| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom 10. - 16. August
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Zitat
des Monats:
Den Deutschen fehlt die
Gelassenheit in Sachen demografischer Wandel
"Fehlprognose
nach Fehlprognose hinderte Demographen
und andere Publizisten nicht daran,
die Katastrophe an die Wand zu malen. Für
fünf bis 20 Jahre kann man sinnvolle Prognosen stellen, auf
Generationen voraus aber sagen sie seit je den Untergang vorher
- denn nur durch die Wahl »möglichst weite[r] Zeiträume für
statistische Berechnungen [kann] die konstatierte
Bedeutungsschwere der Bevölkerungsentwicklung überhaupt
publikumswirksam« dargestellt werden.
Noch im Jahre 2005 wiederholen die deutschen Medien
unverdrossen die alten Schreckensmeldungen -
»Kontinent ohne Kinder«,
»Land ohne Kinder«, »Land der Greise«,
»Den Deutschen fehlt der Wunsch zum Kind«,
»Lieber kinderlos als arbeitslos«,
»Die kinderarme Gesellschaft« - wie ein Mantra.

(...).
Ja, wie soll man eigentlich nicht in allertiefste Lebensangst
verfallen, wenn Deutschlands Publizisten sich zu derart
schrillen Geißelungszügen durch die Republik aufmachen? Sie
vereinnahmen jedes Problem, jede Veränderung.
(...).
Wie erleichternd ist es da, schwedische Tageszeitungen zu lesen.
Dank Viggo und Jakob und Elisa wächst die Bevölkerung. Ausländer
gehören dazu, man muß sie nur zu integrieren. Immer wieder gibt
es einen baby boom, in den 1960ern, 1990ern und just nach
der Jahrtausendwende. Junge Akademikerpaare ziehen in die
Großstadt, heiraten nicht, arbeiten beide und bekommen trotzdem
Kinder, oft mehr als zwei. Die drohende Flut der Alten? Ein
Mythos, schreibt der Chefökonom des Arbeitgeberverbandes (...).
Die Alten lebten länger und seien gesünder als früher, man müsse
sie nur ins Arbeitsleben integrieren, jeden nach seinem
Vermögen. Ohnehin habe die Kategorie des Alters etwas
Willkürliches, deshalb könne man sie auch neu definieren. (...).
Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. (...). Die
schwedische Geburtenrate ist die niedrigste in Nordeuropa, so
etwas wurmt. (...). Aber (...) die Gelassenheit, mit der etwas
als Problem beschrieben wird, wenn es wirklich ein
Problem aufgefasst wird, um es dann zu lösen, sollte man
auch in Deutschland etwas mehr pflegen."
(aus: Thomas Etzemüller
"Ein
ewigwährender Untergang"
(2007, S.146ff.)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
BINDER, Nora (2007): Licht aus, Sport an.
Eos TV will der erste "Trauerkanal" werden,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.08.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
GERNERT, Johannes (2007): Superreiche als Forschungsobjekt.
Anwalt der Millionäre,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.08.
- Inhalt:
GERNERT porträtiert den Soziologen Thomas
DRUYEN, der seit März Professor für Vermögensforschung in Wien ist.
Die
Superreichen unterteilt DRUYEN in Reiche und Vermögende:
"Reiche
horten ihre Besitztümer, Vermögende aber lassen die Gesellschaft
daran teilhaben - über ihre Stiftungen"
|
|
| |
|
-
STATISTISCHES LANDESAMT (2007): Rund 92 000 Lebendgeborene im Jahr
2006 - Niedrigster Stand seit 1978.
Historische Wende: Erstmals seit 1983 wieder mehr Sterbefälle als
Geborene,
in: Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 15.08.
- Exklusiv-Story von
single-generation.de
Die Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangt
markige Worte. Historische Wende! Dabei ist die verkündete Wende
nichts als ein Konstrukt, das Bevölkerungsforscher erfunden haben,
um ihrem Gegenstand mehr Dringlichkeit zu verleihen.
Der
Historischer Thomas ETZEMÜLLER stellt in seinem spannenden Buch
"Ein immerwährender Untergang"
(siehe auch die Rezension
in der TAZ) die Stilmittel des demographischen
Katastrophendiskurses vor ("Die
Pyramide steht Kopf!",
"Die Altenlast ist erdrückend!",
oder die
Mär von der natürlichen Bevölkerungsbewegung),
mit denen Bevölkerungswissenschaftler dem Publikum die
Gefährlichkeit von Bevölkerungsvorgängen vermitteln.
Der
Bevölkerungsstatistiker
Friedrich BURGDÖRFER ("Volk ohne
Jugend"), der am Ende der Weimarer Republik und im Dritten Reich die
bevölkerungspolitischen Inszenierungen perfektionierte, war
ein Meister dieses Genres. Herwig BIRG ist in dessen Fußstapfen
getreten.
Niemand
würde sich ernsthafte Sorgen über die Bevölkerungsentwicklung
machen, wenn nicht ständig irgendwelche Kennzahlen zur Umkehr mahnen
würden.
Was
ist geschehen? In Baden-Württemberg ist quasi Normalität eingekehrt,
weil im Jahr 2006 es nun auch im letzten Bundesland mehr Gestorbene
als Geborene gibt.
Entscheidend ist jedoch, dass die Geburtenrate weiterhin nur
geringfügig um das normale Niveau schwankt:
"Die
durchschnittliche Kinderzahl, die 1 000 Frauen während der
Altersphase von 15 bis unter 45 Jahren zur Welt bringen, ist in 2006
mit rund 1 340 Geborenen gegenüber dem Vorjahr (1354 Geborene je
1000 Frauen) nur wenig gesunken."
Das
leichte Sinken der Geburtenrate dürfte u.a auf die politischen
Streitigkeiten um das Elterngeld zurückzuführen sein. Der
negative Einfluss politischer Debatten
auf die Geburtenrate lässt sich längst belegen. Ein Aufschub von
Geburten ins Jahr 2007, der erwartbar war.
Zudem
hat sich das Gebäralter weiter erhöht, wodurch
die tatsächliche Geburtenrate unterschätzt
wird.
Aber
wie Thomas ETZEMÜLLER schreibt: Wenn alles im normalen Bereich ist,
dann werden Bevölkerungsstatistiker ignoriert.
Die
Geschichte, wie sich bevölkerungspolitische Gefahren plötzlich von
heute auf morgen im Nichts auflösen, wartet noch darauf geschrieben
zu werden.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
GAULAND, Alexander (2007): Der Familie misstrauen.
Leyen sägt an den christlichen Wurzeln der CDU,
in: Tagesspiegel v. 13.08.
- Inhalt:
"Manchmal
sind Lösungen verblüffend einfach.
Ursula von der Leyen hat mit
ihrer Ablehnung der so genannten Herdprämie deutlich gemacht, dass
es ihr nicht um Wahlfreiheit, sondern um eine möglichst
flächendeckende Kindergartenerziehung geht, und
Christa Müller, die
Ehefrau Oskar Lafontaines, mit ihrer Unterstützung
christlich-konservativer Positionen, dass sie das Kleinkind in der
Familie nach wie vor am besten aufgehoben sieht.
Und so wie von der Leyen mit ihrer familienkritischen Haltung die
Grundwerte der CDU/CSU verletzt, so Müller mit ihrem Festhalten an
Geschlechterrollen die feministische Linke. Es wäre also das
Klügste, Frau von der Leyen übernähme die frauen- und
familienpolitische Sprecherrolle der PDS und CDU/CSU würden Frau
Müller zur Familienministerin bestellen",
scherzt Alexander GAULAND angesichts einer scheinbar verdrehten
Welt, die ein SPIEGEL-Sommerloch-Interview
sichtbar machte.
|
|
| |
|
-
KRASTEV, Ivan (2007): Die Stunde des Populismus.
Gegen das "Andere": Zornige Wähler und antidemokratisch gesinnte
Eliten gefährden den Liberalismus,
in: Tagesspiegel v. 13.08.
- Inhalt:
"Es
ist gleichermaßen pervers wie wahr, dass die europäischen Eliten in
unserer Epoche der Demokratie heimlich von einem System träumen,
welches unverantwortliche Wähler daran hindert, den Anspruch auf
eine vernunftgeleitete Politik zu untergraben, und dass sie nur
allzu bereit sind, die Europäische Union zu benutzen, ihren Traum
wahr zu machen.
(...).
Im Zeitalter des Populismus verläuft die Front nicht zwischen links
und rechts, zwischen Reformern und Konservativen. Vielmehr sind wir
Zeugen eines strukturellen Konflikts zwischen Eliten, die die
Demokratie mit wachsendem Argwohn betrachten, und einer zornigen
Wählerschaft, die zunehmend antiliberal wird.
(...).
Wer die Demokratie retten will, ist dazu aufgerufen, an zwei Fronten
zu kämpfen: gegen die Populisten und gegen die liberalen Verächter
der Demokratie",
meint Politikwissenschaftler Ivan KRASTEV.
|
|
| |
|
-
GRAUPNER, Heidrun (2007): Armut raubt die Zukunft.
Der bejubelte Aufschwung in Deutschland ist nur ein Teil der
Wahrheit: Wer auf die inflationären Zahlen in den Armutsstatistiken
schaut, wird nicht mehr von Aufschwung reden,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 13.08.
|
|
| |
|
-
SCHULZ-OJALA, Jan (2007): Zu mir oder zu dir. Die Frage aller
Fragen,
in: Tagesspiegel v. 12.08.
- Inhalt:
"Alle Noch-Singles müssen sich entscheiden, wenn sie
verzweisamen in der Nacht. Und alle Wieder-Singles. Und die
Zwischendurch-Singles und die Sowieso-Singles sowieso: Wenn sie sich
finden (...), dann muss die Antwort auf die Frage aller Fragen her.
Und zwar schnell.
Sicher gibt es Vernunftgründe. Zu dir ist es näher. Bei mir steht
grundsätzlich Champagner im Kühlschrank. Du hast eine Katze, die
gefüttert werden will. Ich habe aufgeräumt. Du wohnst in Tempelhof,
mein Flieger geht um acht. Ich hab das schmalere Bett. Du willst mir
deine Briefmarken-, pardon: deine Bierdeckel-, pardon: natürlich
deine Beach-Boys- DVD-Sammlung zeigen.
Tatsächlich
aber entscheiden Temperamente. Es gibt die Eroberer und die
Abschlepperinnen, die Eroberinnen und die Abschlepper, und nur wenn
das passt, passt es auch", meint SCHULZ-OJALA.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
GUTSCH, Jochen-Martin (2007): Date mit der Portfolio-Frau,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 11.08.
- Inhalt:
Jochen-Martin GUTSCH über eine unangestrengte
Form des Zusammenseins:
"Mit
den Jahren blieben bei Alex ein paar Bekanntschaften in der Phase
zwischen Freundschaft und Liebe stecken, sie sammelten sich zu einem
kleinen Portfolio an Telefonnummern, und wenn die Einsamkeit zu groß
wird, gibt es immer irgendeinen Notausgang. Es passiert automatisch,
sagte Alex. Plötzlich hat man ein Portfolio.
Ich
sagte: Vielleicht ist die Portfolio-Frau das neue Ding. Eine
unangestrengte Form des Zusammenseins. Sie könnte sich etablieren
wie Bionade oder Sushi."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
DENK, Felix (2007): Erst nervöser Krach, dann federleichte
Pop-Songs.
Mit Post-Punk kam der große musikalische Umbruch: Simon Reynolds
berichtet über die Musik der Jahr 1978 bis 1984,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.08.
- Inhalt:
"Die überraschende These des englischen Popkritikers:
Nicht Punk revolutionierte die Popmusik, sondern die Jahre danach.
Erst mit Post-Punk kam der große musikalische Aufbruch. Punk
provozierte zwar seine ideologischen Gegner, also Hippies, Kiffer,
Linke und Genesis-Hörer; zu mehr reichte es nicht. (...). Für
Post-Punk galt das Gegenteil: »Die Sex Pistols haben 'No
Future' gesungen«, so Allen Ravenstine von der Band Pere Ubu.
»Aber es gibt eine - und wir bauen sie«", schreibt DENK anlässlich
des Erscheines der
deutschen Übersetzung von Simon REYNOLDS' Buch "Rip it up and
Start Again".
|
|
| |
|
-
DAHMS, Martin (2007): Spanien braucht mehr Kinder.
Der Staat entdeckt die Familienpolitik,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.08.
- Inhalt:
"Nach
dem Tod des Diktators Franco und dem Ende seines
»national-katholischen« Regimes sank die Geburtenrate von
durchschnittlich 2,8 Kindern pro Frau 1976 auf 1,16 Kinder im Jahr
1996 - eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt. Mittlerweile ist
der Wert auf 1,37 (etwa so hoch wie in Deutschland). Das liegt vor
allem an den Immigrantinnen",
berichtet DAHMS über die demografischen Wandel in Spanien.
|
|
| |
|
-
PILLER, Tobias (2007): Italiens Trugbild von den Renten.
Wegen Verschwendung steht den jungen Italienern eine böse
Überraschung bevor,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 11.08.
- Inhalt:
"Zwar gehört Italien mit einer Geburtenrate von 1,35
Kinder je Frau - zusammen mit Deutschland und Spanien - zu den
Ländern mit der ungünstigsten Altersstruktur in der Bevölkerung.
Dennoch leisten sich die Italiener noch ein überaus luxuriöses
Rentensystem. Nach 35 Beitragsjahren, im Alter von 57 - oder bald 58
- Jahren bezahlt die staatliche Rentenkasse rund 70 Prozent des
letzten Gehalts. So viel erhält in Deutschland nicht einmal ein
Rentner mit 45 Beitragsjahren. Und dennoch brüsten sich seit Jahren
die italienischen Politiker, sie hätten im Gegensatz zu den
Deutschen die Rentenprobleme ihres Landes schon gelöst",
kritisiert PILLER. Erst zum Schluss
verrät der Autor, dass diese Luxusrenten nur für die älteren Rentner
gelten, denn:
"Italiener
mit heute 30 oder 40 Jahren können nur noch Sparrenten von 35 oder
40 Prozent des letzten Einkommens erwarten".
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
FUHR, Eckhard (2007): Trilogie der Lebenskunst.
Die Autoren Eberhard Rathgeb, Christine Eichel und Klara Obermüller
suchen Familienwerte,
in:
Welt v. 10.08.
- Inhalt:
"Rathgeb
gehört zu den Vorreitern einer neuen Familienliteratur, die den
Verfall von traditionellen Familienstrukturen nicht einfach
beklagt oder ihn als Voraussetzung für den Aufbruch in ein Reich individueller Freiheit
feiert. Diese Polarität hat sich im Sein und im Bewusstsein längst
aufgelöst. Die Ökonomie hat die traditionelle Familie gefressen,
nicht aber die emotionalen Energien, die schöpferisch und
zerstörerisch Familienbeziehungen prägen. Wenn Kinder geboren, wenn
Eltern pflegebedürftig werden und sterben, ist der
athletische Individualismus der Selbstverwirklichung am Ende. Er
ist auch völlig uninteressant. Erst wer die vertikale Dimension der
Generationenfolge spürt, erfasst das Leben in seiner ganzen Pracht,
in seinem ganzen Elend. Menschen eines bestimmten Alters, sagen wir
zwischen vierzig und fünfzig, bekommen heute die Vertikale besonders
heftig zu spüren. Sie haben lange Zeit in ihren horizontalen
Netzwerken gelebt, bekamen spät Kinder und müssen, während der
Nachwuchs eigentlich die gesamte Aufmerksamkeit fordert, sich um
ihre hoch betagten Eltern kümmern. Aus gelernten Individualisten
müssen opferbereite Familientiere werden",
doziert Eckhard FUHR über die Sandwich-Generation.
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
06.
- 09 August 2007
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[Suche] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|