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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 16. - 23. März 2004

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Der »Morgen danach«, der Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht (...) ist eine Art mehrdeutiges Intervall, an dem die verschiedenen konstitutiven Elemente der Liebe ins Spiel kommen können. Die Leidenschaft des Vorabends ist zur Ruhe gekommen, die Atmosphäre ist ruhiger; zärtliche Sinnlichkeit kann das Verlangen jedoch wieder zum Erwachen bringen. Alles ist möglich am Morgen danach, es ist ein besonders inhaltsreicher und offener Augenblick. (...).
Die typischen Szenen (das Aufwachen, das Bett als Refugium, das Aufstehen, der Gang ins Badezimmer und das Frühstück) spielen sich innerhalb weniger Stunden ab und beschränken sich auf zwei oder drei Zimmer (das Schlafzimmer, das Badezimmer, die Essecke). (...).
Der Morgen danach ist (...) ein entscheidendes Ereignis, ein Ereignis, das heute in der Folge von Mikro-Abenteuern, die Auslöser für ein Leben zu zweit sind, das entscheidendste ist. In seiner scheinbaren Bedeutungslosigkeit (...) ist der Morgen danach alles andere als ein Nicht-Ereignis. Denn fortan entscheidet sich am Morgen danach die Zukunft des Paares."
(aus: Jean-Claude Kaufmann "Der Morgen danach", 2004, S.10ff.)
 
       
       
     
   
  • MISIK, Robert (2004): Das McKinsey-Syndrom.
    Von Pfarrern, die ihre Predigt "eine Dienstleistung" nennen und sich als Anbieter "auf dem Markt für Sinn-Angebote" sehen: Die Unternehmensberater haben scheinbar gesiegt. Doch die Abwehr gegen eine nur ökonomische Vernunft wächst, das Feindbild der globalisierten Eliten ist groß im Kommen,
    in: TAZ v. 23.03.
    • Kommentar:
      Die Angst geht um! Die globalen Eliten gehören neuerdings zu den bedrohten Arten, die den Beschützerinstinkt der Kosmopolitiker wecken.

            
         Jungle World, die Wochenzeitung der neuen globalen Klasse (wenn auch in "gobalisierungskritischer" Perspektive), hat HOCHHUTHs Theaterstück "McKinsey kommt" bereits vor einiger Zeit attackiert.
            
         Nun widmet sich Robert MISIK den McKinsey-Menschen. Von HOCHHUTH über Dirk KURBJUWEIT bis zu Kathrin RÖGGLA ist alles vertreten, was sich in letzter Zeit damit beschäftigt hat.
      MISIK stört die Personalisierung eines Strukturproblems. Wir sind alle nur Opfer!

            
         Aber keine Opfer wie jene letzten Menschen in "Die Dämonischen". Das  war ein erfolgreicher SF-Film der paranoiden 50er Jahre, den es mittlerweile in vielen Varianten gibt.
 
   
  • WITTSTOCK, Uwe (2004): Die Grundlage für die Arbeit der Bundesregierung.
    Seit 30 Jahren sagt das "Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung" Deutschlands Rentenkrise voraus - aber keiner will es hören,
    in: Welt v. 23.03.
    • Kommentar:
      Die Rentenkrise gibt es so genauso lange wie die Rentenreformen, nämlich seit 1957!

            
         Wer das nicht glaubt, der soll das Buch "Die Transformation der Sozialpolitik. Vom Sozialstaat zum Sicherungsstaat" lesen. Frank NULLMEIER & Friedbert W. RÜB haben darin bereits 1993 die demografische Debatte seit 1957 nachgezeichnet:
            
         "Demographische »Bedrohungen« haben die Rentenpolitik immer begleitet. Prognostizierte »Rentenberge« spielten sowohl bei der Reform 1957 eine Rolle wie auch Mitte der 60er Jahre. (...). Bereits seit 1977/78 wurden die Folgen des Geburtenrückgangs als Rentenberg nach dem Jahre 2010 für restriktive Eingriffe in die Gesetzliche Rentenversicherung angeführt. Steigende Alterslasten und selbst die Warnung vor dem »Aussterben der Deutschen« waren und sind keine Rezessionsthemen."
 
   
  • WALTER, Franz (2004): Wer gibt den Danton an?
    Linkspopulismus: eine Chance für die SPD,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.03.
    • Inhalt:
      Der Politikwissenschaftler Franz WALTER sieht in der Entstehung einer linkspopulistischen Partei keine Gefahr für die SPD, sondern mittelfristig würde sie dem Machterhalt dienen.

            
         Beispielhaft nennt er den Aufstieg der Grünen, die erfolgreich im Revier der FDP gewildert haben und dadurch dem bürgerlichen Lager die Mehrheitsfähigkeit genommen haben.
            
         Im Aufstieg der Neuen Rechten und des Rechtspopulismus sieht WALTER die wirkliche Gefahr für die SPD. Die Glanzzeit des "dritten Wegs" und der "Neuen Mitte" ist für WALTER jedenfalls endgültig vorbei. Die "neuen europäischen Unterschichten" sind jenes Klientel, das der Vertretung ihrer Interessen im Parteiensystem harrt.
            
         Der gegenwärtig diskutierten Linkspartei fehlt es gemäß WALTER an Entscheidendem:
            
         "Sie sind nicht die geeigneten Volkstribune für die politisch, ökonomisch und kulturell obdachlosen Menschen in den randständigen Trabantenvierteln der urbanen Zentren".
            
         Dieses Milieu beschreibt WALTER folgendermaßen:
            
         "Die Lebenserfahrungen und Alltagserlebnisse der neuen städtischen Unterschichten (sind) (...) viel zu unordentlich, programmindifferent, diskontinuierlich, rhapsodisch, unstrukturiert, auch hedonistisch und konsumistisch (...)."
            
         Ein Volkstribun im Sinne von WALTER müsste nicht so sein wie MÜNTEFERING oder ein kreuzbraver linker Gewerkschaftsfunktionär, sondern ein ungebundener politischer Außenseiter und Charismatiker, der "machohafte Kraftbolzen und lustvolle oder gar verwegene Provokateur der Politik." (ob WALTER hier einen Typ wie Dieter BOHLEN im Augen hat?).
            
         Als  Volkstribun wünscht sich WALTER eine "rhetorisch kraftvolle, instinktsichere, eben unbekümmert populistische Danton-Gestalt".   
 
   
  • PROFIL (2004): Scheidung: "Den Adonis besser einfrieren".
    Helene Klaar, Wiens meistgefürchtete Scheidungsanwältin, über den Männertypus Softie, billige Hausfrauen, das Geheimnis ihrer intakten Ehe und ihr neues Buch,
    in: Profil Nr.13 v. 22.03.
 
   
  • STEINFELD, Thomas (2004): Das Glück der Unzuverlässigen.
    Milan Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins",
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.03.
    • Kommentar:
      Der Soziologe Jean-Claude KAUFMANN hat eine Untersuchung über den "
      Morgen danach" verfasst. Ein Zitat aus KUNDERAs "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" leitet ein Unterkapitel über Weichenstellungen am Morgen danach ein. Was es mit dem Morgen danach - dem Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht - auf sich hat, das wird das Thema des Monats April sein...
 
     
   
  • PODAK, Klaus (2004): Heiterkeit,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.03.
    • Inhalt:
      Christoph HEIN beschreibt u.a. am Beispiel von "Drachenblut", was er unter Humor jenseits der Spaßgesellschaft versteht:

            
         "In einem Roman von mir, »Der fremde Freund/Drachenblut«, geht es um eine Ärztin, die am Schluss ihr Leben resümiert. Sie spricht da unter anderem darüber, dass es ihr gut gehe, und dass sie, falls sie einmal wegen Demenz in eine Anstalt für Geisteskranke eingeliefert werden müsse, dann gewiss in die beste aller möglichen Heilanstalten käme, weil sie dann noch Ärztin sei, also eine, wenn auch schwachsinnige, Kollegin. Von der besten aller möglichen Welten, über die noch ein Leibniz und ein Voltaire nachdachten, ist für uns, sobald wir an der Reihe sind, die beste aller möglichen Heilanstalten als einigermaßen realistische Zukunftserwartung übrig geblieben. So etwas entspricht meinem Humor und meiner Weltsicht. Diese Art von Witz trifft man eher bei den Engländern oder den Finnen an als bei den Deutschen. Er prägte den jüdischen Humor und stimmt mich sehr heiter."
 
   
  • NICKEL, Eckhart (2004): Meer Farben.
    Fahren Sie in die Ferne, nehmen Sie ein altes Buch und einen guten Freund mit, entfliehen Sie dem Lärm des Literaturbetriebs! Communiqué einer wieder neu zu entdeckenden Form des Lesens,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.03.
 
     
     
     
     
   
  • KUENHEIM, Haug von (2004): Wie man in Deutschland alt wird.
    Vorurteilen zum Trotz sind die meisten Alten weder unglücklich noch verarmt. Viele genießen nach langen Arbeitsjahren ihr Dasein. Erst jenseits der 80 Jahre wird das Leben oft zur Last,
    in: Die ZEIT Nr.13 v. 18.03.
    • Kommentar:
      Aus der Sicht der skeptischen Generation beschreibt KUENHEIM das Altern einer Kohorte, der das Goldene Zeitalter der sicheren Rentensteigerungen eine unbeschwerte Zukunft bescheren wird.

            
         Uns jüngeren dagegen hat diese Altersklasse die Zukunft genommen!
            
         Mit der Agenda 2010 wird in erster Linie der Besitzstand der neoliberalen Mitte-Eliten gewahrt. Mit einer Bevölkerungsvorausberechnung, die eine extrem höhere Lebenserwartung annimmt als alle früheren Berechnungen und einer angenommenen Geburtenrate, deren Berechnung heute bereits umstritten ist, wurde die demografische Entwicklung dämonisiert.
            
         Die Berechnungen des Bevölkerungswissenschaftlers Gert HULLEN beweisen, dass die Anteile der lebenslange Kinderlosen der in den 60er Jahren Geborenen Frauen IN KEINSTER WEISE mit den Annahmen des in der öffentlichen Debatte beschworenen Kinderlosen-Staates übereinstimmen. Dies ist ein Skandal.
            
         Die Single-Generation und die Generation Golf hat mit ihrer privatistischen und marktgläubigen Einstellung noch nicht begriffen, was dies bedeutet. Sie würde das sonst nicht so gelassen hinnehmen.
            
         Heiner GANßMANN hat im Beitrag "Der Großvater, sein Enkel und die Rentenreform. Die moralische Ökonomie des Generationenvertrags" vorgerechnet, dass die Umstellung vom Umlagesystem auf ein Kapitaldeckungssystem die Sandwich-Generation (jene Generation, die selbst weniger Rente erwarten kann, aber dafür die Umstellung bezahlen muss) doppelt belastet. GANßMANN schreibt:
            
         "Ob Kapitaldeckungsverfahren oder Umlageverfahren, gegen das Problem der Alterung der Gesellschaft helfen keine Finanzierungsmodalitäten. (...). Es gibt keine individuellen Lösungen des Rentenproblems, nach dem Motto: Jeder sorgt am besten für sich selbst. Die Generationen bleiben aufeinander angewiesen. Deshalb gibt es keinen wirklichen Ausstieg aus dem Generationenvertrag, wohl aber opportunistische Versuchungen." (in: BURKART & Jürgen WOLF, 2002, S. 283).
            
         Wenn die Sandwich-Generation der eindeutige Verlierer der Agenda-Reformen ist, warum wehrt sich diese Generation nicht? Die Antwort ist einfach: Die Mitte-Eliten haben das Vertrauen in den Sozialstaat grundlegend erschüttert.
            
         Allein den Topverdienern nützt die private Altersvorsorge. Dies umso stärker, je schneller und je umfangreicher der Niedrigstlohnsektor ausfällt. Die Erhöhung der Einkommenskluft ist programmatisches Ziel der Neoliberalen. In der zukünftigen Klassengesellschaft wird eine kleine globale Klasse von dem Ausstieg aus dem Umlageverfahren profitieren. Die anderen werden die Kosten tragen und dies umso mehr, je geringer ihr Verdienst ist.
            
         Die Klasse der Überflüssigen sorgt dafür, dass die Einführung des Niedrigstlohnsektors gelingt.
            
         Die Bevölkerungsvorausberechnung hat in diesem Sinne das Ihrige dazu getan. Mit Verweis auf diese Daten wurde z.B. der Generation Golf jegliche Legitimität ihrer Ansprüche abgesprochen. Beispielhaft hat dies Susanne GASCHKE mit dem Slogan "Kein Nachwuchs, keine Rente" getan.
            
         Einzig single-dasein.de hat darauf hingewiesen, dass GASCHKEs Vorwürfe verfehlt sind. Die Mitte-Medien haben eine Diskussion über die Geburtenkrise mit ihrer publizistischen Macht erfolgreich verhindert.
            
         Die Ergebnisse von Gert HULLEN bestätigen nun zwar eindrucksvoll die Richtigkeit der Argumentation von single-dasein.de. Die Schlacht ist jedoch verloren.
            
         Singles müssen sich organisieren, denn es zeigt sich immer deutlicher, dass eine anschwellende familienfundamentalistische Strömung eine Bevölkerungspolitik durchsetzen will, die auf eine "Diktatur der Eltern" hinausläuft.
            
         Junge Singles - also potenzielle Eltern - sollen bestraft werden, wenn sie die Elternschaft aufschieben (auch wenn der Berufseinstieg nicht gelingt, der Mobilitätszwang Partnerbindungen erschwert, oder weil der geeignete Partner fehlt usw.).
            
         Hardliner wie Thomas KRALINSKI schrecken auch vor Zwangsmaßnahmen nicht zurück.
            
         In der Berliner Zeitung hat Spider schon einmal einen Blick auf diesen neuen familienfundamentalistischen ZWANGSSTAAT geworfen, der die individuelle Menschenwürde grundlegend verachtet.
            
         "Agenda 2050" nennt er diese schöne neue Welt, in der Partnerlose wie "Arbeitsunwillige" behandelt werden.
            
         Strafmaßnahmen werden das Problem nicht lösen, sondern verschärfen!
            
         Bereits heute haben Geringverdiener die schlechtesten Heiratschancen, wie die Ergebnisse einer internationalen Studie von Hans-Peter BLOSSFELD beweisen.
            
         Möglicherweise soll ja genau das bezweckt werden! Geringverdienern soll die Fortpflanzung erschwert werden, während die Mütterelite kräftig gefördert wird.
            
          Dann muss man sich nicht wundern, wenn Erinnerungen an das Nazi-Regime wach werden!
 
   
  • STAUD, Toralf (2004): "Reichtum anders verteilen".
    Was wollen die Initiatoren einer neuen Linkspartei?
    in: Die ZEIT Nr.13 v. 18.03.
    • Kommentar:
      Die ZEIT widmet dem Niedergang der SPD ein großes Dossier.

            
         Pappkamerad MÜNTEFERING, der dafür sorgen soll, dass mit einem anderen Gesicht (seinem nämlich) alles beim alten Agenda-Kurs bleibt, darf SCHRÖDERs Parolen nachbeten.
            
         Es lässt sich jedoch kaum jemand mehr von dieser Schönheitsoperation täuschen. MÜNTEFERING spricht nur noch die Alten an, also jene, die sich an die alten Ritualen wie sie in SPD-Ortsvereinen dahindämmern, klammern.
            
         Die Jugend hat sich von diesem überlebten Traditionsmilieu längst verabschiedet. Wir wollen nicht noch mehr vom Gleichen!
            
         Das Elend der Mitte versuchen nun Linke wie der Soziologe Marc MULLIA neu zu definieren.
            
         Die TAZ höhnt angesichts der neuen Linkspartei nur und versucht die Initiatoren in die Ecke der ewig gestrigen Linke zu stecken.
            
         Dies wundert kaum. Spielen doch in der TAZ vor allem ehemalige Maoisten eine tragende Rolle. Sie möchten nicht, dass ihnen ihre eigenen Irrtümer vor Augen geführt werden!
            
         Ein starker Raucher, der zum Nicht-Raucher konvertiert, der wird gnadenlosen jeden Raucher missionieren wollen. Niemals Raucher können dies kaum nachvollziehen. Dieser Reflex existiert auch im politischen Milieu.
            
         Wer in den 70er Jahren aktiver Maoist oder sonstiger Aktivist einer der vielen politischen Sekten war, und es sich nun in der Neuen Mitte gut gehen lässt, der wird heutzutage jegliche Initiative jenseits der eigenen politischen Meinung, bekämpfen - und zwar mit extremer Härte.
            
         Das heutige, selbstgerechte Just-Milieu von Rot-Grün rekrutiert sich aus diesen Verblendeten der 70er Jahre. Eine sinnvolle Korrektur ist unter diesen Umständen nicht möglich. Die neue Rechte und die neuen Reaktionäre werden sich dagegen die Gunst der Stunde nicht entgehen lassen.
            
         Das Beispiel Frankreich zeigt, die Linke ist mittlerweile - angesichts ihrer Nachkriegsgeschichte - unfähig eine Politik der sozialen Gerechtigkeit ins Rollen zu bringen.
            
         Linke bekämpfen sich lieber gegenseitig, solange bis die Neue Rechte den Profit aus den Eifersüchteleien zieht. Schlaft weiter, Genossen!  
 
   
  • Der singlefreundliche Bericht zur Kinderpolitik:
    SÜSELBECK, Jan (2004): Die Agenda frisst die Kinder.
    Mit den rot-grünen Reformen wird die Kinderarmut wieder zunehmen, meint der Kinderschutzbund,
    in: Jungle World Nr.13 v. 17.03.
    • Kommentar:
      SÜSELBECK berichtet über die Zunahme der Kinderarmut (ausnahmsweise im ökonomischen und nicht im bevölkerungspolitischen Sinne).

            
         In diesem Artikel geht es nicht - wie gewöhnlich - darum Eltern und Kinderlose gegeneinander auszuspielen, sondern die Agenda-Reformen als Ursache von Kinderarmut zu benennen:
            
         "Die Kinderarmut in Deutschland eigne sich laut Butterwegge und Klundt wegen ihres hochgradig emotionalisierenden Nachrichtenwerts für konservative Meinungsführer bestens dazu, die Opfer der Kürzungsmaßnahmen im sozialen Bereich gegeneinander auszuspielen. Talkshowgäste wie Hans-Olaf Henkel, der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), oder Finanzminister Hans Eichel (SPD) führten ständig die »Verantwortung für unsere Kinder« im Munde, um weitere Kürzungen zu rechtfertigen.
      Nicht etwa die Sozialreformen, die die Situation der Kinder nachweislich verschärften, sondern Singles, Kinderlose und Greise würden auf diesem Weg plötzlich für die Armut vieler kinderreicher Familien verantwortlich gemacht. So werde es möglich, ausgerechnet die
      wachsende Armut als Legitimationsgrundlage für weitere Sozial- und Rentenkürzungen zu nutzen."
 
   
  • WIRNER, Stefan (2004): "Ich attackiere das Zenitgefühl",
    in: Jungle World Nr.13 v. 17.03.
    • Kommentar:
      Lange Zeit hat kein Mitte-Mensch in Deutschland den Begriff "Klasse" verwendet. Das hat sich inzwischen geändert.

            
         Matthias HORX hofft - wie viele ehemalige Linkslibertäre - auf einen schwarz-grünen Pakt der Mitte-Eliten.
            
         In dieser schönen neuen Welt, in der die Nicht-Eliten als Arbeitssklaven den Niedriglohnsektor bevölkern, könnte es sich unsere globale Elite gut einrichten. Zuvor müssen jedoch ein paar Klassenkämpfe überwunden werden, die sich in der Sicht von HORX folgendermaßen darstellen:
            
         "Die zukünftigen Klassenkämpfe werden an anderen Fronten stattfinden. Es gibt eigentlich einen Aufstand der kreativen Klassen, also derjenigen, die die Wirtschaft vorantreiben, die Selbstständige sind, egal ob die viel oder wenig Geld verdienen, und die aus den alten Großorganisationen staatlicher oder auch ökonomischer Art sich herauslösen. Die FDP hat sich bei diesen Schichten als Apothekerpartei längst abgemeldet.
      Und da gibt es ein Traditionsmilieu in der CDU, den klassischen Unternehmer, für den die Partei ja nach dem Krieg entstanden ist, den sie geschützt und vorangebracht hat, und es gibt einen Teil des grünen Milieus, das klassische Mitglied der kreativen Klasse, von der Werbung angefangen bis zu Selbstunternehmern, Ich-AGs, Medienschaffenden, die der grünen Partei immer von den Werten her zugeneigt haben. Aber durch beide Parteien geht auch ein Riss. Es gibt Reaktionäre in der CDU wie auch Modernisierer, und es gibt auch Reaktionäre bei den Grünen und auch Teile der kreativen Klasse.
      "
            
         Die so genannte "kreative Klasse" hat Robert B. REICH und Peter GLOTZ zu Zeiten der New Economy als "Symbolanalytiker" bezeichnet. Nur für jene, die meinen könnten, dass HORX besonders kreativ sei!
            
         In dieser schwarz-grünen Pax Elitopia sind Eliten unter ihresgleichen... 
 
     
   
  • PED (2004): Jetzt erst recht: Neue Linkspartei präsentiert sich.
    Initiatoren weisen Vorwürfe der SPD-Spitze zurück - 76 Prozent der Deutschen bewerten Schröders Kurs als sozial ungerecht,
    in: Welt v. 17.03.
    • Kommentar:
      Es irritiert einzig, dass die neoliberalen Grünen und die CDU von diesem Tief profitieren. Das kann nicht daran liegen, dass diese Parteien sozial gerechter wären, sondern deutet darauf hin, dass eine echte Alternative fehlt!

            
         Ob Singles von einer Linkspartei etwas zu erwarten haben, das bleibt offen. Singles sollten sich endlich selbst organisieren!
            
         Jörn KABISCH phantasiert in der TAZ von einer "Partei der Wechselwähler". Der Wechselwähler ist für die Wahlforschung, das was der Single für die Familienforschung ist: eine belanglose Restgröße, die im Normalfall nicht interessiert, aber immer dann als Erklärung herangezogen wird, wenn man einen Sündenbock benötigt...
 
   
  • NOLTE, Paul (2004): Das Rumpelstilzchen-Modell.
    Oder: Der schwere Abschied von postmodernen Illusionen,
    in: Berliner Republik Nr.2, März/April
    • Kommentar:
      Als single-dasein.de vor drei Jahren diese Seiten ins Netz stellte, war eine Zielsetzung Ulrich BECKs Individualisierungsthesen zu entmythologisieren.

            
         Immer wieder beschrieb single-dasein.de diese "Theorie" als das erfolgreichste Enttäuschungsprodukt der Neuen Linken (nunmehr zur neuen Mitte mutiert).
            
         Es wurde außerdem immer wieder darauf hingewiesen, wie mittels Single-Rhetorik die gesellschaftliche Selbstbeschreibung pervertiert wird.
            
         Im Oktober 2003 hat single-dasein.de zum 20jährigen Jubiläum der Individualisierungsthese alle Gedanken nochmals zugespitzt und den Zusammenhang zwischen dem neuen Familienfundamentalismus und dem "Terror der Individualisierungsthese" aufgezeigt.
            
         Am 07. März 2004 bescheinigte Richard HERZINGER im ZEIT-Weblog diesem Essay, dass er in "origineller Weise" die Entstehung eines  neuen Familienfundamentalismus in Deutschland erklärt. Seitdem ist dieser Essay zur beliebtesten Seite avanciert.
            
         Paul NOLTE greift nun in seinem Essay in der gerade erschienenen SPD-Zeitschrift Berliner Republik die Gedanken von single-dasein.de unter der Überschrift Wie Ulrich Beck die "Ich-AG" erfand auf:
            
         "Blickt man auf diesen Trend in generationeller Perspektive, dann lässt er sich wohl eher als ein Erbe der »Achtundsechziger« verstehen, die nach gescheiterter Weltrevolution wenigstens die Revolution in ihrem eigenen Beziehungschaos, einschließlich der spezifisch deutschen akademischen Kinderlosigkeit, rechtfertigen wollten."
            
         Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Paul NOLTEs Perspektive und der Perspektive von single-dasein.de.
            
         NOLTE kritisiert die BECKsche Individualisierungsthese in reaktionärer Absicht. Er ist damit das beste Beispiel für die Stimmigkeit der Thesen von single-dasein.de, wonach sich der neue Familienfundamentalismus allein aus den Reaktionen auf die Individualisierungsthese erklären lässt, während die postmoderne Familienwirklichkeit keine Rolle in diesem "Krieg der Eliten" spielt.
            
         Die Single-Rhetorik dient mittlerweile einerseits zur unverblümten Forderung nach einer Bevölkerungspolitik (siehe KRIELINGER ebenfalls in der Berliner Republik) und andererseits dient sie freiwillig Kinderlosen wie Susie REINHARDT zur Legitimierung eines Lebensstils, der nur auf ein eng begrenztes "individualisiertes" Milieu beschränkt ist.
            
         Die Perversität der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung als "Single"-Gesellschaft verdeckt den Blick darauf, dass wir weiterhin eine "Familien"-Gesellschaft sind.
            
         Soziale Herkunft ist nicht umsonst das entscheidende Kriterium für individuellen Erfolg. Selbst das Heiratsverhalten wird stärker davon bestimmt als die postmoderne Gesellschaft das nahe legen würde.
            
         Die Perversität besteht darin, dass wir die heutige Familiengesellschaft mit dem Maßstab der 50er-Jahre messen, statt die neuen Familienrealitäten anzuerkennen.
            
         Die amtliche Statistik ist die Hüterin der überlebten Normen. Das geht so weit, dass das Ausmaß der lebenslangen Kinderlosigkeit in Deutschland bis zu 50 % von jenen Zahlen abweicht, die in der öffentlichen Debatte diskutiert werden.
            
         Die Mehrzahl der einflussreichen Gesellschaftsmitglieder profitiert offensichtlich von dieser statistischen Verblendung!
            
         Die Profiteure in der neuen Mitte nutzen die Vorteile postmoderner Familienformen. Die alte Mitte kann bei ihrer Klientel die familienfundamentalistischen Reflexen mobilisieren.
            
         Bislang ist single-dasein.de der einzige Versuch in Deutschland diesen Skandal öffentlich zu machen.
            
         Bei den Verlierern handelt es sich um eine Minderheit, die keinerlei Anwälte in dieser Gesellschaft hat: Nicht-Erben, gering verdienende Kinder- bzw. Elternlose, gering verdienende Partnerlose.
            
         Die Mitte trägt ihren Krieg um das gültige Familienmodell auf dem Rücken dieser Randgruppen aus!            
 
   
  • KRALINSKI, Thomas (2004): Kinder an die Macht.
    "Bevölkerungspolitik"? Ausgerechnet bei uns in Deutschland? Das Wort klingt bedrohlich nach überwundener Vergangenheit. Doch im 21. Jahrhundert können nur Kinder den Sozialstaat retten. Für eine aufgeklärte Bevölkerung,
    in: Berliner Republik Nr.2, März/April
    • Kommentar:
      Was noch im letzten Jahr nur für single-dasein.de denkbar war, das ist nun zum neuen Gesellschaftssport der reaktionären Elite geworden: das Plädoyer für die Bevölkerungspolitik.

            
         KRALINSKI fördert die typischen Klischees hervor:
            
         "In der hedonistischen »Revolution« der Achtundsechziger wurzelt eine weitere Ursache für die heutige Kinderlosigkeit. Individualisierung, die säkularisierte Familie, Selbstverwirklichung haben jeden einzelnen »glücklicher« gemacht. Doch die neuen Werte lassen sich, so die Überzeugung der Individualisierten, am ehesten bei Kinderlosigkeit leben. Mittlerweile ist das Lebensgefühl der »Singleisierung« weit in die Gesellschaft vorgedrungen. Zwar signalisieren Umfragen, dass Familie und Freunde wieder hoch im Kurs stehen, doch zu mehr Kindern führt das noch lange nicht."
            
         KRALINSKI gehört zur Kategorie der Pharisäer. Der neue Geschlechterpakt hat längst die individualisierte Familie hervorgebracht.
            
         Kinderhaben und Single-Lebensstil ist für diese neue Elite kein Gegensatz mehr (siehe Prenzlauer-Berg-Mütter), sondern wird dank Niedriglohn-Hauspersonal zum neuen Statussymbol! Gösta ESPING-ANDERSEN ist der Guru dieser neuen Hauspersonal-Gesellschaft.
            
         In den USA hat jüngst Caitlin FLANAGAN dieses neue Ausbeutungsverhältnis gerechtfertigt und auch in der NZZ konnte man jüngst darüber lesen.
            
         Man muss Michel HOUELLEBECQs zentralen Gedanken aus dem Roman "Plattform" aufgreifen, um eine neue Form von Kolonialismus der postfeministischen Familie deutlich zu machen.
            
         Der Sextourist sorgt gemäß HOUELLEBECQ für einen fairen Austausch zwischen erster (reiche, aber feminismusgeschädigte Sexaholics) und dritter Welt (arme, aber sexy Dienende).
            
         Die neue individualisierte Familie beruht auf einem ähnlichen Dienstleistungsverhältnis, das jedoch weniger verrucht ist, weswegen dieser Tausch auch ohne große Probleme gesellschaftlich akzeptiert wird. Wir wollen hier auch gar nicht moralisieren, sondern es geht darum, zu zeigen, dass unsere neue Mitte durchaus ihre Privilegien genießt.
            
         Der gewöhnliche Mitte-Sozialdemokrat hängt das natürlich nicht an die "große Glocke" (was würde sonst seine nicht-privilegierte Wählerschaft von ihm denken!), sondern beschäftigt sein Hauspersonal ganz verschämt! Doppelmoral Hoch zwei!
            
         Wir möchten von KRALINSKI auch keine falschen Angaben über die lebenslange Kinderlosigkeit lesen:
            
         "Immer mehr junge Frauen verzichten ganz auf Kinder. In der Gruppe der 1965 geborenen Frauen bleiben heute etwa 30 Prozent ohne Kinder, bei den 1955 geborenen Frauen liegt diese Quote bei nur sechs Prozent."
            
         Eine empirische Untersuchung von Gert HULLEN hat nachgewiesen, dass die lebenslange Kinderlosigkeit bei den in den 60er Jahren geborenen Frauen bei 14 % liegt!
      Das sind 50 ( F- Ü - N - F - Z - I - G) Prozent weniger als uns die Polarisierer vom Schlage eines KRALINSKI weismachen möchten!

            
         Single-dasein.de hat bereits vor 3 Jahren darauf hingewiesen, dass ein Abbau von 50 % der Kinderlosen bis zur Bundestagswahl 2006 möglich sei - allein aufgrund STATISTISCHER Interpretationen! So mancher hat das als Satire oder als völlig weltfremd abgetan. HULLENs Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Wirklichkeit meist viel unglaubwürdiger erscheint als die Erfindungen mancher Wissenschaftler!
            
         Es braucht eigentlich gar nicht mehr erwähnt werden, dass KRALINSKI ein richtiger Hardliner in Sachen Bevölkerungspolitik ist und auch vor einer "Diktatur der Eltern" nicht zurückschreckt! Rente nach Kinderzahl und das Familienrecht sind für ihn legitime Zwangsmodelle angesichts des angeblichen Kinderlosen-Staates.
            
         Wir werden Euch Eure falschen Zahlen so lange vorhalten, bis es auch der LETZTE in diesem Land begriffen hat: Die Single-Gesellschaft ist ein Mythos, von dem vor allem die Eliten profitieren!
 
   
  • Spider (2004): Agenda 2050,
    in: Berliner Zeitung v. 16.03.
    • Kommentar:
      SPIDER hat sich schon einmal ausgemalt, was passiert, wenn die Prinzipien der Arbeitsvermittlung auf die Partnersuche angewendet werden. "Agenda 2050" nennt er sein Szenario:

            
         "Die Frau vom Amt hatte schlechte Laune. Wahrscheinlich war sie letzte Nacht wieder von ihrem Mann verprügelt worden. Immerhin hatte sie eine Beziehung.
      (...) Mich will niemand. Nicht mal die schlecht gelaunte Frau vom Amt hätte mich genommen. Ich war Langzeitjunggeselle.
      (...).
      »Sie sind gemeingefährlich«, sagte der Sachbearbeiterinnenmund, »Sie glauben, Sie können sich um eine Ehe herumdrücken, auf Kosten der Allgemeinheit.« Sie hatte recht, innerhalb ihres Horizonts jedenfalls, die Sachbearbeiterin vom Standesamt.
      (...). Eine Ablehnung musste gut begründet werden. (...). Einmal zwang mich das Amt sogar zu einer Kontaktanzeige. Und dann gab es da noch dieses alberne Bewerbungstraining, wo man alle paar Monate hingeschickt wurde. Dieses Training bestand aus Tanzstunden, Kochkursen, Kraftsport für Männer, Aerobic für Frauen, Flirtseminaren und Stilberatung. Niemand sollte sich der Partnerschaft entziehen dürfen.
      Das alles begann kurz vor den letzten Bundestagswahlen, als die Alleinstehenden zum Wahlkampfthema gemacht wurden. Die Opposition warf der Regierungskoalition geschönte Statistiken vor. In jeder Fernsehdiskussion ging es nur noch darum. Alle taten so, als seien die Singles beiderlei Geschlechts das drängendste gesellschaftliche Problem. Ein künstlich geschaffenes, meiner Meinung nach. Früher war es jedenfalls nie ein Problem gewesen, Es hatte einfach immer Singles gegeben. Die SPD gewann die Wahl mit dem Slogan: »Es gibt kein Recht auf Keuschheit.« Sie kopierte einfach die Politik, die sie um die Jahrtausendwende gemacht hatte, als plötzlich die Arbeitslosen zum Problem gemacht wurden und auch keiner gefragt hatte, warum.
      Kurz nachdem die neue Kanzlerin ihr Kabinett vorgestellt hatte, wurde der Öffentlichkeit dann die Agenda 2050 präsentiert. Ein Reformpaket, das alle Bürgerinnen und Bürger fest im Hafen der Ehe verträuen sollte. Die Nation war begeistert. Die Unterstützung für dieses Projekt war überwältigend. Die Zumutbarkeitsklauseln für die Partnerwahl wurden verschärft. Man durfte nicht wählerisch sein."
 
   
  • RULFF, Dieter (2004): Unsichere Gesellschaft.
    Ohne Leitidee: Politik unter post-sozialstaaltichen Bedingungen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 16.03.
    • Kommentar:
      Wenn es noch eines Beweises für den Niedergang der Kirche von Ulrich BECK benötigt hätte, Dieter RULFF liefert ihn!

            
         Die Individualisierungsthese stiftete einer ganzen Erlebnisgeneration der Neuen Linken einen Sinn, der nun angesichts der neuen Klassengesellschaft zerfällt.
            
         20 Jahre lange konnte Ulrich BECK in bestimmten sozialdemokratischen Kreisen die kollektive Identität stiften. Nun sind diese Kreise orientierungslos! Der Beitrag ist ein Beispiel für die neuen Suchbewegungen:
            
         "Als Ulrich Beck (...) seine Skizze von der Risikogesellschaft zeichnete, da zerstörte er den Gleichklang zwischen wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt. (...). Die Grünen gaben der Gesellschaft ein neues, postmaterialistisches Gesicht und revitalisierten zugleich die Transmissionskraft der Parteien.
      Zwanzig Jahre später hat sich das Solidaritätspotenzial des Risikos erschöpft
      ", bedauert RULFF.
            
         Sein Problem: Noch in der Trauer ist er Sektierer eines überholten Paradigmas...  
 
   
  • MÖLLER, Johann Michael (2004): Patriotismus - der neue Kitt der Gesellschaft,
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio v. 16.03.
    • Kommentar:
      MÖLLER plädiert dafür, den Sozialabbau mittels Pathos zu kompensieren:

            
         "Gerade wir in unserem Land müssen lernen, uns wieder als Gemeinschaft zu empfinden, die gemeinsam gewinnt und gemeinsam Opfer bringen muss. Das ist nicht die Ideologie der Armut, sondern das Pathos des Erfolgs. Die deutsche Reformdebatte krankt daran, dass sie bis heute keine Emotionen zeigte; dass sie keine kollektiven Phantasien beflügeln konnte. Doch ein Land zu erneuern ist keine seelenlose Operation. Dafür muss man Feuer entzünden, patriotische Feuer."
            
         MÖLLER ist offensichtlich der Auffassung, dass die Nicht-Eliten noch irgendwelche Hoffnungen in  Eliten setzen würden. Tatsächlich sind unsere Eliten dabei ihren Vertrauensvorschuss gründlich zu verspielen.
            
         Nicht erst der Anschlag in Spanien zeigt, wie eine skrupellose Regierung Tatsachen zurechtbiegt.
            
         In Deutschland wird nachweislich der demografische Wandel mit nicht zu rechtfertigenden Daten dramatisiert.
            
         Wir werden verschaukelt wie in einer Bananenrepublik! Um ihren Besitzstand zu wahren, schreckt das Establishment vor billigster Demagogie nicht zurück.    
 
   

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Zu den News vom 09. - 15. März  2004

 
       
   
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