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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 21. - 30. April 2004

 
       
     
     
     
       
   
Zitat des Monats:
"Sie haben das Privileg, zu einer Generation zu gehören, die nicht aufs Abstellgleis geschoben werden kann. Der Grund dafür ist einfach: Die Alterspyramide erfährt eine dramatische Umkehrung, die Tanne verwandelt sich in einen Atompilz.
      
   Altwerden als Massenphänomen wird vor allem die Industriegesellschaften grundlegend verändern.
(...).

      
   Während diese Entwicklung gemeinhin als Schreckensszenario dargestellt wird, das der Jugend ihr Recht auf Zukunft nimmt und generell unfinanzierbar ist, birgt es für die Alten von morgen - und das sind wir- ungeahnte Chancen.
(...). Die umworbene Masse ist automatisch die privilegierte Klasse. Nur was uns interessiert, lässt sich verkaufen oder politisch durchsetzen. (...).

      
   Die Investmentbank UBS Warburg vertritt die These, dass die Gesellschaft zwar altert, aber alle davon profitieren. Da sich in der Gruppe der heute 30- bis 49-Jährigen ein überdurchschnittlich großer Anteil von Singles oder »Dinks« (Double income, no kids) tummelt, ständen der Wirtschaft goldene Zeiten bevor - ganz unabhängig von der US-Wirtschaft oder strukturellen Reformen in Europa. Dinks und Singles geben ihr Geld aus, statt es für die Nachkommen fest anzulegen.
      
   Die Rentendiskussion ist wie ein letztes Aufbäumen der Angstmacher."
(aus: Martin Schacht "Die ewige Zielgruppe", 2004, S.12ff.)
 
       
     
   
  • BLÄSKE, Gerhard (2004): Frauen müssen draußen bleiben.
    Ein dichtes Netz von Betreuungseinrichtungen erlaubt es den meisten Französinnen trotz Kindern zu arbeiten, - in die Chefetagen kommen aber fast nur Männer,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.04.
 
   
  • BESSING, Joachim (2004): Sie haben eine neue Nachricht erhalten, Sie Irrer!
    Das Mobiltelefon galt einmal als nützliche Erfindung. Aber es hat sich zur bösen Macht entwickelt und will uns in den Wahnsinn treiben,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.04.
    • Kommentar:
      In der SZ wurde wie überall das Manifest "Tristesse Royale" zerrissen, nichts desto trotz ist die SZ, speziell in ihrer Magazinbeilage, mittlerweile ein Hort royaler Tristesse.

            
        Seit aus Männer ohne Frauen (Willi WINKLER) u.a. Männer mit Frau und Kind geworden sind, die sich um die Rettung der Familie sorgen, oder Männer, die das stilvolle Verarmen predigen, dürfen sie in der SZ so ziemlich alles schreiben, was ihnen einfällt...  
 
   
  • HINTERMEIER, Hannes (2004): Gerechtes Denken ist langweilig.
    Dem Zeitgeist ein Schnippchen: Der Karolinger Verlag und seine Verleger,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.04.
    • Inhalt:
      HINTERMEIER porträtiert die Verleger Peter WEIß (Jahrgang 1942) und Jean-Jacques LANGENDORF (Jahrgang 1938) des österreichischen Karolinger Verlag.

            
        Das Verlagsprogramm wird uns von HINTERMEIER mittels Zitat präsentiert:
            
        "»Morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens« schreibt Fernando Pessoa am 5. April 1915 (...). Karolinger steht für diese komplizierte Vielfalt des Denkens."
            
        Im Karolinger Verlag erschien u.a. "Die Häresie der Formlosigkeit" von Martin MOSEBACH.
 
     
   
  • MÜCHLER, Günther (2004): Paul Nolte: Generation Reform, 
    in: Das Politische Buch. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 30.04.
    • Inhalt:
      "Nolte enumeriert fünf Eckpunkte eines neuen konservativen Profils: Religiöse Fundamente in einer postsäkularen Welt; Eindämmung der Ego-Gesellschaft; Subsidiaritäts- und Netzstrukturen; Identitäten und Identitätsräume; Maßhalten und Machbarkeitsprinzip.
      Dreh- und Angelpunkt ist für den Autor dabei der Begriff der »Verantwortung zur Veränderung«", erläutert Günther MÜCHLER zum
      Essayband "Generation Reform"
 
   
  • RUTSCHKY, Katharina (2004): Ja zum Doktor, nein zu Kindern,
    in: Welt v. 30.04.
    • Kommentar:
      Noch ein Nachtrag zum Mythos der kinderlosen Akademikerin. RUTSCHKY möchte das Problem vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus debattiert haben:

            
        "Es ist doch auffällig, dass Deutschlands niedrige Geburtenquote in Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland, Österreich und inzwischen auch Portugal Parallelen hat - bei allen kulturellen Unterschieden samt und sonders Länder, die wie wir die Erfahrungen von Krieg, Bürgerkrieg und Diktatur machen mussten. So viel Gewalt muss den Lebensnerv von Generationen beschädigt haben. Schuldzuweisungen und Panikmache sind die schlechtesten Mittel, ihn wieder hochzupäppeln."
            
        Parallelen sieht man jedoch nur, wenn man die Geburtenraten traditionell berechnet.
            
        David A. COLEMANN hat jedoch im neuesten Heft des pro familia magazins viel differenziertere Erkenntnisse vorgelegt. Die Entwicklung in Ländern wie Italien, Spanien und Österreich ist anders verlaufen wie in Deutschland.
            
        Wer den dramatischen Geburtenrückgang in den neuen Bundesländern ausblendet, wer überhaupt die Zweiteilung Deutschlands ignoriert, der kann nicht erwarten, dass seine Überlegungen die Wirklichkeit in Deutschland einfangen können.
 
   
NOUVEL OBSERVATEUR-Titelgeschichte: Les nouveaux célibataires.
Ils inventent d'autres façons d'être ensemble
  • LEMONNIER, Marie (2004): Les nouveaux célibataires.
    Ils inventent d'autres façons de vivre ensemble,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • NICOLOPOULOS, Stéphane (2004): Coeurs à prendre,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • LEMONNIER, Marie (2004): Suivez le guide...
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • LEMONNIER, Marie (2004): Angelina Jolie,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • LEMONNIER, Marie (2004): De soi à soi, les vertus de la solitudes,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • LEMONNIER, Marie (2004): Libres, ensemble?
    Vivre chacun chez soi et se retrouver deux week-ends par mois, telle est l’une des recettes des évadés de la solitude pour éviter l’usure de la vie à deux,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • BUI, Doan (2004): Solo bizness.
    Europe: un marché de 140 milliards d'euros,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • BUI, Doan (2004): Jeune, jolie, seule... et flambeuse,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
  • BUI, Doan (2004): Le boom des romans pour coeurs solitaires,
    in: Nouvel Observateur Nr.2060 v.  29.04.
 
   
  • AMI (2004): Von 2005 an höherer Pflegebeitrag für Kinderlose.
    Familien sollen dagegen entlastet werden. Höhe noch offen. Gesundheitsministerium rechnet Modell durch,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v.  29.04.
    • Kommentar:
      AMI meldet, dass angeblich bereits im Mai ein Gesetz beschlossen wird, das Kinderlose in der Pflegeversicherung stärker belastet.
      Dies wäre der Einstieg in den katholischen Sozialstaat,

      der darauf abzielt Staat und Arbeitgeber aus dem Familienlastenausgleich herauszuhalten und mittels der neuen Konfliktlinie Familien contra Singles den Klassenkonflikt zwischen Kapital und Arbeit auf die Reproduktionssphäre zu verschieben.

            
        Der katholische Sozialstaat verschiebt die Lasten der Bevölkerungspolitik auf die  zwangsversicherten Arbeitnehmer. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts können sich die Hände reiben: ihre Altersversicherung ist davon unabhängig!
            
        Bert Rürup, der neuerdings für eine nachhaltige Familienpolitik plädiert, die ebenfalls die Kinderlosigkeit als zentrales Problem definiert, wendet sich entschieden gegen eine Lösung innerhalb der Sozialversicherungen, weil diese gerade Geringverdiener bestraft, während Beamte, Selbständige, Richter und andere Besserverdienende nicht an den Kinderkosten beteiligt werden.
            
        Wer sich als Single (darunter fallen in diesem Fall auch Eltern, deren Kinder nicht mehr im Haushalt leben) gegen diese Ungerechtigkeit nicht wehrt, der lebt verkehrt!
      Um die Dimensionen des Betrugs ein wenig deutlicher zu machen ein paar Zahlen zur Lage der 45-55-Jährigen im Jahr 1994:

            
        Damals lebten nur 18 % Kinderlose, aber 42 % Eltern ohne Kinder im Haushalt mit einem Pro-Kopf-Einkommen über 3000 DM dieser Altersgruppe in den alten Bundesländern. Bei den 2500-3000 DM-Einkommen waren es 14 % Kinderlose, aber 33 % Eltern ohne Kinder im Haushalt. Unter jenen, die weniger als 2500 DM verdienten, lebten gar nur 1 - 5 % Kinderlose, aber zwischen 6 und 35 % Eltern ohne Kinder im Haushalt.  Diese Daten wurden vom Deutschen Jugendinstitut erhoben (BIEN/BAYER/BAUEREIß/DANNENBECK "Die soziale Lage von Kinderlosen, 1996, S.102).
            
        Die Daten sind zwar bereits 10 Jahre alt, aber die Veränderungen sind nicht so groß, dass diese Daten keinen Anhalt mehr geben könnten. Sie zeigen eindeutig, dass unter den Zwangsversicherten nur eine kleine Minderheit tatsächlich lebenslang kinderlos ist. Der größte Teil sind Eltern, deren Kinder nicht mehr im Haushalt leben.
            
        Wenn heute die Kinderlosigkeit auf über 30 % geschätzt wird, dann ist damit viel Demagogie, aber wenig Stichhaltiges mit im Spiel.
            
        Eltern werden durch die Verwendung eines weiten Begriffs von Kinderlosigkeit darüber getäuscht, dass sie die Hauptlast dieser Politik tragen werden.
            
        Es ist ja bezeichnend, dass der Familiensurvey neuere Daten aus dem Jahr 2000 zuließe. Sie aber entweder nicht ausgewertet oder nicht veröffentlicht werden. Der Bürger soll offenbar über seine Lage im Unklaren gelassen werden...
 
   
  • ULRICH, Bernd (2004): Jetzt sind wir dran.
    Frank Schirrmacher schmiedet das "Methusalem-Komplott". Aber die 40-Jährigen sind keine Opfer, sondern Gewinner,
    in: Die ZEIT Nr.19 v.  29.04.
    • Kommentar:
      Bernd ULRICH kocht einen Eintopf aus ein bisschen Martin SCHACHT "Die ewige Zielgruppe" und zuviel 78er-Philosophie à la Reinhard MOHR, Matthias POLITYCKI und Tilman KRAUSE. Nicht zuletzt die Gestaltung der Wende zum Weniger.

            
        Heraus kommt leider nichts Stimmiges. Den 78ern als Zwischengeneration zwischen den 68ern und der Generation Golf fehlt die Masse, um jene Macht zu erlangen, die ihnen ULRICH andichtet. SCHACHT hat dagegen 78er und Generation Golf zur machtvollen Kaufkraftgruppe zusammengefasst.
            
        Die Generation Golf schickt ULRICH ins gemütliche MONOPOL-Abseits:
            
        "Nie waren sich die 68er und ihre ewigen Plagegeister, also wir, so nahe wie nach Erfindung der Generation Golf. Dann kamen Börsenkrach und Medienkrise. Die Jungunternehmer gingen Pleite, und seit dem 11. September 2001 sind wieder Ernst und Geschichte gefragt. Von dieser Wende hat sich die Generation Golf bis heute nicht erholt. Ihr Vormann Illies hat ein verspätetes Start-up-Unternehmen, eine Zeitschrift für Kunst, gegründet – eine mutige Entscheidung, aber auch ein Signal: Seine Generation hat den Kampf um das Zentrum der Gesellschaft und um die geistige Hegemonie vorerst aufgegeben. Dabei sein reicht ihr."
            
        Was an Bernd ULRICH gewaltig nervt, das ist der Versuch den demografischen Wandel als unabänderliche Tatsache darzustellen, der angeblich zum alternativlosen Handeln zwingt.
            
        Politik wird hier entpolitisiert, bzw. zur Sache einer verschworenen Elite stilisiert. Single-dasein.de zeigt jedoch, dass bereits der demografische Wandel ein Mythos ist, der mit neuen Denkverboten einhergeht.
            
        Ach ja, es sollte ja um Frank SCHIRRMACHER gehen. Den nimmt ULRICH jedoch nur zum Anlass um sein eigenes Süppchen zu kochen. Ganz unrecht hat er ja nicht, wenn er schreibt:
            
        "Frank Schirrmacher wirft sich namens unserer Generation in die Opferrolle. Und das zu einem Zeitpunkt, da das krasse Gegenteil der Fall ist. Die Mittvierziger werden gerade dominant. Sie erobern Machtzentralen und Multiplikatorenrollen, sie gehen in die Spitze und in die Breite. Mit einem Wort: Sie werden zur herrschenden Generation. " 
 
   
  • FRANKFURTER RUNDSCHAU (2004): Deutschland braucht mehr Kinder.
    Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen eine neue "Allianz für Familie" schmieden, die allen Gewinn bringt,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.
    • Kommentar:
      Die FR druckt die Präambel der "Allianz für Familie - Balance für Familie und Arbeitswelt" ab.

            
        Der Text hebt vor allem auf die Geburtensteigerung ab, wenn es heißt, dass wir eine "aktive Bevölkerungsentwicklung" brauchen und das Ziel einer "bevölkerungsstabilisierenden Geburtenrate" genannt wird. Daraus wird dann hergeleitet, dass Familienwerten gute Entfaltungsbedingungen gegeben werden müssen und Anreize sollen neu gesetzt werden.
            
        In dieser Sicht wird Kinderlosigkeit nicht nur zum Defizit, sondern zum zentralen gesellschaftlichen Problem erklärt!
            
        Bezeichnenderweise werden die 70er Jahre zum Ausgangspunkt des Problems, sowohl des Arbeitsmarktes als auch der demografischen Krise, gemacht. Normativer Bezugspunkt ist ganz offensichtlich die angebliche Familienidylle der 50er Jahre. Der Unterschied ist jedoch, dass nicht die Einernährerfamilie, sondern die Doppelverdienerfamilie propagiert wird. Die Steigerung der Ehefrauenerwerbstätigkeit ist ein gleichwertiges Ziel dieser nachhaltigen Familienpolitik.
            
        Die Ganztagsbetreuung für Karrierefrauen wird dem Normalo, der das schließlich hauptsächlich finanzieren wird,  als kompensatorisches Bildungsprinzip schmackhaft gemacht, denn der "Lebens- und Bildungsweg eines Kindes wird vor allem innerhalb der ersten sechs Lebensjahre geprägt".
            
        Kinderlose Akademikerinnen, ihr Anteil wird auf über 40 % geschätzt, sind die Kernzielgruppe einer Politik für die Mütterelite, wie sie von Renate SCHMIDT vertreten wird, auf deren Initiative diese Allianz entstanden ist.
            
        Im Papier stellt sich die Bevölkerungspolitik als liberale Angebotspolitik dar. Was aber passiert, wenn Kinderlose gar nicht einsehen, dass sie mit Kind glücklicher sein sollen? Man kann gewiss sein, dass dann über kurz oder lang die Hardliner mit rigiden Maßnahmen gegen Kinderlose vorgehen werden...    
 
   
  • PEITZ, Christiane (2004): Von Raben und Müttern.
    Warum die Deutschen immer weniger Kinder kriegen. Ein Plädoyer gegen das Sicherheitsdenken,
    in: Tagesspiegel v. 28.04.
    • Kommentar:
      PEITZ bringt das Kunststück fertig einerseits die Hysterie bezüglich der Bevölkerungsentwicklung zu beklagen und andererseits die Ängste vor dem Aussterben der Deutschen zu instrumentalisieren.

            
        Ihre Botschaft ist: alles ist richtig, solange es der Geburtensteigerung dient:
            
        "Wenn die Deutschen nicht aussterben wollen, müssen sie lernen, ihre Pflichten zu vernachlässigen. Familienplanung? Wir brauchen nicht mehr Vorzeigeeltern, sondern mehr Improvisationskunst, individuelle Freiheit und lebenspraktische Fantasie. Vielleicht bekommen dann eines Tages auch in Deutschland mehr unverheiratete Paare Kinder, getrennt erziehende oder alleinstehende Eltern, Patchworkfamilien, Wohn- und Lebensgemeinschaften jeglicher Couleur. Und zwar ohne schlechtes Gewissen und gesellschaftliches Misstrauen oder gar moralische Ächtung. Klar, Kinder brauchen Verbindlichkeit. Aber nicht rund um die Uhr und nicht unbedingt von den biologischen Eltern.".
            
        Bereits die Prämisse von PEITZ ist jedoch fragwürdig, wenn sie behauptet, dass nur bei einer Geburtenrate von 2,1 (...) die Bevölkerungszahl halbwegs stabil (bleibt).
            
        Seit über 50 Jahren beweist die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland das Gegenteil. Ob Flüchtlingsströme in den 50er Jahren, Gastarbeiter in den 60er und 70er Jahren oder Ost-West-Wanderungen seit der Wiedervereinigung. Immer spielte die Zuwanderung die entscheidende Rolle für die Bevölkerungsentwicklung. Auch die neue Ost-Erweiterung der EU wird hier keine Ausnahme machen.
            
        Die gegenwärtige Hysterie speist sich in erster Linie aus einem neuen Nationalismus.
            
        Es geht um eine neue Blut- und Bodenpolitik, die nicht zuletzt bei Frank SCHIRRMACHER anklingt, wenn er die alten 68er dem "youth bulge" der Islamisten gegenüberstellt.
            
        Es ist auch kein Zufall, dass neuerdings der Nazi-Slogan "Volk ohne Raum" reaktiviert als "Raum ohne Volk" wiederkehrt.
            
        Die allseitige Zustimmung der Eliten zu einer Politik der aktiven Bevölkerungsentwicklung kann nicht allein aus familienpolitischen Gesichtspunkten erklärt werden, sondern dahinter stehen neuartige geopolitische Überlegungen.
 
   
  • KRÖNER, Magdalena (2004): Die blaue Blume haut ins Auge.
    Markiert der aktuelle Boom des Romantischen in Mode, Design und Kunst die nostalgische Hinwendung zu einer reaktionären Innerlichkeit? Und was sucht eine neue Garde junger Maler, die gegenwärtig das Arsenal des Romantischen plündert? Eine prosaische Recherche in den Gefilden des Elegischen,
    in: TAZ v. 27.04.
 
   
  • TAGESSPIEGEL-TAGESTHEMA: Die Studie "Deutschland 2020 - die demographische Zukunft der Nation" des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung in der Debatte

    • MONATH, Hans (2004): Junge, Junge.
      Menschen wohnen hier schon lange nicht mehr – ein Satz, der für viele Landstriche in Deutschland Wirklichkeit werden könnte. Immer mehr Senioren, immer weniger Kinder: Die Politik steht dem hilflos gegenüber. Dabei sind neue Konzepte dringender denn je,
      in: Tagesspiegel v. 27.04.
      • Kommentar:
        MONATH stellt die 100seitige Studie des Berlin-Instituts vor, indem er zuerst die Horrorszenarien der Autoren andeutet, um dann den Vorstandschef des Instituts zu zitieren, der ein "Zeitfenster von gut zehn Jahren" als letzte Chance für grundlegende Reformen ansieht.

              
          Damit stellt sich Hans FLEISCH auf die Seite von Hans-Werner SINN, der diesen Zeitraum für die Durchsetzung einer Rente nach Kinderzahl anvisiert.
              
          Dagegen ist für den angesehenen US-amerikanischen Demografen James V. VAUPEL keine Eile notwendig. Er weist stattdessen selbstkritisch auf die unübersehbaren Defizite seiner Zunft hin.
              
          "Zum ersten Mal haben Demografen anhand klarer Kriterien einen Atlas demografischer Entwicklung Deutschlands auf Kreisebene vorgestellt, der heutige und künftige Wanderungsbewegungen innerhalb des Landes anschaulich macht", meint MONATH.
              
          Zugegebenermaßen es ist eine Fleißarbeit, einen Zukunftsfähigkeitsindex als Summe von 22 Indikatoren zusammenzustellen. Gleichzeitig ist gerade das ein Manko.
              
          Erstens stammen die Zahlen vorwiegend aus den Jahren 2000/2001. Kein einziger Journalist hat bisher die Aktualität der Studie in Frage gestellt. 3 Jahre - eine New-Economy-Euphorie und ein -Katzenjammer liegen jedoch dazwischen.
              
          Die cloppenburgisch, katholisch-ländliche Variante der "Blut-Schweiß- & Tränen-Familie" wird als alternativloses Modell für Kinderreichtum gepriesen.
              
          Das Prenzlauer Berg-Popeltern-Phänomen war damals noch unbekannt. Family-Gentrification als urbane Form der Elternschaft wird aber nicht einmal von den hauptstädtischen Medien ins Spiel gebracht.
              
          Überhaupt: Der Ansatz des Berlin-Instituts ist geradezu großstadtfeindlich!
              
          Die Tatsache, dass Städte Bildungsinfrastruktur, Freizeitangebote und Arbeitsplätze bereitstellen wird nicht gewürdigt. Umlandgemeinden dagegen, die nur Wohn- und Schlafstätten sind, dafür aber besser verdienende junge Familien anziehen, haben das Wohlwollen der Autoren.
              
          Die Tatsache, dass Geburtenniedrigwerte und Geburtenhochwerte räumlich ganz dicht nebeneinander liegen können, beweist doch eher, dass die Menschen das Beste zweier Welten kombinieren.
              
          Die Indikatoren zementieren politische Grabenkämpfe zwischen Stadt und Land. Sie spiegeln deshalb nicht in erster Linie das Verhalten der Menschen wider, sondern überkommene politische Strukturen.
              
          Der Indikator Single-Haushalte bevorzugt z.B. eindeutig ländliche Gebiete. Adäquat wäre dagegen das Konzept der multilokalen Mehrgenerationen-Familie gewesen.
              
          Dann wäre nicht der Haushalt, sondern die haushaltsübergreifende Solidarität der Familienmitglieder der entscheidende Faktor gewesen. Repräsentative Studien wie der Familiensurvey (DJI) oder der Alterssurvey (Martin KOHLI) zeigen, dass Single-Haushalte ein unbrauchbarer Indikator sind.
              
          Nicht einmal zur Bestimmung der Kinderlosigkeit ist er tauglich, wie eindrucksvoll Gert HULLEN nachgewiesen hat. Familie wird damit jedoch auf eine einzige Lebensphase reduziert.
              
          In Großstädten gibt es z.B. viele Wohnungen, die von einer Alleinerziehenden und einem Single geteilt werden. Jenseits der Großstädte wird so etwas dagegen eher als nichteheliche Lebensgemeinschaft mit Kind gezählt. Die Studie reproduziert damit Artefakte der amtlichen Statistik.
              
          Alle Berichte über die Studie - eingeschlossen MONATH - enthalten sich jeglicher kritischer Stimmen, sondern zeichnen brav die Ergebnisse und Einschätzungen der Studienautoren nach. In einem Tagesthema hätten jedoch auch kritische Stimmen Platz gehabt.
              
          MONATH geht dagegen spezieller auf das Thema Altern ein, das gerade von Frank SCHIRRMACHER popularisiert wird. Außerdem weist er auf den bevölkerungspolitischen Schwenk der Regierung hin.
              
          Renate SCHMIDT hat sich im November 2003 bei der Vorstellung des Gutachtens "Nachhaltige Familienpolitik im Interesse einer aktiven Bevölkerungsentwicklung" ausdrücklich für eine nachhaltige Familienpolitik ausgesprochen. Diese Kurswende ist ohne großes Medienecho über die Bühne gegangen.
              
          Im neuesten Heft des pro familia magazins werden die Konsequenzen eines solchen Politikwechsels im Schwerpunkt "Familienpolitik = Bevölkerungspolitik" diskutiert.
              
          MONATH hebt explizit hervor:
        "Schließlich sind die Kinderzahlen ausgerechnet in den Kreisen Cloppenburg und Vechta am höchsten, wo es nur wenige Hort-Plätze für die Kleinen gibt und sich im traditionell-katholischen Milieu viele Frauen ganz der Familie widmen und auf eigene Erwerbsarbeit verzichten".

              
          Mit diesem Hinweis auf eine absolute Ausnahmeerscheinung, wird sozusagen die Politik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie grundsätzlich in Frage gestellt.
              
          Warum sollte die Politik viel Geld in eine aufwendige Kinderbetreuung investieren, wenn die katholische "Blut-Schweiß- & Tränen-Familie" - genauso wie andere religiös motivierte Familien - das auch ganz ohne öffentliche Unterstützung hinbekommen? Diese Familien sind damit der ideale Stützpfeiler eines subsidiären Sozialstaates.
              
          Während also die Popeltern vom Prenzlauer Berg zwar gerne auf eine öffentliche Infrastruktur zurückgreifen, um ihre wenigen Statuskinder auf die Welt zu bringen, entscheiden sich religiöse Eltern - ohne Murren - für Kinderreichtum, wie der Bericht von Matthias OLOEW über Cloppenburg nahelegt.
    • OLOEW, Matthias (2004): Kinder, Küche, Kirche.
      Warum die Stadt Cloppenburg keine Nachwuchssorgen hat,
      in: Tagesspiegel v. 27.04.
    • TSP (2004): Kinder, Kinder.
      Wie die Bevölkerungsstruktur Deutschlands 1980 aussah und wie sie sich bis 2020 verändert haben wird. Gründe und Konsequenzen,
      in: Tagesspiegel v. 27.04.       
 
   
  • LANG, Susanne (2004): "Werther würde heute nicht mehr Selbstmord begehen. Er würde im Internet nach einer anderen Frau suchen".
    Die Soziologin Eva Illouz über die romantische Liebe in Zeiten des Kapitalismus, Partnerwahl im Internet und das Dilemma der Konservativen,
    in: TAZ v. 26.04.
    • Kommentar:
      Eva ILLOUZ hat mit "Der Konsum der Romantik" ein Buch über die Liebe in der modernen Gesellschaft geschrieben. Im Interview geht sie u.a. auf die Koexistenz zweier Liebesmodelle ein:

            
        "Ich glaube, in unserer Kultur existieren zwei konkurrierende Liebesmodelle. Das romantische besteht in einer Erfahrung: spontan, plötzlich und überwältigend. Man ist fasziniert von einer Person, in die man verliebt ist. Das andere Modell ist das realistische. Es macht uns sehr misstrauisch gegen diese Romantik, sagt uns, dass es nicht von Dauer ist, nur ein Produkt von Hollywood-Klischees. Es kreist im Gegenzug darum, den Arbeitsalltag mit all seinen Schwierigkeiten zusammen zu meistern und dem andern die Hand zu halten, wenn er krank ist. Beide Modelle existieren gleichzeitig."
            
        Der französische Soziologe Jean-Claude-KAUFMANN hat in seinem Buch "Der Morgen danach" die Koexistenz der beiden Liebesmodelle und ihre Konsequenzen aufgezeigt.
            
        ILLOUZ sieht in der Online-Partnersuche eine Beschleunigung des pragmatischen Liebesmodells:
            
        "Das Internet hat die Einstellung von Männern und Frauen zur Liebe grundsätzlich verändert, weil es einen riesigen Pool an möglichen Kandidaten eröffnet. Eine Suchmaschine kann bis zu 200 Treffer auf eine sehr individuelle Anfrage liefern. Im 19. Jahrhundert hatte eine Frau vielleicht drei Angebote in ihrem ganzen Leben. Beim zweiten überlegte sie sehr gut, ob sie es ablehnen sollte. Heute ist man extrem wählerisch. Liebe ergibt sich aus einem rationalen Suchprozess, den das Internet verstärkt hat: Man wählt nicht auf der Grundlage von körperlicher Präsenz oder Merkmalen, sondern nach Vorlieben, Bildungsgrad, Status, Alter und so weiter. Erst danach wartet die Hürde des ersten Treffens."
            
        Hans-Peter BLOSSFELD hat anhand einer europäischen Untersuchung nachgewiesen, dass die von ILLOUZ genannten Kriterien der gemeinsamen Vorlieben, Bildungsgrad und Status bereits für die Offline-Partnersuche gelten. Bildungssysteme und die damit verbundene Infrastruktur haben als Heiratsmärkte bereits zur Durchsetzung dieser Kriterien geführt.   
 
   
  • ESSER, Barbara (2004): Rasterfahndung nach dem Richtigen.
    630 00 Singles suchen bei Parship, Deutschlands größtem Online-Kuppler, die große Liebe. Ohne System geht das nicht. Und auch nicht ohne Blessuren,
    in: Focus Nr.18 v. 26.04.
    • Inhalt:
      ESSER stellt u.a. den über 70jährigen Professor Hugo SCHMALE vor, der das psychologische Testverfahren von Parship entwickelt hat (siehe hierzu ausführlicher NZZ FOLIO vom Februar 2004). Geschiedene, Getrenntlebende, Verwitwete und Alleinerziehende werden von ESSER zur Gruppe der "Second-Hand-Kandidaten" zusammengefasst.
 
   
  • BÄUMLISBERGER, B/BEHREND, T./FUHRER, A./HEISSMEYER, A./SCHWAB, F. (2004): Die geteilte Republik.
    Bis zum Jahr 2020 öffnet sich eine Riesenkluft zwischen Boomregionen und Landschaften, die veröden. Der Abstieg trifft nicht nur den Osten, sondern auch Teile des Westens,
    in: Focus Nr.18 v. 26.04.
 
   
  • SATTLER, Stephan (2004): "Wir müssen uns neu erfinden".
    Frank Schirrmacher fordert energisches Umdenken über das Altern und wirbt für "Das Methusalem-Komplott": die Revolte gegen die Verschwendung der Lebenszeit,
    in: Focus Nr.18 v. 26.04.
    • Kommentar:
      Angeblich soll SCHIRRMACHERs Pamphlet den Abschied vom Jugendwahn eingeleitet und das Denken über das Altern revolutioniert haben.

            
        Man fragt sich doch eher, wie konnte es dazu kommen, dass unsere Elite dieses Thema so lange verhindert hat und nun in einer Form präsentiert, die einem neuen Führerkult das Wort redet.
            
        Lange genug jedenfalls, um in Ruhe einschneidende Reformen durchzuführen, deren Folgen erst in den nächsten Jahrzehnten sichtbar werden. Die eingeleiteten Sozialreformen treffen ja nicht in erster Linie die jetzigen Rentnergenerationen, sondern jene Generation, für die SCHIRRMACHER sich zum Vordenker aufschwingen möchte.
            
        Die Janusköpfigkeit von SCHIRRMACHER zeigt sich im Vergleich des FOCUS-Interviews mit dem WamS-Interview:
            
        "FOCUS: Was müsste dringend ins öffentliche Bewusstsein?
        Schirrmacher: Wir haben eine rückläufige Geburtenrate, wir haben nach wie vor anziehende Sozialsysteme, und wir haben im Süden des Mittelmeers explodierende demographische Entwicklungen. Der Jemen wird von heute 18 Millionen in 50 Jahren auf 140 Millionen Einwohner ansteigen. Das ist Statistik. Sie zeigt unbarmherzig die demographische Entwicklung und damit die ungeheuren Konflikte der Zukunft. Selbst ein Wunder, die massenhafte Zeugung von Kindern in Deutschland,käme – demographisch gesehen – zu spät. Doch bevor die schrumpfenden Generationen nach mir über die Soziallasten verzweifeln und das Problem der Alten einfach abschaffen, sollten wir Wege aus der Gefahr aufzeigen.
      "
            
        Dramatisierer und Weltenretter sind die beiden Rollen, die SCHIRRMACHER zugleich einnimmt...
 
   
  • ADAM, Konrad (2004): Von Bayern lernen,
    in: Welt v. 26.04.
    • Kommentar:
      Konrad ADAM möchte die etwas überdurchschnittliche Geburtenrate in Bayern STOIBERs Politik zuschreiben, aber dies wäre falsch.

            
        Die Autoren der Studie des Berlin-Instituts weisen darauf hin, dass STOIBERs Bayern von der Gnade der günstigen Altersstruktur zehrt. Die Flüchtlingsströme aus dem Osten in den 50er Jahren, die vor allem dem deutschen Süden zugute kamen, beeinflussen auch heutzutage noch die Bevölkerungsentwicklung in Bayern.
            
        Daneben zehrt Bayern aber auch noch vom Katholizismus.  
 
   
  • KAHL, Reinhard (2004): Deutschlands kinderlose Elite: Lauter letzte Menschen.
    Nehmen wir Abschied vom Mythos der Familie - oder von der Zukunft,
    in: Welt am Sonntag v. 25.04.
    • Kommentar:
      Einer der größten Mythen ist die kinderlose Akademikerin. Sie geistert seit den 80er Jahren durch die Gazetten der wertkonservativen Medien.

            
        Links- und Rechtspopulismus widmen sich dem Sujet gleichermaßen. Die Linken begrüßen den angeblichen Gebärstreik im Namen einer Verbesserung von Beruf und Familie, während der Rechtspopulismus das Aussterben der intelligenten Deutschen zelebriert. Beide Seiten haben deshalb keinerlei Grund, ihre Vorurteile an empirischen Fakten messen zu lassen.
            
        NIRGENDS, aber auch NIRGENDS! Nirgends lassen sich exakte Daten über die Kinderlosigkeit der Akademikerfrauen finden. Warum? Es gibt sie schlicht nicht!
            
        Es kursieren allenfalls Schätzungen, die fragwürdig sind. Aus der Anzahl von Single-Haushalten, die von Frauen mit Hochschulabschluss geführt werden, wird z.B. auf die lebenslange Kinderlosigkeit dieser Frauen geschlossen.
            
        Im neuen Mai-Heft von GEO wird erstmals so deutlich wie sonst nirgends diese Gruppe definiert:
            
        "44,3 Prozent der 35-39-jährigen westdeutschen Frauen, die in einem kinderlosen Haushalt leben, haben einen Hochschulabschluss." (Anke SPARMANN, Vielleicht irgendwann..., S.101)
            
        Dies ist im Gegensatz zu den sonstigen schwammigen Aussagen eine Aussage, die sich kritisieren lässt, wenngleich - grob fahrlässiger Fehler! - die Jahreszahl fehlt.
            
        Stammen die Daten etwa aus dem Jahr 1990 oder sind sie neueren Datums? Wenn die Daten nicht völlig veraltet sind, dann ist eine Angabe ja keine Problem, oder? Fehlen die Angaben, dann müssen wir unterstellen, dass die Daten eigentlich ihr Verfallsdatum überschritten haben. Wir wollen den Journalisten doch nicht gleich Schlamperei unterstellen, oder?
            
        Der Besitz eines Hochschulzeugnisses heißt noch lange nicht, dass diese Frauen auch in einem akademischen Beruf tätig sind, also eine Karriere machen.
            
        Wo bleiben die Daten darüber, welchen Berufserfolg kinderlose Frauen mit Hochschulabschluss haben? Wo sind die Daten über die Arbeitslosigkeit dieser Frauen?
      So genau will man es jedoch gar nicht wissen. Vorab ist bereits klar woran es liegen muss: Konsum statt Kinder ist der einzige Grund, den Sozialpopulisten kennen.

            
        Die Herangehensweise über Single-Haushalte kann nicht ausschließen, dass eine Frau Kinder geboren hat.
            
        Es könnte sich um einen Zweithaushalt handeln, d.h. das Kind wird im Haushalt des Vaters erzogen. Gerade in der neuen Mitte ist es nicht unüblich, dass der Mann weniger verdient und deshalb für die Kindererziehung zuständig ist.
      Bei Scheidungen könnte das Kind beim Vater aufwachsen. Das ist zwar nicht selbstverständlich, aber gerade in den neuen Milieus auch nicht ausgeschlossen

            
        Erst recht nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Frauen noch Kinder gebären.
            
        Gerade die Zahl der Spätgebärenden hat bei den Hochschulabsolventen enorm zugenommen. Bei den 35-39-jährigen Frauen werden also auch potenzielle Eltern mitgezählt. Warum werden also nicht die Prozentzahlen von 40-45jährigen Frauen angegeben? Dann wären schon viele potenzielle Mütter weggefallen.
            
        Nur wer spätgebärende Mütter nicht gesellschaftlich akzeptiert und deswegen mit allen Mitteln versucht sie als Kinderlose oder Rabenmütter zu diffamieren, hat ein berechtigtes Interesse, die Kinderlosigkeit der Akademikerfrau zu dramatisieren.  
 
   
  • POSCHARDT, Ulf (2004): "Wir erobern einen neuen Planeten".
    Deutschland stirbt aus - oder verblödet. Jüngste Studien beweisen: Wir vergreisen und überlassen die Städte Wölfen und Luchsen. Ein Expertengespräch mit dem Bestsellerautor Frank Schirrmacher,
    in: Welt am Sonntag v. 25.04.
    • Kommentar:
      Man kann Frank SCHIRRMACHER vieles vorwerfen, aber nicht, dass er den Geburtenrückgang moralisiert, über sein Frauenbild sagt die Antwort jedoch einiges:

            
        "Akademikerinnen bekommen weniger Kinder. Ob die auch klüger sind, lasse ich dahingestellt. Frauen sind, wie wir alle wissen, enorm benachteiligt, weil hier die Natur die biologische Uhr besonders unbarmherzig implantiert hat. Deshalb halte ich es übrigens auch für moralisch verwerflich, Frauen, egal ob klugen oder unklugen, vorzuwerfen, dass sie keine Kinder in die Welt gesetzt haben."
            
        Bei der Frage nach dem Zusammenhang von Sozialstaat und Geburtenrate, der seit Ende der 70er Jahre konstruiert wird, kontert SCHIRRMACHER:
            
        "WamS: Welche Schuld trägt der Sozialstaat am Versiegen ureigenster Fortpflanzungswünsche?
      Schirrmacher: Ich weiß nicht, ob es uns so gefiele, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die auf das Geld aus sind, mit denen der Staat die Kinder honoriert. Außerdem warne ich vor der Diffamierung all derjenigen, die aus welchen Gründen auch immer keine Kinder in die Welt gesetzt haben.
      "
 
   
  • REINECKE, Stefan (2004): "Unser Problem ist nicht die Alterung, sondern eine Politik ohne Ideen", sagt Hans Bertram.
    Weniger Kinder, mehr Alte. Wird die Zukunft also grau? Nein. Denn die Demografie ist nicht unser Schicksal,
    in: TAZ v. 24.04.
    • Inhalt:
      Hans BERTRAUM wendet sich u.a. gegen jene Angstgesellschaft, in der unsere Eliten erst jene Ängste erzeugen (siehe z.B. Frank SCHIRRMACHER), mit denen sie sich dann als Weltenretter profilieren können:

            
        "Es gibt eine Art demografische Krisenstimmung, die stark von Projektionen bestimmt wird. Der französische Historiker Fernand Braudel hat gezeigt, dass es solche Alterungsprozesse immer schon gegeben hat. Es kommt darauf an, wie wir gesellschaftspolitisch reagieren. Unser Problem ist nicht die Alterung, sondern die Verschwendung von Humankapital. Denn wir gehen davon aus, dass niemand, der älter als 60 oder 65 ist, produktiv sein kann. Das ist eine historisch ganz neue Vorstellung, die erst seit den 70er-Jahren existiert.
      Vielerorts heißt es doch: Die Demografie ist unser Schicksal.
      Nein. Das stimmt so nicht. Die düsteren Prognosen werden nur eintreten, wenn wir es nicht schaffen, das wachsenden Potenzial von älteren, noch produktiven Menschen einzubeziehen. Das ist kein Schicksal, sondern Politik. Wenn wir nur auf die Demografie starren und uns in Schreckensszenarien vertiefen, wird das eine self-fulfilling prophecy.
      "
 
   
  • Die Studie "Deutschland 2020 - die demographische Zukunft der Nation" des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung in der Debatte

    • Kommentar:
      Das Berlin-Institut hat die Zukunftsfähigkeit deutscher Regionen bis ins Jahr 2020 prognostiziert.

            
        In den Medien wird entweder der demografische Wandel und/oder die ökonomische Situation als Ursache mangelnder Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt gerückt.
            
        Welt und WamS nutzen die Studie, um gegen Kinderlose zu hetzen. Obwohl die Wissenschaftler 22 Indikatoren zur Beurteilung der Zukunftsfähigkeit herangezogen haben, interessieren sich die wertkonservativen Medien nur für die Geburtenentwicklung.
            
        Die Studie zeigt jedoch, dass der heutige Altersaufbau das Produkt von Entwicklungen ist, die zum Teil vor den 60er und 70er Jahren datieren. Bayern verdankt z.B. seine gegenwärtig günstige Altersstruktur den Flüchtlingsströmen aus den Ostgebieten während der 50er Jahre.
            
        Ländliche Gebiete mit hohen Geburtenraten profitieren von nahen Städten mit einer florierenden Wirtschaft.
            
        Das größte Manko: Eine Studie, die ihre Ergebnisse aus der Sicht politischer Gebietskörperschaften aufbereitet, verzerrt zwangsläufig den Blick auf die Ursachen.
            
        Menschen halten sich mit ihrem Verhalten nicht an politische Grenzen. Eine Politik, die nicht über ihre kleinkarierten Grenzen schaut, führt deshalb zu kontraproduktiven Maßnahmen. Standortkonkurrenz verhindert den effiziente Einsatz der Mittel und führt dazu, dass Regionen gegeneinander ausgespielt werden.
            
        Das Mai-Heft der Zeitschrift GEO präsentiert in ihrer 32seitigen Beilage zu den demographischen Perspektiven Deutschlands ausführlich die Ergebnisse der Studie. Es werden die Länderprofile dargestellt, die alle Kriterien der Zukunftsfähigkeit genannt und die Benotung aller Städte in einer Tabelle aufgeführt.
            
        Das grundsätzliche Problem der Studie besteht darin, dass die einzelnen Kriterien nicht gewichtet werden, sondern unverbunden nebeneinander stehen. Die Gesamtnote ist deshalb durchaus fragwürdig.
            
        Die Stadt Heidelberg hat z.B. mit 0,88 die niedrigste Geburtenrate in Deutschland. Eine Universitätsstadt wie Heidelberg, lebt zu allererst durch seine Studenten. Man kommt nicht zum Kinderkriegen, sondern zum Studieren in die Stadt. Junge Familien ziehen dagegen ins Umland. Ausnahme: Family Gentrifier. Städte sind für Menschen also vor allem in einer ganz bestimmten Lebensphase attraktiv.
            
        Wer Städten ihre historisch gewachsene Kinderarmut zum Vorwurf machen möchte, der stellt die moderne, arbeitsteilige Gesellschaft grundlegend in Frage. Es geht dabei zentral um die Frage, ob die Einnahmen zwischen einzelnen Kommunen gerecht verteilt werden.
            
        Darf es sein, dass der Wohnort höher bewertet wird als der Arbeitsort, der Bildungsort oder der Freizeitort? Eine kleinräumige Betrachtung von Geburtenzahlen führt möglicherweise zu weitreichenden Fehlschlüssen, wenn nicht die besondere Funktion einer Stadt berücksichtigt wird.
            
        Wenn auf die vielen Alten in Baden-Baden hingewiesen wird, als ob das ein Defizit sei, dann wird dies sofort fragwürdig. Ein Kurort zeichnet sich nun einmal durch einen höheren Anteil an älteren Menschen aus. Daraus jedoch waghalsige Prognosen über die Zukunftsfähigkeit abzuleiten, das wirft eher ein seltsames Licht auf die Forscher und ihre Herangehensweise. 
    • FEB (2004): Der Süden hat die Zukunft noch vor sich.
      Eine Studie des Berlin-Instituts für Demographie macht große regionale Unterschiede in Deutschland aus,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.04.
    • SCHWÄGERL, Christian (2004): Im alten Land.
      Raum ohne Volk: Zwischen Usedom und Fichtelgebirge wird man schon im Jahr 2020 kaum noch Menschen begegnen,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.04.
    • GRASSMANN, Philip (2004): Forscher sehen Deutschland auf dem Weg in die zweite Liga.
      Studie über Folgen der Überalterung und des Wegzugs junger Menschen. Schlechte Zukunftschancen für den Osten, aber auch für einige Regionen im Westen/Bayern und Baden-Württemberg am besten gerüstet,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 23.04.
      • Inhalt:
        GRASSMANN weist darauf hin, dass die 5 Landkreise mit der schlechtesten Zukunftsfähigkeit allesamt Leidtragende des Zusammenbruchs traditioneller Industrien seien:

              
          "Altenburger Land (Braunkohletagebau), Wismar und Bremerhaven (Schiffbau), Gelsenkirchen (Kohle), Löbau-Zittau (Textilwirtschaft)."
    • HERRMANN, Ulrike (2004): Wo Deutschland jung ist.
      In religiös geprägten Gegenden kommen viele Kinder zur Welt. Bald öd und leer: Gelsenkirchen und Löbau-Zittau
      in: TAZ v. 23.04.
      • Kommentar:
        Ulrike HERRMANN, früher für die kinderlosenfreundliche Berichterstattung bei der TAZ zuständig, muss nun zur Strafe über die Studie vom Berlin-Institut berichten. Mehr muss man über die bevölkerungspolitische Wende der TAZ nicht mehr sagen.

              
          Mit dem Zusammenhang von Katholizismus, Sozialstaat und Geburtenpolitik beschäftigt sich das Mai-Thema von single-dasein.de:
              
          "Kindersegen durch Glaubensstrenge? Das Beispiel Cloppenburg in Niedersachsen scheint dies nahe zu legen. Nirgendwo sonst kommen in Deutschland so viele Kinder zur Welt wie in dieser katholischen Enklave: 1,92 pro Frau. Allerdings, das verwirrt, sind die Protestantinnen in Cloppenburg genauso gebärfreudig - obwohl es kaum Kinderbetreuung gibt."
              
          Der in Deutschland dominante Katholizismus ohne Katholiken erklärt, warum dies so ist. 
    • SIEMS, Dorothea (2004): Die Schlauen sterben aus,
      in: Welt v. 23.04.
    • DSI (2004): "Immer weniger Kinder in bildungsfernen Schichten",
      in: Welt v. 23.04.
    • PETER, Joachim (2004): Die Gegensätze verschärfen sich.
      Bevölkerungswanderungen in wohlhabende Gebiete - Dramatischer Geburtenrückgang - Der Osten verliert,
      in: Welt v. 23.04.
 
     
     
     
   
  • KREMP, Herbert (2004): Als die Jungen begannen, die Alten zu töten.
    Auf die demographische Katastrophe folgte das Pogrom: Eine Vision aus dem Jahr 2029,
    in: Welt v. 22.04.
    • Kommentar:
      Die Zukunfts-taz war schon ein Graus. Die Neue Mitte ist ausgeblutet und ideenlos.

            
        Herbert KREMP möchte es nun der taz nachmachen, nur ist Oswald der SPENGLER sein Untergangsprophet. Die WELT macht kostenlos Werbung für sein Book of Demand Memoiren der Zukunft - Deutschland 2050.
            
        KREMP, Jahrgang 1928, wird man im Jahr 2050 nicht mehr haftbar machen können, wenn seine Horrorszenarien nicht eingetroffen sind. Selbst Bevölkerungswissenschaftler übernehmen ja bekanntlich keinerlei Haftung für ihre Prognosen oder Modellrechnungen.
            
        In Deutschland übertreffen sich die Miesepeter gegenseitig. Wer heutzutage nicht seine ganze Energie in Bücher über den Abstieg Deutschlands investiert, der scheint den neuesten Trend noch nicht erkannt zu haben. Die Deutschen also ein Volk von Masochisten?
 
   
  • SCHULTHEIS, Christoph (2004): Leben in der Schublade.
    Sind wir nicht alle ein bisschen spießig? Nein, sind wir nicht! Aber dazu später. Zunächst widmen wir uns der Frage: Was soll das eigentlich sein, Spießigkeit?
    in: TAZ v. 22.04.
    • Kommentar:
      Neuerdings muss sich die TAZ öfters mit dem Spießer beschäftigen. Früher war das unnötig, denn es wäre niemand auf die Idee gekommen, die TAZ für spießig zu halten.

            
        Was ist spießig? Nicht als spießig gelten zu wollen! Joachim BESSING wird unter der Rubrik "neuerdings spießig" abgehandelt. Das muss man bei SCHULTHEIS als  Adelsprädikat auffassen. 
 
   

JUNGLE WORLD-Titelgeschichte: A-wop-bop-a-loo-lp a-lop bam boo! Wang dang sweet poontang! Boom boom boom boom A-haw haw haw haw! Gabba gabba hey!
Der Rock’n’Roll wird 50! Panik erfasste Eltern, Pfarrer und Sittenwächter, als Bill Haley begann, rund um die Uhr zu rocken. Die Haare wurden länger, die Gitarren quietschten, die Fans kreischten, die Steine rollten und flogen. Stay high, live fast, die young. Wenn Sie die lauteste Revolte aller Zeiten überlebt haben, drehen Sie jetzt die Regler hoch.

  • SUNDERMEIER, Jörg (2004): Scream'n'Shout.
    Der Rock ist unverständlich. Aber wir bilden uns ein, ihn zu verstehen. Und zwar über die Lyrics,
    in: Jungle World Nr.18 v. 21.04.
  • RIPPLINGER, Stefan (2004): Rocky Mountains.
    Eine Liebe zu Ted Nugent und Anton Bruckner. Stefan Ripplinger bilanziert sein Rockerleben, 
    in: Jungle World Nr.18 v. 21.04.
  • GRUMBACH, Axel (2004): Perlen vor die iPods.
    Nachruf auf den Plattensammler,
    in: Jungle World Nr.18 v. 21.04.
    • Inhalt:
      GRUMBACH mit einem verfrühten Nachruf auf den Plattensammler:

            
        "Der klassische Plattensammler, der viel Zeit und Geld in seine Leidenschaft investiert hat, würde den Vorwurf des Fetischcharakters seiner nüchtern betrachtet als Warenanhäufung bezeichneten Tätigkeit entrüstet zurückweisen. Erst recht seitdem sein Tun durch Nick Hornby in »High Fidelity« höhere Weihen bekommen hat: »Plattensammeln ist nicht so wie Briefmarken oder Bierdeckel oder antike Fingerhüte sammeln. Da steckt eine ganze Welt drin, eine schönere, schmutzigere, gewalttätigere, friedlichere, farbenfrohere, schlüpfrigere, gemeinere und liebevollere Welt als die, in der ich lebe.«
      Trotzdem werden Selbstbild und Identität des Plattensammlers regelmäßig erschüttert, wenn ein dowloadender Jugendlicher in ein paar Monaten seinen zigarettenschachtelgroßen MP3-Player randvoll mit ebenso viel Musikgeschichte gestopft hat, wie der Collector es nur durch jahrelanges Durchforsten von Plattenläden schaffte. Das scheibenweise erworbene Gefühl der Exklusivität ist verloren gegangen, das vermeintliche Geheimwissen offenbart. Es ist nun für jedermann verfügbar im Internet. Die große coole Plattensammlung, die stolz die Stationen der individuellen musikalischen Sozialisation repräsentierte, hat für den Sammler selbst zwar noch einen großen Wert, aber nicht mehr so sehr für seine unmittelbare Umgebung: Immer seltener wird er von seinen Mitmenschen gefragt, ob er vielleicht so gnädig ist, von seinen raren Perlen die eine oder andere Aufnahme zu machen.
      "
 
     
     
   
  • ROGGENKAMP, Viola (2004): Das Alter ist im Kommen.
    Als meine Freunde mir eine Überraschungsparty zu meinem 60. Geburtstag spendierten, hätte ich sei alle ermorden können (Betty Friedan in "The Fountain of Age")
    in: TAZ v. 21.04.
    • Inhalt:
      Viola Roggenkampf, die Frau ohne Kind, provoziert die Jungen und Frank SCHIRRMACHER samt Männer-FAZ mit Sätzen wie:

            
        "Ich gehöre zu der Generation, die länger lebt, als sich das die Rentenpolitiker vor dreißig Jahren so dachten. Ich bin da, mich gibt es. Ich will noch lange mitreden. (...).
      Das Alter ist im Kommen. Große Aufgaben liegen vor uns. Wir brauchen eine neue Frauenbewegung, wir brauchen den Aufstand der alten Frauen. Wir leben am längsten, wir sind wichtig"
  • @jöt (2004): Wellenreiter.
    Aufstand der Großmütter,
    in: faz.net v. 21.04.
 
   
  • BERTRAM, Hans (2004): Familien brauchen Zeit.
    Warum wir so wenig Geburten haben,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.04.
 
   
  • MARTENSTEIN, Harald (2004): Rafis Kampf.
    Rafael Seligmann begeht in "Bild" und "taz" Führers Geburtstag,
    in: Tagesspiegel v. 21.04.
    • Kommentar:
      "Zum ersten Mal in der deutschen Mediengeschichte hat gestern derselbe Autor in der »Bild«-Zeitung und in der »Tageszeitung« am selben Tag über dasselbe Thema geschrieben. Normalerweise gibt es das nur bei der »Welt« und der »Berliner Morgenpost«. »Bild« und »taz« unterscheiden sich normalerweise allerdings etwas stärker voneinander", berichtet Harald MARTENSTEIN.

            
        1979 als das Single-Dasein in West-Deutschland noch neu und unerhört war, da schrieb Werner BREDE den Text "Gebrannte Kinder" in der Anthologie "Ich lebe allein" über den gefährlichen Narzißmus:
            
        "Nun ein Zitat von einer omnipotenten Großperson, das recht gut über die praktische Tragweite narzißtischer Träume informiert. Es klingt ganz harmlos: ein Mann sagt, warum er ein Single ist. Nur: Dieser Mann ist Hitler", führt BREDE ein, um dann HITLER zu zitieren:
            
        "Das ist das Schlimme an der Ehe: sie schafft Rechtsansprüche! Da ist es schon viel richtiger, eine Geliebte zu haben. Die Last fällt weg, und alles bleibt ein Geschenk. Das gilt natürlich nur für hervorragende Männer. Daß ein Mann wie ich noch heiraten wird, glaube ich nicht.
      (...).
      Es gibt doch nichts Schöneres, als ein junges Ding zu erziehen: ein Mädel mit 18, 20 Jahren ist biegsam wie Wachs. Einem Mann muß es möglich sein, jedem Mädchen seinen Stempel aufzudrücken. Die Frau will auch nichts anderes!"  
 
     
   

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Zu den News vom 15. - 20. April  2004

 
       
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
   
 
   

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