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Medienrundschau:
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News vom
11. - 15. Oktober
2004
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Zitat
des Monats:
"»Um die
Erfinder neuer Werte dreht sich die Welt« - so kündet Friedrich
Nietzsche ostinat im Zarathustra. Jesus hat die soziale
Innovation der Nächstenliebe in die Welt gebracht. Die Hingabe
für Clan, Volk, Reich und Führer, die gab es lange schon. Doch
Mitgefühl und Fürsorge für den Nächsten, Blutsunverwandten - das
war neu. Die Provokation, alle Menschen seien vor Gott gleich,
bezog sich keineswegs auf das Jenseits. (...).
Doch das Gebot der Nächstenliebe gerät in Konflikt mit dem
Darwinismus des Marktes. (...). Nicht Mitleid, sondern
Verachtung für die Schwachen und Armen, die Verlierer und
Ausgesonderten der Märkte, greift um sich. (...). Reichtum ist
Synonym für Leistung und Verdienst. Das muß nicht mehr im
Einzelfall nachgewiesen werden, sondern wird unterstellt.
(...).
Streichung und Kürzungen von Sozialleistungen firmieren als
»Anreize zur Stärkung der Eigenverantwortung«. Die Kürzung von
Arbeitgeberbeiträgen zur Rentenversicherung wird verkauft als
»Beitrag zur Generationengerechtigkeit«. Die Freistellung der
Arbeitgeber vom hälftigen Anteil an wesentlichen
Krankenversicherungsleistungen (...) wird als Reform zur
Beitragssenkung vermarktet. (...).
Schon finden sich Forscher, die das Mitgefühl mit jemandem, der
nicht zum Clan gehört, als genetische Störung erkannt haben
wollen."
(Peter Ungut
"Die Agonie des Sozialen" in
Kursbuch 157 Die große Entsolidarisierung, S.11-31) |
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FACTS-Titelgeschichte:
Ewige Liebe.
Ein Traum trotzt der Wirklichkeit |
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BINDER, Christiane (2004): Was die Liebe zählt.
Die Gesellschaft wird der
Ehe untreu. Das Verlangen nach ewiger Liebe hingegen wächst. Was
kann das grösste aller Gefühle retten – serielle Monogamie, das
Ideal unserer Grossväter oder gar eine Pille?
in: Facts Nr.42 v. 14.10.
- Inhalt:
Alte Werte sind angesagt bei BINDER, nur mit
dem Wie happert es noch!
Was Deutschland das
Ehemodell STOIBER ist, das ist der Schweiz das Modell BLOCHER: 37
Jahre lang mit der selben Frau verheiratet.
Ansonsten gibt es das Übliche:
Scheidungszahlen. Zu hoch! Horst W. OPASCHOWSKI, der
Sozialpädagoge wird mit seinem "Ende der Egogesellschaft" zitiert.
Die Autorin mag ihm jedoch nicht folgen.
Außerdem werden die
Paartherapeuten Michael MARY und Eva JAEGGI sowie der Paarforscher
John GOTTMANN zum Stand der Dinge zitiert.
Der Dichter Gottfried KELLER
("Der grüne Heinrich") wird als Ehe-Feind vorgestellt.
Rolf DEGEN ("Vom höchsten der
Gefühle") liefert tierische Erkenntnisse, die offensichtlich auch
für den Menschen relevant sein sollen: "Stiere (...) weigern
(sich), oft diesselbe Kuh zu besteigen".
Und nicht zuletzt muss
die TV-Serie "Sex and the City" herhalten für einen
Paradigmenwechsel vom Single- zum Ehe-Glück:
"der
Mensch ist offenbar auch nicht dazu gemacht, allein durchs Leben
zu gehen. Das Wort Single ist mehr denn je Synonym für den
Suchenden. Es bezeichnet einen bedauernswerten halbierten
Menschen, der ungesund isst und sonntags einsam im Café hinter
seiner Zeitung hervor nach Anbandelungsmöglichkeiten späht.
Anfangs haben TV-Erfolge wie «Sex and the City» das Ledigenleben
noch verklärt, doch langsam wirkt die Querbett- Gymnastik eher wie
ein Extremsport, der eine sündhaft teure Ausrüstung erfordert.
Allein was die vier fidelen New-Yorker Grossstadtjägerinnen für
therapeutische Schuhkäufe ausgeben, grenzt ans Pathologische.
So darf die Hauptfigur Carrie – Prototyp der modernen Frau, die
sich nimmt, worauf sie Lust hat – zum Happyend der laufenden
Staffel im Hafen der Ehe ankern."
-
FACTS (2004): "Ein bisschen schämen".
Bestsellerautorin Ildikó
von Kürthy über Beziehungsratgeber, ihre eigene Ehe und das seltsame
Wesen mit den Nasenhaaren,
in: Facts Nr.42 v. 14.10.
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NIEJAHR, Elisabeth (2004): Mehr Wohlstand für alle.
Die Deutschen werden weniger.
Das ist kein Grund zur Panik, sondern auch eine Chance,
in: Die ZEIT Nr.43 v. 14.10.
- Kommentar:
Bislang galt es als Elitenkonsens der Neuen
Mitte, dass eine schrumpfende Bevölkerung Wohlstandsverluste
bedeutet,
Elisabeth NIEJAHR hält dagegen:
"Dass
der Wohlstand eines Landes durch eine sinkende Einwohnerzahl
gefährdet werden kann, ist eine vergleichsweise neue Sicht der
Dinge. Die Geschichte lehrt eher das Gegenteil. Ein besonders
drastisches Beispiel sind die Pestepidemien des ausgehenden
Mittelalters. Ganze Landstriche wurden entvölkert, Hunderttausende
starben. Grundstücke und Ackerflächen verteilten sich auf weniger
Köpfe, pro Person wurde mehr Kapital gebildet, der Lebensstandard in
Europa stieg.
Wirtschaftshistoriker haben die Pest im Nachhinein als eine der
Voraussetzungen für die Entstehung des Frühkapitalismus bezeichnet.
Und meistens haben Ökonomen später ähnlich argumentiert: Schnell
wachsende Bevölkerungen galten als Gefahr für den Wohlstand eines
Landes. Und tatsächlich sind junge, kinderreiche Gesellschaften bis
heute meistens arm – Länder wie Bangladesch oder Indien sind
Beispiele dafür.
Auch in wohlhabenden Ländern ist der Zusammenhang zwischen Wachstum
und Bevölkerungsrückgang nicht so einseitig, wie häufig angenommen
wird: Einerseits haben die Menschen weniger Kinder, weil sie zu
Wohlstand gekommen sind. Andererseits geben sie weniger für die
Unterstützung ihrer Familien aus und können mehr Kapital bilden."
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JOEL, Antje (2004): Ein bisschen falsch verbunden.
Gegensätze ziehen sich an –
richtig ist aber auch: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Beide
Tatsachen führen zu der liebesentscheidenden Frage: Wie männlich darf
eine Frau heute sein?
in: Weltwoche Nr.43 v. 14.10.
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RM-SPEZIAL: Deutschland im Jahr 2020.
Geisterstädte und leere Landstriche – das
Geburten-defizit wird unser Land radikal verändern. Blick in eine
düstere Zukunft
- Kommentar:
Der Rheinische Merkur sieht sich als
Avantgarde bei der Durchsetzung einer aktiven
Bevölkerungspolitik in Deutschland,
weswegen heute Horror pur angesagt ist!
Der neokonservative Think Tank
"Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung" und dessen
Direktor KLINGHOLZ behauptet einen engen Zusammenhang zwischen
Schrumpfung und Wirtschaftswachstum.
Das Gegenteil kann
man dagegen in der heutigen ZEIT nachlesen.
- KLINGHOLZ, Reiner (2004): Abstieg in
die zweite Liga.
Einwohnerschwund nicht
ausgleichen. Der wirtschaftliche Niedergang ist programmiert,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- MEHLITZ, Johannes (2004): Kartell der
Schweiger.
Politik. Träge Parteien,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- DEGES, Stefan/FLORIN, Christiane/GLUSCHAK,
Marcel/LINNEWEBER, Silke/MOGGE, Birgitta/ZEWELL, Rudolf (2004):
Altes Land, anderes Land.
Szenarien. Wie wir
leben, wovon wir leben, was wir glauben, was wir lernen, ja sogar,
was wir singen: Die Überalterung wird das Leben in vielen Bereichen
dramatisch verändern. RM-Redakteure blicken, manchmal mit
Augenzwinkern, in eine düstere Zukunft,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- ROLOFF, Eckart Klaus (2004): Im
Würgegriff der Politik.
Demografie. Kaum eine andere Disziplin erlebte mehr Höhen und
Tiefen.
Jahrhundertelang führte die Bevölkerungslehre ein Schattendasein in
der Wissenschaft – und wurde so zur leichten Beute für skrupellose
Machthaber,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
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RM-SCHWERPUNKT: Sozialstaat wohin?
Angst geht um. Niemand will Verlierer sein bei den in
Gang gekommenen Reformen der Agenda 2010. Die Kirchen definieren ihre
Option für die Schwachen neu
- THIELMANN, Wolfgang (2004): Frische
Kleider für die Botschaft,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- HUBER, Wolfgang (2004): Den
Lebensstau auflösen.
SYSTEMWANDEL / Solidarität
soll das Ziel bleiben, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen
Kirche. Auch künftig muss der Schwächste Maßstab für Gerechtigkeit
sein. Doch die zentrale soziale Frage ist, wie die Bereitschaft zu
Kindern wächst,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- BAHRENBERG, Andrea (2004):
Stabilisierende Kräfte.
Was die Kirche leistet.
Die Christen stärken durch ihr Engagement die
Demokratie, sagt der Unionspolitiker Werner Lensing,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- THIELMANN, Wolfgang (2004): Die
Irrlehre heißt Moneytheismus.
Diakonie. Wie Hartz IV gelingen kann,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
- DEUTSCHER CARITASVERBAND (2004): Das
Netz tiefer hängen.
Dokumentation. Der
Deutsche Caritasverband will die Solidarität erhalten. Gefordert ist
eine Reform mit Augenmaß: Das Prinzip der Solidarität darf nicht
mehr überdehnt werden. Ausschnitte aus einem Perspektivpapier,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 14.10.
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STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG (2004): Rund 97 600
Lebendgeborene im Jahr 2003 - Niedrigster Stand seit 1985.
Geburtenrückgang zum größeren
Teil durch schwächer besetzte Frauenjahrgänge bedingt –
Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt eines ersten Kindes bei
29,5 Jahren,
in: Pressemitteilung des Statistischen Landesamt Baden-Württemberg v. 13.10.
- Kommentar:
Was in absoluten Zahlen dramatisch klingt, das
erweist sich bei der Betrachtung der Geburtenrate weniger
dramatisch: Trotz Geburtenrückgang ist die Geburtenrate gegenüber
dem Vorjahr annähernd gleich geblieben!
Aufgrund des immer noch steigenden
Erstgebäralters ist mit Verzerrungen (so genannten Tempoeffekten) zu
rechnen, d.h. die endgültige Geburtenrate der jüngeren Jahrgänge
könnten immer noch höher liegen als es die Querschnittsbetrachtung
(alle gebärfähigen Frauen zwischen 15 und 45Jahren werden zusammen
betrachtet) derzeit ausweist.
Meldungen über eine sinkende Geburtenrate,
wie sie von Anhängern einer aktiven Bevölkerungspolitik, kürzlich
verbreitet worden sind, lassen sich anhand der Zahlen aus
Baden-Württemberg also keinesfalls bestätigen.
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- WESTPHAL, Anke (2004): Leider gibt es
keine Voyeure im deutschen Kino.
Oskar Roehler über das
deutsche Erbe und seinen Film "Agnes und seine Brüder",
in: Berliner Zeitung v. 13.10.
- Inhalt:
Oskar ROEHLER, der demnächst den Roman
"Elementarteilchen" von HOUELLEBECQ
verfilmt, u.a. über die 68er:
"»Agnes
und seine Brüder« wird nun unterstellt, ein Bild der
Hinterlassenschaften der 68er vermitteln zu wollen. War das Ihr
Anliegen?
(...) So objektiv ich auch sein möchte - die Wurzeln meiner
Filme liegen nun mal im eigenen Erfahrungsbereich, besonders was die
Vaterfiguren anbelangt. Aus den Filmen erfährt man: Die 68-er waren
Sadisten. Die Väter haben ihre Kinder indoktriniert und
aufgefressen. Die Mütter hatten Besseres zu tun, als sich um ihre
Kinder zu kümmern. Der Schriftsteller Hans Magnus Enzenberger und
mein Vater (der Lektor Klaus Roehler, d.R.) haben sich noch ewig in
großer Runde darüber amüsiert, wie sie ihre Kinder behandelt haben:
»Dann haben wir die auf'n Kleiderschrank gesetzt und sind
weggegangen!« Ich habe mich beispielsweise mit Felix Ensslin über
diese Schlüsselerfahrung des Ausgesetztwerdens und der
Würdeverletzung ausgetauscht: Man wurde ja gleich mehrmals
gedemütigt - erst als Kind und dann musste man sich als
Heranwachsender immer wieder diese gut gelaunt vorgetragenen
Anekdoten über einen selbst anhören. Auch deswegen habe ich mich so
mit Michel Houllebecqs Roman »Elementarteilchen« identifiziert, den
ich gemeinsam mit Bernd Eichinger verfilme. Die Hauptrollen spielen
Christian Ulm, Moritz Bleibtreu und Franka Potente."
-
ZANDER, Peter (2004): "Weg mit diesem Betroffenheitskino".
Oskar Roehler über
phantasielose Kollegen, mutlose Produzenten, gelenkte Festivals und
Rainer Werner Fassbinder,
in: Welt v. 13.10.
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single TREND, Folge 1
Single-Magazin, RTL, 23:30, 12.10.2004
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SCHATZ, Holger (2004): Verschlossene Türen.
Anspruch und Wirklichkeit:
"Chancengleichheit" ist in der Politik zur gefälligen Antwort auf die
soziale Frage geworden. Was dadurch ausgeblendet wird, zeigt die
Soziologie - in dem Fach geht es um jene Mechanismen, die Ungleichheit
reproduzieren,
in: TAZ v. 12.10.
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KAUBE, Jürgen (2004): Zurück zur Ungleichheit?
Soziologentag verfehtl sein Thema,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.
- Kommentar:
Gleich vorneweg:
Jürgen KAUBE geht es - wie es
sich für einen richtigen Bourgeois gehört - nicht um soziale
Gleichheit! Das hat er bereits in zahlreichen früheren Artikeln
deutlich kundgetan.
Deswegen kann KAUBE sein Steckenpferd
reiten: die Theorie der Theorielosigkeit der Soziologie.
Angewendet auf das Thema soziale Ungleichheit schreibt er:
"Zu zeigen, ob und wie sich aus Geld-,
Karriere- und Prominenzvorteilen soziale Schichtung herstellt,
wäre soziologische Mühe wert.
Die Frage aber, wie es kommt, daß gesellschaftliche Arbeitsteilung
soziale Ungleichheit reproduziert, daß sich also wirtschaftliche
Vorteile in Bildungsvorsprünge, Gesundheitschancen oder
politischen Einfluß umsetzen, wurde kaum gestellt".
KAUBE führt soziale
Ungleichheit auf die Herkunft in Familien und die Prinzipien von
Organisationen zurück, zumindest hier ist also doch Theorie
vorhanden.
Namentlich kritisiert unser Autor die
Soziologen
Michael VESTER, Reinhard KRECKEL,
Jürgen KOCKA und
Richard SENNETT - alle keine Parteigänger des heiligen
Niklas
LUHMANN.
Gewürdigt werden dagegen André
KIESERLING, Thomas SCHWINN und Volker SCHMIDT.
Das Streitgespräch zwischen
Ulrich OEVERMANN (qualitative Sozialforschung) und Hartmut ESSER
(quantitative Sozialforschung) ist für KAUBE charakteristisch für
das Dilemma der Soziologie, die sich eher mit sich selber, statt
mit den gesellschaftlichen Problemen beschäftigt.
Aber dafür haben wir ja Jürgen
KAUBE...
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KLUY, Alexander (2004): An nichts glauben.
Der deutsche Soziologentag in München über soziale Ungleichheit,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.10.
- Kommentar:
Die Soziologie hat - um ihre verloren
gegangene gesellschaftliche Wirkmächtigkeit wieder zurück zu
gewinnen - den Wert "Gleichheit" als Zielvorstellung aufgegeben.
Deshalb gilt, was KLUY politisch korrekt formuliert:
"Es
läuft alles auf die Frage nach der moralischen Ökonomie einer
Gesellschaft hinaus, danach, wie diese Ungleichheit erträglich
gemacht oder gar akzeptiert wird."
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BRAND, Ulrich (2004): Nicht die Wähler, die Parteien verabschieden
sich.
Den Machteliten ist es egal,
wie hoch die Wahlbeteiligung ausfällt, politische und soziale
Alternativen bieten sie ohnehin nicht an,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.10.
- Kommentar:
Der Politikwissenschaftler Ulrich BRAND kritisiert -
wie bereits sein Kollege
Franz WALTER -
den selbstgefälligen deutschen Elitenkonsens.
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WERBER, Niels (2004): Mit dem Text gegen den Text.
Die Welt anders lesen heißt,
sie zu verändern. Mit seiner Methode der dekonstruktiven Lektüre hat
Derrida Routinen des Verstehens aufgebrochen,
in: TAZ v. 11.10.
- Inhalt:
Anlässlich des Todes von Jacques DERRIDA, gibt
Niels WERBER einen Einblick in die
Methode der Dekonstruktion:
"Texte derart mit ihrer internen
Widersprüche zu destruieren, um sie als Konstrukte auszuweisen, zu
denen es immer Alternativen gibt, könnte man Dekonstruktion nennen.
Sie wird mit jedem Text anders verfahren, weil jeder Text von
anderen rhetorischen und grammatischen Strategien getragen wird.
Deshalb erschöpft sie sich nie."
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BIRNBAUM, Robert (2004): Siamesische Zwillinge.
Merz und Arentz: Zwei CDU-Politiker blicken ganz unterschiedlich
auf das Land,
in: Tagesspiegel v. 11.10.
- Inhalt:
BIRNBAUM stellt die aktuellen Bücher von
Friedrich MERZ ("Nur wer sich ändert, wird bestehen")
und Hermann-Josef ARENTZ ("Sozialstaat
im Härtetest") vor.
Sein Resümee: trotz
unterschiedlicher Sprache (marktradikal contra christlich-sozial),
liegen MERZ und ARENTZ bei den angestrebten Maßnahmen gar nicht so
weit auseinander.
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SAUERLÄNDER, Willibald (2004): Die gähnende Leere inmitten der
elektrisierten Stadt.
Er liebte dieses alte, puritanische Land. Das Museum Ludwig in Köln
zeigt den Maler Edward Hopper als großen Erzähler des modernen
Amerikas,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.10.
- Kommentar:
SAUERLÄNDER bezieht die Gemälde von Edward
HOPPER auf die Stadtromane von Don PASSOS ("Manhattan Transfer") und
Sinclair LEWIS ("Main Street"), in denen das florierende Amerika vor
dem Börsencrash 1929 dargestellt wird:
"Hoppers
Gemälde teilen mit jenen Romanen die wirklichkeitsgesättigte
Thematik. Sie fangen uramerikanische Szenerien mit einem magischen
Sog ein (...). Diese Bilder »erzählen« eindringlich so wie das
amerikanische Romane tun, aber zugleich verschweigen sie alles und
wirken wie ausgestorben".
Auf
vorletzterem beruhen auch die
trendigen Interpretationen, die auf
HOPPERs Gemälden nicht den spätbürgerlich einsamen, sondern den
frühbürgerlich erwartungsfrohen Großstadtmenschen unserer Zeit sehen
wollen.
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 05. - 10. Oktober 2004
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