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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 18. - 21. Februar 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Mit (...) spitzen Fingern sollte die Angabe »ein Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1. 2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel."
(Ulrike Winkelmann in der taz vom  21.01.2005)
 
 
 
 
  • NOA (2005): "Verführe mich".
    Die Schemen der Kundenerwartung haben sich verändert,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 21.02.
    • Inhalt:
      Im Artikel wird der Ansatz von Norbert BOLZ referiert, wonach unsere Wirtschaft einen Wandel von der Bedürfnis- zur Wunschökonomie vollziehen muss, wenn sie heutzutage die Konsumenten erreichen will.
 
  • UNFRIED, Peter (2005): Wir Möchtegern-Revolutionäre.
    Warum so viele immer noch über "Die fetten Jahre sind vorbei" reden. Und warum der BVB absteigen darf,
    in: TAZ  v. 21.02.
    • Inhalt:
      UNFRIED über den Film "Die fetten Jahre sind vorbei" und warum das Lebensgefühl der Vierzigjährigen weder etwas mit den 68ern noch mit der Jugend von Heute zu tun hat:

            
         "Erstens: Wir denken zu angestrengt und zu lange über den alten 68er nach. Zweitens: Wir laden den Film und uns emphatisch auf, indem wir ihn letztlich romantisierend aus Sicht jener sehen, die wir nicht sind: der jungen, emphatischen Ahnungs- und Besitzlosen. Wozu? Um ein restrevolutionäres Gefühl als Teil eines Lebens zu beschwören, in dem es real darum geht, wem man das Geld wegnimmt, das wir für unsere Kitas brauchen. Lets face it: Wir 40-Jährige spielen auch in diesem Film keine Rolle. Antworten und Positionen müssen wir anderswo suchen. Falls wir welche haben wollen."
 
 
  • SCHREIBER, Hermann (2005): Wenn der Rest des Lebens beginnt.
    Der Journalist Hermann Schreiber war der erste, der in Deutschland die Midlife-crisis beschrieb. Heute, 30 Jahre später, widmet er sich dem Thema erneut. Seine Erkenntnis: Lebenskrisen beginnen früher - und vermehren sich,
    in: Welt am Sonntag  v. 20.02.
    • Kommentar:
      Der Journalist Hermann SCHREIBER, Verfasser der ersten deutschen Titelgeschichte über Singles in Deutschland, sieht sich zusammen mit Gail SHEEHY als Entdecker der "Midlife Crisis", ein Phänomen, das von der Wissenschaft auch 30 Jahre später nicht anerkannt ist.

            
        SCHREIBER möchte - angesichts einer Welle von Büchern über die "Quarterlife-Crisis" - das Thema rehabilitieren.
            
        SCHREIBER sieht in der Midlife-Crisis nun nur noch eine Bilanzkrise im Zusammenhang mit dem Älterwerden:
            
        "Im Grunde glaubt kein Mensch daran, daß er sterben muß, auch wenn er es weiß. Im Unbewußten, sagt Sigmund Freud, sind wir alle von unserer Unsterblichkeit überzeugt. Aber was der Mensch in den mittleren Jahren nicht mehr verdrängen kann, ist die Erkenntnis, daß er allmählich alt wird. Und das hat Folgen.
      In den Lebensläufen der Betroffenen ereignet sich eine Art Umkehr der Zeitrechnung. Lebenszeit läßt sich nicht mehr nur messen als die Zeit von der Geburt bis zur Gegenwart, sondern sie will auch gemessen sein als die Zeit von der Gegenwart bis zum Tod. Der sprichwörtliche Rest des Lebens hat begonnen.
      "
 
  • LEHNARTZ, Sascha (2005): Ernst ist der neue Spaß.
    Der ZDF-Mann Peter Hahne profiliert sich als Stammtisch-Theologe und Buchautor. Mit einem dumpfen Traktat wider die Moderne,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung  v. 20.02.
    • Inhalt:
      Sasha LEHNARTZ stimmt mit HAHNE überein, dass wir in einer Spaßgesellschaft leben.

            
        Im Gegensatz zu HAHNE ist er aber nicht vom Ende der Spaßgesellschaft überzeugt. Er hält HAHNEs Buch sogar für ein typisches Produkt von Spaßgesellschaften.
            
        Dissens gibt es vor allem in der unterschiedlichen familienpolischen Sicht:
            
        "Frauen, die eventuell Beruf und Familie vereinbaren wollen, kommen in seinem tugendhaften Gesellschaftsentwurf nicht vor. Ausdrücklich lobt er den kinderreichen Landkreis Cloppenburg: »Dort ist nur eine geringe Zahl von Frauen berufstätig.«.
      Zur Sanierung unserer spaßgesellschaftlichen Verkommenheit empfiehlt er schlichte Rezepte: Rückkehr zur Kernfamilie, Abschaffung der Selbstverwirklichung, Autorität der Lehrer wiederherstellen, Schluß mit Multikulti, zuviel »Tolleranz« (mit pfiffigem Doppel-L), Kuschelgesellschaft".

            
        LEHNARTZ hält die von HAHNE favorisierte religiös geprägte Disziplinargesellschaft für zurzeit nicht durchsetzbar, aber grundsätzlich stimmt er damit überein, dass es der Spaßgesellschaft zu viel ist:
            
        "Hahne übersieht geflissentlich, daß in demokratisch ausdifferenzierten, modernen Gesellschaften allgemeingültige Tugendlehren ihre Wirkungsmacht unrettbar verloren haben und nur um den Preis politischer Restauration wieder einzuführen wären. Das heißt keineswegs, daß diese Gesellschaft nicht stellenweise ein wenig mehr an Religion, gründlichere Bildung, Besinnung auf Herkunft und christliche Wert vertragen könnte. Auch kann man sich trefflich darüber streiten, wie eine moderne Variante verbindlicher Moralvorstellungen zu gestalten wäre."  
 
  • MANGOLD, Ijoma (2005): Der kaltherzige Ernährer, die liebende Verlassene.
    Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet. Vater, Mutter, Kind - herrlich als Familie. Aber wehe den Männern, wenn es zur Trennung kommt,
    in: Süddeutsche Zeitung  v. 19.02.
    • Kommentar:
      Vom abenteuerlichen Herzen eines Ernst JÜNGER zum Abenteurertum des neuen Vaters ist es bei MANGOLD nicht weit.

            
        Unter Rückgriff auf Charles PÉGUY, einem französischen Vertreter des neuen Katholizismus, stilisiert Ijoma MANGOLD den Familienvater zum wahren Abenteurer.
            
        Single-generation.de hat auf diesen Argumentationsstrang bereits im Jahr 2002 im Zusammenhang mit einer Rezension von Jean-Claude GUILLEBAUDs "Tyrannei der Lust" hingewiesen.
            
        GUILLEBAUD ist ein später Nachfahre von PÉGUY.
            
        Was single-generation.de damals als die Stilisierung von Familienmenschen zu Widerstandskämpfern bezeichnet hat, das kehrt bei MANGOLD als Abenteurertum wieder.
            
        Wie GUILLEBAUD beklagt MANGOLD die vaterlose Gesellschaft. Die Heroisierung der allein erziehenden Mutter sieht er deshalb als eine Fehlentwicklung:
            
        "Fast wie eine Pieta wird die Mutter (...) imaginiert. Sie beweist Stärke und Beständigkeit im Verlassensein. Es ist die ins moderne Kostüm gekleidete Kriegerwitwe, die noch einmal aufscheint.
      (...).
      Dass Frauen möglicherweise alleinerziehende Mütter sind, weil sie es so und nicht anders wollen, kommt in diesem Denkhorizont nicht vor. Noch viel weniger, dass sie es möglicherweise sind, weil sie sich im Kampf ums Sorgerecht gerichtlich durchgesetzt haben. Ganz zu schweigen von der zugegeben zünftig-konservativen Überlegung, dass der Verbleib in der Institution Familie vielleicht die heroischere Leistung wäre".      
 
 
  • TREICHEL, Hans-Ulrich (2005): Die Gottesanbeterin,
    in: Neue Zürcher Zeitung  v. 19.02.
    • Inhalt:
      In der NZZ-Reihe "Das Tier und wir" widmet sich der Schriftsteller Hans-Ulrich TREICHEL der Gottesanbeterin:

            
        "Kein Lieblingstier also, aber ein Insekt, über das sich nicht nur (...) wissenschaftlich forschen, sondern auch philosophisch reflektieren lässt, um in dem kannibalischen Tier sowohl eine destruktive Disposition menschlicher Triebhaftigkeit im Allgemeinen als auch eine Figur der «femme démoniaque» (Roger Caillois) im Besonderen zu entdecken. Und darum eignet sich das arme Tier, das für das alles im Grunde ja gar nichts kann, auch ganz hervorragend als Wappentier für Menschen und vor allem Männer, die sich vor Frauen fürchten. Vor allem vor solchen mit spirituellen Interessen."
 
 
 
 
  • HOFFMANN, Christiane (2005): Familie in der Unisexgesellschaft.
    Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird - das zeigt die gegenwärtige familienpolitische Debatte - noch immer als ein Frauenthema angesehen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung  v. 18.02.
    • Kommentar:
      HOFFMANN kritisiert die "überkommene Frontstellung zwischen Mutterschaft und Rabenmüttertum, welche die Väter weitgehend ausklammert."

            
        Bekennende Rabenväter (siehe z.B. David WAGNER) sieht HOFFMANN eher skeptisch.
            
        Wie Ulrich BECK sieht HOFFMANN in der Unisexgesellschaft (Vermännlichung der Frau!) ein gesellschaftliches Problem.
            
        Stattdessen fordert sie eine "Neugewichtung im Werteverhältnis von Erwerbstätigkeit und der Betreuung von Kindern."
            
        Wichtig ist HOFFMANN vor allem, dass - entsprechend der FAZ-Klientel (Frau an seiner Seite!) - neben der Kindergartenbetreuung (Zugeständnis an die Neue Mitte) - die private Betreuung (Tagesmütter) subventioniert wird.
 
  • MÜLSCH, Luzie (2005): "Ich liebe einen kleinen Terroristen".
    Manuela hat mit 15 ein Baby bekommen und lebt in einem Muter-Kind-Heim. Es geht ihr ganz gut,
    in: Tagesspiegel  v. 18.02.
    • Kommentar:
      Avancieren jetzt schon Teenager-Mütter zu den neuen Stars unserer hysterischen Gesellschaft?
 
 
  • MELLE, Thomas (2005): Jedem sein Jenseits.
    Hohepriester des Aussenseitertums.
    Auf dem neuen Album "Pure Vernunft darf niemals siegen" hat sich die produktive Ratlosigkeit von Tocotronic in mystisches Wohlgefallen aufgelöst,
    in: Freitag Nr.7  v. 18.02.
    • Kommentar:
      MELLE zeichnet den Wandel der Band Tocotronic nach.

            
        Mitte der 90er Jahre war die Band Sprachrohr einer Jugend, deren Handlungsimpuls nicht mehr zum aktiven Engagement reichte und bei der sich deshalb Selbstmitleid mit Alltagsweltverdammnis paarte:
            
        "Der Hass auf Welt und Selbst zog sich in Formen rebellischer Lethargie zusammen, deren bekannteste Formel die Schuldfrage an einem nahezu willkürlichen Objekt abarbeitete, um der namenlosen Wut wenigstens irgendeinen Namen zu geben: »Michael Ende, nur du bist schuld daran / Dass aus uns nichts werden kann / Du hast uns mit deinen Tricks / Aus der Gesellschaft ausgeixt / Mit den Eltern aller Schichten / Willst du uns vernichten / Michael Ende / Du hast mein Leben zerstört.«"
            
        Diese infantile Haltung findet man heutzutage vor allem bei Vertretern der Generation Golf, die z.B. wie Sophie DANNENBERG, einigen "68ern" die Schuld an  gesamtgesellschaftlichen Fehlentwicklungen geben, völlig unbesehen der gesellschaftlichen Machtverhältnissen.
            
        Mittlerweile sind für MELLE aus Projektionsflächen einer richtungslosen Jugend Hohepriester des Außenseitertums geworden. Trotz der damit verbundenen Gefahr des Eskapismus findet MELLE:
            
        "Tocotronic wären nicht die spannendste deutsche Band, wenn sie nicht eben doch jene drei, vier Songs mitlieferten, die es schaffen, selbst den säkularisierten Hörer mit links für sich einzunehmen. Gegen den Strich, Keine Angst für Niemand und Ich habe Stimmen gehört vermögen zu versöhnen. Allein für Aber hier leben, nein danke lohnt es sich, die ganze Messe brav durchzustehen.
   

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Zu den News vom  10. - 17. Februar 2005

 
 
   
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