[ News-Hauptseite ] [ Suche ] [ Homepage ]

 
   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News: 16.-22.November 2002
News: 01.-15.November 2002
News: 16.-31. Oktober 2002
News: 01.-15. Oktober 2002
News: 16.-30. September 2002
News: 01.-15. September 2002
News: 16.-31. August 2002
News: 01.-15. August 2002
News: 16.-31. Juli 2002
News: 01.-15. Juli 2002
News: 15.-30. Juni 2002
News: 01.-15. Juni 2002
News: 16.-31. Mai 2002
News: 01.-15. Mai 2002
News: 16.-30. April 2002
News: 01.-15. April 2002
News: 16.-31. März 2002
News: 01.-15. März 2002
News: 15.-28. Februar 2002
News: 01.-14. Februar 2002
News: 16.-31. Januar 2002
News: 01.-15. Januar 2002

News: 16.-31.Dezember 2001
News: 01.-15.Dezember 2001
News: 16.-30.November 2001
News: 01.-15.November 2001
News: Oktober 2001
News: September 2001
News: 16.-31.August 2001
News: 01.-15.August 2001
News: 16.-31.Juli 2001
News: 01.-15.Juli 2001
News: 16.-30.Juni 2001
News: 01.-15.Juni 2001
News: 16.-31.Mai 2001
News: 01.-15.Mai 2001
News: April 2001
News: März 2001
News: Februar 2001
News: Januar 2001

News: Dezember 2000
News: November 2000
News: Oktober 2000
News: September 2000
News: August 2000
News: Juli 2000
News: Juni 2000
News: Mai 2000
News bis Mai 2000

 
       
     
       
       
   

News vom 23. - 30. November 2002

 
       
     
   
Zitat des Monats:
"Vereinfacht formuliert gibt es unter den sogenannt »Alleinlebenden« eine Art sozialer Polarisierung: Auf der einen Seite finden sich unter den Alleinlebenden - und dies gilt primär bei Männern - beruflich-sozial klar desintegrierte Menschen, und es ist beispielsweise diese Gruppe sozial desintegrierter alleinlebender Männer, welche - etwa im Vergleich zu gleichaltrigen verheirateten Männern - ein überdurchschnittliches Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Auf der anderen Seite findet sich unter den Alleinlebenden - und dies gilt primär bei Frauen - um eine bedeutsame Gruppe hoch integrierter, beruflich-sozial hoch kompetenter Menschen. Das Alleinleben bei dieser Gruppe ist ein spezielle Form des beruflich-sozialen Erfolgs."
(Elisa Streuli in "Alleinleben in verschiedenen Lebensphasen" 2002)
 
       
   
  • GRIESE, Inga (2002): Alice wird gut.
    Viele Männer wird es freuen: Alice Schwarzer wird am Dienstag 60. Doch auf Altersmilde können sie noch lange warten - ein Besuch in ihrem Emma-Turm,
    in: Welt v. 30.11.
 
     
   
  • DETJE, Robin (2002): Für die Galerie.
    Perfekte Hysterie ist eine Kunst. Deutsche wie der Historiker Oskar Lafontaine sind auf einem gutem Weg. Aber noch haben wir nicht die Klasse des Kinderwerfers Michael Jackson,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.11.
 
     
   
  • SCHIEßL, Michaela (2002): FAZ.
    Massenentlassung bei den Frankfurtern,
    in: Manager-Magazin.de v. 28.11.
    • Kommentar:
      Am Sonntag schrieb Single-dasein.de bereits zur Loser-Typologie von Amelie von HEYDEBRECK:

                  "Damit hat HEYDEBRECK das Kündigungsmotto für alle scheidenden Frankfurter Allgemeine-Journalisten formuliert".
                  Da war noch nicht öffentlich, dass Florian ILLIES, der Vordenker der "Generation Golf", die traditionsreiche FAZ verlassen würde. Aber der "Loser der neuen Schule" war wohl bereits zu diesem Zeitpunkt auf ILLIES gemünzt und man kann jetzt den Artikel als "vorgezogenen Nachruf" lesen.
                  Nach dem Feuilleton-Revoluzzertum bei der Frankfurter Allgemeinen war wohl klar, dass die FAZ-Krise schlimmer sein musste als bisher bereits offenkundig war.
 
   
  • HOFMANN, Gunter/JOFFE, Josef/NAUMANN, Michael (2002): Notfalls auch mit Zwang.
    Der Kanzler will eine härtere Gangart einlegen. Die Botschaft an die Lobbys: "Lasst das Taktieren sein." Ein ZEIT-Gespräch mit Gerhard Schröder über Vorwürfe, Verbände und Verbündete,
    in: Die ZEIT Nr.49 v. 28.11.
    • Kommentar:
      "Und jetzt sage ich etwas Ketzerisches: Man wird klar machen müssen, dass der berühmte Satz Lampedusas im »Gattopardo«, wonach sich alles ändern muss, damit es bleiben kann, wie es ist, eigentlich die Leitlinie von Politik werden muss. All diejenigen, die sich vor Veränderung fürchten, weil ihre soziale Rolle, auf welchem Level auch immer, beeinträchtigt wird, werden sich fragen müssen – und wir müssen ihnen diese Fragen aufzwingen –: Verlieren wir unsere soziale Rolle nicht gerade dadurch, dass sich nichts verändert?", antwortet SCHRÖDER zur Freude aller Neue-Mitte-Eliten.
                  Jenseits der Neuen Mitte muss man das so lesen: Es muss bei den Nicht-Eliten alles anders werden, damit es bei den Eliten so bleiben kann wie es ist!  
 
   
  • SCHMIDT, Thomas E. (2002): In der Wagenburg.
    Die Familie wird in der Wirtschaftsflaute wieder zur Notgemeinschaft. Wir werden ärmer und spießiger. Kinder machen in Zukunft das Leben schwer oder sie sind neue Statussymbole,
    in: Die ZEIT Nr.49 v. 28.11.
 
   
  • SUSSEBACH, Henning (2002): Anfang am Ende.
    Kaum hat die Karriere begonnen, da ist sie für viele von uns schon wieder vorbei. Die Krise erreicht die Wohlstandskinder. Ein Anflug von Panik,
    in: Die ZEIT Nr.49 v. 28.11.
    • Inhalt:
      SUSSEBACH entwirft zuerst eine der von FAZ über SPIEGEL bis STERN bereits vielfach publizierten, typischen Abstürze jener Mitglieder der Leistungsgeneration Golf, für die Arbeitslosigkeit bisher ein Fremdwort war.

                  Im Gegensatz zu diesen Singles spricht hier ein Familienvater-ICH, das bislang von der Entlassung verschont geblieben ist:
                  "was tun? Man sitzt und redet. (...) »Halbe Rente für Kinderlose«, sage ich dann immer, »zumindest für diese Double-income-no-kids-Schnösel, die später üppig vom Staat versorgt werden. Die haben ja eigentlich genug Geld, um privat vorzusorgen.« Wenn ich dann aber lese, dass durch die höheren Rentenbeiträge im nächsten Jahr die Lohnnebenkosten so sehr steigen, dass nur deshalb noch mal 60000 Menschen ihre Arbeit verlieren werden (darunter bestimmt auch viele Double-income-no-kids-Schnösel), dann weiß ich nicht mehr, ob die Konfliktlinie zwischen Familien und Kinderlosen verläuft oder doch eher zwischen Jung und Alt. Am Ende haben sich zahllose Gräben aufgetan, mal stehe ich auf der einen Seite, mal auf der anderen, nur eine Lösung finde ich nicht, findet niemand von uns. Vielleicht verzetteln wir uns in Details. Menschen, die bisher mit dem System konform gingen, fällt es schwer, plötzlich aufzubegehren."
 
   
  • LEHMING, Malte (2002): Der Truthahn macht den Unterschied.
    An Thanksgiving sitzen in den USA alle Familienmitglieder am Tisch - es sind viel mehr als bei uns,
    in: Tagesspiegel v. 28.11.
 
     
   
  • MEHLITZ, Johannes (2002): "Ja, die Situation ist wirklich dramatisch",
    in: Rheinischer Merkur Nr.48 v. 28.11.
    • Kommentar:
      Beim Rheinischen MERKUR hat man dem Thema "Endzeitstimmung in Deutschland?" einen ganzen Brennpunkt gewidmet, der die übliche Sozialstaatskritik beinhaltet. MEHLITZ befragt Bernd RAFFELHÜSCHEN, der Mitglied der "Rürup-Kommission" ist.
 
   
  • NOLTE, Paul (2002): BürgerInnen, ins Parlament!
    Vielleicht haben wir eine schlechte Regierung. Aber das ist noch lange kein Grund, die gefährlichen Klischees des typisch deutschen Antiparteien-Affektes wieder zu beleben,
    in: TAZ v. 28.11.
 
   
  • FALZOI, Jessica (2002): Uncoole Mutter.
    Betr.: "Die Farbe von Doldingers Kacka", taz-Kolumne von Peter Unfried vom 20.11.02,
    in: TAZ v. 28.11.
    • Kommentar:
      Eine Mutter bedauert in einem Leserbrief einen falschen Single:

                  "lieber Peter Unfried, neulich waren meine Kinder zwei Wochen weg und ich konnte endlich wieder so leben wie diese glücklichen Singles über 35 und wie du; saufen, rauchen und schlafen bis zum nächsten Abend. Mir blieb auch ehrlich gesagt nichts anderes übrig, weil ich diese stumpfe Leere ohne meine Töchter nüchtern nicht ertragen hätte. Bist du eigentlich sehr einsam? Das tut mir Leid. Aber noch mehr Leid tust du mir, wenn du die Zeit verpasst hast und es für dich zu spät ist. Top Five: Jessica Falzoi, 2 Kinder; Madonna, 2 Kinder; Jürgen Vogel, 4 Kinder; Mary Wollstonecraft, 2 Kinder; Johnny Depp, 1 Kind (Autor Peter Unfried, 2 Kinder; d. Red.)."
                  In den USA haben sich die Kinderlosen angesichts der zunehmenden Diskriminierung zur Bewegung der Kinderfreien zusammengeschlossen.
                  Elinor BURKETT hat mit "Baby Boon" die Singlefeindlichkeit des familienfreundlichen Amerika auf die Agenda der öffentlichen Debatte gesetzt. In Deutschland steht dies noch an...
 
   
  • BÖNT, Ralf (2002): Was die Generationen verbindet.
    Vorschlag zur Güte: Kann man bitte über Rente und Generationengerechtigkeit reden, ohne auf jeden Prozentpunkt hinterm Komma zu achten? Jedenfalls sind die Zielvorgaben der heute Vierzigjährigen weniger materiell dominiert als die ihrer Eltern,
    in: TAZ v. 27.11.
 
     
     
     
   
  • TOST (2002): Nachrichten vom gelben Gefühl,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 27.11.
    • Inhalt:
      Tost ist die Nörgelei der Feuilleton-Revoluzzer leid und schreibt:

                  "Der Neid (...) hat die Grenzen der Klassen und Generationen übersprungen, er ist universal und unübersichtlich geworden. In ihm verbirgt sich weniger eine Forderung nach Gleichheit als vielmehr das blöde Gefühl, demnächst oder möglicherweise bald zu kurz zu kommen, also nicht clever genug bei der anstehenden Verteilung der Güter zu sein. (...). Und weil der Neid nun auch zu einem Gefühl der Besserverdienenden geworden ist, rivalisieren immer mehr Neidische um den Status als Opfer – und Opfer ist immer der, der jeweils spricht. Denn so wird Interessenpolitik, wird Lobbyismus für sich selbst betrieben. Nicht nur der Geiz, auch der Neid ist geil.
 
     
   
  • DRIBBUSCH, Barbara (2002): Karriere ja - aber später.
    Wegen ds beruflichen Drucks schieben viele Frauen das Kinderkriegen auf ein zu enges Zeitfenster zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr - es ist notwendig, das zu entzerren,
    in: TAZ v. 26.11.
    • Inhalt:
      Single-dasein.de berichtete bereits anlässlich der TIME-Titelgeschichte vom 15.04.2002 über die US-amerikanische Debatte, die das Buch "Creating a Life: Professional Women and the Quest for Children" von Sylvia Ann HEWLETT auslöste. Nun ist die Debatte auch bei der TAZ angekommen.

                  DRIBBUSCH referiert zuerst pflichtgemäß die feministische Kritik von Garance FRANKE-RUTA (The American Prospect vom Juli 2002), um anschließend den Grundgedanken von HEWLETT zu verteidigen.
                  DRIBBUSCH kritisiert das Grundmuster der "späten Mütter" im Akademikermilieu und plädiert für die frühe Mutterschaft und späte Karrieren. Als "Role model" präsentiert sie die jetzige Familienministerin Renate SCHMIDT.
 
   
  • RULFF, Dieter (2002): In der elendigen Ironiefalle.
    Im historischen Moment der Vereinigung wollten die "89er" weniger einen politischen Traum verwirklichen als vielmehr ihr privates Glück. Nun versucht Susanne Leinemann, diese Generation abseits aller Klischees zu beschreiben und zu verteidigen,
    in: TAZ v. 26.11
 
     
   
  • KILB, Andreas (2002): Die Plünderer der Rentenkassen.
    Wie die Regierung eine Generation ausplündert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.11.
    • Kommentar:
      Jeder darf mal! Heute ist Andreas KILB an der Reihe über den Rentenkompromiss zu mosern. 

                  Er verkürzt das auf die beliebte 68er-Schelte und klammert wohlweislich die BARING-Generation der Flakhelfer aus, die ebenfalls von der Anhebung der Rentenbeiträge profitiert.
                  In Anlehnung an Gustav SEIBTs Logik der Generationengerechtigkeit schreibt er:
                  "Aus der Anfangsphase der Französischen Revolution gibt es eine berühmte Karikatur, auf der ein Bauer einen Kleriker und einen Aristokraten auf seinem tief gebeugten Rücken trägt. Inzwischen gibt es keine drei Stände mehr, aber das ständische Modell ist wieder im Schwange. Diesmal schleppt ein Erwerbsstand, dessen Kräfte immer erkennbarer schwinden, einen von Jahr zu Jahr an Umfang und Gewicht zunehmenden Genußstand."
                  Danach gibt es noch einen Abstecher ins alte Ägypten, um hinzuzufügen:
                  "Wie dort die unermeßlich angewachsene Priesterkaste der Zukunft des Landes ihre eigene vorzog, finanzieren heute die Kinder von Marx und Coca-Cola die blühenden Landschaften ihres Ruhestands durch Schröpfung ihrer Nachkommen."
                  Zum Abschluss noch ein tiefer Blick in die Abgründe der Neuen-Mitte-Psyche:
                  "Wir stehen am Beginn einer Epoche gesellschaftlicher Beunruhigungen, von deren Form und Ausmaß wir noch keine Vorstellung haben."
 
     
   
  • FRIEDRICH, Julia & Reinhard MOHR (2002): Aufstand vor dem Kühlschrank.
    Depressive Unruhe sucht die krisengeplagte Schröder-Republik heim: Künstler und andere Intellektuelle Sympathisanten von Rot-Grün bekunden ihre Enttäuschung oder rufen gar zur Revolte auf. Sturm im Wasserglass oder Mobilisierung der Zivilgesellschaft?
    in: Spiegel Nr.48 v. 25.11.
 
   
  • NUTT, Harry (2002): Alle Wetter.
    Nörgeln im Kulturkampf
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.
    • Inhalt:
      NUTT diagnostiziert:
      "Kultur, Politik und Wirtschaft befinden sich gleichermaßen in einer Legitimationskrise. Aus sich heraus vermögen die gesellschaftlichen Teilsysteme derzeit weder Werthierarchien zu schöpfen noch Funktionslogiken zu entwickeln. Die Kanäle zu wechselseitiger Befruchtung sind verstopft. Was zuletzt als Sinnkrise der bundesrepublikanischen Aufstiegsgesellschaft gelesen wurde, erweist sich Strukturkrise ihrer Eliten."
 
   
  • WELZER, Harald (2002): Eine Gesellschaft in Angst und Verunsicherung.
    Harald Welzer über die Befindlichkeiten der Deutschen und die Folgen für eine labile Gemeinschaft in den Zeiten des grundlegenden Umbaus,
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.
    • Inhalt:
      Der Leiter der Forschungsgruppe "Erinnerung und Gedächtnis" am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Sozialpsychologe der Universität Witten-Herdecke empfiehlt zuerst Sebastian HAFFNERs Geschichte eines Deutschen, weil es u.a. "einen irritierenden Einblick in den Prozess des Umbaus einer pluralistischen in eine totalitäre Gesellschaft" ermöglicht.
                  Danach benutzt er Wilhelm HEITMEYERs neueste Studie, um sich dem Problem der "gefühlten Atomisierung" zu widmen.
                  Diesem Gefühl möchte er mit Law-and-Order-Politik entgegenkommen. Dazu rehabilitiert er MARCUSEs Begriff der "repressiven Toleranz", um ihn gegen seine ehemaligen Verwender aus der 68er-Generation zu richten, die an die Stelle des Strafens die Sozialpädagogik gesetzt hat.  
             Es stört ihn keineswegs, dass ihm "wertkonservatives Gejammer" vorgeworfen werden könnte, denn die Stabilität der Gesellschaft ist in Gefahr:

                  "Da (...) die wirtschaftliche Krise wie die des politischen Handelns inzwischen nicht mehr nur die Angehörigen des unteren Drittels der Gesellschaft trifft, sondern in Segmente der gesellschaftlichen Eliten hineinragt, da nicht mehr »nur« Ungelernte, sondern hoch qualifizierte Personengruppen wie Journalisten, Informatiker, Art-Direktoren oder Werksleiter von der Krise bedroht oder bereits erfasst sind, wird sich die Labilität in den Orientierungen gesamtgesellschaftlich weiter ausbreiten."   
 
   
  • SPIEGEL (2002): Wahlrecht für Kinder?,
    in: Spiegel Nr.48 v. 25.11.
    • Kommentar:
      Der Rheinische Merkur hat am Donnerstag wieder einmal das Familienwahlrecht propagiert, das zuvor schon die Familienministerin SCHMIDT als "Privatfrau"(!) ins Gespräch gebracht hat.

                  Singlefeinde wie Paul KIRCHHOF oder Konrad LÖW möchten damit eine antidemokratische Diktatur der Eltern durchsetzen.
                  Die grüne Kinderpolitikerin DELIGÖZ spricht sich dagegen für eine Herabsetzung des Wahlalters von 18 auf 16 aus.
 
   
  • BRODER, Hendryk M. (2002): Heitere Müßiggangster.
    Die Berliner Initiative der "Glücklichen Arbeitslosen" will die Arbeitslosigkeit vom Ruch des Unglücks befreien. Das Projekt ist mit viel Arbeit verbunden, vor allem für die Vordenker,
    in: Spiegel Nr.48 v. 25.11.
    • Inhalt:
      BRODER stellt den Vordenker der "Glücklichen Arbeitslosen" Guillaume PAOLI sowie die Philosophie der Initiative vor.
 
     
   
  • MISIK, Robert (2002): "Verfangen im Detailgestrüpp".
    Ulrich Beck, deutscher Starsoziologie, über den Fahlstart von Rot-Grün in Berlin und die Lehr, dass Konservative nicht mit dem populistischen Chaos koalieren sollen,
    in: Profil Nr.47 v. 25.11.
 
     
   
  • BLANK, Gunter & Sven BOEDECKER (2002): Der Club der fiesen Dichter.
    Eine neue Generation von US-Schriftstellern greift nach der Macht mit nicht immer feinen Methoden,
    in: SonntagsZeitung v. 24.11.
    • Kommentar
      Jonathan FRANZEN wird in Deutschland sowohl von der rechten Mitte als auch von der linken Mitte gelobt. Er ist der Dichter unserer selbstgerechten Bobokratie, d.h. dem Kampfbündnis der neoliberalen Besitzstandwahrer und -mehrer, bestehend aus alter und neuer Elite, die den Ausverkauf der Arbeitnehmergesellschaft betreibt, indem sie Junge gegen Alte und Arbeitsplatzbesitzer gegen Erwerbslose ausspielt. Sie betreiben ein perfides Spiel, bei dem alle verlieren werden und der größte Verlierer ist die demokratische Kultur in unserem Land.

                  Jedediah PURDY hat ihre Strategie am Beispiel der USA in einem lesenswerten Essay (abgedruckt im aktuellen Heft der Berliner Republik) beschrieben: 
                  "Für die Theoretiker des Washington-Konsens war die Politik der Feind, weil sie der Ort war, an dem sich so antireformerische Haltungen wie die Angst vor der Veränderung und die Anhänglichkeit an bestehende Verhältnisse Ausdruck verschaffen konnten. Williamson schlug sogar vor, Wirtschaftskrisen mit Absicht herbeizuführen, um die Ketten der Politik zu sprengen: »Sollte es sich tatsächlich als schwierig herausstellen, Beispiele dafür zu finden, dass die umfangreichen politischen Reformen, die für eine offene Markt- und Wettbewerbsgesellschaft nötig sind, zustande kommen, ohne das ihnen eine tiefe Krise vorausgeht, dann wäre darüber nachzudenken, ob solch eine Krise nicht mit Absicht herbeigeführt werden sollte, um den politischen Reformstau aufzulösen« Aus dieser Perspektive ist Politik dann nur noch in dem Maße von Interesse, wie sie der Durchsetzung der ökonomischen Logik im Wege steht."
                  Feuilleton-Revoluzzer von Konrad ADAM über Sascha LEHNARTZ bis zu Arnulf BARING versuchen in Deutschland offenbar gerade diese antidemokratische Strategie aus den Arsenalen der psychologischen Kriegsführung in die Tat umzusetzen. 
                  BLANK & BOEDECKER, die Jonathan FRANZEN vorwerfen "kaum über die Gartenzäune der wohlhabenden weissen Suburbs" hinauszublicken, beschreiben den Club der Apokalyptiker (LAU) als "Amigo-System", bei dem die Söhne wohlhabender Familien ("Bankiersprössling Rick Moody, der Anwaltsohn Dave Eggers und der einer Professorenfamilie entstammende David Foster Wallace") eine wichtige Rolle spielen: 
                  "Im Sommer 2002 erhielt Jonathan Franzen von der staatlichen National Endowment for the Arts (NEA) eine 20 000-Dollar-Unterstützung. Gedacht sind diese NEA-Stipendien für mittellose Künstler. Doch Franzen war dank seines Bestsellererfolgs und eines Hollywood-Deals längst Millionär. Wie hat er das geschafft, fragten sich erbost die übergangenen Bewerber. Die Antwort ist einfach. In der Jury sass Rick Moody."
 
     
   
  • BONDE, Bettina (2002): Die Alten sind ein Segen.
    Deutschland fürchtet die Vergreisung. Doch viele Branchen können sich über die Rentner freuen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.11.
    • Inhalt:
      BONDE hat Sönke JENS vom Forschungsinstitut PROGNOS in Basel aufgesucht. Gemäß ihrer aktuellen Studie profitieren Versicherungen, Freizeit- und Gesundheitsbranche sowie der Maschinenbau vom Rentnerparadies Deutschland.
 
   
  • HEYDEBRECK, Amelie von (2002): Die neuen Loser.
    Warum Literatur und Werbung jetzt den Reiz der Niederlage entdecken,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.11.
    • Kommentar:
      HEYDEBRECK hat die vielversprechende Marktlücke der LoserSTIL-Beratung entdeckt.

                  Sie teilt die derzeit bzw. demnächst verfügbaren Stilvorbilder in zwei Kategorien ein.
                  Richtschnur ihres Gangs durch die Loser-Haltungen ist der Roman "Leider sehen wir uns gewzungen, Ihnen mitzuteilen...Sie sind gefeuert" des britischen Literaten Graham LORD und dessen Protagonist Peter Hallam. 
                  HEYDEBRECK unterscheidet zwischen den Losern alter und neuer Schule.
                  Zu den Losern alter Schule zählt sie Peter HEIN, der z.Z. mit seiner Band "Fehlfarben" und der CD "Knietief im Dispo" die Pessimisten anspricht.
                  Dieser resignativen Punk-Attitüde - die sie als "Modell von der Stange" abwertet - stellt sie die Loser-Avantgarde der Leistungsträger gegenüber.
                  Zu ihnen zählt sie Peter FELIXBERGERs "Kunst der Entfesselung" und den "stilvollen Untergang" à la BELMONDO in "Außer Atem", denn: Zum Angsthaben ist es jetzt zu spät.« Lieber einen Neustart wagen" ist das Motto der flexiblen Menschen (SENNET). Neben diesem bürgerlichen Präferenzmodell der (leitenden) Angestellten stellt HEYDEBRECK das linksalternative Konkurrenzmodell der "Glücklichen Arbreitslosen" um Guillaume PAOLI ("Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche") und die "Neue Bescheidenheit" im Studentenmilieu, das Juli ZEH im Spiegel beschrieben hat.
                  Der Loser ist für HEYDEBRECK nur dann ein Held, wenn er seine zweite Chance nutzt:
            
      "Nur die Option, entgegen allen Erwartungen zu siegen, macht den Loser in unseren Augen sexy".
                  Damit hat HEYDEBRECK das Kündigungsmotto für alle scheidenden Frankfurter Allgemeine-Journalisten formuliert...     
 
   
  • ANK/MEC (2002): Rote und grüne Liberale.
    Die Neue Mitte lebt: als das kleine Gegengewicht zum Gewerkschaftsblock
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.11.
 
   
  • FAS (2002): "Wir bringen die Trikolore mit".
    Zum Beitrag "Freundlicher Aufruf zur Revolte" von Sascha Lehnartz erreichte uns eine große Zahl an Briefen von zumeist marschbereiten Lesern. Einige drucken wir hier gekürzt ab,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.11.
    • Kommentar:
      Kanzleramt am Samstag um 12 Uhr, ein Fotograf hat das klägliche Häufchen Protestpersonal dokumentiert, das der Feuilleton-Revoluzzer LEHNARTZ dorthin bestellt hat.

                  Im Vordergrund 3 Plakatträger - allesamt den Blick in die Kamera meidend. Sie sehen so aus, wie man sich die 30jährigen entlassenen Frankfurter Allgemeine-Journalisten vorzustellen hat. Selbst zwei Rentner - über ein Flugblatt gebückt - sind zu erkennen. Ansonsten ist es neblig trüb.
                  Ein Leser  beschwert sich, dass LEHNARTZ kein Talent zur Organisation einer Revolution hat. Ein anderer bescheinigt LEHNARTZ die "Not eines frustrierten Redakteurs". Andere haben einfach Besseres zu tun und melden sich ordnungsgemäss ab: "Leider kann ich aus für mich wichtigem Grund am nächsten Samstag nicht kommen".
                  Die Revolution im Reihenhaus findet woanders statt!
                  Zulauf hatte dagegen der Bundespresseball. Statt Plakat tragen, ist - symbolträchtig - Zigarrerauchen angesagt.
 
     
   
  • KOENEN, Elmar J. (2002): Nach der Distinktion,
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio Berlin  v. 23.11.
    • Inhalt:
      Der Münchner Yuppiesoziologe KOENEN beschreibt die Paradigmenwechsel in der (west)deutschen Nachkriegsgesellschaft aus Sicht der Individualisierungsthese:

                  "Die (...) Rede von der »Leistungsgesellschaft« bezeichnet bereits den Übergang zu Individualisierung und »Distinktion«. Der Akzent verschiebt sich seit den sechziger Jahren von der gemeinsamen Bewältigung des Wiederaufbaus zur individuellen Leistungskonkurrenz um private Glücksgüter. Seitdem geht es vor allem um den individuellen Erfolg auf der Basis eines wieder instandgesetzten und funktionsfähigen Gemeinwesens. Damit wurde die Gesellschaft zur Bühne für die distinguierten Auftritte der Individuen.
      Jetzt, »nach der Distinktion«, ist die Spielzeit erst einmal wieder zu Ende. Wahrscheinlich muss das gesellschaftliche Theater schließen, Millionen von Selbstdarstellern werden in eine neue historische Normalität entlassen."

                  KOENEN prognostiziert die Wiederkehr der Zwangsgemeinschaft:
                  "Nach den Verunsicherungen durch die Dauerkrise von Familie, Schule und Beruf kehrt die Erinnerung an ältere, als verzichtbar geglaubte Normen zurück. Bindung, Verpflichtung, Regulierung, Normtreue, Fleiß, Leistung, Loyalität und Sparsamkeit gewinnen wieder an Plausibilität. Existenzängste, ausgelöst durch ökonomische und ökologische Krisensymptome lassen Familien, Verwandtschaften und Nachbarschaften wieder enger zusammenrücken. Die Wiederkehr alter sozialer Probleme stiftet einen Zusammenhalt, der - trotz der drohenden Kontrolleffekte - wieder als Selbstwert erfahren wird."  
 
     
     
     
     
     
       
       
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom 16. - 22. November 2002

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
    [Suche] [ Homepage ]  
   
 
   
© 2000-2007
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Stand: 20. Dezember 2007 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002