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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 13. - 20. Mai 2017: [13.05.] [14.05.] [15.05.] [16.05.] [17.05.] [18.05.] [19.05.] [20.05.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Die Beweisnot der Kinderlosen

"Mutwillig Kinderlosen (oder jenen, die über ihre wiederholten Besuche in der Kinderwunschklinik nicht sprechen und denen man die Mutwilligkeit nur unterstellt) wird hinter vorgehaltener Hand vorgeworfen, nicht erwachsen zu werden, hedonistisch zu sein oder sich in albernen Befindlichkeiten (»Generation Beziehungsunfähigkeit«) zu verlieren. Kinder zu kriegen scheint hier wie eine natürliche Pflicht und die Entscheidung gegen sie wie ein Zeichen fehlender Opferbereitschaft, die sich am Ende rächen wird. Vorauseilend werden Kinderlose um ein einsames Leben im Alter bemitleidet. Seid ihr wirklich glücklich?, unter dieser Beweisnot stehen Menschen ohne Kinder, deren Handlungen nur mehr als Kompensationsversuch für die Kinderlosigkeit gewertet werden."
(aus: Nina Pauer "Ihr wolltet es so" in der Zeit Nr.15 v. 06.04.2017)

 
       
       
   

20.05.2017

 
       
   

Die neuen Väter in der Debatte

FUCHS, Dieter (2017): Die Penis-Frage.
StZ-Titelgeschichte zum Vatertag: Was bleibt übrig vom Mann, wenn seine Privilegien fallen und Geschlechter frei gewählt werden? Für Kleinkinder ist die Antwort einfach. Doch was können Väter ihren Söhnen heute vorleben und mitgeben? Ein Vorschlag,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 20.05.

 
       
   

Die Wählerschaft der neuen Klassengesellschaft in der Debatte

REEH, Martin (2017): Maseratis und Minderheiten.
Wahlen: Warum weder Rot-Grün noch Rot-Rot-Grün eine politische Mehrheit hat,
in:
TAZ v. 20.05.

Martin REEH erklärt uns anhand der Solarindustrie, warum der versprochene "Green New Deal" eine Seifenblase ist:

"Die Solarindustrie kam nicht nur mit wenigen Arbeitsplätzen aus, sie war zudem vom Zeitgeist der Nullerjahre getragen: mit Firmenzentralen im Westen und Produktionsstätten, die im Osten aufgebaut wurden, weil es dort billigere Arbeitskräfte gab und Subventionen lockten. Der Leiharbeiteranteil war hoch. (...).
Gedacht war die deutsche Solarwirtschaft als Exportindustrie zur Eroberung von Auslandsmärkten. Aber als China noch höhere Subventionen aufbot, um die Konkurrenz zu schlagen, wurde sie zum Bauernopfer. Harte Zölle für chinesische Solarprodukte hätten im Gegenzug chinesische Strafmaßnahmen für die deutsche Automobilindustrie provoziert. So war ihr Aus unvermeidbar."

REEH beschreibt die möglichen Wählermehrheiten gemäß Antonio GRAMSCI als historische Blöcke, wobei er nur zwei Ausprägungen kennt: ein "Mitte-unten-Bündnis" und eine Allianz des "progressiven Neoliberalismus" (Nancy FRASER). Hillary CLINTON (USA) und Emmanuel MACRON (Frankreich) stehen für den progressiven Neoliberalismus und Österreich unter Christian KERN für das Mitte-unten-Bündnis. In Deutschland steht für REEH Schwarz-Grün für einen progressiven Neoliberalismus, während er für eine Mitte-unten-Bündnis, was man wohl mit Rot-Grün bzw. Rot-Rot-Grün übersetzen muss, keine Mehrheiten sieht. Stattdessen befürchtet REEH ein Weiterregieren der Großen Koalition unter Angela MERKEL.

Bei dieser Analyse fehlt jedoch die Option Schwarz-Gelb(-Grün), die ebenfalls dem progressiven Neoliberalismus zugeordnet werden müsste. Und man könnte daraus auch folgern, dass es an einer neuen linken Bewegungspartei in Deutschland mangelt, die sich die soziale Sicherheit und nicht die soziale Unsicherheit auf die Fahnen schreibt.   

 
       
   

Die Wahlanalyse Populäre Wahlen – NRW der Bertelsmann-Stiftung in den Medien

DRIBUSCH, Barbara (2017): Ärmere Leute wählen zu selten.
NRW: Hohe Wahlbeteiligung half Union und FDP,
in:
TAZ v. 20.05.

"Nach den Daten gingen viele frühere NichtwählerInnen zur Urne, dies waren vor allem Leute aus der Mittel- und Oberschicht. Fast zwei Drittel dieser 810.000 zusätzlich mobilisierten NichtwählerInnen stimmten für die CDU und die FDP",

berichtet die taz über eine Wahlanalyse der Bertelsmann-Stiftung. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Wählerbefragung, sondern eine Korrelationsstudie:

"In den Stimmbezirken mit der niedrigsten Wahlbeteiligung finden sich prozentual fast viermal so viele Arbeitslose und knapp doppelt so viele Menschen ohne Schulabschluss wie in den wählerstärksten Stimmbezirken",

zitiert die taz aus der gestrigen Pressemitteilung Landtagswahl in NRW: Soziale Spaltung der Wahlbeteiligung hat sich verschärft der Bertelsmann-Stiftung.

Ob die jeweiligen Wähler tatsächlich aus der Ober- und Mittelschicht bzw. der Unterschicht stammen, würde eine Offenlegung des Untersuchungsdesigns erfordern. Über die Homogenität bzw. die Heterogenität der untersuchten Wahlbezirke erfahren wird nichts - auch nicht in der Broschüre. Die Homogenität der Bevölkerungszusammensetzung in den Wahlbezirken wäre aber Voraussetzung für einen Schluss vom Wohngebiet auf die Wählerschaft.

So werden z.B. Indikatoren für die Arbeitslosigkeit, Bildungsabschluss oder Kaufkraft bei den betrachteten vier Städten nur auf Stadtteilebene erhoben, obwohl diese Stadtteile eine heterogene Bevölkerungszusammensetzung aufweisen. 

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wochenthema: Europas neue politische Landschaft.
Frankreichs Sozialisten erleiden eine herbe Niederlage, in Deutschland kämpft die SPD mit Verlusten, und in Großbritannien steht Labour ziemlich chancenlos da. Warum tun sich die linken Volksparteien so schwer?

ULRICH, Stefan (2017): Frühjahr des Frusts.
Enttäuschte Wähler und neue Konkurrenz machen Sozialisten und Sozialdemokraten zu schaffen. Dabei wären die Mitte-Links-Parteien besonders gefordert, um die großen Probleme zu bewältigen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.05.

Stefan ULRICH beschreibt den Niedergang der sozialdemokratischen Parteien in Europa. Das sei aber kein Grund, um nun umzudenken, sondern die SPD und ihre Genossen in anderen Ländern seien eigentlich diejenigen, die aufgrund der Problemlage an die Macht gehörten. Leider sind die potenziellen Wähler nur zu dumm, um das zu erkennen. Oder mit den schönfärberischen Worten von ULRICH:

"Nach Problemen muss die Sozialdemokratie nicht lange suchen. Lösungen zu finden, die die Menschen akzeptieren, wird jedoch mühsam."

Mühsam heißt lediglich die alte Leier: Wegen der Globalisierung könne die soziale Frage nur noch "europäisch und global" beantwortet werden. Solche Leerformeln kennen wir seit Jahrzehnten, aber immer weniger glauben diesen Beschwörungsformeln. Die soziale Frage kann nur über die Abwahl der herrschenden Eliten im eigenen Lande führen, eine andere Sprache kennen Eliten nicht. Welchen anderen Grund könnte es geben, dass sie sich andere Lösungen ausdenken müssen, statt einfach weiter ihr Mantra immer weiter zu verbreiten?   

KORNELIUS, Stefan (2017): Die kleinen Kennedys.
Charismatisch, dominant und klar: Von Kanada bis Österreich feiert ein jugendlicher Politiker-Typus große Erfolge,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 20.05.

Stefan KORNELIUS bastelt an einem Hype um die neuen Charismatiker, deren Zeit angeblich gekommen sei. Was zeichnet einen Charismatiker aus? Erstens: Erfolg. Zweitens: Erfolg. Drittens: Erfolg. Das Ende dieser Charismatiker ist also gleichbedeutend mit ihrer Abwahl bzw. dem Misserfolg. Aber dann stehen schon die nächsten Blender vor der Tür. Das einzige, was sie auszeichnet: Sie brauchen kein Programm, denn Programme sind eher hinderlich. Sobald es konkret wird, treten nämlich die Interessenkonflikte in den Vordergrund und dann ist es aus mit dem Charisma. Und wurden nicht Tony BLAIR und Gerhard SCHRÖDER in den 1990er Jahren nicht auch als Erneuerer gefeiert, bevor der politische Alltag ihr Image verblassen ließ?

Wenn z.B. Sebastian KURZ von der ÖVP in Österreich gepriesen wird, dann geht es im Grunde nicht wirklich um Charismatiker, sondern um autoritäre Machtpolitiker, die alte Zöpfe abschneiden sollen. Mit KURZ soll z.B. der österreichische Korporatismus und damit der Sozialstaat zerschlagen werden, der Neoliberalen bekanntlich ein Dorn im Auge ist. Österreich gilt so z.B. den deutschen Kritikern der kapitalgedeckten Altersvorsorge als rentenpolitisches Vorbild. Mit KURZ könnte das Ende dieser Bastion im Kampf gegen den herrschenden Finanzkapitalismus drohen. 

 
       
   

Wie die Wahlkampfberichterstattung in der deutschsprachigen Presse im Jahr 2017 unser Frankreichbild geprägt hat

KLINGSIECK, Ralf (2017): Elf Männer, elf Frauen, elf Politiker, elf Zivilisten.
Macron punktet mit seiner pluralistischen Regierung,
in:
Neues Deutschland v. 20.05.

 
       
   

19.05.2017

 
       
   

Die Gebietsreform in Brandenburg in der Debatte

NEIßE, Wilfried & Andreas FRITSCHE (2017): Volksinitiative abgelehnt.
Brandenburg: Rot-Rot will sich das Recht zur Festlegung neuer Kreisgrenzen nicht nehmen lassen,
in:
Neues Deutschland v. 19.05.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

GROSSARTH, Jan (2017): Görlitz ist fürs Kapital ein gefährliches Pflaster.
Die vielleicht schönste Stadt Deutschlands ist paradoxerweise eine der günstigsten, was die Hauspreise betrifft. Das hat seine Gründe, und somit will ein Kauf gut überlegt sein,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.05.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2017): Pensionskassen nutzen Spielräume.
Umschichtungen weg von Anleihen hin zu Immobilien, Aktien und alternativen Anlagen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 19.05.

 
       
   

18.05.2017

 
       
   

Die Kinderbetreuung in der Debatte

HAUSER, Jan (2017): 293.486 Krippenplätze gesucht.
Eltern wünschen sich häufiger Kinderbetreuung,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

Jan HAUSER berichtet über einen IW-Beitrag von Wido GEIS, der auf der Broschüre Kindertagesbetreuung Kompakt des Familienministeriums beruht.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

USLAR, Moritz von (2017): Bei den Helden von Marxloh.
Auch Problemviertel haben schöne und sonnige Seiten - unseren Reporter musste erst eine empörte Leserin darauf aufmerksam machen. Teil II des großen Rundgangs durch einen verrufenen Duisburger Stadtteil,
in:
Die ZEIT Nr.21 v. 18.05.

Moritz von USLARs Wahlkampf-Reportage aus Duisburg-Marxloh war einigen ZEIT-Leserinne zu einseitig, weshalb nun nach der Wahl USLAR eine zweite Reportage erscheint, die folgendermaßen  eingeleitet wird:

"Natürlich, der Autor hätte der Leserin schriftlich erklären können, dass es schlicht nicht Aufgabe eines Zeitungstextes ist, positive Entwicklungen in Stadtteilen zu unterstützen. Aber: Wann hat ein Reporter schon mal die Gelegenheit, nach Erscheinen seines Textes noch einmal an den Ort seiner Reportage zurückzukehren? Also: noch mal hin."

In seiner ersten Reportage heißt es:

"Im Juli vorletzten Jahres sendete die Polizei in Nordrhein-Westfalen dann einen bundesweit beachteten Notruf aus: Marxloh entwickele sich zur No-go-Area und zum rechtsfreien Raum, das Stadtviertel werde von libanesischen Großfamilienclans kontrolliert, die öffentliche Ordnung und Sicherheit könne nicht länger gewährleistet werden. (...). Die Landesregierung in Düsseldorf bestreitet bis heute die Existenz von No-go-Areas in Nordrhein-Westfalen – den Wahlkampf aber, so viel ist auch sicher, wird Duisburg-Marxloh bis zur Landtagswahl am 14. Mai prägen."

Und nun wird uns das folgendermaßen beschrieben:

"Vor etwa zwei Jahren sei das Negativ-Image von Marxloh von den Medien verstärkt aufgegriffen worden, seither kämen Journalisten mit einem fertigen Drehbuch, um die Geschichte vom Gangster-Stadtteil zu erzählen."

Zur Entwicklung des Stadtteils schrieb USLAR in seiner Wahlkampf-Reportage:

"Arbeiterstadt Duisburg, ehemals stolzer Standort der Montan- und Stahlindustrie: Mit Anwerbung der Gastarbeiter und niedrig qualifizierter Arbeitskräfte vor allem aus der Türkei entstand in Marxloh seit Mitte der sechziger Jahre eine türkische Kleinstadt in Deutschland. Heute haben knapp 70 Prozent der Marxloher einen Migrationshintergrund – noch einmal wirklich verändert hat sich der Stadtteil innerhalb der vergangenen fünf Jahre mit der Armutsimmigration aus Südosteuropa. Ein Viertel der rund 20.000 Marxloher stammen heute aus Bulgarien und Rumänien (seit 2007 sind beide Länder EU-Mitglied). Duisburger Behörden berichten von schier unglaublichen Praktiken: Demnach locken kriminelle Banden Zuwanderer gezielt aus Bulgarien und Rumänien ins Ruhrgebiet und bringen sie zu horrenden Preisen in Schrottimmobilien unter. Arme-Leute-Viertel Marxloh: Die Arbeitslosigkeit ist hier so hoch wie vor 30 Jahren, knapp die Hälfte der Bevölkerung lebt von Transferleistungen. (...).
Dieses Duisburg-Marxloh ist definitiv nicht gentrifiziert und nirgendwo auch nur ansatzweise hip (kein Sojamilch-Latte-macchiato, keine veganen Bio-Burger)"

Und was war die goldene Zeit in Duisburg-Marxloh, wenn man von der großen Zeit der Montanindustrie absieht? In der Wahlkampf-Reportage heißt es:

"Der August-Bebel-Platz mit dem Marxloh-Center, das bis in die achtziger Jahre das Kaufhaus Horten war (die alten Marxloher sprechen von den guten alten Zeiten als »früher, als es Horten noch gab«). (...).
Der Verein Runder Tisch Marxloh e. V., von zwei Mitgliedern der Duisburger SPD gegründet, hat den Ruf, bei seinem Engagement für Marxloh einen eher prekären Begriff von Heimatliebe zu vertreten (Heimat wird in einer Zeit verortet, in der es in Marxloh noch keine Armutsimmigration gab), die Probleme mit den Einwanderern eher noch anzustacheln als zu befrieden und dabei gelegentlich in AfD-Nähe zu geraten"

In der Nachwahlkampf-Reportage wird dann die Brautmodenmeile als "Neuerfindung von Marxlohs Hauptstraße" und als Erfolgsgeschichte gepriesen.    

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

SIEDENBIEDEL, Christian (2017): So krisenfest sind Deutschlands Versicherer.
Bis Montag müssen die 350 Versicherer in Deutschland zum ersten Mal ihre Quoten nach "Solvency II" offenlegen. Was heißt das - und was lernen Kunden daraus?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

Was die Solvenzquote ("Verhältnis der Eigenmittel eines Versicherers zu den Kapitalanforderung") für die Kunden bedeutet, das erfährt man in diesem Artikel von Christian SIEDENBIEDEL nicht, nur dass die Regulierung es mit der Transparenz nicht so genau nimmt, d.h. die Regeln zur Berechnung der Solvenzquote liegt im Gutdünken der Versicherer. Im Kommentar heißt es deshalb, dass die Verbraucher anhand der Kennzahl nicht ermessen können, wie es um ihren Versicherer steht.

SIEDENBIEDEL, Christian (2017): Mehr Licht.
Kommentar,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

 
       
   

Die Rentenpolitik der Parteien in der Debatte

THELEN, Peter (2017): Der Murks mit der Rente.
Kommentar: Die Rentenkasse ist keine Geldbüchse für Wahlgeschenke,
in:
Handelsblatt v. 18.05.

Peter THELEN setzt seine Polemik gegen die Rente ab 63 fort, indem er nun behauptet, dass ohne das Rentenpaket des Jahres 2014 (Rente ab 63, Mütterrente, die Verbesserungen der Erwerbsminderungsrente bleiben unerwähnt!) der Beitragssatz 0,4 Prozent niedriger und das Rentenniveau 0,8 Prozent höher, wobei beides nicht mit Zahlen belegt wird.

THELEN spricht schönfärberisch von "Beschäftigungswunder", obgleich davon viele nicht profitieren - die Rentner sollen jedenfalls nicht davon profitieren.

Ironischerweise verspricht das Handelsblatt den Facharbeitern tolle Steuerentlastungen, weil sie so arm dran sind. Mit dem Übergang in die Frührente, werden dann jedoch aus den vom Staat geschröpften Fachkräften plötzlich Privilegierte! Man darf sich deshalb schon fragen, ob das Handelsblatt nicht mit zweierlei Maß misst, um die wahren Privilegierten: die Spitzenverdiener, die von Steuerentlastungen hauptsächlich profitieren unter den Tisch fallen zu lassen.

Das Argument Fachkräftemangel wird dann immer wieder vorgeschoben, obwohl dieser Mangel keine Frage der Demografie, sondern der fehlenden Qualifizierung in den Betrieben ist. Diese möchten lieber subventionierte ältere Arbeitnehmer beschäftigen, statt den Nachwuchs auszubilden oder umzuschulen.

Die Kritik an der Mütterrente - insbesondere deren falsche Finanzierung - ist durchaus berechtigt. Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wäre sie genauso wie die Ostrentenangleichung eine Sache der Steuerfinanzierung. THELEN kritisiert an letzterer jedoch nur, dass sie nicht auf Kosten der Westrentner umgesetzt wird. Warum den Ostrentenwert an den Westwert anpassen, wenn man sich durch Schröpfung der Westrentner elegant aus der Affäre ziehen könnte?

Der Begriff "Wahlgeschenk" zeigt lediglich die Verachtung der Medienvertreter gegenüber der Demokratie.

 
       
   

Stephan Hebel in der Debatte

HEBEL, Stephan (2017): Unfallarmer Wohlstand.
Alternativlos: Schon wieder hat die Union gewonnen. die Kanzlerin mutiert zu einer Unbezwingbaren. Das liegt auch an trostlosen Gegnern,
in:
Freitag Nr.20 v. 18.05.

Stephan HEBEL, einer der "trostlosen Gegner", erklärt uns das System MERKEL ("Merkelismus"), das er als "Festhalten am Neoliberalismus mit einen Modernisierungsschritten" bezeichnet. Zur Modernisierung zählt er die Einführung des Mindestlohns als "letzte Haltelinie", das Elterngeld und die Kinderbetreuung. Dafür habe man die Arbeiterklasse fallen gelassen:

"Das alles mag bei Arbeitslosen oder klassischen Arbeitern nichts bringen. Die gibt man offenbar kampflos ab, etwa an die AfD: Sie bekam in Nordhrein-Westfalen bei Arbeitern 17, bei Arbeitslosen immer noch neun Prozent der Stimmen. (...).
Rentner, Beamte, Selbständig und manche Angestellte bildeten die Grundlage des Erfolges von Armin Laschet".

Mit dem Argument der Wettbewerbsfähigkeit werde SPD und Linkspartei zu Gefahren für Deutschland erklärt, meint HEBEL. 

 
       
   

Die Wählerschaft der Alternative für Deutschland in der Debatte

LÖFFLER, Juliane (2017): Warum wählen Schwule und Lesben die AfD?
Nationalismus: Kaum vorstellbar, aber wahr: Bis zu 30 Prozent der Homosexuellen wenden sich rechten Populisten zu. Was sie dort wollen: eine Spurensuche,
in:
Freitag Nr.20 v. 18.05.

Dass Schwule und Lesben reihenweise AfD-Mitglieder werden, das entschuldigt Juliane LÖFFLER damit, dass diese dort noch Karriere machen können, was ja eher ein Armutszeugnis für die etablierten Parteien wäre - und wohl auch kaum zutrifft.

Ein Problem ist für sie lediglich, dass Schwule und Lesben die AfD auch noch wählen. Das erklärt sie sich damit, dass die AfD das Thema "homofeindliche Gewalt von Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten" nicht verschweigt wie Linke. Außerdem gebe es Homosexuelle, die sich "aus einer privilegierten Position heraus" nicht für Minderheitenrechte interessieren würden. Diese könnten in der AfD eine neue Heimat finden. 

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

FERBER, Michael (2017): Säule-3a-Sparer setzen nur selten auf Wertschriften.
Vermögen über 150 Mrd. Fr. in Freizügigkeitsstiftungen und in der Säule 3a,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

FERBER, Michael (2017): Hohe Gebühren nagen an Rendite der Sparer.
Kommentar: Vorsorge in der Säule 3a,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 18.05.

 
       
   

17.05.2017

 
       
   

Alleinerziehende in der Debatte

BIB (2017): Immer mehr Kinder wachsen bei Alleinerziehenden auf.
Grafik des Monats,
in:
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung v. 17.05.

 
       
   

Das Mutterideal in der Debatte

VAHABZADEH, Susan (2017): Eine Welt der Vollzeitmütter.
Das Frauenbild der rechten Parteien in Europa,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.05.

Entgegen der Headline beschäftigt sich Susan VAHABZADEH nicht mit den "rechten Parteien" in Europa, sondern nur mit dem FN in Frankreich und der AfD in Deutschland. Aus elitenfeministischer Sicht kritisiert VAHABZADEH auch nicht wirklich rechtspopulistische Positonen, sondern das was man als Nationalkonservatismus bezeichnen könnte. Diese Positionen finden sich auch bei Neoliberalen wie z.B. Hans-Werner SINN, der von der SZ hofiert wird. Die Rente nach Kinderzahl, die z.B. von SINN genauso wie von der AfD gefordert wird, wird bei VAHABZADEH nur am Rande erwähnt (bzw. wird unter "stärkerer Anerkennung im Rentenrecht" subsumiert statt klar benannt), während vor allem die Kritik am elitenfeministischen Gendermainstreaming samt Quotenpolitik gebrandmarkt wird, die bekanntlich selbst bei den Arbeitgebern in Verruf ist.   

 
       
   

Das IAQ-Gutachten Rente erst ab 70? in den Medien

THISSEN, Stefan (2017): Forscher: Keine Renten-Automatik.
Rente: IAQ-Studie warnt vor Koppelung der Altersgrenze an die allgemeine Lebenserwartung,
in: ihre-vorsorge.de
v. 17.05.

 
       
   

Die Rentenpolitik der Parteien in der Debatte

LAMBECK, Fabian (2017): "Zutiefst inkonsequent".
Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband über die Rentenpolitik von Union und SPD,
in:
Neues Deutschland v. 17.05.

Ulrich SCHNEIDER fordert eine Stabilisierung des Rentenniveaus bei 53 Prozent und eine Reformierung der Altersgrundsicherung. Um dies zu finanzieren, soll die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) zu einer "Arbeitnehmerversicherung" ausgebaut werden und die Beitragsbemessungsgrenze erhöht sowie neben Arbeitseinkommen auch das Vermögen aus Kapitaleinkommen und Mieten berücksichtigt werden.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in der Debatte

LAMBECK,Fabian (2017): Mehr könnte für Ostrentner bald weniger sein.
Gesetzentwurf zur Rentenangleichung erntet bei einer Anhörung im Bundestag teilweise deutliche Kritik,
in:
Neues Deutschland v. 17.05.

 
       
   

Die Rente ab 63 in der Debatte

THELEN, Peter & Frank SPECHT (2017): Der große Ausverkauf.
Deutlich mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer haben seit 2014 die abschlagsfreie Rente ab 63 genutzt. Die meisten waren Fachkräfte. Während Arbeitsministerin Nahles den Mangel an qualifizierten Arbeitern beklagt, verschärft sie ihn mit ihrer Rentenpolitik,
in:
Handelsblatt v. 17.05.

Das HandeIsblatt bringt eines der Lieblingsthemen Neoliberaler - den angeblichen Fachkräftemangel - gegen die Rentenpolitik in Stellung. Hassobjekt ist die Rente ab 63:

"In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen, die dem Handelsblatt vorliegt, teilte das Bundesarbeitsministerium mit, dass 2014 binnen eines halben Jahres 136.000 Personen die neue Rentenart in Anspruch genommen haben. 2015 waren es sogar 274.000 Frauen und Männer.
Die Daten für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor. Der Trend dürfte sich aber fortgesetzt haben, wie die Zahl von gut 241.000 Neuanträgen für 2016 zeigt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass seit der Reform deutlich mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gegangen sind",

spekulieren THELEN & SPECHT. Man kann das auch anders sehen, denn die Frage, warum Fachkräfte mit 63 in Rente gehen, wird ausgeblendet. Offenbar sind die Arbeitsbedingungen so miserabel, dass Fachkräfte sich lieber in die Rente verabschieden. Sie möchten sich nicht länger als notwendig ausbeuten lassen. Statt also die Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen, jammern Neoliberale lediglich darüber, dass die Ausbeutung durch die Rente ab 63 nicht mehr so einfach ist. Während die Mainstreammedien den Spaßarbeiter zum angeblichen Leitbild erhoben haben, sieht die Wirklichkeit ganz anders aus.

THELEN & SPECHT präsentieren Studien von IAB und IW, die das Problem Fachkräftemangel belegen sollen. Die Kritik des BDA am Arbeitslosengeld Q zeigt jedoch, dass die Wirtschaft kein Interesse an Weiterbildung hat, sondern lediglich eine Missbrauchsdebatte führen will. Ausbeutung wie sie die Flexi-Rente durch die Teilrente ermöglicht ist den Arbeitgebern alle mal lieber.

 
       
   

Die Steuer- und Abgabenpolitik in der Debatte

ANGER, Heike/DELHAES, Daniel/GREIVE, Martin/RIEDEL, Donata (2017): Neue Unruhe in der SPD.
Steuerreform: Nach der Wahlniederlage in NRW beginnt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil einen Steuerstreit über den Soli,
in:
Handelsblatt v. 17.05.

 
       
   

16.05.2017

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

SCHÄFER, Christoph (2017): Putzleute haben viele Kinder, Bäcker wenige.
Für die Kinderzahl spielen Bildung, Migrationshintergrund, Geld und Zeit eine Rolle,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.05.

ASTHEIMER, Sven (2017): Deutsche bekommen wieder mehr Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.05.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

TARLI, Ricardo (2017): Ein Dorf lässt sich nicht abhängen.
Im Nordschwarzwald sorgt ein von Ehrenamtlichen betriebenes Bürgerauto für den Anschluss an die Nachbargemeinden,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.05

 
       
   

Die Steuer- und Abgabenpolitik in der Debatte

ANGER, Heike/GREIVE, Martin/RIEDEL, Donata (2017): Steuern senken - aber wie?
Nach der NRW-Wahl nehmen SPD und Union die Steuerpolitik in den Blick: Mittlere Einkommen sollen entlastet werden. Ohne unerwünschte Nebenwirkungen wird das aber nicht einfach, wie eine neue DIW-Studie zeigt,
in: Handelsblatt
v. 16.05.

 
       
   

Der Bundestagswahlkampf in der Debatte

DELHAES, Daniel & Thomas SIGMUND (2017): Sehnsucht nach Schwarz-Gelb.
Neue Planspiele nach der NRW-Wahl: Nicht nur in den Unternehmen gibt es den Wunsch nach einer Koalition zwischen Kanzlerin Merkel und FDP-Chef Lindner: Die Allianz gilt jetzt auch wieder als realistische Blaupause für Berlin,
in:
Handelsblatt v. 16.05.

Das Handelsblatt hat nicht erst seit der NRW-Wahl Sehnsucht nach Schwarz-Gelb. Der Martin SCHULZ der FDP heißt Christian LINDNER. Man darf also gespannt sein wie lange dieser Hype um die neoliberale Protestpartei anhalten wird. Die finanzielle und mediale Unterstützung für die FDP-Show aus dem Unternehmerlager könnte sich als Boomerang erweisen, denn die Schwarz-Gelbe Gefahr ist ein genauso gut mobilisierendes Etikett wie Rot-Rot-Grün.   

 
       
   

15.05.2017

 
       
   

Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Deutschland

DESTATIS (2017): Geburtenziffer in Deutschland weiterhin unter EU-Durchschnitt,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 15.05.

Einem Schaubild der Pressemitteilung lässt sich folgende Rangfolge der EU-Länder entnehmen:

Tabelle: Die zusammengefassten Geburten-
ziffern der 28 EU-Länder im Jahr 2015
Rang Land Geburtenrate (TFR)
1 Frankreich 1,96
2 Irland 1,92
3 Schweden 1,85
4 Großbritannien 1,80
5 Dänemark 1,71
6 Belgien 1,70
  Lettland 1,70
  Litauen 1,70
9 Niederlande 1,66
10 Finnland 1,65
11 Estland 1,58
(EU-Durchschnitt)
  Rumänien 1,58
13 Tschechien 1,57
  Slowenien 1,57
15 Bulgarien 1,53
16 Deutschland 1,50
17 Österreich 1,49
18 Luxemburg 1,47
19 Ungarn 1,45
  Malta 1,45
21 Kroatien 1,40
  Slowakei 1,40
23 Italien 1,35
24 Griechenland 1,33
  Spanien 1,33
26 Zypern 1,32
  Polen 1,32
28 Portugal 1,31
Quelle: Statistisches Bundesamt 2017
 
       
   

Die Ostrentenangleichung in der Debatte

STEFFEN, Johannes (2017): Rechengrößen der Sozialversicherung und sonstige Werte für das 2. Halbjahr 2017.
Mindestlohn wirkt im Osten abermals anpassungssteigernd,
in:
sozialpolitik-portal.de v. 15.05.

 
       
   

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen in der Debatte

DEININGER, Roman & Gianna NIEWEL (2017): Wir können auch anders.
Fast 18 Millionen Einwohner, und Glanz und Elend ohne Ende: Spannender als in Nordrhein-Westfalen ist es in Deutschland nirgendwo. Das liegt auch daran, dass die Menschen hier von der Politik vergessen wurden,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 15.05.

DEININGER & NIEWEL führen immer noch einen Schlusslicht-Wahlkampf, weil das aber nun wirklich zu öde ist und die FAZ das sowieso ausführlicher getan hat, wird der Artikel mit dem Ruhrgebietsschriftsteller Frank GOOSEN aufgepeppt.

 
       
   

Die Ostrentenangleichung in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Angleichungsgesetz könnte Ost-Renten bremsen.
Koalition ringt um einheitliches Rentenrecht. Lohnanstieg bringt Fahrplan durcheinander,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.05.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

SCHARRENBROCH, Christine (2017): Weg von der Lebensversicherung, hin zu Cyber-Versicherungen.
Vorstandschef Markus Rieß muss den Ergo-Konzern für die Zukunft fit machen. Dazu zählt ein schmerzhafter Stellenabbau,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.05.

Christine SCHARRENBROCH berichtet über den drittgrößten Erstversicherer Ergo auf dem deutschen Markt. Mit Stellenabbau, Verkauf des Tafelssilbers und der Abwicklung klassischer Lebensversicherungen will das Konzerngebilde, das zum Rückversicherer Munich Re gehört, wieder Gewinne einfahren.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

HÄRING, Norbert (2017): Junge Familien werden zur "Generation Miete".
Hauskauf: Mangels Startkapital können viele die niedrigen Zinsen nicht zur Finanzierung der sehr teuer gewordenen Immobilien nutzen,
in:
Handelsblatt v. 15.05.

 
       
   

Das Single-Dasein in Österreich

SIEBENHAAR, Hans-Peter (2017): Österreich steuert auf Neuwahlen zu.
Regierungskrise: SPÖ-Chef und Bundeskanzler Kern sieht keine Zukunft für die Koalition. In der ÖVP verlangt nun der 30-jährige Außenminister Kurz die volle Macht,
in:
Handelsblatt v. 15.05.

 
       
   

Die Ära Trump in den USA

STUMBERGER, Rudolf (2017): Utopia - Heimat der Trump-Wähler.
Die kleine Gemeinde in Texas verkörpert das konservative Amerika,
in:
Neues Deutschland v. 15.05.

 
       
   

14.05.2017

 
       
   

Menschen ohne Beziehungserfahrung

HUMMEL, Katrin (2017): Ein absoluter Beginner.
Alexander Teuber geht auf die 40 zu, hatte bisher aber weder eine längere Beziehung noch Sex. Katrin Hummel hat er erzählt, warum sein Leben wohl so ist, wie es ist,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.

Der Artikel erzählt von den gescheiterten Versuchen eine Partnerin zu finden und ist nicht zuletzt auch eine Kontaktanzeige.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

LEMBKE, Judith (2017): Problemfall Eigenheim.
Das Einfamilienhaus ist Traumziel der Deutschen. Doch viele alte Siedlungen werden für Eigentümer und Kommunen zur Last,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

SCHICK, Gerhard (2017): Die unfaire Rettung der Versicherer.
Standpunkt: Die Versicherungskonzerne haben zu wenig Eigenkapital. In der Krise droht die Pleite. Doch die Politik hilft den Konzernen zuverlässig aus der Patsche,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.

Der finanzpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Gerhard SCHICK, erklärt uns, mit welchen Gesetzesmaßnahmen der Versicherungswirtschaft - meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit - geholfen wurde. Das reicht vom Jahressteuergesetz 2010, mit dem zeitlich limitierte Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen erlaubt wurden (Die Limitationen wurden seither zweimal erweitert: durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz 2013 und das Steueränderungsgesetz 2015), über die Einführung der Zinszusatzreserve (ZZR) mittels Verordnung aus dem Jahr 2011 bis zum Begleitgesetz zum europäischen  Zahlungsverkehr (SEPA) aus dem Jahr 2012. Die Versicherungswirtschaft konnte sich dadurch auf Kosten der Kunden sanieren. Lediglich mit dem Lebensversicheungsreformgesetz aus dem Jahr 2013 wurden der Versicherungswirtschaft und ihren Eigentümern Lasten zugemutet.

SCHICK kritisiert, dass es keine Regeln zur Eigentümerhaftung gibt, die Kunden vor Vermögensverlusten schützen. Er fordert deshalb mehr Transparenz im Lebensversicherungssektor. Dass Lebensversicherer hohe Dividenden ausschütten, statt ihr Kapital aufzustocken und Kosten bei Vertrieb und Verwaltung zu sparen, findet SCHICK unfair. Und nicht zuletzt fordert er eine angemessene Regulierung, damit mehr

"echtes Eigenkapital, transparente Produkte und eine unabhängige Beratung für die Kunden".     

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

BUCHSTEINER, Jochen (2017): Nestbeschmutzer.
Wer für den Brexit gestimmt hat, gilt als engstirnig. Der Publizist David Goodhart sieht das anders, obwohl er eigentlich aus dem linksliberalen Milieu stammt,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 14.05.

 
       
   

13.05.2017

 
       
   

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen in der Debatte

BURGER, Reiner (2017): SPD und CDU in Nordrhein-Westfalen fast gleichauf.
Umfragen lassen Kopf-an-Kopf-Renen am Sonntag erwarten. Grüne schwach. FDP stark. Bundespolitische Auswirkungen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.05.

Reiner BURGER sieht die SPD und CDU in Umfragen zwischen 30 und 33 Prozent. ZDF und YouGov sehen die CDU mit 1 % vor der SPD, was die FAZ unterschlägt, aber auf der Website wahlrecht.de nachzulesen ist. BURGER will also noch Wähler der CDU mit seiner Darstellung mobilisieren.

Für die FDP wird dagegen nur der letzte und höchste Umfragewert von 13,5 Prozent des ZDF kommuniziert. Der schlechteste Wert dieses Monats hat YouGov für die FDP mit 9 % ermittelt, wie auf der Website wahlrecht.de nachzulesen ist.

"Für die Linkspartei, die zwischen 2010 und 2012 dem Landtag angehörte, und die AfD wurden zuletzt Werte zwischen fünf und acht Prozent beziehungsweise sechs und neun Prozent ermittelt. Die Piratenpartei, die vor fünf Jahren auf 7,8 Prozent gekommen war, dürfte klar an der Fünfprozenthürde scheitern",

berichtet BURGER. Alle Umfragen der letzten Zeit sehen die AfD stärker als die Linkspartei, die aufgrund der möglichen Abweichungen vom Wahlergebnis durchaus um ihren Einzug in den Landtag zittern muss.

KOCH, Brigitte/BÜNDER, Helmut/BURGER, Reiner (2017): Sitzenbleiber NRW.
Kurz vor der Landtagswahl regieren Stau und Stillstand zwischen Rhein und Weser. Dabei hat das Bundesland enormes Potential - wenn es sich nicht weiter selbst blockiert,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.05.

Die FAZ hätte anstelle dieses Artikels auch Auszüge aus der Schlusslicht-Kampagne der CDU drucken können, das wäre ehrlicher gewesen, statt unter die Argumente den Namen KOCH/BÜNDER/BURGER zu setzen. In der SZ hat gestern Jan BIELICKI diese Schlusslicht-Argumente bereits gekontert. Die Wirtschaftswoche hat gestern dagegen das Ruhrgebiet nicht nur auf seine Schwächen reduziert, sondern auch seine Stärken hervorgehoben.  

BIELICKI, Jan (2017): Duell der Großen.
SZ-Wochenthema Nordrhein-Westfalen vor der Wahl: Die Grünen haben ein Jamaika-Bündnis ausgeschlossen, die FDP eine Ampel. Damit deutet sich eine rot-schwarze Koalition an. Spannend wird, wer diese führen könnte,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.05.

Jan BIELICKI präsentiert den SZ-Lesern  - im Gegensatz zur FAZ - nur die letzten Umfragewerte des ZDF. Danach läge die CDU vorne und Rot-Rot-Grün käme wie CDU/FDP auf 44,5 Prozent der Stimmen.

"Auf die Liberalen könnte es (...) ankommen, wenn Linke oder AfD nicht in den Landtag gelangen. Dann nämlich könnte womöglich auch eine kleine Koalition unter Einschluss der FDP eine Mehrheit erreichen",

erklärt BIELICKI, dessen Szenarien eher der Mobilisierung der SPD-Wählerschaft helfen könnten.

ACKERET, Markus (2017): Machtkampf in der Industriezone.
In Nordrhein-Westfalen wollen CDU und SPD am Sonntag auch ein Zeichen für die Bundestagwahl setzen,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

Markus ACKERET beschreibt Wuppertal als Sinnbild für das Problemland Nordrhein-Westfalen. Es steht für den frühindustriellen Aufbruch und die Handelsbeziehungen zu China.

"Die wirtschaftliche Entwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Bildung - die Universitäts- und Industriestadt Wuppertal verbindet diese Themen auf vielfältige Weise",

erklärt ACKERET, der NRW nicht schlecht reden will, sondern mit LASCHET nur die falsche Regierung an der Macht sieht:

"NRW sei trotz grossen Strukturproblemen ein wirtschaftlich eigentlich schlagkräftiges Bundesland. Gleichwohl sei es in vielen Bereichen Schlusslicht in Deutschland",

zitiert ACKERET das Mantra des CDU-Spitzenkandidaten. Sein Fazit lautet deshalb:

"Auch wenn SPD und Grüne es bestreiten: Nach sieben Jahren haben die Bildungsreformen und die grossen Investitionen weniger gebracht, als die grossen Worte vermuten lassen. Soziale Probleme belasten viel Städte des Ruhrgebiets."

Ein weiterer Artikel soll den NZZ-Lesern den schweren Stand der FDP deutlich machen, die noch bei 5-7 Prozent gesehen wird und entspricht Umfragen Ende 2015 bzw. Anfang 2016, weshalb ACKERET den Lesern weismachen will, dass die FDP um ihren Einzug in den Landtag bangen muss. An den Grünen, die ebenfalls um ihren Wiedereinzug bangen müssten, wird kein gutes Haar gelassen. Rot-Grün wird als abgewählt angesehen eine Rot-Rot-Grüne Koalition aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Die Grosse Koalition gilt jedoch am wahrscheinlichsten.    

 
       
   

Die politische Kultur in der Debatte

NESHITOV, Tim (2017): Rechtsruck.
Xavier Naidoos großes Vorbild war Bob Marley. Dann rutschte seine Wut von links nach rechts. Weit rechts. Viele Fans wandten sich ab. Viele hielten gerade deswegen zu ihm. Eine Spurensuche in den Landen zwischen Rhein und Neckar,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.05.

Eine Spurensuche in Mannheim findet man in dem Artikel nicht, stattdessen viel Befindlichkeiten zu einem Skandal, der nie benannt wird, sondern durch Schlagworte und kryptische Songtexte und Bibelzitate skizziert wird. Wer niemals etwas von dem Sänger gehört hat, der wird mit dem Artikel nicht viel anfangen können.

 
       
   

Die Gebietsreform in Brandenburg in der Debatte

NEIßE, Wilfried (2017): Bevölkerungsprognose schwierig.
Enquetekommission informiert sich über die Geheimnisse der Einwohnerentwicklung,
in:
Neues Deutschland v. 13.05.

 
       
   

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland in der Debatte

BALCEROWIAK, Rainer (2017): Linkes Lager? Eine Schimäre!.
Nicht wenige in der Linkspartei träumen von einer rot-rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl. Abgesehen von Umfragen, die ein solches Bündnis derzeit wenig wahrscheinlich machen, trennt auch inhaltlich die drei Parteien vieles,
in:
Neues Deutschland v. 13.05.

Wer solche Freunde eines "fortschrittlichen Lagers" wie Rainer BALCEROWIAK hat, der braucht keine Feinde mehr. Der Artikel ist Sinnbild für den desolaten Zustand der Linken. Da werden jede Menge Konfliktlinien aufgezeigt, dass man sich eigentlich nur noch fragt: Für welchen Fortschritt der Autor überhaupt plädiert. Dass Parteikoalitionen immer auch Kompromisse bedeuten, d.h. Schnittmengen die Politik bestimmen, das ist BALCEROWIAK fremd. Und eigentlich dürfte es nicht einmal eine Regierung geben, denn gemäß BALCERCOWIAK gehen die Konfliktlinien durch alle Parteien.

Dass es Konfliktlinien gibt, ist jedoch gar nicht das Problem, sondern dass die Linke es versäumt hat, die Realitäten dieser Republik in ihre Strategien miteinzubeziehen: Die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme hat dazu geführt, dass linke Positionen unwählbar erscheinen. Statt sich diesem Problem zu stellen, überlassen Linke dieses Feld dem Gegner, der es beackern kann wie ihm beliebt. Linke übernehmen bereitwillig die "Fakten" der Rechten und meinen, es wäre ausreichend sie nur anders zu bewerten. Und schon sitzen sie in der Demografiefalle, an der sie selber fleißig mitgezimmert haben. Wer Fortschritt will, der darf sich von der Demografiegläubigkeit nicht den Weg versperren lassen, sondern muss die Grundfesten dieses Irrglaubens erschüttern. Die Linken haben das jedoch nicht einmal im Ansatz begriffen und gehen deshalb ihrem Niedergang entgegen.   

 
       
   

Die Rentnermacht in der Debatte

RENNEFANZ, Sabine (2017): Die Macht der Alten.
Kolumne: Kluge Politik würde versuchen, die Nachteile der Demografie zu kompensieren, damit in dreißig Jahren das Land nicht komplett einschläft,
in:
Frankfurter Rundschau v. 13.05.

 
       
   

Die Popkultur-Elite und die Popkultur in der Debatte

WALTER, Klaus (2017): Wie mein Alter.
Eben war noch alles super, und jetzt naht schon bald das Ende - der Pop entdeckt die Zumutung des Altwerdens,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2017): Pensionskassen auf dünnem Eis,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

ENZ, Werner (2017): Hehre Versprechen und störrische Risiken.
Kommentar: Kapitaldeckungsverfahren im BVG,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

 
       
   

Die Wahl zur Nationalversammlung in Frankreich in den Medien

BRUCKNER, Pascal (2017): Peter Pan muss Härte zeigen.
Sein Wahlkampf bot vielen etwas. Aber kann Emmanuel Macron das zerrissene Frankreich einen?
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.05.

Der Philosoph Pascal BRUCKNER beschreibt den französischen Präsidenten MACRON als einen französischen Martin SCHULZ, der Vagheit als Programm verkauft. Seine Formulierung "et en même", d.h. und zugleich, erinnert an das Geschwafel der Individualisierungsgurus in der Tradition von Ulrich BECK, der dem entweder-oder der Lagerpolitik, das sowohl-als-auch der Neuen Mitte entgegensetzte (ein typischer Epigone dieses Geschwafels ist z.B. Claus LEGGEWIE). Für BRUCKNER soll MACRON vom Narzissten zum "Soldaten der Demokratie" konvertieren und eine männliche Margaret THATCHER werden, die sich nicht um Gewalt und Proteste schert, sondern alternativlose Reformen durchsetzt.

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

FINKE, Björn (2017): Die Rückkehr der Grenze.
Zwischen Nordirland und der Republik Irland verläuft nach dem Brexit die Außengrenze der EU. Kontrollieren hier bald wieder Zöllner? Das wäre schlimm für Zigtausende Pendler und für die Unternehmen. Und es würde den fragilen Frieden in der einstigen Unruheprovinz gefährden. Unterwegs in einer Problemzone,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 13.05.

 
       
 

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Zu den News vom 07. - 12. Mai 2017
 

   
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