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Medienrundschau:
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News vom
16. - 25. September 2003
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Zitat
des Monats:
"Der
kranke Alleinleidende lebt exterritorial, er ist ein doppelt
Vertriebener. Denn sein Reich, das bunte Beziehungsgeflecht der
unbegrenzten Freiheit, existiert nur jenseits von Viren und
Bakterien. Schon dauerhaft schlechte Laune schränkt den üblichen
Bewegungsspielraum empfindlich ein. Dem Single geht es nur gut,
wenn es ihm gut geht. Der Pflegefall ist ausgeschlossen."
(Reinhard Mohr in
"Generation Z", 2003, S.108) |
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STERN-Titel: Liebe, Flirt und Seitensprung.
Immer mehr Deutsche finden heute ihre Partner im Internet. Die besten
Web-Adressen - Tipps und Risiken
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- SZENT-IVANYI, Timot (2003): "Der
Generationenvertrag ist in der Kinderfrage überholt",
in: Berliner Zeitung v. 25.09.
- Inhalt:
Interview mit der 35jährigen
CDU-Landtagsabgeordneten Silke LAUTENSCHLÄGER u.a. über die
Rentenreform:
"Welchen
Schwerpunkt legt die Union bei der Reform der Rentenversicherung?
Mir geht es vor allem um eine stärkere Berücksichtung von
Kindern. Der bestehende Generationenvertrag ist in dieser Frage
überholt. Denn er baut darauf auf, dass jeder Kinder hat. Doch das
ist heute längst nicht mehr der Fall. Deshalb müssen wir bei der
Rente die Leistung derjenigen deutlich anerkennen, die Kinder haben.
Welche Möglichkeiten sehen Sie?
Meine Präferenz liegt bei einer besseren Anrechnung von
Kindererziehungszeiten. Eine Entlastung für Eltern bei den
Rentenbeiträgen kommt auch infrage, aus finanziellen Gründen wäre
das aber allenfalls als zweiter Schritt möglich."
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THEILE, Merlind (2003): Romantisch ist cool.
Die Zahl der Teenager-Schwangerschaften steigt - sind Jugendliche
verantwortungsloser? Nein, sagen Experten,
in: Tagesspiegel v. 24.09.
-
OESTREICH, Heide (2003): Zehn Jahre alt und schwanger.
Zwanzig Schülerinnen im Alter von zehn Jahren haben im vergangenen
Jahr abgetrieben - ein Phänomen, das es noch vor wenigen Jahren gar
nicht gab. Die Schulen sollen mehr aufklären, aber darunter versteht
jedes Bundesland etwas anderes,
in: TAZ v. 24.09.
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RATH, Christian (2003): Eigentlich geht es um Krippenplätze.
Rentenbeiträge: Eltern sollten so viel zahlen wie Kinderlose,
in: TAZ v. 24.09.
- Inhalt:
Christian RATH sieht in der
Rente nach Kinderzahl keine
zukunftsfähige Lösung:
"Wenn
man Geburten fördern will, ist sie sicher nicht so wirkungsvoll wie
eine gute Betreuungsinfrastruktur. Und sie bindet Mittel, die für
die Finanzierung der Kinderbetreuung wieder fehlen. Auch das
individuelle Gerechtigkeitsargument schlägt nicht durch. Eltern
bekommen nicht Kinder, weil sie die Rente sichern wollen, sondern
weil sie Lust haben, Eltern zu sein. Als Gegenleistung für ihre
Aufwendungen haben sie dann das Glück, mit Kindern zu leben.
Wer Kinder nur aus Pflichtbewusstsein oder gar aus finanziellem
Interesse zeugt, wäre doch eher ein Fall fürs Jugendamt. Das sollte
die Bundesregierung endlich klarstellen. Sonst glaubt Karlsruhe
noch, die Politik habe die vermeintlich wegweisenden Gedanken des
Verfassungsgerichts gar nicht zur Kenntnis genommen"
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Der lesenswerte
Artikel:
BUTTERWEGGE, Christoph (2003): Sozialdemokraten in der neoliberalen
Falle.
Der vielbenutzte Begriff der Eigenverantwortung kaschiert nur den
Ruf nach sozialer Verantwortungslosigkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.09.
- Kommentar:
Der Sozialwissenschaftler
Christoph BUTTERWEGGE, der im
Gegensatz zu vielen anderen nicht Kinderlose und Familien
gegeneinander ausspielt, kritisiert den sozialpolitischen Kurs der
Neue-Mitte-SPD und plädiert für einen Erhalt des Sozialstaats.
Seine
Vorstellungen einer Bürgerversicherung sind eine Absage an
neoliberale Grundrentenverfechter à la
Meinhard MIEGEL.
BUTTERWEGGE
verteidigt - da ist er mit
Norbert BLÜM einig - die
Beitragsfinanzierung. In Abgrenzung zu BLÜM plädiert er aber für
einen Abschied von der Erwerbszentrierung der Sozialversicherung:
"Es
geht darum, die spezifischen Nachteile des deutschen
Sozialstaatsmodells auszugleichen, ohne seine Vorzüge preiszugeben.
Strukturdefekte des »rheinischen« Wohlfahrtsstaates bilden seine
duale Architektur (Spaltung in Sozialversicherung und Sozialhilfe),
seine strikte Lohn- und Leistungsbezogenheit (Äquivalenzprinzip)
sowie seine Barrieren gegen Egalisierungstendenzen (im Grunde
systemwidrige Beitragsbemessungsgrenzen; Versicherungspflichtgrenze
in der Kranken- und Pflegeversicherung; partielle Freistellung
prekärer Beschäftigungsverhältnisse von der Sozialversicherungs-
bzw. Steuerpflicht). Der entscheidende Pluspunkt des Bismarck'schen
Sozialsystems gegenüber anderen, damit konkurrierenden Modellen
liegt darin, dass seine Geld-, Sach- und Dienstleistungen keine
Alimentation von Bedürftigen und Benachteiligten aus Steuermitteln
darstellen, sondern durch Beitragszahlungen erworbene und auch
verfassungsrechtlich garantierte Ansprüche."
BUTTERWEGGEs
Ansatz möchte also die Sicherheiten der alten
Arbeitnehmergesellschaft durch Ausdehnung auf Personengruppen, die
im traditionellen Modell ausgeschlossen - oder unzureichend
berücksichtigt - sind, und eine breitere Basis der Beitragszahler
zukunftsfähig machen.
BUTTERWEGGE
schlägt damit eine Brücke zwischen den unversöhnlichen Strategien
von alter und neuer Mitte.
Wie
Michael HARTMANN kritisiert BUTTERWEGGE die
neue Gerechtigkeitsformel der SPD.
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BLANKE, Thomas (2003): Politik in Zeiten des Wertewandels.
Die "postmaterialistische" Generation und ihr Amerika-Bild. Blick
in sozialwissenschaftliche Zeitschriften,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.09.
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LOVENBERG, Felicitas von (2003): Sei ein Mann und ruf sie einfach
nicht mehr an!
Sechs Freunde sollt ihr sein und den Geist von New York in euch
tragen: Warum die Fernsehserie "Friends" bedeutend ist,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.09.
-
Kommentar:
LOVENBURG stilisiert die Fernsehserie "Friends" zum Fernsehformat
der "Neuen Ernsthaftigkeit", das den Gegensatz zur
"Sex in the
City"-Serie der Spaßgesellschaft bildet:
"Man
findet kaum jemanden, dem »Friends« und »Sex in the City«
gleichermaßen gefallen: offenbar eine Frage der eigenen Prioritäten.
Die sechs »Friends« sind nicht cool.
(...). Wer »Friends« sieht, fühlt sich anschließend besser - eigene
Mängel, Mißerfolge und Peinlichkeiten scheinen weniger schlimm,
Sehnsüchte und Hoffnungen weniger deplaziert.
(...).
In allen Lebenslagen sind die sechs Freunde füreinander da. Und ohne
daß man es recht bemerkt, werden sie dabei erwachsen. Das zeigt sich
nicht nur daran, daß sie plötzlich über Heirat oder Kinder
nachdenken (...).
So war der 11. September 2001 bizarrerweise auch der Tag, der die
Serie beliebter machte als je zuvor. »Friends« verkörperte plötzlich
alle Tugenden, auf die die Menschen sich nach den Attentaten
beriefen."
Uncool
bezeichnet im Kontext der Neuen Ernsthaftigkeit das, was cool in der
Spaßgesellschaft bedeutete, als man noch nicht von
Spaßgesellschaft sprach.
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- HALTER, Martin (2003): Generation Porsche.
Arme reiche Kinder: Georg M. Oswald badet im Starnberger See,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.09.
- Inhalt:
"Die Väter haben Erfolg im Beruf, Geliebte und
weitläufige Anwesen, die Kinder nichts, was ihr Lotterleben in
bester Lage rechtfertigen könnte. (...).
Marcel (...) ist ein Loser, eben wieder mal sitzengeblieben,
linkisch und schüchtern, und wird nur gnadenhalber in die
Millionärsclique aufgenommen. (...).
»Im Himmel« ist »Crazy«
für Erwachsene, »Faserland«
für Fortgeschrittene", meint HALTER.
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WORATSCHKA, Rainer (2003): Form vor Inhalt.
Wie Richter die Klage von Vätern gegen Rentenbeiträge prüfen,
in: Tagesspiegel v. 23.09.
- Inhalt:
Jürgen BORCHERT und seine Schützlinge müssen
offenbar eine Niederlage einstecken:
"Nach
all den Jahren vertreten die Richter plötzlich die Auffassung, dass
sich das Trio mit seiner Klage womöglich den falschen Gegner
ausgesucht hat: Statt die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte
(BfA) hätten sie eher ihre jeweilige Krankenkasse verklagen müssen,
weil die doch ihre Rentenbeiträge eingezogen habe."
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SPIEGEL-Titelgeschichte: Wer arbeitet, ist der Dumme
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SAUGA, Michael/ANWAR, André/BERG, Jan/TIETZ, Janko (2003): Lastesel
der Nation.
Der Staat drückt die Kosten seiner überforderten
Wohlfahrtssysteme einseitig den Beschäftigten auf. Längst hat sich
die Belastung des Faktors Arbeit durch Steuern und Abgaben zum
Konjunkturkiller entwickelt: Es lohnt sich immer weniger, zu
arbeiten - und zu investieren,
in: Spiegel Nr.39 v. 22.09.
- Kommentar:
Wer glaubt, der SPIEGEL hätte nun sein Herz
für die Arbeitnehmergesellschaft entdeckt, der täuscht sich:
"Was
scheinbar nur die Arbeitnehmer traf, hatte in Wahrheit verheerende
Folgen für die gesamte Wirtschaft."
Es
geht wieder einmal um Lohnnebenkosten und vor allem um die
Durchsetzung des Niedriglohnsektors.
Im Mittelpunkt stehen beim SPIEGEL die haushaltsnahen
Dienstleistungen. Die
Neobourgeois sollen endlich den Lebensstil führen können, der dem
Adel früher zukam: Dienstboten für alle Tätigkeiten, die einem
Angehörigen der Elite nicht zumutbar sind. Dafür müssen die
Zumutbarkeitskriterien für die Nicht-Eliten geändert werden.
Weitere
Themen sind die Abschaffung des Ehegattensplittings (Der Begriff
muss nicht einmal genannt werden!) und Kritik an der hohen
Besteuerung der Yuppies, die fälschlicherweise unter der Rubrik
"Single" abgehandelt werden. Auch als Ledige kommen sie in den
Blick:
"Wer
zum Beispiel 50 000 Euro mit Aktienspekulationen and er Börse
verdient, schneidet besonders gut ab. (...) Wer als Lediger
dagegen 50 000 Euro mit ehrlicher Arbeit verdient, kann von
solchen Tarifen nur träumen."
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SPIEGEL (2003): "Riesiges Potenzial".
Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, 73,
über steuerliche Förderung von Haushaltsjobs,
in: Spiegel Nr.39 v. 22.09.
- Inhalt:
BIEDENKOPF, auf einem Foto hemdsärmelig im Vordergrund stehend. Im
blauen Outfit vor roten Wänden.
SPIEGEL:
Von dem Modell würden vor allem Besserverdiener profitieren, weil
nur die sich eine Haushaltshilfe leisten können. Ist das gerecht?
BIEDENKOPF: Das Konzept käme vor allem den Arbeitslosen zugute,
und das ist das Wichtigste. Wir verbauen uns in diesem Land den
Weg zu vernünftigen Lösungen immer wieder durch einen geradezu
paranoiden Neidkomplex. wie ist denn die Realität? Dieselben, die
den Vorschlag als Dienstmädchenprivileg verteufeln, drehen sich um
und fragen: Kennen Sie eine Putzfrau, die bereit ist, für sechs
Euro schwarzzuarbeiten?"
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MOHR, Reinhard (2003): Langer Lauf zur neuen Liebe.
Joschka Fischer ist nicht nur der beliebteste, sondern auch der
scheidungsfreudigste Politiker Deutschlands - zeugt das von
Verlotterung oder radikaler Romantik?
in: Spiegel Nr.39 v. 22.09.
- Kommentar:
Ex-Pflasterstrand-Autor und Frankfurter Kumpane
Reinhard Mohr
schreibt eine Hymne auf Joschka und die sexuelle Monogamie:
"von
Chaos kann zumindest bei Fischer keine Rede sein. Bevor er eine neue
Liebesbeziehung ernsthaft in Angriff nimmt, wird die alte erst
einmal aufgeräumt. Die Wissenschaft nennt das
»sequenzielle Monogamie«: eins nach dem anderen. Da ist er (Donau-)Schwabe,
passionierter Nestbauer - und guter Katholik. Vor allem aber ist
Fischer ein Romantiker, er es immer wieder versucht mit Glück und
großen Gefühlen."
MOHRs
Generationsgenosse
Jürgen ELSÄSSER
sah das am
19.09. in der jungen Welt ganz anders und nimmt dabei auch
gleich noch die Generation Golf aufs Korn:
"Vier
Ehen hat er bis dato hinter sich gebracht, und immer erfolgte der
Partnerwechsel im Zuge einer vollständigen politischen und
charakterlichen, teilweise sogar körperlichen Mutation: Der
muskulöse Sponti der siebziger, der verfettende Grüne der achtziger,
der heruntergehungerte Minister der späten neunziger Jahre hatte
jeweils die passende Lebensabschnittsgefährtin und verkörperte den
jeweiligen Zeitgeist".
(...)
Diese Prinzipienlosigkeit in Theorie und Praxis, diese »neue
Unübersichtlichkeit« im Denken, dieses Patchwork aus Anarchismus und
Neoliberalismus ist das Kennzeichen der Postmoderne. Sie prägt nicht
nur die Politiker, sondern große Teile der Gesellschaft. Was waren
das für schöne Zeiten, als es noch links und rechts gab (...). Tempi
passati: Florian Illies’
»Generation Golf« will nicht zurück in die
ideologischen Schützengräben der Siebziger. Sie lebt ganz im Hier
und Jetzt, das heißt im Kapitalismus, sie will alles, und zwar
sofort: Piercing und Ehering, 70-Stunden-Woche und Party-ohne-Ende,
Fucking for Virginity und Fighting for Peace. Für diese ganze
lügenhafte Melange steht Joseph Fischer wie kein Zweiter, und
deshalb ist er der beliebteste Politiker dieses Landes."
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SCHAAF, Julia (2003): Fremder Mann, sieh mich an.
Lettland und die EU: Junge Frauen in Riga wählen am liebsten einen
Mann aus dem Westen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.09.
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STANDARD-Dossier: Das Ende der Familie?
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KASER, Karl (2003): Das Ende der Familie?
Der Funktionswandel des Zusammenlebens in den westlichen
Gesellschaften schreitet rapid voran - daran vermag auch
herkömmliche Familienpolitik nichts zu ändern. Insbesondere wenn
Migration neue Tatsachen schafft,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
Karl KASER, Professor für Südosteuropäische
Geschichte, kommt nach einem historischen Vergleich und einem
internationalen Vergleich zwischen Europa und den Balkanstaaten zum
Ergebnis:
"Der
Vergleich lässt folgende Schlussfolgerungen zu: Familie bedarf
funktioneller Begründungen. Herkömmliche Familienpolitik vermeint,
sie in der Berufung auf traditionelle Familienwerte bei
gleichzeitiger Rückbildung des Sozialstaats finden zu können. Eine
moderne Familienpolitik wird auf den Ausbau des Sozialstaats pochen,
der einen Rahmen für neue Familien- und Zusammenlebensformen bildet
- Lebensabschnittspartnerschaften, RentnerInnenkonkubinate, soziale
und biologische Elternschaften - und vor allem Frauen bessere
Entfaltungsmöglichkeiten als bisher bietet.
Eine solche Familienpolitik ist aber auch Zuwanderungspolitik."
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LINSINGER, Eva & Martina SALOMON (2003): Mehrfachjob ohne Netz.
Die Politik bemächtigt sich der Reproduktionsbedingungen - ob sie
über Familien- oder Frauenangelegenheiten spricht, ob man das Kind
beim Namen nennt oder es gar nicht will,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
Die Autoren beleuchten die familienpolitische Debatte
im Hinblick auf die Kontroverse zwischen (schwarzer) Familien- gegen
(rote) Frauenpolitik. U.a. werden die Positionen von Helmuth
SCHATTOVITS und Bernd MARIN referiert.
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MON (2003): Nutzerfreundliche Öffnungszeiten.
Arbeit und Leben unter einen Hut bringen: zwei Modelle,
in: Der Standard v. 20.09.
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OEDEHNAL, Bernhard (2003): Das Kind als Luxusgut.
In Zürich leben die Menschen am liebsten alleine. Wer Familie
gründen will, steht vor fast unüberwindbaren Hürden,
in: Der Standard v. 20.09.
- Inhalt:
OEDEHNAL wirft einen Blick über die Grenze auf
das kinderfeindliche Zürich:
"Zürich
ist die Singlehauptstadt der Schweiz. In fast jedem zweiten Haushalt
lebt nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 nur eine Person.
Gegenüber der Volkszählung 1990 gibt es um über 12 Prozent mehr
Haushalte mit Paaren ohne Kinder. Zürcher Frauen wollten eben keinen
Nachwuchs mehr, weil »,die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
schwierig ist«, sagt der Ethnologe Frank Beat Keller"
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TAGESSPIEGEL-Tagesthema: Familie
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MONATH, Hans (2003): Nicht mehr für den Sparstrumpf.
Verfassungsgerichtspräsident Papier hat die Politik gerügt. Weil
Karlsruhe schon lange familienfreundlichere Sozialsysteme verlangt,
aber zu wenig passiert. Die Koalition will den Familien nicht mehr
Geld geben, sondern mehr für die Kinderbetreuung tun,
in: Tagesspiegel v. 20.09.
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MONATH, Hans (2003): "Der Schwerpunkt muss beim Ausbau der
Kinderbetreuung liegen."
Die Mittel sind äußerst knapp, sagt Renate Schmidt und will da
ansetzen, wo die Defizite am größrten sind,
in: Tagesspiegel v. 20.09.
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LHA (2003): Heiraten ja, Kinder nein.
Daten aus der Statistik,
in: Tagesspiegel v. 20.09.
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BRUNS, Tissy (2003): Wie geht es uns?
Deutschland ist eine schwerfällige Gesellschaft geworden - auch
weil die Kinder fehlen,
in: Tagesspiegel v. 20.09.
- Kommentar:
"Entgegen der Lebenswirklichkeit der meisten Kinder
nimmt Deutschland sich als kinderfeindliches Land wahr. Die
Selbstbezichtigung ist sympathisch, weil sich in ihr die Sehnsucht
nach Kindern ausdrückt", muss BRUNS zugeben. Kinderfeindlichkeit
also passé, dafür prägt BRUNS den Begriff "kinderferne
Gesellschaft", um damit den Geburtenrückgang zu thematisieren.
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HERRMANN, Ulrike (2003): Die Erschöpfung der Eliten.
Die Leistungsträger sind gestresst. Sie arbeiten zu viel. Die
Ratgeberliteratur boomt - die Ratlosigkeit auch. Zeit, sich an einen
alten Spruch zu erinnern: Das Private ist politisch,
in: TAZ v. 20.09.
- Inhalt:
Ulrike HERRMANN berichtet über die
Leistungselite:
"Sie
haben viel, aber eben auch schon das Mögliche erreicht. Sie sind die
zweite Etage der viel zitierten »Leistungselite«. Und man hat den
Eindruck: Diese Elite ist frustriert, vor allem aber ist sie sehr,
sehr erschöpft.
Diese Erschöpfung wird kaum je offen thematisiert. Sie bleibt ein
peinliches Geständnis unter Freunden. Erschöpfung wird in Europa nur
einer Gruppe von Erwachsenen zugestanden: den berufstätigen Müttern.
Aus der Darstellung ihrer Erschöpfung lassen sich sogar amüsante
Bestseller machen. So hat die englische Journalisten
Allison Pearson
die Rechte an ihrem Erstling bereits in 27 Länder und an Hollywood
verkauft. Romanheldin Kate Reddy ist eine Fondsmanagerin in der
Londoner City, die zwei kleine Kinder hat und manchmal so müde ist,
»dass sie sich wünscht, ein Bodydouble könne für sie unter die
Dusche gehen« (Die Zeit vom 11. 9.).
Es ist jedoch Fiktion anzunehmen, dass Fondsmanager nur erschöpft
sind, wenn sie zusätzlich Mütter sind und nicht gelassen übersehen
können, dass zu Hause kein Klopapier mehr vorhanden ist. Die
Erschöpfung grassiert auch ohne Kinder. Aber das ist dann nicht mehr
chic und amüsant, sondern nur noch ein Mitleid erregender Fall für
die Medizin - und für statistische Erhebungen."
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OTTO, Annett (2003): Warum Frauen länger leben - noch.
Eine aufschlussreiche Studie über die Lebenserwartung von Nonnen
und Mönchen,
in: Berliner Zeitung v. 20.09.
- Inhalt:
Annett OTTO bringt die Studie des Demografen Mark LUY
auf einen knappen Nenner: "Gleichberechtigung ist offenbar
lebensgefährlich".
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POLITYCKI, Matthias (2003): "Jungs, es wird ein heißer Tag heute".
Suche nach einem deutschen Gegenwartsgedicht, auf das man stolz
sein kann,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.09.
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JANDL, Paul (2003): Party, Party.
Auch Österreich hat eine Werte-Debatte,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.09.
- Inhalt:
Die Schweizer Zeitung befasst sich mit der
österreichischen Wertedebatte:
"Seit
1971 werden im Land weniger Kinder geboren, als nötig wären, um die
Bevölkerungszahl aus eigener Kraft zu erhalten. Statistisch und im
Durchschnitt gesehen, bekommen österreichische Frauen 1,31 Kinder.
2,08 sollten es sein.
Um diese Differenz ist ein Kampf entbrannt, der neben den
pensionsökonomischen Zwecken nun eben auch Distinktionsgewinne für
Vorurteile und Meinungen aller Art bringt. Mehr «Lebensbejahung» und
«Herzlichkeit» fordern die politischen Befürworter des
Familienwachstums. Ein «reaktionäres Gesellschaftsbild», das die
Pensionsdebatte dazu nützen will, die Frauen wieder an den Herd zu
schicken und zum Kinderkriegen zu verdammen, ortet - wenig
überraschend - die Opposition aus Sozialdemokraten und Grünen. Der
Philosoph Peter Kampits warnt unterdessen vor der Vermischung von
Ökonomie und Metaphysik. Der Spagat «zwischen neoliberalistischer
Marktwirtschaft und christlicher Soziallehre unter Berufung auf
naturrechtliche Dogmen» werde nicht gelingen."
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ROBINSON-Thema:
Generationengerechtigkeit
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FÜLBERTH, Georg (2003): Kinder im Kalkül.
Generationenkampf, Klassenkampf. Der demographische Faktor sit
vor allem ein Arbeitsmarktproblem,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
BAUREITHEL, Ulrike (2003): Das gute Leben.
Gleicher gleich - die Abgründe einer Gespensterdebatte,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
BAUREITHEL, Ulrike (2003): Ich wollte die Basta-Politik des Kanzlers
nicht mehr mittragen.
Keine politische Heimat für Sozialpolitiker. Der
Gesundheitspolitiker Heiner Boegler über die Gründe seines Austritts
aus der SPD und die Gesundheitsreform,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
SCHÖLKOPF, Martin (2003): Gesunde Solidarität.
Umverteilung. Was die avisierte Gesundheitsreform den
Generationen (noch) schuldet,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
THIE, Hans (2003): Sozialismus im Rollstuhl.
Die Linke und die Demographie: Wie kann eine alternde,
schrumpfende Bevölkerung in einer kulturell vielfältigen
Gesellschaft auf humane Weise leben?
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
ZIMMERMANN, Brigitte (2003): Knochenwerk Aufbau.
Interessenunterschiede. Es könnte etwas anständiger zugehen
zwischen den Generationen,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
-
HELLER, Kerstin (2003): Drei Schwestern oder Von der Würde zu
sterben. Eine Chronik,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.
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Der lesenswerte
Artikel:
HARTMANN, Michael (2003): Macht muß gelernt sein.
Die Rekrutierung der deutschen Wirtschaftselite ist keine Frage der
Leistung, die bringt man mit,
in: junge Welt v. 19.09.
- Kommentar:
Viel ist zur Zeit vom PISA-Schock zu lesen,
wenig dagegen von den weiterführenden Schulen.
"Voll
krasse Bildung" heißt ein Artikel von
Martin KRAUSS in der Jungle World. Dort wird auf das Problem der
Migrantenkids hingewiesen:
"Was
fürs linke und linksliberale Milieu gern gesehener Anlass ist, über
Kanaksprak aus »krass«, »voll konkret« und »ey, Alter« zu
lachen, zeigt doch, dass auch hier die Vielfältigkeit dieser
Gesellschaft nicht zur Kenntnis genommen wird. Ohne Übertreibung:
Die beinah einzige Chance zum sozialen Aufstieg für Millionen
Migrantenkids besteht darin, bei RTL als Superstar entdeckt zu
werden oder einen Vertrag als Profiboxer zu erhalten."
Schulbildung
ist jedoch nur eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung
für den sozialen Aufstieg.
Das
ist das Thema des Soziologen Michael HARTMANN. Nicht Leistung zählt
in der geschlossenen Gesellschaft, sondern die Herkunft bestimmt in
erster Linie die Zugehörigkeit zur Wirtschaftselite.
HARTMANN
kritisiert aus dieser Perspektive auch die
Gerechtigkeitsvorstellungen des SPD-Generalsekretär Olaf SCHOLZ.
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RATING, Arnulf (2003): Gemeinsam sind wir umwerfend.
Die Szene lebt: Von der Westberliner Alternativbewegung der
siebziger und achtziger Jahre ist mehr geblieben, als man denkt,
in: Welt v. 19.09.
- Kommentar:
Arnulf RATING, Mitglied der berüchtigten "3
Tornados" u.a. über das gestörte Verhältnis der Alternativbewegung
zur Arbeiterklasse:
"Nachdem
die Arbeiterklasse Anfang der Siebziger unseren Aufrufen nicht
gefolgt war und die Revolution deswegen erst mal verschoben werden
musste, betraten wir einen selbst gemachten - quasi dritten Weg
zwischen Pest- und Rostzone.
(...)
Manches löste sich in Rausch auf. (...). Manche zogen in die
Parlamente und wirkten auf die da ansässigen Räuber zunächst noch
schockierend. Heute bestrafen sie die Arbeiter, die uns nicht
gefolgt sind, mit der Kürzung von Sozialleistung und Sterbegeld.
Ätsch!"
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NOUVEL OBS-Dossier "La Rage des 30 ans".
D’où vient cette révolte des
adulescents, champions de l’autodérision, contre une société qui leur
demande tout et leur fait savoir qu’ils ne sont rien? Réponses en
forme de journal, dialogue électronique, enquête et phrases cultes de
trentenaires de l’«Obs»
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KRASCHINSKI, Antje & Hans-Hermann KOTTE (2003): Das war die
Alternative.
Wie uns das Jahr 1978 bis heute prägt,
in: Zitty Nr.20 v. 18.09.
-
KAISER, Jost (2003): Im Reich der Sinne.
Von den 78ern blieb auch die Genuss-Ideologie,
in: Zitty Nr.20 v. 18.09.
- Kommentar:
Jost KAISER befasst sich mit der
BoBo-Philosophie
in einem kurzen Artikel, ausführlicher hat dies Reinhard MOHR in "Generation
Z"
getan.
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DÜFEL, Stephan (2003): Das war 1978.
Eine Zeitreise in Stichworten,
in: Zitty Nr.20 v. 18.09.
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SCHMIDT,
Thomas E. (2003): Das kleine, runde Loch im Himmel.
Iris Hanika zeigt den Weg aus der Misere der Forty-Somethings,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 18.09.
- Kommentar:
"Dies ist ein Buch,
aus dem die geburtenstarken Jahrgänge, die Post-68er also, etwas
über sich lernen können, auch wenn sie der Ansicht sind, es sei
schon alles gesagt, weil es so wenig über sie zu sagen gibt. Die
Autorin ist Jahrgang 1962. Sie findet ihre Generationsgenossen
»langweilig«", predigt - sich selbst ausnehmend - ihr
Generationsgenosse Thomas E. SCHMIDT.
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- NEUBAUER, Hans-Joachim (2003):
Inflation des "Wir".
Aufstand. Was falsch ist am lästigen Gerede von den Generationen,
in: Rheinischer Merkur v. 18.09.
- Inhalt:
Hans-Joachim NEUBAUER, Jahrgang 1960, hält
nichts vom Generationsgerede, dafür umso mehr von persönlichen
Beziehungen:
"Ich
kann nicht von einem Wir reden, das mehr umfasst als meine Freunde
oder meine Familie. Und von allen Strategien der Selbstfindung halte
»ich persönlich«, wie man so sagt, die für die schlechtesten, die das
Ich einem Kollektiv unterordnen. Vor allem, wenn dieses Kollektiv jene
Nestwärme simuliert, die früher von Autoritäten gespendet wurde. An
denen, die mir nahe sind, interessiert mich am meisten das, was sie
von mir unterscheidet."
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- FILSER,
Hubert & Hilmar KLUTE (2003): Im Sinkflug.
Georg M. Oswald über Moral, Ludwig II. und Langeweile,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.09.
- Inhalt:
Georg M. OSWALD u.a. über die Zukunft der
Generation @:
"In
zehn, zwanzig Jahren wird es vornehmlich alte Leute geben. Die
Jungen haben nicht mehr die gleiche Aussicht auf wirtschaftliche
Prosperität wie die Nachkriegsgeneration. Gleichzeitig können sie
bewährte Lebenspläne nicht mehr übernehmen. Das hat sich innerhalb
weniger Jahre geändert. Wer versagt, versagt nicht aufgrund
persönlicher Schlaffheit. Die Schlaffheit ist geprägt vom tiefen
Empfinden, dass sich die Anstrengung nicht lohnt. Das dämmert in der
Gesellschaft langsam herauf. Die Gesellschaft befindet sich in einem
langsamen Sinkflug, der viel schwieriger wahrzunehmen ist als eine
Katastrophe, die von heute auf morgen den Untergang beschert. Für
dieses Sinkfluggefühl haben die Jüngeren ein waches Sensorium."
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UTHMANN, Jörg von (2003): Der Herbst der Bücher.
Versoffene Eltern, verprügelte Kinder, magersüchtige Frauen: Was
Frankreich liest,
in: Welt v. 18.09.
- Inhalt:
Jörg von UTHMANN stellt die Neuerscheinungen
des Bücherherbstes in Frankreich vor.
U.a.
den neuesten Roman von Frédéric Beigbeder, der mit
"Windows on the World" bereits auf Platz zwei der
Bestsellerliste in Frankreich steht, und Pierre MÉROTs
"Mammifères".
MÉROT
wird vom Pariser Nouvel Observateur mit Michel HOUELLEBECQ
verglichen:
"Aux
éditions Ubu, dont le fonctionnement singulier est démonté avec une
cruauté hilarante, l'oncle rencontre un certain Bruno Michel, jumeau
de fiction de Michel Houellebecq. Il n'en fallait pas plus pour
qu'on annonce ici et là en Mérot un nouveau Houellebecq, manière
comme une autre d'annuler sa singularité. Or sa critique sociale, si
elle n'est pas moins féroce que celle de Houellebecq, joue moins sur
l'ambiguïté et beaucoup plus sur le comique"
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- BOLZ, Norbert (2003): Hölle Humor.
Adornos Sätze (Schluss),
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
- Inhalt:
Norbert BOLZ
vermisst bei
ADORNO
eine Theorie der guten Unterhaltung. "Fun ist ein Stahlbad" ist
seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß im Zeitalter des
Konsumismus:
"Dem
einen Grundelement der Kultur, nämlich der Kunst, gönnt Adornos Werk
bekanntlich eine virtuose Dialektik in der modernen Gesellschaft.
Das zweite Grundelement der Kultur dagegen, die Zerstreuung, bleibt
in seiner ästhetischen Theorie eigentümlich unterbelichtet und
entwicklungslos. Hier war sein Freund und Leidensgenosse Walter
Benjamin dialektischer, mutiger und moderner.
Dass Theodor Wiesengrund Adorno heute veraltet wirkt, könnte eben
darin seinen Grund haben: Er versteht keinen Spaß - oder genauer: er
versteht sich nicht auf Spaß. Nichts könnte heute aber dringlicher
sein als eine Theorie der guten Unterhaltung. Und eine Leitfrage
könnte lauten: Gibt es nicht doch ein intelligentes Lachen?"
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- WORATSCHKA, Rainer (2003): "Kinderlose
werden zahlen müssen",
in: Tagesspiegel v. 17.09.
- Kommentar:
Familienvater Siegfried STRESING wird von
Jürgen BORCHERT bei seiner Klage vertreten.
Er darf deshalb Sätze sagen, die man auch von BORCHERT zu Genüge
kennt:
"Ich
will, dass deutlich wird, was das Verfassungsgericht schon im
Pflegeurteil entschieden hat: Dass in unserem System zwei Säulen
gleichberechtigt nebeneinander stehen, die zum Ausgleich gebracht
werden müssen: die Beiträge und die Erziehung von Kindern."
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ZYLKA, Regina (2003): "Der Sozial-Soli muss her".
Familienrichter Jürgen Borchert über die Rentenlast für Eltern und
Taschenspielertricks der Politik,
in: Berliner Zeitung v. 16.09.
- Kommentar:
"Die Leistungsträger des Jahres 2030 werden 60 bis 70
Prozent der Sozialausgaben für die Singles in der Generation ihrer
Eltern aufbringen müssen. Ein immer größerer Teil des Kuchens wird
an die Kinderlosen in dieser Gesellschaft verteilt. Und dass für
diese demografische Entwicklung nun ausgerechnet die Eltern
mitverantwortlich gemacht werden sollen, ist ungeheuerlich", meint
Jürgen Borchert.
Das könnte leicht missverstanden
werden,
denn Leistungsträger sind in Vokabular nur
Eltern, die in Haushaltsgemeinschaft mit ihren Kindern leben.
Gleichzeitig sind alle anderen kinderlos - ob nun ihre Kinder im
eigenen Haus als Nesthocker leben oder anderswo.
Noch komplizierter wird es mit der
Kinderlosigkeit,
wenn ein(e)
Alleinerziehende(r) mit dem Partner unverheiratet zwar
zusammenwohnt, aber - dem Staat gegenüber - getrennt haushaltet (Das
ist tatsächlich möglich und wird gar nicht so selten praktiziert!).
Der Partner ist dann kinderlos im Sinne von BORCHERT, egal ob er
biologischer und kultureller "Elter" ist etc. pp.
Und warum dieser ganze Zirkus? Weil es
in unserem Land einige politisch verfeindete Gruppen gibt.
Identitätspolitischer Bürgerkrieg mit ganz besonderen Waffen!
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vom 06. - 15. September 2003
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