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Medienrundschau:
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News vom
05. - 06. März 2006
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Zitat
des Monats:
"Frauen,
die einsam sind, haben in der Wahrnehmung der Außenwelt »keinen
abbekommen«. Außer sie sehen aus wie Cameron Diaz, lachen
wie Penélope Cruz und haben einen Körper wie Helena Christensen.
Einsame Frauen haben ein massives Imageproblem. Während Männer
sich als »einsame Wölfe« in ihrer Selbstversunkenheit suhlen und
stilisieren dürfen (...), müssen Frauen noch sehr häufig
defensiv auftreten. Die selbstbewußte Singlefrau ohne tristen
feministischen Überbau und verhärmte Jungfern-Ideologie wurde Anfang des 21.
Jahrhunderts erst durch TV-Serien wie
»Sex and the City« salonfähig. Die einsame Frau wurde sexy
und aufregend, für Männer jeden Alters Herausforderung wie
Verlockung. Und dennoch scheint sich dies noch nicht
herumgesprochen zu haben.
In Deutschland
haben einsame Frauen noch das größte Emanzipationspotential.
Insofern kann man dieses Buch auch als feministisches lesen.
Über Jahrhunderte waren einsame Frauen als Hexen oder alte
Jungfern Außenseiter. Im Laufe der Emanzipation des 20.
Jahrhunderts hat sich das langsam geändert, aber erst jetzt
werden Frauen, die zu ihrer Einsamkeit stehen,
selbstverständlich.
(...).
Der einsame Mann
mißversteht sich als Held und verkennt, daß er in einer auf
Familie und Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaft ein
Mängelwesen ist. Gleichzeitig fungiert er in bürgerlichen
Gesellschaften als Leitbild eines konsequenten Individualismus:
Sein Freiheitsdrang schreckt auch vor den
Härten absolut verstandener Bindungslosigkeit nicht zurück.
Aber souverän und nicht pathologisch ist das Einsam-sein-Können
nur, wenn ihm gleichwertig das Mit-anderen-sein-Können
gegenübersteht."
(aus:
Ulf Poschardt "Einsamkeit", 2006, S.48f. & 74f.)
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SPIEGEL
-Titelgeschichte: Jeder für sich.
Wie der Kindermangel eine Gesellschaft von Egoisten schafft |
-
MATUSSEK, Matthias u.a. (2006): Unter Wölfen.
Abnehmende Geburtenraten führen zur Vereinzelung der Kinder in
unserer Gesellschaft. Nicht nur die finanzielle Zukunftssicherung
ist davon betroffen - ohne Familie verlernt die Gesellschaft
schlichtweg die Liebe,
in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.
- Kommentar:
Die Story von
Matthias MATUSSEK ist ausgesprochen
mager.
Der Begriff
"Minimum", also der Buchtitel von SCHIRRMACHER taucht so oft
auf, dass man fast meinen möchte, der bekommt für jede Nennung 100
Euro extra.
Ansonsten
0815. Man könnte jeden x-beliebigen Spiegel-Titel der letzten
5 Jahrzehnte zum Thema Familie raus zerren. Es würde überall fast
das Gleiche drinstehen.
Es
wird u.a. aus einer ominösen Broschüre des Familienministeriums
zitiert:
"»In der
Gruppe der dauerhaft Kinderlosen«, so heißt es (...), handele es
sich oft um Personen, »die in überdurchschnittlichem Maß Wert auf
Unabhängigkeit legen«."
Wir hätten
gerne Genaueres. Wieviele "dauerhaft Kinderlose" gibt es überhaupt?
Das Orakel lässt uns im Stich.
Überhaupt:
Die Bevölkerungswissenschaft legt seit geraumer Zeit keinerlei neue
Daten mehr auf den Tisch. Möchte man der Politik nicht in die Quere
kommen?
Gibt
es Anzeichen für einen neuen Babyboom, der vor der Durchsetzung des
Elterngeldes nicht publik werden darf?
Gäbe
es handfeste Anzeichen für einen weiteren Rückgang der Geburtenrate,
der Spiegel hätte sie jetzt publizieren müssen. Dies ist
nicht geschehen. Wir haben es hier also offenbar mit einem groß
angelegten Bluff zu tun. Viel Wind um ein neues Buch, dem die
empirische Basis fehlt.
-
FESTENBURG, Nikolaus von & Matthias MATUSSEK
(2006): "Wir wurden umprogrammiert".
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, 46, über die Ursachen und
Folgen des Geburtenrückgangs, die Mitschuld der Politik und die
Chancen von immer weniger Deutschen, ihre Identität zu bewahren,
in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.
-
Kommentar:
Der 1-Kind-Vater
Frank SCHIRRMACHER
schwadroniert über sein extremistisches Milieu.
Wo das Versagen unserer Eliten anzuprangern wäre, da
will SCHIRRMACHER - sozusagen als Selbstentlastung - eine
biologische Umprogrammierung am Werk sehen.
Es lässt sich ja inzwischen statistisch nachweisen,
dass in den 90er Jahren eine immer größer werdende Kluft zwischen
der Single-Rhetorik und der Familienrealität bestand.
Das wurde hier als Single-Lüge bezeichnet.
Unsere Eliten haben unser Selbstbild auf den Kopf
gestellt. Diesen Skandal aufzudecken, das wird die Aufgabe der
nächsten Generation sein, denn dahinter stand nichts als die
egoistische Besitzstandswahrung unserer Eliten. Das jetzt als
biologische Umprogrammierung zu bezeichnen, ist absolut widerlich!
Ob wir an einem demografischen Übergang stehen, und
wohin der führt, dafür bleibt der Spiegel alle Beweise
schuldig.
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- ZU 0 (2006): Unter Wölfen
100 Zeilen Selbsthass (2),
in: single-dasein.de v. 06.03.
- Der
MATUSSEK, die
zweite Pfeife von links (auf dem Orgelpfeifen-Bild der
Hausmitteilungen natürlich), ist ein total dufter Kumpel von mir.
Der hilft mir beim mich aussterben.
Der
schreibt beim Spiegel diese paranoiden
Science-Fiction-Stories. Toll wie der das macht. Der holt sich immer
die Reden vom Familienminister WUERMELING aus den 50er Jahren raus,
ändert ein paar Namen und frisiert die Statistiken ein bisschen.
Schon passt alles.
Was der
schreibt, das erinnert mich absolut an meine eigene Kindheit, damals
weit vor 1968.
Damals war die
Welt ja noch echt in Ordnung. Ich habe in einer Kommune gelebt, na
ja, fast wenigstens. Meine Kommune bestand aus Omi und Mutti. Da die
den ganzen Tag nie da waren, war ich immer unterwegs. Schlüsselkind
sozusagen. Ich wusste aber, wo die anderen zu finden waren: auf der
Straße natürlich, knallhart! Ich war Einzelkind, aber immer mit
anderen zusammen.
Meine Mutti war
ja dummerweise keine 68erin, sondern Jahrgang 1924. Absolutes
Rasseweib, hätte ich sofort geheiratet, wenn ich alt genug gewesen
wäre. Ich, Jahrgang 1957. Also mit 33 Jahren ihr erstes und einziges
Kind, mich. Leider immer noch 2 Jahre zu jung, um als
späte Mutter durchzugehen.
Ein-Kind-Zwei-Eltern-Familie. Total modern also.
Vaterlose Gesellschaft natürlich! Was denn sonst? Meinen Papi kenn
ich nur von Fotos. Hätt ich als meine Mutter erst gar nie
geheiratet. War offenbar aber ein totaler Womanizer. Von den Genen
her, hätte ich also die besten Voraussetzungen gehabt. Aber als
Scheidungskind ist ja psychische Zeugungsunfähigkeit sozusagen
vorprogrammiert, sagen mir jedenfalls die Medien. Überhaupt. Ich
habe damals nie irgendwelche Väter gekannt. Die malochten den ganzen
Tag. Überall nur Weiber und verbitterte Senioren-Singles, die uns
das Spielen verbieten wollten.
Der
MATUSSEK hat das ganz deutlich geschrieben, was mein Schicksal ist:
"Es ist die
Altersgruppe zwischen 20 und 45, die Familien gründet. Oder auch
nicht. Bei uns tat sie es immer weniger. Und sie gab ihr Modell der
Kinderknappheit weiter an die nächste Generation, die nun noch
weniger Kinder kriegt".
Also mein Papi,
Jahrgang 1915, Marke später Papi wie
mein Vorbild Udo, Ausbeute aber nur 1 Kind, war eben kein
Verfassungsrichter. Halte ich mich an die Vorgaben, dann ist für
mich kein Kind mehr drin.
Dank
Spiegel darf ich mich also beruhigt weiter aussterben! Ich
bin - beim Blick in den Spiegel - ganz normal...
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ARAGHI, Verena (2006): Neue Häuslichkeit.
In ihrem Bestseller "Brauchen wir Männer?" beklagt
US-Starkolumnistin Maureen Dowd den Mangel an kämpferischen Männern,
in: Spiegel Nr. 10 v. 06.03.
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- SZENT-IVANYI, Timot (2006):
Willkommen im Land des Kindermangels,
in: Berliner Zeitung v. 06.03.
- SZENT-IVANYI, Timot (2006): Die
fetten Jahre sind vorbei.
Rente und Pflege,
in: Berliner Zeitung v. 06.03.
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KAUBE, Jürgen (2006): Club der Unversuchbaren.
Ralf Dahrendorfs vorsoziologisches Plädoyer für die Freiheit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.03.
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- ZU 0 (2006): Endlich Leitbild!
100 Zeilen Selbsthass (1),
in: single-dasein.de v. 05.03.
- Was soll das,
werdet Ihr Euch jetzt vielleicht fragen. Sollte es Euch nicht
interessieren, dann sage ich es Euch trotzdem. Ab heute gehe ich
Euch nämlich auf die Nerven. Das habt Ihr nun davon. Ich bin jetzt
Leitbild (na ja - fast wenigstens).
Wer
ich bin? Ich bin ZU 0! Äh, was? Z - U - 0? Na ja, klingt irgendwie
nach unwillkommener Warensendung. ZU steht für zeugungsunfähig und 0
steht für NULL Kinder.
Eigentlich
dachte ich immer, ich wäre einzigartig - blöd eben. Aber jetzt bin
ich viele! Diese Gesellschaft produziert mich massenhaft, sagen mir
die Medien tagein, tagaus. Ich glaub' denen ja fast alles. Nur nicht
das! So blöd wie ich, das kanns nur einmal geben.
Also hab'
ich als treuer Leser von single-dasein.de beim Webmaster
angefragt, ob ich denen nicht mal Bescheid sagen dürfte. Der war
gleich begeistert und stellte mir diesen Platz zur Verfügung. Ich
solle eine regelmäßige Kolumne schreiben, in der ich endlich einmal
die Hauptperson spielen darf. Keine Ahnung was das ist, Kolumne?
Egal!
Was
Selbsthass ist, das weiß ich dagegen umso besser. Selbsthass ist,
wenn die Gesellschaft einen hasst und dieser dann die Sache gleich
selber in die Hand nimmt. Dann geht bestimmt nichts mehr schief
dabei! Die Gesellschaft ganz selbstlos unterstützen. Selbsthass, da
käme ohne diese Gesellschaft ja keiner von selbst drauf!
Als
kinderloser Mann bin ich neuerdings auf einmal unheimlich gefragt.
Plötzlich bin ich sogar Leitbild (Na ja, fast jedenfalls). Dabei
hatte ich mich eigentlich immer als Außenseiter gefühlt. Opfer eben,
nicht Täter wie neuerdings.
Dank
Bundesverfassungsgericht muss ich mich jetzt nicht einmal mehr nur
selber bestrafen. Das übernimmt nun zusätzlich auch noch dieser
Staat für mich. Prima!
Am
liebsten lese ich diese düsteren Sachen von SPENGLER, BIRG, MIEGEL
und Franky. Franky hat's ja nun auf den Spiegel-Titel
geschafft (das Playboy-Cover für Alpha-Männchen). Der
Typ auf dem Cover sieht aus wie Franky, nur kleiner, eben
Klein-Franky. AUGSTEIN hat da
gute Vorarbeit geleistet.
Der Franky
ist wie ich ein Angehöriger der Single-Generation. Ich bin genauso
alt wie unser Rentensystem. Jahrgang 1957. Wer wen überlebt, das
steht noch nicht fest, wenn man den Medien glaubt.
Also. Ich bin zeugungsunfähig! Nicht zu verwechseln mit
ZEUGUNGSSTREIK. Streik, das muss
man erst einmal wollen können. Ob ich im biologischen Sinne
zeugungsfähig bin, das interessiert mich noch nicht einmal.
68er
wie
Peter SCHNEIDER
rennen da gleich zum Testen, unsereins reicht es völlig zu wissen,
dass mann psychologisch zeugungsunfähig ist. Ich bin ein psychischer
Krüppel sozusagen. Mit mir stirbt ein Teil deutscher Kultur. Ich
sterbe mich quasi aus. Udo Di FABIO würde mich gleich wegschreiben, wenn ich HITLER
wäre. Wegschreiben lohnt sich bei mir aber nicht, sich aussterben
lassen genügt in meinem Fall völlig. An mir wird diese Welt also
nicht genesen. Du bist Deutschland.
Damit wärs raus. Ich bin keiner dieser weicheierischen
Später-vielleicht-Männer. Nein! An mir werdet Ihr garantiert alle
Eure Zähne ausbeißen. Wer mich überzeugt, der überzeugt garantiert
alle. Aber es gibt keinen, der das schafft - oder schaffen will.
Für GASCHKE
bin ich eh uninteressant.
Ich wähl nicht mal FDP, gehöre also nicht zur männlichen
Single-Elite wie
Ulf POSCHARDT. Der wäre garantiert GASCHKEs Fall.
Nee.
Ich gehöre zu diesen absoluten Zumutungen, die die GASCHKEs
dieser Welt keines Blickes würdigen. Falls sie nicht sowieso nur
durch mich hindurchgucken, als ob ich Luft wäre.
Gewöhnlich
komme ich überall zu spät. Nicht weil das unheimlich cool ist,
sondern weil ich gar nicht weiß, dass ich mit dem Kommen dran wäre.
Kann man eigentlich so spät dran sein, dass man gerade wieder
rechtzeitig kommt?
So wie z.B.
Michel HOUELLEBECQ. Der Typ ist völlig weggetreten. Aber jeder will
ihm dabei zusehen. Und man verdient dabei auch noch ganz nebenbei
ein paar Millionen.
Mich
verbindet einiges mit diesem Typen, wenn ich meinen Lebenslauf etwas
frisieren würde. Meine Eltern waren dummerweise keine 68er. Das
hätte ja etwas hergemacht in diesen Zeiten. Trotzdem haben sie mich
beide verlassen, als ich noch Kind war. Davor müsste ich aber ein
glückliches Kind gewesen sein.
Ich sollte
mich eigentlich selbst verwirklichen, sagt mir die Gesellschaft. Das
habe ich nie kapiert. Über Selbsterforschung bin ich nie raus
gekommen. Das ist genau das Gegenteil von Selbstverwirklichung. Dass
ich zur Selbstverwirklichung nicht fähig bin,
weil ich ein Glücksversager bin, ist auch besser so. Ich muss
diese Gesellschaft nämlich vor Typen wie mich beschützen. Stellt
Euch vor, es gäbe mich öfters, das wäre doch wirklich unerträglich.
Morgen werde ich mich in eines meiner Lieblingslokale setzen. Dort
verkehren vorwiegend ältere Witwen und ein paar ältere Witwer -
jede(r) für sich an einem Tisch. Dort kann ich heute schon mein
späteres Schicksal besichtigen - wäre ich jemals verheiratet
gewesen.
Das
Gute ist: dort kann ich Frankys Story lesen, denn den Spiegel
kann ich mir nicht mehr leisten, weil der zugunsten meiner privaten
Altersvorsorge gestrichen ist.
Jetzt krieg
ich bestimmt Ärger, weil ich mein Zeilenkontingent überschritten
habe...
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- WEIDENFELD, Ursula (2006): Nicht die
Liebe zählt.
Die Vernunftehe erlebt ein
heimliches Comeback – und sie ist stabiler als Beziehungen, die auf
Romantik gründen,
in: Tagesspiegel v. 05.03.
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Zu den News vom 04. März 2006
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