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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 18. - 23. August 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Was heute an den demografischen Klagemauern bejammert wird - Geburtenrückgang, Vergreisung, Migration -, sind nicht Irrläufer und Ausläufer der Evolution. Eher kündigt sich darin eine neue Entwicklungsstufe mit neuen Problemlösungen an. Gesellschaften stellten ihre Nachwuchssicherung um: von vielen, riskanten und kurzen auf wenige, sichere und längere Lebensläufe; von Quantitäten auf Qualitäten; von biologischer auf soziokulturelle Reproduktion; von Autarkie auf Arbeitsteilung. Diese neue Arbeitsteilung zwischen produktiven und reproduktiven, kinderarmen und kinderreichen Gesellschaften gilt womöglich nur für eine Übergangsphase von 50 oder 100 Jahren. nach und nach werden alle Kulturen sich umstellen: von einer breiten Reproduktionsbasis mit hoher Sterblichkeit auf eine schmale Basis lang lebender Individuen.
          
Dies zu begreifen und zu akzeptieren, fällt uns schwer."
(Karl Otto Hondrich im Cicero, August 2005)

 
 
 
 
  • WALTER, Franz (2005): Bürgerliche Bewegung.
    Wenn die Grünen als politisch Handelnde ernst genommen werden wollen, müssen sie eine Alternative zu Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot bieten: eine Koalition mit der Union,
    in: TAZ v. 23.08.
 
  • FEDDERSEN, Jan (2005): Der Anti-Modernist.
    Exverfassungsrichter Paul Kirchhof hat eine Mission: Er kämpft für einen guten familiären Patriotismus christdemokratischer Prägung. Eine Würdigung,
    in: TAZ v. 23.08.
    • Kommentar:
      Die TAZ widmet Singlefeind Paul KIRCHHOF mit "Kinder, Küche, Kirchhof" einen Brennpunkt. Die FR kritisierte KIRCHHOF bereits aus frauenpolitischer Sicht und der Tagesspiegel aus neumittig-familienpolitischer Sicht.   
 
  • SIEVERS, Markus (2005): Normale Arbeitnehmer zahlen mehr.
    Studien sehen nur die Wohlhabenden als Gewinner einer Steuerreform nach dem Kirchhof-Konzept
    Eine Steuerreform im Sinne des UnionsFinanzexperten Paul Kirchhof würde mehreren Studien zufolge Geringverdiener belasten und Spitzenverdiener begünstigen. Die Wissenschaftler warnen zudem vor massiven Einnahmeausfällen für den Staat,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.08.
 
  • KAUBE, Jürgen (2005): Entrümpelung.
    Was muß weg, damit es besser wird?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.08.
    • Inhalt:
      Jürgen KAUBE, dem es in Deutschland zu viel Demokratie und deshalb zu viel Sozialstaat gibt, führt in eine neue FAZ-Serie ein. 
  • MERZ, Friedrich (2005): Entrümpelung.
    Die Transfereinkommen sind zu hoch,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.08.
    • Inhalt:
      Friedrich MERZ plädiert für eine radikale Privatisierung des Sozialstaats:

                
      "wir sind als Bürger zunächst ganz und gar für uns selbst verantwortlich, für unsere Bildung ebenso wie für unsere Kinder, für unsere Gesundheit, für unser Alterseinkommen und für unsere Lebenschancen schlechthin."
 
  • BERTH, Felix (2005): Baby-Bonus.
    Australien erhöht mit finanziellen Anreizen die Geburtenrate,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.08.
    • Kommentar:
      Es gibt eine Zeitenwende in der bevölkerungspolitischen Rhetorik!

                
      Galt bislang ein demografischer Fatalismus, so kennzeichnet die demografische Rhetorik nun einen demografischen Aktionismus. Diese neue Leitlinie findet sich im Buch "Schrumpfende Gesellschaft" des Reaktionärs Franz-Xaver KAUFMANN.
                
      BERTH berichtet nun auf Seite 1 der SZ über Australien, wo ein positiver Anstieg der Geburtenrate um 0,03 (!) als Erfolg der Bevölkerungspolitik gedeutet wird.
                
      Für Deutschland sind solche Schwankungen in der Geburtenrate seit Jahrzehnten normal, ohne dass dies als Anstieg gedeutet worden wäre.
                
      Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass auch in Deutschland die Geburtenrate ansteigt.
                
      Aufgrund des steigenden Erstgebäralters wird die Geburtenrate seit Jahrzehnten zu niedrig ausgewiesen. Bei den 1965 Geborenen liegt sie z.B. nicht bei 1,4, sondern bei über 1,6.
                
      Offenbar soll nun aus dem zu erwartenden Anstieg der Geburtenrate ein neuer Mythos über die Wirksamkeit von Bevölkerungspolitik abgeleitet werden.
                
      Diese politische Strategie hatte single-generation.de bereits im Jahr 2003 vorausgesehen.    
 
  • RÜHLE, Alex (2005): Alt gegen Jung.
    Einen echten Generationenkonflikt gibt es nicht mehr - heute ducken wir uns alle ängstlich vor der unaufhaltsamen Alterslawine,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.08.
    • Kommentar:
      Alex RÜHLE, Angehöriger der Generation Golf, schwadroniert im zweiten Teil einer neuen SZ-Serie über einen nicht vorhandenen kulturellen Generationenkonflikt.

                
      Dabei beklagt er doch eher das Fehlen einer neuen politischen Generation, die gegen ein angeblich demografisch bedingtes Problem, nämlich die Zermalmung des Sozialsystems durch die Überalterung, aufbegehrt.
                
      RÜHLEs Generationenbrei mangelt es jedoch sowohl an kategorialer Durchdringung, als auch an einer stringenten Gesellschaftsanalyse.
                
      Vor allem aber muss gefragt werden, ob die aktuelle Generationendebatte tatsächlich so neu ist, wie RÜHLE behauptet.
                
      Gibt es nicht eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Ende der Weimarer Republik?
                
      Verdankte der Nationalsozialismus seine Glaubwürdigkeit nicht auch den gleichen reaktionären wissenschaftlichen Gedankengebäuden wie sie heutzutage von Franz-Xaver KAUFMANN ("Schrumpfende Gesellschaft") oder Herwig BIRG ("Die ausgefallene Generation") geliefert werden?
                
      So hieß z.B. ein Buch von Wilhelm HARTNACKE "Die Ungeborenen" (1936). Die Rede vom "Down-breeding" muss heute nicht mehr im Gewande des Antisemitismus oder des Rassismus daher kommen. Die Rede von der Wissensgesellschaft liefert gegenwärtig die unverfängliche Begründung.
                
      Zwischen dem ersten ( 1890er bis 1920er Jahre) und dem zweiten demografischen Übergang (seit Mitte der 1960er Jahre) bestehen jedoch mehr Parallelen als Unterschiede. Dies betrifft insbesondere die Debatten um die Kinderlosigkeit.
                
      Individualisierung und Hedonismus sind in beiden Fällen die dominanten Schlagworte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht in beiden Fällen die kinderlose Karrierefrau. In den 1920er Jahren waren es die Sekretärinnen oder die Lehrerinnen, nun sind es die Akademikerinnen, die den Reaktionären ein Dorn im Auge sind.
                
      Es wird behauptet, dass - im Gegensatz zu früher - niemand die Bildungsexpansion rückgängig machen möchte. Es wird behauptet, dass die Wissensgesellschaft mehr Gebildete benötigt.
                
      Nur: dieser verbalen Aufgeschlossenheit gegenüber der Bildungsgesellschaft steht ein faktischer Rückzug entgegen: rapider Ausbau des Niedriglohnsektors und Rückkehr zur Zwei-Klassen-Universität (Michael HARTMANN) zeigen an, was tatsächlich auf dem Programm steht: das Ende der Aufstiegsgesellschaft und die Refeudalisierung der Gesellschaft.
                
      Soziale Herkunft wird in der zukünftigen Gesellschaft, in der der Sozialstaat privatisiert ist, den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt bestimmen.
                
      Wenn RÜHLE behauptet, dass Generation in der Soziologie die Begriff wie Klasse und Milieu ablöst, dann ist das eine glatte Lüge. Die Begriff beziehen sich ja auf gänzlich andere Phänomene.
                
      Politische Generationenkonflikte sind Machtkämpfe zwischen alter Elite und neuer Gegenelite, während der Klassenbegriff den Arbeitsmarkt und die davon abgeleiteten Einkommensunterschiede in den Mittelpunkt stellt.
                
      Soll also mit der Generationendebatte lediglich von der größer werdenden Ungleichheit INNERHALB von Alterskohorten abgelenkt werden?
                
      Im Gegensatz zum Generationenbegriff benennt der Kohortenbegriff das, um was es wirklich geht: um die Betroffenheit verschiedener Geburtsjahrgänge durch politische Maßnahmen.
                
      Bei RÜHLE und den Sozialpopulisten stehen dabei sozial- familien- und bevölkerungspolitische Maßnahmen im Mittelpunkt.
                
      In der Sozial- und erst recht in der Bevölkerungspolitik geht es um Gesetze, die erst ab ganz bestimmten Geburtsjahrgängen gelten. Damit werden neue Ungleichheiten geschaffen. Hier werden wir es zukünftig vermehrt mit Alterskohorteneffekten zu tun bekommen.
                
      Dies gilt umso mehr, je weniger sich überhaupt die sozialstrukturellen Auswirkungen von Gesetzen vorab bestimmen lassen, weil unsere normative Bevölkerungsstatistik dies verhindert.        
 
  • FR-Tagesthema: Familienpolitik

    • GASEROW, Vera (2005): Umworbene Eltern.
      Die Union will mehr Geld in die Familien pumpen, SPD und Grüne setzen auf mehr Betreuung und bessere Bildung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.
    • SPERBER, Katharina (2005): Die Instrumentalisierung der Zahlen.
      Die Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung lassen sich je nach Interpretation für Horrorszenarien zur Lage der Gesellschaft nutzen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.
      • Kommentar:
        SPERBER referiert nochmals die altbekannten Thesen von
        Gerd BOSBACH zur Bevölkerungsvorausberechnung als moderne Kaffeesatzleserei.
                  
        Die Debatte um die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen zeigt jedoch, dass in der bevölkerungspolitischen Debatte noch unverschämter gelogen wird.
                  
        Was single-generation.de immer wieder betont hat, dass nämlich Eltern von Familienfundamentalisten wie Herwig BIRG in dauerhaft Kinderlose umdefiniert werden, das ist inzwischen empirisch nachgewiesen worden.
                  
        Es ist ein Skandal, dass dies bislang - abgesehen von ein paar Artikeln unter ferner liefen - kein Thema in der Presse war.
                  
        Was der ungehinderten Durchsetzung von Bevölkerungspolitik im Wege steht, das wird in den Medien gnadenlos unterdrückt. Ist das unsere viel gerühmte Pressefreiheit? Heißt Qualitätszeitung, dass nur gedruckt wird, was genehm ist?
    • KAPPUS, Monika (2005): Kein Sommer der Emanzipation.
      Wird Angela Merkel Nachfolgerin von Gerhard Schröder, dann steht die Republik vor einem Paradoxon: Denn frauenpolitisch wäre mit dieser ersten Kanzlerin kein Staat zu machen,
      in: Frankfurter Rundschau v. 22.08.
      • Inhalt:
        "Die Frau Merkel hat Frauen wenig zu bieten. Seit fast fünf Jahren Vorsitzende, konnte sie die CDU nicht von einem überkommenen Frauenbild loseisen. (...). Konsequent erscheint es, dass auch unter Merkel im Wahlprogramm ein eigenständiger Emanzipationsanspruch von Frauen nicht vorkommt. Nur die Forderung nach besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird vorgetragen. Der dafür nötige Ausbau der Kinderbetreuung wird aber in die Zuständigkeit der Länder verwiesen. Geld soll in die Familien gepumpt werden. Dazu passt das Bekenntnis zum Ehegattensplitting, das der Berufstätigkeit verheirateter Frauen oft entgegensteht. Dass einer wie Paul Kirchhof, der meint, »die Mutter macht in ihrer Familie Karriere«, zu den Top-Kandidaten in Merkels »Kompetenzteam« gehört, rundet das Bild ab. Solch programmatischen Totalausfall wie die Union leistet sich keine der anderen aussichtsreichen Parteien, die umgekehrt aber nur Männer als Spitzenkandidaten haben", klagt KAPPUS
 
  • FÜLLER, Christian (2005): Der Bekenntniserzwinger.
    Finanzminister Kirchhof macht den Parteien Angst, nicht Bürgern,
    in: TAZ v. 22.08.
    • Inhalt:
      FÜLLER lobt - abgesehen von den sonstigen Problemen - Paul KIRCHHOFs Ansatz der Steuervereinfachung:

                
      "Nutzt eine für jeden verständliche Steuer etwa nicht allen? Was ist neoliberal, wenn eine vierköpfige Familie erst oberhalb von 34.000 Euro Steuern bezahlt? Schadet es Geringverdienern, Steuerschlupflöcher zu schließen? Kirchhof steht für Klarheit nicht allein auf der Steuererklärung. Er macht transparent, wo die Parteien jenseits ihrer Selbstzuschreibung als Linke oder Arbeitsbeschaffer stehen."
 
  • GEHLEN, Martin & Armin LEHMANN (2005): "Wir bräuchten eine Art New Deal".
    Ist Armut ein neues, ein altes oder gar ein ostdeutsches Phänomen? Sozialforscher Leibfried über "Proletarisierung" und riskante Abenteuer,
    in: Tagesspiegel v. 22.08.
    • Inhalt:
      Der Sozialforscher Stephan LEIBFRIED weist u.a. darauf hin, dass Kinderreiche nicht unbedingt unter den Geringverdienern zu finden sind, sondern auch unter den Spitzenverdienern.
 
  • LEICK, Romain (2005): Harry Potter für Erwachsene,
    in: Spiegel Nr.34 v. 22.08.
    • Kommentar:
      Der Spiegel bedankt sich für eines der wenigen Vorausexemplare des Buches mit einer wohlwollenden Kritik:

                
      "Seine Kritiker - in Wahrheit meist neidvolle, hasserfüllte Verfolger - erliegen einem konsternierenden Missverständnis: Nur weil Houellebecq mit aufreizender Flachheit eine flache, sich zu Grunde richtende Welt beschreibt, ist das Ergebnis nicht selbst flach und hohl. Sein Sujet ist der moderne Trash, der alle Lebensbereiche der Spaßgesellschaft durchdringt; aber der Roman ist deswegen nicht auch Trash.
                
      »Die Möglichkeit einer Insel« ist die Begegnung von Naturalismus und Science-Fiction."
 
 
  • EXPRESS-Dossier: Michel Houellebecq

    • MARTIN, Daniel (2005): Houellebecq malgré lui,
      in: Express v. 22.08.
      • Inhalt:
        Das Express-Dossier berichtet über die nicht autorisierte Biografie von Denis DEMONPION, der Michel HOUELLEBECQ u.a. die Fälschung seines Geburtsdatums vorwirft.

                  
        Der Express veröffentlicht unter der Überschrift "Bonnes feuilles" Auszüge aus der Biografie.
                  
        Bereits in der Woche zuvor hat Olivier Le NAIR über HOUELLEBECQ und das neue Buch ("Houellebecq fait so clone") berichtet.
 
 
 
  • HANK, Rainer (2005): Clara Streit.
    Die Beraterin,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.08.
    • Kommentar:
      Rainer HANK porträtiert Clara STREIT, eine von zwei weiblichen Führungskräften, die in einem der 30 größten deutschen DAX-Unternehmen arbeiten.

                
      In der sozialpopulistischen Debatte wird STREIT als lebenslang Kinderlose gezählt, weil sie mit 36 Jahren noch kinderlos ist. Sie selbst sieht sich jedoch eher als Noch-Kinderlose:
                
      "Den Einwand, ein solches Leben sei eben nur als kinderlose Single-Frau möglich, hat sie erwartet. »Es ist ja noch nicht zu spät: Ich bin ja erst 36 und nicht völlig free floating«, sagt sie. Tatsächlich hat sie vor wenigen Wochen geheiratet. Doch dann wird sie - für ihr frohes Naturell - bemerkenswert ernst: »Vernünftige Kinderbetreuung in Deutschland ist ein echter issue, jedenfalls dann, wenn Sie einen unplanbaren schedule haben.«
      Das Anglodeutsch dieser Sprache ist typisch; gemeint hat sie, daß auch eine Kinderfrau in ihrem Beruf nicht wirklich weiterhilft, wenn sie morgens noch nicht sagen könne, wann sie heimkomme. So haben die Frauen eben immer die schlechteren Karten. Nein, für eine Quote - Affirmative Action, wie es die Amerikaner in solchen Fällen gerne machen - ist Clara Streit deshalb noch lange nicht. Aber eine Faustregel hat sie schon: »Die Top-Karriere einer Frau zu fördern ist wichtiger als die Karriere eines Mannes.«"
 
  • WEIDERMANN, Volker (2005): Das letzte Tabu.
    Michel Houellebecqs neuer Roman erzählt von Sex, Autos und Klonen - vor allem aber vom Unglück des Älterwerdens,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 21.08.
    • Kommentar:
      Ist Volker WEIDERMANN inzwischen Angestellter bei Daimler-Chrysler? Oder was soll die penetrante Mercedes-Werbung in dieser Rezension?

                
      WEIDERMANN bedient neben der Autoindustrie noch die Antifemmisten, die sich über willige Frauen bei HOUELLEBECQ freuen dürfen (Feministinnen werden sich entsprechend mokieren).
                
      Das Fazit von WEIDERMANN für den öden Zweitaufguss der "Elementarteilchen" lautet:
                
      "Roman über das Unglück des Alterns. Neben allen Thesen vom Ende der Religionen und dem Traum vom neuen Menschen, von Nietzsche und vom Ende der Liebe ist es vor allem anderen dies: ein Buch der Angst. In seinen Visionen wird in naher Zukunft eine Selbstmordwelle durch die Welt gehen, der die meisten Frauen über vierzig und die Männer über fünfzig zum Opfer fallen. Die Lücke zwischen dem totalen Körperkult der Gesellschat und der Unmöglichkeit der Liebe ist für keinen mehr zu schließen."   
 
 
  • MIEGEL, Meinhard (2005): Die Koalition der Suchenden.
    Die Gesellschaft ist krank - die Parteien sind ohne Rezept,
    in: Frankfurter Rundschau v. 20.08.
 
  • WIRNER, Stefan (2005): Moderne Balzrituale,
    in: Berliner Zeitung v. 18.08.
    • Kommentar:
      Aus der Rubrik "zurückgebliebene Männer" stammt das Balzritual "Magnet-Kucken". Diesmal ist jedoch nicht Ostdeutschland, sondern ein Berliner Szeneviertel Ort des Geschehens.
 
  • PREISSLER, Brigitte (2005): Subversion der Krawattenträger.
    Bernd Cailloux illuminiert das Geschäftsjahr 1968/69 mit dem Disko-Stroboskop,
    in: Berliner Zeitung v. 18.08.
    • Inhalt:
      PREISSLER sieht in dem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/1969" keine platte Abrechnung mit den 68ern:

                
      "Zwar entzaubert er den Mythos 1968, indem er die Geschichte der Kultur- und Politrevolte als Rückblick auf eine Firmengründung erzählt. Zudem lassen sich seine subversiven Krawattenträger recht umstandslos vor jeden Karren spannen: So (lässt sich) der Erzähler (...) durch den konservativen Unternehmensberater Kracht korrumpieren. Diesen hat Cailloux wohl kaum zufällig nach dem einstigen Generalbevollmächtigten Axel Springers benannt, der wie sein Sohn Christian Kracht heißt. (...).
                
      Und doch bilanziert Cailloux das Jahr '68 mit einem oft an Nick Hornby erinnernden, ironischen Sprachwitz versöhnlich."
 
  • MONATH, Hans (2005): "Nicht Macht, sondern Glück für Mütter".
    Wie Kirchhof die Rollen in der Familie verteilt
    ,
    in: Tagesspiegel v. 18.08.
  • BRUNS, Tissy (2005): Union und Familie.
    Vom Leben überholt,
    in: Tagesspiegel v. 18.08.
    • Inhalt:
      BRUNS erinnert nochmals an die "Schwarzen Visionen" der "68er" der CDU, die Mitte der 80er Jahren - dank eines feministischen Gesinnungswandels ("Müttermanifest") - nochmals die familienpolitische Vorherrschaft durch Wahlfreiheit und Erziehungsgeld gesichert haben.

                
      Nun aber, in Zeiten eines Paul KIRCHHOF und einer Ursula von der LEYEN - meint BRUNS - sei dies nicht mehr möglich:
                
      "Der Vater, hat Kirchhof noch vor drei Jahren geschrieben, ist für die ökonomischen Grundlagen der Familie zuständig, die Mutter macht in der Familie Karriere. Welche junge Frau, welcher junge Mann will oder kann sich daran orientieren? Nicht weniger unglaubwürdig ist das Gegenteil, Modell von der Leyen, berufstätige Mutter von sieben Kindern. Von den ganz normalen Härten des (Familien-)Lebens sind beide weit entfernt."
 
 
  • MÜLLER, Lothar (2005): Dann fressen ihn die Raben.
    Zum Auftakt einer neuen Feuilleton-Serie: Über den Ausschluss als gesellschaftliches Prinzip und das Auseinanderfallen des sozialen Konsenses,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.08.
    • Kommentar:
      Jahrelang hat nun die Mitte-Presse gegen die Konsensgesellschaft gewettert. Nun zieht die SZ eine erste Zwischenbilanz. Naht endlich das ersehnte Ende der Konsensgesellschaft? fragt hoffnungsfroh die neue Serie.

                
      MÜLLER vermeldet erste Erfolge der Eliten bei der Spaltung der Arbeitnehmergesellschaft.
                
      Der Interessenkonflikt Kapital versus Arbeit konnte erfolgreich aus der Schusslinie genommen werden und die Aufmerksamkeit auf die Konflikte innerhalb der Arbeitnehmerschaft gelenkt werden.
                
      So kämpfen nun z.B. lohnabhängige Eltern gegen lohnabhängige Kinderlose, während sich die Arbeitgeber (nicht-lohnabhängige Kinderlose bleiben dagegen ganz außen vor!) aus der Verantwortung für die Nachwuchssicherung gestohlen haben.
                
      Single-dasein.de hat dies bereits im April 2004 als Katholisierung der Berliner Republik bezeichnet.
  • SCHLOEMANN, Johann (2005): Arbeitslose gegen Arbeitsplatzbesitzer.
    Der große Graben, Teil 1: Die Einhegung der Vollzeitstellen wird brüchiger, Erwerbslose bekommen ein Gesicht, den Privilegierten wird unwohl,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 18.08.
 
  • WIDMER, Thomas (2005): Bonjour Happiness.
    Bei Michel Houellebecq reimt sich Buch auf rotes Tuch. Diesen Franzosen zu schmähen, ist einfacher, als vom Barhocker zu fallen. In der nächsten Woche kommt sein neuer Roman heraus – und hier: neun Gründe, die für den Mann und sein Werk sprechen,
    in: Weltwoche Nr.33 v. 18.08.
    • Kommentar:
      Nicht kostenlos zu lesen ist der Artikel von WIDMER, denn von HOUELLEBECQ, dessen neuer Roman "Möglichkeit einer Insel" demnächst erscheint, erwartet man sich immer noch viel...
 
Stern-Titelgeschichte: Generation Zuversicht. Realistisch, optimistisch, konservativ.
Große stern-Umfrage unter jungen Erwachsenen
  • KNOBBE, Martin (2005): Jung, klug + ziemlich brav.
    54 % aller 18- bis 30-jährigen Deuschen blicken hoffnungsvoll in ihre Zukunft. Wie kann das sein, in diesen Zeiten? Mit einer großen Umfrage stellt der stern das Lebensgefühl jener Generation vor, die Deutschland zukünftig prägen wird,
    in: Stern  Nr.34 v. 18.08.
   

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Zu den News vom  11. - 17. August 2005

 
 
   
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