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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 09. - 30. September 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Allein in den Urlaub reisen - vielen Menschen ist diese Vorstellung ein Graus. Und doch wächst die Zahl der Single-Reisenden stetig. Für ihre alljährliche Reiseanalyse hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R.) immerhin 7,5 Millionen Trips gezählt, die von Alleinreisenden unternommen wurden. Wobei es mit 58 Prozent vor allem Frauen sind, die ohne Begleitung in die schönsten Wochen des Jahres starten.
          
(...).
Alleinreisende sind nicht automatisch Singles. (...).
Manche wandeln eben ganz bewußt auf Solopfaden. Das gilt aber nicht für ältere Reisende: »Unsere Mitglieder sind überwiegend über 55 Jahre alt, weiblich und ohne Partner. Fast alle wären lieber keine Alleinreisenden«, ist die Erfahrung von Ingrid Schaller vom Freundeskreis Alleinreisender in Hamburg. »Und bei uns sind sie das dann auch nicht.«

          
Der Freundeskreis hilft auch bei der Suche nach Reisepartnern. Ingrid Schaller wünscht sich jedoch mehr Veranstalter, die ein größeres Augenmerk auf die reisenden Singles legen. (...).
          
Doch die Alleinreisenden sind schwer zu fassen. Kaum eine Zielgruppe präsentiert sich so heterogen: ein Querschnitt durch alle Altersgruppen und Interessengebiete."
(Elke Gersmann in der Welt am Sonntag vom 21. August 2005)

 
 
 
 
 
  • POSCHARDT, Ulf (2005): Wir müssen reden.
    Wenn Exlinke über existierende Linke den Kopf schütteln: Wer die Welt verändern will, muss sie in ihrer Bewegung verstehen und aufhören, sich dieser entgegenzustellen. Wer stehen bleibt, hat Unrecht. Das Projekt der Moderne ist noch nicht vollendet,
    in: TAZ v. 30.09.
 
 
 
  • ÖHLER, Andreas (2005): Deutschland, coole Mutter.
    Patriotismus. Die kritischen Autoren von einst entdecken die Nation. Ist das Schröders Vermächtnis?
    in: Rheinischer Merkur Nr.39 v. 29.09.
 
  • WALTER, Franz (2005): Geteilte deutsche Wirklichkeit.
    Die Wirklichkeit verlangt Reformen, sagt das neuliberale Lager seit langem gebieterisch - und erst recht seit der Wahl. Doch was soll das für eine Wirklichkeit sein, in der es zu Sozialabbau keine Alternative gibt? Ein Kampfbegriff, denn die Wirklichkeit sieht anders aus
    in: TAZ v. 27.09.
 
  • HEUSSER-MARKUN, Regula (2005): Die silbernen Jahre.
    Alter zwischen Pflicht und Kür,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 27.09.
    • Inhalt:
      HEUSSER-MARKUN prognostiziert für die postindustriellen Gesellschaften eine Trendumkehr bei der Langlebigkeit:

                
      "Dass immer mehr von uns immer älter werden, ist trivial. Doch könnte der Zenit in den postindustriellen Gesellschaften demnächst erreicht sein. Langlebigkeit hat nicht nur individuell-gesundheitliche Gründe, die genetisch mit bedingt sein können. Sie hängt wesentlich vom Zustand einer Gesellschaft ab. In Perioden der Krise, wie sie der Ostblock nach der Wende erlebte, sinkt die Lebenserwartung unter Umständen rasch, sterben viele Menschen durch erhöhtes Risikoverhalten, mangelnde Hygiene, mitunter auch gehäufte Suizide früher weg, als es bei ihrer Geburt die Prognose vorsah."
 
  • BUDE, Heinz (2005): Keine Ausreden mehr.
    Eine große Koalition zwänge zu klaren Positionen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.09.
 
 
 
  • SCALLA, Mario (2005): Der Code heißt Kultur.
    Stories deuten.
    Eine "post-neoliberale Agenda" kommt ohne die beiden zerstrittenen Lager linker Kulturkritik - Cultural Studies und Ideologiekritik - nicht aus,
    in: Freitag Nr.38 v. 23.09.
 
 
 
  • SIGUSCH, Volkmar (20059: Nach der Essensfrage.
    Die sexuelle Frage.
    in: Frankfurter Rundschau v. 21.09.
    • Inhalt:
      Volkmar SIGUSCH, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft in Frankfurt, beginnt mit diesem Beitrag eine neu Kolumne.
 
  • WALTER, Franz (2005): Die neue Ungleichzeitigkeit.
    Nach der Wahl: Wie Deutschland zerfällt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.09.
 
  • KNOTT, Thilo (2005): "Die Kuchendiagramme sind Vergangenheit".
    Woran ist Angela Merkel gescheitert? Der Berliner Zeithistoriker Paul Nolte meint: an den sozial Konservativen. Die Gesellschaft sei nicht mehr strukturiert nach den Etiketten "konservativ" und "links" - jetzt verlaufe die Grenze zwischen kulturellen Optimisten und Pessimisten
    in: TAZ v. 20.09.
 
  • DRIBBUSCH, Barbara (2005): Adoptionen werden zur Geldfrage.
    In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Adoptionen um 40 Prozent zurückgegangen - die der Pflegschaften für Kinder hingegen kaum. Fachleute sehen auch finanzielle Ursachen. In reichen Regionen wird mehr adoptiert als in armen Gegenden,
    in: TAZ v. 19.09.
 
 
 
  • RUSSO, Claudia (2005): Lebenslang Hotel Mama.
    Italien leidet unter so hoher Jugendarbeitslosigkeit wie kaum ein anderes EU-Land. Auch Reformen verbesserten die Situation der Jugendlichen nicht. Die Politik ist ratlos,
    in: Welt am Sonntag v. 18.09.
 
 
  • REICHERT, Martin (20059: Zeit für den Brunch.
    Wenn die Freundinnen plötzlich zu Müttern werden, geht das nicht spurlos an einem vorbei. Entweder man verschwindet dann beim nächsten Windelwechsel oder man läutet das Onkeldasein ein,
    in: TAZ v. 17.09.
 
  • DÜCKERS, Tanja (2005): Die Kinderliebe in Zeiten von "24/7".
    Moderne Arbeitsverhältnisse fördern keine Tugend,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
    • Inhalt:
      Tanja DÜCKERS kritisiert die wertkonservativen Vorstellungen von Udo Di FABIO ("Die Kultur der Freiheit"). Für DÜCKERS sind junge Kinderlose potentielle Eltern, die mit paradoxen Anforderungen konfrontiert sind:

                
      "Prekäre Arbeitsverhältnisse betreffen nun genau diejenigen, von denen eigentlich »erwartet« wird, daß sie Nachwuchs zeugen. Während früher Akademiker mit 30 in Lohn und Brot standen und mit 40 ein eigenes Haus beziehen konnten, warten Uni-Dozenten jetzt oft noch bis weit übers 50. Lebensjahr hinaus auf einen geregelten Arbeitsvertrag. Wer dann endlich fest im Sattel sitzt, ist aus dem Alter heraus, in dem er - in Verantwortung für Kinder - ein verläßliches Einkommen und eine gewisse Vorhersehbarkeit der beruflichen Situation vonnöten hätte. Doch bei di Fabio - er selbst nicht gerade von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen - scheint die Zunahme von Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und so etwas wie »mangelndem Gemeinsinn« lediglich auf eine korrigierbedürftige »Haltung« zurückzuführen zu sein. Als gäbe es zum Beispiel keine ungewollte Kinderlosigkeit (...)."
  • BRUMLIK, Micha (2005): Familie, Ehre, Barmherzigkeit.
    Mit "Kultur der Freiheit" legt der Verfassungsrichter Udo di Fabio das geistige Fundament einer Regierung Merkel,
    in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
 
 
 
  • BUCH, Hans Christoph (2005): Blitz aus dem Kasten.
    In seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" gelingt dem Schriftsteller Bernd Cailloux ein hinreißend lakonisches Porträt der 68er-Generation,
    in: Spiegel Nr.38 v. 17.09.
 
  • SEIBT, Gustav (2005): Innovation gegen Tradition. 
    Der große Graben (10 und Ende). Fortschritt ohne Utopie, Umsturz als Wirtschaftsprinzip - eine Reise durchs Land der Geschäftsideen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 17.09.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • MATUSSEK, Matthias (2005): Der deutsche Hamlet.
    Die Linken gehen, die Konservativen kommen: Mit einem möglichen Machtwechsel gruppieren sich auch die Stichwortgeber der Politik neu,
    in: Spiegel Nr.37 v. 12.09.
    • Inhalt:
      Antifeminist Matthias MATUSSEK hat die üblichen Stichwortgeber des konservativen Bürgertums aufgezählt (von Botho STRAUß bis zu Paul NOLTE und Udo Di FABIO), denn "wem hängt nicht der hedonistische Selbstverwirklichungszirkus der Geschlechter zum Halse raus, wenn der nur noch zertrümmerte Familien, allein gelassene Kinder, soziale Verrohungen anrichtet?"
 
  • ZEKRI, Sonja (2005): Ausländer gegen Inländer. 
    Der große Graben (8). Gemeinsam in der Sackgasse: Die Konkurrenz der Verlierer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.09.
 
  • HEINSOHN, Gunnar (20059: Luschen rein, Asse raus.
    Gunnar Heinsohn kritisiert die deutsche Einwanderungs- und Familienpolitik: Wer keine Innovationsquellen aufreißt, sollte das Geld nicht für Gebärprämien verschwenden,
    in: Welt am Sonntag v. 11.09.
    • Inhalt:
      "
      Gebärprämien sind teuer und zielen auf Zusatzkinder im Zehntelbereich, aber auch die könnten am Ende anderen Ländern zugute kommen. Wer die heimischen Innovationsquellen nicht aufreißt, sollte die knappen Mittel nicht auch noch für Bevölkerungspolitik vergeuden", meint Gunnar HEINSOHN.
 
  • FENGLER, Susanne (2005): Das Ende der Ausreden.
    In diesem Wahlkampf verliert der Feminismus seinen Stammplatz links von der Mitte,
    in: Berliner Zeitung v. 10.09.
 
  • SPERBER, Katharina (2005): Kinderwunsch hängt am sicheren Einkommen.
    Studie: Männer sehen sich als Versorger - Frauen meiden schlecht ausgebildete Partner,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.09.
    • Inhalt:
      Katharina SPERBER berichtet über einen Zwischenbericht zur Studie
      Ursachen der Diskrepanz zwischen Kinderwunsch und Kinderzahl von Klaus-Robert MÜLLER & Gert G. WAGNER
  • SPERBER, Katharina (2005): Kinderlos,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.09.
 
  • BERARDI, Franco (2005): Die Macht des Niedergangs.
    Was ist heute links? Nach der Verausgabung der jugendlichen Utopien,
    in: TAZ v. 10.09.
    • Inhalt:
      "
      Nur im Rahmen des jugendfixierten und Testosteron-gesteuerten westlichen, männlichen Chauvinismus kann das Wort Niedergang einen negativen Beigeschmack haben.
      Mit dem Wort Niedergang bezeichnet man gewöhnlich die Reduzierung der Wettbewerbsfähigkeit, das Abnehmen der ökonomischen Wachstumsraten, die Schwächung der wirtschaftlichen und militärischen Aggressivität. Und diese Phänomene sind nicht zu trennen vom tendenziellen demografischen Rückgang, der die westlichen Länder betrifft, vorneweg Europa. Die Macht des Niedergangs findet sich in Europa konzentriert. Das Altern der Bevölkerung ist ein unumkehrbarer Trend, und das Nichtwachstum ist die einzige nicht destruktive ökonomische Perspektive. Nichtwachstum heißt keineswegs Reduzierung des gesellschaftlichen Reichtums
      ", meint Franco BERARDI.
 
  • WALTER, Klaus (2005): Immer diese Widersprüche.
    Was ist heute links?
    in: TAZ v. 10.09.
    • Inhalt:
      Klaus WALTER sieht in der Konkurrenz der Prekarisierten das zentrale Problem der Linken:

                
      "Mit schlichten Slogans wie »sozial statt neoliberal« (WASG) kann linke Politik einer atomisierten Gesellschaft der Differenzen und Vielheiten nicht gerecht werden. Sie kann nicht so tun, als gäbe es in Zeiten transnationaler Ökonomie einen Rückweg zum Fordismus. Sie muss sich den Kreationen des deregulierten Postfordismus stellen und damit seinen allfälligen Ungleichzeitigkeiten. Der Bloch'sche Begriff taugt zur Beschreibung einer markanten Kluft zwischen den Zielgruppen der Linken: hier glamourfreie Anti-Hartz-IV-Demonstranten mit Ostflavour, dort prekarisierte Milieus der postmodernen (Ex-)linken aus den Großstädten der alten BRD. Zwangsflexible Bildschirmarbeiter, Agenturhopper, scheinselbstständige Ego-Profitcenter, mobile Reservearmeen des Kulturbetriebs: massenhafte Einzelfälle der Deregulierung, die keine Assoziation verbindet, die tendenziell jeder Organisation misstrauen.
                
      Schließlich haben sie gelernt, individuelle Qualitäten, Emotion, Kreativität, gerne auch einen gewissen Nonkonformismus in die Waagschale zu werfen. »Originelle Typen und Querdenker stellen gewissermaßen das Glamour-Modell für den Gehorsam gegenüber den Imperativen der Flexibilisierung dar. Nonkonformität wäre somit zu einer Produktivkraft, zu einem Konsumgegenstand und zu einer Ressource der Distinktion verkommen.« (Klaus Ronneberger)
                
      Diese unorganisierten Neoproleten verarbeiten die ständige Angst vor dem sozialen Absturz mit Routinen kulturalistischer Distinktion. Eine davon ist Unterschichtenbashing, verschärft durch Missgunst auf Seiten der Zwangsflexiblen. Für die ist das ganze Leben ein Casting. Sie müssen viel leisten und leben dennoch in permanenter Unsicherheit. Folglich bringen sie wenig Verständnis auf für schwer Vermittelbare und hoffnungslose Fälle, die vom Staat Sozialleistungen und Sicherheiten einfordern, die ihnen ob ihrer mangelnden Qualifikation und Flexibilität gar nicht mehr zustehen.
                
      Warum sollen wir uns für die den Arsch aufreißen? So entsteht aus den ungleichzeitigen Verwerfungen von Old Economy und Postfordismus, Ost vs. West eine Konkurrenz der Prekarisierten, wo in der schlichten Eigentlichkeit linken Sehnens angebracht wäre: Solidarität!"
 
  • FANIZADEH, Andreas (2005): Es gibt kein linkes Zurück.
    Was ist heute links? Ein Plädoyer für einen pragmatischen Linksradikalismus.
    In den Neunzigern gingen Pop, Neomarxismus und aktivistische Subkultur ein Bündnis ein. Damit ist es vorbei. Die neue Linkspartei mit ihrer männlichen Arbeiterklassenrhetorik hat kaum Verständnis für antiautoritäre Poplinke oder die Hybridität gesellschaftlicher Minderheitenkämpfe
    in: TAZ v. 10.09.
    • Inhalt:
      FANIZADEH u.a. über den Neokonservatismus ehemaliger Lifestylelinken: "
      Einige aus der linksliberalen Lifestylefraktion haben neokonservativ eingecheckt", erläutert FANIZADEH am Beispiel von Ulf POSCHARDT
 
  • KNIPPHALS, Dirk (2005): "Nur eine linke Gesellschaft ist liberal".
    Brauchen wir mehr Staat oder behindert dieser die Eigeninitiative? Ein taz-Streitgespräch,
    in: TAZ v. 10.09.
    • Inhalt:
      Jan FEDDERSEN entdeckt den Paul NOLTE in sich:

                
      "Zugegeben, meinetwegen könnte es sogar noch Hartz V bis VII geben, aber nur, wenn die eingesparten Milliarden nicht in einen amorphen Haushalt gehen, sondern so was von straight mit einer guten Idee nach Neukölln, in den Wedding, ins Schanzenviertel, nach Mülheim in Köln und wie diese proletarischen und multikulturellen Viertel alle heißen. Man müsste anerkennen, dass ihre Verwahrlosung derzeit Ergebnis der aktiven Politik ist. Und man müsste das ändern wollen. Im Prinzip bräuchte man einen spirit wie in den Sechzigerjahren, dass man sagt: Wir haben hier Proleten, und da müsste die Kohle rein, denn das sind Leute von uns, scheißegal wo die herkommen. Es ist Staatsaufgabe, sich um die zu kümmern, das wäre dann übrigens auch ein linkes Projekt, bei dem ich mitmache."
 
 
 
  • KEGEL, Sandra (2005): Der verunsicherte Mann,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.09.
    • Kommentar:
      "Die eigentlich zentrale und bislang nicht untersuchte Frage, wer der Motor hinter der zunehmenden Partnerlosigkeit und der damit einhergehenden Kinderlosigkeit ist - Frauen, Männer oder beide - und welche Bedeutung dabei den veränderten Rollenbeziehungen zwischen Geschlechtern zukommt, kann mit den Daten des Mikrozensus nicht beantwortet werden", schreiben Klaus-Jürgen DUSCHEK & Heike WIRTH in der Augustausgabe von Wirtschaft und Statistik.

                
      Dies ist auch das Thema von Sandra KEGEL, nur dass für sie der Motor eindeutig der Mann ist.
                
      Als Beweis nennt sie die Studie von Christian SCHMIT und eine Allensbach-Umfrage.
                
      Statt eigener Erfahrungen mit kinderlosen Männern, gibt es bei KEGEL Second-Hand-Erfahrungen. Sie greift auf Presseberichte (Dietmar BARTZ in der ZEIT), auf Meike DINKLAGEs Interviewband Zeugungsstreik und Promiberichte zurück.
                
      Liest man den Artikel, dann spielt sich das Drama kinderloser Mann einzig im Milieu der Besserverdienenden ab, wo das Klischee Cabrio statt Kinderwagen seinen Platz hat.
                
      Weder die zurückgebliebenen Männer im Osten (BOLLWAHN), noch der Anstieg der Kinderlosigkeit bei Hauptschülerinnen spielen eine Rolle.
                
      Dies ist konsequent elitär, schließlich soll nur die Elite mehr Kinder bekommen. Der Rest interessiert nicht.
                
      Ganz außen vor, bleibt dabei die Frage, ob es überhaupt zu wenig Kinder gibt.
                
      Diese Frage hat mindestens zwei Dimensionen. Erstens ist überhaupt gar nicht gesagt, dass das Ausmaß der Kinderlosigkeit so hoch ist, wie meistens behauptet wird. Lebenslange Kinderlosigkeit wird mit den heutigen statistischen Daten nicht erfasst, sondern kann nur geschätzt werden. Familienfundamentalisten nutzen dies und überschätzen großzügig die Kinderlosen. Das Ziel heiligt die Mittel.
                
      Zum anderen ist das Dogma der Bestandserhaltungszahl keineswegs unumstritten.
                
      Warum also wird Jagd auf Kinderlose veranstaltet, statt dafür zu sorgen, dass jene Paare, die sich Kinder wünschen, diese bekommen können?
                
      Der Soziologe Hans BERTRAM vertritt die Ansicht, dass Wissensgesellschaften mit einer höheren STATISTISCHEN Kinderlosigkeit (über die tatsächliche, lebenslange Kinderlosigkeit wissen Statistiker schließlich nichts genaues!) auch in Zukunft leben müssen. Wir sollten uns endlich darauf einstellen.
                
      Zudem hat BERTRAM aufgezeigt, dass nicht Kinderlosigkeit, sondern der Rückgang der Mehr-Kind-Familie für den Geburtenrückgang ausschlaggebend ist.
                
      Werden hier also nur Schaukämpfe geführt, die nicht zielführend sind, sondern Teil unseres Problems? Kinderlosenfeindlichkeit, nicht Kinderfeindlichkeit ist unser zentrales gesellschaftliches Problem.  
 
 
  • HERRMANN, Ulrike (2005): Steuertrickser unter sich.
    Um das Steuerrecht zu kritisieren, zitiert die Union gerne die "1.000 ganz legalen Steuertricks" aus der Bahnhofsbuchhandlung. Deren Autor Franz Konz versteht Kirchhof zwar nicht, freut sich aber dennoch,
    in: TAZ v. 09.09.
 
  • FEDDERSEN, Jan (2005): Die Opfer der besseren Welt.
    Auch nicht mehr das, was sie mal waren? Folge IV: Die Gutmenschen. In den 80ern wollten sie die Welt verbessern. Heute werden sie entweder verachtet oder haben es sich in der Welt nett eingerichtet. Aber sie werden trotzdem überleben,
    in: TAZ v. 09.09.
    • Inhalt:
      Jan FEDDERSEN erzählt wie der Gutmensch im Jahre 1991 durch die Zeitschrift Merkur in Umlauf gebracht wurde. Und was danach geschah.
 
  • SCHLAFFER, Hannelore (2005): Ihr Auftritt!
    Angela Merkel als Idealtypus der deutschen Politikerin - oder: Von den Vorzügen des schlechten Geschmacks,
    in: Frankfurter Rundschau v. 09.09.
    • Inhalt:
      Hannelore SCHLAFFER echauffiert sich darüber, dass Politikerinnen nicht ihre Weiblichkeit, sondern ihre Mütterlichkeit betonen:

                
      "Die deutsche Politikerin ist eine Frau, bei deren erstem Anblick der männlichen Betrachter beruhigt feststellt, dass sie als Frau nicht in Frage kommt. Weder mit Männern noch mit der Macht scheint sie zu kokettieren, ihre Weiblichkeit ist zu mütterlicher Behäbigkeit ausgereift, kurz: die deutsche Politikerin stellt die Landesmutter vor. Mitnichten wählt sie die Erscheinung einer Autorität, einer Führungspersönlichkeit und am aller wenigsten die einer Frau mit Sexappeal."
 
   

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