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Medienrundschau:
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News vom
18. - 21. Februar 2005
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SCHIRRMACHER, Frank (2005): Dreißig Jahre nach zwölf.
Visa, Pisa und Demographie: Ein Grundkurs für Staatsbürger,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.02.
- Kommentar:
Weil single-dasein.de dem Zeitgeistfeuilleton
immer eine Nasenlänge voraus ist, hat single-generation.de bereits
letzte Woche einen Debattenbeitrag zur
"Jugend von heute"
veröffentlicht, der genau das Thema vorweg nimmt, das uns Onkel
SCHIRRMACHER heute auftischt.
Im Anschluss an Herwig BIRG wird
uns die
Kanakster-Kultur als virilere Kultur
vorgestellt, verbunden mit
der These, dass die Deutschen zukünftig im eigenen Land zur
Minderheit werden.
Herwig BIRG wird uns als
"renommiertester Bevölkerungsforscher des Landes" verkauft.
Wie ist es möglich, dass der
nationalkonservative Bevölkerungswissenschaftler
BIRG, der seit Jahren mit nachweislich überholten Daten zur
Geburtenrate des Jahrgangs 1965, Stimmung gegen die jüngere
Generation macht, als renommierter Forscher gelten kann?
Haben wir in Deutschland
keinerlei wissenschaftliches Ethos mehr? Gelten für
Bevölkerungswissenschaftler nicht mehr die wissenschaftlichen
Standards wie in anderen Fächern? Gibt es in diesem Land nur noch
feige Konformisten?
Wieso gibt es in Deutschland
keine Debatte über die
Unzulänglichkeiten der deutschen
Geburtenstatistik?
Der einzige neuere Artikel zu diesem Thema in der Qualitätspresse
stammt von
Björn SCHWENTKER in der FAS vom 31.10.04.
Warum gibt es keinen Aufschrei in diesem
Land? Auf single-generation.de sind für jeden nachprüfbar die Fakten
nachlesbar. Jeder kann sich die entsprechende Literatur selber
besorgen und selber lesen. Keiner kann behaupten, er hätte es nicht
besser gewusst.
Es wird Zeit, dass Menschen, die
sich der Wahrheit - und nicht nur der politischen Korrektheit -
verpflichtet fühlen, diesem dreisten Treiben der Demagogen
entschlossen entgegentreten.
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NOA (2005): "Verführe mich".
Die Schemen der Kundenerwartung haben sich verändert,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.02.
- Inhalt:
Im Artikel wird der Ansatz von
Norbert BOLZ referiert, wonach unsere Wirtschaft einen Wandel
von der Bedürfnis- zur Wunschökonomie vollziehen muss, wenn sie
heutzutage die Konsumenten erreichen will.
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UNFRIED, Peter (2005): Wir Möchtegern-Revolutionäre.
Warum so viele immer noch
über "Die fetten Jahre sind vorbei" reden. Und warum der BVB absteigen
darf,
in: TAZ v. 21.02.
- Inhalt:
UNFRIED über den Film
"Die fetten Jahre sind vorbei"
und
warum das Lebensgefühl der Vierzigjährigen weder etwas mit den 68ern
noch mit der Jugend von Heute zu tun hat:
"Erstens:
Wir denken zu angestrengt und zu lange über den alten 68er nach.
Zweitens: Wir laden den Film und uns emphatisch auf, indem wir ihn
letztlich romantisierend aus Sicht jener sehen, die wir nicht sind:
der jungen, emphatischen Ahnungs- und Besitzlosen. Wozu? Um ein
restrevolutionäres Gefühl als Teil eines Lebens zu beschwören, in
dem es real darum geht, wem man das Geld wegnimmt, das wir für
unsere Kitas brauchen. Lets face it: Wir 40-Jährige spielen auch in
diesem Film keine Rolle. Antworten und Positionen müssen wir
anderswo suchen. Falls wir welche haben wollen."
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SCHREIBER, Hermann (2005): Wenn der Rest des Lebens beginnt.
Der Journalist Hermann
Schreiber war der erste, der in Deutschland die Midlife-crisis
beschrieb. Heute, 30 Jahre später, widmet er sich dem Thema erneut.
Seine Erkenntnis: Lebenskrisen beginnen früher - und vermehren sich,
in: Welt am Sonntag v. 20.02.
- Kommentar:
Der Journalist
Hermann SCHREIBER, Verfasser der
ersten deutschen Titelgeschichte über Singles in Deutschland, sieht
sich zusammen mit Gail SHEEHY als Entdecker der "Midlife Crisis",
ein Phänomen, das von der Wissenschaft auch 30 Jahre später nicht
anerkannt ist.
SCHREIBER möchte -
angesichts einer Welle von Büchern über die "Quarterlife-Crisis" -
das Thema rehabilitieren.
SCHREIBER sieht in der
Midlife-Crisis nun nur noch eine Bilanzkrise im Zusammenhang mit dem
Älterwerden:
"Im
Grunde glaubt kein Mensch daran, daß er sterben muß, auch wenn er es
weiß. Im Unbewußten, sagt Sigmund Freud, sind wir alle von unserer
Unsterblichkeit überzeugt. Aber was der Mensch in den mittleren
Jahren nicht mehr verdrängen kann, ist die Erkenntnis, daß er
allmählich alt wird. Und das hat Folgen.
In den Lebensläufen der Betroffenen ereignet sich eine Art Umkehr
der Zeitrechnung. Lebenszeit läßt sich nicht mehr nur messen als die
Zeit von der Geburt bis zur Gegenwart, sondern sie will auch
gemessen sein als die Zeit von der Gegenwart bis zum Tod. Der
sprichwörtliche Rest des Lebens hat begonnen."
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LEHNARTZ, Sascha (2005): Ernst ist der neue Spaß.
Der ZDF-Mann Peter Hahne profiliert sich als Stammtisch-Theologe
und Buchautor. Mit einem dumpfen Traktat wider die Moderne,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 20.02.
- Inhalt:
Sasha LEHNARTZ stimmt mit HAHNE überein, dass wir in
einer Spaßgesellschaft leben.
Im Gegensatz zu HAHNE ist
er aber nicht vom
Ende der Spaßgesellschaft
überzeugt. Er hält HAHNEs Buch sogar für ein typisches Produkt von
Spaßgesellschaften.
Dissens gibt es vor allem
in der unterschiedlichen familienpolischen Sicht:
"Frauen, die eventuell Beruf und
Familie vereinbaren wollen, kommen in seinem tugendhaften
Gesellschaftsentwurf nicht vor. Ausdrücklich lobt er den
kinderreichen Landkreis Cloppenburg: »Dort ist nur eine geringe Zahl
von Frauen berufstätig.«.
Zur Sanierung unserer spaßgesellschaftlichen Verkommenheit empfiehlt
er schlichte Rezepte: Rückkehr zur Kernfamilie, Abschaffung der
Selbstverwirklichung, Autorität der Lehrer wiederherstellen, Schluß
mit Multikulti, zuviel »Tolleranz« (mit pfiffigem Doppel-L),
Kuschelgesellschaft".
LEHNARTZ hält die von HAHNE
favorisierte religiös geprägte Disziplinargesellschaft für zurzeit
nicht durchsetzbar, aber grundsätzlich stimmt er damit überein, dass
es der Spaßgesellschaft zu viel ist:
"Hahne übersieht geflissentlich, daß in
demokratisch ausdifferenzierten, modernen Gesellschaften
allgemeingültige Tugendlehren ihre Wirkungsmacht unrettbar verloren
haben und nur um den Preis politischer Restauration wieder
einzuführen wären. Das heißt keineswegs, daß diese Gesellschaft
nicht stellenweise ein wenig mehr an Religion, gründlichere Bildung,
Besinnung auf Herkunft und christliche Wert vertragen könnte.
Auch kann man sich trefflich darüber streiten, wie eine moderne
Variante verbindlicher Moralvorstellungen zu gestalten wäre."
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MANGOLD, Ijoma (2005): Der kaltherzige Ernährer, die liebende
Verlassene.
Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet. Vater,
Mutter, Kind - herrlich als Familie. Aber wehe den Männern, wenn es
zur Trennung kommt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.02.
- Kommentar:
Vom abenteuerlichen Herzen eines Ernst JÜNGER
zum Abenteurertum des neuen Vaters ist es bei MANGOLD nicht weit.
Unter Rückgriff auf Charles PÉGUY,
einem französischen Vertreter des neuen Katholizismus, stilisiert
Ijoma MANGOLD den Familienvater zum wahren Abenteurer.
Single-generation.de hat
auf diesen Argumentationsstrang bereits im Jahr 2002 im Zusammenhang
mit einer Rezension von
Jean-Claude GUILLEBAUDs "Tyrannei der Lust"
hingewiesen.
GUILLEBAUD ist ein später Nachfahre von PÉGUY.
Was single-generation.de
damals als die
Stilisierung von Familienmenschen zu
Widerstandskämpfern bezeichnet hat,
das kehrt bei MANGOLD als Abenteurertum wieder.
Wie GUILLEBAUD beklagt MANGOLD die vaterlose
Gesellschaft. Die Heroisierung der allein erziehenden Mutter sieht
er deshalb als eine Fehlentwicklung:
"Fast wie eine Pieta wird die Mutter
(...) imaginiert. Sie beweist Stärke und Beständigkeit im
Verlassensein. Es ist die ins moderne Kostüm gekleidete
Kriegerwitwe, die noch einmal aufscheint.
(...).
Dass Frauen möglicherweise alleinerziehende Mütter sind, weil sie es
so und nicht anders wollen, kommt in diesem Denkhorizont nicht vor.
Noch viel weniger, dass sie es möglicherweise sind, weil sie sich im
Kampf ums Sorgerecht gerichtlich durchgesetzt haben. Ganz zu
schweigen von der zugegeben zünftig-konservativen Überlegung, dass
der Verbleib in der Institution Familie vielleicht die heroischere
Leistung wäre".
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TREICHEL, Hans-Ulrich (2005): Die Gottesanbeterin,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.02.
- Inhalt:
In der NZZ-Reihe "Das Tier und wir" widmet
sich der Schriftsteller
Hans-Ulrich TREICHEL der Gottesanbeterin:
"Kein
Lieblingstier also, aber ein Insekt, über das sich nicht nur (...)
wissenschaftlich forschen, sondern auch philosophisch reflektieren
lässt, um in dem kannibalischen Tier sowohl eine destruktive
Disposition menschlicher Triebhaftigkeit im Allgemeinen als auch
eine Figur der «femme démoniaque» (Roger Caillois) im Besonderen zu
entdecken. Und darum eignet sich das arme Tier, das für das alles im
Grunde ja gar nichts kann, auch ganz hervorragend als Wappentier für
Menschen und vor allem Männer, die sich vor Frauen fürchten. Vor
allem vor solchen mit spirituellen Interessen."
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HOFFMANN, Christiane (2005): Familie in der Unisexgesellschaft.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird - das zeigt die
gegenwärtige familienpolitische Debatte - noch immer als ein
Frauenthema angesehen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.02.
- Kommentar:
HOFFMANN kritisiert die "überkommene Frontstellung
zwischen Mutterschaft und Rabenmüttertum, welche die Väter weitgehend
ausklammert."
Bekennende Rabenväter (siehe z.B.
David WAGNER) sieht HOFFMANN eher skeptisch.
Wie Ulrich BECK sieht HOFFMANN in der
Unisexgesellschaft (Vermännlichung der Frau!) ein
gesellschaftliches Problem.
Stattdessen fordert sie eine
"Neugewichtung im Werteverhältnis von Erwerbstätigkeit und der
Betreuung von Kindern."
Wichtig ist HOFFMANN vor allem,
dass - entsprechend der FAZ-Klientel (Frau an seiner Seite!) - neben
der Kindergartenbetreuung (Zugeständnis an die Neue Mitte) - die
private Betreuung (Tagesmütter) subventioniert wird.
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MÜLSCH, Luzie (2005): "Ich liebe einen kleinen Terroristen".
Manuela hat mit 15 ein Baby bekommen und lebt in einem
Muter-Kind-Heim. Es geht ihr ganz gut,
in: Tagesspiegel v. 18.02.
- Kommentar:
Avancieren jetzt schon Teenager-Mütter zu den neuen
Stars unserer hysterischen Gesellschaft?
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MELLE, Thomas (2005): Jedem sein Jenseits.
Hohepriester des Aussenseitertums.
Auf dem neuen Album "Pure Vernunft darf niemals
siegen" hat sich die produktive Ratlosigkeit von Tocotronic in
mystisches Wohlgefallen aufgelöst,
in: Freitag Nr.7 v. 18.02.
- Kommentar:
MELLE zeichnet den Wandel der Band Tocotronic
nach.
Mitte der 90er Jahre war
die Band Sprachrohr einer Jugend, deren Handlungsimpuls nicht mehr
zum aktiven Engagement reichte und bei der sich deshalb
Selbstmitleid mit Alltagsweltverdammnis paarte:
"Der
Hass auf Welt und Selbst zog sich in Formen rebellischer Lethargie
zusammen, deren bekannteste Formel die Schuldfrage an einem nahezu
willkürlichen Objekt abarbeitete, um der namenlosen Wut wenigstens
irgendeinen Namen zu geben: »Michael Ende, nur du bist schuld daran
/ Dass aus uns nichts werden kann / Du hast uns mit deinen Tricks /
Aus der Gesellschaft ausgeixt / Mit den Eltern aller Schichten /
Willst du uns vernichten / Michael Ende / Du hast mein Leben
zerstört.«"
Diese infantile Haltung
findet man heutzutage vor allem bei Vertretern der Generation Golf,
die z.B. wie
Sophie DANNENBERG, einigen "68ern"
die Schuld an gesamtgesellschaftlichen Fehlentwicklungen
geben, völlig unbesehen der gesellschaftlichen Machtverhältnissen.
Mittlerweile sind für MELLE
aus Projektionsflächen einer richtungslosen Jugend Hohepriester des
Außenseitertums geworden. Trotz der damit verbundenen Gefahr des
Eskapismus findet MELLE:
"Tocotronic
wären nicht die spannendste deutsche Band, wenn sie nicht eben doch
jene drei, vier Songs mitlieferten, die es schaffen, selbst den
säkularisierten Hörer mit links für sich einzunehmen. Gegen den
Strich, Keine Angst für Niemand und Ich habe
Stimmen gehört vermögen zu versöhnen. Allein für Aber hier
leben, nein danke lohnt es sich, die ganze Messe brav
durchzustehen."
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Zu den News
vom
10. -
17. Februar 2005
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