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Medienrundschau:
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News vom
10. - 17. Februar 2005
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MARTIN-JUNG, Helmut (2005): Die große Bühne der Einsamen.
Das Weblog als öffentliches Tagebuch im Internet wird immer
populärer: "Wir sind Guerilla-Publizisten". Schreiben, senden und
verlinken - aus dem Nichts entstand eine neues Medium, das manche
Nutzer an die Grenze der Sucht bringt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.02.
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SEIDL, Claudius (2005): Die Revolution der Lebensläufe.
Der blinde Glaube, die Jugend sei im Alter von dreißig Jahren
beendet, ist gebrochen: Zur Geschichte eines lautlosen Umsturzes, der
uns alle ergriffen hat,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.02.
- Kommentar.
Joachim LOTTMANN hat mit "Die
Jugend von heute" die Vorlage gegeben. Mit "Schöne junge Welt"
schreibt Claudius SEIDL die Geschichte der Jugendelite fort.
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ULRICH, Bernd (2005): Warum habt ihr Angst vor mir?
Akademiker bekommen immer weniger Kinder. Sie sind keine Egoisten.
Ihnen fehlt auch nicht das Geld. Sie haben bloß keinen Mut,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 17.02.
- Kommentar:
Bernd ULRICH plädiert für Wahlfreiheit, aber
leider nicht für die Wahlfreiheit zwischen einem Leben ohne Kind und
einem Leben mit Kind, sondern seine Wahlfreiheit beschränkt sich auf
die Art des Mutterseins.
Frauen dürfen jetzt erwerbstätig
sein, wenn sie Kinder haben oder sie dürfen Vollzeitmütter sein.
Kinderlose gelten ihm stattdessen
als mutlos. Die Medien machen ihm zu wenig Mut zum Kind und sind
damit mitverantwortlich für die Kinderlosigkeit in Deutschland
Keine Frage, in einem Land, in dem
so viel Feindseligkeit gegen Kinderlose herrscht, sind nicht einmal
gute Gründe gegen Kinder erlaubt.
In einem Land, in dem Demografen
wissentlich das Ausmaß der lebenslangen Kinderlosigkeit übertreiben,
ist das nicht verwunderlich.
Im Jahre 2000 hat
Herwig BIRG in einer Anhörung zur Änderung der
Pflegeversicherung folgende Aussagen gemacht:
"Die jüngeren, nach 1960 geborenen
Frauenjahrgänge in Deutschland bleiben zu einem Drittel zeitlebens
kinderlos (...). Der hohe und weiter wachsende Anteil der
Kinderlosigkeit ist der entscheidende Grund für den niedrigen,
langjährigen Durchschnitt von 1,2 bis 1,4 Lebendgeborenen je Frau im
letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Bei den zwei Dritteln der
Frauen unter den jüngeren Jahrgänge, die nicht kinderlos bleiben,
entfallen 2,1 Kinder auf jeder Frau - eine unter mehreren
Gesichtspunkten ideale Zahl."
BIRG plädiert deshalb für eine
Politik gegen Kinderlose.
Diese Aussagen sind jedoch
nachweislich falsch. Selbst innerhalb des Bevölkerungsinstituts
belegen Zahlen von Gert HULLEN und Jürgen DORBRITZ, dass die
Kinderlosigkeit der in den 1960er Jahren geborenen Frauen wesentlich niedriger liegt.
Herwig BIRG gehört vor einen
parlamentarischen Untersuchungsausschuss! Er hat das Ausmaß der
Kinderlosigkeit wider besseres Wissen hochgespielt.
Das Ergebnis ist eine Strafsteuer
für Kinderlose. Die 68er - wie BIRG - bleiben ungeschoren, die Zeche
zahlen die Jungen.
Wie ist es möglich, dass dieser
Wissenschaftler unwidersprochen falsche Zahlen verbreiten darf? Wo
ist die Lobby der Kinderlosen?
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BERG,
Sibylle (2005): Es geht auch obdachlos.
Frau Berg erklärt die Welt,
in: Die ZEIT Nr.8 v. 17.02.
- Kommentar:
Sibylle BERG
erläutert uns, dass es uns viel zu gut geht. Erst wenn wir alle
obdachlos unter Brücken hausen und am Verhungern sind, sind wird
dort angekommen, wo wir hingehören...
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Tagesthema: Verabschiedung des Aktionsplan 2005 - 2010 für ein
kindergerechtes Detuschland
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DÖRTING, Thorsten & Serge HEDIGER (2005): Die pervertierte Revolution.
Er träumte den Traum von der sexuellen Befreiung
des Menschen. 57 Jahre nach Erscheinen seines Hauptwerkes wird der
US-Sexforscher Alfred Kinsey nun zum umstrittenen Helden der
Popkultur. Denn auf dem Weg ins Wunderland der Lust ging einiges in
die Hose,
in: Facts Nr.7 v. 17.02.
- Kommentar:
"Entstanden
sei eine eigentlich «Tyrannei der Lust», so der Publizist Jean-Claude Guillebaud.
Und der französische Autor Michel Houellebecq beweint gar das
Verschwinden der Liebe auf einem kapitalistischen Körpermarkt, der
mittlerweile dermassen durchliberalisiert ist, dass sich Frauen für
besseren Sex die Vagina liften lassen",
schreiben DÖRTING & HEDIGER in der Titelgeschichte.
Inzwischen ist dieses Thema von
der pervertierten sexuellen Revolution, das auf der Website in den
Vordergrund gestellt wird, etwas
LAUmäßig gestrig.
Joachim LOTTMANN hat dagegen die
Jugend von heute als eine
Jugend ohne Sex beschrieben.
In der Titelgeschichte der
Print-Ausgabe von FACTS steht dagegen der normierende Einfluss der
Sexualwissenschaften im Mittelpunkt, ein Thema also, das im
Zusammenhang mit der Wissensgesellschaft und dem
noch weitgehend unerforschten Phänomen
des Normalismus (d.h. der wissenschaftlich produzierten
Normalität) zukünftig an Relevanz gewinnen wird.
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FEHR, Marianne & Michael KROBATH (2005): Coitus corruptus.
In jeder Schweizer
Schulklasse sitzt ein Kind, das den falschen Mann für seinen
leiblichen Papi hält. Was nun? Testen lassen, ob man zur Legion der
Gehörnten gehört – und womöglich noch tiefer abstürzen? Denn das
Gesetz steht auf der Seite der Mütter,
in: Weltwoche Nr.7 v. 17.02.
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SWR (2005): Vom Suchen und Finden der Liebe - die
40-plus-Single-Generation,
in: Der Abend. Sendung des SWR v. 14.02.
- Kommentar:
Das Übliche zum Thema Partnersuche.
Das interessante Gespräch mit dem
Soziologen
Stefan HRADIL, der seine Position
hinsichtlich des Stellenwertes der Alleinlebenden radikal geändert
hat, wird leider auf der SWR-Seite nicht angeboten.
HRADIL sieht in den Singles eine
kleine Minderheit, deren Anzahl keinen nennenswerten Einfluss auf
die Gesellschaft hat.
Der Einfluss der Singles beruhte
auf der Tatsache, dass sie Projektionsfläche für frustrierte Paar-
und Familienmenschen waren. Nicht die Singles, sondern deren Image
als swinging Singles, waren das eigentlich Bedrohliche. Dieses Image
hat sich mittlerweile jedoch geändert.
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- KAST, Bas (2005): Das romantische
Leiden.
Liebeskummer ist mehr als der
Massenkonsum von Schokolade. Er wirkt auf Körper und Seele.
Wissenschaftler haben herausgefunden: Liebende sind Junkies. Und nach
der Trennung kommt der kalte Entzug,
in: Tagesspiegel v. 14.02.
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DENGEL, Birgit (2005): Das Geschäft mit der Liebe blüht.
Anonyme Großstädte, lange
Arbeitszeiten und unverbindliche Lebensverhältnisse befördern die
Partnerschaftsagenturen. Vor allem Internetfirmen erleben ein rasantes
Wachstum. Nur Gewinne macht kaum einer,
in: Welt am Sonntag v. 13.02.
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ZIEGERT, Susanne (2005): Wider die Wohnpappe.
Keine Einheitsarchitektur
mehr: Viele Fertighäuser kommen heute aus dem Design-Atelier,
in: Welt am Sonntag v. 13.02.
- Inhalt:
ZIEGERT berichtet u.a. über ein Single-Haus:
"Nach
einem Knopfdruck kommen Badezimmer, Bett oder die Küche angefahren.
Wie auf einer Drehbühne können die drei Nebenräume im Wohnzimmer
kreisen. Das platzsparende »Rotorhaus« für Singles entwarf der
Designer Luigi Colani für das Fertigbauunternehmen Hanse Haus. Wie
Waben eines Bienenstocks formte er die Einstiege in die Miniküche,
die Schlafkoje und das Bad im 36 Quadratmeter großen Eigenheim. »Wir
wollen zeigen, daß Fertighaus nicht immer heißen muß: quadratisch,
praktisch, Typenhaus«, sagt Geschäftsführer Johannes Humberg.
Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer marktreifen Version, die
50 000 bis 70 000 Euro kosten soll."
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TAGESSPIEGEL (2005): Das hässliche Gefühl.
Beziehungsdrama: Die eine
geht fremd, der andere verknallt sich. Auch in der Eifersucht
reagieren Frauen und Männer total verschieden. Morgen ist Valentinstag
– also reißen Sie sich mal zusammen!
in: Tagesspiegel v. 13.02.
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AUSTILAT, Andreas (2005): Per Anhalter in die Ehe.
Wie Fischer & Fischer zu Fischer wurden. Edeltraut und Joschka
Fischer haben 1967 im schottischen Gretna Green geheiratet. Für beide
war es die erste Ehe. Hier erzählt Edeltraut, wie das damals war,
in: Tagesspiegel v. 13.02.
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MROZEK, Bodo (2005): Dr. Sex.
Erst erforscht er das
Liebesleben der Wespen. Dann widmet er sich den Menschen. 1948
erscheint Alfred C. Kinseys erstes Buch, es erklärt den Amerikanern
ihr Sexleben. Der Wissenschaftler selbst treibt es wild,
in: Tagesspiegel v. 13.02.
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MÜNCHHAUSEN, Anna von (2005): Die Tabuverletzerin.
Sophie Dannenberg hat unter Pseudonym einen Roman über '68 verfaßt.
Dafür hat sie Prügel bezogen. Eingeschüchtert wirkt sie nicht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.02.
- Kommentar:
MÜNCHHAUSEN erzählt uns nochmals die
Rezensionsgeschichte des Romans "Das bleiche Herz der Revolution".
Dazu gehört auch die Legende, dass
Sophie DANNENBERG eine Tabubrecherin
sei:
"Das Phänomen Dannenberg hat gewiß
damit zu tun, daß sie ein Tabu verletzt hat - nämlich die Ideale und
privaten Lebensumstände einer Generation in Frage zu stellen, die
mit dem Anspruch der Befreiung ausgewachsene Zwänge etablierte",
behauptet MÜNCHHAUSEN. Aber hat das DANNENBERG wirklich?
Das Schauspiel müsste
eigentlich heißen "Biederfrau und die Brandstifter", denn DANNENBERG
hat sich mit ihrem Pamphlet zur Marionette der Ex-Maoisten und
Ex-Leninisten der 68er-Generation gemacht.
Ihre angeblich neue Kritik kann man
längst bei den Kommune-Kritikern von Reimut
REICHE bis Klaus HARTUNG nachlesen.
Wolfgang KRAUSHAAR hat den internen 68er-Konflikt bereits Ende
der 70er Jahre auf den Punkt gebracht.
Es gibt familienfundamentalistische
Hardliner, die einen direkten Zusammenhang zwischen den
Kommunen-Experimenten und dem Zerfall der Familie konstruieren. Das
Single-Dasein wird in dieser kurzsichtigen Sicht zur Folge der
68er-Revolte erklärt.
Dies greift jedoch viel zu kurz, denn
Singles gab es bereits im
New York der Vor-68er-Zeit und auch im
Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Nur neokonservative Eiferer können
glauben, dass solche öden Debatten das Single-Phänomen zum
Verschwinden bringen.
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HE (2005): Die anderen Mütter
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
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WALTHER, Michael (2005): Rollenverlust nach Trennung oder Scheidung.
Männer möchten Väter sein,
wenn man sie nur lässt
Scheidungen und Trennungen lassen ebenso viele getrennte Väter wie
Mütter zurück. Nur ist von den Männern kaum je die Rede. In der
Frage, welchen Verlauf die Beziehung der Väter zu ihren Kindern nach
einer Trennung der Eltern nimmt, spielen neben anderen Faktoren
insbesondere die gesellschaftlichen Strukturen eine Rolle,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
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ZÜBLIN, Robert (2005): Auch schwule Väter sind gute Väter,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.02.
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SZ-Tagesthema: Familienpolitik in der Krise
- BERTH, Felix (2005): Statistik auf
Erstklässler-Niveau.
Wegen schlechter Datenerhebung lässt sich die tatsächliche
Kinderlosigkeit in Deutschland nicht genau beziffern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
- Kommentar.
Was BERTH hier betreibt, das ist die
Verharmlosung eines bevölkerungsstatistischen Desasters! BERTH
schreibt dazu:
"Die Ämter speichern nur die
Reihenfolge der Kinder in einer Ehe. Nichteheliche Kinder - in den
neuen Bundesländern werden inzwischen die Hälfte aller Kinder von
ledigen Müttern geboren - gehen in die Berechnung der
Kinderlosigkeit nicht ein.
Das Phänomen der hohen deutschen Kinderlosigkeit, das übrigens nur
in den alten Bundesländern festzustellen ist, ist trozdem kein
Phantom."
Was BERTH hier behandelt,
das hat single-dasein.de bereits vor längerem als
"katholische Statistik", bzw. als
Problem der Normativität der deutschen Amtsstatistik angeprangert.
Dies ist aber nur EIN
Problem bei der Schätzung der Kinderlosigkeit in Deutschland. Die
gravierende Verzerrung durch Timingeffekte
wird von BERTH nicht einmal erwähnt.
Denn hier geht es darum, dass die
Geburtenraten der jüngeren Jahrgänge möglicherweise gar nicht so
viel geringer ausfallen werden als jene der 68er-Rentner, die aus
wahltaktischen Gründen aus der Schusslinie gebracht wurden.
Auf keinen Fall
rechtfertigen sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das
durch unseriöses Zahlenmaterial des Bevölkerungswissenschaftlers
Herwig BIRG aus der 68er-Generation zustande kam.
Solange die Generation Golf dies noch
nicht erkannt hat, sondern sich die 68er-Deutungen zu eigen macht,
können sich unsere 68er-Bevölkerungswissenschaftler beruhigt
zurücklehnen.
Solange Frauen den Männern
Zeugungsstreik und die Männer den Frauen Gebärstreik
vorwerfen, solange können sich die 68er und ihre Epigonen ins
Fäustchen lachen. Ihre Saat der Verdummung ist aufgegangen. Die
Jungen zerfleischen sich selbst!
Die Dokumentation auf
single-dasein.de zeigt jedoch, dass die
Single-Lüge
nicht ewig aufrecht erhalten werden kann. Was heute auf
single-dasein.de steht, das wird übermorgen auch in den
Tageszeitungen stehen...
- BERTH, Felix (2005): Kontinent ohne
Kinder.
In Westeuropa gibt es zu wenig Nachwuchs, der die
Bevölkerungszahl stabil halten könnte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
- SZ (2005): Schwachstelle Betreuung.
Schmidt: Mehr Angebote schaffen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
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HORDYCH, Harald (2005): Auf zum letzten Gefecht!
Marburg galt als westdeutsche Hauptstadt des real existierenden
Kommunismus - eine Spurensuche,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
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BESSING, Joachim (2005): Gepflegte Alleingelassenheit.
Städtewanderungen (1): Gottfried Benn in Hannover,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
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SEIBT, Gustav (2005): Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein.
Täter-Pop und Lebenstriebe, auch anlässlich eines erfolgreichen
Films: Zum Stand der Genealogie der Moral,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
- Kommentar:
Gustav SEIBT sieht sich selbst als
einer der letzten Feuilleton-Großbürger Deutschlands. Aus dieser
Sittenwächter-Perspektive kritisiert er die Kleinbürgerlichkeit der
Moral in Hans WEINGARTNERs Film
"Die fetten Jahre sind vorbei". Am
Ende steht dann das Grundsätzliche:
"Moral unterstützt, erleichtert,
enthemmt in der nachchristlichen Welt die nietzscheanischen
Lebenstriebe, vor allem die Freude an der Machtausübung, an Gewalt
über andere Menschen, nicht zuletzt den Wunsch nach Rache. Ich bin
brutal und darf es sein, denn ich bin im Recht, weil, die Welt ist
ja schlecht. Und jugendliche Brutalität ist darüber hinaus ja auch
noch erotisch attraktiv."
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HANSER, Walter (2005): Ach, die Libido.
Benjamins Tigersprung. Geschichte des Linksradikalismus - kurzer
Lehrgang (15). Freude an Freud: Wilhelm Reich, Herbert Marcuse und die
Kommune 1,
in: junge Welt v. 12.02.
- Inhalt:
HANSER stellt u.a. die
Kritik von
Reimut REICHE an der Kommune vor:
"Die
sexualpolitischen Strategien der Bewegung wurden mit großem Ernst
diskutiert und kritisiert. Reimut Reiche vom Frankfurter SDS
lieferte 1971 die interessanteste Schrift ab und gab in »Sexualität
und Klassenkampf« weit vorgreifende Antworten auf Fragen der
Revolutionierung des Persönlichen und Sexuellen. Er kritisierte die
Kommune als Proudhonismus und Stalinismus zugleich, als Ideologie
eines »Sozialismus in einem Haus«. Das »scheingenitale Protzen« der
Kommunarden erinnere ihn an das exhibitionistische Verhalten der
zwanghaft-promiskuitiven amerikanischen Ehepaare. Er sprach von den
Gefahren der sexuellen wie emotionalen Abstumpfung als Gegenstück zu
neurotischer Eifersucht und kritisierte im Rückgriff auf Adorno die
blinden Attacken der Kommune auf Treue und Ehe in einer Zeit, in der
diese Institutionen vom Kapitalismus selbst unterhöhlt würden."
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SCHUMANN, Harald (2005): Asoziale Angstwirtschaft.
Die Polarisierung der Gesellschaft ist ein Rückschritt, der den
Rechtsradikalen in die Hände spielt,
in: Tagesspiegel v. 12.02.
- Inhalt:
"Menschen, die sich von Ausgrenzung bedroht sehen,
trachten ihrerseits nach Ausgrenzung von Schwächeren, das ist eine
historische Konstante. Nicht die Armen gefährden die Demokratie,
wohl aber die massenhafte Angst vor der Armut", behauptet SCHUMANN.
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JAHBERG, Heike (2005): "Man kann uns nicht ständig neue Lasten
aufbürden".
Herbert Rische, Präsident des
Rentenversicherers BfA, über sinkende Renten, längere Arbeitszeiten
und klamme Kassen,
in: Tagesspiegel v. 12.02.
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- KÜNAST, Renate (2005): Jedes Kind ist
unsere Zukunft.
Es wächst eine neue Armut im
Land, die sich in den großen Ungleichheiten bei Bildung und Gesundheit
zeigt
in: Freitag Nr.6 v. 11.02.
- Kommentar:
"Bislang glaubten wir: Die Lebensformen der
Unterschicht und ihre Verhaltensweisen seien die Folge ihrer Armut.
Das Gegenteil ist richtig: Die Armut ist eine Folge ihrer
Verhaltensweise, eine Folge der Unterschichtskultur", zitiert KÜNAST
aus der Neuen Mitte-Presse.
Diese Umkehr der Kausalität soll die
Wirklichkeit angeblich besser abbilden. Für sie gilt jedoch, dass
der
"White Trash"
damit im Sinn der neuen Bevölkerungspolitik instrumentalisiert wird.
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ZEIT-DOSSIER: Online-Liebesmarkt
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MAYER, Verena (2005): Suche: Liebe - Biete: Mich.
Fast fünf Millionen
Deutsche suchen ihren Partner im Internet. Effizientes Anbahnen
ersetzt Romantik – aber wer mit seinen Wünschen auf dem Boden
bleibt, hat tatsächlich Chancen auf ein Happy End,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
- Kommentar:
Das ZEIT-Dossier beschäftigt sich nicht mit
den
Partnerlosen, sondern widmet sich
ganz der Partnerwahl und hier der Online-Suche.
Nichts Spektakuläres, eher
tantenhafter Reportagen-Journalismus. Keine Enthüllungen über die
Praktiken der Online-Agenturen, sondern Verdoppelung ihrer
Selbstdarstellung, aufgepeppt mit Erfahrungsberichten von
Betroffenen und ein Dutzend thesenartiger Sätze wie:
"Gezielt
übertragen Kontaktbörsen die Mechanismen des Arbeitsmarktes auf
den Heiratsmarkt."
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OBERHUBER, Nadine (2005): Partnersuche am Computer.
Boomender Markt,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
- Inhalt:
OBERHUBER liefert die schweren Zeichen (Michael
RUTSCHKYs Synonym für Zahlen, Zahlen, Zahlen...) über den
Heiratsmarkt.
Henning WIECHERS, Autor der
Marktanalyse Onlinedating-Report 2004, wird als Experte
genannt.
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KOHLENBERG, Kerstin (2005): Von null auf hundert.
Warum die Vernunftehe
besser ist als eine Liebesheirat, erklärt Robert Epstein, Psychologe
bei der amerikanischen Zeitschrift »Psychology Today«,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 10.02.
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- JÄHNER, Harald (2005): Zwei Frauen und
ein pappsatter Mann.
Wilhelm Genazinos "Liebesblödigkeit",
in: Berliner Zeitung v. 10.02.
- Kommentar:
Angesichts des Tagesthema "Land ohne Leute"
muss JÄHNER selbst bei Wilhelm GENAZINOs neuem Roman
"Die Liebesblödigkeit" ans
Aussterben denken:
"Dieser
Drang des Singles zu umsichtiger Altersvorsorge, bildet den
Ausschlag gebenden Konflikt des Buches, ein Entscheidungszwang, den
die Hauptfigur leidend vor sich her schiebt. (...).
Und plötzlich wird einem klar, warum die Deutschen allmählich
aussterben. Dass Kinder keinen Platz haben in dieser onkelhaften
Welt (...). Es ist eine früh vergreiste und tranige Welt, in der
nicht einmal mehr erotische Dreieckskonstellationen Funken schlagen.
Es ist eine Welt, die aus müden Witzen besteht, aus schalen
Kompromissen, Bequemlichkeit und einer ganz undramatischen
Verlogenheit - eine Welt, mit der wir nicht augenzwinkernd versöhnt
werden wollen."
Wir empfehlen
JÄHNER Onkel Joachim. Dessen Sorge um die
Jugend von heute ist ebenfalls vom
Aussterben her gedacht.
Wer es
sich einfach machen möchte, der pocht wie Patrick WELTER auf das
Menschliche und behauptet Kinder sind Privatsache.
Wir stehen jedoch
auf dem Standpunkt, dass ein Land ohne Leute zuallererst ein Land
ohne Arbeit ist, die eine Familie ernähren kann. Sucht Eure
Sündenböcke also woanders!
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- KLESMANN, Martin (2005): Land ohne
Leute.
DEMOGRAFIE - In Brandenburg
schrumpft und altert die Bevölkerung schneller als in jeder anderen
Region Deutschlands. Ganze Dörfer müssen aufgegeben werden, das
soziale Leben wird sich auf wenige Zentren konzentrieren,
in: Berliner Zeitung v. 10.02.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom
05. -
09. Februar 2005
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