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Medienrundschau:
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News vom 16. - 23. November
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ALLMAIER, Michael (2007): Das geheime Leben der Singles.
Sie gelten als ideale Kunden und Arbeitnehmer - ledig, flexibel.
Doch manchmal sind sie auch etwas wunderlich,
in: Die ZEIT Nr.48 v. 22.11.
- Inhalt:
ALLMAIER berichtet
nicht - wie üblich - am Beispiel einer
allein lebenden Karrierefrau, sondern anhand von
Holger, dem "Ottonormalsingle", vom geheimen Leben der Singles.
Singles werden hier als Partnerlose im mittleren Lebensalter
begriffen.
Holger
lebt allein, ist karriereorientiert, isst gerne
Tiefkühlpizzas, hält sich fit, mag keine Singlefilme, macht nicht
auf, wenn es an der Wohnungstür klingelt und sucht seine Partnerin
im Internet.
Daneben
gibt es Wissenswertens, das Experten (z.B. Makler oder
Geschäftsführer eines Supermarktes in großstädtischen Vierteln mit
hohen Single-Haushaltszahlen) über Singles erzählen.
Ein
Kasten informiert über Probleme, die sich auftun, wenn man mehr
über die zahlenmäßige Verbreitung von Singles wissen möchte. ALLMAIER gibt Entwarnung, was die Vereinzelung betrifft:
"wenn
man Singles im alltäglichen Sinne verstehen will, also als
Partnerlose mittleren Alters: Es mangelt an verlässlichen Zahlen.
In Deutschland dürfte es um die 5 Millionen dieser Art Single
geben. Vieles deutet darauf hin, dass ihre Zahl auch weiter
ansteigen wird. Von einer Vereinzelung der Gesellschaft sind wir
aber noch weit entfernt. Die Singlequote verändert sich weniger
drastisch als die Weise, sie zu berechnen."
Ein
weiterer Kasten empfiehlt Bücher zum Thema:
Sasha CAGEN ("Singles aus Leidenschaft"),
Karl Otto HONDRICH ("Weniger
sind mehr"), Stefan HRADIL ("Die
Single-Gesellschaft"), Eva JAEGGI ("Ich
sag' mir selber guten Morgen"), Jean-Claude KAUFMANN ("Singlefrau
und Märchenprinz"), Bernd Kittlaus ("Die
Single-Lüge"),
Richard SENNETT ("Der
flexible Mensch") und Helge TIMMERBERG ("Timmerbergs
Single-ABC").
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DÜCKERS, Tanja (2007): Die Heidi Klums vom Prenzlberg.
Stars und Prominente, die wie Ursula von der Leyen Kinder und
Karriere verbinden, geben das aktuelle Rolemodel ab. Erfolgreich im
Beruf und im Familienleben zu sein, ist zu einem Anspruch geworden,
der Frauen zunehmend unter Druck setzt. Die Berliner Fotoausstellung
»Geht nich, gibt’s nich« zeigt berufstätige Mütter, die im Job, auf
der Party und in der Küche die berühmte gute Figur machen,
in: Jungle World Nr.47 v. 22.11.
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BISKY, Jens (2007): Komm in die totgesagte Arbeitswelt und schau.
Haben sich etwa die Konflikte ins Innere, ins Ich verlegt? Gibt es
überhaupt noch das normale Schuften in der Industrie oder im
Einzelhandel? Siebzehn deutsche Schriftsteller besuchen die
Werktätigen der Gegenwart und beschreiben ihr Tun, ihre Erwartungen,
ihren Verzicht auf Erfüllung,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 20.11.
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MANGOLD, Ijoma (2007): Klassenkampf in der Schießbude.
Herr über tausend Schubladen, Opa Konstantin und eine Rotzgöre:
Dietmar Dath führt in seinem Roman "Waffenwetter" die Hilfstruppen
der Verschwörungstheorie in den letzten Kampf des Kommunismus,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 20.11.
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DRIBBUSCH, Barbara (2007): Chancen für kleine Männer.
Singlefrauen mit Hochschulabschluss müssen nur ihr "archaisches
Beuteschema" überwinden, dann finden sie leichter einen Mann.
Behauptet ein Ratgeber - und empfiehlt die "Drei-Kategorien-Liste",
in: TAZ v. 20.11.
- Inhalt:
Barbara DRIBBUSCH beschäftigt sich mit einem
neuen Ratgeber für Single-Frauen:
"Ob
die Sache stimmt, weiß ja keine. Aber das Gerücht wird gerne
schaudernd weitergegeben - dass nämlich beruflich erfolgreiche
Frauen oft keinen Mann finden und deshalb einsam, kinderlos und
unglücklich sind. Zwar gibt es auch den Gegenbeweis nicht, dass
tolle Männer auf Hartz-IV-Empfängerinnen fliegen, aber egal. Die
neueste Lieferung zum Thema kommt von einem Münchner
Psychotherapeuten."
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OESTREICH, Heide (2007): Kinder müssen auf Geld warten.
Die ursprünglich für 2009 vorgesehene Kindergelderhöhung wird
voraussichtlich um ein Jahr verschoben. Auch beim Betreuungsgeld für
daheim erziehende Eltern bahnt sich ein Aufschub an: Merkel will die
Einigung mit der SPD vertagen,
in: TAZ v. 19.11.
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GAULAND, Alexander (2007): Zweifel an der Moderne.
Verachtung jedweder Tradition, Gender-Mainstreaming, Plattenbauten,
industrieller Massenmord: Viele Erscheinungsformen der Moderne werfen
grundsätzliche Fragen nach deren Legitimation und Humanität auf,
in: Welt v. 19.11.
- Anmerkungen:
GAULAND sieht die Gegner der Moderne durch die
Bücherpreis-Rede von
Martin MOSEBACH im Aufwind:
"Martin
Mosebach hat mit seiner Fastgleichsetzung des
nationalsozialistischen Massenmords mit dem jakobinischen einen
Tabubruch begangen, der wie alle Tabubrüche auch eine neue Freiheit
verheißt, nämlich neu nachzudenken, ob diese Moderne wirklich
alternativlos ist ".
GAULANDs
Predigt ist jedoch nur an die Gemeinde der sowieso schon Überzeugten
gerichtet. Es ist eher das Pfeifen im dunklen Walde. Worthülsen wie
"Gendermainstreaming" werden in den Kulturkampfring geworfen, aber
eine inhaltliche Auseinandersetzung, die auch Nicht-Überzeugte
ansprechen könnte, unterbleibt.
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MÜLLER, Kai (2007): Kampf dem Rohling.
Sie haben Swing und gute Manieren: Wie eine junge Generation von
Jazzsängern den Schwiegersohn-Pop erfindet,
in: Tagesspiegel v. 17.11.
- Inhalt:
"Immer mehr
Jazzsänger verlassen ihre Nische, um im Mainstream-Pop Fuß zu
fassen. Wenn sie so gut aussehen wie Cincotti, Michel Bublé, Roger
Cicero oder Til Brönner, gelingt ihnen das problemlos. Als smart
guys machen sie eine gute Figur: Sie haben Swing, gepflegte Manieren
und oft einen Borsalino-Hut auf dem Kopf – und sie schauen beim
Singen ihr Publikum an. Während der Jazz als Lebensentwurf
schwindet, kultivieren sie den Typus des Schwiegersohn-Pop. Man kann
eigentlich nichts gegen sie haben, außer dass die falschen Leute sie
auch mögen",
erläutert MÜLLER einen neuen Trend in der
Musikbranche.
Angefangen
hat dieser Image-Wandel des Mainstream-Pop gemäß MÜLLER im
Jahr 2001 - also in jenem Jahr - als auch die weniger Mutigen
das
Ende der Spaßgesellschaft
forderten:
"Die
Stunde Null schlug 2001, als Robbie Williams mit »Swing When You’re
Winning« den Reiz des Imagetransfers demonstrierte: Aus dem
Pop-Hallodri und notorischen Teenie-Rüpel wurde binnen weniger Takte
ein seriöser Kulturbotschafter. Sein virtuelles Duett mit Frank
Sinatra lieferte das role model für den
Versuch, der Popmusik Charme und Reife zurückzugeben, sie aus dem
Korsett der Jugendlichkeit zu befreien."
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JÄHNER, Harald (2007): Ich träume glühend von Gepäck.
Mit 18 Jahren Unternehmer: Hans Falladas "Ein Mann will nach oben"
in der Berlin-Bibliothek,
in: Tagesspiegel v. 17.11.
- Anmerkungen:
JÄHNER stellt das Buch "Ein Mann will nach
oben" von Hans FALLADA vor, das im wilhelminischen Deutschland und
der Weimarer Republik spielt.
Der
Schriftsteller gilt u.a. so unterschiedlichen Romanautoren wie
Wilhelm GENAZINO und
Jörg FAUSER als einer der Fixsterne
ihres Werkes. Der Germanist Helmut LETHEN hat FALLADAs Roman als
Beispiel für die neusachliche Literatur
analysiert.
Die
Hauptfigur, das Waisenkind Karl Siebrecht, wäre heute wohl Mitglied
der digitalen Bohème. Im Laufe seines Aufstiegs spielen
Lebensabschnittsgefährtinnen eine Rolle:
"Zunächst
erobert Karl nicht Berlin, sondern das Herz der vierzehnjährigen
Rieke, die ganz allein den Haushalt für ihre kleine Schwester und
ihren lebensuntüchtigen Vater schmeißt. Rieke ist eine Weddinger
Rotzgöre, wie sie kein Dialektforscher besser erträumen könnte. Sie
hat »jenügend Vastehste im Koppe«, um die komplexesten Sachverhalte
kontern zu können. In Berlin muss man schimpfen können, weiß sie,
und behauptet mit dem Blick der Näherin, dass vornehm von fein und
fein von dünn käme: »Und dünn toogt nischt, dünn reißt imma!«
Diese
Einsicht nützt nichts in Liebesdingen; Karls nächste Frau ist Kind
reicher Eltern. Sturzbetrunken fällt sie vor dem Nachtclub »Weiße
Maus« in sein Taxi. Auch später macht sie nicht viel Worte. Hertha
Eich trägt Bubikopf. Sie entscheidet, sie investiert, sie macht den
ersten Schritt. Und sie entzieht sich stets mit einer
Entschiedenheit, die kein Widerwort erlaubt. Karl Siebrecht wäre nun
angekommen im modernen, mondänen Berlin, wenn nur Hertha ihn nicht
immer mit seiner Kleinstädtischkeit aufziehen würde. Geschämt wird
sich nur in Schrimm und Schroda, sagt sie, (ihr Ausdruck für
Posemuckel) als Karl sich nichts von ihr schenken lassen will."
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RUTSCHKY, Michael (2007): Im krausen Kopf der Schauerromantik.
Auf Erden war Heinrich von Kleist bekanntlich nicht zu helfen.
Hatte er jemals Geschlechtsverkehr? War er schwul? Was trieb er in
Würzburg? Alles wissend, aber deutungsscheu: Die Biografien von
Gerhard Schulz und Jens Bisky klären die letzten Geheimnisse des
Dramatikers lieber nicht auf,
in: TAZ v. 17.11.
- Inhalt:
War Heinrich von Kleist ein
Absolute Beginner, fragt sich
Michael RUTSCHKY angesichts zweier
Biografien:
"Außer
dem Liebesbrief an Pfuel deutet nichts auf Kleists Homosexualität.
Dass er mit der schwärmerisch angeschriebenen Wilhelmine von Zenge
Geschlechtsverkehr hatte, ist sehr unwahrscheinlich. Hatte er
überhaupt jemals Geschlechtsverkehr? Oder fällt womöglich diese
Frage auf denjenigen zurück, der sie stellt, und verrät bloß seine
Anhänglichkeit gegenüber den Theorien eines gewissen Sigmund Freud,
der dem Sexualleben einer Person die Wahrheit über sie ablesen
wollte?"
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BERTH, Felix (2007): Ein teures System.
Wer profitiert von 10 Prozent mehr Kindergeld? Die Kinder der Armen
bestimmt nicht - sie müssen von Hartz IV leben. Steinbrücks
Verweigerung der Kindergeld-Erhöhung ist vernünftig,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.11.
- Anmerkungen:
Am Donnerstag stellte der Deutsche
Kinderschutzbund, einer der Lobbyisten in Sachen Familie, seinen
"Kinderreport 2007"
vor.
Elternlobbyist
Jürgen BORCHERT ist einer der Mitverfasser, der den
Konflikt Eltern gegen
Kinderlose forciert.
Felix
BERTH verteidigt in seinem Kommentar die Ablehnung einer
Kindergelderhöhung mit der Begründung, dass dieses Geld als
Investition in die Kinderbetreuung besser angelegt ist.
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FAHRION, Georg (2007): Armut ist auch ein Gefühl.
Laut "Kinderreport 2007" ist die Kinderarmut in Deutschland –
trotz guter Konjunktur – extrem gestiegen. Der Hauptgrund: Während
für die Alterssicherung die Gesellschaft als Ganzes gerade steht,
tragen die Kosten für die Kindererziehung allein die Eltern,
in: Tagesspiegel v. 16.11.
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VALGOLIO, Damiano (2007): In der Armutsfalle.
Trotz des Aufschwungs steigt die Zahl der Kinder aus mittellosen
Familien drastisch. Dennoch sagen acht von zehn Kindern, sie seien
glücklich. Experten werten das als Schutzbehauptung,
in: Berliner Zeitung v. 16.11.
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- HOHLBEIN, Ulrich (2007): Kein Schwein ruft
an,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.11.
- Inhalt:
Anlässlich des Erscheinens von biografischen
Notizen, die der neuerdings
gehypte Untergangsprophet Oswald SPENGLER
hinterlassen hat, merkt HOHLBEIN an:
"Plötzlich
enthüllt sich der hartgesottene Weltensammler, der als
scharfrichterliche Instanz Tristan den letzten Schlussstein
abendländischer Kultur nannte, als Stubenhocker, kleine Seele,
angstgebeutelt, die sich umsonst nach Diskussionen mit ebenbürtigen
Seelen sehnt. Sein herzerweichendes Hauptproblem salopp in heutiges
Lamento übersetzt: »Kein Schwein ruft mich an; keine Sau
interessiert sich für mich.« Aber die peinvollen Ergüsse in
pubertärer Studentenstube stammen von 1913/19! Die souveräne
Leuchtkraft seines Groß-Opus konnte den Breitwand-Professor nicht
über einen empirisch ausbleibenden Freund hinwegtrösten."
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METZLER, Marco (2007): Die Mechanismen virtueller Beziehungsnetze.
Menschliche Beziehungen im Zeitalter des Social Networking,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.11.
- Inhalt:
Marco METHLER wendet die
Long-Tail-These in Verbindung mit
der Netzwerktheorie auf Social Network Sites (SNS) wie MySpace oder
Facebook an:
"Mit
Hilfe des Internets wird die Kapazitätsbegrenzung des physischen
Netzwerks teilweise aufgehoben, weshalb das Gehirn eine viel
grössere Zahl an flüchtigen «Nischenbekanntschaften» verwalten kann.
Dies könnte erklären, wieso Menschen ihr Beziehungsnetz in SNS
deutlich über 150 Personen steigern können, ohne dass die Qualität
des Netzwerks darunter leidet."
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Zu den News
vom 07
- 15. November 2007
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