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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 09.-11. August 2017
News 05.-08. August 2017
News 01.-04. August 2017
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News 12.-21. März 2017
News 01.-11. März 2017
News 18.-28. Februar 2017
News 09.-17. Februar 2017
News 01.-08. Februar 2017
 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 12. - 21. August 2017: [12.08.] [14.08.] [15.08.] [16.08.] [17.08.] [18.08.] [19.08.] [20.08.] [21.08.]

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

Der Wandel der Umverteilungsnorm in der Sozialversicherung

"Die veränderte Balance zwischen Versicherungsprinzip und Solidarprinzip im Bereich der Sozialversicherung, die nur rhetorische Abkehr von der Ehezentrierung bei gleichzeitiger Stärkung der Erwerbsarbeitszentrierung und der Anerkennung von Familienarbeit sowie die Ausdifferenzierung des Fürsorgeprinzips bei gleichzeitiger Priorisierung der Aktivierungslogik kennzeichnen den Wandel der Umverteilungsnormen in der deutschen Sozialpolitik. Der Staat zieht sich aus der kollektiv organisierten Solidarität ein Stück weit zurück: nicht nur durch die Privatisierung von sozialen Risiken (in der Alters- und Pflegevorsorge, der PKV und der Berufsunfähigkeitsversicherung), sondern auch durch die Implementierung des Modells der allgemeinen Erwerbstätigkeit für alle Erwerbsfähigen und das Aktivierungsparadigma. Der Markt gewinnt als Ort der selbstverantworteten Wohlfahrtsproduktion an Bedeutung und damit auch die erwerbsarbeitszentrierte Leistungsgerechtigkeit. Dies ist zum einen ein Paradoxon, da die strukturellen Ausschlüsse vom Erwerbsarbeitsmarkt zunehmen, und hat zum anderen Auswirkungen auf soziale Ungleichheitsstrukturen: Eigenverantwortliches (Vorsorge-)Handeln ist nicht allen in gleicher Weise möglich, wird aber von allen in gleicher Weise eingefordert. Nach dem Bedarfsprinzip solidarisch geschützt werden nur noch die Alten und die Erwerbsunfähigen, und auch das nur auf Grundsicherungsniveau."
(Sigrid Leitner "Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit im Sozialstaat. Umverteilungsnorm im Wandel", in: Brigitte Aulenbacher u.a. (Hrsg.)(2017) Leistung und Gerechtigkeit. Das umstrittene Versprechen des Kapitalismus, Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S.115 )

 
       
       
   

21.08.2017

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

BUDE, Heinz (2017): Anerkennung durch Differenz
Die Gegenwart: Migration nach und innerhalb von Europa hat einen wichtigen Anteil daran, dass sich in europäischen Gesellschaften eine neue Klassenstruktur herausgebildet hat. Gilt selbst dafür die neue Formel der postmigrantischen Gesellschaft?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.08.

 
       
   

Die Entwicklung der Altersarmut in Deutschland in der Debatte

STEFFEN, Johannes (2017): Lohn, Grundsicherung und Rente.
Anzahl und Anteil von "Armutsrenten" im Aufwärtstrend,
in:
sozialpolitik-portal.de v. 21.08.

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

HEISE, Volker (2017): Sachdienliche Geschlechtsakte.
Kolumne: Die Wahlplakate scheinen ein geheimes, nie offen ausgesprochenes Thema zu haben: Es geht um Sex - wenn auch nicht auf den ersten Blick,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.08.

Der Filmemacher Volker HEISE beschäftigt sich u.a. mit einem Wahlkampfplakat der AfD mit dem Slogan "Neue Deutsche? Machen wir selber".

Berlin, Foto: Bernd Kittlaus 2017
 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

HONNIGFORT, Bernhard (2017): 700 Jahre Heimat für ein Jahr Feuer.
Das Dorf Pödelwitz bei Leipzig soll geschlossen werden, weggebaggert, damit dort Braunkohle abgebaut werden kann. Eine kleine Gruppe Anwohner will das verhindern,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.08.

BÖGER, Heidrun (2017): Das Sterben der Landgasthöfe.
Bürokratie, Nachwuchssorgen und Fachkräftemangel sorgen für einen drastischen Schwund in der ländlichen Gastronomie Thüringens,
in:
Neues Deutschland v. 21.08.

 
       
   

Dienstleistungsmetropole Frankfurt - Die Family Gentrifier als neue Gruppe auf dem Wohnungsmarkt

BELZ, Nina (2017): Szene trifft Szene.
NZZ-Serie Deutschland wählt: Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist hip geworden - doch der offene Drogenkonsum beschäftigt nicht nur die Anwohner,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.08.

 
       
   

Die Migration in Deutschland in der Debatte

BEGLINGER, Martin (2017): Das Integrationswunder.
Wohin es sie auch verschlägt, Vietnamesen schaffen den Aufstieg in westlichen Gesellschaften besser als andere Migranten. Ihr Beispiel zeigt: Kultur spielt eine zentrale Rolle bei der Integration,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.08.

Martin BEGLINGER berichtet über den Erfolg vietnamesischer Einwanderer in den westlichen Ländern. Die erste Generation ist als Boat-People in den 1970er Jahren vor allem in den USA und Frankreich eingewandert. In den USA leben heute 1,8 Millionen Menschen mit vietnamesischen Wurzeln. In Frankreich sind es rund 300.000 und in Deutschland ca. 150.000, wobei hier viele von der DDR aus dem kommunistischen Norden als Vertragsarbeiter rekrutiert wurden.

Den - im Vergleich mit anderen Volksgruppen (Kubaner in den USA oder Türken in Deutschland) enormen Bildungserfolg wird auf die konfuzianisch-buddhistische Tradition mit ihrem Leistungsethos zurückgeführt:

"Von den zehn bestklassierten Ländern im Pisa-Ranking stammen nicht weniger als sieben aus diesem südostasiatischen Kulturkreis (...). Wie China, Japan oder Korea zählt auch Vietnam, das tausend Jahre lang von China kolonialisiert war, zu den konfuzianisch geprägten Gesellschaften".

Die Kultur des Herkunftslandes kann aus dieser kulturalistischen Perspektive mehr oder weniger gut zum Aufnahmeland passen:

"Kulturen können besser oder schlechter zusammenpassen, und es ist ziemlich offensichtlich, dass die konfuzianisch-buddhistische Kultur der Vietnamesen gut zu den christlich-säkularen Leistungsgesellschaften im Westen pass. Besser als etwa die muslimische. Die beiden deutschen Soziologen Gillmeister und Fijalkowski sprachen 1999 als erste von einer »kulturellen Kompatibilität«, die die Integration je nachdem erleichtert oder erschwert. Zu dieser These neigt auch der Ethnologie Frank Weigelt, der seine Dissertation über die vietnamesische Diaspora in der Schweiz geschrieben hat."

Erfolgreiche Integration führt nach dieser Sicht dazu, dass sich die Migranten der heimischen Kultur anpassen. Separation kann dies verhindern. Aus dieser kulturalistischen Sicht ergibt sich, dass die Eigenarten der Migrationskulturen einer Übertragung der Bildungserfolge von Vietnamesen auf andere Kulturkreise entgegenstehen.

BEGLINGER vermeidet zwar, daraus Schlüsse für die Integrationspolitik zu ziehen. Seine Interpretation der Integrationsfähigkeit unterschiedlicher Ethnien ist jedoch Wasser auf die Mühlen der Rechten.    

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Was die beiden Lager verschweigen.
Im Abstimmungskampf zur Altersvorsorge ist die Redlichkeit die grosse Verliererin,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.08.

STALDER, Helmut (2017): Befürworter leicht im Vorsprung.
"Fälliger Kompromiss" findet am meisten Zustimmung - Kritik am AHV-Ausbau "mit der Giesskanne",
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.08.

 
       
   

100 Tage Präsidentschaft in Frankreich

JARDINE, Anja (2017): Held seines Lebens.
Frankreichs Präsident Macron legt Tatkraft, Souveränität und ein majestätisches Gebaren an den Tag - nicht jedem gefällt das,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 21.08.

KLINGSIECK, Ralf (2017): Unsozial, außenpolitisch geschickt.
ND-Tagesthema 100 Tage Macron: Präsident Emmanuel Macron enttäuscht viele seiner Wähler. Umfragewerte im freien Fall,
in:
Neues Deutschland v. 21.08.

SCHMID, Bernard (2017): Front National streitet über Euro-Austritt und Neonazis in den USA.
ND-Tagesthema 100 Tage Macron: Seit sich Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl geschlagen geben musste, debattiert die rechte Partei über die Gründe,
in:
Neues Deutschland v. 21.08.

 
       
   

20.08.2017

 
       
   

Das Ehegattensplitting in der Debatte

SCHERFF, Dyrk (2017): Weg mit dem Ehegattensplitting.
Der Steuervorteil für Ehepaare ist seit Jahren umstritten. Jetzt wird er zum Wahlkampfthema. Gut so, denn das Splitting ist ungerecht,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 20.08.

 
       
   

Der Immobilienmarkt in Deutschland in der Debatte

BEUL, Miriam (2017): Langsames Erwachen.
Wohnungsmarkt: Viele Jahre lag Krefeld tief im Dornröschenschlaf. Nun entdecken vor allem Düsseldorfer die prächtigen Gründerzeitbauten rund um den Stadtwald. Die Innenstadt muss noch wachgeküsst werden,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 20.08.

Miriam BEUL beschreibt den Krefelder Immobilienmarkt als Schnäppchen in der Region zwischen Ruhrgebiet und Düsseldorf und den Nachbargemeinden Mönchengladbach und Moers. Ursache des vergleichsweise günstigen Preisniveaus:

"Die Arbeitslosenquote liegt mit 10,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen. (...). Die guten und teuren Wohnlagen finden sich ausnahmslos nördlich der Innenstadt, preiswerter wird es im Süden und Südwesten.
Den schlechtesten Ruf und die günstigsten Mieten hat die Krefelder Innenstadt",

erklärt BEUL. Noch dominieren Hartz-IV-Empfänger, aber die Stadt und BEULE arbeiten bereits an der Gentrifizierung, die mittels Sanierung der sogenannten Krefelder Häuser, einer Variante der Gründerzeitaltbauten, vorangetrieben werden soll.  

 
       
   

19.08.2017

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

HAGEN, Hans von der & Jan SCHMIDBAUER (2017): Baden gegangen.
Das Kurwesen wirkte wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Provinz. Es war für die Patienten ein Segen und für die Heilbäder auch. Dann stürzte Gesundheitsminister Seehofer viele Kurorte in die Krise,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.08.

 
       
   

Die Ruhrgebietsstädte in der Debatte

THIMM, Katja (2017): Eine Stadt räumt auf.
Integration: Duisburg hat viele Probleme: Schrottimmobilien, Armutsflüchtlinge, Arbeitslosigkeit. Viertel wie Marxloh gelten als No-go-Area. Nun reicht es den Bewohnern,
in:
Spiegel Nr.34 v. 19.08.

Katja THIMM beschreibt anlässlich der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Duisburg am Beispiel einer Räumung eines Mietshauses in Duisburg-Marxloh das Vorgehen der "Taskforce Problemimmobilien" (Auftrag: korrupte Hausbesitzer und unliebsame Bewohner verdrängen) vor dem Hintergrund der Armutszuwanderung - insbesondere aus Bulgarien und Rumänien:

"Rund 17.400 Zuwanderer aus Südosteuropa leben mittlerweile in Duisburg, es ist die offizielle Zahl, jeder 29. Bewohner. Im Stadtteil Marxloh sind es 4.400, jeder vierte."

New York wird von THIMM als Vorbild der Null Toleranz-Politik des SPD-Bürgermeisters bezeichnet. Die geräumten Häuser sollen idealerweise von der Stadt aufgekauft, abgerissen oder in Sozialwohnungen umgewandelt werden. Am Ende könnte aber die Gentrifizierung des Stadtteils stehen. Der Oberbürgermeister möchte die Säuberung des Stadtteils durchziehen, beklagt jedoch die mangelnde Unterstützung der EU:

"niemand sorge dafür, die gültige Richtlinie der EU durchzusetzen: Wer nach sechs Monaten noch keinen Arbeitsplatz gefunden oder in Aussicht hat, muss in sein Heimatland zurück."

Die überschuldete Stadt steht unter kommunaler Finanzaufsicht, hat also ein Interesse Sozialbetrug und Armutseinwanderung einzudämmen.   

 
       
   

Soziale Brennpunkte in der Debatte

KAISER, Lena (2017): Brownies gegen den Verfall.
Tristesse: Leere Häuser, viele Arbeitslose: Bremerhaven ist eine krisengeplagte Stadt. Einige stemmen sich gegen den Niedergang,
in:
TAZ v. 19.08.

"Lehe, das ist der an die Innenstadt angrenzende Stadtteil, von dem seit Jahren ein Schreckensbild gezeichnet wird. Seit den 1990er Jahren gilt Bremerhaven als Armenhaus des Westens und das zentrale Gründerzeit-Viertel, in dem ganze Häuserzeilen leer stehen, als Sinnbild für den Niedergang.
Noch in den 1970er Jahren arbeiteten 70 Prozent der Bremerhavener in der Fischindustrie oder im Schiffsbau. Dann begann die Werftenkrise. (...). Der Abzug der Amerikaner verstärkte den Effekt.
Die Arbeitslosenquote in Bremerhaven liegt bei etwa 14 Prozent und ist damit mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Jährlich verlassen rund 2.000 Menschen die Stadt, es leben nur noch 108.000 Menschen hier. Auch wenn die Abwanderung in den vergangenen Jahren etwas gebremst werden konnte, ist Bremerhaven eine schrumpfende Stadt.
Und nicht nur das: Ende Februar dieses Jahres hat die Bundesregierung Bremerhaven wegen der »stark unterdurchschnittlichen Lebensverhältnisse« zur abgehängten Region erklärt. Neben ländlichen Gebieten im Osten finden sich auf dieser Liste nur fünf Großstädte",

beschreibt Lena KAISER die Situation in Bremerhaven und speziell im Stadtteil Lehe. Die abgehängten Regionen entstammen einer Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage Stärkung strukturschwacher Regionen in Deutschland  der Linkspartei. Folgende Städte und Regionen wurden als abgehängte Regionen klassifiziert (vgl. Bundestagsdrucksache 18/11263, 2017, Tabelle 2, S.4):

Land Kreisregion
(stark unterdurchschnittlich)
Kreisregion
(sehr stark unterdurchschnittlich)
Brandenburg Oder-Spree/Frankfurt (Oder), Stadt
Uckermark
Prignitz
Ostprignitz-Ruppen
Elbe-Elster
Bremen Bremerhaven, Stadt  
Mecklenburg-Vorpommern Ludwigslust-Parchim
Vorpommern-Greifswald
Vorpommern-Rügen
Mecklenburger Seenplatte
Nordrhein-Westfahlen Herne, Stadt
Oberhausen, Stadt
Gelsenkirchen, Stadt
 
Sachsen-Anhalt Anhalt-Bitterfeld/Dessau-Roßlau, Stadt
Jerichower Land
Wittenberg
Saalekreis
Salzlandkreis
Altmarkkreis Salzwedel
Stendal
Mansfeld-Südharz
Burgenlandkreis
Harz
Thüringen Altenburger Land
Unstrut-Hanich-Kreis
Kyffhäuserkreis

Der Artikel zeigt zwei Beispiele für die Aufbruchsstimmung in Lehe. In der Gentrifizierungsforschung heißen solche Menschen Pioniere und sind Vorboten der Gentrifizierung.

"Von Gentrifizierung kann hier keine Rede sein, dafür fehlt der Wachstumsdruck. Viel zu viele Häuser stehen leer",

schreibt KAISER deshalb. Meist ist der schlechte Ruf dafür verantwortlich, dass Städte oder Stadtteile die Wende nicht schaffen:

"Laut Schuldneratlas des Wirtschafts- und Inkassodienstleisters Creditreform ist es einer der ärmsten Stadtteile Deutschlands. Die vielen Fernseh- und Zeitungsberichte haben Spuren hinterlassen."

 
       
   

Die Alternative für Deutschland in der Debatte

FEDDERSEN, Jan (2017): AfD. Oder: Neulich in Bitterfeld.
Rechtspopulismus: Es braucht mehr als moralische Abgrenzung: fitte politische Konkurrenz,
in:
TAZ v. 19.08.

"Daniel Rot, er sitzt im Landesparlament von Magdeburg, weil er für seine Partei das Direktmandat in eben dieser Kommune gewinnen konnte - eines von 15 in Sachsen-Anhalt bei der Landtagswahl 2016,

erklärt uns Jan FEDDERSEN. Er will bei der AfD in Sachsen-Anhalt Ähnlichkeiten mit der Linkspartei sehen, was dem Politikstil widerspricht, den eine Studie als bewegungs- statt parlamentsorientiert eingestuft hat. Die AfD ist keine Sozialstaatspartei wie die Linkspartei, sondern eine neoliberale Partei. Das gilt insbesondere für die Bundespartei. FEDDERSEN gehört zu jenen, die zwischen Links und Rechts keinen Unterschied mehr machen wollen:

"Vieles, was auch manche Linke gut finden, trifft aufs Wohlgefallen der AfD: Kapitalismuskritik, das Identitäre, die Kritik an sogenannten Entfremdung der Lebensverhältnisse, Hass aufs Liberale. Verachtung fürs Parlamentarische."

Das trifft eben nur auf "manche Linke" zu, nämlich auf die staatsfeindlichen Linken in der 68er-Tradition. Aber mit den meisten Schlagworten von FEDDERSEN könnten sich sogar die Mitte-Parteien SPD/CDU/CSU identifizieren, weil es eben nur Parolen ohne Inhalt sind. Zu dieser oberflächlichen Darstellung passt auch das Buch von Thomas WAGNER ("Die Angstmacher"), das FEDDERSEN empfiehlt, das ideen- aber nicht sozialgeschichtlich argumentiert. Links kann heutzutage nur heißen: Verteidigung der Errungenschaften des Sozialstaats. Rechte und die AfD haben damit nichts am Hut! 

 
       
   

Ijoma Mangold - Das deutsche Krokodil

GUTMAIR, Ulrich (2017): Zwei zu eins für Deutschland.
Autobiografie: Keine Opfergeschichte: In seinem Buch "Das deutsche Krokodil" erzählt der Journalist Ijoma Mangold seinen Lebensroman über Fremdheit bei totaler Assimilation,
in:
TAZ v. 19.08.

 
       
   

Édouard Louis - Im Herzen der Gewalt

HOCHGESAND, Stefan (2017): Die Lektüre einer Nacht.
Analyse: Edouard Louis ist 24 Jahre jung und ein Literaturstar in Frankreich. Sein Roman "Im Herzen der Gewalt" ist ein Plädoyer für Empathie und ein Nachdenken über die Ursachen der Gewalt,
in:
TAZ v. 19.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

HOLZ, Wolfgang (2017): In der Idylle hat die EU keinen Platz.
StZ-Serie Leben in Europa (5): Banken vor der Pleite, Staaten vor dem Bankrott: Die Krise, die 2007 begann, hat die EU und das Leben der Menschen verändert. Die Folgen sind noch immer zu spüren. Unsere Serie beleuchtet den Alltag. Heute: Familie Reichmuth in der Schweiz,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 19.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Großbritannien

ZASCHKE, Christian (2017): Bye-bye, ihr Briten.
Buch Zwei: Unser Korrespondent packt seine Kisten. Bevor er London verlässt, bleibt aber genug Zeit, das Land seiner Träume noch einmal nassforsch zu vermessen. Ein Abschied, geistig und körperlich,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.08.

 
       
   

18.08.2017

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

PRZYBILLA, Steve (2017): Große Flut.
Auf Rügen ging es bisher eher beschaulich zu. Jetzt haben neue Projekte und steigende Immobilienpreise eine hitzige Diskussion entfacht: Wie viel Neubau verträgt Deutschlands größte Insel?
in:
Süddeutsche Zeitung v. 18.08.

 
       
   

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland in der Debatte

STROHSCHNEIDER, Tom (2017): Wer wählt die Linkspartei?
Neue Zahlen zur Anhängerschaft: Sie altert langsamer und ist ziemlich pessimistisch,
in:
Neues Deutschland v. 18.08.

Tom STROHSCHNEIDER vergleicht die Umfrageergebnisse, die im ZEIT online-Artikel Partei der Überzeugungstäter von Tilman STEFFEN & Sascha VENOHR präsentiert werden, mit der Wähleranalyse des DIW.

 
       
   

17.08.2017

 
       
   

Die Leihmutterschaft in der Debatte

HARBARTH, Stephan/THOMALE, Chris/WELLER, Marc-Philippe (2017): Kinder auf Bestellung?
Fortpflanzungstourismus - die Leihmutterschaft als Prüfstein für Ethik und Menschenwürde,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Regenbogenfamilien in der Debatte

BARTHÉLÉMY, Andrea (2017): Mutter, Mutter, Kind.
Schwule und Lesben dürfen in Deutschland künftig Adoptiveltern sein. Für den Nachwuchs ist das eine gute Nachricht, zeigt eine US-Studie,
in: Welt
v. 17.08.

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

TOETZKE, Paul (2017): Die vergessenen Mieter.
Delmenhorst: Einst stand der Wollepark für Aufbruch und Moderne. Heute gilt das Viertel als sozialer Brennpunkt, die Stadt wünscht den Abriss. Seit April hat sie BewohnerInnen das Gas und Wasser abgestellt,
in:
TAZ v. 17.08.

 
       
   

Der Wandel des Parteiensystems in Deutschland in der Debatte

BREY, Marlene (2017): "Es gab bis heute keinen Kevin im Bundestag".
Kevin Hönicke macht Wahlkampf für die SPD. Er weiß aus Erfahrung, dass man um soziale Gerechtigkeit ringen muss,
in:
Freitag Nr.33 v. 17.08.

Geschichten erfolgreicher Aufsteiger sind en vogue. Marlene BREY erzählt eine solche rührende Geschichte über Kevin HÖNICKE:

"Er war der Erste in seiner Familie, der Abitur machte - und der Erste, der studierte. Er lebt den alten SPD-Traum: Aufstieg durch Bildung.
Rückblende, 1989 zieht Hönickes Familie nach Hellersdorf in einen Plattenbau (...) Seine Eltern sind Ossis, der Vater ein Wendeverlierer. Als Hönicke elf Jahre alt ist, lassen sich die Eltern scheiden. Der Kontakt zum Vater bricht ab. Nach der Trennung ist die Mutter mit den drei Söhnen wirklich allein, auch finanzielle. Sie arbeitet in der Pflege. (...).
Von seinen Freunden macht keiner Abitur, niemand studiert. (...).
Nach der Schule macht er zunächst eine Lehre als Kfz-Machaniker. (...). Abi auf dem zweiten Bildungsweg. (...).
Nach seinem nachgeholten Abitur geht Hönicke an die Humbold-Universität"

und ist heute Lehrer und Bundestagskandidat der SPD, um sich für die "einfachen Leute" einzusetzen.

"Als Direktkandidat für Lichtenberg sind seine Chancen eher gering. Hier regiert die Linke. Aber er hat auch Platz acht auf der Landesliste, das könnte für den Bundestag reichen",

meint BREY. Bei der letzten Bundestagswahl 2013 reichte Platz 8 gerade noch, für den Einzug in den Bundestag. Das waren 24,6 % der Zweitstimmen in Berlin, bundesweit waren es 25,7 %. Wenn die SPD nicht noch zulegt, dann könnte es für HÖNICKE nicht reichen.

Fazit: Dass mit einem sozialen Aufsteiger für die SPD geworben wird, zeigt, dass soziale Aufsteiger mittlerweile selbst in der SPD ziemlich rar geworden sind. Dabei war die SPD einmal die Partei der Aufsteiger:

"Die Sozialdemokratie hat sich seit den siebziger Jahren erheblich verändert (...). Viele von uns sind aufgestiegen. Wenn ich mir einen normalen Parteitag anschauen und frage würde: Wer ist dabei, der in der ersten Generation Akademiker ist, bei dem der Vater noch Arbeiter war? Dann würde die Antwort wahrscheinlich lauten: 80 Prozent. Ich selbst bin ja auch so ein Fall - Vater: Hilfsarbeiter auf dem Schlachthof; Sohn: Hochschullehrer. Dieser Prozess ist natürlich möglich geworden durch eine robuste, entschlossene Form der materiellen Umverteilung in den sechziger und siebziger Jahren. Ohne Umverteilung und den Ausbau des Staates (...) hätte es diesen massenhaften Aufstieg nicht gegeben. Und auch ich wäre wahrscheinlich genau wie mein Vater noch immer auf dem Schlachthof. Wir - oder doch die meisten von uns - sind also gewissermaßen die Gewinner von Umverteilung, reden aber jetzt nicht mehr von Umverteilung, fordern es jedenfalls nicht mehr, weil es uns möglicherweise auch zu teuer kommt, weil es vielleicht auch zu teuer ist. Nur ist das eine ganz merkwürdige Angelegenheit: In dem Moment, in dem wir aufgrund eines spezifischen politischen Instrumentariums sozial gewonnen haben, legen wir das Instrument zur Seite und lassen die anderen ziemlich kaltblütig zurück. Das aber wird moralisch möglicherweise nicht funktionieren, denn es nimmt de Sozialdemokratie ihre besondere Aura, ihren unverwechselbaren Ethos. Und am Ende wäre die SPD dann nichts anderes als - wenn man so will - die FDP der neuen Mitte aus der vorangegangenen Bildungsexpansion."
(Franz Walter in der Berliner Republik, H.5, 2003)

Was fehlt: Geschichten vom normalen Scheitern von Bildungsaufsteigern.

 
       
   

Die Gebietsreform in Thüringen in der Debatte

HAAK, Sebastian (2017): Spiel auf Zeit.
Die Koalition in Thüringen einigte sich zur Gebietsreform - sie wird länger dauern,
in:
Neues Deutschland v. 17.08.

 
       
   

Das Gutachten Für ein modernes Rentenrecht: Die Einbeziehung von Selbständigen in die GRV in den Medien

ÖCHSNER, Thomas (2017): Pflicht zum Einzahlen.
Selbständige, die im Alter von Armut bedroht sind, sollen mehr vorsorgen. Da sind sich Union und SPD einig. Die Details sind umstritten. Experten wollen die Wahl - privat oder gesetzlich - den Freiberuflern überlassen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

REZMER, Anke (2017): Gefragte Policen.
Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen bilden die Fonds den Kern des Vertrags. Die Versicherungs-Ratingagentur Assekurata stellt in einer Auswertung für das Handelsblatt deutliche Unterschiede fest,
in:
Handelsblatt v. 17.08.

 
       
   

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Wirtschaftsthema: Südeuropa.
Warum Italien jetzt als der kranke Mann Europas gilt und Spanien seine Wirtschaftskrise überwunden hat

SAUER, Ulrike (2017): Das große Zittern.
Wenn EZB-Präsident Mario Draghi die ultralockere Geldpolitik beendet, dann bekommen seine Landsleute ein Problem. Sie müssen bis zu 25 Milliarden Euro auftreiben, um ihren Haushalt zu finanzieren,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.08.

URBAN, Thomas (2017): Jede vierte Bank hat überlebt.
Spaniens Wirtschaft wächst geschrumpft seit drei Jahren wieder,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.08.

 
       
   

Édouard Louis - Im Herzen der Gewalt

BORKENHAGEN, Christina (2017): Die Lüge als Chance.
Literatur: In seiner Ich-Erzählung such das französische Wunderkind Édouard Louis eine Heilung vom Sprachverlust,
in:
Freitag Nr.33 v. 17.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in der Schweiz

KUCERA, Andrea (2017): Das Wunder von Jaun.
Das 660-Seelen-Dorf ist die einzige deutschsprachige Gemeinde im Bezirk Greyerz - die Frage ist, wie lange noch,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.

 
       
   

16.08.2017

 
       
   

Das Renteneintrittsalter und die Erhöhung der Erwerbsquote von Älteren in der Debatte

SELL, Stefan (2017): Vorwärts zur "Rente mit 70"?
Eine große Koalition von "Top-Ökonomen" und die Untiefen der Rasenmähermethode,
in:
aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de v. 16.08.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

SCHÖCHLI, Hansueli (2017): Der Schwindel in der Altersvorsorge.
Die Politik will bei den Pensionskassen regeln, was sie gar nicht regeln kann,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 16.08.

 
       
   

15.08.2017

 
       
   

Der IW-Report Auswirkung einer längeren Lebensarbeitszeit auf die Rentenversicherung in den Medien

SIEMS, Dorothea (2017): Königsweg bei der Rente.
Von einer längeren Arbeitszeit profitieren Beitragszahler und Senioren gleichermaßen. Das zeigen neue IW-Berechnungen,
in: Welt
v. 15.08.

Dorothea SIEMS fungiert als Durchlauferhitzer für die Lobbyorganisation der Arbeitgeber, die wieder ihr Lieblingsthema ins Gespräch bringen möchte.

"Momentan stehen 100 sozialversicherungspflichtige Beitragszahler 58 Rentenempfängern gegenüber",

wird uns zum "Rentnerquotienten" erklärt. Dies entspräche einem Verhältnis von 1,72 und liegt damit unterhalb des "Rentnerquotienten" von 1,92 für das Jahr 2015, in den neben der Kopfzahl auch die Entwicklung der Löhne mit einfließt, weshalb dieser Faktor wesentlich genauer die künftige Entwicklung angibt als jener Faktor, der vom IW Köln benutzt wird (vgl. 2017, Abb. 4, S.16). Susanne KOCHSKÄMPER rechnet also das Verhältnis bewusst schlecht, um das Anliegen einer Rente mit 70 dringender zu machen.

Während die Ostrentenanpassung im Simulationsmodell berücksichtigt wird, bleiben die Auswirkungen der Entgeltumwandlung durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz unberücksichtigt. Dieses führt zu einer Senkung der Rentenansprüche. Oder anders formuliert: Was die Rente mit 70 dringlicher macht, wird in der Simulationsrechnung berücksichtigt, während gegenteilige Effekte außen vor bleiben.

"In seinem Szenario für die »Rente mit 70« geht das IW davon aus, dass die Altersgrenze 2035 auf 68 Jahre angehoben wird, 2039 auf 69 Jahre steigt und man 2043 schließlich erst mit dem 70. Geburtstag das Berufsleben beendet. Die Anhebung erfolgt damit deutlich rascher, als dies derzeit bei der Umsetzung der Rente mit 67 der Fall ist.
Denn momentan verschiebt sich die reguläre Altersgrenze lediglich um einen Monat pro Jahr",

behauptet SIEMS. Dagegen heißt es bei KOCHSKÄMPER:

"Dabei folgt das Szenario »Rente mit 67« der gegenwärtigen Gesetzgebung, in dem in der Simulation hier die Regelaltersgrenze in 2024 auf 66 Jahre und in 2031 auf 67 Jahre steigt und anschließend konstant bleibt; für die »Rente mit 70« gilt hingegen ein weitere Anstieg der Regelaltersgrenze nach 2031 im jeweils vierjährigen Rhythmus. (...).
Dabei wird hier auf ein monatliches Ansteigen der Regelaltersgrenze verzichtet, wie es die gegenwärtige Gesetzeslage vorsieht, und stattdessen ein sprunghafter Anstieg um jeweils ein Jahr modelliert; analog werden nur Versichertenjahrgänge betrachtet. Dies hat den Vorteil, dass keine Annahmen darüber zu treffen sind, wie sich die Geburtstage der Versicherten über das Jahr verteilen – wie viele Versicherte also beispielsweise im Januar und wie viele erst im Oktober die jeweilige Regelaltersgrenze erreichen. Nachteilig ist, dass es in der Simulation dadurch zu sprunghaften Veränderungen kommt, sobald eine neue Regelaltersgrenze erreicht wird und kein glatter Übergang in den Jahren zwischen zwei Regelaltersgrenzen stattfindet. Im Verhältnis zu einer monatsweisen Modellierung fallen die Änderungen von Beitragssatz und Netto-Standardrentenniveau vor Steuern zwischen einer Regelaltersgrenze bis zum Erreichen einer neuen Regelaltersgrenze stärker aus, ebenso ist die Korrektur des Anpassungspfades nach Erreichen der neuen Regelaltersgrenze abrupter als in einer Modellierung nach Monaten." (2017, S.13f.)

Die Simulation vereinfacht lediglich das Prinzip. Erst nach 2031 ist der Anstieg im Szenario "Rente mit 70" höher als bei der Rente mit 67. Dieses Arbeitgeber-Modell verschärft damit rasant das Modell der "Rente mit 69", das die Bundesbank bereits im August 2016 gefordert hat. Danach sollte jedoch erst im Jahr 2064 der erste Geburtsjahrgang 1995 mit 69 Jahren in Rente gehen.

Fazit: Obwohl sich die Situation der Rentenversicherung in den letzten Jahren verbessert hat, werden die Forderungen der Arbeitgeber und ihrer Claqueure unter den "Top-Ökonomen" und Medien immer dreister. 

 
       
   

Stefan Schabirosky - Mein Auftrag Rufmord

SCHÖNBERG, Kai (2017): Buch deutet AWD-Story um.
Medien: Angeblich Rufmordaktion gegen Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer,
in:
TAZ v. 15.08.

TUMA, Thomas (2017): "Ich habe eine Meute entfesselt".
AWD-Affäre: Der selbst ernannte "Rufmörder" Stefan Schabirosky über seine jahrelangen Schmutzkampagnen gegen Carsten Maschmeyer,
in:
Handelsblatt v. 15.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Irland

NONNENMACHER, Peter (2017): Der schwierige Neustart der Heimkehrer.
StZ-Serie Leben in Europa (4): Banken vor der Pleite, Staaten vor dem Bankrott: Die Krise, die 2007 begann, hat die EU und das Leben der Menschen verändert. Die Folgen sind noch immer zu spüren. Unsere Serie beleuchtet den Alltag. Heute: Familie Allen in Irland,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 15.08.

Peter NONNENMACHER beschreibt die Folgen der Finanzkrise für Irland anhand einer Familie mit fünf Kindern (2015: 1,92 Kinder pro Frau), die in Strokestown im ländlichen Mittelwesten lebt. Als Reaktionen auf die Krise wird die Emigration oder die Rückkehr zu den Eltern und Arbeitslosigkeit als einzige Optionen beschrieben. Trotz Wirtschaftsaufschwung besteht in Irland weiterhin ein Stadt-Land-Gegensatz

 
       
   

14.08.2017

 
       
   

Der ländliche Raum und Mittelstädte im demografischen Wandel

SANDER, Matthias (2017): Für Südpfälzer ist Paris wichtiger als Berlin.
NZZ-Serie Deutschland wählt: An der Grenze zu Frankreich bekommen die Deutschen die Politik des Nachbarlandes direkt zu spüren,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 14.08.

 
       
   

Die Lebensversicherer in der Debatte

SCHNELL, Christian (2017): Komplexe Altersvorsorge.
Allianz: Der Versicherer hat die Ansprüche einer Vertreterin falsch berechnet. Ein Präzedenzfall für alle ist unwahrscheinlich,
in:
Handelsblatt v. 14.08.

Christian SCHNELL positioniert sich gegen die SZ, in der Uwe RITZER den Fall von Falschberechnungen vor drei Tagen als allgemeines Problem darstellte. Dagegen stellt sich SCHNELL auf die Seite des Lebensversicherers, der von einem Einzelfall spricht. Zudem wird ein Fachanwalt zitiert, der keine Gefahr für die Allianz sieht, weil nur ein Urteil des Bundesgerichtshofs einen Präzedenzfall schaffen könnte, das aber würde Jahre dauern. Dies passt zum Bild der Lebensversicherungsbranche in Deutschland, in der Kunden nur selten Ansprüche gegen die Versicherer durchsetzen können. Insbesondere bei der Altersvorsorge sind die Belange der Versicherer gut geschützt.   

 
       
   

Stefan Schabirosky - Mein Auftrag Rufmord

HUSSLA, Getrud/TUMA, Thomas/VOTSMEIER, V. (2017): "Unternehmen Donnerwetter" .
Das
AWD-Komplott: Ein Versicherungsvertreter gesteht jahrlange Schmutzkampagnen gegen seinen Ex-Arbeitgeber Carsten Maschmeyer und dessen AWS. Jetzt erscheinen seine Bekenntnisse als Buch. Im Fokus der Vorwürfe: AWD-Konkurrent DVAG - und viel Journalisten, die sich angeblich instrumentalisieren ließen,
in:
Handelsblatt v. 14.08.

NAGEL, Lars-Marten (2017): Erbitterte Konkurrenz.
AWD gegen DVAG,
in:
Handelsblatt v. 14.08.

SCHABIROSKY, Stefan (2017): Enthüllungen eines Saboteurs.
Buchauszug: Stefan Schabirosky beschreibt seine Rufmordkampagne in einem Buch. Das Handelsblatt druckt ab heute Passagen. Teil 1: Geheimtreffen mit der Konkurrenz und Angriffe aus dem Netz,
in:
Handelsblatt v. 14.08.

 
       
   

Die Altersvorsorge in der Schweiz in der Debatte

ENZ, Werner (2017): Die AHV gerät bald in Schieflage.
Die Rentenreform 2020 verursacht mittelfristig hohe Zusatzkosten vor allem für die Jungen - ein Faktencheck,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 14.08.

 
       
   

12.08.2017

 
       
   
taz-Titelgeschichte: Dating mit 60.
Unser Autor ist nach langer Zeit wieder Single - im fortgeschrittenen Alter. Er macht sich auf die Suche nach der ganz großen Liebe. Nach einem Jahr zieht er Bilanz

ANONYMUS (2017): Sechzig.
Amore: Von einem, der auszieht, aber keine mehr auszieht. Und sich auch nicht. Wie ging eigentlich Liebe machen? Eine Betrachtung über das Geschlechterleben im fortgeschrittenen Alter,
in:
TAZ v. 12.08.

 
       
   

Die Rentenpolitik der Arbeitgeber- und Unternehmensverbände in der Debatte

CREUTZBURG, Dietrich (2017): Auch Alte gönnen Jungen mehr.
Genug Rentenerhöhung. Umfrage für Junge Unternehmer,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.08.

Der Lobbyverband der jungen Unternehmer hat eine Umfrage zu Wahlkampfzwecken lanciert. Dietrich CREUTZBURG nimmt das dankend an, um sich zum Sprachrohr des Lobbyverbandes zu machen. Zur Umfrage werden keine Informationen geliefert, die dem Leser ein eigenes Bild ermöglichen, stattdessen zitiert CREUTZBURG lediglich Passagen, die den Unternehmensinteressen entsprechen.

"Anhänger der Union (machen) sich deutlich weniger Sorgen (...), die junge Generation könne zu kurz kommen",

erzählt uns z.B. CREUTZBURG, die Ergebnisse zur Wählerschaft der anderen Parteien werden dagegen verschwiegen. Dies ist nur eines unter zahlreichen Beispielen für die Selektivität des Artikels.

 
       
   

Heinz Bude - Soziologie der Berliner Republik

BUDE, Heinz (2017): Die Deutschen sind zufrieden im Unbehagen.
Insofern passt eine Kanzlerin wie Angela Merkel, die nicht immer noch mehr verspricht,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 12.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Frankreich

KLINGSIECK, Ralf (2017): Schnell, bequem, erfolgreich, aber viel zu teuer.
Mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV entstand ein Zwei-Klassen-System im französischen Bahnverkehr,
in:
Neues Deutschland v. 12.08.

 
       
   

Das Single-Dasein in Bulgarien

ROSER, Thomas (2017): Armenhaus - und trotzdem lebenswert.
StZ-Serie Leben in Europa (3): Banken vor der Pleite, Staaten vor dem Bankrott: Die Krise, die 2007 begann, hat die EU und das Leben der Menschen verändert. Die Folgen sind noch immer zu spüren. Unsere Serie beleuchtet den Alltag. Heute: Familie Denkow in Bulgarien,
in:
Stuttgarter Zeitung v. 12.08.

Thomas ROSER stellt eine hauptstädtische Akademikerfamilie (mit deutscher Normfamiliengröße) vor, die zu den Globalisierungsgewinnern zählt. Zu Bulgarien erfährt der Leser wenig:

"Zehn Jahre nach dem Beitritt dümpelt das ärmste EU-Mitglied noch immer am Ende fast aller Sozialstatistiken von Europas kriselndem Wohlstandsbündnis. (...).
Im Doppelpack mit Rumänien war Bulgarien 2007 der EU beigetreten. (...).
Folgen der 2007 einsetzenden Weltwirtschafts- und Finanzkrise erreichten Bulgarien verspätet: Erst 2009 rutschte die Wachstumsrate mit minus 4,2 Prozent kräftig, dafür aber nur kurz, in den Negativbereich. (...).
Fast ein Fünftel seiner Bevölkerung hat der Balkanstaat im letzten Vierteljahrhundert verloren."

Die Abwanderung wird jedoch nicht als Problem dargestellt, denn:

"Viele Bulgaren sind wegen der Arbeit ins Ausland gezogen. Aber es sind auch viele ausländischen Investoren wegen des guten Businessklimas und der hoch qualifizierten und günstigen Arbeitskräfte hierhergekommen",

wird der porträtierte Akademiker zitiert. Neben dem Schulsystem wird das Rentensystem als Problem beschrieben:

"Mit der Minimumrente von 150 Lewa (75 Euro) könne ihre Mutter wie viele andere Rentner nicht über die Runden kommen und sei gezwungen, zwei Zusatzjobs zu machen",

wird die Ehefrau zitiert, die es sich leisten kann, als "Stay-at-Home-Mom" zuhause zu bleiben. 

 
       
 

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Zu den News vom 09. - 11. August 2017
 

   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

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