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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 21. - 25. Oktober 2003

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Ich kenne eine Frau, die wäre lieber aus falschen Gründen mit einem Mann zusammen als aus richtigen Gründen allein - das kommt, weil sie Angst hat, Angst vorm Verlassenwerden, vor dem Alleinsein. Dabei entsteht aus der Angst erst Einsamkeit und daraus letztendlich auch die Freiheit. Zu deprimierend? Nein, überhaupt nicht. Zu oft und vor allem zu lange habe ich meine Zeit mit Menschen verbracht, die mir furchtbar egal waren (...). Gerade in meinem Alter scheint es so ein Zwang zu sein, sich in die Gesellschaft zu begeben, Menschen kennen zu lernen (...). Ich kenne welche, die leben seit Jahren in Partnerschaften und sie sind einsam. Ich kenne welche, die haben viele Freunde und sie sind einsam. Ich kenne Nachtlebenmenschen, die gehen ständig aus und sind einsam. Angst zuzulassen bedeutet also auch, die Einsamkeit hinzunehmen, sie zu ertragen, sie als das zu akzeptieren, was sie ist, was sie sein sollte: der Ort, an dem wir alleine sind, von dem wir beginnen - der Ort von dem aus alles möglich ist."
(Matthias Kalle in "Verzichten auf", 2003, S.216)
 
       
   
  • Der singlefeindliche Bericht:
    BEISE, Marc (2003): Kinderlose müssen zahlen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.
    • Kommentar:
      "Immer mehr Menschen haben keine Kinder, jedenfalls in Deutschland", behauptet BEISE. Beweisen kann er dies jedoch nicht.
                Es existieren keine genauen Zahlen, sondern nur Schätzungen und selbst die neuesten Zahlen sind immer schon veraltet. Und von welchen Kinderlosen spricht unser Singlefeind eigentlich? Von Kinderlosen im biologischen Sinne (gebären und zeugen), sozialem Sinne (erziehen), rechtlichem Sinne (adoptieren, erziehungsberechtigt sein), im ökonomischen Sinne (mit Kindern im gleichen Haushalt leben). Um nur einige Definitionsmöglichkeiten zu nennen.
                Für BEISE gibt es jedoch weder ein Zahlen- noch ein Definitionsproblem, schließlich vertritt er ja ein genau umrissenes politische Interesse:
                "Kinderlose sollen nach dem Willen von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) künftig beim Beitrag zur Pflegeversicherung einen Aufschlag zahlen; es geht um einige Euro. Wobei im Unterschied zu manchen Plänen das Wort kinderlos bitte wörtlich genommen werden muss: Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind, sind deshalb nicht kinderlos; sie haben ihre Erziehungsleistung bereits erbracht".
                BEISE suggeriert hier, dass es in der öffentlichen Debatte um lebenslang Kinderlose geht. Darum geht es aber gerade nicht und schon gar nicht bei Ulla SCHMIDT.
                Das Missverständnis das BEISE hier bewusst produziert erklärt sich aus seinem Plädoyer für den SINN-Vorschlag:
                "In der Pflege soll diese seit Einführung des Systems offensichtliche Fehlkonstruktion nun offenbar korrigiert werden – bei der Rente ist es nicht minder nötig. Entweder man spaltet auch hier die Beitragssätze, oder man folgt etwa dem Vorschlag des Münchner Ökonomen Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, der die Rente nach der Zahl der Kinder staffeln will. Das ist ein kluger Gedanke",
      findet BEISE und verschärft gleich noch das SINN-Modell:

                "Sinn will die Normalrente bei drei Kindern ansiedeln, für jedes Kind weniger gäbe es Abschläge – bis maximal 50 Prozent." Bislang galt dagegen selbst beim Singlefeind SINN eine Normalrente bei zwei Kindern.
                BEISE ficht es nicht an, dass dieser Vorschlag jenseits aller Realisierbarkeit liegt, denn die Finanzierungsgrundlage wäre für ein solches Rentensystem nicht gesichert.
                Außerdem widerspricht sich BEISE offensichtlich, denn Eltern mit einem Kind oder zwei Kindern sind nicht Kinderlose, d.h. es müssen doch wieder Eltern höher belastet werden.
                Es bleibt dabei, auch bei BEISE lügen sich Eltern in ihre eigene Tasche.  
 
   
  • MÜLLER, Lothar (2003): Deutschland sucht den Polarstern.
    In einer Gesellschaft ohne wahre Helden wie Dylan oder Cash verbleibt nurmehr: die übliche Prominenz. Eine kleine Soziologie unserer so kleinen Skandale,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.
    • Kommentar:
      Kulturpessimist Lothar MÜLLER findet wie Onkel Heinz den Ausschaltknopf nicht.
 
     
   
  • WALTER, Franz (2003): Selbstgenügsam und pausbäckig.
    Die SPD implodiert - und der Nachwuchs der "Generation Berlin" sieht seelenruhig zu,
    in: Welt v. 25.10.
    • Kommentar:
      Der Politikwissenschaftler Franz WALTER widmet sich u.a. dem Schicksal der Single-Generation, die in der SPD keine Heimat fand und deswegen bei den Grünen und in der CDU landete:

                "Die 1950er-Jahrgänge hatten (...) nie eine Chance, in der SPD nach vorn oder oben zu kommen.
      Und so gingen die politischen Köpfe des linken Spektrums dieser Generation bekanntlich zu den Grünen. Mit Helmut Schmidt und dessen Atompolitik hatte das alles vermutlich gar nicht so recht zu tun. Die 1950er-Jahrgänge waren vielmehr blockiert. Der öffentliche Dienst, der 1978 die Schotten dicht gemacht hatte, nahm sie nicht mehr auf. Die SPD, der sie eigentlich zuneigten, brauchte sie auch nicht. So schufen sie sich die Grünen.
      Und weil die »Generation Trittin« in den frühen Jahren noch rüde und extremistisch auftrat, weckte das im verängstigten konservativen Jungbürgertum der gleichen Generation ganz ähnliche zugespitzte Gegenreaktionen. Starke Identität lebt schließlich von ebenso starken Feinden und Gegnern. Und so bekam die CDU, im Unterschied zur SPD, einen schlagkräftigen Nachwuchs auch aus den 1950er-Kohorten: Eben die Herren Koch, Wulf, Merz, Müller and so on.
      "
                Mit den 1960er Jahrgängen der SPD hadert WALTER:
                "Aus dieser Generation haben es einige in den Bundestag geschafft, haben sich zu einem »Netzwerk Berlin« zusammengetan. Anfangs firmierten sie als »Generation Berlin«. Doch bösartige Interpreten sprachen immer von »Generation Pausbacke«. Denn irritierend war tatsächlich die pausbäckige Selbstgenügsamkeit und Selbstzufriedenheit der SPD-Nachwuchsgruppe. Auch in dieser Zeit des Niedergangs der Partei hat man nicht den Eindruck, dass die sozialdemokratischen Enkel-Nachfolger aufgewühlt, erregt, voll Tatendrang wären.
      Ihnen reicht offenkundig, dass sie in aller Ruhe durchrechnen können, wer vor ihnen steht und wer von hinten drängt. Kaum jemand natürlich.
      "
                Das eigentliche Problem sieht WALTER jedoch nicht im drögen Generation Berlin-Nachwuchs, für den die wertkonservative Susanne GASCHKE bezeichnend ist. Ihr hervorstechendes Merkmal: Politik erschöpft sich in identitätspolitischen Abgrenzungskämpfen gegen die 68er und die Generation Golf.
                Das eigentliche Problem ist für WALTER vielmehr der Abschied von der Aufstiegsorientierung jenseits der Schlaffi-Mitte:
                "Einst hatte sich die Kraft der sozialdemokratischen Anführer aus den Aufstiegsenergien der qualifizierten Facharbeiterschaft gespeist. (...). In den 1970er-Jahren erreichte dann diese Schicht endlich ihr Ziel. Sie avancierte durch Aufstieg über Bildung zur »neuen Mitte«. Der Eifer erlahmte daraufhin, der Ehrgeiz brannte nicht mehr. Die Zurückgebliebenen der Unterschicht indessen koppelten sich resigniert ab. Dort sind Aufstiegsenergien, ist der Drang nach gesellschaftlicher Partizipation nicht mehr zu finden. Eben deshalb verliert die SPD Wahlen; und eben deshalb fehlt der SPD auch der kraftvolle, zielorientierte, brutal nach vorn drängende Nachwuchs von unten."
 
     
     
   
  • Der lesenswerte Artikel:
    KERSCHER, Helmut (2003): Bußgeld für Kinderlose.
    Umbau der Pflegeversicherung. Wer keinen Nachwuchs hat, wird sich auf einen höheren Beitrag für die Pflegeversicherung einstellen müssen als Eltern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.10.
    • Kommentar:
      Manchmal geschehen selbst in der drögen SZ noch Wunder!

                KERSCHER rollt noch einmal den Fall des BVG-Pflegeurteils vom April 2001 auf. Er berichtet sachlich über die weitreichenden Folgen, die sich aus der Argumentation des Bundesverfassungsgerichts ergeben.
                Die bevölkerungspolitische Argumentation der Verfassungsrichter hat u.a. zur Folge, dass nur jene Kinderlosen belastet werden, die sich nicht wehren können, weil sie Beitragszahler sind:
                "Der Gesamtbeitrag der Eltern bestehe aus Geldbeitrag plus Kindererziehung, während die Kinderlosen nur zahlten. Das Urteil ging also davon aus, dass die Kinder der jetzigen Beitragszahler – zum Beispiel die zehn des Klägers – in die Pflegeversicherung einzahlen werden. Privat Versicherte wie Beamte oder Selbstständige tun dies nicht, für Arbeitslose zahlt das Arbeitsamt."
                Zum anderen ist die vielfach erhobene Behauptung, dass Kinderlose die Pflegeversicherung teuer zu stehen kommen, empirisch nicht belegbar:
                "Der stets mitschwingende Vorwurf des Schmarotzertums gegen Kinderlose erhielt in einem zentralen Punkt aber wenig Nahrung: Die Ausgaben für kinderlose Pflegebedürftige waren bei stationärer Pflege nicht, bei ambulanter Pflege kaum höher als die für Pflegebedürftige mit Kindern. "
                Die Pflegeversicherung ist in erster Linie eine Einrichtung zur Entlastung der mobilen Mittelschicht. Nicht Kinderlosigkeit, sondern Mobilität und die Gleichberechtigung der Frau erfordert die Institution der Pflegeversicherung.
                Im Schlussteil kommt KERSCHER auf einen Punkt zu sprechen, der bei single-dasein.de bereits im Thema des Monats September ausführlich behandelt worden ist:
                "Eher beiläufig stand ein Satz im »Müller-Urteil«, der jetzt in der Renten-Debatte eine Rolle spielt. Die Bedeutung des vorliegenden Urteils »werde auch für andere Zweige der Sozialversicherung zu prüfen sein«, hieß es. Die Befürworter höherer Rentenbeiträge oder niedrigerer Renten für Kinderlose können sich auf diese Bemerkung stützen."
 
   
  • GUTSCH, Jochen-Martin (2003): Zukunft ist für alle gut.
    Reformen, Kommissionen und Rezepte alter Männer. Anmerkungen eines Dreißigjährigen,
    in: Berliner Zeitung v. 24.10.
    • Inhalt:
      GUTSCH kann sich nicht entscheiden und den Prognostikern glaubt er auch nicht mehr. Was dann noch bleibt?

                "Man kann überall lesen, dass der größte Umbruch des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg bevorsteht. Eine Art Revolution, ein heißer Herbst. Er findet bisher in Hotels statt. In Kongresszentren. Auf Parteitagen und in Fernsehstudios. Hinter großen Türen.
      Als es noch keine Reformen gab, gab es die neue Mitte. Ich wusste nie genau, wo sie lag und was sie bedeutet, aber das wusste niemand. Die neue Mitte war ein Ort, an dem man sich nicht zu entscheiden brauchte. Alle waren dabei. Man konnte SPD wählen, FDP, CDU, die neue Mitte war jeder. Sie war ein Ausdruck dafür, dass sich die Parteien kaum noch unterschieden. Dass die Inhalte nicht wichtig waren. Wahrscheinlich wird die neue Mitte jetzt endgültig untergehen, sie wird sterben. Die Linien sind klarer geworden. Entscheidungsmuster, die ich kaum noch kenne, kommen wieder zum Einsatz. Arm und Reich. Oben und Unten. Die Frage nach der Gerechtigkeit, die jetzt auch eine Frage der Generationengerechtigkeit ist. Alt und Jung.
      "
 
   
  • MERTENS, Mathias (2003): Waren wir was?
    Untergang der Deutschland AG. Ein Gespräch mit Constantin Gillies über die Nachwirkungen der New Economy,
    in: Freitag Nr.44 v. 24.10.
    • Inhalt:
      MERTENS denkt schon mal an den überüberübernächsten Hype aus dem Geiste der Nostalgie:
                "wer weiß, vielleicht werden Gillies´ Erzählungen in ein paar Jahren wieder herausgekramt, weil die Versager von heute morgen in den Vorstandsetagen und Aufsichtsräten sitzen und sich ihrer Anfänge vergewissern wollen. Dann lesen sie sich wie die Flakhelfer- oder die Straßenkampf-Literatur der Vorgängergenerationen. Vielleicht gibt es dann die Retro-Welle mit Asahi-Bier, iMacs und Comdirect-Depots. Im Kino läuft die Verfilmung mit Heike Makatsch als Snacker-Gründerin Sima von Hoensbroech, Moritz Bleibtreu als der Heavy-Metal-hörende Business-Plan Frisierer von Cybergene und Till Schweiger in einer Gastrolle als der geheimnisvolle Nemax. Jürgen Teipels Punk-Chronik Verschwende deine Jugend ist schließlich auch so ins Kino gekommen."
 
   
  • HERMES, Manfred (2003): Schule der Erbarmungslosigkeit.
    Brecht als alter Knochen. Lars von Triers Film "Dogville" lässt sich an sämtliche aktuellen Diskussionen von Asylrecht bis zu Sozialabbau anschließen,
    in: Freitag Nr.44 v. 24.10.
    • Kommentar:
      Tout le monde spricht über Lars von Trier, auch HERMES:

                "Keine Frage, Dogville ist ein intensiver, wagemutiger und äußerst souverän auftretender Film. Es gibt keine aktuelle Diskussion, die sich hier nicht anschließen ließe: Sozialabbau, Kapitalismuskritik, europäischer Anti-Amerikanismus, Fragen nach Souveränität und Ausnahmezustand, Ausbeutung, Menschenwürde und Menschenrecht. Aber das hat auch seine unheimlichen und finsteren Seiten. Wieder einmal zeigt sich Lars von Trier höchst fasziniert von gnadenlos engherzigigen Gemeinschaften und einer alttestamentarischen Moral. Aus bäuerlicher Knappheit - »bald werden hier Leute auftauchen, die noch weniger haben als wir« - macht er das Modell für ein soziales Leben, das nur den Gesetzen von Druck und Hierarchie gehorcht und immer bereit ist, sich durch den Ausschluss anderer zu definieren."
                In der FAS vom 19. Oktober sprach Lars von TRIER über das Kino als Höllenort:
                "Ein Film muß weh tun wie ein Stein im Schuh. Es gibt doch keinen anderen Grund, ins Kino zu gehen. Wenn man was Schönes erleben will, ist Sex dazu besser. Oder Kanufahren".
                Da war Jürgen THEOBALDY in "Sonntags Kino" noch ganz anderer Meinung.
 
   
  • ADAM, Konrad (2003): Ungerecht,
    in: Welt v. 24.10.
    • Kommentar:
      "Mit ihrem Vorhaben, den vom Bundesverfassungsgericht geforderten Mehrbeitrag von Kinderlosen zur Pflegeversicherung auch von solchen Eltern einzuziehen, deren Kinder das Haus bereits verlassen haben, bleibt die Bundesregierung hinter den Auflagen des Gerichts weit zurück", moniert Konrad ADAM, der sonst eigentlich in Sachen Singlefeindlichkeit dem Richter Jürgen BORCHERT folgt.
                Sozialpopulismus und Doppelmoral gehören zusammen:
                Sie sprechen gerne undifferenziert von Kinderlosigkeit, nur wenn es plötzlich konkret wird, dann ist ihnen der weite Kinderlosenbegriff plötzlich doch nicht so recht, dann kennen sie plötzlich Eltern, deren Kinder außer Haus leben.
                Solange das Ausmaß der Kinderlosigkeit beschrieben wird, greifen dieselben Journalisten gerne auf Zahlen zurück, die keine Unterscheidung treffen zwischen lebenslang Kinderlosen und Kinderlosenhaushalten.
                Die Verlogenheit verdankt sich u.a. dem Sachverhalt, dass Kinderloser inzwischen ja auch ein Synonym für Rentner geworden ist.
                Während jedoch eine Schlagzeile "Rentner werden belastet" zu einem unüberhörbaren Aufschrei führt, muss bei der Schlagzeile "Kinderlose müssen mehr zahlen" mit keinerlei Widerstand gerechnet werden, auch wenn die gleiche Personengruppe gemeint ist.  
 
   
  • KOMMERELL, Kathrin (2003): Er hat mir nie Blumen gebracht.
    Venus und Marx: Eva Illouz hat ein melancholisch-kluges Buch über das Schicksal der Liebe geschrieben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.10.
    • Inhalt:
      "Was wäre unsere Werbung, unsere Warenwelt ohne die Energie der Liebesutopie, mit der sie die Waren zu Sehnsuchtsobjekten auflädt, zum abrufbaren Traum?
      (...). Wie halten es die Kinder und Kindeskinder von Marx und Coca-Cola mit der Liebe? Es wird fleißig weiter geliebt, nur anders. Aber wie anders? Da wird es erst eigentlich interessant. Das wusste Eva Illouz (...) und schrieb ein Buch darüber" weis KOMMERELL zu berichten.

                Gegen Schluss geht die Rezensentin auch auf die soziale Ungleichheit in Liebesdingen ein:
                "Eva Illouz stellt einleuchtend dar, wie Liebende aus der Mittel- und oberen Mittelschicht dabei privilegiert sind: Ihnen stehen nicht nur durch ein höheres Einkommen und mehr Freizeit die Konsum-Mittel zur Verfügung, ihr Liebesverhältnis rituell zu erneuern. Sie verfügen auch über eine höhere »kulturelle Kompetenz« und damit über ein größeres Repertoire, besonders über den Weg des Redens ihre Liebesutopie mit dem Alltag zu verweben. Die soziale Ungleichheit, die daraus erwächst, ist ein Preis, der im Kapitalismus zu zahlen ist."
 
     
   
  • STOCK, Ulrich (2003): Wie man in Deutschland mit Sexualität umgeht.
    Vom Swingerclub bis hin zum Altersheim: Ex, einst verdrängt wird heute von vielen einfach genossen. neue Probleme schaffen Werbung und Medien mit ihrer zwanghaften Dauerlust,
    in: Die ZEIT Nr.44 v. 23.10.
    • Kommentar:
      "Der Lehrerberg braucht einen neuen Schülerberg, und Sie und ich wir wollen nicht die einzigen geblieben sein, die ihr Scherflein zur Sicherung des versorgten Alters beigetragen haben - kurzum, das deutsche Volk muß wieder wachsen. Wei nun soll dies am besten zu erreichen sein? Wie, frage ich Sie
      (...) soll der deutsche Mann wieder in die Betten gebracht werden? (...).
      Nun, denkbar ist folgendes: wir bringen seine Ängste auf den gesellschaftlich anerkannten Punkt. Wir sagen: Sexualität ist ein schrecklicher Irrtum einer entfesselten sexualneurotischen Mafia gewesen. Wir geißeln die Folgen dieser Enthemmung: Gefühllosigkeit, Bindungsarmut, Unfruchtbarkeit, schleichender Wahnsinn. Wir verbieten fürderhin, im Namen der Volksgesundheit, die Sexualität in Wort, Bild und Schrift zu verbreiten oder für sie zu werben. Wir schicken sie ins dunkle Reich des Geheimnisses zurück, von dannen sie kam. Derart schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: der Mann muß nicht mehr, solo kann er. Der Mann darf nicht mehr, also will er: denn nichts macht heißer, als das, was verboten ist. Wir steigern damit die Fruchtbarkeit, wir steigern den Zuwachs des deutschen Volkes, wir schicken mehr Kinder in die Schulen, wir sichern uns ein goldenes Alter".

                Dieses Zitat stammt von dem Kabarettisten Matthias BELTZ und findet sich in Cora STEPHANs "Ganz entspannt im Supermarkt. Liebe und Leben im ausgehenden 20. Jahrhundert".
                Im Jahr 1985 als dieses Buch erschien, da war gerade der Geburtentiefststand im Westdeutschland der 80er Jahre überwunden.
                Was sich seitdem am Diskurs über die "Sexualisierung der Öffentlichkeit" geändert hat, das lässt sich anhand des  Zeitartikels testen.
 
   
  • GREINER, Ulrich (2003): Bücher vor Gericht.
    Kunstfreiheit ist kein Freibrief für Vertrauensverrat,
    in: Die ZEIT Nr.44 v. 23.10.
    • Kommentar:
      Ulrich GREINER schreibt gegen den Bedeutungsverlust der eigenen Zunft an:

                "Andy Warhols Versprechen im Ohr, jeder könne zehn Minuten ein Star sein, ergreift ein Volk von Exhibitionisten jeden Strohhalm des Ruhms, sei es als Bewerber um den Posten des „Superstars“, als Studiogast in einer Ehekrisen-Show oder als Alleinunterhalter vor der Web-Kamera. Die Einschaltquote und das Zählwerk der Homepage beweisen, dass die Mühsal nicht vergeblich war. Wem Tausende oder gar Millionen zuschauen, der kann nicht bedeutungslos sein. Ich werde gesehen, also bin ich." Und man muss in Bezug auf die Feuilletonisten hinzufügen: Ich werde gelesen, also bin ich...
 
   
  • OESTREICH, Heide (2003): Mutti war die Beste!
    Im zarten Alter von 50 Jahren dehnt sich die deutsche Familienpolitik von der reinen Mutti-Förderung erstmals auch auf die Kinder aus. Noch 50 Jahre, und sie entdeckt auch noch den Vati. Ein Glückwunsch zum heutigen 50sten,
    in: TAZ v. 23.10.
    • Kommentar:
      Damit der nächste PISA-Test besser ausfällt, hat die TAZ alle 14 westdeutschen Familienminister  aufgelistet. Darunter gab es nur drei Männer, alle CDU-Mitglieder.
 
   
  • MESSMER, Nicole (2003): Kaufen, kaufen, kaufen!
    Die Werber haben die Kids als kaufkräftige Klientel entdeckt. Die Verbraucherschützer wollen die jungen Konsumenten nun vor falschen Versprechen aus Schlaraffia bewahren,
    in: TAZ v. 23.10.
    • Kommentar:
      "
      Kinder und Jugendliche geben anders als viele Bürger immer mehr statt weniger Geld aus. Im letzten Jahr verfügten die 6- bis 19-Jährigen über eine Kaufkraft von 20 Milliarden Euro - ein Viertel mehr als noch Ende der Neunziger und immerhin 1.800 Euro pro Kind und Jahr. Dementsprechend hoch ist der Druck der Werbewirtschaft auf die Kids", berichtet MESSMER.
                Dies steht im krassen Gegensatz zur Behauptung der Sozialpopulisten, dass hierzulande generell Kinderarmut herrscht.
                Offenbar lassen sich Familien nicht generell zu den Verlierern zählen, genauso wie sich Singles nicht generell unter die Wohlstandsgewinner subsumieren lassen.
 
   
  • Der lesenswerte Artikel:
    BERGER, Ulrich & Christoph STEIN (2003): Die Baby-Boomer in Deutschland.
    Ein herbes Schicksal bis zur Rente,
    in: Telepolis v. 22.10.
    • Kommentar:
      Die Autoren verweisen zwar in ihrem Beitrag nicht auf single-dasein.de, aber sie benutzen Argumente, die seit langem auch auf diesen Seiten vertreten werden.

                BERGER & STEIN klären über den Mär des Geburtenrückgangs auf, den Professor Peter KRAFT auf seinen Seiten ausführlich behandelt.
                Der privaten Altersvorsorge stehen sie kritisch gegenüber, da sie die Probleme auch nicht besser lösen kann als das bewährte Umlageverfahren.
                Mit Detlef GÜRTLER stimmen sie darin überein, dass nicht die Demografie die Wirtschaft, sondern umgekehrt die wirtschaftliche Entwicklung das demografische Schicksal beeinflusst:
                "Die Demografie ist kein Schicksal, sie ist eine Herausforderung, die gemeistert werden kann - oder auch nicht. Große demografische Schwankungen haben zwar wirtschaftliche Auswirkungen, aber die wirtschaftlichen Konjunkturen determinieren am Ende die demografischen."
                Einen demografisch begründeten Handlungsdruck angesichts der gegenwärtigen Krise des Sozialsystems verweisen die Autoren ins Reich der sozialpolitischen Demagogie:
                "Ein demografisch begründbarer Handlungsbedarf zur Stabilisierung der Rentenkassen entsteht erst ab 2025 und das auch nur, wenn die unsicheren und umstrittenen Prognosen zur Geburtenrate und zur Lebenserwartung richtig sein sollten."
 
   
  • JUNGLE WORLD-Thema: Work Hard, Die Young.
    Abbau des Sozialstaats.
    Das Kapital ist hungrig, und der Staat füttert es eifrig. Der ideale Untertan schuftet, bis er 70 ist, und tritt dann flott ab. Weil die Profite ständig wachsen sollen, muss ab sofort auf eigenes Risiko gelebt werden. Niemand ist besser dafür geeignet, auch noch die schlimmsten Grausamkeiten durchzusetzen, als die rot-grüne Regierung

 
   
  • HERRMANN, Ulrike (2003): Gebildete Rentner verlieren 59 Euro.
    Die Regierung
     streicht Schul- und Hochschulbildung aus der Rentenzumessung. Der Verlust für Westrentner: maximal 59, für Ostrentner: maximal 52 Euro. Versicherer vermuten, dass Rentner bis 2007 noch nicht einmal Inflationsausgleich kriegen,
    in: TAZ v. 22.10.
    • Kommentar:
      Das Studium unattraktiver zu machen, das ist - in traditioneller Sicht - konsequente Bevölkerungspolitik.

                Ulrich BECK und die Individualisierungstheoretiker haben frühzeitig darauf hingewiesen, dass dies ein zentraler Angriffspunkt für die Refeudalisierung der Familie ist. Man könnte damit den demografischen Faktor durch die Hintertür einführen. Sind nicht Akademikerinnen gerade jene, die überwiegend ganz auf Kinder verzichten?    
 
   
  • FEDDERSEN, Jan (2003): Fröhlich auferstanden aus Ruinen.
    Neid auf die Renten heutiger Pensionäre sei ungerecht, heißt es. Immerhin hätten die Alten Deutschland wiederaufgebaut,
    in: TAZ v. 22.10.
    • Kommentar:
      FEDDERSEN leistet wie BRUNS Aufklärungsarbeit  an der Rentnerfront und kann deshalb sogar
      Philipp MIßFELDER  etwas abgewinnen, denn dieser rückte
      "
      nur eine gewisse Lebenslüge der Bundesrepublik zurecht: dass aller Wohlstand in den Fünfzigern begründet worden sei, dass unsere Fettlebe auf den Knochen der heute Gebrechlichen erarbeitet wurde.
      (...).
      Die Wahrheit ist, dass die heutigen Rentner globalisierungsarm schuften konnten. (...).
      Die Fuffziger - das war die deutsche Partygesellschaft in ihrer Urszene."
                Die 50er werden gerne als "golden Age of marriage" hervorgehoben, so auch von FEDDERSEN:
                "Noch nix war postmodern, dafür fast alles traditionell. Nur Ehen und Familien gab es, in denen Mutti zu Hause blieb und Vati malochte. Diese deutschen Verhältnisse hörten irgendwann auf, Mitte der Sechzigerjahre."
                Vaterlose Familien, Kriegsheimkehrer, Kriegerwitwen, Onkelehen, italienische Scheidungen usw., das existiert in der nostalgischen Rückschau nicht mehr. Offenbar war die Praxis postmoderner als es die Geschichtsschreibung zulässt...
 
   
  • PLATEN, Heide (2003): Aber zur 6. Stunde sollst du ruhen.
    Jürgen Manneck und sein Kampf für die Fünf-Stunden-Woche.
    Er schreibt und referiert, er verlegt und diskutiert. Unter dem Pseudonym "Darwin Dante" streitet Jürgen Manneck für seine Utopie: Er will die Arbeit Maschinen überlassen, Überproduktion beseitigen und dann noch notwendige Arbeit auf freiwilliger Basis verteilen. Ein Anarchist im besten Sinne also,
    in: TAZ v. 22.10.
 
     
   
  • BUHR, Elke (2003): Mandy und der schwarze Vogel.
    Der Sound junger Melancholiker: Benjamin Leberts zweiter Roman "Der Vogel ist ein Rabe",
    in: Frankfurter Rundschau v. 22.10.
    • Inhalt:
      "
      Ist das der Sound der Jugend? Ist das, noch einmal nach dem Hype, die Kurzweil des Pop als Roman? Doch dieses Stocken klingt nicht vor allem jung, dieses Hecheln nicht nach Großstadthektik; Benjamin Leberts Sätze transportieren vielmehr die Kurzatmigkeit der Melancholie. Schwer wiegen die Worte, bedeutungsvoll reiht sich Satz an Satz: Es geht um alles. Beziehungsweise, um einen Zustand, in dem es immer um alles zu gehen scheint, und der als literarisches Sujet eine umfangreiche Geschichte hat: Die männliche Adoleszenz und die mit ihr einhergehenden Probleme mit der Welt, dem Ich, Gott und vor allem den Mädchen", meint BUHR.
 
   
  • DI FABIO, Udo (2003): Die Grundlagen der Gemeinschaft.
    Der Sozialstaat ist überspannt: Er gefährdet die soziale Gerechtigkeit. Auch unser Verfassungsverständnis muß der neuen Herausforderung angepaßt werden. Gerade unsere Grundrechtsinterpretation hat aus der Sicherheit einer wohlhabenden und stabilen staatlichen Gemeinschaft heraus manche Blüte getrieben, die den Blick auf die Grundlagen verdeckt,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.10.
    • Kommentar:
      Der Verfassungsrichter DI FABIO verteidigt nicht die vertikale (soziale Ungleichheit), sondern nur die horizontale Gerechtigkeit (Ungleichheit der Lebensformen).

                Dies steht im Einklang mit Positionen von Jürgen BORCHERT und Hans-Werner SINN, die Kinderlose - unabhängig von ihrer sozialen Lage - gegenüber Haushaltsfamilien benachteiligen wollen:
                "Die gesamte Sozialpolitik muß dem Umstand Rechnung tragen, daß Kinderlose mit Erwerbseinkommen weit größere Möglichkeiten zu freiem Konsum oder gerade auch zur Altersvorsorge besitzen als vergleichbare Einkommensbezieher mit Kindern. Wer das Rentenniveau senkt, weil die Beitragszahler weniger werden, sollte dies gebührend berücksichtigen".
 
   
  • LEITHÄUSER, Johannes (2003): Silver-Surfer und Junggebliebene.
    Rentner sind schwer zu mobilisieren,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.10.
    • Kommentar:
      Zum Artikel gibt es eine Karikatur. Dabei geht es um die Gründungsveranstaltung einer Selbsthilfeorganisation. An der Wand prangt ein abgewandeltes RAF-Symbol, das für die "Rentner-Armee-Fraktion" steht.
  • KÜPPER, Mechtild (2003): Wilmersdorfer Witwen sind Folklore.
    Das Beispiel Berlin: Vielen Rentnern geht es nicht schlecht,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.10.
 
   
  • KÄMMERLINGS, Richard (2003): Vom Ruhr- ins Bleistiftgebiet.
    Mahlzeit: Henrik Hieronimus erzählt Stories aus der Produktion,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.10.
 
   
  • DETTLING, Daniel (2003): Damit der Adler wieder fliegen kann.
    Welche Reformen müssen nach den Reformen kommen? Welche Leitbegriffe brauchen wir?
    in: Welt v. 22.10.
    • Kommentar:
      Daniel DETTLING grenzt sich einerseits gegen die alte Elite ab, nur um andererseits das Vokabular der Elite der 68er-Generation übernehmen zu können:

                "Eine neue Politik definiert drei Begriffspaare neu: Individualisierung und Teilhabe, Freiheit und Fairness, Selbstbestimmung und Nachfragerdemokratie.
      Individualisierung und Teilhabe oder »Nutze Deine Freiheit, aber trage auch die Folgen«."

                Der Individualisierungsbegriff täuscht darüber hinweg, dass Organisationen, Familienclans und die soziale Herkunft über die Chancen des Einzelnen bestimmen.
                In der postmodernen Klassengesellschaft werden die Besserverdienenden die Individualisierungsfreiheiten nutzen, während im Niedriglohnsektor die Folgen der Individualisierung getragen werden. Das ist die schöne neue DETTLING-Welt...
 
     
   
  • TAZ-Brennpunkt: Nullrunde für Rentner

    • WINKELMANN, Ulrike (2003): "Zuwanderer haben zu wenig Gewicht".
      Demograf Ralf Ulrich erklärt, warum Zuwanderung das Alterungsproblem auch nicht mehr lösen wird,
      in: TAZ v. 21.10.
    • HERRMANN, Ulrike (2003): Generation Sparschwein.
      Das Bild vom "Teneriffa-Rentner" stimmt nicht, aber arm sind deutsche Senioren auch nicht gerade,
      in: TAZ v. 21.10.
      • Kommentar:
        Der Generationenkrieg findet nur in der Öffentlichkeit statt, privat herrscht Generationenfrieden:

                  "Insgesamt erbringen die Rentner jährliche Leistungen von etwa 40 Milliarden Euro, schätzt der Berliner Soziologe Martin Kohli - das entspricht einem knappen Fünftel der jährlichen Ausgaben der Rentenkassen.
        (...).
        Vom Sparwillen der Rentner profitieren jedoch nicht alle Nachfahren gleichermaßen. (...). Die ungleiche Verteilung von Vermögen ist jedoch eine soziale Frage zwischen Arm und Reich. Einen »Generationenkrieg« gibt es nicht - sondern starke Familienbande, wie Rentner tagtäglich beweisen, indem sie ihre Kinder und Enkel beschenken
        "
 
   
  • BRUNS, Tissy (2003): Mythos Gerechtigkeit.
    Debatte über die Rente
    in: Tagesspiegel v. 21.10.
    • Inhalt:
      BRUNS stellt uns Unwissenden die generationsspezifischen Mythen über die Renten vor:

                "der Rentner-Mythos ist von Politikern und im gesellschaftlichen Bewusstsein noch gehegt und gepflegt worden, als er mit der Wirklichkeit nicht mehr in Einklang zu bringen war. Nicht ohne Folgen. In allen jüngeren Generationen sind darüber eigene Mythen entstanden. Die mittleren, beruflich etablierten Altersgruppen pflegen ihren heimlichen Groll. Aus ihren hohen Beiträgen werden die gut situierten Rentner finanziert, während die Auskunft der Rentenkasse über ihre eigene Rente höchst fragwürdig ist und die schönen privaten Lebensversicherungen mächtig nach unten knicken. Die Generation unter 40 Jahren fühlt sich komplett betrogen. Sie erwartet für sich selbst nichts mehr aus der gesetzlichen Rente; sie hält sich mit der privaten Vorsorge aber ebenso zurück wie mit dem Kinderkriegen. Und so haben alle ihre jeweils eigene Ausrede, warum es alles nichts werden kann"
 
   
  • WEHINGER, Brunhilde (2003): "Madame, Lesen Sie den Roman nochmal".
    Was hat Houellebecq mit Zola gemeinsam? Rita Schober, die Grande Dame der Berliner Romanistik, will es wissen,
    in: Tagesspiegel v. 21.10.
    • Inhalt:
      Rita SCHOBER hat sich in ihrem neuen Buch "Auf dem Prüfstand. Zola - Houellebecq - Klemperer" mit dem französischen Autor Michel HOUELLEBECQ auseinandergesetzt:

                 "Die Wirkung von Romanen, die individuelle Schicksale und drängende Probleme der eigenen Gesellschaft vergegenwärtigen, hat Rita Schober schon immer fasziniert. Eine zentrale Frage, die sie sich seit vielen Jahren stellt, lautet: Welche Wahrheit vermittelt uns ein Roman im Unterschied zur Geschichtsschreibung oder zur Philosophie? Im Werk Houellebecqs entdeckte Rita Schober eine aufschlussreiche Analyse der zeitgenössischen Wirklichkeit. »Die Romane Houellebecqs«, bemerkt sie, »haben das Format eines Gesellschaftsromans in der Tradition der großen französischen Romane des 19. Jahrhunderts. Houellebecq hat eine literarische Sprache gefunden, die der Analyse unserer Gesellschaft, die sich aus der Sicht des Autors in einem katastrophalen Zustand befindet, auf einzigartige Weise gerecht wird.«"
 
   
  • SIEMS, Dorothea (2003): Die Rente ist unsicher.
    Die Generation der 40-Jährigen muss sich jetzt Gedanken machen, wie sie ihr Leben im Alter finanzieren will. Faustformel: Sechs Prozent des Gehalts zurücklegen. Aber wie?
    in: Welt v. 21.10.
 
   

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Zu den News vom 11. - 20. Oktober  2003

 
       
   
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