| |
|
[
News-Hauptseite
] [ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage
] |
|
| |
|
Medienrundschau:
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
News vom
09. - 30. September 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
Zitat
des Monats:
"Allein
in den Urlaub reisen - vielen Menschen ist diese Vorstellung ein
Graus. Und doch wächst die Zahl der Single-Reisenden stetig. Für
ihre alljährliche Reiseanalyse hat die Forschungsgemeinschaft
Urlaub und Reisen (F.U.R.) immerhin 7,5 Millionen Trips gezählt,
die von Alleinreisenden unternommen wurden. Wobei es mit 58
Prozent vor allem Frauen sind, die ohne Begleitung in die schönsten
Wochen des Jahres starten.
(...).
Alleinreisende sind nicht automatisch Singles. (...).
Manche wandeln eben ganz bewußt auf Solopfaden. Das gilt
aber nicht für ältere Reisende: »Unsere Mitglieder sind
überwiegend über 55 Jahre alt, weiblich und ohne Partner. Fast
alle wären lieber keine Alleinreisenden«, ist die Erfahrung von
Ingrid Schaller vom Freundeskreis Alleinreisender in Hamburg.
»Und bei uns sind sie das dann auch nicht.«
Der
Freundeskreis hilft auch bei der Suche nach Reisepartnern.
Ingrid Schaller wünscht sich jedoch mehr Veranstalter, die ein
größeres Augenmerk auf die reisenden Singles legen. (...).
Doch
die Alleinreisenden sind schwer zu fassen. Kaum eine Zielgruppe
präsentiert sich so heterogen: ein Querschnitt durch alle
Altersgruppen und Interessengebiete."
(Elke
Gersmann in der Welt am Sonntag vom 21. August 2005)
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
POSCHARDT, Ulf (2005): Wir müssen reden.
Wenn Exlinke über
existierende Linke den Kopf schütteln: Wer die Welt verändern will,
muss sie in ihrer Bewegung verstehen und aufhören, sich dieser
entgegenzustellen. Wer stehen bleibt, hat Unrecht. Das Projekt der
Moderne ist noch nicht vollendet,
in: TAZ v. 30.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
ÖHLER, Andreas (2005): Deutschland, coole Mutter.
Patriotismus. Die kritischen Autoren von einst entdecken die
Nation. Ist das Schröders Vermächtnis?
in: Rheinischer Merkur Nr.39 v. 29.09.
|
|
| |
|
-
WALTER, Franz (2005): Geteilte deutsche Wirklichkeit.
Die Wirklichkeit verlangt
Reformen, sagt das neuliberale Lager seit langem gebieterisch - und
erst recht seit der Wahl. Doch was soll das für eine Wirklichkeit
sein, in der es zu Sozialabbau keine Alternative gibt? Ein
Kampfbegriff, denn die Wirklichkeit sieht anders aus
in: TAZ v. 27.09.
|
|
| |
|
- HEUSSER-MARKUN, Regula (2005): Die
silbernen Jahre.
Alter zwischen Pflicht und Kür,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 27.09.
- Inhalt:
HEUSSER-MARKUN prognostiziert für die
postindustriellen Gesellschaften eine Trendumkehr bei der
Langlebigkeit:
"Dass
immer mehr von uns immer älter werden, ist trivial. Doch könnte der
Zenit in den postindustriellen Gesellschaften demnächst erreicht
sein. Langlebigkeit hat nicht nur individuell-gesundheitliche
Gründe, die genetisch mit bedingt sein können. Sie hängt wesentlich
vom Zustand einer Gesellschaft ab. In Perioden der Krise, wie sie
der Ostblock nach der Wende erlebte, sinkt die Lebenserwartung unter
Umständen rasch, sterben viele Menschen durch erhöhtes
Risikoverhalten, mangelnde Hygiene, mitunter auch gehäufte Suizide
früher weg, als es bei ihrer Geburt die Prognose vorsah."
|
|
| |
|
- BUDE, Heinz (2005): Keine Ausreden
mehr.
Eine große Koalition zwänge zu klaren Positionen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
SCALLA, Mario (2005): Der Code heißt Kultur.
Stories deuten.
Eine "post-neoliberale Agenda" kommt ohne die
beiden zerstrittenen Lager linker Kulturkritik - Cultural Studies und
Ideologiekritik - nicht aus,
in: Freitag Nr.38 v. 23.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- SIGUSCH, Volkmar (20059: Nach der
Essensfrage.
Die sexuelle Frage.
in: Frankfurter Rundschau v. 21.09.
- Inhalt:
Volkmar SIGUSCH, Direktor des Instituts für
Sexualwissenschaft in Frankfurt, beginnt mit diesem Beitrag eine neu
Kolumne.
|
|
| |
|
-
WALTER, Franz (2005): Die neue Ungleichzeitigkeit.
Nach der Wahl: Wie Deutschland zerfällt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.09.
|
|
| |
|
-
KNOTT, Thilo (2005): "Die Kuchendiagramme sind Vergangenheit".
Woran ist Angela Merkel
gescheitert? Der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte meint: an den
sozial Konservativen. Die Gesellschaft sei nicht mehr strukturiert
nach den Etiketten "konservativ" und "links" - jetzt verlaufe die
Grenze zwischen kulturellen Optimisten und Pessimisten
in: TAZ v. 20.09.
|
|
| |
|
-
DRIBBUSCH, Barbara (2005): Adoptionen werden zur Geldfrage.
In den vergangenen zehn
Jahren ist die Zahl der Adoptionen um 40 Prozent zurückgegangen - die
der Pflegschaften für Kinder hingegen kaum. Fachleute sehen auch
finanzielle Ursachen. In reichen Regionen wird mehr adoptiert als in
armen Gegenden,
in: TAZ v. 19.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
LOVENBERG, Felicitas von (2005): Eingebettet auf dem Schlachtfeld.
In Deutschland lassen sich immer mehr Paare scheiden. Dabei muß man
nur in einem der sieben Stadien der Ehe sein Glück finden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 18.09.
|
|
| |
|
-
RUSSO, Claudia (2005): Lebenslang Hotel Mama.
Italien leidet unter so hoher
Jugendarbeitslosigkeit wie kaum ein anderes EU-Land. Auch Reformen
verbesserten die Situation der Jugendlichen nicht. Die Politik ist
ratlos,
in: Welt am Sonntag v. 18.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
REICHERT, Martin (20059: Zeit für den Brunch.
Wenn die Freundinnen
plötzlich zu Müttern werden, geht das nicht spurlos an einem vorbei.
Entweder man verschwindet dann beim nächsten Windelwechsel oder man
läutet das Onkeldasein ein,
in: TAZ v. 17.09.
|
|
| |
|
-
DÜCKERS, Tanja (2005): Die Kinderliebe in Zeiten von "24/7".
Moderne Arbeitsverhältnisse fördern keine Tugend,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
- Inhalt:
Tanja DÜCKERS kritisiert die
wertkonservativen Vorstellungen von Udo Di FABIO ("Die
Kultur der Freiheit"). Für DÜCKERS sind junge Kinderlose
potentielle Eltern, die mit paradoxen Anforderungen konfrontiert
sind:
"Prekäre
Arbeitsverhältnisse betreffen nun genau diejenigen, von denen
eigentlich »erwartet« wird, daß sie Nachwuchs zeugen. Während früher
Akademiker mit 30 in Lohn und Brot standen und mit 40 ein eigenes
Haus beziehen konnten, warten Uni-Dozenten jetzt oft noch bis weit
übers 50. Lebensjahr hinaus auf einen geregelten Arbeitsvertrag. Wer
dann endlich fest im Sattel sitzt, ist aus dem Alter heraus, in dem
er - in Verantwortung für Kinder - ein verläßliches Einkommen und
eine gewisse Vorhersehbarkeit der beruflichen Situation vonnöten
hätte. Doch bei di Fabio - er selbst nicht gerade von prekären
Arbeitsverhältnissen betroffen - scheint die Zunahme von
Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und so etwas wie »mangelndem
Gemeinsinn« lediglich auf eine korrigierbedürftige »Haltung«
zurückzuführen zu sein. Als gäbe es zum Beispiel keine ungewollte
Kinderlosigkeit (...)."
-
BRUMLIK, Micha (2005): Familie, Ehre, Barmherzigkeit.
Mit "Kultur der Freiheit"
legt der Verfassungsrichter Udo di Fabio das geistige Fundament einer
Regierung Merkel,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
BUCH, Hans Christoph (2005): Blitz aus dem Kasten.
In seinem Roman "Das
Geschäftsjahr 1968/69" gelingt dem Schriftsteller Bernd Cailloux ein
hinreißend lakonisches Porträt der 68er-Generation,
in: Spiegel Nr.38 v. 17.09.
|
|
| |
|
- SEIBT, Gustav (2005): Innovation gegen
Tradition.
Der große Graben (10 und Ende). Fortschritt ohne Utopie, Umsturz
als Wirtschaftsprinzip - eine Reise durchs Land der Geschäftsideen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.09.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
- BONSTEIN, Julia/JUNG, Alexander/THEILE,
Merlind (2005): Generation Kinderlos.
Serie Wege aus der Krise: Fast nirgendwo in Westeuropa ist die
Geburtenrate niedriger als in Deutschland, vor allem Akademiker
bleiben oft ohne Nachwuchs. Es fehlt nicht unbedingt an Geld, aber an
Hilfen, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Der Staat könnte viel
mehr Unterstützung bieten,
in: Spiegel Nr.37 v. 12.09.
|
|
| |
|
- MATUSSEK, Matthias (2005): Der deutsche
Hamlet.
Die Linken gehen, die Konservativen kommen: Mit einem möglichen
Machtwechsel gruppieren sich auch die Stichwortgeber der Politik neu,
in: Spiegel Nr.37 v. 12.09.
- Inhalt:
Antifeminist
Matthias MATUSSEK hat die üblichen
Stichwortgeber des konservativen Bürgertums aufgezählt (von
Botho
STRAUß bis zu Paul NOLTE und
Udo Di FABIO), denn "wem hängt nicht
der hedonistische Selbstverwirklichungszirkus der Geschlechter zum
Halse raus, wenn der nur noch zertrümmerte Familien, allein
gelassene Kinder, soziale Verrohungen anrichtet?"
|
|
| |
|
-
ZEKRI, Sonja (2005): Ausländer gegen
Inländer.
Der große Graben (8). Gemeinsam in der Sackgasse: Die Konkurrenz
der Verlierer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.09.
|
|
| |
|
-
HEINSOHN, Gunnar (20059: Luschen rein, Asse raus.
Gunnar Heinsohn kritisiert
die deutsche Einwanderungs- und Familienpolitik: Wer keine
Innovationsquellen aufreißt, sollte das Geld nicht für Gebärprämien
verschwenden,
in: Welt am Sonntag v. 11.09.
- Inhalt:
"Gebärprämien
sind teuer und zielen auf Zusatzkinder im Zehntelbereich, aber auch
die könnten am Ende anderen Ländern zugute kommen. Wer die
heimischen Innovationsquellen nicht aufreißt, sollte die knappen
Mittel nicht auch noch für Bevölkerungspolitik vergeuden",
meint Gunnar HEINSOHN.
|
|
| |
|
-
FENGLER, Susanne (2005): Das Ende der Ausreden.
In diesem Wahlkampf verliert
der Feminismus seinen Stammplatz links von der Mitte,
in: Berliner Zeitung v. 10.09.
|
|
| |
|
-
SPERBER, Katharina (2005): Kinderwunsch hängt am sicheren Einkommen.
Studie: Männer sehen sich als
Versorger - Frauen meiden schlecht ausgebildete Partner,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.09.
- Inhalt:
Katharina SPERBER berichtet über einen
Zwischenbericht zur Studie
Ursachen der Diskrepanz
zwischen Kinderwunsch und Kinderzahl von Klaus-Robert MÜLLER &
Gert G. WAGNER
-
SPERBER, Katharina (2005): Kinderlos,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.09.
|
|
| |
|
-
BERARDI, Franco (2005): Die Macht des Niedergangs.
Was ist heute links? Nach der Verausgabung der jugendlichen
Utopien,
in: TAZ v. 10.09.
- Inhalt:
"Nur
im Rahmen des jugendfixierten und Testosteron-gesteuerten
westlichen, männlichen Chauvinismus kann das Wort Niedergang einen
negativen Beigeschmack haben.
Mit dem Wort Niedergang bezeichnet man gewöhnlich die Reduzierung
der Wettbewerbsfähigkeit, das Abnehmen der ökonomischen
Wachstumsraten, die Schwächung der wirtschaftlichen und
militärischen Aggressivität. Und diese Phänomene sind nicht zu
trennen vom tendenziellen demografischen Rückgang, der die
westlichen Länder betrifft, vorneweg Europa. Die Macht des
Niedergangs findet sich in Europa konzentriert. Das Altern der
Bevölkerung ist ein unumkehrbarer Trend, und das Nichtwachstum ist
die einzige nicht destruktive ökonomische Perspektive.
Nichtwachstum heißt keineswegs Reduzierung des gesellschaftlichen
Reichtums", meint
Franco BERARDI.
|
|
| |
|
-
WALTER, Klaus (2005): Immer diese Widersprüche.
Was ist heute links?
in: TAZ v. 10.09.
- Inhalt:
Klaus WALTER sieht in der
Konkurrenz der Prekarisierten das zentrale Problem der Linken:
"Mit
schlichten Slogans wie »sozial statt neoliberal« (WASG) kann linke
Politik einer atomisierten Gesellschaft der Differenzen und
Vielheiten nicht gerecht werden. Sie kann nicht so tun, als gäbe
es in Zeiten transnationaler Ökonomie einen Rückweg zum Fordismus.
Sie muss sich den Kreationen des deregulierten Postfordismus stellen
und damit seinen allfälligen Ungleichzeitigkeiten. Der Bloch'sche
Begriff taugt zur Beschreibung einer markanten Kluft zwischen den
Zielgruppen der Linken: hier glamourfreie
Anti-Hartz-IV-Demonstranten mit Ostflavour, dort prekarisierte
Milieus der postmodernen (Ex-)linken aus den Großstädten der alten
BRD. Zwangsflexible Bildschirmarbeiter, Agenturhopper,
scheinselbstständige Ego-Profitcenter, mobile Reservearmeen des
Kulturbetriebs: massenhafte Einzelfälle der Deregulierung, die keine
Assoziation verbindet, die tendenziell jeder Organisation
misstrauen.
Schließlich
haben sie gelernt, individuelle Qualitäten, Emotion, Kreativität,
gerne auch einen gewissen Nonkonformismus in die Waagschale zu
werfen. »Originelle Typen und Querdenker stellen gewissermaßen das
Glamour-Modell für den Gehorsam gegenüber den Imperativen der
Flexibilisierung dar.
Nonkonformität wäre somit zu einer Produktivkraft, zu einem
Konsumgegenstand und zu einer Ressource der Distinktion verkommen.«
(Klaus Ronneberger)
Diese
unorganisierten Neoproleten verarbeiten die ständige Angst vor dem
sozialen Absturz mit Routinen kulturalistischer Distinktion.
Eine davon ist Unterschichtenbashing, verschärft durch Missgunst auf
Seiten der Zwangsflexiblen. Für die ist das ganze Leben ein Casting.
Sie müssen viel leisten und leben dennoch in permanenter
Unsicherheit. Folglich bringen sie wenig Verständnis auf für schwer
Vermittelbare und hoffnungslose Fälle, die vom Staat
Sozialleistungen und Sicherheiten einfordern, die ihnen ob ihrer
mangelnden Qualifikation und Flexibilität gar nicht mehr zustehen.
Warum
sollen wir uns für die den Arsch aufreißen? So entsteht aus den
ungleichzeitigen Verwerfungen von Old Economy und Postfordismus, Ost
vs. West eine Konkurrenz der Prekarisierten, wo in der schlichten
Eigentlichkeit linken Sehnens angebracht wäre: Solidarität!"
|
|
| |
|
-
FANIZADEH, Andreas (2005): Es gibt kein linkes Zurück.
Was ist heute links? Ein Plädoyer für einen pragmatischen
Linksradikalismus. In den
Neunzigern gingen Pop, Neomarxismus und aktivistische Subkultur ein
Bündnis ein. Damit ist es vorbei. Die neue Linkspartei mit ihrer
männlichen Arbeiterklassenrhetorik hat kaum Verständnis für
antiautoritäre Poplinke oder die Hybridität gesellschaftlicher
Minderheitenkämpfe
in: TAZ v. 10.09.
- Inhalt:
FANIZADEH u.a. über den Neokonservatismus ehemaliger
Lifestylelinken: "Einige
aus der linksliberalen Lifestylefraktion haben neokonservativ
eingecheckt",
erläutert FANIZADEH am Beispiel von
Ulf POSCHARDT.
|
|
| |
|
-
KNIPPHALS, Dirk (2005): "Nur eine linke Gesellschaft ist liberal".
Brauchen wir mehr Staat oder
behindert dieser die Eigeninitiative? Ein taz-Streitgespräch,
in: TAZ v. 10.09.
- Inhalt:
Jan FEDDERSEN entdeckt den Paul NOLTE in sich:
"Zugegeben,
meinetwegen könnte es sogar noch Hartz V bis VII geben, aber nur,
wenn die eingesparten Milliarden nicht in einen amorphen Haushalt
gehen, sondern so was von straight mit einer guten Idee nach
Neukölln, in den Wedding, ins Schanzenviertel, nach Mülheim in Köln
und wie diese proletarischen und multikulturellen Viertel alle
heißen. Man müsste anerkennen, dass ihre Verwahrlosung derzeit
Ergebnis der aktiven Politik ist. Und man müsste das ändern wollen.
Im Prinzip bräuchte man einen spirit wie in den Sechzigerjahren,
dass man sagt: Wir haben hier Proleten, und da müsste die Kohle
rein, denn das sind Leute von uns, scheißegal wo die herkommen. Es
ist Staatsaufgabe, sich um die zu kümmern, das wäre dann übrigens
auch ein linkes Projekt, bei dem ich mitmache."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
KEGEL, Sandra (2005): Der verunsicherte Mann,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.09.
- Kommentar:
"Die eigentlich zentrale und bislang nicht
untersuchte Frage, wer der Motor hinter der zunehmenden
Partnerlosigkeit und der damit einhergehenden Kinderlosigkeit ist -
Frauen, Männer oder beide - und welche Bedeutung dabei den
veränderten Rollenbeziehungen zwischen Geschlechtern zukommt, kann
mit den Daten des Mikrozensus nicht beantwortet werden", schreiben
Klaus-Jürgen DUSCHEK & Heike WIRTH in der
Augustausgabe von Wirtschaft und Statistik.
Dies
ist auch das Thema von Sandra KEGEL, nur dass für sie der Motor
eindeutig der Mann ist.
Als
Beweis nennt sie die
Studie von Christian SCHMIT und eine Allensbach-Umfrage.
Statt
eigener Erfahrungen mit kinderlosen Männern, gibt es bei KEGEL
Second-Hand-Erfahrungen. Sie greift auf Presseberichte (Dietmar
BARTZ in der ZEIT), auf Meike DINKLAGEs Interviewband
Zeugungsstreik
und Promiberichte zurück.
Liest
man den Artikel, dann spielt sich das Drama kinderloser Mann einzig
im Milieu der Besserverdienenden ab, wo das Klischee Cabrio statt
Kinderwagen seinen Platz hat.
Weder
die
zurückgebliebenen Männer im Osten (BOLLWAHN),
noch der Anstieg der Kinderlosigkeit bei Hauptschülerinnen spielen
eine Rolle.
Dies
ist konsequent elitär,
schließlich soll nur die Elite mehr Kinder
bekommen. Der Rest interessiert nicht.
Ganz
außen vor, bleibt dabei die Frage, ob es überhaupt zu wenig Kinder
gibt.
Diese
Frage hat mindestens zwei Dimensionen.
Erstens
ist überhaupt gar nicht gesagt, dass das Ausmaß der Kinderlosigkeit
so hoch ist, wie meistens behauptet wird. Lebenslange
Kinderlosigkeit wird mit den heutigen statistischen Daten nicht
erfasst, sondern kann nur geschätzt werden. Familienfundamentalisten
nutzen dies und überschätzen großzügig die Kinderlosen. Das Ziel
heiligt die Mittel.
Zum
anderen ist das Dogma der Bestandserhaltungszahl keineswegs
unumstritten.
Warum
also wird Jagd auf Kinderlose veranstaltet, statt dafür zu sorgen,
dass jene Paare, die sich Kinder wünschen, diese bekommen können?
Der
Soziologe
Hans BERTRAM vertritt die Ansicht,
dass Wissensgesellschaften mit einer höheren STATISTISCHEN
Kinderlosigkeit (über die tatsächliche, lebenslange Kinderlosigkeit
wissen Statistiker schließlich nichts genaues!) auch in Zukunft
leben müssen. Wir sollten uns endlich darauf einstellen.
Zudem
hat BERTRAM aufgezeigt, dass nicht Kinderlosigkeit, sondern der
Rückgang der Mehr-Kind-Familie für den Geburtenrückgang
ausschlaggebend ist.
Werden
hier also nur Schaukämpfe geführt, die nicht zielführend sind,
sondern Teil unseres Problems? Kinderlosenfeindlichkeit, nicht
Kinderfeindlichkeit ist unser zentrales gesellschaftliches Problem.
|
|
| |
|
|
|
| |
|
-
HERRMANN, Ulrike (2005): Steuertrickser unter sich.
Um das Steuerrecht zu
kritisieren, zitiert die Union gerne die "1.000 ganz legalen
Steuertricks" aus der Bahnhofsbuchhandlung. Deren Autor Franz Konz
versteht Kirchhof zwar nicht, freut sich aber dennoch,
in: TAZ v. 09.09.
|
|
| |
|
-
FEDDERSEN, Jan (2005): Die Opfer der besseren Welt.
Auch nicht mehr das, was sie
mal waren? Folge IV: Die Gutmenschen. In den 80ern wollten sie die
Welt verbessern. Heute werden sie entweder verachtet oder haben es
sich in der Welt nett eingerichtet. Aber sie werden trotzdem
überleben,
in: TAZ v. 09.09.
- Inhalt:
Jan FEDDERSEN erzählt wie der Gutmensch im Jahre 1991
durch die Zeitschrift Merkur in Umlauf gebracht wurde. Und
was danach geschah.
|
|
| |
|
- SCHLAFFER, Hannelore (2005): Ihr
Auftritt!
Angela Merkel als Idealtypus
der deutschen Politikerin - oder: Von den Vorzügen des schlechten
Geschmacks,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.09.
- Inhalt:
Hannelore SCHLAFFER echauffiert sich darüber,
dass Politikerinnen nicht ihre Weiblichkeit, sondern ihre
Mütterlichkeit betonen:
"Die
deutsche Politikerin ist eine Frau, bei deren erstem Anblick der
männlichen Betrachter beruhigt feststellt, dass sie als Frau nicht
in Frage kommt. Weder mit Männern noch mit der Macht scheint sie zu
kokettieren, ihre Weiblichkeit ist zu mütterlicher Behäbigkeit
ausgereift, kurz: die deutsche Politikerin stellt die Landesmutter
vor. Mitnichten wählt sie die Erscheinung einer Autorität, einer
Führungspersönlichkeit und am aller wenigsten die einer Frau mit
Sexappeal."
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 02. - 08. September 2005
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die
Inhalte externer Internetseiten
|
|
| |
|
|
|
| |
|
[ Glossar ] [
Suche ] [ Homepage ] |
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|
| |
|
|
|