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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 11. - 15. Juli 2004

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Als gewollt Kinderloser sollte man sich beizeiten ein dickes Fell zulegen. (...).
Der »Egoismus«-Vorwurf ist (...) der wohl populärste und dennoch nur das erste Glied in einer langen Kette von Vorurteilen und Vor-Verurteilungen, denen sich die Kinderlosen ständig ausgesetzt sehen. Wohl denen, die da wenigstens alleine sind, greift doch bei ihnen das double-income-no-kids-Argument nicht sogleich, wenn die Gegnerschaft auch nicht müde wird zu betonen, dass Steuern zahlen allein den Generationenvertrag ja wohl nicht retten könne. Jetzt sind wir also auch noch Schuld an der Unsicherheit der Renten. All denen, die daran glauben, sei hier mitgeteilt, dass auch
unsere Altvorderen vom Beginn bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts es nicht zum, für einen funktionierenden Generationenvertrag entscheidenden, Reproduktionsniveau schafften. Heißt, schon vor 70 Jahren wurden nicht genügend Kinder geboren, um das Bevölkerungsniveau konstant zu halten.
Ein anderes Vorurteil, das sich so hartnäckig hält wie vermeintliche Eisenanteile in Spinat, ist die Einsamkeit der Kinderlosen im Alter. Ein echtes Ammenmärchen. Schließlich ist alles andere als bewiesen, dass Kinderreiche per se im Alter besser dran wären, was die Quantität und Qualität ihrer Sozialkontakte oder die Bereitschaft ihrer Kinder zur Versorgung und Pflege anginge. Längst ist nicht mehr selbstverständlich, dass die eigenen Kinder im Alter für Betreuungsaufgaben zur Verfügung stehen, und in den wenigsten Familien leben mehr als zwei Generationen dauerhaft unter einem Dach.
"
(Mattias Winkler in der Wochenzeitung Freitag Nr.29/30 vom 09.07.2004)

 
 
     
 
     
 
     
 
     
 
Lebenslang Kinderlose sind erstens eine unbedeutende Minderheit (die jedoch rhetorisch zur Mehrheit stilisiert wird) und haben zweitens - im Gegensatz zur Familie - keine Lobby, weswegen die Kritik an den Plänen der Bundesregierung, Kinderlose mit höheren Beiträgen zu bestrafen, ohne großen Protest blieb. Kinderlose werden damit wie Sozialschmarotzer oder Asoziale behandelt. Dies verdeckt dann die entscheidendere Tatsache, dass mit der Beitragserhöhung für Kinderlose eine weitere Verschiebung des gesellschaftlichen Konflikts einhergeht, den Regina STÖTZEL folgendermaßen beschreibt:

"In der vergangenen Woche einigten sich nunmehr »Pflegeexperten« der SPD und der Grünen darauf, im Januar den Beitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose ab 23 Jahre um 0,25 Prozent bis zur Bemessungsgrenze von 3 487,50 Euro Einkommen, also um maximal 8,72 Euro zu erhöhen. Na und? Der Betrag scheint gering, die Familie liegt der Nation am Herzen, und alle wollen im Alter irgendwie versorgt sein. Also wird allenfalls darüber debattiert, ob die Kinderfrage nach den Angaben auf der Lohnsteuerkarte oder nach der Erziehungstätigkeit zu beantworten sei und ob Paare dagegen klagen könnten, die aus medizinischen Gründen keinen Nachwuchs in die Welt setzen können.
Die Pflegeversicherung, wie auch die Krankenversicherung, wurde einmal paritätisch, also zu gleichen Teilen von den Unternehmern und den Lohnabhängigen finanziert. (...). Mit der »Privatisierung« des Zahnersatzes und der einseitigen Beitragserhöhung fürs Krankengeld wird der Zuschlag für Kinderlose ein weiterer Schritt sein, der von der paritätischen Finanzierung wegführt.
Indem eine Bemessungsgrenze festgeschrieben wird, werden diejenigen, die richtig viel Geld verdienen, quasi von der Regelung ausgenommen. Denn die können über den Höchstsatz von 8,72 Euro nur lachen."

Bei single-generation.de wurde diese Umverteilung von den  Arbeitnehmern zu den Unternehmern und von den Armen zu den Reichen als Credo des subsidiären (katholischen) Sozialstaats beschrieben. STÖTZEL sieht in dem erhöhten Beitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung jenes Prinzip wirken das von Hans-Werner SINN für die Rentenversicherung vorgeschlagen wird (vor kurzem hat der Soziologe Franz-Xaver KAUFMANN dieses Modell geadelt):

"Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts steht, dass Personen, »die Kinder betreuen und erziehen«, nicht in gleicher Weise belastet werden dürfen. Nach der neuen Regelung brauchen jedoch auch die Eltern erwachsener Kinder nicht mehr zu zahlen. Es geht also nicht um die Entlastung in einer für Mütter und / oder Väter möglicherweise finanziell schwierigen Zeit. Man fühlt sich eher an Ideen von Unionsmitgliedern erinnert, den Erhalt der vollen Rente von der Zahl der Kinder abhängig zu machen. Das schlug zum Beispiel Angela Merkel im vergangenen Jahr vor und berief sich auf den Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung in München, Hans-Werner Sinn, Vater von drei Kindern, der schon vor Jahren erklärt hatte, nur Paaren, die mindestens drei Kinder aufzögen, solle im Alter die volle Rente ausgezahlt werden."

STÖTZEL beschreibt die Methoden, mit denen der Klassenkampf von oben durchgesetzt wird:

"Um den Ausstieg aus dem Solidarsystem, nach dem auch die Jungen für die Alten sorgen sollten, unabhängig vom gewählten Lebensentwurf, widerstandslos über die Bühne zu bringen, werden zwei Mittel bemüht: das Horrorszenario einer »vergreisten« Gesellschaft und eine Rhetorik, die stets beschwört, die einen lebten »auf Kosten« der anderen. Was man, bezogen auf Faulenzer und Drückeberger, längst kennt, lautet jetzt so: »Wer, als Kinderloser, die halbe Million Euro (Existenzminimum), die zum Großziehen von drei Kindern mindestens nötig wäre, im Frühling des Lebens für Tauchurlaube ausgibt, kann nicht im Herbst die Sparbücher seiner Eltern plündern; die werden überdies leer sein.« (Die Zeit)"

Desweiteren verdeutlicht STÖTZEL die sozialpolitische Demagogie, mit der Bevölkerungspolitiker und Familienpolitiker das Problem der Sozialversicherungen auf den demografischen Aspekt verkürzen. STÖTZEL zeigt auf, dass sowohl die Kosten der deutschen Einheit als auch die strukturelle Massenarbeitslosigkeit die Probleme der Sozialversicherungen entscheidender prägen als der beschworene demografische Wandel.

Die Debatte um das Karlsruher Urteil zur Pflegeversicherung auf einen Blick: Akteure, Themen und Konsequenzen für "Singles" 
     
 

BECKER, Matthias (2004): "Die Think Tanks entscheiden mit",
Der Politikwissenschaftler Ulrich Müller organisierte zusammen mit dem Verein »Bewegungsakademie« den Kongress »Gesteuerte Demokratie? Wie neoliberale Eliten die Politik beeinflussen«, der im vergangenen Monat in Frankfurt am Main stattfand und auf den politischen Einfluss wirtschaftsnaher so genannter Denkfabriken und anderer Lobbyvereine hinweisen wollte. Er arbeitet für die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation Fian (Food First Information and Action Network). Er kritisiert, dass von Wirtschaftseliten bestimmte so genannte Reforminitiativen wie die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« oder der »Konvent für Deutschland« in die Debatte um den Abbau des Sozialstaats eingreifen und dabei ihren Charakter verschleiern,
in: Jungle World Nr.30 v. 14.07.

     
 
Dirk MAXEINER & Michael MIERSCH konfrontieren die politische Allegorie der Fußball-EM à la Peter SCHNEIDER mit demografischen Fakten und kommen dadurch zur erstaunlichen Erkenntnis, dass die jungen, dynamischen Fußballnationen in Wahrheit "vergreisende" Gesellschaften sind:

"Die Fußball-Europameisterschaft wurde vielfach sogar zur politischen Allegorie erhoben. Ein unabweisbares Zeichen dafür, wie junge und dynamische Länder das deutsche Seniorenheim aufmischen. Ja die Deutschen: zu faul zum Kinderkriegen und zum Arbeiten und jetzt auch noch Nieten im Fußball! Zugegeben, auch wir gaben uns dieser ballrunden Selbstanklage willig hin.
Doch dann flatterte letzte Woche eine Broschüre der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung auf unseren Schreibtisch: »Soziale und demographische Daten zur Weltbevölkerung 2003«. Nach flüchtigem Studium kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Die jungen und dynamischen Griechen bekommen nämlich im Schnitt noch weniger Kinder (1,2) als die Deutschen (1,3). Außerdem leben in Griechenland prozentual weniger junge Menschen unter 15 Jahren und mehr über 65 Jahre als hier zu Lande. Bleiben wir bei den aufstrebenden Fußballnationen: Die Reproduktionsbegeisterung der Tschechen ist ebenfalls noch geringer als die unsere, die in Portugal nur wenig besser. Darin sind gleich mehrere tröstliche Botschaften enthalten. Erstens: Dynamik, Begeisterungsfähigkeit und Zukunftsoptimismus einer Nation haben offenbar nicht allzu viel mit dem biologischen Alter ihrer Bevölkerung zu tun. Zweitens: Liebe Deutsche, auch wenn es euch mancher Familienpolitiker einreden will, ihr seid keine egoistische Minderheit. Älter werdende Gesellschaften mit weniger Kindern sind nicht die Ausnahme, sondern werden allmählich zur Regel.
"

     
 
     
 
  • SCHÄFER, Frank (2004): Alles Rohstoff.
    Ein vielseitiger Stilist und Melancholiker, der keinen Unterschied zwischen dem Schreiben und dem Leben kannte, weil "das Leben, sofern es würdig ist, zum Schreiben führt, und das Schreiben, sofern es wahrhaftig ist, zum Leben": Diese Woche wäre Jörg Fauser 60 Jahre alt geworden. Eine Würdigung,
    in: TAZ v. 13.07.

     
 
  • KAUFMANN, Franz-Xaver (2004): Gibt es einen Generationenvertrag?
    Gerechtigkeit zwischen den Generationen, Verträge mit Ungeborenen: Was steckt hinter den politisch aufgeladenen Begriffen? Die Gerechtigkeit ist es nicht, der gängigen Lesart entsprechend, in erster Linie eine Frage der Finanzen. Sie hängt vor allem an der Zahl der Geburten und der damit verbundenen Bevölkerungsentwicklung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.07.

     
 
     
 
     
 
     
 
  • LEINKAUF, Maxi (2004): "Die Großstadt ist eine Illusion".
    Emmanuel Bourdieu stellt den Film "Vert Paradis" in Berlin vor. Ein Gespräch über feine Unterschiede,
    in: Tagesspiegel v. 11.07.

Emmanuel BOURDIEU über seinen Vater Pierre BOURDIEU und den Film "Vert Paradis": "Als Sohn eines berühmten Intellektuellen haben Sie ebenfalls ein großes Erbe. Sieht man Ihre Filme, so hat man den Eindruck, dass Sie als Regisseur auch sehr soziologisch arbeiten.
Ja, außerordentlich stark. Der Film spielt übrigens in der Region, in der mein Vater geboren wurde. Er ging dort spät weg, zum Studium. Und kam wieder, um einen Artikel über Ehelosigkeit auf dem Land zu machen…
...genau wie der Soziologe im Film.
Ja. Mein Vater und ich haben viel über das Projekt geredet, er liebte es. Der Darsteller des Soziologen war sehr gut mit ihm befreundet, sie haben gemeinsam Interviews für sein Buch „Das Elend der Welt“ geführt. Ich war auch dabei. Mein Film ist eine Fiktion, aber auch meine Realität. Etwas sehr Persönliches."
     
 
       
   

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Zu den News vom  06. - 10. Juli  2004

 
 
   
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