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Medienrundschau:
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News vom
11. - 31. Juli 2005
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Zitat
des Monats:
"Sie
wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die
Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles
heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des
Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die
Felskanten schien.
Gegen Mittag glühte der Körper
mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher
zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In
Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die
Gischt und das Gesicht."
(aus:
Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.) |
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HARTWIG, Ina (2005): Sind Sie konservativ, Felicitas Hoppe?
Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe war immer schon altmodisch und
ist gerade deshalb skeptisch, wenn plötzlich konservative Werte als
schick gelten,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.07.
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GEBHARDT, Miriam (2005): Falsch erzogen.
Die Deutschen bekommen zu wenige Kinder.
Ein Blick in die Erziehungsratgeber der vergangenen Jahrzehnte
beweist: Die Kinderfeindlichkeit hat hierzulande Tradition,
in: Die ZEIT Nr.29 v. 14.07.
- Inhalt:
Die Konstanzer Historikerin Miriam GEBHARDT
widerspricht Otto SCHILY. Nicht die Kinderlosigkeit ist eine Absage
ans Leben, sondern die Sozialisationsbedingungen in Deutschland
waren lange Zeit lebensfeindlich.
GEBHARDT setzt deshalb alle Hoffnungen auf die
nach 1980 geborenen Eltern:
"Nach
1980 hat sich das Bild von dem, was auf werdende Eltern zukommt,
grundsätzlich geändert. Der Säugling gilt als liebesbedürftig,
interaktiv und intelligent und nicht mehr als Tyrann. Die vor 1980
Geborenen aber, also jene jungen Erwachsenen zwischen 25 und 40, die
sich momentan besonders fortpflanzungsunwillig zeigen, hatten Mütter
und Väter, die in der Zeit des Nationalsozialismus und kurz danach
Kleinkinder waren. Nicht nur das: Mit einiger
Wahrscheinlichkeit wurden viele von ihnen nur zu festgelegten Zeiten
aus der Wiege gehoben, ganz nach Haarer. Das heißt: Den potenziellen
Eltern von heute sitzen die kruden Vorstellungen mindestens zweier
Generationen in den Knochen. Eine Überlegung scheint es wert zu
sein, ob die Fortpflanzungsmüdigkeit damit zusammenhängt, wie man
sich in diesem Land lange den Umgang mit Babys vorgestellt hat.
Das würde heißen, dass die kinderlosen Deutschen nicht dem
Leben selbst abhold sind. Sie leiden womöglich immer noch unter
einer ganz bestimmten Haltung zum neuen Leben, die sie von der
älteren Generation geerbt haben."
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DENKLER, Thorsten (2005): "Familienpolitik muss vereinheitlicht
werden".
Bund und Ländern fehlt eine gemeinsame Politik für Familien, die
Maßnahmen sind schlecht aufeinander abgestimmt. Allerdings: Mehr
Kinder werden wohl kaum geboren, wenn der Staat Paare mit Nachwuchs
stärker subventioniert,
in: TAZ v. 14.07.
- Inhalt:
Winfried SCHMÄHL, Professor der
Wirtschaftswissenschaft, über die Familienpolitik in Deutschland und
die Problematik internationaler Vergleiche.
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DRIBBUSCH, Barbara (2005): Glücklich, wer eine Nische findet.
Eine Frage der Demografie: Die Vorruhestandsregeln laufen aus.
Deshalb sollen alle länger arbeiten, um die Sozialkassen nicht
überzustrapazieren. Aber schon heute findet kaum noch Arbeit, wer mit
über 50 seinen Job verliert. Künftig werden Ältere einen harten
Verteilungsstreit um Jobs führen, sagen neue Studien,
in: TAZ v. 14.07.
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MÄRZ, Ursula (2005): Sieg des Sekundären.
Wie kann die Politik wieder zur Realität zurückfinden?
in: Frankfurter Rundschau v. 14.07.
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MONATH, Hans (2005): "Nicht viel drin, was Familien hilft".
Wunschpartner FDP und DIHK-Chef Ludwig Georg Braun kritisieren
Wahlprogramm von CDU und CSU,
in: Tagesspiegel v. 13.07.
-
MONATH, Hans (2005): Geld macht keine Kinder,
in: Tagesspiegel v. 13.07.
- Inhalt:
MONATH kritisiert das Wahlprogramm von
CDU/CSU:
"Beide Parteien wären wirklich von allen
guten Geistern verlassen, wenn sie sich für den Fall eines Wahlsiegs
nicht wenigstens vornehmen würden, die Vorarbeiten von
Familienministerin Renate Schmidt (SPD) zu nutzen und deren Politik
der Stärkung der Betreuungseinrichtungen und der Einladung zum
gesellschaftlichen Aufbruch in ein kinderfreundlicheres Land
fortzusetzen. Das ist heute die Mindestanforderung an eine
Familienpolitik auf der Höhe der Zeit."
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CRZ (2005): "Für die wenigen wird alles besser".
Thomas Straubhaar zum Schrumpfen der Bevölkerung,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.07.
- Inhalt:
Thomas STRAUBHAAR, Direktor des
Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und Professor für
Volkswirtschaftslehre an der Universität in Hamburg, sieht einem
Bevölkerungsrückgang gelassen entgegen:
"auf die Produktivität kommt es an und
nicht auf das Bevölkerungswachstum. Man nehme zur Illustration das
Beispiel Rentensicherung: Ob es nun vier oder sechs oder zwei Aktive
sind, die für einen Rentner aufkommen müssen, ist nach der Ansicht
von Straubhaar letztlich belanglos, solange die Leistungsfähigkeit
der Aktiven mit den Forderungen der Älteren übereinstimmt. Wenn es
also gelingt, die Produktivität entsprechend zu steigern, dann kann
das Problem der Alterung auch von einer schrumpfenden Gesellschaft
gemeistert werden. Als notwendig erachtet er dabei jedoch die
Abkoppelung der Renten von der Lohnentwicklung. Doch lässt sich die
Leistung auch tatsächlich im nötigen Ausmass steigern und, falls ja,
wie? Straubhaar sieht keinen Grund, warum eine
Produktivitätssteigerung nicht gelingen soll. Den Schlüssel hierzu
findet er beim lebenslangen Lernen, bei der Altersteilzeit, bei der
weiteren Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt und ganz
allgemein bei der Bildung."
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WINKELMANN, Ulrike (2005): Bauplatz Schwarz-Rot.
Merkels Programm: Die Einladung zur Grossen Koalition,
in: TAZ v. 12.07.
- Kommentar:
Für Ulrike WINKELMANN ist die erste große Koalition seit 1966 in den
Bereich des Möglichen gerückt.
Der Politikwissenschaftler
Franz WALTER hat vor
kurzem aufgezeigt wie es geht und WINKELMANN sieht nun in den
Wahlprogrammen von SPD und CDU mehr Gemeinsamkeiten als zwischen CDU
und FDP.
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DRIBBUSCH, Barbara (2005): Sehnsucht nach Sicherheit.
Kleinselbstständige, Akademiker und Facharbeiter - die deutsche
Mittelschicht plagt die Angst vor dem Abstieg. Darum ist alles, was
bürgerlich riecht, im Aufwind - auch die CDU
in: TAZ v. 12.07.
- Inhalt:
Für DRIBBUSCH sind bei Hartz IV nicht der
Niedriglohn, sondern die fehlenden Distinktionsmöglichkeiten das
Problem:
"Unter 1-Euro-Jobbern sind das Schwinden
der Distinktionen und die Spannungen, die dadurch entstehen, gut zu
beobachten: dann nämlich, wenn beispielsweise die studierte
Kunsthistorikerin neben dem ehemaligen Maurer in einer Holzwerkstatt
Möbel aufbereiten soll. Alle Beschäftigungsmaßnahmen, die etwas mit
Computern oder geistiger Arbeit zu tun haben, egal wie stumpfsinnig,
sind bei langzeitarbeitslosen Akademikern beliebter, um noch einen
Rest der Distinktion des »Geistesarbeiters« gegenüber den
»Handarbeitern« zu bewahren. "
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ADAM, Konrad (2005): Arme Kinder,
in: Welt v. 11.07.
- Kommentar:
Konrad ADAM plädiert für ein Familienwahlrecht
und begründet es damit, dass angeblich die Kinderlosen an der Macht
seien.
Solche Demagogie ist nur möglich,
indem Eltern zu Kinderlosen umdefiniert werden, d.h. durch einen
verkürzten Familienbegriff, der haushaltsübergreifende Bindungen von
Eltern und Kindern negiert.
Single-dasein.de hat
dies als
Single-Lüge bezeichnet.
Gerade haben
Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER, beide
Mitarbeiter beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, in den
hauseigenen BIB-Mitteilungen vom
30.06.2005 eingeräumt, dass die Zahl der kinderlosen
Akademikerinnen niedriger ist, als dies die Demografen bislang
ausgewiesen haben.
Schuld ist die
STEINZEIT-Methodologie mit der in Deutschland Kinderlosigkeit
geschätzt wird.
Es musste erst in der
FAZ auf Seite 1 stehen, damit Demografen sich überhaupt mit
diesem Thema befasst haben.
Single-dasein.de hat
seit 2001 immer wieder darauf hingewiesen, dass die
Kinderlosigkeit überschätzt und die
Geburtenrate in der amtlichen Statistik zu niedrig ausgewiesen wird.
Wenn ADAM nun wieder behauptet,
dass "jede kommende Generation um ein Drittel kleiner sein
wird als die vorausgehende", dann ist das in erster Linie
spekulativ, denn die Prämissen der Demografen sind offensichtlich
bislang falsch gewesen.
Ulrike WINKELMANN schrieb z.B.
in der
taz vom 21.01.2005 unter Berufung auf den neuesten
Bevölkerungsbericht, dass von den 1965 geborenen Frauen nur 20 %
kinderlos bleiben.
Wie single-dasein.de
immer wieder betont hat, haben die deutschen Demografen die Erhöhung
des Gebäralters nicht ausreichend berücksichtigt. Dies hat
inzwischen auch die Sozialwissenschaftlerin
Michaela KREYENFELD bemängelt.
Die neuesten Daten von
Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER bestätigen, dass von den Demografen zu vorschnell
lebenslange Kinderlosigkeit diagnostiziert wurde, wo nur Spätgebären
vorlag.
Gerade für die
Universitätsabsolventinnen gilt, dass Geburten im Alter jenseits von
35 Jahren üblich sind.
Im Jahr 2003 lag nach den Daten
von SCHAREIN & UNGER z.B. die Kinderlosigkeit der 35-39Jährigen bei ca. 40
%, bei den 36-40Jährigen bei ca.38 %, bei den 37-41Jährigen bei ca.
33 % und bei den 41-45Jährigen sogar nur bei ca. 28 %. Dies zeigt
wie entscheidend die Wahl der Altersgruppe ist.
Es darf angenommen werden, dass
die heute 35-39Jährigen Akademikerinnen also noch Kinder bekommen
werden und ihre endgültige Kinderlosigkeit nicht bei 40 %, sondern
eher bei 30 % oder sogar noch darunter liegen wird. In der
Gesamtbevölkerung ist demnach die lebenslange Kinderlosigkeit noch
niedriger.
Es ist dem Soziologen
Christian SCHMITT zu verdanken,
dass diese Spitze des Eisberges - als ein kleines Mosaiksteinchen
der
Single-Lüge
- nun auch in die Öffentlichkeit gelangt ist.
Bereits im Jahr 2001 hat single-dasein.de
die Absurdität der Debatte um die Kinderlosigkeit in Deutschland
aufgezeigt. Der damalige - satirisch anmutende, aber
nichtsdestotrotz zynische Realität widerspiegelnde - Aufruf an
Eltern und Kinderlose, hat nichts an Sprengstoff verloren.
Im Gegenteil!
Die Absurdität wird durch
die Debatte um die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen vielmehr
bestätigt, denn die dahinter stehende Logik wurde damals von
single-dasein.de aufgezeigt:
Kinderlosigkeit kann - allein auf statistischem
Wege - erhöht oder verringert werden. Der Haushaltsansatz der
amtlichen Statistik macht das möglich. Zeugen
und Gebären war gestern! Statisch korrektes Verhalten reicht völlig.
Lesen Sie selbst...
Anmerkung für die
Bundesregierung. Wir hoffen Sie
haben unsere Seiten genau studiert, es könnte Wahl entscheidend
sein!
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- MEDICUS, Thomas (2005): Berliner
Kolibri.
Klaus Wagenbach wird 75,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.07.
- Inhalt:
MEDICUS versteht die Programmentwicklung des
Wagenbach Verlags als Dokument der Selbstzivilisierung der
westdeutschen Linken:
"Rückblickend
wird deutlich, wie stark die Programmentwicklung des Wagenbach
Verlages an der Selbstzivilisierung der westdeutschen Linken
beteiligt war.
Auf das Ende des ideologischen roten
Jahrzehnts folgte in den Achtzigern deren
ästhetisch-hedonistische Wende. Die Publikation von Pasolinis gegen
den westlichen Konsumismus gerichteten Freibeuter-Schriften war eine
verlegerische Großtat, der Wagenbach bald eine weitere folgen ließ.
Eine wachsende Zahl in blaues Leinen gebundener Hardcover-Bände
erschloss in Gestalt einer Autoren-Elite alle nur denkbaren Facetten
der italienischen Kunstgeschichte. Die Toskana-Fraktion, als deren
Begründer sich der ewige Ironiker Wagenbach gerne bezeichnet, nahm
diese Pioniertat wohlwollend an. Dank Salvatore Settis, Carlo
Ginzburg und vielen anderen ließen sich die ästhetischen wie
kulinarischen Genüsse Italiens für die Achtundsechziger wesentlich
besseren Gewissens konsumieren.
Das für einen Verleger unabdingbare
Gespür muss der Gott aller guten Bücher Wagenbach mit in die Wiege
gelegt haben. Mit Erich Fried (...) oder auch
Michel Houellebecq,
den er für die deutsche Leserschaft entdeckte, feierte KW Triumphe."
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Zu den News
vom
06. - 10. Juli 2005
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