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News vom 23. - 31. Dezember

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Der Anfang für ein Zuhause

"Das ist also dein Zuhause, dachte ich. Jedenfalls, wenn du mal saubermachen und die Flaschen wegwerfen und den Müll vom Balkon räumen und die Bücher aufstellen und einen Schrank kaufen und deine Klamotten reintun und deinen Spion blankputzen und dein Bett beziehen und dein Bad schrubben und den Fußboden scheuern würdest, hättest du den Anfang für ein Zuhause. Der Trouble mit dir ist, Harder, daß du lieber den Anfang für eine Story hättest als den Anfang für ein Zuhause."
(aus: Jörg Fauser "Das Schlangenmaul", 2006, S.96)

 
       
   
 
 
  • DASSLER, Sandra (2006): Die Gnade der frühen Geburt.
    Nicht alle profitieren vom neuen Elterngeld - sie möchten noch 2006 entbinden. Die Klinken lehnen das ab,
    in: Tagesspiegel v. 31.12.
 
  • MÜNCHHAUSEN, Anna von (2006): Hier werden Senioren wie Sperrmüll behandelt.
    In Japan gehen 2007 Millionen Männer in den Ruhestand. Die wenigsten von ihnen sind zu Hause willkommen,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 31.12.
    • Inhalt:
      "Wenn man so will, exerziert Japan anderen Industrienationen vor, was die demographische Krise alles mit sich bringt. Japan wird älter, Kinder sind echte Mangelware, und immer mehr Frauen erobern gut bezahlte Jobs und denken nicht daran, sich dem konventionellen Rollenbild zu unterwerfen", meint Anna von MÜNCHHAUSEN.
 
  • WELT (2006): Was geht vor? Familie oder Karriere?
    Das Leben ist zu kompliziert, um es allein zu meistern. In einem neuen Buch helfen Politiker, Journalisten und Forscher bei der Orientierung. Sie versuchen sich an alltäglichen, aber heiklen Fragen zur Ethik. Wir dokumentieren einige Auszüge daraus vorab,
    in: Welt am Sonntag v. 31.12.
    • Inhalt:
      Das Buch "77 Wertsachen" verspricht u.a. bevölkerungspolitisch korrekte Orientierung à la "Französinnen und Franzosen nehmen ihre Kinder insofern ernster, als sie öfter welche machen".
 
  • MISIK, Robert (2006): Trickkiste der bauernschlauen Boulevard-Helden.
    Spießigkeit ist die ultimative Coolness? Unsinn, sagt Christian Rickens in seinem Konter-Pamphlet zur neuen Bürgerlichkeit. Die Schirrmachers & Co verwechseln nur absichtlich Ursache mit Effekt,
    in: TAZ v. 30.12.
    • Anmerkung:
      "
      Dass der bindungslose Individualismus an der demografischen Krise schuld sei - Unsinn, schließlich war der schärfste Einbruch in den Geburtenraten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen und nicht nach dem berühmten Pillenknick. Das heißt nicht, dass es mit klugen Maßnahmen nicht für die Familien erleichtert werden soll, mehr Kinder zu bekommen - zumal es an geschwundener Kinderliebe gewiss nicht liegt. Im Jahr 2002 verbrachten Kinder unter sechs Jahren im Schnitt pro Tag sechs Stunden und fünfzig Minuten bei gemeinsamen Aktivitäten mit Mutti und/oder Vati. Zehn Jahre zuvor waren es nur sechs Stunden und zwei Minuten.
      Gerade weil es die neuen Spießer von Peter Hahne, Matthias Mattusek, Ulf Poschardt, Udo di Fabio bis Frank Schirrmacher so gedreht haben, dass heute oft die Spießigkeit als die neue Coolness erscheint, ist Rickens Konter-Pamphlet erfrischend
      ",
      meint Robert MISIK, der sich zwar als Anwalt einer neuen sozialen Linken versteht, hier aber  eindeutig von RICKENS' Scheinangriff auf die Neu-Bürgerlichen geblendet wird.

                   Zwischen Christian RICKENS' Buch "Die neuen Spießer" und Ulf POSCHARDTs Einsamkeitsfibel gibt es z.B. mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
                   Beide verstehen sich als Anwälte der kaufkraftstarken, kinderlosen Karrierefrau. Sie sind in diesem Sinne Verbündete im F-Klassenkampf von Thea DORN.
                   Die Spaltung der Gesellschaft verläuft in beiden Konzepten nicht zwischen Eltern und Kinderlosen, sondern zwischen Eliten und Nicht-Eliten. Geringverdienende Singles - ob männlich oder weiblich - spielen in diesem elitären Milieu der neuen Mitte keine Rolle.
                   RICKENS plädiert dafür, eindeutige Gruppen von Reformgewinnern zu schaffen.
                   Dies aber heißt vor allem, dass es viele  Reformverlierer geben wird, die RICKENS mit einer "Grundsicherung auf dem Niveau des Existenzminimums" abspeisen möchte. Pate steht hierfür das Modell des neoliberalen Ökonomen Thomas STRAUBHAAR.
                   Der demografische Wandel kann RICKENS deshalb auch vollkommen egal sein, denn die Rente soll zugunsten der Grundsicherung ganz entfallen:
                   "Jenseits der Grundsicherung könnte eine weit weniger regulierte Wirtschaft erblühen als heute - ohne Debatten über Mindestlöhne oder steigende Rentenversicherungsbeiträge", verspricht sich RICKENS.
                   Freiheit für die Eliten, endlose Debatten um die gerechte Höhe des Existenzminimums für die Massen, könnte man diese schwarz-grüne Vision auf den Punkt bringen.
                   Bezeichnenderweise lässt sich die Doppelmoral von RICKENS an Paul KIRCHHOF festmachen.
                   KIRCHHOF ist ein ausgewiesener Singlefeind, der nationalkonservative Positionen vertritt und Kinderlose durch ein Elternwahlrecht zu Menschen zweiter Klasse deklassieren möchte. In diesem Sinne wäre er als Neubürgerlicher zu klassifizieren.
                   RICKENS jedoch will in KIRCHHOF nur einen lupenreinen Neoliberalen sehen, d.h. er blendet seine Positionen zu Kinderlosen konsequenterweise aus, um sich allein auf dessen Steuerkonzept ("Flat tax") zu konzentrieren, das die  Erfolgreichen bevorzugt, also genau das macht, was RICKENS möchte: die Kluft zwischen Arm und Reich schnellstmöglich zu vergrößern. Dass die soziale Ungleichheit in Deutschland zunehmen muss, rechtfertigt RICKENS in einem eigenen Kapitel.
                   In dem lesenswerten Buch "Deutschland - eine gespaltene Gesellschaft" ist nachzulesen, dass die entscheidende Konfliktlinie nicht zwischen Eltern und Kinderlosen, Jungen und Alten, sondern zwischen Reichen/Eliten und Armen/Massen verläuft.
                   Das Buch von Christian RICKENS macht deutlich, dass die zunehmende soziale Ungleichheit keineswegs nur der Globalisierung anzulasten ist, sondern durch die Mentalitäten der neuen Mitte zusätzlich forciert wird.
 
 
  • MANGOLD, Ijoma (2006): Mehr als nur Stoffwechsel.
    In Deutschland wird auf allen Kanälen gekocht. Das ist auch ein soziologisches Phänomen,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
  • MATZIG, Gerhard (2006): Debatte am Butcher Block.
    Stimmungswechsel: Die Küche will wieder Wohnraum werden,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.12.
 
 
  • GASEROW, Vera (2006): Was Väter und Mütter wissen sollten.
    Das neue Elterngeld hat einen Run auf Beratungsstellen und Behörden-Hotlines ausgelöst. Eltern in spe müssen durch ein Gestrüpp von Zuständigkeiten, Formularen und Detailfragen gelotst werden,
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.12.
  • GASEROW, Vera (2006): Landesweiter Praxistest,
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.12.
  • NEUHAUS, Christina (2006): Die 15 wichtigsten Tipps zum Elterngeld.
    Am 1. Januar 2007 wird das neue Elterngeld eingeführt. Es löst das bisherige Erziehungsgeld ab. WELT.de erklärt, wer Elterngeld bekommen kann, wie viel gezahlt wird, und was sonst noch zu beachten ist,
    in: Welt v. 29.12.
 
 
  • SZ-Thema: Demographische Differenzen.
    Was das kinderfreundliche Italien vom emanzipierten Skandinavien unterscheidet

    • BERTH, Felix (2006): Starthilfe für die Zögernden.
      Warum das neue Elterngeld die Geburtenraten in der Bundesrepublik erhöhen kann,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.
    • BERTH, Felix (2006): Schweden.
      Der langsame Einstieg,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.
    • BERTH, Felix (2006): DDR.
      Der gestoppte Versuch,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.
    • BERTH, Felix (2006): Island.
      Das großzügige Modell,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.
    • BERTH, Felix (2006): BRD.
      Der vorsichtige Start,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.
 
  • SCHMITT, Cosima (2006): Mehr Kinder wagen.
    Junge Paare, deren Nachwuchs 2007 zur Welt kommt, haben Anspruch auf das neue Elterngeld. Die Mittelschicht freut sich - wer nichts hat, hofft auf einen Geburtstermin 2006. Warum? Ein Überblick,
    in: TAZ v. 28.12.
 
  • WALTER, Franz & Matthias MICUS (2006): Der Aufstieg aus den Armutsquartieren.
    Parallelgesellschaften können Raum für Entwicklung bieten, wenn sie das Selbstbewusstsein ihrer Mitglieder fördern,
    in: Frankfurter Rundschau v. 28.12.
 
  • LUIK, Arno (2006): "Nichts ist sicher. Alles kann ratzfatz weg sein".
    Sie haben studiert, sie leben in schönen Wohnungen. Es geht ihnen gut - doch sie fürchten, dass sich das ändern könnte. Ein beklemmendes Gefühl schlich sich 2006 in die Mittelschicht: die Angst vor dem sozialen Absturz,
    in: Stern Nr.1 v. 28.12.
 
 
 
 
 
  • HELDT, Tina (2006): Die einsamen Frauen.
    Sie brauchen zu Weihnachten eine "RomKöm"? Gehen Sie lieber nicht ins Kino,
    in: junge Welt v. 23.12.
    • Inhalt:
      "
      Falls doch kein Abenteuer, sondern wieder nur Ersatz in Aussicht ist, sollte man lieber nicht mit Cameron Diaz und Kate Winslet Weihnachten feiern, sondern wenigstens mit der echten Barbara Stanwyck, etwa mit einem Film wie »Christmas in Connecticut« von 1945. Stanwyck spielt darin eine Journalistin und überzeugte Junggesellin, die – fürs Geld – eine erfolgreiche Hausfrauenkolumne schreibt. Ihr schwachsinniger Verleger hat noch nie etwas von Ironie gehört, hält sie für eine echte Hausfrau und zwingt sie schließlich, die perfekte amerikanische Weihnachtsparty zu Ehren eines heimgekehrten Kriegshelden zu schmeißen. Um ihren Job zu behalten, läßt sie sich zunächst darauf ein. Es kommt zu einem zynischen Chaos (für die Familienidylle borgt sie sich ein Baby und einen professionellen Koch, denn weder hat sie Kinder noch jemals irgend etwas selbst gekocht). Dieser Film war damals natürlich kein so großer kommerzieller Erfolg," meint Tina HELDT.
 
  • DEGENS, Marc (2006): Fest der Liebe.
    Zwei Ereignisse gibt es im Jahr, die viele Menschen fürchten: Weihnachten und Silvester. Silvester, weil man nie weiß, was man machen soll, und Heiligabend, weil man weiß, was man machen muß,
    in: junge Welt v. 23.12.
 
 
  • ENSEL, Angelica (2006): "Schnell in die Welt".
    Dank Kaiserschnitt hat die Geburt viel von ihrem Schrecken verloren. Aus der Notoperation ist fast schon der Normalfall geworden - mit weitreichenden Konsequenzen für Mutter und Kind,
    in: TAZ v. 23.12.
 
 
  • KRUPP, Kerstin (2006): Die 24-Stunden-Polin.
    Wenn alte Menschen rund um die Uhr betreut werden müssen, engagieren die Angehörigen immer häufiger günstige Arbeitskräfte aus dem Nachbarland,
    in: Berliner Zeitung v. 23.12.

 
  • SCHULZE, Gerhard (2006): Poesie des Alltagslebens.
    Über die Kunst, sich auch in der Moderne überraschen zu lassen,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.12.

   

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Zu den News vom   14. -  22. Dezember 2006

 
       
   
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