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News vom 11. - 19. Oktober 2008

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Über den Gebrauch von vorgefertigten Telegrammen für Erstkontakte bei Flirt-Börsen

"»Tolle Bilder. Erzählst du mir mehr von dir?« ist eines davon. Besser als virtuelle Küsse, aber ein persönlicher Satz wäre mir lieber. Ich komme mir dabei vor, als wäre ich im Verteiler einer Massen-Mail-Aktion.
Nach dem fünfzigsten »Dein Lächeln gefällt mir, erzählst du mir mehr über dich« wird es langweilig, und ich sehe nicht mehr ein, warum ich mir die Mühe machen soll, etwas Persönliches zu schreiben. »Danke, aber ich glaube, wir passen nicht zusammen« aus der Abteilung »Vorgefertigte Antwortsätze« ist bei mir schließlich im Dauereinsatz und wahrscheinlich irgendwann nur noch in verwaschenem Hellgrau zu lesen statt in sattem Schwarz. Diese für mich klare Absage wird von der Gegenseite allerdings nicht als Nein anerkannt, sondern lediglich als Diskussionsgrundlage für Vielleicht-geht-ja-doch-irgendwas-irgendwie. Ich wechsle zum Vordruck »Danke, aber ich bin gerade dabei, jemand anderen kennenzulernen.« Der männliche Gedankengang scheint zu sein: Hier hat ein anderer gewonnen! Es ist der einzige Antwortsatz, bei dem ich sicher sein kann, dass meine etwas andere Formulierung von »Danke, ich will nicht« Erfolg hat und ich meine Ruhe."
(aus: Judith Alwin "Ins Netz gegangen", 2008, S.46)

 
       
       
   
  • MAYER, Verena (2008): Unglück im Glück.
    Sie erwartet ein Baby, und sie freut sich darauf. Doch als das Kind da ist, dreht sie durch. Jede zehnte Mutter kennt solche Depressionen. Der größte Fehler ist: darüber zu schweigen,
    in: Tagesspiegel v. 19.10.
 
   
  • POSTEL, Tonio (2008): Vertreibung aus dem Paradies.
    Semesterstart, Zeit der Notunterkünfte. Lieber wohnen Studenten im Altbau, neben Kneipen und Cafés. Dass solche Wohnungen kaum zu bezahlen sind, ist Folge der "Gentrifizierung". Die Studenten selbst sind die Pioniere dieser Entwicklung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.10.
 
     
     
   
  • HABERL, Tobias (2008): Das Geschäft mit der Berührung.
    Wir müssen ehrlich sein: Der moderne Mensch hat ein ziemlich gestörtes Verhältnis zur Nähe. Deshalb sind so einfache Dinge wie Anfassen, Berühren und Streicheln mittlerweile zu einem Geschäft geworden, mit dem eine ganze Industrie Millionen umsetzt (Und wir reden hier nicht über Sex),
    in: SZ-Magazin v. 17.10.
 
   
  • ZIELCKE, Andreas (2008): Helden und Versager.
    Die Finanzkrise verstärkt postdemokratische Tendenzen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.10.
 
     
   
  • DERNBACH, Andrea (2008): Neun Weise für Einwanderung.
    Acht Deutsche Stiftungen wollen In Zukunft einen "Sachverständigenrat für Integration und Migration“ bilden. Das neue Gremium versteht sich nicht nur als Politikberatungsagentur arbeiten, sondern will auch für das Volk arbeiten,
    in: Tagesspiegel v. 16.10.
 
   
  • GASCHKE, Susanne (2008): Die Neunmalklugen.
    Was haben sie uns nicht alles erzählt über den überlegenen Markt und die Wertlosigkeit des Staates - und was hört man nun? Dröhnendes Schweigen
    in: Die ZEIT Nr.43 v. 16.10.
 
     
     
   
  • LOICHINGER, Stephan (2008): "Tristesse Royale".
    Wenn Pop-Literaten altern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.10.
    • Inhalt:
      Was macht das popkulturelle Quintett eigentlich heute? Christian KRACHT, Alexander von SCHÖNBURG, Benjamin von STUCKRAD-BARRE, Eckhard NICKEL und Joachim BESSING sind  Angehörige der Generation Golf, die mittlerweile bereits ein Thema der Literatursoziologie ist.

                  LOICHINGER sieht in dem Gesprächsband "Tristesse Royale" den Höhe- und Schlusspunkt der Popliteratur:
                  "»Tristesse Royale« war Höhepunkt und wohl auch Schlusspunkt der so genannten Popliteratur in Deutschland. Die hatte ihren Anfang 1995 mit Krachts Debütroman »Faserland« genommen, der launischen Schilderung der Reise eines gelangweilten jungen Mannes durch Deutschland. Ihren Star hatte sie aber in Benjamin von Stuckrad-Barre.
                  Der Pastorensohn veröffentlichte zwischen 1998 und 2001 sechs Bücher. Sein Debüt »Soloalbum« mochte an Nick Hornbys »High Fidelity« erinnern und nicht gerade elegant geschrieben sein - es verkaufte sich wie wild. (...). Heute arbeitet er als Reporter für Welt und B.Z."
 
   
  • KOCH, Hannes (2008): "Die Finanzkrise hat aus Schurken Helden gemacht".
    Milliardenhilfen für die Banken? Das darf nicht die einzige Folge der Finanzkrise sein, sagt der Soziologe Ulrich Beck im SPIEGEL-ONLINE-Interview. Er fordert: Der Staat muss die Chance nutzen, die Wirtschaft endlich wieder sozial und demokratischer zu machen,
    in: Spiegel Online v. 15.10.
 
     
   
  • Niklas Luhmann - Liebe

    • GEYER, Christian (2008): Pardon, dass wir so einfältig sind.
      Was weiß man, wenn man all das weiß, was Niklas Luhmann in seinem frühen Traktat über die Liebe darlegt? Es wurde soeben aus dem Nachlass publiziert,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.10.
 
     
   
  • Jon Savage - Teenage

    • WALTER, Klaus (2008): Wen die Götter lieben.
      Jon Savage über die Erfindung des Teenagers und die Entdeckung der Jugend,
      in: Literaturbeilage junge Welt v. 15.10.
    • FRITZEN, Florentine (2008): Die Stimmen der Teenager.
      Jon Savage zeichnet ein präzises Panorama der Erfindung der Jugend,
      in: Literaturbeilage Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.10.
 
   
  • Sven Regener - Der kleine Bruder

    • TUSCHICK, Jamal (2008): Simulierte Hausbesetzung.
      Herr Lehmanns Hoffnung auf Klärung zentraler Lebensfragen: Sven Regener gelingt mit "Der kleine Bruder" mühelos der Anschluß an frühere Erfolge,
      in: Literaturbeilage junge Welt v. 15.10.
 
     
   
  • Uwe Tellkamp - Der Turm

    • KNIPPHALS, Dirk (2008): Fremd war selbst.
      "Der Turm" von Uwe Tellkamp ist mehr als der große Wenderoman, auf den so lange gewartet wurde. Es geht um die Neuerfindung eines gründlichen, genauen, sozusagen nachhaltigen und dafür ruhig gelegentlich auch etwas umständlichen Erzählens,
      in: Literaturbeilage der TAZ v. 15.10.
 
     
     
     
   
  • RABE, Jens-Christian (2008): Kein Kind, kein Mann, aber laut.
    Seit wann gibt es Teenager? Seit wann eine eigenständige Jugendkultur? Seite den vierziger oder sogar schon seit den zwanziger Jahren? Jon Savage findet den Teenager früher: "Teenage. Die Erfindung der Jugend (1875 - 1945),
    in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v. 14.10.
 
     
     
     
   
  • ROEBKE, Julia (2008): Die Hochzeit als Rettungsanker.
    Börsencrashs und Bankenpleiten lassen die Arbeitnehmer aufhorchen. Drohen bald betriebsbedingte Kündigungen? Wie kann man sich schützen?
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.
 
     
     
   

Stuttgarter Nachrichten-Serie (7):
Leben als Single

 
   
  • SCHIEKIERA, Kirsten (2008): Auch bei der Arbeit kann es funken.
    Büroflirts sind alltäglich. Wie Sie damit umgehen sollten,
    in: Welt v. 11.10.
 
   
  • GRÖBER, Anja (2008): Herbstgefühle.
    Wenn die letzten Blätter fallen: In deutschen Schlafzimmern werden ab Oktober mehr Kinder gezeugt,
    in: Welt v. 11.10.
 
     
     
     
     
     
   

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Zu den News vom  04. - 10. Oktober 2008

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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