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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 19. - 26. April 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Im Netz steht die körperliche Vereinigung nicht am Anfang, sondern am Ende des Kennenlernens. Bilden sich heutige Beziehungen zunehmend aus Bettgeschichten, steht das Liebesspiel im Internet notgedrungen nicht an erster Stelle. (...).
      
  Dem Jammern über die Last der ungezügelten Lust und dem Klagen über eine Rationalisierung der Romantik steht eine Vielfalt von neuen Qualitäten und Chancen gegenüber. Und gerade der virtuelle Raum bietet dem modernen Menschen maximale Möglichkeiten, seinen persönlichen Weg in einer unübersichtlichen Gesellschaft zu finden, auch und ganz besonders in der Liebe. So überlebt der Liebescode auch im Zeichen der Massenmedien. Seine Form hat sich den aktuellen Gegebenheiten angepasst: Die Liebe ist in den Zeiten des Internets so pragmatisch geworden, dass sie wieder romantischer werden kann".
(aus: Christian Schuldt "Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten", 2005, S.135)
 
 
 
 
  • WINKELMANN, Ulrike (2005): Der Nachwuchs stellt die falsche Frage.
    Jungpolitiker aller Fraktionen vereinigen sich - für das Kapital,
    in: TAZ v. 25.04.
    • Inhalt:
      Ulrike WINKELMANN kritisiert Generationenpolitiker à la Anja LÜHRMANN:

            
        "Die Generationengerechtigkeit beantwortet nicht die Fragen nach Umverteilung oder Privatisierung und auch nicht die nach Sparen oder Investieren. Die müssen jeden Tag neu beantwortet werden - auf Grundlage des jeweils vorhandenen gesellschaftlichen Reichtums, und idealerweise auch für die komplette Generationengemeinschaft"
 
 
  • SCHIRRMACHER, Frank (2005): Die Zeit läuft ab.
    Deutschland trennt den Müll, spart Wasser und Öl - und verschwendet doch seine wichtigste Ressource: die Zeit,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.04.
    • Kommentar:
      "Die kleine Stadt ist überaltert, der Anteil an Bewohnern über 65 liegt noch höher als in Berlin, die Einwohnerzahl schrumpft rapide."

            
        Dieser Satz könnte von SCHIRRMACHER stammen, aber er stammt von Michael O. R. KRÖHER und er stammt nicht aus dem Jahr 2005, sondern aus dem Jahr 1982. No future? - Das war mal! hieß der Bericht über Westdeutschland in der Zeitschrift Merkur von SCHIRRMACHERs Altersgenosse, der heute Redakteur beim Manager-Magazin ist.
            
        "Wir Heutigen müssen erkennen lernen, daß die Jahre, die uns prägten und das Leben, das wir für selbstverständlich hielten, daß die Jahre zwischen 1960 und 1990 auch historisch einen vollständigen Ausnahmecharakter tragen".
            
        Dieser Satz stammt aus dem Artikel von SCHIRRMACHER.
            
        Wir fragen uns also: In welcher Parallelwelt lebt SCHIRRMACHER?
 
 
 
 
  • LÜHRMANN, Anna (2005): Starker Staat für alle Generationen.
    Plädoyer für einen nachhaltigen Gerechtigkeitsbegriff
    Schulden, die heute angehäuft werden, schränken die Möglichkeiten künftiger Gestaltung ein. Dies durch eine nachhaltige Finanzpolitik ändern zu wollen, bedeutet nicht, Jung gegen Alt aufzuwiegeln,

    in: Frankfurter Rundschau v. 23.04.
 
  • GÜNTNER, Joachim (2005): "Elterngeld".
    Die Rückkehr der Bevölkerungspolitik,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.04.
    • Inhalt:
      GÜNTNER berichtet über die Tagung "Bevölkerungspolitik im Wohlfahrtsstaat" am Hamburger Institut für Sozialforschung.
 
 
  • BOLZ, Norbert (2005): Werdet erwachsen!
    Die Papst-Kritik am Werterelativismus verkennt die Errungenschaften moderner Gesellschaften,
    in: Welt v. 23.04.
    • Inhalt:
      In der modernen, funktional-differenzierten Gesellschaft muss gemäß Norbert BOLZ zwischen dem Wertepluralismus des Marktes, der Zweiwertigkeit der Politik und der Einwertigkeit der Religion unterschieden werden:

            
        "Politik solle verläßliche Werte vermitteln. Nüchtern betrachtet, bleibt der Politik immer nur übrig, das Wertekarussell weiterzudrehen. Auf diesen Pluralismus der Werte ist die Wirtschaft sehr viel besser eingestellt als Religion und Politik. Wir konsumieren eine Varietät widerstreitender Lebensideale, weil wir in höchst unterschiedlichen ethischen Umwelten leben - das Individuum ist heute in sich selbst wertepluralistisch. Die Mehrwertigkeit des Konsumismus hebt sich hier sehr prägnant von der Einwertigkeit der Religion und der Zweiwertigkeit der Politik ab. Moral fordert ja, das eine Richtige zu tun, und die Politik fordert uns auf, zwischen diesen und den anderen, also Regierung und Opposition zu unterscheiden. Dagegen hat man auf dem Markt die Wahl zwischen vielen Werten."
 
  • WITZEL, Frank (2005): Ein Aufschrei von einer Sekunde.
    Er ist der wichtigste Plattenaufleger im ganzen Land: Klaus Walter und "Der Ball ist rund",
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.04.
 
  • EHRENBERG, Markus (2005): "Ezra1" sucht "Lea2".
    Fünf Millionen Singles wollen den Partner im Internet finden – mit immer besseren Erfolgsaussichten. Erst beim direkten Kontakt gibt man sich zu erkennen. Bei Parship schlägt die Agentur die Kandidaten vor,
    in: Tagesspiegel v. 22.04.
 
  • LANG, Susanne (2005): Ich bin jetzt auch Mutter!
    Akademikerinnen bekommen nicht einfach ein Kind, Akademikerinnen müssen erst mal eine schwierige Kopfgeburt bewältigen: Wie integriere ich ein Kind in meine Persönlichkeit? Die neuen Turbomütter von Heidi Klum bis Silvana Koch-Mehrin machen es vor. Mütter sind sexy, Kinder sind cool,
    in: TAZ v. 22.04.
    • Inhalt:
      Susanne LANG befasst sich mit dem medialen Gebär-Hype, dem Pop-Muttertum und den Folgen für kinderlose Akademikerinnen:

            
        "Maximale Möglichkeiten. Das ist schlimmer als ein fehlender Kita-Platz.
            
        Aus der Ideologie ist ein Ideal geworden, aus der Utopie jener pragmatische Familientraditionalismus - der mittlerweile sogar systemtheoretisch eingeordnet ist. »Nachwuchs macht Sinn«, so stellt Christian Schuldt etwas lapidar fest in seinem Versuch der Weiterentwicklung von Niklas Luhmanns »Liebe als Passion«. Er erklärt die Renaissance der Familie, mit den Prämissen der passionierten, romantischen Liebe: das Ideal der Selbstverwirklichung in der Liebesbeziehung wird heute auch auf ein familiäres Ideal übertragen. Der Fokus auf Familienprivatheit bildet eine romantische Gegenstrategie zur kalt-rationalen Logik des globalen Arbeitsmarkts.
      Genau dies ist das eigentliche Dilemma der jungen Frauen: Ideale leben von der Überhöhung, der Aufladung mit Sinn, ein Kind aber ist eine lebenslängliche Entscheidung, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Die »Liebe in Zeiten maximaler Möglichkeiten«, so Schuldts Untertitel seiner Arbeit, macht aus der Freiheit einen Zwang zur Entscheidung: Kind oder Karriere. Der Rest ist: Überforderung.
      "
 
  • DÖRTING, Thorsten (2005): Der Streichelzoo.
    Kuschelpartys werden uns als neuer Trend aus New York verkauft: Grossstädter schmusen gegen ihren Mangel an Zärtlichkeit an. Doch wer hingeht, bleibt einsam,
    in: Facts Nr.16 v. 21.04.
 
  • BILLERBECK, Liane von (2005): Nichts wie weg.
    Was ist weiblich? Warum mehr junge Frauen als Männer den Osten verlassen,
    in: Die ZEIT Nr.17 v. 21.04.
    • Kommentar:
      In der Reportage von BILLERBECK werden ohne Reibungsverluste die Antworten der Sozialwissenschaftlerin Christiane DIENEL reportagemäßig umgesetzt. Das mag pädagogisch wertvoll, ganz sicher politisch korrekt sein, aber der Heterogenität der Lebensverhältnisse wird es sicher nicht gerecht.
  • THADDEN, Elisabeth von (2005): "Viele würden gern bleiben".
    Was ist weiblich?
    Vergeblich Arbeit suchen oder im Westen eine Wohlstandsehe eingehen? Die Magdeburger Sozialwissenschaftlerin Christiane Dienel über das Dilemma junger Frauen im Osten,
    in: Die ZEIT Nr.17 v. 21.04.
 
  • ZEIT-Kontroverse: Der neuen Klassenkampf

    • REHBERG, Karl-Siegbert (2005): Die Logik des Kapitals.
      Die Globalisierung lässt die Klassengesellschaft hervortreten,
      in: Die ZEIT Nr.17 v. 21.04.
      • Inhalt:
        Der Soziologe REHBERG bezieht sich in seiner Kritik der neuen Klassengesellschaft auf den Ökonomen Adam SMITH, wenn er vorrechnet:

              
          "Die reichsten 10 Prozent der Haushalte in Deutschland besitzen 42 Prozent des Nettovermögens, während die unteren 50 Prozent zusammen nur über 4,5 Prozent verfügen.
              
          REHBERG geht jedoch davon aus, dass diese Klassenunterschiede nicht zu einem neuen Klassenkampf führen, weil es kein Klassenbewusstsein mehr gibt...
    • JOFFE, Josef (2005): Armer Marx.
      Der Irrtum von der Klassengesellschaft,
      in: Die ZEIT Nr.17 v. 21.04.
      • Kommentar:
        JOFFE bemüht einen 70er-Jahre-Vulgärmarxismus, um dem Begriff "Klassengesellschaft" die Rechtmäßigkeit der Gesellschaftsbeschreibung abzusprechen.

              
          JOFFE spricht nichts desto trotz davon, dass die Herkunft und nicht Leistung die Chancen in dieser Gesellschaft bestimmen.
              
          JOFFE kritisiert unser falsches Bewusstsein, das uns soziale mit Verteilungsgerechtigkeit verwechseln lässt.
 
  • Allensbach-Studie: Das subjektive Zeitfenster für die Elternschaft

    • Kommentar:
      Das Allensbach-Institut hat im Auftrag des Familienministerium eine repräsentative Umfrage durchgeführt.

            
        Auch die Ergebnisse der umstrittenen Allensbach-Studie "Einfluß auf die Geburtenrate" aus dem Jahr 2004 werden nochmals zweit verwertet.
            
        Wir warten stattdessen immer noch auf wissenschaftliche Studien zum tatsächlichen Ausmaß der Kinderlosigkeit, statt uns von veralteten und unzureichenden Daten blenden zu lassen. 
    • SCHMITT, Cosima (2005): Erst Job, dann Kind.
      Allensbach-Studie: Geburtenschwund ist Folge deutschen Ordnungssinns bei der Lebensplanung,
      in: TAZ v. 21.04.
    • WINKELMANN, Ulrike (2005): "Erst mal Beruf" ist völlig richtig.
      Frauen sollen Mütter werden und dann Karriere machen,
      in: TAZ v. 21.04.
    • BERNAU, Varinia (2005): Erst der Beruf, dann kein Kind.
      Studie zu Gründen des Nachwuchsmangels. Ministerin strebt familienfreundlichere Ausbildung an,
      in: Berliner Zeitung v. 21.04.
    • GASEROW, Vera (2005): "Lange Ausbildungen wirken wie Verhütungsmittel".
      Immer mehr junge Paare verschieben Wunsch nach Familie - am Ende auf den Sankt Nimmerleinstag. Studie des Familienministeriums,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.04.
    • SCHNEIDER, Jens (2005): Lieber kinderlos als arbeitslos.
      Immer mehr junge Paare verschieben ihren Kinderwunsch zugunsten der Karriere auf später - dann ist es meist schon zu spät,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 21.04.
 
  • SCHWARZER, Alice (2005): Der Papst und die Frauen,
    in: Tagesspiegel v. 21.04.
    • Inhalt:
      Alice SCHWARZER zum neuen Papst:

            
        "Es bleibt also alles beim Alten bei den alten Männern im Vatikan. Und es bleibt an den Katholikinnen, die angemessenen Konsequenzen daraus zu ziehen"
 
  • LAU, Mariam (2005): Kein Kniefall vor Ratzinger!
    Was ist bloß los? Wieso entdecken im Moment so viele Intellektuelle ihre Begeisterung für einen knallkonservativen Kleriker? Es gibt keinen Grund, sich vom Papst moralischen Relativismus vorhalten zu lassen, nur weil man sich nicht in das Wertekorsett des Katholizismus zwängen lassen möchte,
    in: Spiegel Online v. 21.04.
    • Inhalt:
      Mariam LAU kritisiert die Feuilleton-Katholiken und verteidigt die Errungenschaften der Emanzipation gegen die neue Werteelite und den neuen Papst.
 
 
 
 
 
  • REINHARDT, Stephan (2005): Skyllas Wiedergängerin.
    Peter Schneider verbindet in seinem ironisch-leichten Italienroman Mythos, Antike und Gegenwart,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.04.
 
  • WALTER, Franz (2005): Die Mitte treffen.
    Die SPD kann mit ihrem Antikapitalismus auf große Zustimmung hoffen - auch bei der Union,
    in: Welt v. 20.04.
    • Kommentar:
      Kostengünstige Klassenkampfrhetorik fürs Volk und teures Elterngeld für die Elite, so lautet derzeit die SPD-Wahlkampfstrategie.

            
        Franz WALTER erklärt, warum die SPD jetzt ihren neoliberalen Kurs mit Klassenkampfrhetorik aufpeppt:
            
        "Gerade im Ruhrgebiet haben sich keineswegs die Lauen und Indifferenten aus der SPD verabschiedet, sondern eher die langjährigen Aktivisten, die Funktionäre und Multiplikatoren. Sie alle waren in den letzten Jahren über die Regierungspolitik bitter enttäuscht. Aber sie sind auch als Ausgetretene noch hochkommunikativ. Sie begründen in Gesprächen mit Kollegen, Nachbarn, Verwandten, Kindern ihr Abseitsstehen, ihren Zorn, ihre Opposition zum Agenda-Reformismus der Schröder-Regierung. Sie sprechen exakt die Sprache, die von Müntefering plötzlich wieder bemüht wird."  
 
  • KREITLING, Holger (2005): Werte und Formen.
    Das Bürgertum sucht Orientierung. Es findet Religion, Kochen und Benimm,
    in: Welt v. 20.04.
    • Inhalt:
      KREITLING greift das Thema von Julia ENCKE auf, bezieht dabei jedoch die Gegenposition:

            
        "Das Ziel heißt (...): Abgrenzung gegenüber den anderen, den interesselosen Verlierern", denn die "Gesellschaftshierarchie verschärft sich".
 
  • ENCKE, Julia (2005): Es herrenmenschelt.
    Junge deutsche Autoren flirten mit einem abgestandenen Konservatismus, der vor allem eines will: die Distanz zum Pöbel und den Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs. Also zu uns,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 19.04.
    • Inhalt:
      Julia ENCKE stellt Alexander von SCHÖNBURGs "Stilvolles Verarmen", Asfa-Wossen ASSERATEs "Manieren", Christian KRACHTs Magazin Der Freund, Ulf POSCHARDTs Leidartikel in der WamS und den Roman
      "Der Eisvogel" von Uwe TELLKAMP in den Zusammenhangs einer Wiedergeburt des Dandys aus dem Geiste der ökonomischen Krise. Ihr Fazit:

            
        "Der Schnösel ist also zurück. Sein Rettungsanker: die Krawatte. Zum Lachen ist das schon, dass in Krisenzeiten der deutschen Halbjugend der Sinn recht grundsätzlich nach Stehkragen und Reaktion steht. Aber die Bübchen, die vom großen Aufräumen träumen und die verlotterte Mittelmaßrepublik von rechts aufrollen wollen, werden sicher keine neokonservative Revolution anzetteln. Macht euch lieber mal wieder locker, Jungs!"
 
 
 
  • PAOLI, Guillaume (20059: Entlaßt die Experten.
    Wirtschaftsforschung,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.04.
    • Inhalt:
      "
      Das Berliner DIW, das Kölner IW, das Hallenser IWH, das Münchner ifo-Institut, nicht zu vergessen die fünf weißbärtigen »Wirtschaftsweisen« - all diese Konvente und Konzile bilden eine einheitliche Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens. (...). Die Priester der Ökonomie werden heute nicht ernster genommen als früher SED-Funktionäre beim Ergebnisbericht des Fünfjahresplans", meint Guillaume PAOLI.
 
   

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