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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 10. - 17. Februar 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Mit (...) spitzen Fingern sollte die Angabe »ein Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1. 2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel."
(Ulrike Winkelmann in der taz vom  21.01.2005)
 
 
 
  • MARTIN-JUNG, Helmut (2005): Die große Bühne der Einsamen.
    Das Weblog als öffentliches Tagebuch im Internet wird immer populärer: "Wir sind Guerilla-Publizisten". Schreiben, senden und verlinken - aus dem Nichts entstand eine neues Medium, das manche Nutzer an die Grenze der Sucht bringt,
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 17.02.
 
 
  • ULRICH, Bernd (2005): Warum habt ihr Angst vor mir?
    Akademiker bekommen immer weniger Kinder. Sie sind keine Egoisten. Ihnen fehlt auch nicht das Geld. Sie haben bloß keinen Mut,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 17.02.
    • Kommentar:
      Bernd ULRICH plädiert für Wahlfreiheit, aber leider nicht für die Wahlfreiheit zwischen einem Leben ohne Kind und einem Leben mit Kind, sondern seine Wahlfreiheit beschränkt sich auf die Art des Mutterseins.

            
        Frauen dürfen jetzt erwerbstätig sein, wenn sie Kinder haben oder sie dürfen Vollzeitmütter sein.
            
        Kinderlose gelten ihm stattdessen als mutlos. Die Medien machen ihm zu wenig Mut zum Kind und sind damit mitverantwortlich für die Kinderlosigkeit in Deutschland
            
        Keine Frage, in einem Land, in dem so viel Feindseligkeit gegen Kinderlose herrscht, sind nicht einmal gute Gründe gegen Kinder erlaubt.
            
        In einem Land, in dem Demografen wissentlich das Ausmaß der lebenslangen Kinderlosigkeit übertreiben, ist das nicht verwunderlich.
            
        Im Jahre 2000 hat Herwig BIRG in einer Anhörung zur Änderung der Pflegeversicherung folgende Aussagen gemacht:
            
        "Die jüngeren, nach 1960 geborenen Frauenjahrgänge in Deutschland bleiben zu einem Drittel zeitlebens kinderlos (...). Der hohe und weiter wachsende Anteil der Kinderlosigkeit ist der entscheidende Grund für den niedrigen, langjährigen Durchschnitt von 1,2 bis 1,4 Lebendgeborenen je Frau im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Bei den zwei Dritteln der Frauen unter den jüngeren Jahrgänge, die nicht kinderlos bleiben, entfallen 2,1 Kinder auf jeder Frau - eine unter mehreren Gesichtspunkten ideale Zahl."
            
        BIRG plädiert deshalb für eine Politik gegen Kinderlose.
            
        Diese Aussagen sind jedoch nachweislich falsch. Selbst innerhalb des Bevölkerungsinstituts belegen Zahlen von Gert HULLEN und Jürgen DORBRITZ, dass die Kinderlosigkeit der in den 1960er Jahren geborenen Frauen wesentlich niedriger liegt.
            
        Herwig BIRG gehört vor einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss! Er hat das Ausmaß der Kinderlosigkeit wider besseres Wissen hochgespielt.
            
        Das Ergebnis ist eine Strafsteuer für Kinderlose. Die 68er - wie BIRG - bleiben ungeschoren, die Zeche zahlen die Jungen. 
            
        Wie ist es möglich, dass dieser Wissenschaftler unwidersprochen falsche Zahlen verbreiten darf? Wo ist die Lobby der Kinderlosen?
 
  • BERG, Sibylle (2005): Es geht auch obdachlos.
    Frau Berg erklärt die Welt,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 17.02.
    • Kommentar:
      Sibylle BERG erläutert uns, dass es uns viel zu gut geht. Erst wenn wir alle obdachlos unter Brücken hausen und am Verhungern sind, sind wird dort angekommen, wo wir hingehören...
 
 
  • DÖRTING, Thorsten & Serge HEDIGER (2005): Die pervertierte Revolution.
    Er träumte den Traum von der sexuellen Befreiung des Menschen. 57 Jahre nach Erscheinen seines Hauptwerkes wird der US-Sexforscher Alfred Kinsey nun zum umstrittenen Helden der Popkultur. Denn auf dem Weg ins Wunderland der Lust ging einiges in die Hose,
    in: Facts Nr.7 v. 17.02.
    • Kommentar:
      "
      Entstanden sei eine eigentlich «Tyrannei der Lust», so der Publizist Jean-Claude Guillebaud. Und der französische Autor Michel Houellebecq beweint gar das Verschwinden der Liebe auf einem kapitalistischen Körpermarkt, der mittlerweile dermassen durchliberalisiert ist, dass sich Frauen für besseren Sex die Vagina liften lassen", schreiben DÖRTING & HEDIGER in der Titelgeschichte.
            
        Inzwischen ist dieses Thema von der pervertierten sexuellen Revolution, das auf der Website in den Vordergrund gestellt wird, etwas LAUmäßig gestrig.
            
        Joachim LOTTMANN hat dagegen die Jugend von heute als eine Jugend ohne Sex beschrieben.
            
        In der Titelgeschichte der Print-Ausgabe von FACTS steht dagegen der normierende Einfluss der Sexualwissenschaften im Mittelpunkt, ein Thema also, das im Zusammenhang mit der Wissensgesellschaft und dem noch weitgehend unerforschten  Phänomen des Normalismus (d.h. der wissenschaftlich produzierten Normalität) zukünftig an Relevanz gewinnen wird.
 
  • FEHR, Marianne & Michael KROBATH (2005): Coitus corruptus.
    In jeder Schweizer Schulklasse sitzt ein Kind, das den falschen Mann für seinen leiblichen Papi hält. Was nun? Testen lassen, ob man zur Legion der Gehörnten gehört – und womöglich noch tiefer abstürzen? Denn das Gesetz steht auf der Seite der Mütter,
    in: Weltwoche Nr.7 v. 17.02.
 
 
 
 
  • SWR (2005): Vom Suchen und Finden der Liebe - die 40-plus-Single-Generation,
    in: Der Abend. Sendung des SWR v. 14.02.
    • Kommentar:
      Das Übliche zum Thema Partnersuche.

            
        Das interessante Gespräch mit dem Soziologen Stefan HRADIL, der seine Position hinsichtlich des Stellenwertes der Alleinlebenden radikal geändert hat, wird leider auf der SWR-Seite nicht angeboten.
            
        HRADIL sieht in den Singles eine kleine Minderheit, deren Anzahl keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesellschaft hat.
            
        Der Einfluss der Singles beruhte auf der Tatsache, dass sie Projektionsfläche für frustrierte Paar- und Familienmenschen waren. Nicht die Singles, sondern deren Image als swinging Singles, waren das eigentlich Bedrohliche. Dieses Image hat sich mittlerweile jedoch geändert. 
 
  • KAST, Bas (2005): Das romantische Leiden.
    Liebeskummer ist mehr als der Massenkonsum von Schokolade. Er wirkt auf Körper und Seele. Wissenschaftler haben herausgefunden: Liebende sind Junkies. Und nach der Trennung kommt der kalte Entzug,
    in: Tagesspiegel v. 14.02.
 
 
 
  • DENGEL, Birgit (2005): Das Geschäft mit der Liebe blüht.
    Anonyme Großstädte, lange Arbeitszeiten und unverbindliche Lebensverhältnisse befördern die Partnerschaftsagenturen. Vor allem Internetfirmen erleben ein rasantes Wachstum. Nur Gewinne macht kaum einer,
    in: Welt am Sonntag v. 13.02.
 
  • ZIEGERT, Susanne (2005): Wider die Wohnpappe.
    Keine Einheitsarchitektur mehr: Viele Fertighäuser kommen heute aus dem Design-Atelier,
    in: Welt am Sonntag v. 13.02.
    • Inhalt:
      ZIEGERT berichtet u.a. über ein Single-Haus:

            
        "Nach einem Knopfdruck kommen Badezimmer, Bett oder die Küche angefahren. Wie auf einer Drehbühne können die drei Nebenräume im Wohnzimmer kreisen. Das platzsparende »Rotorhaus« für Singles entwarf der Designer Luigi Colani für das Fertigbauunternehmen Hanse Haus. Wie Waben eines Bienenstocks formte er die Einstiege in die Miniküche, die Schlafkoje und das Bad im 36 Quadratmeter großen Eigenheim. »Wir wollen zeigen, daß Fertighaus nicht immer heißen muß: quadratisch, praktisch, Typenhaus«, sagt Geschäftsführer Johannes Humberg. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer marktreifen Version, die 50 000 bis 70 000 Euro kosten soll."
 
  • TAGESSPIEGEL (2005): Das hässliche Gefühl.
    Beziehungsdrama: Die eine geht fremd, der andere verknallt sich. Auch in der Eifersucht reagieren Frauen und Männer total verschieden. Morgen ist Valentinstag – also reißen Sie sich mal zusammen!
    in: Tagesspiegel v. 13.02.
 
  • AUSTILAT, Andreas (2005): Per Anhalter in die Ehe.
    Wie Fischer & Fischer zu Fischer wurden. Edeltraut und Joschka Fischer haben 1967 im schottischen Gretna Green geheiratet. Für beide war es die erste Ehe. Hier erzählt Edeltraut, wie das damals war,
    in: Tagesspiegel v. 13.02.
 
 
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2005): Die Tabuverletzerin.
    Sophie Dannenberg hat unter Pseudonym einen Roman über '68 verfaßt. Dafür hat sie Prügel bezogen. Eingeschüchtert wirkt sie nicht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.02.
    • Kommentar:
      MÜNCHHAUSEN erzählt uns nochmals die Rezensionsgeschichte des Romans "Das bleiche Herz der Revolution". Dazu gehört auch die Legende, dass Sophie DANNENBERG eine Tabubrecherin sei:

            
        "Das Phänomen Dannenberg hat gewiß damit zu tun, daß sie ein Tabu verletzt hat - nämlich die Ideale und privaten Lebensumstände einer Generation in Frage zu stellen, die mit dem Anspruch der Befreiung ausgewachsene Zwänge etablierte", behauptet MÜNCHHAUSEN. Aber hat das DANNENBERG wirklich?
            
        Das Schauspiel müsste eigentlich heißen "Biederfrau und die Brandstifter", denn DANNENBERG hat sich mit ihrem Pamphlet zur Marionette der Ex-Maoisten und Ex-Leninisten der 68er-Generation gemacht.
            
        Ihre angeblich neue Kritik kann man längst bei den Kommune-Kritikern von  Reimut REICHE bis Klaus HARTUNG nachlesen.
            
        Wolfgang KRAUSHAAR hat den internen 68er-Konflikt bereits Ende der 70er Jahre auf den Punkt gebracht.
            
        Es gibt familienfundamentalistische Hardliner, die einen direkten Zusammenhang zwischen den Kommunen-Experimenten und dem Zerfall der Familie konstruieren. Das Single-Dasein wird in dieser kurzsichtigen Sicht zur Folge der 68er-Revolte erklärt.
            
        Dies greift jedoch viel zu kurz, denn Singles gab es bereits im New York der Vor-68er-Zeit und auch im Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.
            
        Nur neokonservative Eiferer können glauben, dass solche öden Debatten das Single-Phänomen zum Verschwinden bringen.
 
 
  • NZZ-Zeitfragen: Die anderen Mütter

    • HE (2005): Die anderen Mütter
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
    • WALTHER, Michael (2005): Rollenverlust nach Trennung oder Scheidung.
      Männer möchten Väter sein, wenn man sie nur lässt
      Scheidungen und Trennungen lassen ebenso viele getrennte Väter wie Mütter zurück. Nur ist von den Männern kaum je die Rede. In der Frage, welchen Verlauf die Beziehung der Väter zu ihren Kindern nach einer Trennung der Eltern nimmt, spielen neben anderen Faktoren insbesondere die gesellschaftlichen Strukturen eine Rolle,

      in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
    • ZÜBLIN, Robert (2005): Auch schwule Väter sind gute Väter,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
 
  • SZ-Tagesthema: Familienpolitik in der Krise

    • BERTH, Felix (2005): Statistik auf Erstklässler-Niveau.
      Wegen schlechter Datenerhebung lässt sich die tatsächliche Kinderlosigkeit in Deutschland nicht genau beziffern,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
      • Kommentar.
        Was BERTH hier betreibt, das ist die Verharmlosung eines bevölkerungsstatistischen Desasters! BERTH schreibt dazu:

              
          "Die Ämter speichern nur die Reihenfolge der Kinder in einer Ehe. Nichteheliche Kinder - in den neuen Bundesländern werden inzwischen die Hälfte aller Kinder von ledigen Müttern geboren - gehen in die Berechnung der Kinderlosigkeit nicht ein.
        Das Phänomen der hohen deutschen Kinderlosigkeit, das übrigens nur in den alten Bundesländern festzustellen ist, ist trozdem kein Phantom."

              
          Was BERTH hier behandelt, das hat single-dasein.de bereits vor längerem als "katholische Statistik", bzw. als Problem der Normativität der deutschen Amtsstatistik angeprangert.
              
          Dies ist aber nur EIN Problem bei der Schätzung der Kinderlosigkeit in Deutschland. Die gravierende Verzerrung durch Timingeffekte wird von BERTH nicht einmal erwähnt.
              
          Denn hier geht es darum, dass die Geburtenraten der jüngeren Jahrgänge möglicherweise gar nicht so viel geringer ausfallen werden als jene der 68er-Rentner, die aus wahltaktischen Gründen aus der Schusslinie gebracht wurden.
              
          Auf keinen Fall rechtfertigen sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das durch unseriöses Zahlenmaterial des Bevölkerungswissenschaftlers Herwig BIRG aus der 68er-Generation zustande kam.
              
          Solange die Generation Golf dies noch nicht erkannt hat, sondern sich die 68er-Deutungen zu eigen macht, können sich unsere 68er-Bevölkerungswissenschaftler beruhigt zurücklehnen.
              
          Solange Frauen den Männern Zeugungsstreik und die Männer den Frauen Gebärstreik vorwerfen, solange können sich die 68er und ihre Epigonen ins Fäustchen lachen. Ihre Saat der Verdummung ist aufgegangen. Die Jungen zerfleischen sich selbst!
              
          Die Dokumentation auf single-dasein.de zeigt jedoch, dass die Single-Lüge nicht ewig aufrecht erhalten werden kann. Was heute auf single-dasein.de steht, das wird übermorgen auch in den Tageszeitungen stehen...    
    • BERTH, Felix (2005): Kontinent ohne Kinder.
      In Westeuropa gibt es zu wenig Nachwuchs, der die Bevölkerungszahl stabil halten könnte,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
    • SZ (2005): Schwachstelle Betreuung.
      Schmidt: Mehr Angebote schaffen,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
 
 
  • HORDYCH, Harald (2005): Auf zum letzten Gefecht!
    Marburg galt als westdeutsche Hauptstadt des real existierenden Kommunismus - eine Spurensuche,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
 
  • BESSING, Joachim (2005): Gepflegte Alleingelassenheit.
    Städtewanderungen (1): Gottfried Benn in Hannover,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
 
  • SEIBT, Gustav (2005): Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein.
    Täter-Pop und Lebenstriebe, auch anlässlich eines erfolgreichen Films: Zum Stand der Genealogie der Moral,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
    • Kommentar:
      Gustav SEIBT sieht sich selbst als einer der letzten Feuilleton-Großbürger Deutschlands. Aus dieser Sittenwächter-Perspektive kritisiert er die Kleinbürgerlichkeit der Moral in Hans WEINGARTNERs Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Am Ende steht dann das Grundsätzliche:

            
        "Moral unterstützt, erleichtert, enthemmt in der nachchristlichen Welt die nietzscheanischen Lebenstriebe, vor allem die Freude an der Machtausübung, an Gewalt über andere Menschen, nicht zuletzt den Wunsch nach Rache. Ich bin brutal und darf es sein, denn ich bin im Recht, weil, die Welt ist ja schlecht. Und jugendliche Brutalität ist darüber hinaus ja auch noch erotisch attraktiv."
 
  • HANSER, Walter (2005): Ach, die Libido.
    Benjamins Tigersprung. Geschichte des Linksradikalismus - kurzer Lehrgang (15). Freude an Freud: Wilhelm Reich, Herbert Marcuse und die Kommune 1,
    in: junge Welt v. 12.02.
    • Inhalt:
      HANSER stellt u.a. die Kritik von Reimut REICHE an der Kommune vor:

            
        "Die sexualpolitischen Strategien der Bewegung wurden mit großem Ernst diskutiert und kritisiert. Reimut Reiche vom Frankfurter SDS lieferte 1971 die interessanteste Schrift ab und gab in »Sexualität und Klassenkampf« weit vorgreifende Antworten auf Fragen der Revolutionierung des Persönlichen und Sexuellen. Er kritisierte die Kommune als Proudhonismus und Stalinismus zugleich, als Ideologie eines »Sozialismus in einem Haus«. Das »scheingenitale Protzen« der Kommunarden erinnere ihn an das exhibitionistische Verhalten der zwanghaft-promiskuitiven amerikanischen Ehepaare. Er sprach von den Gefahren der sexuellen wie emotionalen Abstumpfung als Gegenstück zu neurotischer Eifersucht und kritisierte im Rückgriff auf Adorno die blinden Attacken der Kommune auf Treue und Ehe in einer Zeit, in der diese Institutionen vom Kapitalismus selbst unterhöhlt würden."
 
  • SCHUMANN, Harald (2005): Asoziale Angstwirtschaft.
    Die Polarisierung der Gesellschaft ist ein Rückschritt, der den Rechtsradikalen in die Hände spielt,
    in: Tagesspiegel v. 12.02.
    • Inhalt:
      "Menschen, die sich von Ausgrenzung bedroht sehen, trachten ihrerseits nach Ausgrenzung von Schwächeren, das ist eine historische Konstante. Nicht die Armen gefährden die Demokratie, wohl aber die massenhafte Angst vor der Armut", behauptet SCHUMANN.
 
  • JAHBERG, Heike (2005): "Man kann uns nicht ständig neue Lasten aufbürden".
    Herbert Rische, Präsident des Rentenversicherers BfA, über sinkende Renten, längere Arbeitszeiten und klamme Kassen,
    in: Tagesspiegel v. 12.02.
 
 
 
 
  • KÜNAST, Renate (2005): Jedes Kind ist unsere Zukunft.
    Es wächst eine neue Armut im Land, die sich in den großen Ungleichheiten bei Bildung und Gesundheit zeigt
    in: Freitag Nr.6 v. 11.02.
    • Kommentar:
      "Bislang glaubten wir: Die Lebensformen der Unterschicht und ihre Verhaltensweisen seien die Folge ihrer Armut. Das Gegenteil ist richtig: Die Armut ist eine Folge ihrer Verhaltensweise, eine Folge der Unterschichtskultur", zitiert KÜNAST aus der Neuen Mitte-Presse.

            
        Diese Umkehr der Kausalität soll die Wirklichkeit angeblich besser abbilden. Für sie gilt jedoch, dass der "White Trash" damit im Sinn der neuen Bevölkerungspolitik instrumentalisiert wird.
 
  • ZEIT-DOSSIER: Online-Liebesmarkt

    • MAYER, Verena (2005): Suche: Liebe - Biete: Mich.
      Fast fünf Millionen Deutsche suchen ihren Partner im Internet. Effizientes Anbahnen ersetzt Romantik – aber wer mit seinen Wünschen auf dem Boden bleibt, hat tatsächlich Chancen auf ein Happy End,
      in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
      • Kommentar:
        Das ZEIT-Dossier beschäftigt sich nicht mit den Partnerlosen, sondern widmet sich ganz der Partnerwahl und hier der Online-Suche.

              
          Nichts Spektakuläres, eher tantenhafter Reportagen-Journalismus. Keine Enthüllungen über die Praktiken der Online-Agenturen, sondern Verdoppelung ihrer Selbstdarstellung, aufgepeppt mit Erfahrungsberichten von Betroffenen und ein Dutzend thesenartiger Sätze wie:
              
          "Gezielt übertragen Kontaktbörsen die Mechanismen des Arbeitsmarktes auf den Heiratsmarkt."
    • OBERHUBER, Nadine (2005): Partnersuche am Computer.
      Boomender Markt,
      in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
      • Inhalt:
        OBERHUBER liefert die schweren Zeichen (Michael RUTSCHKYs Synonym für Zahlen, Zahlen, Zahlen...) über den Heiratsmarkt.
        Henning WIECHERS,  Autor der Marktanalyse Onlinedating-Report 2004, wird als Experte genannt.
    • KOHLENBERG, Kerstin (2005): Von null auf hundert.
      Warum die Vernunftehe besser ist als eine Liebesheirat, erklärt Robert Epstein, Psychologe bei der amerikanischen Zeitschrift »Psychology Today«,
      in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
 
 
  • JÄHNER, Harald (2005): Zwei Frauen und ein pappsatter Mann.
    Wilhelm Genazinos "Liebesblödigkeit",
    in: Berliner Zeitung v. 10.02.
    • Kommentar:
      Angesichts des Tagesthema "Land ohne Leute" muss JÄHNER selbst bei Wilhelm GENAZINOs neuem Roman "Die Liebesblödigkeit" ans Aussterben denken:

            
        "Dieser Drang des Singles zu umsichtiger Altersvorsorge, bildet den Ausschlag gebenden Konflikt des Buches, ein Entscheidungszwang, den die Hauptfigur leidend vor sich her schiebt. (...).
      Und plötzlich wird einem klar, warum die Deutschen allmählich aussterben. Dass Kinder keinen Platz haben in dieser onkelhaften Welt (...). Es ist eine früh vergreiste und tranige Welt, in der nicht einmal mehr erotische Dreieckskonstellationen Funken schlagen. Es ist eine Welt, die aus müden Witzen besteht, aus schalen Kompromissen, Bequemlichkeit und einer ganz undramatischen Verlogenheit - eine Welt, mit der wir nicht augenzwinkernd versöhnt werden wollen.
      "
            
        Wir empfehlen JÄHNER Onkel Joachim. Dessen Sorge um die Jugend von heute ist ebenfalls vom Aussterben her gedacht.
            
        Wer es sich einfach machen möchte, der pocht wie Patrick WELTER auf das Menschliche und behauptet Kinder sind Privatsache.
            
        Wir stehen jedoch auf dem Standpunkt, dass ein Land ohne Leute zuallererst ein Land ohne Arbeit ist, die eine Familie ernähren kann. Sucht Eure Sündenböcke also woanders!  
 
  • KLESMANN, Martin (2005): Land ohne Leute.
    DEMOGRAFIE - In Brandenburg schrumpft und altert die Bevölkerung schneller als in jeder anderen Region Deutschlands. Ganze Dörfer müssen aufgegeben werden, das soziale Leben wird sich auf wenige Zentren konzentrieren,
    in: Berliner Zeitung v. 10.02.
   

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Zu den News vom  05. - 09. Februar 2005

 
 
   
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