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Medienrundschau:
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News vom
10. - 17. Mai 2005
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Zitat
des Monats:
"Sie
wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die
Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles
heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des
Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die
Felskanten schien.
Gegen Mittag glühte der Körper
mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher
zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In
Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die
Gischt und das Gesicht."
(aus:
Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.) |
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FRYE, Hilde & Holger FUSS (2005): Die Neuentdeckung der Ehe.
In Deutschlands Standesämtern herrscht Gedränge: Immer mehr
Liebende sagen ja zum Bund fürs Leben. Warum Heiraten wieder angesagt
ist und wie man die Fehler der Eltern vermeidet,
in: Woman Nr.11 v. 17.05.
- Inhalt:
Den Trend zur Ehe leiten die Autoren
folgendermaßen aus der amtlichen Statistik ab:
"Seit zwei Jahren steigt die Zahl der
Eheschließungen wieder, nachdem sie jahrelang sank. Im letzten Jahr
gaben sich in Deutschland 395 000 Paare das Ja-Wort, 12 000 mehr als
im Jahr zuvor."
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FREUND, Wieland (2005): "Die Perlen eines Rosenkranzes".
T.C.Boyle über das Schreiben, die Sexualität und seinen Erfolg,
in: Welt v. 17.05.
- Inhalt.
T.C. BOYLE u.a. zum neuen Papst:
"Was
den neuen Papst angeht (und genauso den alten) - ich halte ihn für
einen Reaktionär und glaube, daß die Ächtung von Abtreibung und
Geburtenkontrolle in einer überbevölkerten Welt großen Schaden
anrichtet. Überbevölkerung führt zu Umweltzerstörung, und
Umweltzerstörung führt zur Vernichtung der Kultur und schließlich
der Spezies."
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Die Liebe und das liebe Geld
- HOFFMANN, Catherine (2005): Mein
Geld, dein Geld, unser Geld.
Geld und Liebe haben nichts miteinander zu tun. So will es das
Ideal. Und alle Paare streiten unablässig ums Geld,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- AMANN, Melanie (2005): "Für die
Ex-Frau kann es bitter werden".
Gespräch mit Ulrike Börger, Fachanwältin für Familienrecht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- CHF (2005): "Wir machen bei allem
halbe-halbe".
Doppelverdiener mit zwei Kindern,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- CHF (2005): "Beim nächsten Mal
getrennte Konten".
Getrenntes paar, zwei Einkommen, vier Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- CHF (2005): "Wir legen alles
zusammen".
Alleinverdiener mit Frau und zwei Kindern,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
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- KRÖHER, Michael (2005): Längst noch
nicht auf dem Heimflug.
Wenn heute ein Mann fünfzig wird, liegen die besten Jahre bereits
hinter ihm. Geht es nun nur noch bergab? Nicht unbedingt. Aber er muß
sich entscheiden, was jetzt noch passieren soll: Ausbruch aus der
Routine? Träume erfüllen? Eine Stimme aus der Untiefe der zweiten
Lebenshälfte,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- Kommentar:
"Gnadenlos Fünfzig" könnte das nächste Buch
von
Claudius SEIDL heißen.
Michael KRÖHER gibt schon einmal
einen kleinen Vorgeschmack:
"Der Mann von fünfzig Jahren merkt
zum ersten Mal, daß sein Alter ein Problem darstellt, wenn ihm ein
deutlich jüngerer Chef vor die Nase gesetzt wird - eine klassische
narzißtische Kränkung. Plötzlich gewinnen Fragen des persönlichen
Stils enormes Gewicht. Ist der Jüngere nicht immer viel schlechter
angezogen?"
Für das "Hobby" der
Durchschnitts-Fünfzigjährigen liefert
Nick HORNBY
das Zitat:
"Uns über die Vorlieben unserer Kinder
zu mokieren gehört zu den wenigen Freuden, die uns bleiben, wenn wir
irgendwann alt, überflüssig und kulturell marginalisiert sind."
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- HEINE, Matthias (2005): Vorwärts war
gestern.
Dies war einmal ein Paradies für Autofahrer. Nun stehen wir alle im
Stau und ruckeln durch Schlaglöcher. Eine Studie belegt: Der
Stillstand macht depressiv und unterbindet,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.05.
- Inhalt:
Matthias HEINE, typischer
Deutscher, Angehöriger der mittelalten Jahrgänge schreibt:
"In Verkehr und Politik ist der Deutsche
offenbar unfähig sich als Teil des Problems zu begreifen: (...) Ein
Volk von Kinderfeinden staunt über die demographische Katastrophe.
(...). Besonders selbst gerecht sind übrigens die mittelalten
Jahrgänge."
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VOWINKEL, Heike (2005): Glücklich ohne Kind, glücklich mit Kind.
Warum entscheiden sich viele
Paare gegen Kinder? Erschrocken debattiert die alternde Gesellschaft
über mehr Kindergartenplätze, kürzere Ausbildungszeiten und staatliche
Förderung. Dabei geht es meistens um eine sehr persönliche Vorstellung
vom Glück,
in: Welt am Sonntag v. 15.05.
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- HILLGRUBER, Katrin (2005): Ich, Krüppel
aus Lust.
Endlich auf Deutsch: der
Norweger Dag Solstad und sein „Elfter Roman, achtzehntes Buch“
in: Tagesspiegel v. 15.05.
- Inhalt:
HILLGRUBER lobt das Buch, das sich dem
allgegenwärtigen Familienfundamentalismus widersetzt:
"In
einer Zeit, in der die Familie als literarisches Sujet
Hochkonjunktur hat, wagt er einen kühnen Widerspruch: Allein lebt es
sich besser, zumindest ehrlicher."
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TAZ-Brennpunkt:
Was die Datenflut zur Babyflaute aussagt.
Aktuelle
Studien zur Lebens- und Familienplanung heizen die Diskussion um die
Babyflaute in Deutschland an. Politiker und Kirchenleute räsonieren
über karrieregeile Mütter und faule Väter. Dabei räumen die
Forschungsergebnisse mit gängigen Klischees auf oder relativieren sie
zumindest
-
SCHMITT, Cosima (2005): Die Papa-Lügen.
Die Diskussion um
Babyflaute und Kinderfeindlichkeit deutscher Männer verstärkt eine
Reihe von Klischees, die aktuelle Studien nur selten bestätigen,
in: TAZ v. 14.05.
- Kommentar:
Ob nun die kinderlose Karrierefrau
wie
beim FOCUS oder der kinderlose Mann
wie bei der TAZ im Brennpunkt der Debatte um den Geburtenrückgang
steht, beides führt in die Sackgasse.
In seinem Gutachten "Nachhaltige
Familienpolitik" weist der Familiensoziologe Hans BERTRAM darauf
hin, dass sowohl in den USA als auch in Finnland bei ähnlich hoher
Kinderlosigkeit wie in Deutschland, die Geburtenrate wesentlich
höher ist.
Seine Erklärung:
der drastische Rückgang der Mehrkinderfamilie unterscheidet
Deutschland von den anderen Ländern mit hoher Kinderlosigkeit.
Wenn wir eine Wissensgesellschaft
wollen, so das Fazit von BERTRAM, dann müssen wir mit einem höheren
Anteil an Kinderlosen leben.
In dieser Sicht geht es dann
darum, Familienpolitik für differenzierte Lebensstile und
Familienstile zu machen.
Weder die Doppel-Karriere-Familie
(neue Mitte) noch die Hausfrauenfamilie (alte Mitte) sind die
Normalfamilie der Dienstleistungsgesellschaft, sondern
Familien, die je nach Lebensphase ihrer Mitglieder durch
unterschiedliche Zeitarrangements in Beruf und Haushalt
gekennzeichnet sind.
-
MAIER, Anja (2005): Der späte Vater.
Joachim, 46, Projektleiter
im öffentlichen Dienst, drei Kinder: Thomas, 5, Anna, 2, Philippe,
1, verheiratet mit Carla, 33,
in: TAZ v. 14.05.
-
MAIER, Anja (2005): Der Verweigerer.
Thomas, 34,
Kunsthistoriker, seit 13 Jahren liiert mit Viola, 34,
in: TAZ v. 14.05.
-
MAIER, Anja (2005): Der frühe Vater.
Klaus, 35, Journalist,
Vater von Sven, 12,
in: TAZ v. 14.05.
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- LOTTMANN, Joachim (2005): Bye-bye,
Zombie Nation!
Was kommt nach Rot-Grün? (5):
Deutschland wird wieder jung. Schluss mit der Politik, mit den Medien,
mit dem Konsumismus. Dafür setzt sich eine neue Jugend durch, mit
ihrem Humanismus,
in: TAZ v. 13.05.
- Inhalt:
LOTTMANN vermarktet LOTTMANN:
"Deutschland
wird wieder jung. Frank Schirrmacher muss sein »Das
Methusalem-Komplott«
umschreiben.
Nach Rot-Grün kommt nicht die zombie
nation, die hatten wir nämlich gerade, sondern ein neuer,
maßgeblich von jungen Menschen getragener Humanismus, auch
Spiritualismus, eine historisch bemerkenswerte Völkerverständigung.
Die zu beschreiben, würde diesen Essay sprengen. Ich verweise auf
mein Buch »Die
Jugend von heute«."
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FACTS-Titelgeschichte:
Die Single-Lüge.
Warum Alleinsein nicht glücklich macht |
- FACTS (2005): Singuläres Unglück.
Singles seien glücklicher
und erfolgreicher als Frauen und Männer in Partnerschaften, heisst
es. Sie sollen mehr Geld haben, mehr Spass, mehr Sex. Ein Irrtum!
Weshalb der Ungepaarte zum gesellschaftlichen Verlierer abgestiegen
ist,
in: Facts Nr.19 v. 12.05.
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ZEIT LEBEN-Spezial:
Für immer Kind?
Jung bis zur Rente - warum es
vielen Deutschen so schwer fällt, erwachsen zu werden. Vierzigjährige
wollen Kind sein, Sechzigjährige werden Vater
- Kommentar:
"Ein
bisschen ähneln sie resozialisierten »American Psychos«. Ohne ihr
protestantisches Arbeitsethos und die Galão-Pipeline am Schreibtisch
würden sie zu Staub zerfallen wie Graf Morlock in der Morgensonne",
schreibt Nora SDUN über
die Protagonisten von Claudius SEIDLs Buch
"schöne junge welt". Und es trifft auf so manchen
Schreiber der Beiträge in diesem Zombie-Leben Spezial zu.
Die Debatte atmet den Muff der
50er Jahre-Gruft und wer definiert, was Erwachsensein bedeutet, der
gehört zu jener Gruppe Menschen, die bestimmen möchten, wer was
überhaupt darf, denn sie wähnen sich an der Definitionsmacht.
Wir pfeifen auf Eure Vorgaben, denn wir sind
selbstbewusst genug, dass wir uns - auch ohne Eurer Einverständnis -
als erwachsen definieren. Ob wir nun gerade kinderlos oder
partnerlos sind.
Verpisst Euch!
- SOBOCZYNSKI, Adam (2005): Später
Absprung.
Jung bis ins Rentenalter - warum es so schwierig ist, erwachsen
zu werden,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- Kommentar:
"Gegen
die Behauptung einer allumfassenden Jugendlichkeit ließe sich
einwenden, dass sie erstens nur die glatte Oberfläche unserer
Großstadtkultur beschreibt und damit nicht repräsentativ ist.
Zweitens gibt es sehr wohl noch Schwellen der Reife. Für manche
ist es das Abitur oder der Studienabschluss, für andere die erste
langfristige Beziehung, der erste Sex, das erste Kind oder das
erste Auto. Bei anderen mag ein Schicksalsschlag den Punkt des
Erwachsenwerdens markieren, die schockierende Konfrontation mit
dem Tod eines nahe stehenden Menschen oder mit einer schweren
Krankheit. Für die meisten ist es noch immer das erste Gehalt und
damit die finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern",
schreibt SOBOCZYNSKI zur Kritik an
den Infantilisierungsthesen à la
Claudius SEIDL.
Der Rest sind Strukturprobleme einer
Gesellschaft, deren Selbstbild aus den Fugen
geraten ist ...
- FALLER, Heike (2005): War das schon
alles?
Früher mündete diese Frage im Leben eines Mannes in die
Midlife-Crisis: Er stieg aus der Familie aus. Heute gründet er eine,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- STOLZ, Matthias (2005): In die Enge
getrieben.
Die Geschichte einer jungen Frau, die auszog, studierte, keine
Arbeit fand - und mit 27 Jahren in ihr Elternhaus zurückkehren
musste,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- AMEND, Christoph & Stephan LEBERT
(2005): "Ich denke viel Unsinn".
Der britische Bestseller-Autor Nick Hornby, 48, ist ein
Spezialist für Männer die das Erwachsenwerden noch vor sich haben.
Ein Gespräch über das Feuer der Jugend, seine Zeit als Lehrer und
das Leben nach dem Haarausfall,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- SEESLEN, Georg (2005): Jugend ist
Leiden.
In deutschen Filmen haben es junge Menschen auffallend schwer,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- SUSSEBACH, Henning (2005): Nur Mut!
Jugendwart im Sportverein? Zu spießig. Umweltschutz? Zu
gutmenschlich. Kinder? Später mal, vielleicht. Ein Aufruf zum
Erwachsenwerden,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- ESSIG, Rolf-Bernhard (2005): Früher
Abschied.
Vor 150 Jahren sah man mit 40 Jahren alt aus,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- KNÜPLING, Friederike (2005): Jung,
arm und tüchtig.
Erwachsen zu sein wird derzeit vor allem einer Altersgruppe
abverlangt: Der Jugend,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- ZEIT (2005): Reife Zahlen.
Statistiken belegen: Körperlich werden wir immer früher erwachsen
- finden aber immer später in Beruf und Beziehung,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- LEONHARD, Wolfgang (2005): Ich habe
einen Traum.
"Meine Mutter wollte schon immer einen erwachsenen Sohn haben.
Die Idee der Kindheit als geschützter Raum war ihr fremd",
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
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NIEJAHR, Elisabeth (2005): Den Frauen sei Dank.
Arbeitslosenquote,
Rentenprognosen, Armutsbericht: Alles sieht besser aus, wenn Ökonomen
gezielt auf den weiblichen Faktor achten,
in: Die ZEIT Nr.20 v. 12.05.
- Inhalt:
Elisabeth NIEJAHR weist u.a. darauf hin, dass
die Bildungsexpansion die soziale Ungleichheit nicht vermindert,
sondern verstärkt hat, denn statt der Arbeiter profitierte das
katholische Mädchen vom Lande:
"Nicht
nur die Höhe, sondern auch die Verteilung der Einkommen, ja sogar
die ganze Debatte über soziale Ungleichheit erscheint mit Blick auf
die Frauen plötzlich in neuem Licht. Sie glauben beispielsweise, die
Bildungsexpansion der sechziger und siebziger Jahre, die Öffnung der
Hochschulen für mehr Arbeiterkinder und für mehr Frauen habe
geholfen, soziale Unterschiede zu verringern? Tatsächlich geschah
das Gegenteil, wie unter anderem eine große international
vergleichende
Untersuchung der Wissenschaftler Hans-Peter Blossfeld und Andreas
Timm zeigt.
In den vergangenen Jahrzehnten
entwickelte sich das Bildungssystem zunehmend zum informellen
Heiratsmarkt. Man lernt sich während der gemeinsamen Ausbildung
kennen und lieben – so wie Bill und Hillary Clinton, die sich in
einer Unibibliothek erstmals miteinander unterhielten. Die Folge:
Immer häufiger heiraten Männer Frauen mit ähnlichem sozialen Status
und vergleichbarem Einkommen. Der Spitzenjurist erwählt die
Topanwältin, der Krankenpfleger verliebt sich in die
Krankenschwester, der Lehrer heiratet die Lehrerin. »Die bisher im
Lebenslauf erfahrenen Benachteiligungen und Bevorzugungen werden
dadurch ergänzt«, schreiben die beiden Wissenschaftler. »In den
meisten Industrieländern hat sich im Zuge der Bildungsexpansion
gleichsam hinter dem Rücken der Individuen und völlig ungeplant die
soziale Ungleichheit verstärkt.«"
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BRIGITTE-Dossier: Was ist mit
den Männern los?
- JARDINE, Anja (2005): Jetzt reißt
euch mal zusammen!
Der Mann ist in der Krise. Und wir Frauen sind daran nicht ganz
unschuldig. Aber statt zu jammern, sollten die Männer endlich ihr
Leben wieder in die Hand nehmen,
in: Brigitte Nr.11 v. 11.05.
- Kommentar:
Solange nur
Frank SCHIRRMACHER vom Männerbund FAZ und die BRIGITTE,
immerhin mit einem männlichen Chefredakteur an der Spitze, die
Männer in der Krise sehen, kann von einer generellen Krise des
Mannes offensichtlich keine Rede sein.
- BRIGITTE (2005): Das Lexikon des
Versagens.
Die Probleme des verunsicherten Mannes sind ausgesprochen
vielschichtig. Hier ein kleiner Überblick,
in: Brigitte Nr.11 v. 11.05.
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THOMAS, Jens (2005): Was guckt sie?
Wie werden Frauen im
Fernsehen dargestellt, und was wollen sie sehen? Danach fragen Barbara
Sichtermann und Andrea Kaiser in einer interessanten
mediensoziologischen Analyse,
in: Jungle World Nr.19 v. 11.05.
- Inhalt:
THOMAS über das Buch "Frauen sehen besser aus
- Frauen und Fernsehen" von Barbara SICHTERMANN & Andrea KAISER:
"Der
Postfeminismus ist da, und der Kampffeminismus am Ende. So
jedenfalls lassen sich die Erkenntnisse aus »Frauen sehen besser
aus« interpretieren. Denn Frauen wollten überwiegend nicht mehr
lamentieren und protestieren, sondern von den Errungenschaften des
einstigen Geschlechterkampfes profitieren. »Von femi-nist zu
femi-nice«".
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BARTELS, Gerrit (2005): Ein Gefühl von Zukunft.
Literatur des Übergangs,
kühl, raffiniert und ernsthaft: Rainer Merkel, Martina Hefter und
Claudia Klischat sorgen mit ihren Büchern für die Ehrenrettung der
jungen deutschen Gegenwartsliteratur,
in: TAZ v. 11.05.
- Kommentar:
BARTELS zieht sich bei seiner Betrachtung der
Highlights junger deutscher Gegenwartliteratur langsam von nicht
mehr haltbaren Positionen zurück.
Statt
"schöne junge welt" liegen Themen
wie die alternde Gesellschaft und soziale Unsicherheit auf der
Straße:
"Die
Romane deuten allesamt an, dass die junge Gegenwartsliteratur im
Moment eine Art Übergangsliteratur ist:
Die Popliteratur war gestern, das Draufloserzählen auch, deshalb
aber sind Kindheits- und Jugenderinnerungen sowie
Beziehungsgeschichten lange nicht passé. Nur ist der Reflexionsgrad
ein höherer geworden, stehen Stil und Form mehr im Vordergrund, wird
auf unterhaltende Elemente weniger Wert gelegt. Lässt sich kaum
sagen, ob das alles bald mehr in eine Punkrock- oder
Rechtsrock-Richtung geht, also mehr gen
»Die fetten Jahre sind vorbei«
oder
»Der Eisvogel«,
oder ob sich da bald eine richtige Weltferne entwickelt, eine Art
Neoromantik, so weisen die Romane von Hefter, Klischat und Merkel
zumindest auf die seit 2001 oft gesichtete »Neue Ernsthaftigkeit«
hin, als dessen
oberster und jüngster Protagonist wiederum Uwe Tellkamp zuletzt gern
bezeichnet wurde."
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- KERSCHER, Helmut (2005): Mütter
zweiter Klasse.
Unverheiratete haben erst seit 1969 Recht auf Unterhalt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.05.
- SCHULTZ, Tanjev (2005): "Das
Gesetz wird einfacher".
Seit Jahren fordert der Deutsche Familiengerichtstag eine Reform
des Unterhaltsrechts. Die Süddeutsche Zeitung sprach mit dem
Vorsitzenden Gerd Brudermüller,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.05.
- ROßMANN, Robert (2005): Erst die
Kinder, dann die Ex-Frau.
Justizministerin Brigitte Zypries will die Rangfolge im
Unterhaltsrecht ändern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.05.
- ROßMANN, Robert (2005): Ein "kleines
bisschen" mehr Gerechtigkeit.
Das neue Unterhaltsrecht ist ein überfälliger, wenn auch etwas
verzagter Reformschritt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.05.
-
MÜLLER, Reinhard (2005): Scheidung und Verantwortung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.05.
- HOLLERSEN, Wiebke (2005): Zweite
Chance.
Die Bundesregierung plant
eine Reform des Unterhaltsrechts. Nach Plänen des Justizministeriums
sollen Geschiedene künftig weniger Unterhalt erhalten, die eigenen
Kinder aber mehr Geld bekommen,
in: Berliner Zeitung v. 10.05.
-
JANSEN, Klaus (2005): "Das Gefühl, abgezockt zu werden".
Maika Born hofft auf die
Chance zum wirtschaftlichen Neuanfang, wenn Väter erneut eine
Familie gründen,
in: TAZ v. 10.05.
-
SCHMITT, Cosima (2005): Ex heißt bald "Hopp!",
in: TAZ v. 10.05.
-
DIERING, Frank (2005): Regierung reformiert Unterhaltsrecht.
Kinder in Deutschland
sollen künftig mehr Rechte bekommen - Justizministerin Zypries
stellt Gesetzentwurf vor,
in: Welt v. 10.05.
-
KAMANN, Matthias (2005): Frauen,
in: Welt v. 10.05.
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MÄRZ, Ursula (2005): Verschiebung der Mentalität.
Kinder als Ursache von Verzicht,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.05.
- Kommentar:
Man muss besorgt sein um unser
Qualitätsfeuilleton. Statt objektiver Berichterstattung werden
reaktionäre Thesen nachgebetet.
Wie kommt es eigentlich, dass in den
90er Jahren die kinderlose, allein lebende Medientante zum Ideal
aufsteigen konnte, obwohl zur gleichen Zeit die Verbreitung der
weiblichen allein lebenden Besserverdienenden eher bescheidene
Ausmaße hatte?
Tatsache ist, dass unsere
Medientanten viel zu einem falschen Selbstbild in unserer
Gesellschaft beigetragen haben. Nur langsam werden diese Lebenslügen
und damit das Ausmaß der
Single-Lüge sichtbar.
Das
gesellschaftliche Alleinleben im mittleren Lebensalter war
bereits in den 90er Jahren männlich.
Dieses Leben war jedoch uncool und konnte deshalb kein Thema
werden. Christian SCHULDT hat in seinem Buch "Der Code des Herzens"
Aufstieg und Niedergang dieser Medienbilder als Effekt der
Selbstreferentialität von Medien und dem Aufstieg bzw. Niedergang
der New Economy beschrieben.
Möglicherweise war und ist das weibliche
Alleinleben in Medienkreisen besonders schick. Die Studien hierzu
lassen noch auf sich warten.
Jetzt scheint der Katzenjammer
auszubrechen, genau wieder in diesen individualisierten
Medientanten-Kreisen, die sich gerne als Pioniere eines neuen
Lebensstils betrachten.
Statt Selbstbespiegelung
erwarten wir jedoch Fakten zu gesellschaftlichen Tendenzen und keine
narzisstischen Spiegelfechtereien à la MÄRZ.
Oder sollte dieses Gejammer
mehr mit dem selbstverschuldeten Niedergang der Printmedien zu tun
haben?
Möglicherweise hat ja beides viel
miteinander zu tun. Man möchte schließlich nicht dauernd mit den
Problemen von Medientanten belästigt werden, die weite Teile der
Gesellschaft NICHT teilen.
Wenn
Ursula MÄRZ nun einen
Mentalitätswandel konstatiert, dann ist dieser in erster Linie ein
Phänomen innerhalb der Medienwelt, die Lebenslügen dieser
überbewerteten Branche werden nun offensichtlich...
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- BISKY, Jens (2005): Na, Kapitalismus,
wie war ich.
Immer hip, niemals satisfaktionsfähig: "Wunschlos unglücklich" und
"Genial dagegen". Zwei Konsumführer für den Pflasterstrand,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 10.05.
- Kommentar:
Die Zukunft der Buchkritik gehört dem
Image-Designer.
Ist Thomas STEINFELD ein traditioneller
Image-Designer, der die Identität zwischen Autor und Werk herstellt,
so spielt Jens BISKY - entsprechend den Maximen des aktuellen
Differenzkapitalismus
- einen Image-Designer neuen Typus. Er stellt dem Leser Identitäten
bereit, die er sich per Entscheid für oder gegen ein Buch erwirbt.
Kenner oder nur Könner, das ist
hier die Wahl zwischen dem Wohlfühlbuch
"Genial dagegen" und dem
Gebrauchswertbuch
"Wunschlos unglücklich".
Lässt sich der Rezensionskonsument von
BISKY verführen, dann hat er seine Lektion gleich zweifach gelernt,
denn die Form ist hier der Inhalt.
Entscheidet man sich für Alexander
MESCHNIG und Mathias STUHR, dann hat man sich gleichzeitig für
Norbert BOLZ und das Glaubensbekenntnis zum Konsumismus entschieden.
Er befindet sich dann in Gesellschaft von Konsumpropheten wie
Thomas FRANK und den
Ex-Punks HEATH & POTTER. Denn die Moral von der Geschichte:
Selbst der kritische Verbraucher bleibt immer noch Konsument.
Entscheidet man sich dagegen für "Genial
Dagegen", dann verfängt man sich im "Rebellionsformalismus" der
Wohlfühllinken:
"Sie nimmt, was sie kriegt und schielt
dabei nach Prominenz und Aufmerksamkeit wie eine Sechzehnjährige,
die gerne Model wäre."
Möglich aber, dass man sich bei
diesen Optionen doch für den abgeklärten Kapitalismus entscheidet:
"Das Ringen zwischen Kapitallogik und
bürgerlichen Interessen, dauert an und solange es nicht endgültig
entschieden ist, wird sich der Kapitalismus mit seinen herrlichen
Freiheitsgewinnen wie seinen abscheulichen Ausbeutungsmechanismen
bester Gesundheit erfreuen. Eine Erlösung durch Katastrophe oder
Jenseits wird es so wenig geben wie die Totalisierung".
So kann nur jemand schreiben, der
die Katastrophe schon hinter sich wähnt.
Apropos Kenner oder Könner?
Lassen Sie sich verführen, dann hat sich die Differenz der Typen
aufgelöst...
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Zu den News
vom
06. - 09. Mai 2005
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