[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 08.-14. Februar 2004
News 01.- 07. Februar 2004
News 25.- 31. Januar 2004
News 15.- 24. Januar 2004
News 08.- 14. Januar 2004
News 01.- 07. Januar 2004
News 17.- 31.Dezember 2003
News 08.-16.Dezember 2003
News 01.-07.Dezember 2003
News 16.- 30.November 2003
News 01.-15.November 2003
News 26.-31. Oktober 2003
News 21.-25. Oktober 2003
News 11.-20. Oktober 2003
News 01.-10. Oktober 2003
News 26.-30. September 2003
News 16.-25. September 2003
News 06.-15. September 2003
News 01.-05. September 2003
News 21.-31. August 2003
News 11.-20. August 2003
News 01.-10. August 2003
News 16.-31. Juli 2003
News 01.-15. Juli 2003
 
News 21.-30. Juni 2003
News 11.-20. Juni 2003
News 01.-10. Juni 2003
News 16.-31. Mai 2003
News 01.-15. Mai 2003
News 16.-30. April 2003
News 01.-15. April 2003
News 21.-31. März 2003
News 11.-20. März 2003
News 01.-10. März 2003
News 21.-28. Februar 2003
News 11.-20. Februar 2003
News 01.-10. Februar 2003
News 21.-31. Januar 2003
News 11.-20. Januar 2003
News 01.-10. Januar 2003

25.-31.Dezember 2002
16.-24.Dezember 2002
01.-15.Dezember 2002
23.-30.November 2002
16.-22.November 2002
01.-15.November 2002
16.-31. Oktober 2002
01.-15. Oktober 2002
16.-30. September 2002
01.-15. September 2002

 

News 2002
News 2001
News 2000

 
       
   
Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 15. - 19. Februar 2004

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Es wird rückblickend zu den großen gesellschaftlichen Verschiebungen in Deutschland gezählt werden, daß seit dem vergangenen Jahr der demographische Wandel in allen Facetten in das Bewußtsein der Bevölkerung eindringt. Zahlreiche sozialwissenschaftliche Doktorarbeiten werden darüber abzufassen sein, wie es möglich war, daß Kindermangel, Stadtschrumpfung und kollektive Alterung derart lange tabuisiert geblieben sind. Von »verlorenen Jahrzehnten« ist nun dramatisierend die Rede"
(Christian Schwägerl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27.01.2004)
 
       
   
  • BUDE, Heinz (2004): Die Lotsen gehen von Bord.
    Berger, McKinsey und das Ende der Beratung,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.02.
    • Kommentar:
      Heinz BUDE, ein Vordenker der "neuen Soziologie" zieht im allerletzten Moment die Notbremse, denn nicht nur das Ende der Beratung droht, sondern auch das Ende der "neuen Soziologie" wie BUDE sie versprach:

            
         "was die globale Beratungsindustrie versprach, war nicht einfach nur Festigung einer sozialen Herrschaft oder Optimierung eines wirtschaftlichen Betriebs, sondern das Heil einer neuen Epoche von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Berater gehören zum Geist der »roaring nineties« (Joseph Stieglitz), wo der Kapitalismus nach dem Epochenbruch von 1989 noch einmal seine ganze Kraft und seinen ganzen Glanz zu entfalten schien. Es ging nicht um den längst überfälligen Sieg über den Sozialismus, sondern um den Sieg über den Kapitalismus selbst. Man feierte die »schöpferische Zerstörung« (Joseph Schumpeter) der Wirtschaftsform, die in der Lage ist, sich immer wieder aus sich selbst zu erneuern.
      Man wollte die Welt der zweiten industriellen Revolution hinter sich lassen, um in eine Epoche neuer Selbststeigerung auf der Basis neuer Produktivkräfte und veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse einzusteigen. Dafür stand in Deutschland Roland Berger wie kein anderer. Im medialen Kontaktfeld mit Gerhard Schröder entwickelte er sich zum Leitbildverstärker eines neuen Deutschlands, das sich der Globalisierung nicht entgegenstellt, sondern mit ihr, in ihr und durch sie seine unentdeckten Potentiale entfaltet. Das Beratungsgeschäft diente der Weltveränderung.
      Damit stand der deutsche Berater natürlich nicht allein. Im Gegenteil: Mit McKinsey und all den anderen bildete er die Vorhut einer weltweiten Beratungseuphorie in gesellschaftsrevolutionärer Absicht. Zu diesem Umfeld muss man auch die verschiedenen Versuche einer neuen Ökonomie, einer neuen Soziologie und einer neuen Philosophie rechnen. Es ging jedesmal um dasselbe: um die Vorstellung, dass wir in eine Welt neuen Wachstums, anderer Lebensformen und gewandelter Selbstverständnisse eintreten. Insofern saßen die Theoretiker der Globalisierung und die Berater der neuen Ökonomie in einem Boot. (...). Positive wie negative Versionen der Globalisierung waren sich aber darin einig, dass jetzt alles anders werden würde.
      "
            
         Der neueste Paradigmenwechsel hat einen Namen:
            
         "Auf dieser Woge eines beratungsgeleiteten sozialen Wandels fühlten sich viele junge Unternehmer als Avantgardisten einer neuen Zeit, denen sich die traditionellen Zukunftsöffner wie Kunst und Wissenschaft geschlagen geben mussten. Vor diesem Hintergrund konnte sich der Berater als Geschichtsphilosoph einer gesellschaftlichen Modernisierung in Szene setzen.
      Die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang dieser großen Erzählung der neuen Zeit hat einen Namen: Das ist die Weltfirma Enron, wo sich ein lose gekoppeltes System unternehmerischer Stars mit einem Mal als mafiöse Organisation persönlicher Vorteilsgewinnung entpuppt. Plötzlich sah der neue Kapitalismus noch viel schlimmer aus als der alte.
      "
            
         Die Konsequenzen lässt BUDE jedoch offen, allein die Ernüchterung ist zu spüren:
            
         "Die Enttäuschung darüber, dass sich die Welt nicht geändert hat, bringt einen zu der Welt zurück, wie sie immer schon war."
 
   
  • BRINCK, Christine (2004): Kinder - ein amerikanischer Traum.
    Wo sind die Kinder? (Teil 6): Und keiner jammert: Warum es die Familien in den USA besser haben, 
    in: Die ZEIT Nr.9 v. 19.02.
    • Kommentar:
      Heute ist wieder einmal Märchenstunde bei der guten alten Tante ZEIT!

            
         Elinor BURKETT hat bereits im Jahr 2000 im Buch "Baby Boon" beschrieben wie das familienfreundliche Amerika die Kinderlosen betrügt. Und seit kurzem ist die US-Single-Bewegung der Quirkyalones so erfolgreich, dass sich die Süddeutsche Zeitung genötigt fühlte, darüber zu berichten. Von wegen kein Jammern und eitel Familienidylle!
            
         Noch märchenhafter wird es, wenn BRINCK schreibt:
            
         "Die Geburtenrate der Amerikaner wird mit 2,07 in der gesamten OECD nur von Mexiko mit 2,57 übertroffen – Deutschland liegt mit 1,39 abgeschlagen auf dem 23. Platz. Weniger kinderlieb stehen nur noch die Mittelmeerländer und ehemaligen Ostblockstaaten da. Warum?"
            
         Gerade hat der - nicht gerade als Singlefreund bekannte - Kostas PETROPULOS darauf hingewiesen, dass in den USA das Ausmaß der Kinderlosigkeit in der weißen Mittelschicht noch gravierender ist als hierzulande.
 
   
  • NIEJAHR, Elisabeth & Marc BROST (2004): "Wir haben Stehvermögen".
    Ulla Schmidt bleibt hart: Renteneinschnitte und Praxisgebühr werden nicht zurückgenommen. Dafür lockt nun die Bürgerversicherung,
    in: Die ZEIT Nr.9 v. 19.02.
    • Kommentar:
      "
      Armut bei Rentnern, die ich gar nicht wegdiskutieren will, ist vor allem ein Problem bei alleinstehenden Frauen, die keine Witwenrente bekommen", weiß Ulla SCHMIDT, aber das hindert sie nicht daran junge Familien und Rentner gegeneinander auszuspielen.
 
   
  • WILLMANN, Urs (2004): Wie man sich in Deutschland im Verein gesellt.
    Leben in Deutschland: Das Land steht still, nur bei den Vereinen gibt es Wachstum: Jedes Jahr werden mindestens 15000 neu e.V. gegründet. Was treibt ihre Mitglieder? Zu Besuch bei vier Vereinen rund ums Auto, 
    in: Die ZEIT Nr.9 v. 19.02.
    • Kommentar:
      Im wichtigsten Satz des Artikels heißt es:

            
         "Zeiten, Krisen, Moden und Politik bringen stets neue Vereinstypen hervor. Die ersten entstanden im 18. Jahrhundert. „Das revolutionär Neuartige an den Vereinsgründungen war, dass diese über alle gesellschaftlichen Schranken, sei es des Standes oder der beruflichen sowie auch konfessionellen Bindungen, hinweg erfolgten und insofern gesellschaftlichen Wandel erst ermöglichten“, schreibt die Politikwissenschaftlerin Annette Zimmer von der Universität Münster in ihrem Buch Vereine – Basiselemente der Demokratie", schreibt WILLMANN.
            
         Singles haben dies noch nicht begriffen, weswegen sie von Familienfundamentalisten immer mehr in die Defensive gedrängt werden. Die typischen Single-Clubs helfen da nicht weiter...
 
   
  • GRETHER, Kerstin (2004): Herzchen mit Reißzahn.
    "America's Sweetheart": Courtney Love will nicht länger der amerikanische Alptraum sein,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.02.
    • Kommentar:
      Kerstin GRETHER klärt uns zuerst einmal über einen Rockmythos auf:

            
         "in ihrer Mythologie hat die Rockmusik schon immer zu beweisen versucht, dass hinter jedem guten Mann eine böse Frau steht. Was man ja auch verstehen kann. Denn Rock ist nun mal die Musik, die männliche Jugendliche, egal ob echte oder eingebildete, zu Rebellionszwecken hören, während im Hintergrund eine Mutter oder Ehefrau darauf lauert, dass sie ihre Hausarbeiten erledigen."
            
         Danach stilisiert sie den Rapper Eminem zu einer Art neuem Kurt Cobain und Courtney Love zum weiblichen Pendant:
            
         "Loves Hasstiraden auf den King of Rap, der im heutigen neoliberalen Amerika vielleicht sogar eine ähnliche Funktion hat wie Nirvana-Sänger Kurt Cobain Anfang der neunziger Jahre, speisen sich aus dem Wunsch nach Gleichheit.
      »It's not Eminem who's gonna save me«, singt sie, und fleht sogar Gott an - damit er ihr helfe Songs zu schreiben, die besser sind als seine. Gemeinsam ist ihnen, dass er auch mal als öffentliches Ärgernis angefangen hat. Man hört America's Sweetheart den Wunsch an, von der männlichen Rock-Community endlich ebenso an die Brust genommen und begehrt zu werden, wie der weiße Rapper Eminem von der schwarzen Rap-Community und dem ganzen Rest. Immerhin hat Courtney - zusammen mit Pink-Produzentin Linda Perry - zu diesem Zweck die Rockmusik neu erfunden.
      "
            
         Falls diese Rechnung aufgehen sollte, dann dürfte auch Kerstin GRETHER davon zehren...   
 
   
  • SEZGIN, Hilal (2004): Stilettos,
    in: Frankfurter Rundschau v. 19.02.
    • Kommentar:
      Hilal SEZGIN, die sich bereits im 
      »Kursbuch: Die 30-Jährigen« über den Unterschied von 0 und 1 keinen so richtigen Reim machen konnte, scheitert selbst bei der gönnerhaften Suche nach dem Revolutionären bei "Sex and the City":
            
         "Wie schaffen die vier Frauen es, ihren tollen Berufen nachzugehen, wenn sie jeden Abend in einer Bar versuchen, jemand aufzureißen?"
 
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2004): Alpha-Weibchen knabbern nicht.
    Wer bietet der Frau von heute wirklich Lebenshilfe? Tiermagazine. Keiner weiß besser, wie man Rivalinnen aussticht,
    in: TAZ v. 19.02.
    • Inhalt:
      "
      Chrissy gehört zu den Frauen, die glauben, dass das soziale Netz der Zukunft in Deutschland sowieso aus alleinstehenden alten Frauen besteht, die sich über ihre Hunde unterhalten. Einfach, weil das mit den Männern zu schwierig ist und überhaupt die heterosexuelle Partnerschaft überschätzt wird", schreibt DRIBBUSCH.
 
     
   
  • AKYÜN, Hatice (2004): Frauensachen.
    Wenn Carrie in „Sex and the City“ Schuhe kauft, sind am nächsten Tag in Manhattan die Regale bei Manolo, Blahnik leer gefegt,
    in: Tagesspiegel v. 18.02.
  • BRODER, Henryk M. (2004): "Sex and the City".
    Carrie, Jenny und die Sache mit dem Furz,
    in: Spiegel Online v. 18.02.
    • Kommentar:
      BRODER beschäftigt sich mit der B-Prominenz, die für SatC auf Pro Sieben wirbt. Was eher der Serie schaden könnte, als der B-Prominenz nützen...
 
   
  • GRUMBACH, Axel (2004): Böse Zellen.
    Nicht nur der Berlinale-Gewinner Fatih Akin beschäftigt sich mit der Familie als Zwangssystem,
    in: Jungle World Nr.9 v. 18.02.
    • Kommentar:
      "
      Besonders auffällig war (...), dass viele der besseren Filme den Ausbruch aus der biologischen Zwangsgemeinschaft Familie thematisierten. Obwohl in der westlichen Welt seit 30, 40 Jahren viel über deren Niedergang lamentiert wird, bildet die Familie immer noch so etwas wie die Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft. In vielen Einwandererfamilien wird die bedingungslose Treue zum eigenen Blut nach wie vor beschworen – und dient somit der Fortführung der sozialen Kontrolle", behauptet GRUMBACH über die Berlinale-Filmbeiträge. Der Artikel kann das ansonsten nicht untermauern...
 
   
  • KULLA, Daniel (2004): Der Phrasenprüfer.
    Szenen aus dem Leben von Wau Holland, Mitbegründer des Chaos Computer Clubs,
    in: Jungle World Nr.9 v. 18.02.
    • Kommentar:
      Ein Beitrag zum Infantilismus (das Gegenteil zum Lieblingskind der journalistischen Klasse, der Infantilisierung unserer Gesellschaft!):

            
         "Der zentrale deutsche Fetisch, den es zu exhumieren galt, war die Sicherheit, die Ursache für den faulen Frieden vorher, das Bedürfnis, sich in Sicherheit zu wiegen. Daher war die persönlichste Manifestation des CHAOS der gleichnamige Computer Club, dessen LautSprecher mit beinahe missionarischem Eifer darauf bestanden, daß es keine Sicherheit gibt, daß sie nichts weiter als eine nette, aber ebenso trügerische Illusion ist. Sie machten sich daran, Schritt für Schritt zu beweisen, an wievielen Stellen diese Sicherheit trügerisch war. There are no guarantees: wir zeigen euch, was alles nicht stimmt und wieviel Sicherheit euch nur vorgegaukelt wird.
      Phantombild für die Öffentlichkeit: struppige leichtsinnige Stubenhocker, die fern der Nestwärme deutscher Familien irregeleitet auf dem Weg ins Verbrechen voranschreiten.
      Von den Kinderzimmern aus wurde auf die Leichen im Reihenhauskeller recht spektakulär aufmerksam gemacht, Probleme wurden verdeutlicht, exemplarisch vorgeführt.
      "
 
   
  • KLOPOTEK, Felix (2004): Die Elite wird neu sortiert.
    Die Verfeinerung des Produktionsprozesses in den sechziger Jahren führte zu einer Vergrößerung der Elite. Ihr Einsatzgebiet wurde die Sicherung der Herrschaft und der Reproduktion,
    in: Jungle World Nr.9 v. 18.02.
    • Inhalt:
      KLOPOTEK über die Bildungsexpansion der 60er Jahre:

            
         "revoltierende, sich bisweilen linksradikal gerierende Student ist eine historisch recht junge Erscheinung. Früher waren Studenten nicht per se links, denn sie waren an der Universität, um sich zu Führungskräften, zur Elite, ausbilden zu lassen.
      (...). Wer als Student Kommunist oder auch nur Sozialdemokrat wurde, muss dies explizit als Klassenverrat verstanden haben und gehörte auf jeden Fall zur Minderheit.
      Das änderte sich in Westdeutschland in den sechziger Jahren. Die Universitäten wurden geöffnet, und dank eines staatlichen Stipendiensystems wurde auch Arbeiterkindern der Besuch der Hochschule möglich. Die Universitäten verloren die Aura der Eliteschmieden und wurden zu so genannten Massenuniversitäten.
      Ein Grund dafür war, so banal das auch klingen mag, der unaufhörliche Produktivitätsfortschritt der unter kapitalistischen Bedingungen organisierten Arbeit. (...). Vor allem der Ausbau des herrschafts- und reproduktionssichernden Sektors der Gesellschaft (das Therapiewesen, die Pädagogik, die Werbung, die Öffentlichkeitsarbeit, Beratungen aller Art, der Journalismus und Sport, kurzum: die Kulturindustrie als ideologischer Staatsapparat) als erweitertes sozialstaatliches Instrument, um der permanenten Krisenhaftigkeit des Kapitalismus zu steuern, sorgte für den Schub an Innovationen und Arbeiterkindern an den Universitäten. Und er sorgte für den Eindruck, dass es an den Universitäten, wie sie nach der sozialdemokratischen Bildungsreform der siebziger Jahre existierten, eigentlich ganz egalitär und humanistisch zuginge.
      "

            
         Nunmehr geht es nur noch um eine Neusortierung der Eliten, denn 1968 mit seinen hedonistischen Versprechungen ist passé:
            
         "Wer heute an den Universitäten streikt, wird nicht mit Mitbestimmung, einem wilden Leben zwischen Sitzstreik und sexueller Revolution und in der Abschlussprüfung mit einem marxistischen Professor belohnt. Man lässt ihn zappeln, bis er sich beruhigt hat."
 
   
Single-Shopping
im Zürcher MIGROS-Einkaufszentrum
  • BÜRKI, Cynthia (2004): Glück dank rotem Herzkorb.
    Im pulsierenden Quartier Zürich West sort ein neuartiges Einkaufskonzept für pochende Herzen - und vielleicht sogar Schmetterlinge im Bauch,
    in: Brückenbauer Nr. 8 v. 17.02.
    • Kommentar:
      Der Schweizer Konzern MIGROS hat die französische Idee des Pariser Kaufhaus Galeries Lafayette adaptiert. Flirtwillige sind dort an ihrem speziellen Einkaufskorb erkennbar. Ob Quirkyalones dies zu schätzen wissen, das ist eine ganz andere Sache...
 
   
  • Die letzte Staffel der TV-Serie "Sex and the City"

     

    • ODOI, Ekua (2004): Comeback und Aus.
      "Sex and the City" ist wieder da. Mit einer neuen, allerdings der letzten Staffel. Weil man aufhören soll, wenn es am schönsten ist (Pro7, 21.15 Uhr),
      in: TAZ v. 17.02.
    • BAHNERS, Patrick (2004): "Sex and the City".
      Es kann nur einen geben,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.02.
    • OSWALD, Andreas (2004):Sex? Hat seinen Preis.
      Nur für Männer: Warum es gut ist, wenn Frauen lästern,
      in: Tagesspiegel v. 17.02.
    • KEIL, Christopher (2004): Körperwelten.
      "Sex and the City" (Pro Sieben): Die letzte Staffel,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 17.02.
      • Kommentar:
        "
        Man wird nichts vermissen müssen in den verbleibenden 20 Episoden. Es wird gestorben, gehochzeitet und verlassen. Was nun fehlt, ist eine Serie für die 40-Jährigen, die an der Ehe, ihrer Karriere und sich selbst gescheitert sind. Das Ende von Sex and the City ist ein Anfang", meint KEIL.
              
           Man wird erst recht nichts vermissen, wenn dereinst die greisenhafte SZ ausstirbt...
 
   
  • PETROPULOS, Kostas (2004): Kinder nicht nur für die Volkswirtschaft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.02.
    • Kommentar:
      PETROPULOS vom neokonservativen Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit, freut sich gar nicht über die bevölkerungspolitische Offensive in Deutschland:

            
         "Jahrzehntelang wurde der Hinweis auf die dramatischen Folgen des Geburtenrückgangs hierzulande als Rückfall ins Gedankengut des Dritten Reiches diffamiert. Jetzt schwadroniert selbst die SPD im Chor mit der Wirtschaft von einer »aktiver Bevölkerungsentwicklung« zur Steigerung der Geburtenrate. Ist dieser Kurswechsel nicht ein erfreulicher Beweis für die Lernfähigkeit der Parteien, der jeden Familienaktivisten beglücken sollte? Keineswegs."
            
         Als single-dasein.de im Juni 2002 schrieb, dass mit dem Pflegeurteil des Bundesverfassungsgericht im April 2001 faktisch der Einstieg in die Bevölkerungspolitik vollzogen worden ist, da war landauf landab noch die Klage zu hören, dass eine Durchsetzung von Bevölkerungspolitik in Deutschland unmöglich sei. Mittlerweile ist selbst der Begriff Bevölkerungspolitik in der öffentlichen Debatte kein Tabu mehr.
            
         Es geht also nun nicht mehr um die Durchsetzung von Bevölkerungspolitik, sondern um die richtige Strategie.
      In diesem Zusammenhang muss dieser Artikel gesehen werden.

            
         PETROPULOS gehört zur Fraktion, der die "Deutsche Mutter" eine Herzensangelegenheit ist.
            
         Die Forderung nach Vereinbarkeit von Karriere und Familie wird mit Blick auf die USA abgelehnt:
            
         "Wer betriebswirtschaftliche Erfordernisse zur alleinigen Richtschnur bei der Gestaltung der Familien-, Bildungs- und Ausbildungspolitik machen will, sollte sich die USA genauer ansehen (...): Das Land verzeichnet zwar eine hohe Geburtenrate (2,1 Kinder pro Frau), aber zugleich in der Altersgruppe der 15-bis 44jährigen Frauen eine extrem hohe Quote von Kinderlosen: 44 Prozent waren es im Jahr 2002 (Deutschland 25 Prozent).
      (...). Von daher gibt es (...) ein (...) gesellschaftliches Interesse daran, den kaum noch gezügelten weltweiten Kampf der Nationen um Siege für ihre einheimische Wirtschaft familienpolitisch zu zähmen.
      "
 
   
  • ERB, Hubert (2004): Die Dumping-Preise eines liebeskranken Gehirns.
    Was passiert genau mit uns, wenn es schief geht, wenn der oder die andere nicht mehr mitspielt?
    in: Telepolis v. 16.02.
    • Kommentar:
      "
      Romantische Liebe ist, wie Studien mit Kollegen ergeben haben, keine Emotion, sondern ein primärer Trieb (wie Hunger oder Sex z.B.), der zur Partnersuche antreibt", behauptet ERB anlässlich des Buchs "Why we love: The Nature and Chemistry of Romantic Love" von Helen FISHER.
            
         Die Behauptung von ERB, dass die romantische Liebe ein Trieb sei, der zur Partnersuche antreibt, ist  mehr als fraglich. Das ist so etwas wie die Rückkehr des Pawlow'schen Hundes.
            
         Spätestens seit LUHMANNs Studie "Liebe als Passion" ist die romantische Liebe nur als EINE kulturelle Spielart bekannt.
            
         Die israelische Soziologin Eva ILLOUZ befasst sich dagegen mit dem "Konsum der Liebe".
            
         Der biologistische Kurzschluss von ERB ist dagegen ein Zeitgeist-Phänomen.
            
         Die Geschichte der Psychologie lehrt, dass neue naturwissenschaftliche Entdeckungen - auch im Sinne der Ökonomie der Aufmerksamkeit - gerne als Paradigmenwechsel verkauft werden. Der Kampf um Forschungsgelder beflügelt die Phantasie der Forschenden.
            
         Zudem - darauf hat der Schriftsteller Norbert KRON hingewiesen - gibt es eine Affinität zwischen neoliberalen und biologistischen Ideologien.
            
         Im New Yorker (16.02.2004) empfahl Judith THURMANN in ihrer Buchbesprechung demonstrativ:
            
         "If you really want to know why we love—without any false promises that the knowledge will improve your muscle tone or your chances for lasting bliss—skip the lame experiments with a »Love-o-meter« and speculations on the courtship habits of Homo habilis (was he really, »two million years ago,« humming »sexy tunes« to his »special girls«?). Read Colette."
            
         Männer lesen dagegen am besten in Nick HORNBYs "High Fidelity nach. Der Roman ist laut Walter GRASSKAMP (Konsumglück, 2000) eine Satire über die Pop-Sozialisation. Darin geht es u.a. darum, dass es die Popmusik Männern erlaubt, über Gefühle reden zu können, ohne sie benennen zu müssen.
            
         Vor allem gilt: "Manche Gefühle versteht man ja erst dann, wenn man sie beschrieben findet, und zwar nicht durch einen Psychologen. In dieser kulturellen Präzisierung liegt die künstlerische Bedeutung der Poplyrik für die jeweilige Generation oder Subkultur".      
 
     
   
  • LIESKE, Tanya (2004): Kreuzfahrt auf einem Sargschiff.
    Sturmhoch: Joseph O'Connors Roman zur irischen Hungersnot,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.02.
    • Inhalt:
      "Die Konstruktion hat O'Connor beim viktorianischen Roman abgeschaut, vor allem an Emily Brontës »Sturmhöhe«. Es ist durchaus eine hübsche Fußnote der Literaturgeschichte, daß man in dem Waisenkind Heathdoff einen irischen Hungerflüchtling erkannt hat. Ausgehend davon und von der Tatsache, daß »Wuthering Heights« 1847 erschien, in jenem Jahr, da die Hungersnot ihren Höhepunkt erreichte, konstruiert O'Connor ein literarisches Verwirrspiel, das zur Hommage an die große englische Autorin wird", merkt LIESKE an. 
 
   
  • SIEMONS, Mark (2004): Ist ja nur eine Warnung.
    Kein Tumult: Hochhuths "McKinsey kommt" in Brandenburg,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.02.
 
   
  • LEINKAUF, Maxi (2004): Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Im Roten Salon lasen 30-jährige Autoren Geschichten aus ihrem Leben vor: Es geht um Entlassungen und Begegnungen mit Gott. Hauptsache komisch,
    in: Tagesspiegel v. 16.02.
    • Kommentar:
      Im Roten Salon der Berliner Volksbühne hat sich der Klüngel des Zeitgeistfeuilletons getroffen. Das ist, als ob Buchautoren und ihr Fanclub bei Amazon selber die Rezensionen schreiben würden:

            
         "Zur Lesung des aktuellen Kursbuches (...) »Die Dreißigjährigen« heißt die neueste Ausgabe. Moderator und Herausgeber Tilman Spengler hatte sechs Autoren eingeladen, ihre Texte zu diesem Thema zu lesen. »Denn damit liegen wir gerade im Trend«, fand Spengler.
      »In Berlin war die Neue Mitte und wir wollten da ankommen«, begann Stefanie Flamm, die auch für den Tagesspiegel am Sonntag schreibt, einen Text über ihre erste Entlassung bei den Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie schildert, wie sie in dieser großen Zeitung ankam – und wie das Verhältnis zu Ende ging. (...). Als die Berliner Seiten dann eingestellt wurden, sagte man zu Stefanie Flamm: »Sie sind jetzt ein Mythos.« Mehr nicht. Die Leute im Saal beklatschen die Geschichte wild. Vielleicht, weil sie ähnliche Situationen kennen. Auch Moderator Spengler ist hoch erfreut über diese Resonanz. (...). Das Publikum nimmt das nicht leicht: Es weiß, Flamms Geschichte könnte hier jedem passieren.
      »Uns ist im Grunde doch alles egal«, beschreibt dagegen Malin Schwerdtfeger ihren Jahrgang in »Wir Nutellakinder«. Nur eins hätten 30-Jährige gemeinsam: Sie wollen nicht erwachsen werden. Was sie damit meint, das erklärt sie nicht", bemängelt LEINKAUF (schreibt offenbar nicht für den Tagesspiegel!).

            
         "Der Autor David Wagner ist Vater geworden, er fährt jetzt »Kinderwagen, jeden Tag«. Marius Meller, Redakteur beim Tagesspiegel, erzählt wie einer seiner Freunde mal Gott begegnete. Es ist die Geschichte einer langen Psychose. Und auch Kerstin Grethers lebt in einer Krise, seit sie 13 ist. Sie pendelt zwischen »uns komischen Aliens« und Coverversionen von Nirvana-Songs.
      Diese 30-Jährigen da im Roten Salon beobachten nicht andere, sie bespiegeln sich vor allem selbst. Und das so witzig wie es geht. Als ginge es nur darum, möglichst viele Lacher auf seine Seite zu ziehen
      ".
            
         Was denn sonst? Darüber schweigt sich LEINKAUF pseudokritisch aus...
  • FÖRSTER, Jochen (2004): Sind wir noch relevant?
    Die Generation Golf braucht Beschäftigung: In der Berliner Volksbühne lesen "Die 30-Jährigen",
    in: Welt v. 16.02.
    • Kommentar:
      In der TAZ und gleichzeitig in der WELT schreiben, das wäre vor 20 Jahren nicht möglich gewesen. Heute - im Zeitalter des großen Mitte-Konsens - gelingt dies spielend.

            
         Vielleicht muss sich FÖRSTER deswegen so über Wir-Konstruktionen echauffieren, weil ihm ein wirklicher Gegner abhanden gekommen ist. Überall nur Mitte! Keine Opposition weit und breit! Langeweile en masse! Da bleiben nur solche biedermeierlichen Sätze wie:
            
         "Natürlich muss es nicht sein, eine Generation auszurufen, bevor sie überhaupt den Weg zur Macht beschritt, bevor sie mit dem Establishment abgerechnet hat, bevor sie also zünftig Bilanz ziehen kann über den Weg ihres Lebens. Und außerdem, wer soll das sein, wir? Aus der Vielzahl der Ereignisse Linien zu skizzieren, vermag der Historiker, nicht der, der mittenmang steckt. Einerseits. Andererseits ist der Nicht-Kampf wider das Establishment nicht allein unsere Schuld, zweitens kein Nachteil und drittens, mag sein, gar unser Kapital. Unsere Eltern hatten Gegner, wir nicht wirklich. Womöglich blicken wir so früh zurück, weil uns dämmert, dass nicht viel nachkommt an Barrikaden. Dies als Phänomen erkannt zu haben, ist Florian Illies' Verdienst."
            
         Mit dieser Einführung kann FÖRSTER dann mit dem Kursbuch »Die Dreißigjährigen« einen Papiertiger aufbauen, den er folgendermaßen beschreibt:
            
         "Auf Lesungen weit mehr als in Büchern, ist das gebotene Mittel die Ironie, das 30plusX-Publikum will sich über sich amüsieren. Am besten kamen deshalb Texte an, die typische Situationen nonchalant beschrieben: Stefanie Flamm, deren Zeitung sie raus warf und versuchte, Sie als »Medien-Mythos« zu stilisieren. Und David Wagner, der herausgefunden hatte, dass auch Väter heute leicht outsourcebar sind und das ganz gut ist so. Die Analytischen hatten mehr Probleme: Malin Schwerdtfegers Appell an die Neuerfindung der Frühvergreisten klang zu kompliziert, Marius Meller hatte sich dummerweise entschieden, seine Fabel von der Gottsuche eines psychotischen Schulfreundes witzig vorzutragen.
      Zwei der bemerkenswertesten Beiträge waren nicht vertreten. Karin Ceballos Betancur hatte die Geschichte zweier Kubanerinnen vor der Wahl zwischen Geld- oder Liebesheirat aufgeschrieben, auf jede Analyse verzichtet und so angedeutet, wie erhebend konkret das »Wir«-Gefühl sein kann. Ijoma Mangold fiel zuletzt die unangenehme Aufgabe zu, zu diskutieren. Er hatte Kluges geschrieben wie zu sagen - etwa dass wir ruhig beginnen sollten, uns weiter zu wähnen als die »Komplexitätsignoranten« von »68, statt ewig unserem Wildheits-Defizit hinterher zu trauern. Und dass dabei mehr Abenteuerlust vonnöten wäre, Lust auf Experimente auch ohne Rezepte. Diese Generation braucht kein Wir-Gefühl. Sie braucht Beschäftigung. Ein Döneken-Abend wie dieser kam da gar nicht so schlecht.
      "
            
         So ganz nebenbei bemerkt: Jochen FÖRSTER ist einer von drei Herausgebern der Vierteljahreszeitschrift "Dummy" (heißt wirklich so!). Dort schreibt - man wundert sich - Amazon sei dank - nicht! - Malin SCHWERDTFEGER die Filmkritiken. Es bleibt also alles in der Familie!
 
   
  • FÖRSTER, Jochen (2004): Die Erkaltung der Welt.
    Oder das Ende der Pop-Rebellion: Der junge, smarte und schon jetzt viel umjubelte amerikanische Autor Colson Whitehead und sein wuchtiger Angeber- und Durchblickerroman "John Henry Days"
    in: TAZ v. 16.02.
    • Kommentar:
      FÖRSTER - zum Zweiten - positioniert - diesmal die TAZ - im Einklang mit dem SPIEGEL und im Gegensatz zur WELT etc im neuesten Pop-Spektakel.

            
         War Jonathan FRANZEN mit "Die Korrekturen" der Liebling des Mitte-Zeitgeistfeuilleton, so wird nun an Colson WHITEHEADs Roman "John Henry Days" ein Exempel statuiert. Pop-Sein oder Nicht-Pop-sein, das ist hier die Durchblicker-Frage:
            
         "Wenn nicht alles täuscht, wird Wunderkind Whitehead der Franzen dieser Saison.
      Genau wie sein Roman ist der Autor Colson Whitehead einer, gegen den man schwer was haben kann. Ein hoch kultivierter Afroamerikaner, Harvard-Studium, ehrgeizig, nachdenklich, HipHop-sozialisiert, in Brooklyn lebend, mit Berufserfahrung als Popredakteur beim New Yorker Stadtmagazin Village Voice und mit viel Verständnis für Slacker. Den Spaziergang durch Berlin-Prenzlauer Berg absolviert er wie einer, der hier zu Hause ist. (...). Eigentlich sehnt er sich nach Hause. Seine Frau weiß seit wenigen Tagen, dass sie schwanger ist, ihr erstes Kind. Zu Hause, da sei das Leben heimelig: Fernsehen, spazieren gehen, das sind so seine Hobbys, sonst macht er kaum was. Ein Rastafari im Pyjama
      "
            
         Puh. Welch ein popkultureller Fehler! Heute noch Verständnis für Slacker. Das sind doch diese Arbeitsscheuen, denen SCHRÖDER jetzt endlich kräftig einheizt.
            
         Zweiter popkultureller Fehler: Seine schwangere Frau lässt man nicht allein zuhause, sondern präsentiert sie heutzutage als Popmutter.
            
         Und Pyjamas sind nur bei Matthias HEINE Ausdruck des gereiften Mannes!
            
         Und nicht zuletzt besitzt WHITEHEAD den menschlichen Makel auf der Eliteuniversität Harvard studiert zu haben.
            
          Was weiß Jochen FÖRSTER sonst noch?
            
         "Whitehead ist, keine Frage, ein linker Autor, und wenn man ihm etwas nicht vorwerfen kann, dann die Relevanz des Themas (...).
      Was man Whitehead sehr wohl vorwerfen kann, ist die massive Eitelkeit seiner Perspektive. Im Grunde ist
      »John Henry Days« wie »Die Korrekturen« und »Middlesex« ein Angeberroman. Der Duktus ist der des Durchschauenden, zugleich Unbeteiligten, des "Ich kann euch auch nicht helfen"-Intellektuellen. Handeln ist keine Option. Folglich endet das Kapitel über J. und die PR-Frau Monica mit einer Kriegsvision (...).
      Man kann es auch umgekehrt sagen: "John Henry Days" liest sich wie das Werk eines hoffnungslos in sich selbst verliebten, politisch korrekten Strebers. Jede Art Thomas-Bernhardscher Wut geht ihm ab. Trübe Diagnose, keine Gegenwehr, nirgends. Lieber noch eine Erzählpirouette. Und noch eine, wie T. C. Boyle in seinen creative-writing-haftesten Zeilen. Whitehead schreibt Bücher für Air-Hörer. (...).
      Das Interessanteste an dieser Art Literatur ist ihre Rezeption. Schon bei Franzen und Eugenides war das so. (...).
      Dass sich niemand (Anm.: also single-dasein.de!) darüber beschwert, hat wohl mit der allgemeinen Erleichterung zu tun, endlich mal wieder richtige Erzähler aufs Schild heben zu können. Die sich Raum nehmen, ideell sprudeln, satirisch veranlagt sind. Und das Ganze zu einer umfassenden Abbildung zeitgenössischer Trostlosigkeit schnüren, die man selbst sehr wohl durchschaut, ohne ihr entrissen werden zu wollen. (...). Hier trifft der Pyjamablick des Autors sich mit dem der Literaturkritik. Stewart O Nan, das beste lebende Gegenbeispiel zu solcherlei virtuos saturiertem Kram, hat auch schon ein Wort dafür: »Smart Guys« nennt er die Kritikerlieblinge, die so schön aufschreiben können, wie alles den Bach runtergeht.
      Warum schreibt heute ein Autor 526 Seiten über die Erkaltung der Welt im Pop, ohne dass darin irgendwas von Bedeutung passiert? Weil er (...) mitmachen, weil er erfolgreich sein will im Betriebsbücherbus und weiß, welche Regeln dafür gerade gelten. Es sind die Regeln der »Smart Guys«. Wunderkind Whitehead wird der Franzen der Saison.
      "
            
         Gut gebrüllt, Herr FÖRSTER! Dem saturierten Mitte-Milieu eine deftige Kost serviert - ein paar popkulturelle Frontlinien geschaffen. Was unterscheidet aber Herr FÖRSTER und die Mitte-Gemeinde von seinem Gegner? Nichts! Das ist das eigentliche Problem: Kein Engagement, nirgends, nur selbsternannte Feuilleton-Revoluzzer...
  • FREUND, Wieland (2004): Literatur und Rasse,
    in: Welt v. 16.02.
       
 
   
  • IMUE (2004): Der Griff nach den Sternen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 16.02.
    • Kommentar:
      "
      Der ideelle Gesamtautor der customer reviews ist nicht der naive, mit Herzblut schreibende »Normalleser« der Internet-Idylle, in der das Leservolk demokratisch über die Bücher abstimmt. Durch den Irrtum gibt amazon.com Einblick in die andere Seite seiner Website: in ein Feld des organisierten Hauens und Stechens, auf dem im Schutz der Anonymität Familien und Freunde, professionelle Rivalen und Feinde der Autoren – und natürlich auch diese selbst – nach den Sternen greifen", schreibt der SZ-Autor über die lästige Web-Konkurrenz
 
   
  • HAGER, Angelika (2004): Bitte reparieren Sie unsere Ehe!
    Beziehungen als Stressfaktor: Das zusehends krisenanfällige Verhältnis zwischen Mann und Frau wird zum Hoffnungsgebiet einer ganzen Branche. Wie Paartherapie die Liebe wieder in Schwung bringen kann, wo sie nicht mehr hilft und wie man Konfliktkultur lernt,
    in: Profil Nr.8 v. 16.02.
 
     
   
  • Die letzte Staffel der TV-Serie "Sex and the City"

    • NEUDECKER, Sigrid (2004): Die Masche mit dem Missverständnis.
      "Sex and the City" kommt wieder. Mit Sarah Jessica Parker. Und die Zuschauerinnen fragen, wie alles ausgeht,
      in: Tagesspiegel v. 15.02.
      • Inhalt:
        NEUDECKER versucht die Männer als Zielgruppe für die Serie zu gewinnen:

              
           "Carrie und ihren Freundinnen bei der wöchentlichen Erörterung ihrer Beziehungsprobleme zu lauschen, das sollte für Männer das sein, was für Frauen eine versteckte Kamera in einer Männerrunde wäre: die wunderbare Gelegenheit, etwas aus einem Lebensbereich zu erfahren, zu dem man für gewöhnlich keinen Zutritt hat."
              
           Außerdem erfahren wir, dass für den Schluss drei Versionen gedreht worden sind.
    • KEEVE, Viola (2004): Im Reich der lila Hasendildos.
      Babydoll, Baguette-Tasche und ein Paar Manolos: Nie zuvor war eine TV-Serie so durchgestylt - und stilprägend wie "Sex and the City". Am Dienstag beginnt die letzte Staffel. Aber was machen wir danach?
      in: Welt am Sonntag v. 15.02.
      • Inhalt:
        Für KEEVE ist SatC nichts anderes als  "
        ein lebendig gewordenes Modemagazin, eine »Vogue« mit Dialog."
 
   
  • HOLL, Thomas (2004): Hemmungsloser Poet.
    Um Jahre seiner Zeit voraus und stets zu früh für den Erfolg - na und? Pop-Liedermacher Bernd Begemann lebt für die Musik und gibt alles. In jedem Partykeller der Provinz,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.02.
    • Kommentar:
      HOLL stellt Bernd BENGEMANN vor, der mit "Bis du den Richtigen triffst - nimm mich" die Hymne der neuen Bescheidenheit in Sachen Beziehungsfragen verfasst hat.

            
         Galt bei den männlichen 68ern noch ganz unbescheiden Stephen STILLS' "Love the one you're with", so bleibt für die Generation Golf nur noch das, was die 68er und der Männerüberschuss übrig lassen:
            
         "Die 68er befinden sich zurzeit im Stadium eines gefährlichen Selbstbewusstseins. Bis auf Heinz sehen alle Männer aus wie Richard Chamberlain in Dornenvögel, wie Lehrer Doktor Specht oder wie Ulrich Wickert und werden plötzlich zu gefährlichen Konkurrenten um die schönsten Frauen, die sie uns in der Regel, braun gebrannt und charmant parlierend, beim Stehempfang ausspannen", schreibt Florian ILLIES in "Generation Golf zwei" über den demografischen Schrecken.
            
         Finden sich also demnächst die Übriggebliebenen der Generation Golf in einer Männer-WG wie im Roman "Herrenbesuch" bei Björn Erik SASS wieder? Oder werden sie Anhänger der "Quirkyalone"-Bewegung, die sich dem Single-Chic verschreibt? Oder reihen sie sich ein in das Heer der Frust-Singles, denen der Soziologe Rainer PARIS eine Stimme leiht? Nur eines ist sicher: Es wird alles anders!
 
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 08. - 14. Februar  2004

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2000-2005
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 07. April 2005 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002