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Medienrundschau:
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News vom 15. - 30. September
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Zitat
des Monats:
Die gegenwärtige
geburtenfördernde Familienpolitik ist aktionistisch und hilflos
"•
Männer und Frauen, die
in instabilen Partnerschaften leben oder Singles sind, erreicht
man mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst
für unter Dreijährige - nicht.
• Karriereorientierte Frauen nützt es für ihr berufliches
Fortkommen nichts, wenn die steuerliche Absetzbarkeit von
Kinderbetreuungskosten verbessert wird.
• Ein bewusst
kinderloses Paar wird weder durch finanzielle
Transfers noch durch weitere Kinderbetreuungseinrichtungen
motiviert, Kinder zu bekommen.
• Und wenn Männer sich aufgrund fehlender finanzieller und
sozialer Planungssicherheit gegen Kinder entscheiden, lassen sie
sich weder durch erweitere Teilzeitmöglichkeiten während der
Elternzeit noch durch ein einkommensorientiertes einjähriges
Elterngeld umstimmen.
Diese Beispiele zeigen, dass die meisten Gründe für
Kinderlosigkeit nicht oder nur bedingt politisch beeinflussbar
sind. Der/die fehlende PartnerIn kann nicht mittels politischer
Maßnahmen »herbeigezaubert« werden;
gefördert werden kann
höchstens die frühe ökonomische Eigenständigkeit von jungen
Frauen und Männern. Entscheiden sich Männer und Frauen bewusst
gegen Kinder, ist dieser Entschluss politisch zu respektieren.
Und die ökonomische Situation einer Familie hängt weniger vom
Kindergeld als von dem auf dem Arbeitsmarkt erzielten
Haushaltseinkommen ab. Das konservative Mutterleitbild sowie die
fehlenden Zukunftsperspektiven infolge wirtschaftlicher
Unsicherheiten hängen von gesamtgesellschaftlichen und
ökonomischen Entwicklungen ab, die nur zum Teil und nicht im
Rahmen der Familienpolitik politisch steuerbar sind. Die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht nur von
rechtlichen Regelungen zu Elternzeit, Teilzeitarbeit und
Kinderbetreuungseinrichtungen beeinflusst, sondern vor allem von
unternehmerischen Auffassungen von karriereadäquatem Verhalten.
(Diana Auth im Sammelband
"Grenzen der Bevölkerungspolitik" 2007, S.98)
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Zeit-Dossier:
Wozu noch heiraten?
Jedenfalls nicht, um Steuern zu
sparen. Die Deutschen binden sich, weil sei überzeugt sind von der
Ehe |
-
NIEJAHR, Elisabeth (2007): Romantik trifft Vernunft.
Fast jede zweite Ehe wird in Deutschland geschieden. Finanziell
hilft der Staat weniger denn je. Trotzdem lassen sich junge Paare
nicht entmutigen zu heiraten. Warum nur?
in: Die ZEIT Nr.39 v. 20.09.
- Anmerkungen:
Angeblich ist die Ehe ein Auslaufmodell.
Aber Totgesagte leben länger. Single-dasein.de hat bereits
im Jahr 2000 darauf hingewiesen, dass Heiraten eine Renaissance
erleben wird.
Dies
liegt zum einen daran, dass mit der Individualisierungsthese von
Ulrich BECK und dem Schlagwort von der "Single-Gesellschaft" zwar
der
Fokus auf die Scheidung und Trennung gelegt
wird, aber ob Paarbeziehungen früher stabiler waren als heute, das
lässt sich gar nicht sagen, weil aufgrund der Scheidungsreform in
den 1970er Jahren nur das Recht an eine veränderte Praxis
angeglichen wurde. Die Stabilität von Paarbeziehungen im "goldenen
Zeitalter der Ehe" wird gegenüber heute überschätzt.
"Wird
jede dritte Ehe geschieden - wie dies die zusammengefaßte
Scheidungsziffer nahelegt - oder sind es 80 von 10.000 bestehenden
Ehen?"
warf der renommierte Soziologe Kurt
LÜSCHER bereits im Jahr 1995 angesichts des Terrors der
Individualisierungsthese ein.
Elisabeth
NIEJAHR berichtet nun von einem Trend in Sachen Heirat,
den die Soziologen
Norbert F. SCHNEIDER & Heiko RÜGER
aufgedeckt haben.
Während
traditionell Ehekritiker vor allem den romantischen Vorstellungen
die Schuld an der heutigen Instabilität von Ehen geben, zeigen
SCHNEIDER & RÜGER, dass Ehen viel seltener aufgrund von
romantischen Vorstellungen geschlossen werden, als dies angenommen
wird.
Es
deutet vieles darauf hin, dass die Deutungshoheit der
68er-Generation in Sachen Liebe am Verblassen ist. Junge
Soziologen wie
Christian SCHULDT oder die neuere
Ratgeberliteratur von den
KÜSTENMACHERs bis zu
Christian THIEL oder Doris MÄRTIN
zeigen auf, wie Partnerschaften heutzutage jenseits des
Konfrontationsmodells der 68er funktionieren. Damit wird
der Fokus auf die Frage gerichetet:
Was hält Paare zusammen?
-
HILDEBRANDT, Tina & Elisabeth NIEJAHR (2007): "Viele Paare wollen
noch einmal blühen.
In einer unsicheren Welt wächst die Sehnsucht nach einem privaten
Schutzraum - Gespräch mit einer Pastorin, einem Ehetherapeuten und
einer Scheidungsanwältin,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 20.09.
- Inhalt:
Interview mit dem Diplom-Psychologen Edouard MARRY,
der Pastorin Anne GIDION und der Scheidungsanwältin Anne KLEIN.
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- SEITZ, Norbert (2007): Der Journalismus
auf dem Prüfstand,
in: Die ZEIT Nr.39 v. 20.09.
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WIDMER, Thomas (2007): Manual des männlichen Weltwissens.
Pfadi-Handbuch, Survival-Guide, Spielanleitung, Intellekt-Stimulus:
«The Dangerous Book for Boys» befriedigt urmännliche Triebe,
in: Weltwoche Nr.38 v. 20.09.
- Anmerkungen:
Thomas WIDMER gehört zur anwachsenden Gattung
der "bekennenden Ex-Softies" von
Reinhard MOHR bis zu
Jörg LAU, die nun aus ihrem
Opferstatus, der ihnen durch das "Zeitalter
des Hardcore-Feminismus" zugewachsen ist, in Zeiten des
Postfeminismus gewissermaßen Expertenstatus in Sachen
Geschlechterfrage erlangt haben.
Typisch
für diese neue Bekenntnisliteratur ist eine Einleitung wie jene von
Thomas WIDMNER:
"Eine
persönliche Mitteilung: Der Autor dieses Artikels hat sich als Junge
immer ein Luftgewehr gewünscht und nie eines bekommen; stattdessen
endete er damit, von seinen Schwestern das Stricken beigebracht zu
kriegen. In den Gymnasialjahren wurden diese Fähigkeiten dann
überraschend zum Trumpf. Die Siebziger waren die Zeit der
Friedensbewegung, gleichzeitig nahm die Frauenbewegung das
Patriarchat unter Beschuss, in Kombination ergab sich das Verdikt:
Männer bedeuten Gewalt und machen Krieg, weswegen sie soweit möglich
zu feminisieren sind. So entstand der «Softie», ein Mädchenabklatsch
in Latzhose, der idealerweise gar strickte.
Kaum
vorstellbar, dass in jener dunklen Epoche zwei englische Brüder
namens Conn und Hal Iggulden (...) «The Dangerous Book for Boys»
lanciert hätten und dass diese Abenteuerfibel speziell für Jungen
ein Bestseller geworden wäre."
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APFL, Stefan & Florian KLENK (2007): "Emma"-Chefin Alice Schwarzer
kommt nach Wien.
Ein Gespräch über die "Generation iPorn", die falsche Toleranz
der Linken, ihren letzten Minirock,den Whiskey mit Sartre und den
Kuss, den Udo Jürgens ihr im Strandkorb gab,
in: Falter Nr.38 v. 19.09.
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PINL, Claudia (2007): Barbie in der F-Klasse.
Opfer und Ego (5): Die Kluft zwischen Alpha-Mädchen und
Altfeministinnen ist groß - aber überbrückbar, wenn beide anfangen,
herrschende Geschlechterbilder zu zerstören,
in: TAZ v. 18.09.
- Inhalt:
Die Altfeministin
Claudia PINL stimmt mit den "neuen"
Feministinnen darin überein, dass Feminismus und Klassengesellschaft
vereinbar sind. Wichtiger als die Solidarität zwischen Frauen ist
die Solidarität unter erfolgreichen Frauen:
"Niemand
aus der F-Klasse muss ein schlechtes Gewissen haben, weil ihr
beruflicher Erfolg nicht auch zu einer Erhöhung der Löhne von
Friseurinnen geführt hat. Wichtig ist, dass erfolgreiche Frauen in
ihrem eigenen beruflichen Umfeld andere Frauen fördern und
ermutigen."
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VIDAL, Bruno (2007): Das ist Glück!
Ich bin Vater geworden. Toll! Mein Herz klopft laut vor Freude. Man
könnte es sogar hören, mein klopfendes Herz - wenn das Kind nicht so
laut brüllen würde,
in: TAZ v. 18.09.
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HARMSEN, Torsten (2007): Studenten, ab in die Betten!
in: Berliner Zeitung v. 18.09.
- Anmerkungen:
HARMSEN berichtet über den
Universitäts-Wettbewerb
"Familie in der Hochschule".
Angeblich, so suggeriert es HARMSEN, sind ostdeutsche Studentinnen
besonders gebärunwillig:
"Deutschland
steht mit seiner Geburtenrate auf Rang 170 unter 190
Industrieländern: mit
gegenwärtig 1,33
Kindern pro Frau. Deutsche Akademiker bekommen
besonders wenige und besonders spät Kinder. Studien zeigen, dass
fast 33 Prozent der Akademikerinnen mit Anfang 40 kinderlos sind,
bei den männlichen Hochschulabsolventen sogar fast 36 Prozent.
Demografisch sieht es vor allem im Osten schlimm aus."
Dem
widersprechen jedoch sämtliche sozialwissenschaftlichen Studien der
letzten Jahre. Insbesondere
Michaela KREYENFELD
vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock hat
nachgewiesen, dass ostdeutsche Frauen zum einen mehr Kinder und zum
anderen früher Kinder als westdeutsche Frauen bekommen. Dieser Trend
hat sich jedoch inzwischen aufgrund der Angleichung der
Bildungssysteme im Osten an Westdeutschland zwar abgeschwächt, aber
noch nicht angeglichen.
Die
Unterschiede des Gebärverhaltens in Ost und West lassen sich
aufgrund der mangelhaften Datenlage in Deutschland, die das
Ergebnis einer normativen Statistik
ist, die sich immer noch an dem katholischen Prinzip der
Unauflösbarkeit von Ehen orientiert , nur annähernd durch aufwendige
sozialstatistische Verfahren bestimmen.
Angeblich
sind die Nazis daran schuld. Dafür spricht jedoch wenig,
denn auch in der Schweiz wird dieses antimoderne Prinzip immer noch
angewandt.
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VATES, Daniela (2007): Lebenslügendetektor.
Jürgen Rüttgers will sich wie schon im Sommer 2006 als das soziale
Gewissen der CDU profilieren,
in: Berliner Zeitung v. 18.09.
- Inhalt:
"Er
predigt mehr Eigenverantwortung und geringere Lohnnebenkosten. Dem
unbedarften Leser kommt das sehr vertraut vor. Sind das nicht auch
die Schlagworte jener Lebenslügner, die Rüttgers eingangs kritisiert
hat?",
fragt sich VATES bei der Lektüre des Buches
"Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben" von Jürgen RÜTTGERS.
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RY (2007): Die Elite bleibt nicht dauerhaft im Ausland.
Forschungsministerin Annette Schavan fürchtet, dass
Hochqualifizierte, die sich im Ausland ausbilden ließen, nicht nach
Deutschland zurückkehren - der sogenannte "brain drain". An dieser
These hat ein Bevölkerungsinstitut erhebliche Zweifel,
in: Tagesspiegel v. 18.09.
- Inhalt:
RY stellt die Ergebnisse der Studie "Auswanderung aus
Deutschland" von Leonore SAUER und Andreas ETTE vor, die als
Heft 123 der Materialien zur Bevölkerungswissenschaft ist.
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NOLTE, Paul (2007): Familie unter Staatskuratel,
in: Welt v. 17.09.
- Exklusiv-Story von
single-dasein.de:
Bereits
anlässlich der Veröffentlichung der Geburtenraten für das Jahr 2006,
hat single-dasein.de prophezeit, dass damit nun medialen
Spekulationen Tür und Tor geöffnet wurden.
Paul NOLTEs Äußerungen bestätigen
dies:
"Eine
Kehrtwende bei der Geburtenrate ist offenbar nicht geschafft, im
Gegenteil".
Aber
auch
Ursula von der LEYEN kann sich mit ihrem
Hoffen auf die Trendwende auf die gleichen Zahlen stützen.
Dies
wird möglich, weil weder das statistische Bundesamt, noch das
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - die beide dem
Innenminister unterstellt sind - bereits seit Jahren keine Zahlen
mehr veröffentlichen, die verlässliche Aussagen über Trends bei den
jüngeren Frauenjahrgängen zulassen.
Seit
Juli 2004 herrscht hier absolutes Stillschweigen und das, obwohl das
Thema Geburtenraten im Brennpunkt der medialen Aufmerksamkeit steht.
Man darf sich deshalb darüber wundern, dass dies keinem einzigen
Journalisten - und noch nicht einmal kritischen Beobachtern der
Szene - auch nur eine einzige Zeile wert ist.
In
ihrem Beitrag
Pronatalistischer Aktionismus
(2007) fasst die Politikwissenschaftlerin Diana AUTH
diesen unbefriedigenden Sachstand folgendermaßen zusammen:
"Die
tatsächliche Zahl der Geburten pro Frau wird mit dem Längsschnittmaß
der kohortenspezifischen Geburtenziffern gemessen (...). Damit kann
man Aussagen über die Veränderungen im Gebärverhalten von Frauen
über einen längeren Zeitraum hinweg machen. Die kohortenspezifischen
Geburtenziffern setzen sich aus der Summe der altersspezfischen
Geburtenziffern der Frauen eines Geburtsjahrgangs zusammen. Während
Kaufmann (2005: 118) für die Geburtskohorten nach 1935 von einer
kontinuierlich abnehmenden Fertilität ausgeht, sieht die
Enquête-Kommission zum Demographischen Wandel (2002:43) diesen
Rückgang der Geburtenziffern für die Mütter jüngerer Geburtskohorten
gestoppt. Für die Geburtsjahrgänge der Mütter nach 1965 nimmt die
Enquête-Kommission an, dass die Geburtenziffern etwa gleich hoch
sein werden. Auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung geht
davon aus, dass der Rückgang der Kinderzahlen abgeschlossen ist und
dass die nach 1968 geborenen Frauen eine leicht erhöhte endgültige
Kinderzahl aufweisen werden, die aber keineswegs mit einem neuen
Geburtenboom gleichzusetzen ist (vgl.
Dorbritz 2004:11)."
Seit
über 3 Jahren schweigen alle jene Stellen zu diesem Thema, die
Auskunft darüber geben könnten und müssten. Dies ist ein Skandal,
aber offensichtlich einer, der politisch korrekt ist, sodass dieser
Skandal totgeschwiegen werden kann.
Die
gegenwärtigen Deutungskriege haben viel mit den Versäumnissen der
Wissenschaft und
Politik in den letzten Jahrzehnten
zu tun.
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RÖGGLA, Kathrin (2007): Krisenproduktionsmaschine.
Katastrophen als kapitalistisches Machtinstrument: Naomi Klein
betreibt Systemkritik,
in: Tagesspiegel v. 17.09.
- Inhalt:
"Nach dem
»militärisch-industriellen Komplex« der 70er und 80er Jahre, dem
Casino-Kapitalismus der 90er jetzt also der
Katastrophen-Kapitalismus-Komplex. Ein wenig klingt das schon nach
altem Wein in neuen Schläuchen, doch Naomi Klein geht es nicht
darum, ein neues Label zu erfinden, sondern, und das gelingt ihr
sehr überzeugend, die Genese eines weltumspannenden Systems zu
erzählen, welches sich durch ein herausstechendes Merkmal
auszeichnet: Es produziert Katastrophen, nicht nur, um Profit daraus
zu ziehen, sondern um sich als herrschende Machtstruktur fix zu
installieren, bis aus dem militärisch-industriellen Komplex jenes
Regierungsunternehmen wird, dem jeder Bewohner dieses Planeten
unterworfen ist", meint
Kathrin RÖGGLA zum Buch
"Die Schock-Strategie" von Naomi KLEIN.
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MICHAL, Wolfgang (2007): Der unbewegte Mann.
Jungs sind dümmer, Jobs gehen an Frauen, Ehegatten fliegen raus, es
lauert der frühe Tod: Mit dem starken Geschlecht geht es bergab. Doch
seine Vertreter verharren, als sei nichts – und schaufeln so ihr
eigenes Grab. Ein Aufschrei,
in: Tagesspiegel v. 16.09.
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BIRNBAUM, Robert (2007): In Pauls Welt.
Was ist konservativ: Ist es eine Haltung, ein Lebensstil, eine
Ideologie, eine Sammlung universaler Werte – oder nichts davon?
in: Tagesspiegel v. 16.09.
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TAGESSPIEGEL (2007): "Ich bin jetzt leider intolerant".
Erstens: Ohne Zigarette ist man uncool. Zweitens: Ich werde als
Mutter nie "so" sein. Vorstellungen, von denen Heike Makatsch sich
schnell verabschiedet hat,
in: tagesspiegel.de v. 16.09.
- Inhalt:
"Sie wohnen hier im Kiez. Gehören Sie zu denen,
die Hausflure mit ihren Kinderwagen zuparken?
MAKATSCH: Interessiert Sie das wirklich? Ich habe einen Aufzug
und nehme ihn mit hoch. Wir haben so viele Kinder im Haus, jeder hat
eins oder zwei, da sind alle sehr tolerant. Man weiß nie: Wessen
Kind schreit da eigentlich gerade? Zuerst denkt man immer, es sei
das eigene. Doch dann merkt man: Nee, es kommt von links, von rechts
und von unten. Mit der Zeit lernt man, dass ein zweijähriges Kind
ganz anders schreit als ein Neugeborenes.
Ihr kinderloser Kollege August Diehl, der auch in Prenzlauer Berg
wohnt, hat einmal gesagt, er überlege, sich einen Kassettenrecorder
mit Babygeschrei ins Fenster zu stellen, damit nicht der Verdacht
aufkommt, er sei unfruchtbar.
MAKATSCH: Oder schwul.
Wir sind hier echt das Epizentrum des Kinderkriegens."
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REINHOLD, Thomas (2007): Vergleich in Europa.
Berufstätigkeit von Müttern umstritten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.09.
- Inhalt:
REINHOLD referiert den folgenden Artikel:
SCHEUER, Angelika & Jörg DITTMANN (2007):
Berufstätigkeit von Müttern bleibt kontrovers. Einstellungen zur
Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Europa,
in: Informationsdienst Soziale Indikatoren, Nr.38, Juli
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SYLVESTER, Regine (2007): Männer allein zu Haus.
Im deutschen Osten wandern die jungen Frauen ab,
in: Berliner Zeitung v. 15.09.
- Inhalt:
"Ueckermünde.
10 500 Einwohner, früher 12 000. Die meisten sind schon älter. Bei
den 18- bis 25-Jährigen - Anfang 2006 nur noch 943 Personen - waren
504 junge Männer und 439 junge Frauen. Ein Unterschied von mehr als
zehn Prozent. Und im gesamten Landkreis Uecker-Randow mit vielen
kleinen Ortschaften kommen in derselben Altersgruppe auf hundert
Männer nur noch 77 Frauen, das sind dann schon fast 25 Prozent. Ein
deutlicher Unterschied.
Es ist Zufall, dass ich in Ueckermünde bin",
schreibt SYLVESTER zu ihrer Reportage. Ganz so
zufällig war es doch nicht, denn am Anfang stand die Studie
"Not am Mann" des Berlin-Instituts
für Bevölkerung und Entwicklung:
"Man
kann sie im Internet runterladen und selber lesen, dass im deutschen
Osten eine Situation entstanden ist, die es noch nie in der
deutschen Geschichte gab und die man an keinem anderen Ort in Europa
findet - auch in den entlegensten und frostigsten Gegenden kommt ein
solcher Frauenmangel nicht vor",
behauptet SYLVESTER, doch Beweise dafür
bleibt sie schuldig.
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KRUSE, Boris (2007): Von der Hausfrau zur "Familien-Managerin".
Arbeiten im Haushalt und in der Kindererziehung erfahren nach wie
vor eine geringe soziale Wertschätzung. Nur 13 Prozent der Frauen
haben den Eindruck, dass Familienarbeit von der Gesellschaft
ausreichend gewürdigt wird. Eine Studie fordert nun mehr Anerkennung
für die Mütter,
in: Tagesspiegel v. 15.09.
- Anmerkungen:
"Es ist ein alter, überflüssiger Lagerkampf, der in
den Reihen der Frauen tobt. Er zeigt sich von seiner
lächerlichsten Seite in der Fernseh-Werbung des schwäbischen
Staubsaugerherstellers Vorwerk. Hier verliert eine Karrierefrau
(zickig, dunkelhaarig, Single) Sympathiepunkte gegen eine Hausfrau
(glücklich, blond, verheiratet), die angesprochen auf ihren Beruf
sagt: »Ich führe ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen«.
In dem Spot heißt es am Ende: »Vorwerk unterstützt den wichtigsten
Beruf der Welt: Die Familienmanagerin«. Es ist ein piefiger
Punktsieg, den die Blonde erringt. Er dürfte ebensoviele Frauen
verärgern wie erfreuen. Doch in Wahrheit spielt er zwei Prinzipien
gegeneinander aus, von denen beide Frauen hoffen, dass sie
miteinander vereinbar wären: Beruf und Familie", schreiben die
beiden NEON-Redakteurinnen in ihrem
Buchbeitrag "Wutlos glücklich".
"Der
von Vorwerk geprägte Begriff »Familien-Managerin« setzt sich immer
erfolgreicher als treffende Beschreibung für das stetig komplexer
werdende Berufsbild der Hausfrau und Mutter in Deutschland durch.
60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diesen Begriff kennen.
Im Jahr 2005 waren es lediglich 32 Prozent", wird auf der
Familien-Mangerinnen Homepage von Vorwerk verkündet.
Bereits
im Jahr 2003 gründete sich ein
Berufsverband der
Familien-Managerinnen in der Schweiz, der sich um die
Aufwertung der Hausfrau bemüht.
Mit
dem Begriff "Familien-Managerin" werden zuweilen aber auch krude
bevölkerungspolitische Konzepte verbunden. So z.B. von Peter
MERSCH, wie Kostas PETROPULOS, Sprecher des
nationalkonservativen Think Tank Heidelberger Büro für
Familienfragen, in einer
Rezension von zwei Büchern zur Familien-Managerin vermerkt.
Mittels einer Kinderlosensteuer sollen professionelle
Familien-Managerinnen aus der Mittelschicht bezahlt werden,
während bei Unterschichtenfamilien der Nachwuchs zu beschränken
sei.
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WESTERWELLE, Guido (2007): Nur was für Oskar.
Von Brasilien bis China, von Sri Lanka bis Irak, von Russland bis
Israel, von Polen bis Chile, von Südafrika bis in die USA: Naomi
Klein galoppiert durch die Welt. Ihr Pferd heißt Vorurteil,
in: Welt v. 15.09.
- Anmerkungen:
Der deutschlandweit bekannte FDP-Politiker
WESTERWELLE prophezeit der weltweit bekannten Naomi KLEIN eine
hohe Auflage ihres neuen Buches. Wer hätte das gedacht?
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HARPPRECHT, Klaus (2007): Machtvolle Kulturelite gegen
sattgefütterte Masse.
Droht uns die mediale Klassengesellschaft?
in: TAZ v. 15.09.
- Inhalt:
"Man kann, mit Blick auf die Vereinigten Staaten, von
einer minoritären, doch machtvollen Kulturschicht reden, die hoch
über dem mit billiger Unterhaltung rund um die Uhr sattgefütterten
und ruhiggestellten Massenpublikum schwebt.
Das ist in Wahrheit die neue Klassengesellschaft: die Spaltung in
eine kleine, doch mächtige K-Klasse und die majoritäre U-Klasse -
eine Unterscheidung, die grausamer sein könnte als die alte
Scheidung nach Einkommen und Besitz, meint
Klaus HARPRRECHT in der
taz-Sonderausgabe
"Zeitung der Zukunft".
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[ zum Seitenanfang ]
Zu den News
vom 09.
- 14. September 2007
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