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Medienrundschau:
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News vom
21. - 25. Dezember
2004
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Zitat
des Monats:
"Herbert
behauptet stock und steif, er sei Single. Dabei lebt er seit
über zehn Jahren mit seiner Freundin Angelika zusammen. Unsere
Gespräche darüber verlaufen stets nach dem gleich Strickmuster:
»Herbert, sieh es einfach ein. Du bist kein Single«
»Natürlich bin ich das. Genau wie du«
»Und was ist mit Angelika?«
»Was soll mit ihr sein?«
»Ihr wohnt seit zehn Jahren in einer Wohnung«
»Na und? Wir haben eine WG. Um genau zu sein, eine Zweier-WG.«
»Natürlich. Und die Tatsache, dass ihr miteinander schlaft, hat
wohl auch nichts zu sagen?!«
»Genau. Wir haben Sex miteinander. Deswegen ist man doch in
keiner Beziehung. Das müsstest du doch am besten wissen.«
»Ich habe aber nicht seit zehn Jahren Sex mit derselben Frau.«
»Zufall. Es ergibt sich halt so, wenn man zusammenwohnt.«
(aus:
Daniel Bielenstein "Die Frau fürs Leben", 2004, S.32f.) |
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BERGIUS, Michael (2004): Malus für Kinderlose verwirrt Rentner.
Versicherungsanstalten belehren über "Elterneigenschaften". Ansturm
auf Hotlines,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.
- Kommentar:
In Deutschland wird viel über Kinderlosigkeit
gesprochen und das seit mehreren Jahrzehnten.
Dennoch weiß
niemand wie viele Kinderlose es in Deutschland überhaupt gibt. Nur
Sozialpopulisten wissen das genau.
Das
"Kinder-Berücksichtigungsgesetz"
definiert nun erstmals - zumindest für die Pflegeversicherung - ,
wer in Deutschland als kinderlos gilt:
"Eltern
im Sinne des Gesetzes sind leibliche Eltern, Adoptiv-, Stief- und
Pflegeeltern. Ein Kind befreit beide Elternteile von dem erhöhten
Beitrag".
Die Strafsteuer müssen aber
nicht alle Kinderlosen zahlen, ausgenommen sind "Kinderlose
unter 23 sowie Renten-Bezieher, die vor dem 31. Dezember 1939
geboren wurde"
Die im Bericht genannten
Verwirrungen betreffen also nur Rentner, die noch keine 65 Jahre alt
sind. Dies ist immerhin eine Gruppe von ca. 4,3 Millionen
Personen.
Bislang galten in der
Rentenversicherung als Kinderlose, Personen, denen keine
Kindererziehungszeiten angerechnet wurden.
Der in der
Pflegeversicherung angewandte Kinderlosenbegriff ist nicht
deckungsgleich mit jenem in der Rentenversicherung, weswegen die
Erfassung der Kinderlosen Probleme bereitet.
Es ist davon
auszugehen, dass der Kinderlosenbegriff in den nächsten Jahren durch
die verstärkte bevölkerungspolitisch motivierte Sozialpolitik des
öfteren neu definiert werden muss.
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MEDICUS, Thomas & Harry NUTT (2004): "Wir müssen nicht mental
aufrüsten".
Ein Feuilleton-Gespräch mit Susan Neiman, Dirk Baecker und Otto
Kallschauer über as
Verhältnis von Religion und Politik. Und mit drei Überlegungen zur
Weihnachtsbotschaft,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.
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HORX, Matthias & Oona HORX (2004): Schöner denken.
Zuversicht und konstruktive
mentale Auseinandersetzung sind Schlüsselfaktoren für die
Wissensgesellschaft,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.12.
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Die Weihnachts-taz: Wunderbar ewiggleich.
Dem Weihnachtsmann entkommt man nicht. Drei Geschichten zum Fest der
Liebe
-
DENGI, Zonya (2004): Nah am Original,
in: TAZ v. 24.12.
-
KUHLBRODT, Detlef (2004): Die Pflicht ruft,
in: TAZ v. 24.12.
- Inhalt:
KUHLBRODT beschreibt Weihnachten aus der
Sicht des Kinderlosen als Pflicht:
"Weihnachten
ist eine schwierige Geschichte und wird auch nicht einfacher, wenn
man älter wird. Gerade wenn man selber keine Familie hat, die die
Familie, aus der man kommt, fortsetzt, wenn gerade keine Freundin
da ist, die legitimieren könnte, nicht »nach Hause« zu fahren,
oder die als Verbündete mitkommen könnte. Dorthin, wo man groß
geworden ist, an diesen Ort, an dem man die ersten zwanzig Jahre
seines Lebens gelebt hatte."
-
RÖSINGER, Christiane (2004): Der schöne Zwang,
in: TAZ v. 24.12.
- Inhalt:
Christiane RÖSINGER
beklagt das Fehlen neuer Weihnachts-Rituale:
"Für
fast alle Lebensbereiche wurden neue Formen gefunden, Kinderläden,
Indierock, Patchworkfamilien, bohemistische Lebensentwürfe,
hedonistische Mangelwirtschaft - neue Bräuche und Rituale -, nur
für Weihnachten nicht. Das wird ja auch von den
Weihnachtsverweigerern höchstens imitiert, die Gans mit Freunden
statt mit der Familie verspeist. Oder es wird ironisch gefeiert".
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WIDMANN, Arno (2004): Wir kriegen keinen anderen Herrgott rein.
Ein Weihnachtsgespräch mit dem Heidelberger Neutestamentler Klaus
Berger - ein Blick in eine Parallelgesellschaft,
in:
Magazin der Berliner Zeitung v. 24.12.
- Inhalt:
Klaus BERGER kritisiert u.a. die mangelnde
Leidensfähigkeit der
68er-Generation (obwohl er nur über die
68er-Bewegung spricht):
"Aber
wozu all das Elend, die Gewalt, den Terror? Wir könnten doch das
Schöne - das Paradies - direkt haben.
Das Problem ist gerade diese unsere Neigung zur Instantlösung.
»Das Schöne könnten wir doch direkt haben.« Die 68er Generation sehe
ich als Leute an, die Sofortlösungen angestrebt haben. Sie wollten
nicht den langen Marsch nicht nur nicht durch die Institutionen,
sondern schon gar nicht durch das Leiden. Manche gingen so weit,
nicht einmal einen Beruf zu erlernen, geschweige denn ihn zu
ergreifen. Sie wurden Berufsrevolutionäre, weil sie die Vorstellung
hatten, es lohne sich gar nicht, einen bürgerlichen Beruf zu
erlernen, denn es käme die klassenlose Gesellschaft. Meine Freunde
vom SDS in München diskutierten das so. Für sie war ein Examen
nichts als spießbürgerlich. So dachte die Elite damals. Die
patentierte Geduldlosigkeit. In allen Dingen aber, die wichtig sind
im Leben, kommt es auf Geduld an. Das ist, glaube ich, auch die
Antwort auf das Ertragen von Ungerechtigkeit und Leiden. Darum
spielt der Märtyrer in meiner Theologie eine große Rolle. Bei ihm
spitzt sich dramatisch zu, was für uns alle gilt: Alles braucht
Geduld im Leben: Liebe, Gesundheit, Kindererziehung."
- Kommentar:
Einen inneren Monolog über den
Wandel der Alt-68er aus der Sicht eines roten Existenzialisten
liefert
Lutz von Werder in "Die schwarze Landschaft".
Dort werden die Jahre 1966 - 1979 dokumentiert, also jene Jahre in
denen die Berufsrevolutionäre zu Karrieristen mutierten oder ins
Abseits gerieten.
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BRÄUNLEIN, Jürgen (2004): Peter Pan.
Er will alles, nur nicht erwachsen werden. Und das schon seit 100
Jahren,
in:
Magazin der Berliner Zeitung v. 24.12.
- Kommentar:
"Peter Pan" ist der Gewährsmann unserer neuen
Werteelite, deren Feindbild die Spaßgesellschaft und der Hedonismus
ist, der vom Narzissten verkörpert wird.
Die Figur entspringt dem
viktorianischen Zeitgeist, also jener Zeit, die sehr den angeblich
goldenen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Deutschland
ähnelte.
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WIDMANN, Arno (2004): Ein Gegner des gesellschaftlichen Fortschritts.
Zur Erinnerung an Rudi Dutschke anlässlich seines 25. Todestags,
in: Berliner Zeitung v. 24.12.
- Inhalt:
Der
Alt-68er
Arno WIDMANN erklärt den Nachgeborenen die 68er-Welt:
"Man
versteht 1968 nicht, wenn man es nur für eine Befreiungsbewegung
hält. Eine ganze Generation ging damals auf einen Trip. Es dauerte
mehr als ein Jahrzehnt, bis sie wieder davon los kam. Der Trip hieß
Revolution"
Als ob
Arno WIDMANN nicht Beteiligter,
sondern Außenstehender gewesen war, widerspricht er der gängigen
These, dass 1968 einen Modernisierungsschub gebracht habe:
"Die
Studentenbewegung und Dutschke mit ihr haben Deutschland nicht
liberalisiert. Sie haben den Prozess der Liberalisierung dieses
Landes verzögert. Sie waren nicht Agenten des Fortschritts. Sie
haben ihn aufgehalten. Sie haben bis weit in die Siebzigerjahre
hinein versucht, die Welt durch die in den Zwanzigerjahren bereit
gestellten Gläser zu betrachten."
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WEERT, Oliver de (2004): Die Stille in der zweiten Reihe.
Britta Neanders Leben spielte im Hintergrund - als Schlagzeugerin
von "Ton, Steine, Scherben",
in: Welt v. 24.12.
- Inhalt:
"Britta
Neander, 1956 geboren, war ein Teenager, als sie aus dem hessischen
Nieder-Roden nach Berlin floh. Auch
Rio Reiser, der charismatische Kopf von Ton, Steine, Scherben,
kam aus der Neubausiedlung vor den Toren Frankfurts, die heute
Rodgau heißt. Britta Neanders Bruder Ali hat dem Ort mit seinen
Rodgau Monotones sogar ein musikalisches Denkmal gesetzt, das ein
wenig abseits des Scherben-Mottos »Macht kaputt, was euch kaputt
macht!« liegt",
schreibt WEERT anlässlich des Todes von Britta NEANDER.
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LÖBBERT, Raoul (2004): Danke, Mama.
Nesthocker. Von wegen
Krieg der Generationen! Vor allem Söhne bleiben auch in vorgerücktem
Alter gern im Kinderzimmer wohnen. Zumindest, solange der Service
stimmt,
in: Rheinischer Merkur Nr.52/53 v. 23.12.
- Inhalt:
Im Rahmen des Merkur-Extra "Heimat" befasst
sich LÖBBERT mit dem postpubertären Phänomen
Nesthocker:
"Nun
fühle ich mich gebrandmarkt als »Mamas Liebling«, merke, wie ich auf
der sozialen Evolutionsleiter gleich mehrere Sprossen
herunterpurzele. Wie nannte das gleich noch der Psychologe
Jensen-Arnett: »Emerging Adulthood« – frei übersetzt »schleichendes
Erwachsenwerden«. Die Phase nach der Jugend, so zwischen 18 und 25,
in der man nicht mehr Junge, aber noch nicht Mann ist, in der man
die Verantwortung für sich übernehmen kann, aber nicht will, in der
man mutig auf dem Hochseil spaziert, weil Mami und Papi unten mit
dem Sprungtuch bereitstehen. »Psychosoziales Moratorium« nach
Erik H. Erikson"
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GLOTZ, Peter (2004): Wer ist schuld?
Soziale Gerechtigkeit im Zeitalter des digitalen Kapitalismus,
in: Rheinischer Merkur Nr.52/53 v. 23.12.
- Kommentar:
Peter GLOTZ sieht im
Sozialstaatsmissbrauch eine moralische Überforderung des Einzelnen,
die durch HARTZ endlich beseitigt wird.
Ein Lob dem
Niedriglohnsektor aus der Sicht konservativer Klassentheorie:
soziale Gerechtigkeit ist nun auch rhetorisch kein Wert mehr für
unsere Eliten.
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SCHWITALLA, Thomas (2004): Geld und sein diskreter Charme.
Wohlstand. Die soziale Schere klafft auseinander. Kein Grund zum
Jammern,
in: Rheinischer Merkur Nr.52/53 v. 23.12.
- Kommentar:
SCHWITALLA schreibt: "reich
werden ist schwierig, zumindest, wenn man es mit ehrlicher Arbeit
versucht. (...).
Als Lösung auf die Frage, wie man trotzdem reich werden kann,
zitiert er den Reichtumsforscher Ernst-Ulrich Huster: "Erben oder
heiraten."
Der Ratschlag ist jedoch
fragwürdig, denn das Erben großer Vermögen ist eine Frage
der Herkunft und auch das Heiraten geschieht seit 1968 - und das
ist die folgenreichste Konsequenz der 68er-Revolte (dazu hört man
von Sophie DANNENBERG jedoch nichts!) - immer ausschließlicher im
eigenen Milieu.
Die Methode
"Raufschlafen" gehört nach den europaweiten Forschungen des
Soziologen
Hans-Peter BLOSSFELD in der neuen Mittelschicht der
Vergangenheit an.
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ÖHLER, Andreas (2004): Das Neid-Kollektiv.
Besser schweigen als zeigen: Wer Geld hat, hält es im Dunkeln.
Verschwender werden geächtet,
in: Rheinischer Merkur Nr.52/53 v. 23.12.
- Kommentar:
Von Karl MARX über
Sieghard NECKEL bis zu
Klaus HARTUNG führt uns ÖHLER
durch die deutsche Mentalitätsgeschichte des Neids.
Der
Alt-68er HARTUNG ist nicht
zufällig der Endpunkt, denn er versucht uns politisch korrekt die
Bürgernation als Sozialstaatsersatz schmackhaft zu machen.
Glaubt man
Sophie DANNENBERG, dann haben die
68er alle Institutionen zerstört.
Aber offensichtlich
sind die konvertierten Alt-68er (andere gibt es sowieso kaum noch)
seit längerem der Kern einer neuen Werteelite, die Nation und
Familie als Instrument der Besitzstandwahrung entdeckt haben.
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AMENDT, Gerhard (2004): Das Schweigen der Männer.
Softies unter nadelnden
Weihnachtsbäumen: Herrscht im Geschlechterkampf noch immer 1968?
in: Welt v. 23.12.
- Kommentar:
Nachdem sich der
Tagesspiegel dem Sorgenkind "Patchworkfamilie"
gewidmet hat, nimmt sich nun
Antifeminist Gerhard AMENDT des
Sorgenkindes Mann an.
AMENDT widmet sich dem
ausgestorbenen Exemplar Softie, der bereits vor Jahren vom
"Zaungast" Reinhard MOHR zu Grabe getragen worden ist.
Aber da unsere
Zombie-Feuilletons nostalgisch an 1968 hängen, darf der Softie
weiterhin das Feindbild jener Restauratoren darstellen, die meinen
vor 1968 war alles besser - zumindest für die Männer.
Wie bereits im
antifeministischen Leitmedium Merkur, wo sich
Jörg LAU als "Männerphantasien"-Geschädigter outete, haut nun
AMENDT in die gleiche Kerbe: "Die
Softies verkörpern kein Männlichkeitsideal mehr, weil Männer sich
nicht verleugnen wollen und die Frauen diesen Typ obendrein nicht
mehr nachfragen",
tönt es trotzig.
Im Subtext der
Debatten um Männlichkeit und Weiblichkeit geht es jedoch um etwas
ganz anderes: die erwerbstätige Frau mit ihrer finanziellen
Unabhängigkeit hat das Geschlechterverhältnis verändert. Nicht mehr
Gewalt, sondern Aushandlung ist nunmehr die Grundlage.
Die
Verweigerung der Anerkennung dieses neuen Geschlechterverhältnisses
als gesellschaftlichem Fortschritt ist jener archimedische Punkt, um
den sich das Krisengerede dreht.
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- PETERS, Harald (2004): Nie wieder
Grips-Theater.
Sophie Dannenbergs Abrechnung mit ihren autoritären
anti-autoritären 68er-Eltern,
in: Berliner Zeitung v. 23.12.
- Inhalt:
PETERS hat das Buch zwar inhaltlich haltlos,
aber dafür schreiend komisch gefunden.
Ihn wundert nur der
Inkonsequenz von Elternkritik einerseits und Elternschutz
andererseits:
"Doch
wie man erfahren muss, hat Sophie Dannenberg das Buch gar nicht so
lustig gemeint. Vielmehr wollte sie die anti-autoritären 68er als
besonders autoritär entlarven. Die 33-jährige Autorin hatte dabei
vor allem ihre Eltern im Sinn, die ihr mit ständigen
Grips-Theater-Besuchen die Kindheit vermasselt haben. Um ihre Eltern
aber vor dem Buch zu schützen, hat sie sich den schönen Namen
Dannenberg als Pseudonym zugelegt, was angesichts dieses
pointenreichen Buchs die beste Pointe ist."
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SCHREIBER, Daniel (2004): Männer schauen sich an.
Men's Studies, Maskeraden und
Metrosexualität: Der heterosexuelle Mann, einst Monopolist des Blicks,
rückt ins akademische und künstlerische Blickfeld - zum Beispiel im
Oeuvre Neil LaButes,
in: TAZ v. 23.12.
- Inhalt:
"Waren
die literarischen Männerhelden bei John Updike und
Philip Roth noch Potenzprotze, die nach einigen Freiflügen immer
wieder auf ihren patriarchalen Füßen landeten, wird in der
gegenwärtigen Literatur Männlichkeit als Problem wahrgenommen. Das
wird nicht von Frauen artikuliert, sondern - in Romanen von
Maxim Biller oder
Jonathan Franzen - von den Männern selbst.
Am deutlichsten wird dieser Trend in den Kulturwissenschaften. Der
Mann ist in der letzten Zeit wie kein anderes Thema zum modischen
Forschungsobjekt avanciert. In Amerika, wo für jedes neue
Aufgabenfeld auch gleich ein neues Fach gegründet wird, nehmen die
Mens Studies die tradierte Männlichkeit als hegemoniale
Machtbeziehung ins Visier. Postfeministische Theorie und Queer
Studies haben schon seit Jahren versucht, Maskulinität als Technik
und Strategie der Macht zu entlarven. Akademiker wie
Robert Connell geben diesem Begehren eine neue, selbstkritische
Stoßrichtung und untersuchen etwa die höhere Gewaltbereitschaft der
Männer oder ihre
sexualisierten und alkoholisierten Initiationsriten auf dem Weg
zur Männlichkeit",
erklärt uns SCHREIBER in seinem Kontrastprogramm zu
Gerhard AMENDT.
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DIEDERICHSEN, Diedrich (2004): Die Modernen und wir.
Mentalität und Kultur mit
überhistorischen Konstanten wie "Rasse" zu identifizieren - das war
nicht die Idee des Multikulturalismus. Nur: Heute ist sie es selbst
bei Linken,
in: TAZ v. 23.12.
- Inhalt:
Diedrich DIEDERICHSEN skizziert aus
kulturlinker Sicht die Verschärfungen in der
Multikulturalismus-Debatte seit Anfang der 90er Jahre.
Seit dem 11. September 2001
ist die Debatte demnach um die Dimension "Religion" angereichert,
mit der Folge, dass es jetzt eine Möglichkeit gibt,
"ex
negativo ein Selbstbild der Deutschen zu produzieren, ein Wirgefühl,
das man je nach Volksparteienpräferenz als wir, die Modernen, und
wir, die abendländischen Wertechristen, geliefert bekommt.
Die meisten Traditionalismen sind religiös,
sexistisch, patriarchal - mithin abstoßend. Doch Traditionalismen
aller Art, islamische wie katholische, schleifen sich ab, wenn die
Leute in die Stadt kommen. Aber Neotraditionalismen,
Selbstethnisierungen und religiöse Kulturalismen sind selber moderne
Phänomene - Folgen einer Reaktion auf mangelnden politischen
Einfluss, auf kulturelle Markierungen und Stigmatisierungen. Nur
diese modernen Rückgriffe auf Traditionen schaffen harte
Differenzen."
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FÜCHSEL, Katja (2004): Statistische Argumente für jedes Anliegen.
Das neue amtliche Jahrbuch ist da: Mit Zahlen zur Bevölkerung, zum
Wetter und zum Rotkohl-Anbau,
in: Tagesspiegel v. 22.12.
- Inhalt:
"Einsamer sind wir geworden, mehr als jeder Zweite
lebt alleine – und langweilt sich dabei", meint FÜCHSEL und
verbreitet damit die üblichen Single-Mythen.
Ab Februar gibt es hier auf
single-dasein.de einen Einführungskurs in die Haushalts- und
Bevölkerungsstatistik für Menschen, die sich mit solchen
Falschmeldungen der Medien nicht mehr abfinden möchten.
Anhand ganz einfacher Beispiele
wird erklärt, warum z.B. bei 50 % Single-Haushalten nicht jeder
Zweite allein lebt.
Wer denkt, dass die Beschäftigung
mit Statistik langweilig und öde ist, also etwas für Nerds, der wird
im Februar eine Überraschung erleben. Single-dasein.de wird viel
Wert auf Anschaulichkeit legen.
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BRIGITTE-Dossier:
Die Sehnsucht nach der großen Liebe.
Ein Dossier für Singles, frisch Verliebte, längst Verheiratete
in: Brigitte Nr.1 v. 22.12. |
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GRYGORIEW, Nina (2004): Die große Liebe.
Singles sind die wahren Expertinnen, wenn es um die große Liebe
geht. BRIGITTE-Redakteurin Grygoriew unterhielt sich mit vier von
ihnen über Sehnsüchte, Hoffnungen und die Suche nach dem Traummann,
in: Brigitte Nr.1 v. 22.12.
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Das Brigitte-Heft in der Debatte
- KLUY, Alexander (2004): Pisa-Blüten.
Times Mager,
in: Frankfurter Rundschau v. 21.12.
- Inhalt:
KLUY erregt sich einzig über das angeheftete Reclam
Bändchen (KLEISTs Erzählung über die Marquise von O.).
-
LANG, Susanne (2004): Missverstand und Ungefühl.
Das Frauenmagazin
"Brigitte" verkauft ihre nächste Ausgabe mit Reclam-Heftchen:
Heinrich von Kleists "Marquise von O." Das knallt bestimmt!
in: TAZ v. 13.12.
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MÄRZ, Ursula (2004): Damen vor Kriegskulisse.
Andere Eros-Ära: Stephen Vizinceys Roman "Wie ich lernte die Frauen
zu lieben" aus dem Jahr 1965,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.12.
- Inhalt:
"Dieser Roman ist eine einzige große Hommage an ein
altes, mit dem Ersten Weltkrieg untergegangenes Europa mit seinen
aristokratisch-bohemehaften Sitten und libertären Gebräuchen. Eine
Welt, in deren Phantasie erfahrene Frauen überhitzte Jünglinge in
die Liebe einführen", schreibt Ursula MÄRZ über den Protagonisten
Andras, den als "Kind im Salon seiner Mutter, im Kreis ihrer
parfümduftenden Freundinnen und weiblichen Verwandten, die zum
Kaffee kamen, eine nach der anderen den kleinen Andras an ihre
herrlichen Brüste drückten, den ödipalen Prinzen - Urbild des Harems
- liebkosten, verwöhnten, bewunderten. Der Schritt in die Sexualität
macht aus dem Prinzen einen Hedonisten. So einfach ist das." MÄRZ
verweist darauf, dass dies Leichtigkeit des Seins trügerisch ist,
denn das Liebesleben "vollzieht sich vor der historischen Kulisse
von Krieg, Diktatur und Exil."
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SCHLAFFER, Hannelore (2004): Flickmusterkollektion.
Jugend spielt Avantgarde: Die neueste Mode,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.12.
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- FRANCK, Julia (2004): Das fremde Land sind
wir selbst.
Deutschland in Angst: Warum eines der reichsten Länder der Welt in
Mutlosigkeit und Anspruchsdenken versinkt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.12.
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- SCHEFCZYK, Michael (2004): Amerika als
Zerrspiegel und Zeitmaschine.
Claus Offe über Tocqueville, Weber, Adorno und Amerika,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 21.12.
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Zu den News
vom 16. - 20. Dezember 2004
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