
      Wohngemeinschaften ein, stellt das Problem der Nichterfassbarkeit vor, weil sie mehrheitlich den Single-Haushalten zugerechnet werden. Daneben gibt es WG-Tipps und es werden 5 WG-Typen vorgestellt:
      - Die Riesen WG: Wohnen wie in einer Großfamilie (Claas WEINMANN)
      - Die Villen WG: Zwischen Ölgemälden und Kronleuchtern
      - Die Ex-Häftlings-WG: Ein Leben nach dem Gefängnis
      - Die Demenz-WG: Würdevolles Vergessen (Antje LANG-LENDORFF)
      - Die Politikerinnen-WG: Ein Ersatz-Zuhause fernab vom Wahlkreis 
 
 
  • HARTMANN, Michael (2005): Auf dem Weg zur Zwei-Klassen-Universität.
    Der Wandel der westeuropäischen Hochschullandschaft fördert die soziale Selektion - und zwar nicht nur aufgrund von Studiengebühren,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.08.
    • Inhalt:
      Michael HARTMANN, durch das wegweisende Buch "Der Mythos von den Leistungseliten" bekannt geworden, widmet sich in dem Artikel der zunehmenden Selektivität der Hochschulen:

                
      "In Zukunft wird sich die Situation auch in Deutschland verändern. Es wird dann Universitäten mehrerer Kategorien geben. Die der ersten und zweiten Kategorie werden einen weit überproportionalen Teil der privaten und staatlichen Gelder erhalten und sich bei den Wissenschaftlern und Studierenden "die Rosinen" herauspicken können. Sie werden in weit stärkerem Maße als heute für den Nachwuchs des Bürgertums reserviert sein, während die Masse der Studierenden aus der breiten Bevölkerung mit den anderen Hochschulen vorlieb nehmen muss, die aufgrund fehlender finanzieller wie personeller Ressourcen immer schlechtere Bedingungen bieten werden."
 
  • SCHIRRMACHER, Frank & Jürgen KAUBE (2005): Die Illusion der Republik.
    Was der Sozialstaat versprochen hat, ist nicht mehr zu finanzieren: Fragen an Kurt Biedenkopf zu einem Ausweg aus der Krise des Systems der sozialen Sicherung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.
    • Kommentar:
      Kurt BIEDENKOPF brüstet sich damit, dass er und Meinhard MIEGEL bereits im Jahr 1977 erkannt hätten, dass das Umlagesystem der Sozialversicherung aufgrund des demografischen Wandels nicht haltbar sei.

                
      Tatsächlich ist der demografische Wandel gar nicht hauptsächlich für die Krise der sozialen Sicherung verantwortlich.
                
      Während z.B. Soziologe Karl Otto HONDRICH das Problem der Geburtenkrise als sekundär betrachtet, könnte man genauso gut behaupten, dass die Eliten im Gegensatz zu früher nicht mehr zur gesellschaftlichen Solidarität gewillt sind. Wir hätten es dann mit einem Prozess der Entsolidarisierung zu tun.
                
      Außerdem gilt: Nicht die Krise, sondern ein profitabler Markt ist es, der Motor einer Privatisierung der Altersvorsorge ist. Wer Profit machen möchte, dem sollte verboten werden das als gesellschaftliche Krise zu deklarieren! 
 
  • SZ-Serie: Wahl 2005 - Die Alternde Gesellschaft (Folge 4)

    • GRAUPNER, Heidrun (2005): Gemeinsam statt einsam.
      Das Drei-Generationen-Modell: In einem Genossenschaftsbau in München erproben Großeltern, Eltern und Kindern ein friedliches, freundliches Zusammenleben,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.
    • HOFFMANN, Andreas (2005): Die Rente als Rätsel und Angstmacher.
      Andere Länder, ähnliche Probleme: Das System der Alterssicherung kränkelt in vielen Industriestaaten - und nicht nur Deutschland versucht Reformen,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.
 
  • KISSLER, Alexander (2005): Der fremde Papst.
    Schlau aber hoffnunglos katholisch. Joseph Ratzinger und Deutschland. Eine zerrüttete Beziehung?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.
    • Kommentar:
      Alexander KISSLER nervt!
                
      1990 als Sten NADOLNY seinen Roman "Selim oder die Gabe der Rede" veröffentlichte, war der Topos von den barbarischen 68ern und dem gekränkten Intellektuellen noch einigermaßen unverbraucht.
                
      Spätestens seit Michel HOUELLEBECQ jedoch, und erst recht nach Sophie DANNENBERG, ist das nur noch öde! Offenbar soll damit von anderen Problemen abgelenkt werden.
                
      Sind die Kritiker der 68er den Kritisierten nicht zum Verwechseln ähnlich?
 
  • MONATH, Hans (2005): Große Sorgen um die Kleinen.
    Der Familienbericht wird am Dienstag vorgestellt. Deutschland hat danach lange in der Familienpolitik fast alles falsch gemacht. Wie könnte es in Zukunft besser laufen?
    in: Tagesspiegel v. 15.08.
    • Inhalt:
      Anlässlich der morgigen Vorstellung des 7. Familienberichts der Bundesregierung, stellt MONATH schon einmal ein paar Elemente der geplanten Familienpolitik vor, die bereits seit längerem diskutiert werden.

                
      Dazu gehören das Elterngeld, eine Familienkasse nach französischem Vorbild und die Veränderung der Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass Frauen ihre Kinder erst ab 30 bekommen (Anmerkung: das kann man alles bereits unter dem Etikett "Nachhaltige Familienpolitik" z.B. bei Bert RÜRUP und Hans BERTRAM nachlesen). 
 
  • SCHÄUBLE, Juliane (2005): Wild auf den Westen.
    Junge Frauen kehren Ostdeutschland den Rücken. Zurück bleibt eine "männerlastige Bevölkerung",
    in: Tagesspiegel v. 13.08.
    • Inhalt:
      "In ganz Ostdeutschland gibt es keine einzige Region mit einem Frauenüberschuss, dafür teilweise 20 Prozent weniger weibliche als männliche Einwohner", berichtet SCHÄUBLE über eine Studie von Torsten OBST.
 
 
  • KREYE, Andrian (2005): Die Beseelung einer Vorstadt durch den Schrecken.
    Von wegen Rückzug in die Idylle: "Lunar Park",der neue Roman von Bret Easton Ellis, erscheint in den Vereinigten Staaten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.08.
    • Inhalt.
      Anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans, singt Andrian KREYE ein Loblied auf Bret Easton ELLIS:

                
      "Ellis war (...) die entscheidende Stimme, der Autor, de eine ganze Generation gleichaltriger und nachfolgender Schriftsteller prägte, auch wenn er das selbst natürlich abstreitet. Ohne Ellis hätte es keinen Christian Kracht, keinen Michel Houellebecq und keinen Irvine Welsh gegeben - und wahrscheinlich auch nicht seine umso freundlicheren Antipoden wie Douglas Coupland, Nick Hornby und Dave Eggers. Ellis war es auch, der mit jedem Roman einen passenden Ton zum momentanen Lebensabschnitt seiner Altersgenossen fand, egal ob er in »Less Than Zero« und »Rules Of Attraction« den Hedonismus des Collegelebens auseinandernahm, den zynischen Kern des Karrierismus in »American Psycho« oder die planlose Sinnsuche in Pop und Politik der neunziger Jahre in seinem jüngsten Roman »Glamourama«."
 
  • WIDMANN, Arno (2005): Arbeit, Freiheit, Sicherheit.
    Ulrich Beck über das Ende der Erwerbsideologie, die Schwierigkeiten der Demokratie, die offene Gesellschaft und ihre terroristischen Feinde,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 13.08.
    • Kommentar:
      Nichts Neues von Ulrich Beck, aber das wortreich...
 
 
  • BERTH, Felix (2005): An der Belastungsgrenze.
    "Seit den siebziger Jahren hat die Bundesrepublik Chancen verpasst". Zeitdruck, Finanznot und eine hilflose Politik: Der neue Familienbericht beschreibt die Lage deutscher Eltern und fordert vom Gesetzgeber pragmatische Korrekturen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.08.
 
  • RUTSCHKY, Michael (2005): Herr und Verhüter.
    Die Utopie vom wohlgeordneten Haus: Das deutsche Sicherheitsdenken berauscht sich an einem Staat, der alles heilt,
    in: Tagesspiegel v. 12.08.
    • Kommentar:
      Aus der Perspektive des intellektuellen Überfliegers betrachtet Michael RUTSCHKY, ein Angehöriger der 68er-Generation, uns im System Verirrte:

                
      "Der Aufruhr, den die Hartz-Reformen in den Mittelschichten hervorgerufen haben, zeigt, wie tief hier die Utopie des wohlgeordneten Hauses sich auswirkte. Plötzlich schienen alle von Arbeitslosigkeit bedroht, und der Staat, der Herr im Haus, verweigerte ihnen die nötigen Subsistenzmittel. Die gefühlte Gesellschaft verwandelte sich in ein hilfloses Massenheer (...).
                
      Der Soziologe Ulrich Beck hat die unsere als »Risikogesellschaft« erkannt und »Individualisierung« als deren Grundprinzip beschrieben. Das war ein bisschen geschummelt, denn es ist das Grundprinzip der modernen Welt, in der jeder für sich selbst verantwortlich ist und seine Existenz nicht fundamental dem Gehorsam gegenüber seinem Herrn verdankt, dem er von Geburt an zugehört oder dem er seine lebenslange Loyalität vermacht. So kann man es schon bei Adam Smith und Hegel und den anderen Theoretikern der bürgerlichen Gesellschaft lesen; eben dies ist die Trennung von Staat und Gesellschaft, aus der die moderne Welt hervorgeht, in der die Freiheit sich selbst kontrolliert.
                
      Die Angestelltenexistenz, zu der heute die allermeisten Werktätigen verurteilt sind, kann diese Verhältnisse verschleiern."
                
      Ein Glück, dass es noch den gefühlten, frei schwebenden Intellektuellen gibt...
 
  • FINGER, Evelyn (2005): Reine Privatsache.
    Es gibt keine Pflicht zum Kind. Wer Frauen etwas anderes einredet, verrät eine totalitäre Gesinnung,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 11.08.
    • Kommentar:
      "Kinderlosigkeit, so lautet der unterschwellige Vorwurf, verrät mangelnden Gemeinsinn. Da wird Elternschaft zu einem Akt des Altruismus umgedeutet. Da wird vergessen, dass noch längst nicht erwiesen ist, ob die demnächst zu gebärenden Kinder später unsere Rente erwirtschaften oder nur das Heer der Arbeitslosen vergrößern. Vor allem aber wird das Recht auf freie Wahl eines Lebensmodells geleugnet und ein idealistisches Verantwortungsbewusstsein eingeklagt – ausgerechnet in einem historischen Augenblick, da der Sozialstaat sich am liebsten aus der Verantwortung stehlen würde",

                
      klagt Evelyn FINGER, um dann zu fragen, wie die Kinderlosen auf diese Vorwürfe reagieren:
                
      "Was aber tun die kinderlosen Frauen? Sie rechtfertigen sich, anstatt den Vorwurf des Hedonismus höhnisch lachend zurückzuweisen. Sie lassen sich einschüchtern von den Schreckensvisionen eines einsamen Dahinsiechens, das ihnen ab dem 40. Lebensjahr blühe, anstatt den zynischen Verhältnissen mit Zynismus zu begegnen."
                
      Mit der Erzählung "Geschlechtertausch" (1975) von Günter De Bruyn und dem Roman "Der Report der Magd" (1985) von Margaret ATWOOD meint FINGER das nötige Rüstzeug für die Kontroverse Eltern gegen Kinderlose zu haben:
                
      "1985 beschrieb Margaret Atwood in ihrem apokalyptischen Zukunftsroman Der Report der Magd eine fiktive Republik Gilead, deren oberstes Staatsziel die Sicherung der Fortpflanzung ist. Nachdem die »europiden Rassen« jahrelang einen drastischen Geburtenrückgang zu verzeichnen hatten, werden auf der Grundlage einer perversen Verantwortungsethik die Frauen entmündigt und zu Gebärmaschinen degradiert. In Gilead ist das äußerste Mittel zur Erhaltung der Nation zugleich das äußerte Mittel der Unterdrückung. – Nun besteht vielleicht wenig Gefahr, dass Deutschland sich bald in ein Gilead verwandelt. Aber Margaret Atwood erinnert uns daran, dass Kinder Geiseln sein können, die die Mütter daran hindern, sich gegen die bestehenden Machtverhältnisse aufzulehnen. Bei Atwood ist die kinderlose Frau das Andere zum Totalitarismus, der Schrecken der Männer, eine Partisanin, die keine Rücksichten nehmen muss außer auf sich selbst."
                
      Neben dieses heroische Modell der kinderlosen Frau stellt FINGER das Feindbild der kinderlosen Karrierefrau, wie es bereits Mitte der 80er Jahre in der Kontroverse um das Müttermanifest der Grünen zutage trat.
                
      Wie damals Claudi PINL, versucht nun FINGER die Kontroverse zwischen Eltern und Kinderlosen zu beenden und die Energien auf den gemeinsamen Gegner zu lenken:
                
      "Doch solange die Mütter diesen Vorwurf nur den Kolleginnen und nicht auch den Kollegen machen, bleibt der gemeinsame Feind unerkannt: ein politisches System, wo Elternschaft eher bestraft wird als belohnt und wo dem Einzelnen aus dem Gesellschaftsvertrag bald nur noch Pflichten erwachsen könnten, aber keine Rechte mehr."
                
      Am Ende bleibt nur der Appell:
                
      "wichtiger ist es für die Demokratie, Kinderlosigkeit nicht als einen Lifestyle, sondern als Freiheitsrecht zu verteidigen."
                
      Man könnte aber auch sagen, Evelyn FINGER ist ein Opfer der herrschenden Single-Rhetorik, denn Kinderlosigkeit ist nicht einfach ein oberflächliches Lifestyle-Phänomen oder Ausdruck eines heroischen Kampfes, sondern das Ergebnis ganz verschiedener Faktoren.
                
      Lebenslange Kinderlosigkeit ist zudem wesentlich weniger verbreitet als es die Rede vom demografischen Wandel nahe legt.
                
      Wer meint, dass Kinderlose eine ernstzunehmende gesellschaftliche Macht seien, der ist den Familienfundamentalisten auf den Leim gegangen.
                
      Statt dem gesellschaftlichen Zynismus mit persönlichem Zynismus zu begegnen, sollten sich Singles politisch organisieren und der Single-Lüge in Wissenschaft, Politik und Medien eine neue Sichtweise entgegen setzen.
                
      Statt wie Evelyn FINGER, isoliert mit dem Rücken zur Wand zu kämpfen, hilft hier nur eine gemeinsame politische Offensive.     
 
 
 
  • LAU, Jörg (2005): Die Macht der Jugend.
    Jugendkulturen, eine ZEIT-Serie: An die Stelle der großen Jugendbewegungen sind unüberschaubar viele Szenen und Stile getreten. Die meisten davon sind politischer, als es scheint,
    in: Die ZEIT Nr.33 v. 11.08.
 
 
  • RM-SPEZIAL: Glücksfaktor Familie.
    Nur mit Kindern hat Deutschland Zukunft. Alle Parteien beklagen im Wahlkampf den fehlenden Nachwuchs. Doch kein Politiker hat ein wirksames Rezept gegen den Mangel. Was hilft wirklich?

    • MAYER, Tilman (2005): Kostbarer Nachwuchs.
      ROT-GRÜN: Die Familienpolitik hat die Demografie entdeckt – endlich,
      in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 11.08.
    • SCHMID, Josef (2005): Volk des Verschwindens.
      Demografie:
      Neun Bevölkerungsprognosen gibt es für Deutschland. Keine stimmt hoffnungsfroh .Selbst wenn mehr Menschen zuwandern, als heute angenommen wird, nimmt der Anteil der Senioren stetig zu. Doch die Politik schaut weg
      in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 11.08.
    • LINNEWEBER, Silke (2005): Vorfahrt für Eltern.
      ALTERSVORSORGE: Das umlagefinanzierte System begünstigt ausgerechnet Kinderlose. Eine Alternative wäre die Kinderrente.
      in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 11.08.
    • GIERTH, Matthias (20059: Schusters Spielwiese.
      Stuttgart: Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg will kinderfreundlichste Kommune Deutschlands werden,
      in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 11.08.
 
  • PROSINGER, Wolfgang (2005): Grüner wird's nicht.
    Die Rekordhalter, Teil 1. Wo die Parteien bei der letzten Bundestagswahl ihr bestes Ergebnis hatten. Heute: die Grünen,
    in: Tagesspiegel v. 11.08.
    • Kommentar:
      PROSINGER stellt uns den Neuen Menschen vor.

                
      Er wohnt in der grünen Variante der "Gated Community", in Vauban (bezeichnenderweise nach einem französischen Festungsbaumeister benannt), einem Stadtteil von Freiburg:
                
      "Fast 88 Prozent von ihnen haben bei der Bundestagswahl 2002 für Rot-Grün gestimmt. Wobei die SPD mit 18,6 hier entschieden der Juniorpartner ist. (...). Die CDU scheiterte mit 3,7 grandios an der Fünf-Prozent-Hürde, nur 41 Bewohner wählten sie, und die FDP schaffte knapp ein Prozent. Die grünen 69 Prozent sind deutscher Rekord, nirgendwo anders wurde dieses Ergebnis auch nur annähernd erreicht."
                
      Den "Vauban-Menschen" charakterisiert PROSINGER folgendermaßen:
                
      "Zwischen 30 und 40 Jahre sind die meisten Leute hier, sie haben Kinder und ein bisschen Geld. An die 75 Prozent sind hier privates Eigentum, und 55 Prozent verzichten aufs eigene Auto. (...) Arme, Alte, Ausländer ziehen kaum auf Vauban. Gleich und Gleich gesellt sich nirgendwo so gern wie hier, jeder kennt jeden, und jeder kennt auch ein bisschen die Gedanken des anderen: Sie sind ja so ähnlich wie die eigenen. Ein selbst gewähltes Ghetto."
 
  • FEDDERSEN, Jan (2005): neokon ist noch lange nicht cool.
    Die Union ist immer noch eine Partei für Lifestyle-Verlierer. Ein Sumpf von quakenden Nörglern. Daran vermag auch eine Kanzlerkandidatin Angela Merkel nichts ändern. Vor allem ihr fehlen die Visionen,
    in: TAZ v. 11.08.
    • Kommentar:
      "Warum gelingt es der Opposition, warum gelingt es deren Anführerin Angela Merkel nicht, aus der Schwäche der Regierung Kapital zu schlagen? Oder anders gefragt: Warum gibt es unter den Deutschen, die inzwischen schnell gelangweilt und einer Sache überdrüssig sind, keine Wechselstimmung? Es hat vermutlich zwei Gründe, und beide sind letztlich nicht politische, sondern kulturelle. Der eine Grund ist Angela Merkel, der andere der Zustand der Konservativen in Deutschland", erklärte Thomas SCHMID am 19.01.2005 im DeutschlandRadio.

                
      Das unterscheidet sich nicht von dem, was Jan FEDDERSEN erst gestern im DeutschlandRadio gehört haben will.
                
      FEDDERSEN dagegen will nichts mehr davon wissen, dass es mit Schwarz-Gelb kulturell doch gar nicht viel schlechter werden kann, stattdessen zieht er über die Partei der Lifestyle-Verlierer her.
                
      "Schluss mit lustig"-Peter HAHNE gilt ihm - wie auch schon Ijoma MANGOLD - als konservatives Schreckgespenst.
      Ob Schwarz doch noch zu retten ist?
 
 
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom  05. - 10. August 2005

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2006
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 05. Juli 2006 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002