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News vom 10. - 14. Oktober

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Probleme sind wie Goldfische - sie wachsen, wenn man sie füttert

"Weil der Halt der Konventionen fehlt, ist das Bedürfnis nach der Bestätigung der eigenen Ansichten durch den Partner heute ungleich größer als früher. Damals bestätigte die Gesellschaft dem Einzelnen, dass die Art und Weise, wie er dachte und handelte, die einzig richtige war. Heute erwarten wir diese Bestätigung vom Partner.
            (...).
Viele Paare wenden sich einander nur zu, um über Probleme zu reden, die sie miteinander haben.

            (...).
Ein Paar, das am Ende eines Tages anfängt, sich über seine Beziehung zu unterhalten und über das, was zwischen ihnen alles schiefläuft, destabilisiert die Partnerschaft. Probleme sind wie Goldfische - sie wachsen, wenn man sie füttert.

            Halten Sie es anders: Meiden Sie Problemgespräche - aber reden Sie viel miteinander. Gute Gespräche sind ein entscheidender Schlüssel für die Stabilität einer Beziehung. (...). Reden Sie (...) über alles, was Ihnen wichtig ist: Schwierigkeiten mit dem Chef, das neue Buch, das Sie gerade lesen, Auseinandersetzungen mit den Kindern. Das ist entscheidend, um sich im Alltag nicht zu verlieren".
(aus: Christian Thiel "Was glückliche Paare richtig machen", 2007, S.88f)

 
       
       
   
  • BARTELS, Gerrit (2007): Schwer, leicht, gefällig.
    Die Literatur-Branche weiß nicht, was sie will – den Publikumsrenner oder den Roman, der ins Risiko geht. Am Ende entscheiden die Leser,
    in: Tagesspiegel v. 14.10.
    • Inhalt:
      BARTELS kritisiert in seinem Buchmesse-Resümee Ulrich GREINER, kann aber mit Frauenliteratur genauso wenig anfangen wie dieser, sondern bevorzugt ebenfalls Männerliteratur:

                  "Da geht dann schon mal ein Raunen durch das Agency-Center in Halle 6.1., als bekannt wird, dass Marebuch-Verleger Nicolaus Hansen den kürzlich bei Mare veröffentlichten Kraken-Roman »Der Rote« gerade nach Amerika verkauft hat. (..).  
                  Dass »Der Rote« ansonsten kaum für Gesprächsstoff bei dieser etwas müden Buchmesse sorgt, versteht sich von selbst: Der Roman ist zu leicht zugänglich, um als echte Literatur angesehen zu werden. Anders als die Bücher von Julia Franck, Annette Pehnt oder Katja Lange-Müller, die sich dennoch in der »Zeit« vorhalten lassen müssen, zu verständlich zu schreiben und in ihrer Sprache frei von Zweifeln zu sein. »Mittlere Bücher, mittlere Gefühle«, so das Verdikt. Dabei hieß es noch vor gut zehn Jahren, die deutschsprachige Literatur müsse verständlicher werden und das Erzählen neu lernen. Und nun das! Wenn sie jedoch, von Maxim Biller bis Thomas Glavinic, ran an die Wirklichkeit geht, ist es aus den unterschiedlichsten Gründen auch wieder nicht recht.
                  Aber tatsächlich: Da wird Edelkitsch wie Francks Roman »Die Mittagsfrau« ausgezeichnet, da sind Familiengeschichten und Jahrhundertromane einmal mehr der Trend der Saison. Und Bücher wie Ulrich Peltzers »Teil der Lösung« oder Georg M. Oswalds »Vom Geist der Gesetze«, Romane, die nah dran sind an der Gegenwart, aber nicht ohne Risiko geschrieben und frei von Verquastheit sind – auf der Buchmesse sind sie kaum Thema."
 
   
  • SYLVESTER, Regine (2007): Die Warmduscherin.
    Über Freuden und Leiden im Club-Urlaub,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 13.10.
    • Inhalt:
      "Ein Freund ist mit seiner Frau sehr lange verheiratet, sie haben drei erwachsene Kinder. In diesem Sommer fuhr das Paar allein in den Urlaub, bis an die griechische Küste. Die beiden folgten nur ihrer Lust und Laune, manchmal schliefen sie an der Strecke im Auto. Alles war ohne Plan, romantisch, heiter, spontan. Wie früher.

                  Man muss das hier ein bisschen hervorheben, weil zuverlässig bekannt wurde, dass in Deutschland jede dritte Scheidung unmittelbar nach dem Sommerurlaub eingereicht wird.
                  Das kann mir nicht passieren, weil ich im Urlaub meistens allein unterwegs bin. Ich bewundere Kolleginnen, die wochenlang, ohne Begleitung, nur mit leichtem Gepäck, durch Australien, Südafrika oder Indien reisen, Länder und fremde Leute kennenlernen, Abenteuer suchen, auch Entbehrungen und Anfälle von Einsamkeit aushalten. Sie wissen nicht, was sie am nächsten Tag erwartet, und sie finden genau das gut.
                  Dagegen bin ich ein Feigling. Eine Warmduscherin. Ich bin eine Club-Urlauberin geworden", beginnt Regine SYLVESTER ihren Bericht über einen beliebten Reisetyp bei Alleinreisenden.
 
   
  • RÜHLE, Alex (2007): Väter der Karotte.
    Von Mappis, Haumäs, Mopas und Testos: Warum gibt es plötzlich so viele Bücher für Väter?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.10.
    • Inhalt:
      Alex RÜHLE echauffiert sich wieder einmal über die Kluft zwischen Geburtenentwicklung und dem Medienspektakel Elternschaft. Diesmal ist der Schreibtischvater Zielschreibe seiner Volten:

                  "Wenn man zur Zeit in die Buchläden schaut, kann man den Eindruck gewinnen, die Zahl der deutschen Väter hat sich über Nacht verdreißigfacht. Meterweise stehen da die Ratgeber für den neuen Papa, und auch die Literatur scheint das Thema ganz neu zu entdecken: Burkhard Spinnen, John von Düffel, Dirk von Petersdorff, sie alle schreiben in ihren aktuellen Büchern über Glück und Leid der Vaterschaft. Der Zahl der journalistischen Vater-Kind-Kolumnen nach müsste es in Deutschland mittlerweile mehr Kinder geben als in Indien."
 
     
     
   
  • VÖLKERLING, Jörg (2007): Kinder müssen draußen bleiben.
    Bayerischer Wirt erlässt Lokalverbot für Mädchen und Jungen unter zwölf Jahren - Die Umsätze in der "Hacienda" steigen,
    in: Welt v. 13.10.
 
   
  • KREKELER, Elmar (2007): In Justitias verkrümmten Armen.
    Georg M. Oswald sucht in Bayern nach dem "Geist der Gesetze" und findet den Stoff für einen Gerichts-Kolportage-Kriminalroman,
    in: Welt v. 13.10.
 
     
     
   
  • JÄHNER, Harald (2007): Die Johannes-B.-Kerner-Familie,
    in: Berliner Zeitung v. 12.10.
    • Inhalt:
      Harald Jähner kritisiert in einem Leitartikel den Talkshow-Rauswurf von Eva HERMAN und sieht die Motive dafür in der Infragestellung des Showbetriebs durch die bevölkerungspolitische Haltung von HERMAN:

                  "Offenbar ist es gerade ihren Kollegen aus der Witzel- und Quasselbranche besonders unerträglich, wenn sie behauptet, eine Gesellschaft, die so wenig Kinder bekommt wie unsere, sei in ihrem Inneren zutiefst unglücklich und verängstigt. Das trifft den Daseinszweck der Unterhaltungsbranche."
 
     
   
  • KNIPPHALS, Dirk (2007): Mit Buch, Handy und Rosbratwürstchen.
    Wenn Literatureuphoriker, Literaturnostalgiker und Literaturverwalter mal Pause machen,
    in: TAZ v. 12.10.
    • Inhalt:
      KNIPPHALS stellt 3 Typen von Literaturkritikern vor, die den Bücherherbst prägen:

                  "Erstens: den Literaturnostalgiker. Das ist oft ein nicht mehr junger, aber einflussreicher Kritiker, der an der Erkenntnis seiner Jugend festhält, dass mit Literatur ein existenzieller Einsatz verbunden ist. Zum Beispiel schwärmt er gern darüber, welche Entgrenzungsleistungen frühere Schriftstellergenerationen vollbracht haben, wie sie die Grenzen der Form überschritten und dabei auch noch ein wildes, freies Leben führten. Hört sich etwas klischeehaft romantisch an, aber lesen Sie mal Ulrich Greiner in der aktuellen Zeit. Das ist genau das. Die Gegenwartsliteratur ist dem Nostalgiker irgendwie unter Niveau.
                  Als zweite Rolle wäre zu besetzen: der Literatureuphoriker. Er lobt oder verreißt stets unter Hochdruck. Wenn er in der Gegenwartsliteratur nichts Rechtes findet, weicht er in die dissidente Vergangenheit aus und entdeckt einen großen Autor, der gegen das Stalinregime anschrieb. Das Bücherschreiben ist dem Euphoriker vor allem eine Tat, die gewürdigt werden muss; die Details sollen später andere klären. Das Problem des Euphorikers besteht in Frankfurt allerdings aus der Entwertung der Literaturbeilagen. Die Bücher, bei denen er in die Vollen gehen konnte, hat er ja schon vorher genau am Erscheinungstag auf den normalen Literaturseiten wegbesprochen.
                  Drittens: der Literaturverwalter. Er nimmt die Bücher, wie sie kommen, und arbeitet sich an den Romanen ab, über die allgemein geredet wird. Er ist dafür zuständig, dass hinten auf den Buchcovern immer ein paar passende Werbesprüche stehen können. Manchmal fühlt er sich wie Sisyphos und sieht zweimal im Jahr seinen Stein an neuen Bücherbergen herunterrollen. Aber dann macht er sich wieder an die Arbeit und versucht redlich, die lesenswerten Bücher aus dem Angebot herauszufiltern."
 
     
   
  • KAMMERER, Georg (2007): Experimental Sex.
    Weder bei Gott noch bei Adorno wird man Patentrezepte für das optimale Liebesleben finden. Wer die Idee der monogamen Zweierbeziehung fragwürdig findet, sollte nicht bei dieser Erkenntnis stehen bleiben, sondern sie in die Tat umsetzen und sich ans Experimentieren machen,
    in: Jungle World Nr.41 v. 11.10.
 
     
     
     
   
  • GREINER, Ulrich (2007): Mittlere Bücher, mittlere Gefühle.
    Die aktuelle deutsche Literatur wird von Handwerkerinnen bestimmt, die selten Fehler machen. Vielleicht ist das ihr größter Fehler,
    in: Die ZEIT Nr.42 v. 11.10.
    • Inhalt:
      Ulrich GREINER kann sich mehr für die Männerromane von Peter HANDKE oder Botho STRAUSS begeistern als für die Frauenliteratur einer Julia FRANCK, Katja LANGE-MÜLLER oder Annette PEHNT.
 
     
     
   
  • KEGEL, Sandra (2007): Ist das ihr Ernst?
    Vierzig Gründe, keine Kinder zu bekommen: Corinne Maier versucht, Frankreich mit einem albernen Pamphlet zu provozieren,
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 10.10.
 
   
  • MÜHL, Melanie (2007): Wer sich sicher fühlt, ist blind.
    Nie war unser Blick auf die Angst so geschärft wie im Jahr 2007. Die Liste unserer Phobien wächst jeden Tag. Eigentlich gibt es nichts, wovor wir uns nicht fürchten. Aber was bedeutet das? Und an welcher Phobie leiden Sie?
    in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 10.10.
 
     
   
  • TERKESSIDIS, Mark (2007): Kampf der falschen Minderheit.
    Der Feuilletonist Jürgen Kaube stört sich an Schwulen, Kopftuchträgerinnen und Gläubigen. Vor allem aber will er seine Privilegien behalten, 
    in: Literaturbeilage der TAZ v. 10.10.
    • Inhalt:
      Mark TERKESSIDIS rechnet in seiner Rezension des Buches "Otto Normalabweicher" mit dem Autor Jürgen KAUBE ab:

                  "Kaube ist ein Kulturkämpfer - ein Verteidiger der alten Norm der einheimischen, heterosexuellen, bärtigen Männlichkeit. Sein "Befund" ist eigentlich eine Kampfansage. Statt über die Gestaltung der Zukunft nachzudenken, wollen Leute wie er einfach ihre Privilegien behalten. Er steht dabei in der zweiten Reihe der Abwehr - in der ersten findet man etwa Frank Schirrmacher, Hans-Ulrich Jörges, Matthias Matussek und Henryk M. Broder."
 
     
   

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