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Medienrundschau:
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News vom 21. - 24. Mai
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Zitat
des Monats:
Die in Medien und
Politik geführte Debatte über Kinderlosigkeit steht auf
wackeligen Füßen
"In fast allen
europäischen Ländern bleiben heute mehr Männer und Frauen
kinderlos als vor zwei oder drei Jahrzehnten. In Westdeutschland
werden voraussichtlich
mehr als 20 Prozent der 1965 geborenen Frauen und
möglicherweise 30 Prozent der höher gebildeten Frauen des
gleichen Jahrgangs ohne eigene Kinder bleiben.
Das Thema Kinderlosigkeit hat in der jüngsten Zeit eine
erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit erweckt, jedoch steht
die
in Medien und Politik geführte Debatte auf wackeligen Füßen.
Die dort verwendeten Zahlen zum Ausmaß der Kinderlosigkeit von
Männern und Frauen in unserer Gesellschaft gehen weit
auseinander und die vermuteten Ursachen der hohen
Kinderlosigkeit in Deutschland sind widersprüchlich. Sind
wirtschaftliche Unsicherheiten, schlechte Bedingungen der
Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder einseitig
karriereorientierte Lebenskonzepte von Frauen, insbesondere
Akademikerinnen, für die hohe Kinderlosigkeit verantwortlich?
Fehlt »nur« ein geeigneter Lebenspartner oder, wenn vorhanden,
fehlt diesem das Interesse an Familie?
(...). In deutlichem Kontrast zu den in den Medien mit Inbrunst
vorgetragenen Überzeugungen über die wahren Ursachen und
die wirklich Verantwortlichen der (angeblich) kinderlosen
Gesellschaft steht die sozialwissenschaftliche Analyse der
Kinderlosigkeit.
Wer sich mit dem Thema wissenschaftlich beschäftigt, muss
zunächst verblüfft feststellen, dass es in Deutschland keine
amtlichen Daten über das Ausmaß der Kinderlosigkeit gibt.
Die zur Verfügung stehenden empirischen Daten sind lückenhaft
oder unzuverlässig, sodass grundlegende Fragen (...) allenfalls
näherungsweise beantwortet werden können.
Mit den unterschiedlichen Aspekten des Phänomens Kinderlosigkeit
befassen sich die Autoren und Autorinnen der Beiträge dieses
Buches. Sie liefern sowohl theoretische als auch empirische
Analysen der Kinderlosigkeit in Deutschland und im Vergleich zu
anderen europäischen Ländern. Zusammengenommen korrigieren sie
ein in der Öffentlichkeit eindimensional präsentiertes Bild".
(aus: Michaela Kreyenfeld & Dirk
Konietzka (Hg)
"Ein
Leben ohne Kinder", 2007, S.11f.)
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KAHLWEIT, Cathrin (2007): Sind Kinder jetzt Statussymbole?
Früher waren viele Nachkommen kein Zeichen für Wohlstand. Heute
gilt schon ein drittes Kind als Luxus,
in: Kinderleben, Beilage der Süddeutschen Zeitung v. 24.05.
- Anmerkungen:
Erst belegt KAHLWEIT mit Haushaltszahlen (die
weder über die Ein-Kind-Familien, noch über die kinderreichen
Familien hinreichend Auskunft geben können), dass die
kinderreiche Familie in Deutschland eine kleine Minderheit ist:
"Mehr als die Hälfte aller
Familien in Deutschland hatte 2005 nur ein Kind. Und nur etwa in
zehn Prozent der Familien wuchsen drei oder mehr Kinder auf".
Nur um einen neuen Trend
zur kinderreichen Familie in Deutschland ausrufen zu können:
"Wellingsbüttel ist kein armer
Stadtteil. In den besseren Gegenden Deutschlands wird die
Mehrkindfamilie wieder populär. Wer es sich leisten kann, leistet
sich eine Großfamilie. Die Entwicklungspsychologin Meike Watzlawik,
die an der Technischen Universität Braunschweig forscht, glaubt,
dass dieser Trend durch die aktuelle Debatte über Kinderarmut
befeuert wird: »Das Karrieredenken geht zurück, andere Werte
rücken in den Mittelpunkt und die Wohlhabenderen wie die Jüngeren
in der Gesellschaft greifen diese Debatte zögernd auf.«"
Mit Blick auf die USA
vermeldet KAHLWEIT einen Trend zur kinderreichen Familien, den die
FAZ
bereits im Januar 2006 auch schon für Deutschland
proklamiert hat.
Und nicht zuletzt kommt
die kinderlose Akademikerin zur Sprache:
"Von solchen Zuständen könne
deutsche Frauen nur träumen. 40 Prozent aller Akademikerinnen
verzichten mittlerweile ganz auf Kinder."
Das Buch
"Ein Leben ohne Kinder"
weist darauf hin, dass die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen
überschätzt wird. Außerdem gibt es eine große Ost-West-Differenz:
"In Westdeutschland lebten 36 %
der 40jährigen Akademikerinnen des Frauenjahrgangs 1960 ohne
Kinder im Haushalt, während es in den neuen Bundesländer nur 8 %
waren."
Das Buch
"Kinderreiche Familien",
herausgegeben von Marina RUPP und Bernd EGGEN, räumt mit manchen
journalistischen Klischees über kinderreiche Familien auf.
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Tagesthema: BVG-Urteil zur Gleichstellung von unehelichen Kindern
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KERSCHER, Helmut (2007): Kind ist gleich Kind.
Karlsruhe macht ein Ende mit der Benachteiligung unverheirateter
Mütter und deren Nachwuchs,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
- ROßMANN, Robert (2007): Übermütige
Ministerin.
Urteil stützt Kurs von Zypries,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
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PRANTL, Heribert (2007): Als das Baby noch ein Bankert war.
Jahrzehntelang haben sich Politik und Gesetzgeber nicht um eine
Gleichstellung unehelicher Kinder gekümmert,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
-
KERSCHER, Helmut (2007): Keineswegs aussichtslos.
Klage durch die Instanzen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
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PRANTL, Heribert (2007): Väter, Mütter, Kinder,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.05.
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GEYER, Christian (2007): Kindeswohl.
Karlsruhe revolutioniert Unterhaltsrecht,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 24.05.
- Inhalt:
Christian GEYER versteht das Urteil im Zusammenhang mit der
Krippendebatte als "Mahnung (...), die häusliche Erziehung mehr als
bisher als gesellschaftlichen Dienst zu begreifen und entsprechend
zu vergüten".
Die Ehe gelte es zukünftige dadurch zu fördern und zu stabilisieren,
indem der Kinderreichtum fiskalisch durch ein Familiensplitting
begünstigt wird.
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HEBESTREIT, Steffen & Ursula KNAPP (2007): Karlsruhe stärkt
unverheiratete Mütter.
"Familie ist dort, wo Kinder sind." Dieses Prinzip hat das
Bundesverfassungsgericht nun gestärkt. Alleinerziehende sollen
künftig den gleichen Anspruch auf Unterhalt vom Kindsvater haben -
egal, ob sie unverheiratet sind oder geschieden. Das Urteil könnte
sich auch auf die bevorstehende Reform des Unterhaltsrechts
auswirken,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
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BIRNBAUM, Robert & Ursula KNAPP (2007): Gleiches Recht für alle
Trennungskinder.
Karlsruhe: Nachwuchs aus Ehen nicht besserstellen / Regierung sieht
neues Unterhaltsrecht gefährdet,
in: Tagesspiegel v. 24.05.
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KNAPP, Ursula (2007): Gleichheit für Kinder,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
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KNAPP, Ursula (2007): Familie ist dort, wo Kinder sind.
Karlsruhe billigt nicht, dass unverheiratete Mütter nur kürzere
Zeit Unterhalt beziehen dürfen,
in: Tagesspiegel v. 24.05.
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WOLFF, Johanna (2007): Alles fürs Kindeswohl,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
- KRAMM, Jutta (2007): Kinder zuerst.
Laut Verfassungsgericht dürfen unverheiratete Mütter nicht länger
beim Unterhalt benachteiligt werden,
in: Berliner Zeitung v. 24.05.
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RATH, Christian (2007): Unverheiratete Mütter werden gleichgestellt.
Wer nicht verheiratet war, hat nach der Trennung bisher weniger
Anspruch auf Betreuungsunterhalt als Geschiedene. Diese
Ungleichbehandlung hat Karlsruhe nun gestoppt. Auch die geplante
Neufassung des Unterhaltsrechts muss geändert werden,
in: TAZ v. 24.05.
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SIRLESCHTOV, Antje (2007): Gute Beispiel, schlechtes Beispiel.
In Thüringen gibt es schon ein Betreuungsgeld - die Krippenquote
ging um gut zehn Prozent zurück,
in: Tagesspiegel v. 24.05.
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GORBAUCH, Tim (2007): Ausgesucht habe ich mir das nicht.
Fehlfarben-Sänger Peter Hein, Deutschlands erster relevanter Punk, über den
Arbeitsmarkt, das Comeback und das Tempo des Texters,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.05.
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ECONOMIST (2007): The frayed knot.
Marriage in America,
in: Economist v. 24.05.
- Inhalt:
Der ECONOMIST betrachtet die Ehe in Amerika
aus konservativer Sicht und scheut sich auch nicht vor einer
Klassenanalyse. In Deutschland vertritt diese Position der
Historiker
Paul NOLTE.
Amerika ist demnach entlang dem
Familienstand gespalten: Die Eliten leben die lebenslange Ehe und
die Zwei-Eltern-Familie, während die Unterschicht unehelich lebt und
die Alleinerziehenden vorherrschen:
"There is a widening gulf between how
the best- and least-educated Americans approach marriage and
child-rearing. Among the elite (excluding film stars), the nuclear
family is holding up quite well. Only 4% of the children of mothers
with college degrees are born out of wedlock. And the divorce rate
among college-educated women has plummeted. Of those who first tied
the knot between 1975 and 1979, 29% were divorced within ten years.
Among those who first married between 1990 and 1994, only 16.5% were.
At the bottom of the education scale, the picture is reversed. Among
high-school dropouts, the divorce rate rose from 38% for those who
first married in 1975-79 to 46% for those who first married in
1990-94. Among those with a high school diploma but no college, it
rose from 35% to 38%. And these figures are only part of the story.
Many mothers avoid divorce by never marrying in the first place. The
out-of-wedlock birth rate among women who drop out of high school is
15%. Among African-Americans, it is a staggering 67%."
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SCHLAG, Beatrice (2007): Die Traumfrau am Herd.
Feiert die traditionelle Familie ein Comeback, wie vor kurzem in
der Weltwoche geschrieben wurde? Die Anzeichen sind mager. Die
Rückkehr des Heimchens ist weitgehend eine Männerfantasie,
in: Weltwoche Nr.21 v. 24.05.
- Inhalt:
Beatrice SCHLAG wendet sich gegen eine
Titelgeschichte der Weltwoche vom 10. Mai:
"Die überhitzte ideologische Debatte, die zum «Krieg der Mütter»
hochpalaverte Auseinandersetzung zwischen berufstätigen und nicht
berufstätigen Frauen, ist in Wahrheit eine Elite-Diskussion um und
zwischen Müttern, die es sich leisten können, nicht zu arbeiten. Die
einen verbringen den Tag lieber mit ihren Kindern, die andern lieber
mit Erwerbstätigkeit. Wenn sie miteinander diskutieren, kachelt es."
Am Schluss geht SCHLAG auf den
Spiegel-Artikel von Markus BRAUCK
über Eva HERMAN und das Familiennetzwerk ein.
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SCHWENTKER, Björn (2007): Mythos Babyboom.
Zeugten die Deutschen im Fußballglück der WM mehr Kinder? Auch wenn
die Medien das gerne hätten: Es ist völliger Unsinn,
in: ZEIT online v. 23.05.
- Anmerkungen:
"Ein
mediales Lehrstück ist mit dem Report vom Babyboom dennoch gelungen:
Er enthält jeden Fehler, den man sich im Umgang mit demografischen
Zahlen nur vorstellen kann",
schreibt SCHWENTKER über den Welt-Artikel
von Iris MARX. Dies war bereits zuvor von single-dasein.de
ebenfalls festgestellt worden.
"Damit sich zum Boom in der
Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt schon jetzt auch einer bei den
Babys gesellen konnte, musste man auf die Rohdaten der Standesämter
zurückgreifen.
Oder die Zahlen einfach erfinden ",
kritisiert SCHWENTKER mit Blick auf die
Magdeburger Zahlen der Welt. Es wird außerdem auf die
Differenz von GeburtenZAHLEN und GeburtenRATEN
aufmerksam gemacht.
Dass die Presse,
u.a. auch die Print-ZEIT hier wenig
zimperlich ist, hat
single-dasein.de bereits des Öfteren nachgewiesen.
Last but not least weist
SCHWENTKER darauf hin, dass ein Babyboom in den Städten nicht gleich
bedeutend ist mit einem Babyboom in Deutschland.
Seit das Buch
"Die Single-Lüge" auf dem Markt
ist, darf SCHWENTKER ja auch ab und zu in der Print-ZEIT
schreiben, aber meistens dürfen nur Singles lesen, was SCHWENTKER zu
sagen hat.
Ein Erfolg von
single-dasein.de? Dieser News-Seite, die bereits seit dem Jahr
2000, also lange bevor SCHWENTKER über den demografischen Wandel
berichten durfte, die Zahlen in den Medien kritisch überprüfte.
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GEISEL, Sieglinde (2007): Eltern als Aussteiger.
Iris Radischs Buch "Schule der Frauen",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.05.
- Inhalt:
"Iris Radisch formuliert Dinge, die in der Luft
liegen – darin liegt die Stärke ihres Buchs. So vermisst sie etwa
eine «Ästhetik des Familiären».
(...). Bücher zu aktuellen Debatten
wollen schnell geschrieben sein – diesem Effizienzprinzip des
Marktes hat Iris Radisch leider nicht widerstanden. (...).
Die grösste Schwäche des Buchs
jedoch liegt in seiner aufgeregten Dauerempörung, hinter der man die
weibliche Pose der Aufmüpfigkeit spürt. Was beim Lesen amüsant sein
mag, zeugt letztlich von mangelnder Souveränität und hemmt
bedauerlicherweise die Schlagkraft der Attacke", meint Sieglinde
GEISEL zum Buch "Die Schule der Frauen" von Iris RADISCH.
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HAMANN, Sybille (2007): Die neue Kampfzone.
Wie wurde der Feminismus verlacht und diffamiert – doch er hat
die Gesellschaft grundlegend verändert. Nun müssen auch die Aufgaben
zwischen Männern und Frauen völlig neu verteilt werden – vor allem
in den Familien,
in: Falter Nr.21 v. 23.05.
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RUTSCHKY, Katharina (2007): Gescheiterte Experimente.
Der französische Soziologe Luc Boltanski erforscht die Gründe für
Abtreibungen,
in: Berliner Zeitung v. 22.05.
- Inhalt:
"Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist zwar seit
der Reform des Paragraphen 218 kontinuierlich gesunken - zuletzt von
135 000 im Jahr 2001 auf knapp 120 000 im Jahr 2006 - aber immer
noch hoch. (...). Verfügt nicht jede Frau, jedes Paar über eine
ganze Palette von Methoden zur Empfängniskontrolle? Ist Sexualkunde
nicht Thema bereits in der Grundschule?
Oder sollen wir umgekehrt
die hohe Zahl der Abbrüche nicht auf Unwissen, sondern auf die
kinder- und familienfeindliche deutsche Gesellschaft zurückführen?
Frankreich, dessen Verhältnisse Luc Boltanski in seiner
»Soziologie der Abtreibung« zum Anschauungsstoff einer
bahnbrechenden Studie macht,
wird uns oft als Vorbild empfohlen. Die Geburtenquote dort ist
vergleichsweise hoch, weil die Franzosen auch kleinste Kinder
rabenmütterideologiefrei fremdbetreuen lassen und überall Krippen
anbieten.Von den Vorzügen der traditionellen Ganztagsschule zu
schweigen. So liest man immer wieder.
Nichts dagegen von 220 000 registrierten Schwangerschaftsabbrüchen
bei unseren Nachbarn. Liegt die Abbruchquote in Deutschland bei 7,6
je tausend Frauen, so ist sie in Frankreich mit 16,2 mehr als
doppelt so hoch. Kommt das daher, dass die Beratungspflicht dort
2001 abgeschafft und der Abbruch seit jeher auf Kassenkosten ging?
Müssten die Franzosen sich also diesbezüglich bei uns belehren,
während wir umgekehrt nach ihrem Vorbild Krippen einrichten und so
die Geburtenquote anheben?" fragt sich
Katharina RUTSCHKY.
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GILLEN, Gabriele (2007): Wider die Vermehrungspropaganda.
Karl Otto Hondrich: Weniger sind mehr,
in: DeutschlandRadio v. 21.05.
- Inhalt:
"Unter dem Stichwort Geburtenrückgang geht es
wahlweise um Horden von pflegebedürftigen Alten, mangelnde
Arbeitskräfte oder kollabierende Sozialsysteme, um mit späterem
Unglück bestrafte Kinderlose, durch Karriereambitionen fehlgeleitete
Muttertiere oder gleich den Untergang der deutschen Kultur. Die
Einen befürchten das Ende von Nächstenliebe, Geborgenheit und
selbstgebackenem Apfelkuchen, die Anderen ein Selbstmordattentat der
gebärstreikenden Akademikerinnen auf unsere westliche
Wertegemeinschaft. Denn, wir alle kennen die böse Zahl, die
Reproduktionsrate der deutschen Frau liegt derzeit bei 1,3. Oder
vielleicht auch 1,4. Zu niedrig jedenfalls. Denn merke: 2,1 Kinder
pro Frau, sonst droht der biologische Gau. Doch was bleibt von den
alarmistischen Horrorszenarien, wenn sie einer kritischen Prüfung
unterzogen werden? Diese Frage hat sich Karl Otto Hondrich gestellt
und - um es gleich zu sagen - die gängigen Untergangsszenarien auf
ökonomischer, sozialer und kultureller Ebene elegant widerlegt",
meint Gabriele GILLEN zum Buch
"Weniger sind mehr" von Karl Otto HONDRICH.
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PROFIL-Titelgeschichte:
Späte Mütter.
Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für das erste Kind.
Wie hoch ist das medizinische Risiko - und wie verändert sich
unsere Gesellschaft dadurch? |
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HAGER, Angelika/HOFER, Sebastian/STANZL, Eva (2007): Späte Mütter:
Midlife-Mamas.
Die Zahl der Erstgebärenden 40+ hat sich verdoppelt. Immer mehr
ältere Frauen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch ist das
medizinische Risiko?
in: Profil Nr.21 v. 21.05.
- Exklusiv-Story von
single-dasein.de:
Bereits vor über 3 Jahren schrieb
single-dasein.de über die Spätgebärenden als Trendsetter einer
"Gesellschaft
der Langlebigen" und stellte die
Utopie der Ruhestandsfamilie vor,
die nun auch im österreichischen Nachrichtenmagazin Profil
angekommen ist:
"Mutterschaft als
Beschäftigungstherapie für die Pension erscheint derzeit noch als
eine durchgeknallte oder beklemmende Orwell-Utopie, aber
angesichts der Forschungsprognosen für das 21. Jahrhundert liegt
sie durchaus im Bereich des Möglichen. Die Soziologie hat für das
gesellschaftliche Novum bereits einen Begriff geprägt: die
»Ruhestandsfamilie«.
(...).
Die Vorbehalte, dass Kinder mit älteren Müttern verwöhnt,
verweichlicht und Hänseleien seitens der Kindergartenfreunde
ausgesetzt würden, werden von Familien- und Seelenexperten unisono
vom Tisch gewischt. »Ich halte das Kriterium des Alters für
problematisch«, so der Kinderpsychotherapeut Helmut Figdor. »Eine
Mutter mit 45 kann genauso gut und schlecht wie eine 25-Jährige
sein.«
Eine gestiegene Lebenserwartung von 82 Jahren für die Frau
entkräftet auch das Argument vom allzu frühen Waisenkind. Der
renommierte Bildungspsychologe
Wassilios Fthenakis befürwortet sogar die späte Mutterschaft,
»weil in dieser Phase Kinder meist viel besser sich in die
berufliche Biografie einordnen lassen und Mütter ihr Kind
bewusster erleben«. Die Weichen für die gesellschaftliche
Akzeptanz der späten Mutterschaft wären also gestellt.
Im Buch
"Die Single-Lüge" wird
aufgezeigt, wie Nationalkonservative und ihre Sympathisanten den
Trend zur späten Mutterschaft zum Anstieg der lebenslangen
Kinderlosigkeit umdeuten. Frühe Mutterschaft wird als Königsweg
zum Geburtenanstieg gepriesen, ungeachtet der Tatsache, dass
sowohl das Bildungssystem, der Arbeitsmarkt als auch die Norm der
verantwortungsvollen Mutterschaft den Trend zu älteren Müttern
fördern.
Der Soziologe Karl Otto
HONDRICH bezeichnet deshalb in seinem Buch
"Weniger sind mehr" die späte
Mutterschaft zu Recht als moderne Mutterschaft.
Im Buch
"Ein Leben ohne Kinder" wird
Kinderlosigkeit zwar im Zusammenhang mit dem Aufschub von Geburten
diskutiert. Im Gegensatz zum nationalkonservativen
Argumentationsmuster wird dafür jedoch nicht der Egoismus der
Kinderlosen verantwortlich gemacht, sondern gesellschaftliche
Strukturen (z.B. fehlende Kinderbetreuungsangebote) oder Werte
(Rabenmutter-Klischee).
Inwieweit von einem
bereits erfolgten bzw.
zukünftigen Anstieg der Kinderlosigkeit ausgegangen
werden kann, ist durchaus umstritten. Die lebenslange
Kinderlosigkeit könnte bei den jüngeren Frauenjahrgängen niedriger
ausfallen als dies von Nationalkonservativen um Herwig BIRG
prognostiziert wurde.
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Zu den News vom
08.
- 20. Mai 2007
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