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News vom 11. - 17. Oktober 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Seien Sie vorsichtig bei einem Partner, der niemals wirklich allein gewohnt hat. Wenn ein Mann von der Vollversorgung im Hotel Mama direkt in die Bequemlichkeitszone bei seiner künftigen Frau zieht, dann ist das eine schwere Hypothek für eine Partnerschaft. Auch das klassische Modell einer schutzbedürftigen hilflosen Frau, die sich nach den starken Schultern eines Mannes sehnt, ist keine gute Basis für eine dauerhafte Beziehung."
(aus: Marion & Werner Tiki Küstenmacher "Simplify your love" (2006, S.43)

   
   
 
 
  • OESTREICH, Heide (2006): Familienappell im Kanzleramt.
    Die Kanzlerin verspricht ein 75-Millionen-Programm für betriebliche Kinderbetreuung und ruft Firmen zu mehr Familienfreundlichkeit auf. Allerdings zeigt eine Studie, dass flexible Arbeitszeiten den meisten Eltern nichts nützen,
    in: TAZ v. 17.10.
 
  • WOLTERSDORF, Adrienne (2006): Auf dem Schlachtfeld der Angst.
    Heute knacken die USA die 300-Millionen-Einwohner-Marke. Doch das hispanische Rekordbaby wird mit gemischten Gefühlen begrüßt. Zuwanderung, einst Beweis der Virilität und Attraktivität eines ressourcenreichen Landes, ist zum Zankapfel geworden,
    in: TAZ v. 17.10.
  • RÜB, Matthias (2006): Alle elf Sekunden ein neuer Amerikaner,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.10.
    • Inhalt:
      "
      Seit etwa zehn Jahren ist auch in der weißen Mehrheitsbevölkerung eine Trendwende zu beobachten: Es gibt immer mehr Familien mit drei oder noch mehr Kindern", behauptet RÜB. Nur Zahlen bleibt er schuldig!
 
 
  • HÖLLERER, Leni (2006): Von Jane Austen lernen heißt siegen lernen.
    Lauren Henderson rät Single-Frauen zur Natürlichkeit. Dann klappt das "Date mit Mr. Darcy",
    in: Berliner Zeitung v. 16.10.
 
 
  • FRANZEN, Günter (2006): Der Idiot der Familie.
    Seit sie den Krieg verloren, sind die Männer bei den Frauen in Mißkredit: Alles Schweine. Oder: Das schwächliche Geschlecht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.10.
    • Anmerkungen:
      Der Psychoanalytiker Günter FRANZEN ist weiter mit der Aufarbeitung seiner persönlichen Herkunftsgeschichte beschäftigt, die ihn direkt in den Schoss des Antifeminismus geführt hat.

                
       Wie Rainer PARIS ("Doing Gender") sieht er im Feminismus das Grundübel dieser Gesellschaft.
                
       Der 68er Günter FRANZEN muss sich jedoch fragen lassen, warum er nicht Ende der 70er Jahre, Anfang der 80er Jahre seine Anklage vorbrachte. Mit 30 plus hätte er manns genug sein müssen. Damals also, als der 70er-Jahre-Feminismus - zumindest in bestimmten Milieus - noch Anhänger fand.
                
       Heute dagegen, da die neue Hausfrau ausgerufen wird und "Neo-Feministinnen" der Generation Golf wie Thea DORN den 70er-Jahre-Feminismus als Sackgasse begreifen, wirken die Ressentiments von FRANZEN doch arg verstaubt.
                
       Über seinen Vater schreibt FRANZEN:
      "Er starb in einer Absteige in Konstanz an einer Überdosis Veronal, dem Vergeltungsbedürfnis seiner Frau und der Feigheit seiner Söhne".

                
       Das Vergeltungsbedürfnis der Frauen sieht FRANZEN ungebrochen weiter wirken:
                
       "von der Generation der Treckführerinnen, Trümmerfrauen und Wiederaufbauheroinen über Alice Schwarzers und Andrea Dworkins Pol-Pot-Strategie weiblicher Emanzipation in den Siebzigern bis zu den heutigen Beschwerdeführerinnen des zartbitteren Girlie-Feminismus".
                
       Die Linie der männlichen Feigheit dagegen verwandelt sich in wundersamer Weise bei den "postheroischen Generationen" in das Abhandenkommen männlicher Lust.
                
       Es gibt offenbar nicht nur einen Fall GRASS, sondern noch mehr ein Versagen der westdeutschen Männer aus der 68er-Generation. Nicht nur die Flakhelfer, auch die lautstarken 68er sind Schweiger gewesen. Ein Thema, das seiner Bearbeitung durch die Single-Generation immer noch harrt. Das zeigt nicht nur dieser Artikel von FRANZEN, sondern auch jener von Hans Christoph BUCH.
 
  • HEINE, Matthias (2006): Das Proll-Problem.
    Von der "Unterschicht" zu reden ist seit einiger Zeit wieder salonfähig, jetzt verwendet sogar der SPD-Vorsitzende diesen Begriff. Dabei geht es meist um die Frucht vor dem eigenen Abstieg,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.10.
 
  • RÜTHER, Tobias (2006): All die feinen jungen Revolverhelden.
    Der englische Schriftsteller Tony Parsons hat einen Roman geschrieben über die Nacht, in der Elvis starb - und Punk endgültig wach wurde,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 15.10.
 
 
 
  • WUTTKE, Gabi (2006): Bude: Ob Leistung zum Erfolg führt, ist unklar.
    Soziologe über Lethargie und Demotivation in der deutschen Gesellschaft,
    in: DeutschlandRadio v. 11.10.
    • Inhalt:
      Der Soziologe Heinz BUDE u.a. über die Veränderungen der Heiratsmuster und deren Folgen für die Entstehung der neuen Klassengesellschaft:

                
       "Die sozialen Milieus, was die Partnerwahl betrifft, schotten sich mehr und mehr voneinander ab. Es gibt weniger herkunftsübergreifende Partnerwahlen. Das nimmt eher zu, diese Abschottung der sozialen Bereiche voneinander. Also das wäre diese Dimension der sozialen Beziehung, die durchaus untere und mittlere Soziallagen voneinander unterscheidet. Und da gibt es eine zunehmende Tendenz, dass Leute etwa mit gleichem Bildungsstatus sich heiraten und dass man nicht innerhalb der Ehe oder Partnerschaft, die man findet, einen unterschiedlichen Bildungsstatus zusammenbringt. Das spricht auch dafür. Denn unterschiedlicher Bildungsstatus, wenn wir mal klassisch nehmen, die Frau hat etwas weniger als der Mann, das führt zu einer Motivationsstärkung für die Kinder, um Aspirationen, um Ideen zu entwickeln, wie man im Leben weiterkommen kann. Wenn sich das angleicht, wie wir sagen: homogenisiert, hat das für die Kinder auch nicht unbedingt einen Motivationsaspekt. Das muss man sehen, das findet in unserer Gesellschaft heute statt."
 
  • CAMMANN, Alexander (2006): Pornos und die "Versöhnung mit der Bürgerlichkeit".
    Schriften zu Zeitschriften: "Sinn und Form" verteidigt die Familie gegen den Feminismus, die "Neue Rundschau" schaut derweil Hausfrauenpornos,
    in: TAZ v. 11.10.
    • Anmerkung:
      Der Neobourgeois Alexander CAMMANN referiert in seiner Zeitschriftenumschau ein Interview des Medienwissenschaftlers Norbert BOLZ in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Sinn und Form.

                
       BOLZ hat als erster in Deutschland darauf reagiert, dass die Hausfrauenehe Kultstatus erlangt hat. Die Vorgehensweise hat er selber in dem Buch "Die Konformisten des Andersseins" beschrieben. Nicht mehr Schwulsein, sondern die "klassische Familie" ist auf dem Weg im "Mainstream der Minderheiten" die Führungsrolle zu übernehmen.
                
       Dank der amtlichen Single-Rhetorik ist es möglich geworden, dass sich die "klassische Familie" zur Minderheit stilisieren kann.
                
       In der Schweiz hat es die neue Hausfrau letzte Woche auf das Titelbild des Magazins Facts gebracht. Wann dies in Deutschland geschieht, ist nur noch eine Frage der Zeit... 
 
   

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Zu den News vom   05. -  10. Oktober 2006

 
 
   
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