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Medienrundschau:
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News vom 09. - 16.
März
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Zitat
des Monats:
Die Dramatisierung des
Geburtenrückgangs durch die Vorwärts-zurück-zur-Sonderrolle-der-Frau-Fraktion
"Es war um 1900,
als in Deutschland der erste Geburtenrückgang einsetzte. Nachdem
dann in den 1950er und frühen 1960er Jahren kurzfristig ein
Babyboom verzeichnet wurde,
begann im Jahr 1965 das, was die Bevölkerungswissenschaftler als
zweiten Geburtenrückgang bezeichnen: Die Geburtenzahlen ging
zurück, sanken weiter und sind seit einigen Jahren annähernd
konstant geblieben - freilich auf niedrigem Niveau. Im Jahr
2005,
so meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, hat diese
langfristige Entwicklung nun aber einen symbolträchtigen neuen
Tiefpunkt erreicht, nämlich
weniger als 676 000 Geburten, und das bedeutet: »Im
Vergleich zum Jahr 1964, als in der Bundesrepublik und in der
DDR mit insgesamt 1,357 Millionen Kindern ein Geburtenrekord
erreicht wurde, hat sich die Zahl der Babys sogar halbiert«.
Solche Zahlen klingen beeindruckend, doch bei näherer
Betrachtung sind sie mit einem Schönheitsfehler behaftet.
Zu dem Zeitpunkt, als die Meldung den Weg durch die Medien nahm,
lagen noch keine gesicherten Daten vor, erst vorläufige
Schätzungen. Und es gab andere Schätzungen, etwa zeitgleich
vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung vorgelegt, wonach
die Geburtenzahlen etwas höher ausfielen.
Tatsächlich, so hat
sich inzwischen gezeigt, lag die letztere Schätzung richtig, es
wurden 686 Kinder geboren.
(...). Deutschland weltweit am untersten Ende,
wie das Berlin-Institut behauptete? Das ist ein Mythos,
entstanden durch die bereits genannte
Publikation des Berlin-Instituts, die von einem sehr groben
Meßwert ausging, nämlich
Geburten je 1.000 Einwohner. Nimmt man dagegen den in der
Demographie üblichen, nämlich
zuverlässigeren Meßwert - die durchschnittliche Kinderzahl je
Frau -, verschiebt sich das Bild. Dann kann, so das
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, »keine Rede davon
sein, daß ... Deutschland Spitzenreiter im negativen Sinn bei
den Geburtenzahlen sei«. Dann gibt es eine
Reihe von Ländern - insbesondere in Südeuropa und Osteuropa -,
wo die Geburtenzahlen noch niedriger liegen.
(...).
So gesehen ist die
aktuelle Dramatisierung des Geburtenrückgangs wesentlich ein
Medienereignis, offensichtlich entstanden aus der Konkurrenz
um Aufmerksamkeit, Schlagzeilen, Verkaufszahlen; nicht zuletzt
auch eine gezielte Werbekampagne, um eine neue Publikation prominent zu
plazieren und zum Bestseller zu machen. Und wer sich in der
Geschichte ein wenig auskennt, der weiß:
Ähnliche Debatten hat es auch schon früher gegeben.
Schirrmacher, SPIEGEL und Co haben das Thema
Geburtenrückgang zwar wiederaufgegriffen und medienwirksam
gestaltet - aber es hat lange davor schon manche Konjunkturen
erlebt. Die aktuelle Erregungskurve hat ihre historischen
Vorläufer, pointiert zusammengefaßt:
»Wir sterben immer
wieder aus«.
( aus: Elisabeth
Beck-Gernsheim
"Die Kinderfrage heute", 2006, S.9-12)
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SZ-Serie:
Projekt Familie (2)
Kinder, Krippen, Karriere.
SZ-Korrespondenten berichten, wie die Kinderbetreuung im Ausland
funktioniert. Die Unterschiede sind gewaltig
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KLÄSGEN, Michael (2007): Mittwochs frei.
Frankreich: Auch Mütter mit drei Kindern können Karriere machen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
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STEFAN, Ulrich (2007): Unter Druck.
Italien: Die meisten Mütter müssen arbeiten - sonst reicht das
Geld nicht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
-
GUNNAR, Herrmann (2007): Der Staat hilft.
Schweden: Jedes einjährige Kind bekommt einen Betreuungsplatz,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
-
KLÜVER, Reymer (2007): Kurze Auszeit.
USA: Viele Firmen bilden Frauen während der Elternzeit weiter,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
-
URBAN, Thomas (2007): Schocktherapie.
Polen: Es gibt viele Krippenplätze - weil wenige Kinder geboren
werden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
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KIRCHNER, Thomas (2007): Gut und teuer.
Schweiz: Schon Babys kommen in die Krippe, doch die Tarife sind
hoch,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.
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JUNG, Werner (2007): In einem anderen Licht.
Streuner: In seine Werken versteckt Wilhelm Genazino "Botschaften
des Unscheinbaren". Soeben ist sein neuer Roman "Mittelmäßiges
Heimweh" erschienen,
in: Freitag Nr.11 v. 16.03.
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PETROPULOS, Kostas (2007): Hurra, wir schrumpfen?
Der deutsche Kindermangel wird der Welt nicht helfen,
in: Tagesspiegel v. 16.03.
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SONNENSCHEIN, Ulrich (2007): Montag ist sowieso Donnerstag.
Benjamin Kunkels Roman "Unentschlossen" ist viel zu klug (und
abgeklärt), um nur komisch zu sein,
in: Frankfurter Rundschau v. 14.03.
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BERTH, Felix (2007): Nicht zu früh, nicht zu viel.
Jenseits der aktuellen politischen Diskussion gibt es
wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, ob Krippen der Psyche
schaden oder nicht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.
-
RÜHLE, Alex (2007): Wir Schizo-Eltern.
Sie sind hin- und hergerissen zwischen Arbeit und Familie, haben
ein schlechtes Gewissen und nehmen hochdosierte Ratgeberliteratur
ein: ein Krankheitsbild deutscher Eltern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 13.03.
- Inhalt:
Alex RÜHLE beackert weiter sein Thema,
wonach das heutige Familienbild in Ratgebern, Fernsehen usw.
Elternschaft erschwert bzw. verhindert (hier
und
hier),
statt zu erleichtern bzw. zu fördern.
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WORATSCHKA, Rainer (2007): "Das war Norbert Blüms Fehler".
JU-Chef Mißfelder über Konstruktionsschwächen der
Pflegeversicherung – und warum man über ihre Reform leichter reden
kann,
in: Tagesspiegel v. 13.03.
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ZIELCKE, Andreas (2007): Falsche Bergprediger.
Deutsche Familienromantik, deutsche Kinderfeindlichkeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
- Inhalt:
Die Hälfte des Artikels ist Zeilenschinderei
und bedient sich des üblichen Zitatenschatzes der Familienrhetorik,
um die Union zu disqualifizieren.
Kurzgefasst: Der
CDU/CSU wird eine "Mesalliance aus Wirtschaftsliberalismus und
Familienkonservativsmus" vorgeworfen, deren gemeinsamer Nenner die
Kinderfeindlichkeit sei. Unvermeidlich ist hier natürlich ein Zitat
von FX KAUFMANN.
Bei der
strukturellen Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern steht dann
merkwürdigerweise die Rente für Kinderlose an erster Stelle:
"In
das Rentenrecht ist die berüchtigtste Perversität eingebaut – je
mehr Kinder, desto geringere Rente. Die Singles und Paare, die keine
Kinder großgezogen haben, werden mit der größten Rente bedacht. Sie
haben im Schnitt mehr Jahre eingezahlt als die Eltern mit Kindern
(bei denen in der Regel mindestens einer von beiden, meist die Frau,
eine Reihe von Jahren pausiert), und sie konnten im Schnitt höhere
Beiträge zahlen und dafür höhere Anwartschaften erwerben, weil sie
bei Verdienst und Karriere durch keine Kindererziehung gehandicapt
waren.
Eine satte Belohnung für heroische Kinderlosigkeit und, trotz eines
kleinen Ausgleichs für angerechnete Erziehungszeiten, eine herbe
Bestrafung für die Frivolität, Kinder aufzuziehen, die später zu
allem Überfluss auch noch den Kinderlosen die Rente zahlen."
ZIELCKE ist
jedoch - im Gegensatz zu Guru
FX KAUFMANN zu feige - die
Rente nach Kinderzahl explizit zu
fordern.
An zweiter Stelle
wird das
Ehegattensplitting angeprangert,
"von dem die kinderlose Hausfrauenehe am stärksten profitiert".
An dritter Stelle
rangiert die
Verweigerung von Krankenkassenzuschüssen
für die künstliche Befruchtung bei kinderlosen, unverheirateten
Paaren (siehe Rente!).
Unter ferner
liefen kommen dann Wohnungen für Familien und ein
familienfreundlichen Wohnumfeld.
Auch nicht
vergessen werden potentielle Eltern (also Kinderlose, siehe Rente),
die aufgrund der Auflösung der festen Beschäftigungsverhältnisse
vor größere Probleme gestellt
werden.
Von der trüben
Lage der Alleinerziehenden will ZIELCKE erst gar nicht reden.
Summasummarum -
Kinderkrippenplätze sind also sowieso unnötig...
-
SCHNEIDER, Jens (2007): Zu schnell für Bremsversuche.
Ursula von der Leyen und ihre Familienpolitik: Furchtlos vor Freund
und Feind: Ihre Konzepte verstören die Traditionalisten in der CDU,
die Ministerin kalt zu stellen wagt dennoch keiner - man weiß, wie
nützlich sie für die Partei ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
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DORSCHEL, Andreas (2007): Lockenwickler und Vibrator.
Eine Geschichte der Ehe: Für Voltaire war sie das einzige
Abenteuer, das den Feigen offensteht: die Ehe. Stephanie Coontz
schreibt über die Schattenseiten der Liebesinstitution - wie etwa die
"Wasserfolter" des täglichen Frühstücks,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
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HASELBERGER, Stephan & Hans MONATH (2007): "Ich grinse oft wie ein
Honigkuchenpferd".
Ex-Familienministerin Renate Schmidt (SPD) über den Unionsstreit
zur Kinderbetreuung und die Fehler ihrer eigenen Partei,
in: Tagesspiegel v. 12.03.
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HONDRICH, Karl-Otto (2007): Weniger wäre mehr.
Das Doppelverdienerpaar mit Kindern - der Siegeszug dieses
Lebensmodells scheint unaufhaltsam. Den Preis zahlen die überlasteten
Frauen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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SCHMIESE, Wulf (2007): "Wir brauchen mehr Tempo!"
Ministerin Annette Schavan fordert kürzere Studien - damit den
Deutschen Zeit fürs Kinderkriegen bleibt,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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LOHSE, Eckart (2007): "Wir mutieren zu einer Minderheit".
Wie schwer der CDU die familienpolitische Wende fällt, zeigt sich
im konservativ-katholischen Cloppenburg,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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ROSS, Andreas (2007): Wahlfreiheit anders.
Der Blick zu den Nachbarn (I): Holland,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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ALTENBOCKUM, Jasper von (2007): Rückkehr zur Familie.
Der Blick zu den Nachbarn (II): Schweden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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MÜNCHHAUSEN, Anna von (2007): "Mutter sein ist kein Beruf".
Streitthema Krippen: Unversöhnlich stehen Gegner und Befürworter
einander gegenüber. Was sagen die Betroffenen? Ein Gespräch mit
Jugendlichen, die als Kleinkinder fremdbetreut wurden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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HANK, Rainer (2007): So kommen die Krippen von alleine.
Der Staat soll das Geld direkt den Familien geben. Statt Krippen zu
bauen. Dann können die Eltern entscheiden, wer dei Kinder betreut. Und
dafür auch selbst bezahlen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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BARBIER, Hans D. (2007): Warum ist Überalterung unser Glück?
Die Alten werden ärmer, und die Jungen müssen für sie zahlen. So
muss es nicht kommen. Solange wir unser Geld da anlegen, wo die
Wirtschaft blüht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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FAS-Thema Wissenschaft: Genies in Stickstoff
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ALBRECHT, Jörg (2007): Genies in Stickstoff.
Nobelpreisträger spenden Samen, um das Erbgut der Menschheit zu
retten? Keine Idee der Fortpflanzungsmedizin ist so verspottet
worden wie diese. Und keine war am Ende erfolgreicher. Die kuriose
Geschichte der Samenbanken,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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SCHINDELE, Eva (2007): Eine Leerstelle im Leben.
Den meisten Kindern, die aus einer Samenspende hervorgegangen
sind, wird ihre wahre Herkunft verschwiegen. Das ist keine gute
Idee,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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HUCKLENBROICH, Christina & Eva SCHINDELE (2007): Anonyme Väter
müssen zittern.
Unklare Rechtslage für Samenspender in Deutschland,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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PLOTZ, David (2007): Meine kurze, peinliche Karriere als
Samenspender.
Wie ist das, wenn man als Mann den Entschluss fasst, die Welt mit
seinem Samen zu beglücken? Ein etwas halbherziger Selbstversuch,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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HUCKLENBROICH, Christina (2007): Nummer 3786 spielt Wasserpolo.
Was ist denn so im Angebot? Ein nicht ganz ernst gemeinter
Selbstversuch,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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BILLER, Maxim (2007): Sieben Versuche zu lieben.
Eine Short Story von Maxim Biller,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.
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taz
-Brennpunkt:
Lohnt es sich jetzt noch, alt zu werden?
Alles über die Rente mit 67 |
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Der Beschluss der Rente mit 67 durch den Bundestag in der Debatte
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MUNSBERG, Hendrik (2007): Ein Hoch auf Franz Müntefering,
in: Berliner Zeitung v. 10.03.
- Inhalt:
"Wenn alle immer älter werden, wenn die Jungen
immer stärker in Unterzahl geraten und wenn gleichzeitig der
Rentenbeitrag wegen seines Einflusses auf die Beschäftigungslage
einigermaßen stabil bleiben soll, dann führt kein Weg daran
vorbei, das Rentenalter anzuheben", meint MUNSBERG.
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GÖBEL, Heike (2007): Länger arbeiten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.03.
- Inhalt:
GÖBEL rechtfertigt die Rente mit 67 durch
den Druck der steigenden Beitragssätze und behauptet, dass die
Heraufsetzung des Rentenbezugsalters das letzte große
Einsparpotenzial war:
"Das Rentenniveau sinkt bis
2030 auf 43 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Weiter runter
geht es nicht, sonst fällt die Rente auf Sozialhilfe. Dann gibt es
keine Legitimation mehr für das beitragsfinanzierte Umlagesystem".
-
HEFTY, Georg Paul (2007): Ausblick auf die Altersvollbeschäftigung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.03.
- Inhalt:
HEFTY bezeichnet auf Seite 1 die Rente mit
67 als Rentenkürzungsgesetz, das insbesondere Frauen und
Geringverdiener treffen wird. Nichtsdestotrotz ist für ihn die
Zielsetzung der Reform richtig:
"Eine Generation, die
nicht genügend Kinder in die Welt setzt und nicht für deren hohe
Erwerbs- und Einkommensquote vorsorgt, um ihr eigenes
Rentenwunschniveau zu sichern, muss die Folgen in Kauf nehmen."
Am Schluss outet
er sich zudem als Lobbyist der Versicherungsbranche:
"Eine umlagefinanzierte
Alterssicherung erfordert viel mehr kollektive Weitsicht als die
Kapitaldeckung, die in der Hand von Versicherungsgesellschaften
immer rechnerisch aufgeht".
- HEBEL, Stephan (2007): Das
Renten-Reförmchen,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.03.
- Inhalt:
"Die
Finanzierung der gesetzlichen Rente ist nicht mehr zeitgemäß, weil
sie sich überwiegend aus den Einkommen der abhängig Beschäftigten
speist. Dass klassische Arbeitsverhältnisse nicht mehr in dem Maß
die Regel sind wie vor Jahrzehnten, weiß eigentlich jeder.
Die Debatte über die
Einbeziehung aller Einkommen ins gesetzliche Rentensystem -
Stichwort Bürgerversicherung - ist mit Bildung der großen
Koalition praktisch zum Erliegen gekommen",
kritisiert HEBEL.
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HOFFMANN, Andreas (2007): Schröders Vollstrecker,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.
- Inhalt:
Für HOFFMANN hat die Rente mit 67 in erster
Linie symbolischen Wert:
"Nach den Berechnungen
steigt der Beitrag bis zum Jahr 2030 um 0,5 Prozentpunkte weniger
stark an als ohne Reform. (...). Es geht aber um mehr als Zahlen.
Die Rente mit 67 ist ein Symbol, ein Symbol für den Weg in die
alternde Gesellschaft."
HOFFMANN weist außerdem
darauf hin, dass zukünftig die Altersarmut wieder steigen kann,
weswegen für ihn die Rente mit 67 erst der Anfang der Reformen
ist.
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VATES, Daniela (2007): "Eine Partei sollte nicht nur missionieren".
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer über den Krippen-Streit in
der CDU,
in: Berliner Zeitung v. 10.03.
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TKALEC, Maritta: Krippe.
Kein Bedarf an Heldenmut,
in: Berliner Zeitung v. 10.03.
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LÖWENSTEIN, Stephan (2007): Solidarität unter Frauen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.03.
- Inhalt:
LÖWENSTEIN rekapituliert noch einmal die Debatte um
den Ausbau der staatlichen Kinderbetreuung und stellt die nächsten
Beratungsetappen vor. Mit dem 2. April (Konferenz der Jugend- und
Familienminister von Bund und Länder) und dem 16. April (nächste
Sitzung des Koalitionsausschusses) stehen die nächsten Wegmarken der
Debatte fest.
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- WALTER, Klaus (2007): Maximo Park
Avenue.
Das Pop-Magazin "Spex" versucht ein Comeback,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.03.
- Anmerkungen:
Klaus WALTER
analysiert die erste Ausgabe des
Popmagazins Spex unter Leitung von Max DAX.
Mit dem damit
verbundenen Generationenwechsel wird der
Auflösung des traditionellen poplinken Milieus
-
oder besser - seiner Mutierung
Rechnung getragen.
WALTER, ein
Angehöriger der 78er-Generation, verteidigt noch einmal sein
poplinkes Traditionsmilieu -
ohne jegliche Selbstkritik - gegen
die Generation Golf und beklagt den Paradigmenwechsel von
Diedrich
DIEDERICHSEN zu Ulf POSCHARDT als Vatermord:
"So
umfangreich wie umständlich verabschiedet die Redaktion einen
"altlinken Zwangsreflex" und unterstellt der alten Spex eine
"verstümmelte Geschichtsschreibung, die Jugendkultur mit
Antifaschismus verwechselt und Punk zur letzten authentischen
Widerstandsgeste aufbläst."
Belegt werden die steilen Thesen durch ein buntes Potpourri aus
Spex-Zitaten aus den vergangenen fünfzehn Jahren, die meisten, wenig
überraschend, von Diedrich Diederichsen.
Der Doyen der Poplinken hatte 1992 bei rassistischen Pogromen in
Ostdeutschland junge Nazis mit Malcolm X-Kappen gesichtet und daraus
den Schluss gezogen, dass die Gleichung Jugendkultur=Links nach der
deutsch-deutschen Wende nicht mehr funktioniert. Der Titel des
wegweisenden Essays dementiert einen sprichwörtlich gewordenen Song
von The Who: »The Kids are not alright.« Wenn die neue Spex-Redaktion
in ihrem Antritts-Editorial das entscheidende not zurücknimmt, dann
ist das mehr als der x-te versuchte Vatermord am alten Diederichsen.
»The Kids are alright« titeln sie triumphal und kündigen
demonstrativ den poplinken Konsens.
Damit folgen sie gratismutigen Tabubrechern wie Ulf Poschardt,
der ja gern verbreitet, dass man heutzutage nur FDP wählen kann,
wenn man Pop ernst nimmt. Mit solchen Parolen hat es Poschardt
zum Chefredakteur von Vanity Fair gebracht, dem
millionenschweren Blatt für die »Movers und Shakers«."
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DIEDERICHSEN, Diedrich (2007): Den Einsatz erhöhen!
Kritisieren heißt, einen Unterschied zu machen. Und davon zu
sprechen, was man politisch und kulturell für wünschenswert hält. Aus
Anlass von "Pocket Symphony", dem neuen Album des Pariser Duos Air:
einige Gedanken zum Stand der Popkritik,
in: TAZ v. 09.03.
- Inhalt:
Der entthronte Poppapst
Diedrich DIEDERICHSEN verteidigt die traditionelle Poplinke gegen
den
berechtigten
Vorwurf, nur noch Distinktionsgeste zu sein.
Die Kritik des
Besserwissertums (Thomas GROSS) kritisiert er als Urteilsvermeidung.
In popkulturell verquaster Umkehrung von Pierre BOURDIEUs
Habitustheorie, behauptet DIEDERICHSEN, dass Pop immer zu allererst
Pose gewesen sei und nur von seinen Interpreten zur Rebellion
stilisiert wurde.
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GÜNTNER, Joachim (2007): Hüpfen im Takt der Moderne.
Die alte bürgerliche Familie ist tot, die neue soll flexibler sein
- eine deutsche Debatte,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.03.
- Inhalt:
Joachim GÜNTNER erklärt den Schweizern die
Debatte um den Ausbau der staatlichen Kinderbetreuung in
Deutschland, wobei er den Wandel des Verhältnisses von Arbeitswelt
und Familie und den Wortbeitrag von Bischof Walter MIXA in den
Mittelpunkt stellt:
"Bemerkenswert
ist zweierlei. Erstens hat der Bischof sich einer Polemik
befleissigt, die doch eigentlich zur feministischen Kampfrhetorik
gehört. (...).
Zweitens hat Walter Mixa nichts
wesentlich anderes gesagt als das, was man schon in Max Horkheimers
Kritik der instrumentellen Vernunft lesen kann (...).
Noch in den späten 1970er Jahren
lasen Studenten im soziologischen Seminar solche Zeilen, ohne den
Verfasser für seinen evidenten romantischen Konservatismus zu
geisseln. Heute gilt ein Bischof, der in katholischer Adaption
kritischer Theorie die alte
Frontstellung von Familie contra Gesellschaft erneut probiert,
als Reaktionär. Und die jungen Frauen, die er schützen zu wollen
behauptet, beschwören nicht den Gegensatz von Privatleben und Beruf,
sondern deren möglichst reibungslose Verzahnung. «Vereinbarkeit»
heisst die Forderung des Tages.
Die Lage hat sich nun allerdings auch
gänzlich gewandelt. Jene Familie, die der Grossbürger Horkheimer
retrospektiv malte, war im Grunde schon nicht mehr die bürgerliche
Familie seines Jahrhunderts, sondern des neunzehnten.
(...).
Mittlerweile aber sind die Hierarchien beiderorts flacher geworden,
sowohl in Wirtschaft und Gesellschaft wie auch in der Familie.
Zugleich hat die Familie Funktionen verloren: Sie produziert nicht
mehr, sie konsumiert nur noch. (...).
Am verzweifeltsten ist das Bemühen um
Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei
Alleinerziehenden.
Singles und
Paare hüpfen leichter im Takt der Moderne. Ihr
kinderloses Dasein steht für die grösstmögliche Auflösung des
Widerspruchs zwischen Gesellschaft und Familie - freilich mit der
Pointe, dass dies nicht nur den strukturellen Antagonismus, sondern
gleich die Familie als solche zum Verschwinden bringt.
Elterngeld, Kinderkrippen und
Ganztagsschulen sollen nun dem Dilemma abhelfen. Dass diese
Einrichtungen manchen Familien das Leben und jungen Müttern die
Berufstätigkeit erleichtern können, steht ausser Frage; dass sie
jedoch weder alle Probleme lösen noch Kinderlose zum Zeugen
animieren werden, ist auch klar."
Am Ende kommt
GÜNTNER noch auf das neue Buch
"Die Schule der Frauen" der
Kollegin Iris RADISCH zu sprechen:
"Hoffnung
setzt Radisch nicht in eine Revision der Moderne - sie will kein
Zurück -, sondern sie verlangt, die Allgemeinheit möge den Eltern
Zeit für ihre Kinder schenken, «alles selbstverständlich mit vollem
Rentenausgleich und voller Anerkennung in der Sozialversicherung».
In den so gewonnenen «Zeitschutzzonen» soll die Familie zu sich
selbst kommen. Als
«Gegenmodell zur Allgewalt der Ökonomie und der Beschleunigung»
figuriert die Familie bei Radisch wie bei Horkheimer. «Utopisches
Träumen» aber wird man ihre Mach-mal-länger- Pause-Philosophie kaum
nennen können."
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News vom
06.
- 08. März 2007
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