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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 10. - 15. Februar 2006

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Während weibliche Kinderlosigkeit vor allem ein Phänomen höherer Bildungsschichten ist, zeigt sich die männliche Kinderlosigkeit vor allem bei den unteren Bildungsschichten. Je prekärer die Arbeitssituation, desto verbreiteter ist bei Männern die Kinderlosigkeit. (...). Dies deutet auf die Wirksamkeit des normativen Modells des männlichen Familienernährers hin. Wer diesen Status nicht ausfüllen kann, wird seltener Vater.
          
Angelika Tölke vom Deutschen Jugendinstitut in München ergänzte vor dem Hintergrund des DJI-Familien-Surveys 2000 diese empirischen Befunde. Es sind nicht nur Männer mit niedrigem Schulabschluss, die eher ohne Kinder sind, sondern ebenso die männlichen Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten, die dies betrifft. Offenbar erweist sich die fehlende sichere berufliche Etablierung für Männer als ein entscheidender Faktor, der Vaterschaft biografisch verzögert oder aber auch völlig verhindert."
(Lotte Rose im "Tagungsbericht: »Kinderlosigkeit - nur eine Frage der Demografie?«" in der Zeitschrift Feministische Studien Nr.2, November 2005, S.331)

 
 
       
     
     
   
  • DATH, Dietmar (2006): Lumpenliberalismus.
    Wir wollen auch gefressen werden: Wie sich die jungen Kreativen selbst abschaffen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.02.
    • Inhalt:
      Der Ex-Spexler Dietmar DATH rechnet mit den Neuliberalen (nicht zu verwechseln mit den Neoliberalen) ab, die er an Personen wie Johannes VOGEL (Bundesvorsitzender der JuLis), Ulf POSCHARDT und Ex-Spexler Wolfgang TILLMANS festmacht.

                
      Er skizziert die Entwicklung von den Alternativbetrieben der 80er Jahren bis zu den gegenwärtigen kreativen Kreisen:
                
      "Der neueste Liberalismus für die Kreativen ist (...) eine Art Basisbewegung alerter, kosmopolitischer Individualisten - so etwas Ähnliches wie die New Economy, nur ohne Wagniskapital."
                
      Im Gegensatz zum klassischen Liberalismus gehe es ihnen "nicht mehr um die erste Million mit fünfundzwanzig, sondern um (...) Selbstverwirklichung".
                
      DATH prangert den Umgang dieser kreativen "Lumpenliberalen" mit Praktikanten an und wirft ihnen vor, dass sie sich für "freie Marktsubjekte halten, bloß weil sie jene Freiheiten genießen, die auch der Tagelöhner vor dem Sklaven voraushat".
                
      Für DATH beschleunigt dieses vulgärmarxistische Klassenbewusstsein der neuliberalen Kreativen das "Absterben der ökonomisch unabhängigen Kreativen".
 
   
  • MIES, Petra (2006): Der kurze Klick zum Glück.
    Die große Liebe aus dem Internet endet auf dem Standesamt: Partnerschaften online vermittelt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.02.
 
   
  • GIDDENS, Anthony (2006): Ein neues Europäisches Sozialmodell.
    Unternehmer und Arbeitnehmer müssen den gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel für ihre Zwecke nutzen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.02.
 
   
  • AUST, Michael (2006): Gefühle in 160 Zeichen.
    Am Valentinstag klagen wieder alle, dass kaum ein Paar sich noch Briefe schreibt. Dabei hat sich die Liebeskommunikation enorm erweitert: Erst jetzt gibt es für jeden Liebeszweck das passende Mittel,
    in: TAZ v. 14.02.
 
   
  • WINKELMANN, Ulrike (2006): Schwarzrote Nesthocker.
    Hartz IV wird umgebaut: Junge Arbeitslose sollen bei
    den Eltern wohnen bleiben und bekommen weniger Geld,
    in: TAZ v. 14.02.
    • Inhalt:
      Die taz widmet den Nesthockern ein Tagesthema mit Interview und Vergleich mit Italien.

                
      WINKELMANN rechtfertigt die Besserstellung der unter-25Jährigen:
                
      "Die jetzige Regierung begründet die Kürzung nun damit, dass ein Großteil der ungeplanten Mehrkosten, die Hartz IV seit Anfang 2005 verursacht hat, auf das Konto junger Leute gehe. Sie zögen in Scharen von zu Hause aus, um es sich mit ALG II auf dem eigenen Sofa gemütlich zu machen. Tatsächlich sind junge Leute laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung die Gewinner der Hartz-IV-Reform: Viele beziehen erstmals überhaupt oder aber mehr Geld als zuvor. Dies war allerdings auch so gedacht.
      Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählt gegenwärtig 266.000 unter 25-jährige ALG-II-Bezieher - sie machen etwa die Hälfte aller arbeitslos gemeldeten unter 25-Jährigen aus. Doch geben die BA-Statistiken keinen Hinweis darauf, dass junge Menschen massenweise eigene Hausstände gründen."

                
      Eine Berichtigung gibt es auch noch.
 
   
  • FLORECK, Nils (2006): Der Fluch der Westalgie.
    Die hiesige Familienpolitik orientiert sich noch immer an den westdeutschen Realitäten. Dabei ließe sich aus den DDR-Erfahrungen viel lernen. Eine Erwiderung auf Robert Misik,
    in: TAZ v. 14.02.
 
     
     
 
   
  • Der SPIEGEL-FAZ-Medienverbund im Kampf der Kulturen

    • STRAUß, Botho (2006): Der Konflikt.
      In der Auseinandersetzung mit dem Islam werden Spott und Satire nicht weiterhelfen. Die Frage ist: In welche Zukunft predigen wir unsere alten zivilen Werte?
      in: Spiegel Nr.7 v. 13.02.
      • Kommentar:
        "
        Der zur Mehrheit tendierende Anteil der muslimischen Bevölkerung von Amsterdam und anderen Metropolen braucht unsere Toleranz bald nicht mehr", behauptet Botho STRAUß im Spiegel und gibt damit SCHIRRMACHER eine willkommene Steilvorlage.
    • SCHIRRMACHER, Frank (2006): Vorbereitungsgesellschaft.
      Wir können uns nicht vergleichen: Zu einer These von Botho Strauß,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.02.
      • Kommentar:
        Frank SCHIRRMACHER arbeitet weiter an der Entgrenzung des Demografiethemas. Herwig BIRG, Botho STRAUß und Gunnar HEINSOHN sind die Gewährsmänner für seinen Kampf der Kulturen, den er beschwört. 
 
   
  • POSCHARDT, Ulf (2006): Eine Art Sozialdiät.
    Jeder ist einsam. Doch wer die Einsamkeit bewußt erlebt, wird geradezu euphorisch. Das meint Ulf Poschardt und hat ein Buch darüber geschrieben,
    in: Welt am Sonntag v. 12.02.
    • Kommentar:
      Ob Ulf POSCHARDT ein Buch über Einsamkeit oder nur ein weiteres Generationenbuch geschrieben hat, das lässt der Auszug aus seinem neuen Buch "Einsamkeit" offen.

                
      Es geht hier in erster Linie um die Partygänger der Generation Golf, aber die haben inzwischen bekanntlich die Familie entdeckt.
                
      Außerdem wird noch einmal die Single-Ästhetik bemüht, die längst Vergangenheit ist.
                
      Wenn POSCHARDT schreibt, dass Psychologen zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Singles unterscheiden, dann ist das Stand Bonner Republik!
                
      Inzwischen müsste eigentlich bekannt sein, dass Ambivalenz der Schlüsselbegriff zum Verständnis von Lebensformen ist.
                
      Für den Soziologen Ronald BACHMANN ist in seiner aufschlussreichen Studie "Singles" aus dem Jahr 1992 das ambivalente Single-Dasein der dominante Typus, wenn es um Singles im mittleren Lebensalter geht.
                
      Das dürfte aber auch die Zielgruppe von POSCHARDT sein, wenn er über Partymenschen lästert und "Sex and the City" als Referenzserie zitiert.
 
   
  • Der Film "Elementarteilchen" auf der Berlinale

    • MÜLLER, Katrin Bettina (2006): "Das ist ein Männerfilm".
      Oskar Roehler, Regisseur und Drehbuchautor von "Elementarteilchen" (Wettbewerb), über die Erblast der 68er, Identifikation mit seinen Figuren, monströse Mütter und Sexszenen im Swinger-Club,
      in: TAZ v. 11.02.
      • Inhalt:
        Der Filmemacher Oskar ROEHLER sieht sich als typischer Vertreter der Single-Generation und als Opfer der 68er-Generation:

                  
        "Die Rezeption des Romans geriet in Deutschland in eine Bewegung, der 68er-Generation eine Rechnung für ihren libertären Ideale zu präsentieren. Dabei spielte die Behauptung eine Rolle, dass die folgende Generation dafür bezahlen musste. War das ein Motiv für die Verfilmung?
                  
        Auf jeden Fall. Ich bin auch ein Opfer. (lacht) Sinnlich und hautnah habe ich das erlebt. Es gibt in jedem Leben Initiationspunkte, die das eigene Sozialverhalten bestimmen. In meiner Generation, ich bin 59 geboren, sind eine ganze Menge Leute traumatisiert. Wenn man schlecht drauf ist, macht man den Vorwurf immer wieder seinen Eltern und sagt, das waren alles Arschlöcher. Aber wenn du genauer nachdenkst, findest du ja auch gesellschaftliche Gründe für den Egotrip dieser Generation."
 
   
  • KÖHLER, Andrea (2006): Die H-Bombe.
    Betty Friedans Erbinnen und der Weiblichkeitswahn heute,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 11.02.
 
   
  • SCHWÄGERL, Christian (2006): Hauptsache Kinder.
    Betreuung: Kardinal Sterzinsky trifft Ursula von der Leyen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.02.
    • Inhalt:
      "Der Streit um »Rabenmütter« und »Heimchen« neigt sich deutlich seinem Ende zu, meint Christian SCHWÄGERL nach einem Gespräch zwischen Ursula von der Leyen und Vertretern der katholischen Kirche in der Berliner Katholischen Akademie.
 
   

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