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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 16. - 20. Februar 2006

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Während weibliche Kinderlosigkeit vor allem ein Phänomen höherer Bildungsschichten ist, zeigt sich die männliche Kinderlosigkeit vor allem bei den unteren Bildungsschichten. Je prekärer die Arbeitssituation, desto verbreiteter ist bei Männern die Kinderlosigkeit. (...). Dies deutet auf die Wirksamkeit des normativen Modells des männlichen Familienernährers hin. Wer diesen Status nicht ausfüllen kann, wird seltener Vater.
          
Angelika Tölke vom Deutschen Jugendinstitut in München ergänzte vor dem Hintergrund des DJI-Familien-Surveys 2000 diese empirischen Befunde. Es sind nicht nur Männer mit niedrigem Schulabschluss, die eher ohne Kinder sind, sondern ebenso die männlichen Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten, die dies betrifft. Offenbar erweist sich die fehlende sichere berufliche Etablierung für Männer als ein entscheidender Faktor, der Vaterschaft biografisch verzögert oder aber auch völlig verhindert."
(Lotte Rose im "Tagungsbericht: »Kinderlosigkeit - nur eine Frage der Demografie?«" in der Zeitschrift Feministische Studien Nr.2, November 2005, S.331)

 
 
       
     
   
  • FR-Tagesthema: "Hotel Mama" hat Konkunktur.
    Die Regierung legt es arbeitslosen jungen Erwachsenen nahe, daheim zu wohnen. Einen Trend zur Zwangsfamilie sieht die linke Opposition

    • KOKOSKA, Tanja (2006): "Die junge Generation tut brav das, was die Gesellschaft von ihr verlangt".
      Angesichts ungewisser Zukunftsaussichten entwickeln Jugendliche früh die Fähigkeit, gesellschaftliche Instanzen als Ressource zu begreifen, sagt der Frankfurter Jugendforscher Arthur Fischer,
      in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.
    • MIES, Petra (2006): "Ich will mein Ding machen".
      Für Marian Wirtz war die Zeit fürs eigene Heim reif,
      in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.
    • BETANCUR, Karin Ceballos (2006): "Ich würde mich einsam fühlen".
      Jens lebt bei den Eltern fast ohne Einschränkung,
      in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.

 
     
   
  • WEIDERMANN, Volker (2006): Das war Zyankali, mein Fräulein!
    Er grüßte seine SS-Kameraden und tötete sich vor Tausenden. Grass hat über ihn geschrieben. Und jetzt auch seine Tochter,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.02.
 
     
   
  • VESTRING, Bettina (2006): Koalition kappt ALG II für Jüngere.
    Ab 1. Juli wird der Auszug bei den Eltern erschwert. Ost-West-Angleichung,
    in: Berliner Zeitung v. 18.02.
  • FEHRLE, Brigitte (2006): Hotel Staat oder Hotel Mama,
    in: Berliner Zeitung v. 18.02.
    • Kommentar:
      FEHLRE lobt den Entschluss der Regierung, die Hartz-Singles ins Hotel Mama zu schicken, während DRIBBUSCH die Gegenposition vertritt.
  • DRIBBUSCH, Barbara (2006): Neues Tempo der Sozialpolitik,
    in: TAZ v. 18.02.
 
     
   
  • LACHENMANN, Akiko (2006): Spätes Glück.
    Warum Frauen so lange zögern, Kinder zu kriegen,
    in: Stuttgarter Zeitung v. 18.02.2006
    • Kommentar:
      LACHENMANN stellt anlässlich der Zunahme von Spätgebärenden vier späte Mütter vor:

                
      "Innerhalb von 13 Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Geburten von Müttern über 35 von jährlich 70 000 auf mehr als 140 000 verdoppelt. Vor allem in Ballungsräumen, wo die Quote der erwerbstätigen Frauen hoch ist, findet das Lebenskonzept der späten Mutterschaft zunehmend Anhängerinnen. Die Spitzenreiter in der Region Stuttgart sind der Landkreis Böblingen und die Landeshauptstadt, wo nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts jeweils 22,5 Prozent der geborenen Kinder von Müttern stammen, die das 35. Lebensjahr hinter sich gelassen haben. Im ländlicheren Kreis Göppingen liegt der Anteil nur bei 17,3 Prozent. Auffällig ist, dass knapp die Hälfte aller späten Mütter Akademikerinnen sind und weitere 40 Prozent zumindest Berufe mit mittlerer Qualifikation ausüben."
                
      Da es keine stichhaltige empirische Daten über die Geburtenfolge dieser Mütter gibt, zitiert LACHENMANN die Leiterin des Stuttgarter Jugendamtes - politisch korrekt - mit dem Satz, dass es bei späten Müttern häufig beim Einzelkind bleibt.
                
      Den oben genannten Zahlen ist jedoch nicht zu entnehmen, ob es sich um erste, zweite oder x-te Kinder handelt, da unsere Statistik normativ auf die lebenslange Ehe ausgerichtet ist, die bekanntlich seit den 70er Jahren immer weniger das dominante Modell ist.
            
         
      Bislang hat sich jedoch niemand - außer single-dasein.de an diesem nationalkonservativen Deutungsmonopol gestört. Weder Feministinnen noch andere - angeblich fortschrittliche Kräfte dieser Republik - haben offenbar ein Interesse an objektiven Daten.
            
         
      Dass es sich hier um ein BEVÖLKERUNGSSTATISTISCHES DESASTER handelt, das sich nunmehr nicht einmal mehr abstreiten lässt, zeigt ein Hinweis des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg.
            
         
      In der Online-Ausgabe vom November 2005 weist Stephanie SALETH am Ende ihres Artikels "Späte Mutterschaft - ein neuer Lebensentwurf" auf diese Datenlücke hin:
            
         
      "Um zu klären, inwieweit die hohen Anteile der späten Mutterschaften im Westen mit der Herausbildung neuer biografischer Muster zu tun haben, erscheint es unabdingbar, Daten über die Geburtenfolge einzubeziehen. Das zu Beginn dargestellte Datenmaterial lässt zwar erkennen, dass es im Westen mehr ältere Mütter gibt, lässt aber offen, ob diese ihr erstes oder ihr drittes Kind in höherem Alter bekommen haben. Differenzierte Angaben zur Quantität der späten ersten Mutterschaft können auf der Grundlage der amtlichen Statistik jedoch nicht gemacht werden, da die gesetzliche Regelung vorsieht, dass die Geburtenfolge nur bei verheirateten Müttern erfasst wird. Darüber hinaus werden nur die ledigen Kinder der bestehenden Ehe gezählt. So werden Neugeborene in zweiter Ehe beispielsweise auch dann als Erstgeborene bezeichnet, wenn aus einer früheren Verbindung bereits Kinder existieren. Vor dem Hintergrund, dass die Zahl der nicht ehelichen Kinder regional sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und es immer häufiger vorkommt, dass Mütter eine zweite oder dritte Ehe eingehen, können auf der Grundlage der amtlichen Statistik keine zuverlässigen Angaben darüber gemacht werden, bei welchem Anteil der 2003 geborenen Kinder mit Müttern über 35 Jahren es sich um Erstgeborene handelt.
            
         
      Auswertungen zur Kinderlosigkeit lassen im Vergleich der Altersgruppen der Kinderlosen zwar Rückschlüsse auf das Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes zu, sind aber ungenau, da unterschiedliche Geburtenjahrgänge zugrunde gelegt werden und so Kohorteneffekte nicht berücksichtigt werden können."
            
         
      LACHENMANN geht aber noch weiter. Sie schildert den Fall einer Mathematikprofessorin, die bei ihrem ersten Kind eine schwere Geburt erlebte. Die Fallschilderung und der Artikel endet mit folgenden Sätzen:
                
      "Wären nicht die gesellschaftlichen und finanziellen Zwänge, hätte sie gerne fünf Kinder gehabt. Nun reicht die Zeit wahrscheinlich nicht mal mehr für ein zweites."
                
      Von der LEYEN lässt grüßen...
 
   
  • OSTERMANN, Dietmar (2006): Generation Protest.
    Zum Erbe von Amerikas Babyboomern, die jetzt 60 werden, gehört die Liberalisierung der Gesellschaft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 18.02.
    • Kommentar:
      OSTERMANN stellt Leonard STEINHORN vor, der mit den Buch "The Greater Generation" das schlechte Image der Baby-Boomer (Kohorte der 1946 - 1964 Geborenen) aufpolieren möchte.

                
      In Deutschland steht für diese Art von Kultursoziologie Gerhard SCHULZE, der mit dem Buch "Die Erlebnisgesellschaft" die 68er-Generation zu Pionieren ebendieser Gesellschaft geadelt hat.
                
      Im Herbst 2005 hat SCHULZE zur Neuauflage einen Kommentar verfasst und damit das Projekt des schönen Lebens der 68er an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst.
                
      Die neue Moral der 68er definiert auch die Unterschicht neu: Die Oberdeppen der Erlebnisgesellschaft sind selber schuld. Fürsorge war gestern, Hartz ist heute...   
 
   
  • MÜLLER, Kai (2006): Wir wollen Probleme machen.
    Laut, schmutzig, intelligent: Die Berliner Band NM Farner und ihr neues Album "Das Gesicht",
    in: Tagesspiegel v. 18.02.
    • Inhalt:
      "
      NM Farner  (...) liefern den Soundtrack für die Generation der »urbanen Penner« (Mercedes Bunz). Also jener kreativen »Elite«, die durch ihren niedrigen Lebensstandard die Stadtkultur prägt, aber weder beruflich noch privat weiterkommt. Und die zunehmend verärgert auf ihre »Risikobiografien« reagiert", meint Kai MÜLLER.
 
   
  • PLATZECK, Matthias (2006): Werte und Taten.
    Gedanken zum künftigen Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands,
    in: Tagesspiegel v. 18.02.
    • Inhalt:
      "
      Neben der Alterung unserer Gesellschaft ist die soziale Ausgrenzung bestimmter Gruppen die akute Frage unserer Zeit. Diese Ausgrenzung äußert sich in Kinderarmut ebenso wie in Langzeitarbeitslosigkeit. Wir wissen längst, dass wir diese Probleme mit Geldzahlungen allein nicht lösen können", orakelt Matthias PLATZECK.
 
   
  • FUHR, Eckhard (2006): Im Rausch der Raserei.
    Am Ende der Moderne: Der Soziologe Hartmut Rosa erforscht die Zeit und sieht sie still stehen,
    in: Welt v. 18.02.
    • Inhalt:
      "Eine stabile Lebensplanung ist in der rasenden Veränderung der Lebensverhältnisse nicht mehr möglich. Die Laptop-Generation wird eine Praktikanten-Generation bleiben. Rosa spricht von Spielern und Driftern als den Sozialtypen der Zukunft. Leben heißt für sie reagieren und improvisieren.

                
      Das mag manchem ja Freude machen. Für die Zukunft von Staat und Demokratie eröffnet es eher düstere Perspektiven", meint Eckhard FUHR über das Buch "Beschleunigung" des Soziologen Hartmut ROSA.
 
   
  • BERMAN, Paul (2006): Woher kam Joschka Fischer?
    Das politische Milieu, das den Ex-Außenminister prägte,
    in: Welt v. 18.02.
    • Inhalt:
      Die Welt veröffentlicht einen Auszug aus dem Buch "Idealisten der Macht" von Paul BERMAN. Der US-Amerikaner beschreibt darin die deutsche Sponti-Szene:

                
      "Es gab keinen weltweit akzeptierten Ausdruck für die freigeistigen Strömungen der Neuen Linken. Ein von Fischer in Westdeutschland gern benutzter Ausdruck (...) war das humoristisch-klobige »Anarcho-Mao-Spontex« - eine aussagekräftige Formulierung, die alles abdeckte. (...). Die Kurzform der Bezeichnung mit den zwei Bindestrichen lautete Sponti, und das entsprach im Großen und Ganzen dem, was die Amerikaner mit dem Ausdruck Freak bezeichneten.
                
      Die »Sponti-Szene« in Frankfurt, das waren die Hausbesetzer, mit denen Fischer durch die Straßen zog, und die »alternativen« Zeitschriften wie Cohn-Bendits »Pflasterstrand« (der Name war eine Anspielung auf die 68er-Parole: »Unter dem Pflaster liegt der Strand«). Die Sponti-Szene - dieser Begriff stand auch für die Lehrer an den »antiautoritären« Schulen, für einen Flügel der eben erst auf den Plan getretenen Frauenbewegung, für die Nichtstuer an den Straßenecken wie auch für die politisierten Joint-Raucher und die künstlerische Avantgarde, mit Ausnahme der Leute, die eher und zutreffender als konventionelle Marxisten bezeichnet werden konnten. Es war eine große Szene, die in den Sponti-Hauptstädten Frankfurt und Berlin ganze Stadtviertel umfaßte."
 
     
     
   
  • SCHLAFFER, Hannelore (2006): Das Girlie von heute trägt Runzeln, kein Pickel.
    Für Zeitschriftenmacher sind Frauen entweder jung oder alt, aber nie erwachsen: Die neuen Blätter für die reifen Jahrgänge,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.02.
    • Inhalt:
      Hannelore SCHLAFFER betrachtet die neuen Zeitschriften für die Frauen ab 40 aus der Perspektive der berufstätigen Frau.

                
      Ihr Urteil ist vernichtend, denn das weibliche Leben geht in Frauenzeitschriften von der gebärfähigen Jugend unmittelbar in die Randfigur der Seniorin über.
                
      Für SCHLAFFER ist dagegen die berufstätige Frau vom biologischen Alter weniger abhängig als die Familienfrau:
                
      "Biologisch bedingte Altersunterschiede, wie sei in der Familie deutlich wurden und noch werden - gebären, nähren, sich nach den ausgeflogenen Jungen verzehren, Enkel belehren - spielen für berufstätige Frauen kaum eine Rolle. Der Beruf verlang der älteren Frau dasselbe ab wie der jungen. Eine Frau, die den Beruf hinter sich hat, hat über Jahre hiwneg ihrem Bewußtsein Alterslosigkeit so gut eingeschrieben wie der Mann."
 
     
     
     
     
   
zitty-Titelgeschichte:
Meine Armut kotzt mich an.
Kein Geld, aber tausend Ideen: Urbane Penner sind die unterschätzte, kreative Elite Berlins
  • BUNZ, Mercedes (2006): Meine Armut kotzt mich an.
    In dieser Stadt sieht man uns überall. Wir bevölkern die Cafés mit unseren Laptops. Wir betreiben kleine Läden, in denen wir vorne junge Mode oder minimale Möbel ausstellen. Und wenn man spätabends an den erleuchteten Fenstern unserer Ladenlokal-Büros vorbeigeht, sieht man uns immer noch Design entwerfend hinter den Rechnern sitzen. Wir sind hip, hoch qualifiziert, diffus kreativ und arm. Urbane Penner eben,
    in: zitty v. 16.02.
  • MÜLLER, Falko (2006): "Mach erst mal, was Du wirklich willst".
    Dr. Michaela Pfadenhauer, Jahrgang 1968, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie der Universität Dortmund. Im Interview erklärt sie, warum man junge Kreative als Avantgarde sehen kann. Und warum die Streber von gestern die Verlierer von morgen sind,
    in: zitty v. 16.02.
    • Kommentar:
      Michaela PFADENHAUER beschreibt  den "Szene-Unternehmer" als Avantgarde der neuen Elite:

                
      "Die Bezeichnung »urbane Penner« halte ich (...) für völlig verfehlt. Wir sprechen von »Szene-Unternehmern«, weil uns drei Aspekte vordringlich zu sein scheinen: erstens die unternehmerische Haltung, aus eigenem Antrieb etwas auf die Beine stellen zu wollen und sich das auch zuzutrauen; zweitens das innovative beziehungsweise kreative Potenzial, das diese Leute auszeichnet; und drittens die Einbindung in Netzwerke oder Szenen, die für diese Leute typisch ist."
 
   
  • NIEJAHR, Elisabeth (2006): Die Entdeckung des Alters.
    Das Gute an der Rentendebatte: Die Deutschen merken, worauf es künftig ankommt,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 16.02.
    • Inhalt:
      Elisabeth NIEJAHR verkündet, dass die Verlierer der vergangenen Rentenreformen - die Post-68er -  die Reformen widerstandslos abnickten:

                
      "Schon die vergangenen Rentenreformen gingen den Babyboomern nie schnell und weit genug: Erst kämpften sie dafür, dass Helmut Kohl als Kanzler den demografischen Faktor in seine Rentenreform aufnahm. Später forderten sie Gerhard Schröder auf, das Rentenniveau möglichst weit abzusenken. All das schadete nicht den Rentnern von heute, sondern denen von morgen. Insgesamt, so die Berechnungen des Rentenexperten Bert Rürup, haben die Reformen von Kohl und Schröder zur Verringerung der Rentenansprüche um dreißig Prozent geführt. Verkehrte Welt: Die Verlierer nicken – und die anderen klagen."
 
   
  • HEIDE, Annett (2006): "Frauen mögen Macht".
    Ein Gespräch mit der amerikanischen Schriftstellerin Candace Bushnell über die Lust der Frauen auf Karriere und Erfolg,
    in: Die ZEIT Nr.8 v. 16.02.
    • Inhalt:
      Candace BUSHNELL über die US-amerikanische Generation Karrierefrau:

                
      "ZEIT: Woher kommt denn eigentlich plötzlich diese Frauengeneration, die so richtig Karriere machen will?
                
      Bushnell: Anfang der achtziger Jahre haben Frauen in den USA begonnen, Karrieren zu planen, anstatt auf den Status als Gattin zu warten. Das ist neu in der Geschichte. Obwohl, gerade fällt mir ein: Das gab es schon einmal in den zwanziger Jahren, dass Frauen kleine Betriebe gründeten. Die Generation der flapper. Das waren Frauen in kurzen Röcken mit kurzen Haaren, die tranken und rauchten und viel Sex wollten, aber nicht heiraten. Sie waren stolz auf die Missachtung, die ihnen die Gesellschaft für ihr ungebührliches Verhalten entgegenbrachte.
                
      ZEIT: Ist die Gesellschaft heute nicht längst reif für ein solches Lebensmodell?
                
      Bushnell: Ich glaube, dass eine erfolgreiche Frau noch immer Unwohlsein auslöst. Wir reden Frauen ein, die erfüllendste Aufgabe ihres Lebens sei es, zu heiraten und Kinder zu kriegen. Ich würde nie behaupten, das sei nicht erfüllend, aber ein ganzes Leben? Frauen sollen klein gehalten werden."
 
   
Weltwoche-Titelgeschichte:
Ich heisse Rea Genzglas
  • MÜLLER, Franziska K. (2006): Aus der Not geboren.
    Unfruchtbarkeit ist eine Krankheit, für die es in der Schweiz kaum Heilungschancen gibt. Wer sich den Babywunsch um jeden Preis erfüllen will, geht deshalb zur künstlichen Befruchtung ins Ausland. Ist Kinderkriegen ein Menschenrecht?
    in: Weltwoche Nr.7 v. 16.02.
  • MÜLLER, Franziska K. (2006): "Gott wird's verkraften".
    Carl Djerassi, Erfinder der Antibabypille, glaubt an medizinische Reproduktionshilfe respektive In-vitro-Fertilisation,
    in: Weltwoche Nr.7 v. 16.02.
    .
  • LÜTHI, Theres (2006): Schwere Geburt.
    Schweizer Reproduktionsmediziner dürfen nicht, was sie können: Kinderlosen sicherer helfen,
    in: Weltwoche Nr.7 v. 16.02.
 
   
  • FEDDERSEN, Jan (2006): Nicht die Nerven verlieren.
    Botho Strauß und andere kultivieren ihre Kulturkritik - und erkennen im islamischen Furor, was säkularen Gesellschaften fehle: Inbrunst und Innerlichkeit. Die fehlten uns gerade noch!
    in: TAZ v. 16.02.
    • Inhalt:
      Jan FEDDERSEN verteidigt die Wahlfreiheit gegen ihre konservativen Verächter:

                
      "Was sie alle, Strauß wie Schirrmacher oder Di Fabio, gemeinsam haben, ist eine gewisse Nervenlosigkeit, was das  Verfassungsversprechen eigentlich bedeutet: Du musst dein Leben nicht mehr religiösen Maßstäben unterwerfen, du musst keine Kinder gebären, du musst dir die bevölkerungspolitischen Sorgen nicht zu Eigen machen, du kannst, je nach innerer Kraft, dein Leben leben, wie es dir selbst einleuchten möchte. Für nichts anderes steht, moralisch und sittlich genommen, das Grundgesetz.
                
      (...).
      Die Debatte um das Unbehagen an der Moderne eint, summa summarum, Islambeseelte und altdeutsche Konservative - eine Union, deren Alliierte gemeinsam kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen: Sie fantasieren beide Ordnungen herbei, die, wären sie mit Zwang verknüpft, mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind. Die einen wollen gemütvoll Trost durch Allah erfahren, (...), die anderen hätten gern mehr Kinder und die Idee aufpoliert, dass die Familie von Papa, Mama & Kind(ern) die beste auf der Welt ist. Welch eine Tragödie, dass sie nur noch dann realisiert wird, wenn die Betroffenen sie auch okay finden. Und wenn nicht: Dann wird es andere Lösungen für demografische oder spirituelle oder transzendenzbedürftige Probleme geben."
 
   
  • SCHMITT, Cosima (2006): Grüne ringen um die Hausfrau am Herd.
    Sich von konservativer Familienpolitik abzusetzen ist für die Oppositionspartei gar nicht so leicht,
    in: TAZ v. 16.02.
    • Inhalt:
      Cosima SCHMITT sieht in der Entschärfung des Kampfes um das richtige Familienbild ein Problem für die Profilierung der Parteien:

                
      "Beide Parteien eint also mehr, als die empörten Reaktionen vermuten lassen. Beiden fällt es schwer, sich von der Konkurrenz abzugrenzen (...), weil längst in jedem Wählerlager diverse Familienkonzepte gelebt werden. Es geht also um Prioritäten, kaum mehr um Grundsatzfragen."
 
   
  • HERRMANN, Ulrike (2006): Die Katastrophe als Chance.
    In Arbeit (5): Deutschland vergreist - das ist gut so. Weil der Nachwuchs fehlt, könnte es ab 2030 wieder zu Vollbeschäftigung kommen. Davon profitieren die Unterschichten,
    in: TAZ v. 16.02.
    • Inhalt:
      "Während in Deutschland viel über die »Vergreisung« der Gesellschaft lamentiert wird, bleibt der eigentliche Skandal unerwähnt: die große Jugendarbeitslosigkeit. Etwa 15 Prozent aller jungen Arbeitnehmer unter 25 Jahren finden derzeit keine Stelle, rechnet man nach dem internationalen ILO-Standard. Für sie ist es daher eine echte Chance, wenn sie in Zukunft mit weniger Konkurrenten um die knappe Arbeit rechnen müssen. Das sollten all jene euphorischen Familienpolitiker bedenken, die derzeit Kinder als einen Wert an sich propagieren, den es in Deutschland zu mehren gelte.
      Doch dass sich der Diskurs um die angebliche »demografische Katastrophe« dreht, ist kein Zufall. Es sind vor allem die Elite und die Mittelschicht, die über die drohende »Vergreisung« klagen. Sie fürchten um ihre Privilegien", meint Ulrike HERRMANN.
 
     
   
  • APPEL, Holger & Christian SCHUBERT (2006): "Kinder sind erfolgreicher, wenn die Mutter arbeitet".
    Familienpolitik in Frankreich,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.02.
    • Kommentar:
      Deutsche Karrierefrauen verweisen gerne auf das Modell Frankreich, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht.

                
      Der französische Familienminister weist dagegen darauf hin, dass die berufstätigen Frauen in Frankreich in erster Linie im Niedriglohnsektor zu finden sind:
                
      "Es arbeiten in Frankreich viele Frauen ohne Studium. Zwei Drittel der Empfänger des nationalen Mindestlohnes sind Frauen."
 
     
   

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