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News vom 15. - 30. September

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die gegenwärtige geburtenfördernde Familienpolitik ist aktionistisch und hilflos

"• Männer und Frauen, die in instabilen Partnerschaften leben oder Singles sind, erreicht man mit dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst für unter Dreijährige - nicht.
Karriereorientierte Frauen nützt es für ihr berufliches Fortkommen nichts, wenn die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten verbessert wird.
• Ein bewusst kinderloses Paar wird weder durch finanzielle Transfers noch durch weitere Kinderbetreuungseinrichtungen motiviert, Kinder zu bekommen.
• Und wenn Männer sich aufgrund fehlender finanzieller und sozialer Planungssicherheit gegen Kinder entscheiden, lassen sie sich weder durch erweitere Teilzeitmöglichkeiten während der Elternzeit noch durch ein einkommensorientiertes einjähriges Elterngeld umstimmen.

             Diese Beispiele zeigen, dass die meisten Gründe für Kinderlosigkeit nicht oder nur bedingt politisch beeinflussbar sind. Der/die fehlende PartnerIn kann nicht mittels politischer Maßnahmen »herbeigezaubert« werden; gefördert werden kann höchstens die frühe ökonomische Eigenständigkeit von jungen Frauen und Männern. Entscheiden sich Männer und Frauen bewusst gegen Kinder, ist dieser Entschluss politisch zu respektieren. Und die ökonomische Situation einer Familie hängt weniger vom Kindergeld als von dem auf dem Arbeitsmarkt erzielten Haushaltseinkommen ab. Das konservative Mutterleitbild sowie die fehlenden Zukunftsperspektiven infolge wirtschaftlicher Unsicherheiten hängen von gesamtgesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen ab, die nur zum Teil und nicht im Rahmen der Familienpolitik politisch steuerbar sind. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht nur von rechtlichen Regelungen zu Elternzeit, Teilzeitarbeit und Kinderbetreuungseinrichtungen beeinflusst, sondern vor allem von unternehmerischen Auffassungen von karriereadäquatem Verhalten.
(Diana Auth im Sammelband "Grenzen der Bevölkerungspolitik" 2007, S.98)

 
       
       
   
Zeit-Dossier: Wozu noch heiraten?
Jedenfalls nicht, um Steuern zu sparen. Die Deutschen binden sich, weil sei überzeugt sind von der Ehe
  • NIEJAHR, Elisabeth (2007): Romantik trifft Vernunft.
    Fast jede zweite Ehe wird in Deutschland geschieden. Finanziell hilft der Staat weniger denn je. Trotzdem lassen sich junge Paare nicht entmutigen zu heiraten. Warum nur?
    in: Die ZEIT Nr.39 v. 20.09.
    • Anmerkungen:
      Angeblich ist die Ehe ein Auslaufmodell. Aber Totgesagte leben länger. Single-dasein.de hat bereits im Jahr 2000 darauf hingewiesen, dass Heiraten eine Renaissance erleben wird.

                  Dies liegt zum einen daran, dass mit der Individualisierungsthese von Ulrich BECK und dem Schlagwort von der "Single-Gesellschaft" zwar der Fokus auf die Scheidung und Trennung gelegt wird, aber ob Paarbeziehungen früher stabiler waren als heute, das lässt sich gar nicht sagen, weil aufgrund der Scheidungsreform in den 1970er Jahren nur das Recht an eine veränderte Praxis angeglichen wurde. Die Stabilität von Paarbeziehungen im "goldenen Zeitalter der Ehe" wird gegenüber heute überschätzt.
                  "Wird jede dritte Ehe geschieden - wie dies die zusammengefaßte Scheidungsziffer nahelegt - oder sind es 80 von 10.000 bestehenden Ehen?"
      warf der renommierte Soziologe Kurt LÜSCHER bereits im Jahr 1995 angesichts des Terrors der Individualisierungsthese ein.

                  Elisabeth NIEJAHR berichtet nun von einem Trend in Sachen Heirat, den die Soziologen Norbert F. SCHNEIDER & Heiko RÜGER aufgedeckt haben.
                  Während traditionell Ehekritiker vor allem den romantischen Vorstellungen die Schuld an der heutigen Instabilität von Ehen geben, zeigen SCHNEIDER & RÜGER, dass Ehen viel seltener aufgrund von romantischen Vorstellungen geschlossen werden, als dies angenommen wird.
                  Es deutet vieles darauf hin, dass die Deutungshoheit der 68er-Generation in Sachen Liebe am Verblassen ist. Junge Soziologen wie Christian SCHULDT oder die neuere Ratgeberliteratur von den KÜSTENMACHERs bis zu Christian THIEL oder Doris MÄRTIN zeigen auf, wie Partnerschaften heutzutage jenseits des Konfrontationsmodells der 68er funktionieren. Damit wird der Fokus auf die Frage gerichetet: Was hält Paare zusammen? 
  • HILDEBRANDT, Tina & Elisabeth NIEJAHR (2007): "Viele Paare wollen noch einmal blühen.
    In einer unsicheren Welt wächst die Sehnsucht nach einem privaten Schutzraum - Gespräch mit einer Pastorin, einem Ehetherapeuten und einer Scheidungsanwältin,
    in: Die ZEIT Nr.39 v. 20.09.
    • Inhalt:
      Interview mit dem Diplom-Psychologen Edouard MARRY, der Pastorin Anne GIDION und der Scheidungsanwältin Anne KLEIN.
 
     
     
     
   
  • WIDMER, Thomas (2007): Manual des männlichen Weltwissens.
    Pfadi-Handbuch, Survival-Guide, Spielanleitung, Intellekt-Stimulus: «The Dangerous Book for Boys» befriedigt urmännliche Triebe,
    in: Weltwoche Nr.38 v. 20.09.
    • Anmerkungen:
      Thomas WIDMER gehört zur anwachsenden Gattung der "bekennenden Ex-Softies" von Reinhard MOHR bis zu Jörg LAU, die nun aus ihrem Opferstatus, der ihnen durch das "Zeitalter des Hardcore-Feminismus" zugewachsen ist, in Zeiten des Postfeminismus gewissermaßen Expertenstatus in Sachen Geschlechterfrage erlangt haben.

                  Typisch für diese neue Bekenntnisliteratur ist eine Einleitung wie jene von Thomas WIDMNER:
                  "Eine persönliche Mitteilung: Der Autor dieses Artikels hat sich als Junge immer ein Luftgewehr gewünscht und nie eines bekommen; stattdessen endete er damit, von seinen Schwestern das Stricken beigebracht zu kriegen. In den Gymnasialjahren wurden diese Fähigkeiten dann überraschend zum Trumpf. Die Siebziger waren die Zeit der Friedensbewegung, gleichzeitig nahm die Frauenbewegung das Patriarchat unter Beschuss, in Kombination ergab sich das Verdikt: Männer bedeuten Gewalt und machen Krieg, weswegen sie soweit möglich zu feminisieren sind. So entstand der «Softie», ein Mädchenabklatsch in Latzhose, der idealerweise gar strickte.
                  Kaum vorstellbar, dass in jener dunklen Epoche zwei englische Brüder namens Conn und Hal Iggulden (...) «The Dangerous Book for Boys» lanciert hätten und dass diese Abenteuerfibel speziell für Jungen ein Bestseller geworden wäre."
 
     
   
FALTER-Titelgeschichte:
Alice Schwarzer "Männer winken mir zu!"
  • APFL, Stefan & Florian KLENK (2007): "Emma"-Chefin Alice Schwarzer kommt nach Wien.
    Ein Gespräch über die "Generation iPorn", die falsche Toleranz der Linken, ihren letzten Minirock,den Whiskey mit Sartre und den Kuss, den Udo Jürgens ihr im Strandkorb gab,
    in: Falter Nr.38 v. 19.09.
 
   
  • PINL, Claudia (2007): Barbie in der F-Klasse.
    Opfer und Ego (5): Die Kluft zwischen Alpha-Mädchen und Altfeministinnen ist groß - aber überbrückbar, wenn beide anfangen, herrschende Geschlechterbilder zu zerstören,
    in: TAZ v. 18.09.
    • Inhalt:
      Die Altfeministin Claudia PINL stimmt mit den "neuen" Feministinnen darin überein, dass Feminismus und Klassengesellschaft vereinbar sind. Wichtiger als die Solidarität zwischen Frauen ist die Solidarität unter erfolgreichen Frauen:

                  "Niemand aus der F-Klasse muss ein schlechtes Gewissen haben, weil ihr beruflicher Erfolg nicht auch zu einer Erhöhung der Löhne von Friseurinnen geführt hat. Wichtig ist, dass erfolgreiche Frauen in ihrem eigenen beruflichen Umfeld andere Frauen fördern und ermutigen."
 
   
  • VIDAL, Bruno (2007): Das ist Glück!
    Ich bin Vater geworden. Toll! Mein Herz klopft laut vor Freude. Man könnte es sogar hören, mein klopfendes Herz - wenn das Kind nicht so laut brüllen würde,
    in: TAZ v. 18.09.
 
     
   
  • VATES, Daniela (2007): Lebenslügendetektor.
    Jürgen Rüttgers will sich wie schon im Sommer 2006 als das soziale Gewissen der CDU profilieren,
    in: Berliner Zeitung v. 18.09.
    • Inhalt:
      "
      Er predigt mehr Eigenverantwortung und geringere Lohnnebenkosten. Dem unbedarften Leser kommt das sehr vertraut vor. Sind das nicht auch die Schlagworte jener Lebenslügner, die Rüttgers eingangs kritisiert hat?", fragt sich VATES bei der Lektüre des Buches "Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben" von Jürgen RÜTTGERS.
 
   
  • RY (2007): Die Elite bleibt nicht dauerhaft im Ausland.
    Forschungsministerin Annette Schavan fürchtet, dass Hochqualifizierte, die sich im Ausland ausbilden ließen, nicht nach Deutschland zurückkehren - der sogenannte "brain drain". An dieser These hat ein Bevölkerungsinstitut erhebliche Zweifel,
    in: Tagesspiegel v. 18.09.
    • Inhalt:
      RY stellt die Ergebnisse der Studie "Auswanderung aus Deutschland" von Leonore SAUER und Andreas ETTE vor, die als Heft 123 der Materialien zur Bevölkerungswissenschaft ist.
 
     
   
  • NOLTE, Paul (2007): Familie unter Staatskuratel,
    in: Welt v. 17.09.
    • Exklusiv-Story von single-dasein.de:
      Bereits anlässlich der Veröffentlichung der Geburtenraten für das Jahr 2006, hat single-dasein.de prophezeit, dass damit nun medialen Spekulationen Tür und Tor geöffnet wurden. Paul NOLTEs Äußerungen bestätigen dies:

                  "Eine Kehrtwende bei der Geburtenrate ist offenbar nicht geschafft, im Gegenteil".
                  Aber auch Ursula von der LEYEN kann sich mit ihrem Hoffen auf die Trendwende auf die gleichen Zahlen stützen.
                  Dies wird möglich, weil weder das statistische Bundesamt, noch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung - die beide dem Innenminister unterstellt sind - bereits seit Jahren keine Zahlen mehr veröffentlichen, die verlässliche Aussagen über Trends bei den jüngeren Frauenjahrgängen zulassen.
                  Seit Juli 2004 herrscht hier absolutes Stillschweigen und das, obwohl das Thema Geburtenraten im Brennpunkt der medialen Aufmerksamkeit steht. Man darf sich deshalb darüber wundern, dass dies keinem einzigen Journalisten - und noch nicht einmal kritischen Beobachtern der Szene - auch nur eine einzige Zeile wert ist.
                  In ihrem Beitrag Pronatalistischer Aktionismus (2007) fasst die Politikwissenschaftlerin Diana AUTH diesen unbefriedigenden Sachstand folgendermaßen zusammen:
                  "Die tatsächliche Zahl der Geburten pro Frau wird mit dem Längsschnittmaß der kohortenspezifischen Geburtenziffern gemessen (...). Damit kann man Aussagen über die Veränderungen im Gebärverhalten von Frauen über einen längeren Zeitraum hinweg machen. Die kohortenspezifischen Geburtenziffern setzen sich aus der Summe der altersspezfischen Geburtenziffern der Frauen eines Geburtsjahrgangs zusammen. Während Kaufmann (2005: 118) für die Geburtskohorten nach 1935 von einer kontinuierlich abnehmenden Fertilität ausgeht, sieht die Enquête-Kommission zum Demographischen Wandel (2002:43) diesen Rückgang der Geburtenziffern für die Mütter jüngerer Geburtskohorten gestoppt. Für die Geburtsjahrgänge der Mütter nach 1965 nimmt die Enquête-Kommission an, dass die Geburtenziffern etwa gleich hoch sein werden. Auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung geht davon aus, dass der Rückgang der Kinderzahlen abgeschlossen ist und dass die nach 1968 geborenen Frauen eine leicht erhöhte endgültige Kinderzahl aufweisen werden, die aber keineswegs mit einem neuen Geburtenboom gleichzusetzen ist (vgl. Dorbritz 2004:11)."
                  Seit über 3 Jahren schweigen alle jene Stellen zu diesem Thema, die Auskunft darüber geben könnten und müssten. Dies ist ein Skandal, aber offensichtlich einer, der politisch korrekt ist, sodass dieser Skandal totgeschwiegen werden kann.
                  Die gegenwärtigen Deutungskriege haben viel mit den Versäumnissen der Wissenschaft und Politik in den letzten Jahrzehnten zu tun.
 
     
   
  • RÖGGLA, Kathrin (2007): Krisenproduktionsmaschine.
    Katastrophen als kapitalistisches Machtinstrument: Naomi Klein betreibt Systemkritik,
    in: Tagesspiegel v. 17.09.
    • Inhalt:
      "Nach dem »militärisch-industriellen Komplex« der 70er und 80er Jahre, dem Casino-Kapitalismus der 90er jetzt also der Katastrophen-Kapitalismus-Komplex. Ein wenig klingt das schon nach altem Wein in neuen Schläuchen, doch Naomi Klein geht es nicht darum, ein neues Label zu erfinden, sondern, und das gelingt ihr sehr überzeugend, die Genese eines weltumspannenden Systems zu erzählen, welches sich durch ein herausstechendes Merkmal auszeichnet: Es produziert Katastrophen, nicht nur, um Profit daraus zu ziehen, sondern um sich als herrschende Machtstruktur fix zu installieren, bis aus dem militärisch-industriellen Komplex jenes Regierungsunternehmen wird, dem jeder Bewohner dieses Planeten unterworfen ist", meint Kathrin RÖGGLA zum Buch "Die Schock-Strategie" von Naomi KLEIN.
 
     
   
  • MICHAL, Wolfgang (2007): Der unbewegte Mann.
    Jungs sind dümmer, Jobs gehen an Frauen, Ehegatten fliegen raus, es lauert der frühe Tod: Mit dem starken Geschlecht geht es bergab. Doch seine Vertreter verharren, als sei nichts – und schaufeln so ihr eigenes Grab. Ein Aufschrei,
    in: Tagesspiegel v. 16.09.
 
   
  • BIRNBAUM, Robert (2007): In Pauls Welt.
    Was ist konservativ: Ist es eine Haltung, ein Lebensstil, eine Ideologie, eine Sammlung universaler Werte – oder nichts davon?
    in: Tagesspiegel v. 16.09.
 
   
  • TAGESSPIEGEL (2007): "Ich bin jetzt leider intolerant".
    Erstens: Ohne Zigarette ist man uncool. Zweitens: Ich werde als Mutter nie "so" sein. Vorstellungen, von denen Heike Makatsch sich schnell verabschiedet hat,
    in: tagesspiegel.de v. 16.09.
    • Inhalt:
      "Sie wohnen hier im Kiez. Gehören Sie zu denen, die Hausflure mit ihren Kinderwagen zuparken?
      MAKATSCH: Interessiert Sie das wirklich? Ich habe einen Aufzug und nehme ihn mit hoch. Wir haben so viele Kinder im Haus, jeder hat eins oder zwei, da sind alle sehr tolerant. Man weiß nie: Wessen Kind schreit da eigentlich gerade? Zuerst denkt man immer, es sei das eigene. Doch dann merkt man: Nee, es kommt von links, von rechts und von unten. Mit der Zeit lernt man, dass ein zweijähriges Kind ganz anders schreit als ein Neugeborenes.
      Ihr kinderloser Kollege August Diehl, der auch in Prenzlauer Berg wohnt, hat einmal gesagt, er überlege, sich einen Kassettenrecorder mit Babygeschrei ins Fenster zu stellen, damit nicht der Verdacht aufkommt, er sei unfruchtbar.
      MAKATSCH: Oder schwul. Wir sind hier echt das Epizentrum des Kinderkriegens."
 
   
  • REINHOLD, Thomas (2007): Vergleich in Europa.
    Berufstätigkeit von Müttern umstritten,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.09.
    • Inhalt:
      REINHOLD referiert den folgenden Artikel:
      SCHEUER, Angelika & Jörg DITTMANN (2007): Berufstätigkeit von Müttern bleibt kontrovers. Einstellungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland und Europa,
      in: Informationsdienst Soziale Indikatoren, Nr.38, Juli
 
   
  • SYLVESTER, Regine (2007): Männer allein zu Haus.
    Im deutschen Osten wandern die jungen Frauen ab,
    in: Berliner Zeitung v. 15.09.
    • Inhalt:
      "
      Ueckermünde. 10 500 Einwohner, früher 12 000. Die meisten sind schon älter. Bei den 18- bis 25-Jährigen - Anfang 2006 nur noch 943 Personen - waren 504 junge Männer und 439 junge Frauen. Ein Unterschied von mehr als zehn Prozent. Und im gesamten Landkreis Uecker-Randow mit vielen kleinen Ortschaften kommen in derselben Altersgruppe auf hundert Männer nur noch 77 Frauen, das sind dann schon fast 25 Prozent. Ein deutlicher Unterschied.
      Es ist Zufall, dass ich in Ueckermünde bin
      ",
      schreibt SYLVESTER zu ihrer Reportage. Ganz so zufällig war es doch nicht, denn am Anfang stand die Studie "Not am Mann" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung:

                  "Man kann sie im Internet runterladen und selber lesen, dass im deutschen Osten eine Situation entstanden ist, die es noch nie in der deutschen Geschichte gab und die man an keinem anderen Ort in Europa findet - auch in den entlegensten und frostigsten Gegenden kommt ein solcher Frauenmangel nicht vor",
      behauptet SYLVESTER, doch Beweise dafür bleibt sie schuldig.
 
   
  • Vorwerk-Familienstudie 2007

    • KRUSE, Boris (2007): Von der Hausfrau zur "Familien-Managerin".
      Arbeiten im Haushalt und in der Kindererziehung erfahren nach wie vor eine geringe soziale Wertschätzung. Nur 13 Prozent der Frauen haben den Eindruck, dass Familienarbeit von der Gesellschaft ausreichend gewürdigt wird. Eine Studie fordert nun mehr Anerkennung für die Mütter,
      in: Tagesspiegel v. 15.09.
      • Anmerkungen:
        "Es ist ein alter, überflüssiger Lagerkampf, der in den Reihen der Frauen tobt. Er zeigt sich von seiner lächerlichsten Seite in der Fernseh-Werbung des schwäbischen Staubsaugerherstellers Vorwerk. Hier verliert eine Karrierefrau (zickig, dunkelhaarig, Single) Sympathiepunkte gegen eine Hausfrau (glücklich, blond, verheiratet), die angesprochen auf ihren Beruf sagt: »Ich führe ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen«. In dem Spot heißt es am Ende: »Vorwerk unterstützt den wichtigsten Beruf der Welt: Die Familienmanagerin«. Es ist ein piefiger Punktsieg, den die Blonde erringt. Er dürfte ebensoviele Frauen verärgern wie erfreuen. Doch in Wahrheit spielt er zwei Prinzipien gegeneinander aus, von denen beide Frauen hoffen, dass sie miteinander vereinbar wären: Beruf und Familie", schreiben die beiden NEON-Redakteurinnen in ihrem Buchbeitrag "Wutlos glücklich".

                    "Der von Vorwerk geprägte Begriff »Familien-Managerin« setzt sich immer erfolgreicher als treffende Beschreibung für das stetig komplexer werdende Berufsbild der Hausfrau und Mutter in Deutschland durch. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diesen Begriff kennen. Im Jahr 2005 waren es lediglich 32 Prozent", wird auf der Familien-Mangerinnen Homepage von Vorwerk verkündet.
                    Bereits im Jahr 2003 gründete sich ein Berufsverband der Familien-Managerinnen in der Schweiz, der sich um die Aufwertung der Hausfrau  bemüht.
                    Mit dem Begriff "Familien-Managerin" werden zuweilen aber auch krude bevölkerungspolitische Konzepte verbunden. So z.B. von Peter MERSCH, wie Kostas PETROPULOS, Sprecher des nationalkonservativen Think Tank Heidelberger Büro für Familienfragen, in einer Rezension von zwei Büchern zur Familien-Managerin vermerkt. Mittels einer Kinderlosensteuer sollen professionelle Familien-Managerinnen aus der Mittelschicht bezahlt werden, während bei Unterschichtenfamilien der Nachwuchs zu beschränken sei.
 
   
  • Naomi Klein - Die Schock-Strategie

    • WESTERWELLE, Guido (2007): Nur was für Oskar.
      Von Brasilien bis China, von Sri Lanka bis Irak, von Russland bis Israel, von Polen bis Chile, von Südafrika bis in die USA: Naomi Klein galoppiert durch die Welt. Ihr Pferd heißt Vorurteil,
      in: Welt v. 15.09.
      • Anmerkungen:
        Der deutschlandweit bekannte FDP-Politiker WESTERWELLE prophezeit der weltweit bekannten Naomi KLEIN eine hohe Auflage ihres neuen Buches. Wer hätte das gedacht?
 
   
  • HARPPRECHT, Klaus (2007): Machtvolle Kulturelite gegen sattgefütterte Masse.
    Droht uns die mediale Klassengesellschaft?
    in: TAZ v. 15.09.
    • Inhalt:
      "Man kann, mit Blick auf die Vereinigten Staaten, von einer minoritären, doch machtvollen Kulturschicht reden, die hoch über dem mit billiger Unterhaltung rund um die Uhr sattgefütterten und ruhiggestellten Massenpublikum schwebt.
      Das ist in Wahrheit die neue Klassengesellschaft: die Spaltung in eine kleine, doch mächtige K-Klasse und die majoritäre U-Klasse - eine Unterscheidung, die grausamer sein könnte als die alte Scheidung nach Einkommen und Besitz, meint Klaus HARPRRECHT in der taz-Sonderausgabe "Zeitung der Zukunft".
 
   

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