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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 14. - 28. Juni 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Anfang Juni 1986, erschien »The Marriage Crunch« (»Die Heiratskrise«). Das angesehene US-Nachrichtenmagazin (Anm.: Newsweek) behauptete unter Berufung auf eine neue Studie: »Weiße Frauen mit College-Ausbildung, die in der Mitte der 50er-Jahre geboren wurden und die mit 30 noch Single sind, haben nur eine 20-prozentige Chance auf Verheiratung ... 40-Jährige werden eher von einem Terroristen getötet: Sie haben eine winzige Chance von 2,6 Prozent, den Bund fürs Leben zu schließen.«
(...). Genau 20 Jahre später distanzierte sich »Newsweek« jetzt in einer neuen Coverstory nicht nur von dem Satz, sondern auch von den damaligen Zahlen. Mit einem gewissen Stolz stellt man aber fest: »Der Vergleich schlug feste Wurzeln in der Popkultur und wird immer noch routinemäßig in Fernsehshows und Nachrichtenbeiträgen zitiert.« Das gilt nicht nur für die USA - auch hierzulande fand die kesse These Eingang in Presseartikel und Partygespräche."
(Frank Gerbert im Focus Nr.24 vom 12.06.2006)

   
   
 
  • GEYER, Christian (2006): Das dritte Kind.
    Steuer rumreißen: Fahrt gewinnen mit Familiensplitting,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.06.
    • Inhalt:
      Christian GEYER macht das Familiensplitting schmackhaft und behauptet, dass es den unerträglichen Druck aus der demographischen Debatte nehmen würde, wonach jetzt möglichst jede Frau im gebärfähigen Alter gefälligst ein Kind zu bekommen habe.

                
       Er verweist darauf, dass die Verfassungsrichterin HOHMANN-DENNHARDT einen breiten Spielraum für Änderungen des Ehegattensplittings sieht und bezeichnet die Stellungnahme von Kardinal MEISNER als "Schulterschluß mit Alice Schwarzer: eine Sternstunde der Emanzipationsgeschichte!"
                
       Die frohe Botschaft von GEYER lautet:
                
       "Wer keine Kinder will, der soll auch keine haben müssen, wer schon zwei hat, dem sei noch ein drittes, viertes dazugegeben. So produktiv gesplittet könnte unser Land an Fahrt gewinnen".
 
 
  • KRÖMER, Felix Johannes (2006): Wollüstig, egoistisch und durchtrieben.
    Das ganze Land diskutiert über die Familie, nur die Männermagazine nicht: Warum eigentlich?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.06.
    • Inhalt:
      Die Antwort von KRÖMER auf die Frage fällt - je nach Alter/Typus der Männermagazin-Zielgruppe - unterschiedlich aus:

                
       Beim Playboy haben die Männer ihre Familiengründungsphase bereits hinter sich,  bei FHM kommen die Männer in den nächsten Monaten in die Familiengründungsphase (nach Willen des Chefredakteurs).
                
       GQ-Männer (Typ Hugh GRANT), so etwas wie die Hauptzielgruppe von Susanne GASCHKE, werden bei ihrem hedonistischen Selbstverständnis gepackt:
                
       "In einer Kolumne fordert Gastautor Alexander Gorkow, daß jeder Mann spätestens mit Vierzig ein Kind gezeugt haben sollte. Er argumentiert nicht mit der Demographie, sondern führt - auf der eher hedonistischen Linie des Blattes - die emotionalen Freuden der Vaterschaft vor Augen. Schließlich folge nach Windeln und Überraschungseiern die Zeit, in der man mit dem Sohn über die Beatles diskutieren könne: »Sie haben sich Ihren besten Freund selbst gemacht.«"
                
       Der Favorit von KRÖMER ist Best Life, ein Männermagazin, das sich an "Familienväter und Geschiedene" (= Männer, die das Leben kennen!) richtet. Ben BECKER und Jay McINERNY stehen für diese Sicht auf Familie.
 
  • APEL, Friedmar (2006): Opferrollenspiele.
    Noch einmal zur Psychologie der Achtundsechziger,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.06.
 
 
  • KOHL, Christiane (2006): Verhüten statt bereuen.
    Die Sozialministerin von Sachsen, Helma Orosz, will staatliche Hilfen für Abtreibungen reduzieren. Eventuell soll das gesparte Geld in die Förderung von künstlicher Befruchtung gehen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.06.
 
 
  • REINBOLD, Fabian (2006): Hier können Familien forschen.
    Ein Programm für Unis soll Wissenschaftlern mit Kindern bessere Karrierechancen geben,
    in: Tagesspiegel v. 28.06.
 
 
 
 
  • FRIEBE, Holm & Kathrin PASSIG (2006): Beduinisierung.
    Das nächste grosse Ding,
    in: Berliner  Zeitung v. 26.06.
    • Inhalt:
      "
      Der nomadische Gegenstand der Zukunft ist die Firma", schreiben Holm FRIEBE und die frischgebackene Bachmannpreisträgerin Kathrin PASSIG anlässlich eines Wired-Artikels, in dem "Going bedouin" zum aktuellen Trend erhoben wurde:
                
       "Trend zur Firma (...), die keinen physischen Standort mehr hat und nur noch aus einer Website, Angestellten und deren Kommunikation untereinander besteht".
 
  • HUSMANN, Wenke (2006): Sieger ohne Relevanz.
    Kathrin Passig hat den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Eine falsche Entscheidung, meint Jana Hensel, die beweist, dass in Klagenfurt nur die kleine Welt des Literaturbetriebs abgebildet wird - nicht aber die literarische Vielfalt, die es unter jungen Autoren gibt,
    in: Zeit online v. 26.06.
 
  • BERNDT, Christina (2006): Kinder auf Krankenschein.
    Wie Ärzte die Geburtenstatistik aufbessern wollen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.06.
 
  • Sommerloch-Thema: BIB-Kinderwunsch-Studie

    • Inhalt:
      Die Medien erregen sich über einen Sachverhalt, der bereits am 2. Mai 2005 die deutsche Nation beunruhigte. Damals meldete das BMI:

                
       "Nach den Ergebnissen der Studie des Bundesinstituts liegt der Durchschnittswert für die Zahl der gewünschten Kinder (...) mit 1,74 nur noch wenig über der tatsächlichen Kinderzahl bei Frauen (Durchschnittswert: 1,4). Bei den Männern liegt dieser Durchschnittswert mit 1,57 sogar noch tiefer."
                
       Die Erhebung fand 2003 statt. Die nun veröffentlichten Ergebnisse aus dem Jahr 2005 liegen mit 1,75 (Frauen) und 1,59 (Männer) knapp über den im letzten Jahr gemeldeten Zahlen.
                
       Einen Hinweis auf die 2003er Ergebnisse sucht man deshalb in den aktuellen Medienberichten vergeblich.
    • KAPPUS, Monika (2006): Für viele sind Kinder eher eine Last als eine Bereicherung.
      Immer mehr Deutsche können sich ein erfülltes Leben auch ohne Kinder vorstellen. Ein Ansehensverlust wird eher bei zu vielen als gar keinen Kindern befürchtet,
      in: Frankfurter Rundschau v. 26.06.
    • WEERT, Oliver de (2006): Kinderlosigkeit im Kopf,
      in: Welt v. 26.06.

 
  • KAMANN, Matthias (2006): Schrecken der Scheidung.
    Heiraten ist weiterhin beliebt, doch der Durchhaltewille verheirateter Paare sinkt dramatisch. Warum in Deutschland bereits jede dritte Ehe in die Brüche geht und welche finanziellen Folgen die Trennungen für viele Betroffene oftmals haben,
    in: Welt v. 26.06.
  • KAMANN, Matthias (2006): Das Leiden der Männer.
    Scheidungsväter haben es nach Ansicht von Geschlechterforschern wesentlich schwerer, mit ihren oft genauso großen Problemen Beachtung zu finden,
    in: Welt v. 26.06.
 
 
  • TAZ-Dossier: Frank Schirrmacher

    • LANG, Susanne (2006): So regiert Frank Schirrmacher.
      Er ist einer der fünf Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er schreibt einen Bestseller nach dem nächsten. Er gilt als Meinungsführer Nummer eins in Deutschland. Wie mächtig ist Frank Schirrmacher tatsächlich?
      in: TAZ v. 24.06.
      • Inhalt:
        Susanne LANG hat ein ausuferndes, wohl gesonnenes Dossier über den FAZ-Herausgeber Frank SCHIRRMACHER verfasst, das gegen Ende geradezu hymnisch wird:

                  
         "Mit dem Fall der Mauer, dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin und der Etablierung dessen, was gerne Talkshowrepublik genannt wird, sind Projektionsflächen wie die Figur Schirrmacher unersetzlich geworden. Figuren, die Themen nicht erfinden, sondern ihnen einen griffigen Namen geben, sie mit der nötigen Dramatisierung unterfüttern und dadurch aus den geschlossenen Zirkeln der Feuilletons hinaustragen auf die Talkshowbühne. Schirrmacher gibt den Themen Dringlichkeit."
                  
         LANG zeichnet den Aufstieg des Frank SCHIRRMACHER nach, indem sie Feindschaften und Seilschaften des Blattmachers nennt und immer wieder das Männerbündische betont, z.B. um das Selbstverständnis des Journalistennachwuchses Mitte der 80er Jahre zu beschreiben:
                  
         "»Wir«, das sind die Jungen, der Nachwuchs, den Herausgeber Joachim Fest nach und nach in sein Feuilleton geholt hat, in erster Linie aus dem Umfeld der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Frank Schirrmacher, Gustav Seibt, Jens Jessen, Jan Roß, Stephan Speicher, Patrick Bahners. Die Rebellen im lange Zeit nationalbürgerlich ausgerichteten Feuilleton, die für ein modernes zeitgenössisches Feuilleton stehen und die Achtundsechzigergeneration im Haus gezielt überspringen sollen."
                  
         Susanne LANG bietet renommierte Journalisten auf, die Frank SCHIRRMACHERs "Harmlosigkeit" bescheinigen. Der Gegner wird woanders gesehen:
                  
         "es ist Frank Schirrmacher, der mit dem Nimbus der FAZ meisterhaft auf allen Boulevards spazieren geht. So war es im Fall seines ersten Bestsellers »Methusalem-Komplott« (...). Und so ist es in »Minimum«, (...), in dem er alle momentan ohnehin debattierten Themen - Kinderlosigkeit, Familienpolitik und Integration - im Bewusstsein hält. »Es hätte schlimmer kommen können«, meint ein Feuilletonist lapidar, man müsse sich nur die jüngste Welle von Deutschland- und Nationalbewusstseinsbüchern ansehen."
                  
         Man kann es aber auch anders sehen. Björn SCHWENTKER schreibt z.B. in der Zeit vom 08.06.:
                  
         "Was heute in der Zeitung steht, ist in nicht unerheblichen Teilen das Vokabular Friedrich Burgdörfers. In der Weimarer Republik war er nicht nur einer der prominentesten Bevölkerungsforscher, sondern auch ein Verfechter von Eugenik und Rassenhygiene.
                  
         Heute fordert Herwig Birg, derzeit wohl der medial einflussreichste Bevölkerungsforscher Deutschlands, öffentlich ein »ökologisch nachhaltiges Handeln« für den »Menschen als natürliche Spezies«. Insbesondere der Geburtenrückgang in Ostdeutschland sei »schlimmer als der Dreißigjährige Krieg«. Die FAZ räumt Birg gleich eine ganze Serie ein, in der er als alleiniger Autor und ohne Gegenstimme seine Ansichten in einem zehnteiligen Grundkurs Demographie verbreiten darf. Damit ist das Blatt in unguter Gesellschaft: Im Internet findet sich kaum eine NPD-Seite, die nicht vor Äußerungen des Bielefelder Katastrophisten strotzt."
 
  • DILK, Anja (2006): "Ehegattensplitting ist ungerecht".
    Das Ehegattensplitting nutzt besserverdienenden, männlichen Westdeutschen. Frauen, die arbeiten, Ostdeutsche und unverheiratete Paare haben nichts davon. Deshalb muss man es verändern, so die Juristin Ulrike Spangenberg,
    in: TAZ v. 24.06.
 
 
 
  • BAUREITHEL, Ulrike (2006): So viel Anfang war nie!
    Als die Frauenbewegung noch "Courage" hatte - Veteraninnen im Erinnerungszauber,
    in: Freitag Nr.25 v. 23.06.
    • Inhalt:
      BAUREITHEL berichtet zum 30jährigen Jubiläum der feministischen Zeitschrift Courage (1976-1984) über ein Veteraninnentreffen.

                
       Volker ZASTROW hat sich in der FAZ vom 19.06. ebenfalls Gedanken zur Zeitschrift Courage und ihrer erfolgreichen Konkurrentin Emma gemacht:
                
       "Der Zusammenhang von Feminismus und Lesbenbewegung wird öffentlich verbrämt, dabei ist er nachgerade zwingend. (...).
                
       Er kann aber nicht offenbart werden, da die Interessen von Lesben gerade in der bedeutsamen Frage von Ehe und Familie mit denen anderer Frauen keineswegs übereinstimmen. Schon in den siebziger Jahren zeigte sich, daß ein offen lesbischer Feminismus in der damaligen Frauenbewegung keine Durchschlagskraft gewinnen konnte, etwa am Beispiel der Zeitschrift »Courage«. Dagegen hat die zurückhaltendere »Emma« bis heute überlebt. Niemand kann ihrer Herausgeberin Alice Schwarzer absprechen, eine begnadete Interessenpolitikerin zu sein - wahrscheinlich die in Deutschland erfolgreichste.
                
       Sie und ihre Zeitschrift verschleiern den hier geschilderten Zusammenhang, und zwar im Laufe der Zeit eher zu- als abnehmend.
 
 

ZEIT -Thema: Was ist männlich?

  • ROSS, Jan (2006): Der ewige Junge.
    Männer dürfen Kinder bleiben. Das ist ihr gutes Recht – und sie haben es bitter nötig. Denn die Jungenhaftigkeit schützt den Mann vor sich selbst,
    in: Die ZEIT Nr.26 v. 22.06.
    • Inhalt:
      Jan ROSS beschreibt zwei Männertypen: den traditionellen Mann und den ewigen Jungen im gesellschaftlicher Kontext.

                
       "In patriarchalischen Krisengesellschaften – nicht nur in der islamischen Welt – klaffen Anspruch und Realität für den männlichen Nachwuchs auf frustrierende Weise auseinander: hier das Bild vom souveränen Herrn über Weib und Kind, da eine Wirklichkeit ohne Jobs, ohne die Möglichkeit zur Familiengründung, voller aufgestauter sexueller und aggressiver Energie. Jungen, für die keine erfüllbare Männerrolle zur Verfügung steht, sind einer der großen Risikofaktoren der Gegenwart, ein globales Unruhepotenzial", schreibt ROSS in Anlehnung an die Youth Bulge-These von Gunnar HEINSOHN.
                
       "Der ewige Junge dagegen, die Jungenhaftigkeit des Mannes in der reichen europäischen oder amerikanischen Welt, erlebt eine historisch beispiellose Blüte. Noch nie war es möglich, so lange jung zu sein wie heute in privilegierten Verhältnissen – nicht bloß im Sinne körperlicher Fitness oder von Stil und Mode, der Ausstattung mit den Attributen einer universal gewordenen Jugendkultur. Die bis in jedes Greisenalter tragbare Jeans ist nur das äußerliche Signal einer viel tiefer reichenden Umwertung der biographischen Werte. Altersunabhängig erstrebenswert und verfügbar ist vor allem die jugendliche Unfertigkeit geworden, das Ausprobieren, Sich-Zeit-Lassen und Noch-mal-neu-Anfangen, das Gefühl, dass der Ernst des Lebens noch gar nicht begonnen hat. Einer der erfolgreichsten Romane der neunziger Jahre, About a Boy von Nick Hornby, handelt von diesem Mann im unverbindlichen Schwebezustand, dem seine Musik, seine Drinks und seine Accessoires Leben genug sind – in der Verfilmung dann gespielt von Hugh Grant, der Personifikation des ewigen Jungen schlechthin."
 
  • SCHWÄGERL, Christian (2006): Volkszählung.
    Die blinden Flecken der Zukunftsschau,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.06.
 
 
 
 
  • Das Ehegattensplitting in der Debatte

 
  • FLORIN, Christiane (2006): Zwischen Laptop und Lätzchen.
    Warum auch Unternehmer die Krabbeldecke ausrocllen sollten,
    in: Rheinischer Merkur Nr.25 v. 22.06.
   

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Zu den News vom   14. - 21. Juni 2006

 
 
   
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