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Medienrundschau:
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News vom
25. - 31. Januar 2004
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Zitat
des Monats:
"Tom
Ripley ist mit fünfundzwanzig schon ein älterer Herr. Er kann es
nur sein, indem er das Leben, das seinem Stand und seiner
Herkunft nach für ihn gedacht war, auslöscht. Das fällt ihm
nicht schwer, denn Tom Ripley kommt aus dem Nichts.
Er ist Vollwaise und in bescheidenen Verhältnissen
aufgewachsen. Er hat nicht studiert und muß sich mit
erniedrigenden Jobs über Wasser halten, bevor er die Gelegenheit
bekommt, ein anderer zu werden. Die Gelegenheit kommt, als er
die Möglichkeit hat, seinen wohlsituierten Freund umzubringen
und dessen Identität anzunehmen.
(...). Eben noch ein grüner Junge aus dem Bostoner
Kleinbürgertum, überspringt er einfach die mittleren Jahre, in
denen er sich normalerweise ein Leben aufbauen, erkämpfen und
einrichten müßte, und schnappt sich die Attribute und
Ausstattungsstücke des gesetzten Alters der Upperclass. (...).
Er will zu diesen goldbeschienenen jungen Menschen gehören, weil
sie eine Vergangenheit haben und deshalb auch eine Gegenwart und
Zukunft. Sie haben, ganz banal, eine Familie. Eine Familie, die
ihn etwas vererbt hat, Geld, aber
nicht nur Geld, sondern ein Leben, in das man gehören kann."(S.43f.)
(aus: Malin Schwerdtfeger "Wir
Nutellakinder" im
Kursbuch "Die 30jährigen") |
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- Kommentar:
Für das Prädikat "singlefreundlich" gibt es im
Gegensatz zur singlefeindlichen Berichterstattung nur selten Anlass,
aber hier ist es angebracht, denn es wird auf die Heterogenität der
Singles bzw. Alleinreisenden eingegangen.
Im April 2002 hat der Tagesspiegel über
Alleinreisende berichtet. Der
Kommentar von single-dasein.de ließ einiges zu wünschen übrig, die
TAZ hat die damaligen Kritikpunkte diesmal (fast alle) beherzigt.
-
KRESTA, Edith (2004): Allein & draußen.
Tourismus, sozial und
umweltverantwortlich. Das ist Thema unseres Reisemagazins. Was
geschieht im Ökotourismus und wie sieht es mit Angeboten für
Alleinreisende aus?
in: TAZ v. 31.01.
-
ADEN, Mareke (2004): Singles im Profil.
Sie sind als Zielgruppe
schwer zu fassen: Nicht jeder Alleinlebende oder Alleinreisende ist
auch Single. Annäherung an eine Minorität,
in: TAZ v. 31.01.
- Kommentar:
ADEN berichtet über die Probleme der
Zielgruppenerfassung.
"Zum
Schluss hat Ihnen Herr Mehdorn noch etwas zu sagen: Sie waren es,
der ihm die Bahnpreisreform verhagelt hat. Aber er hat sich schon
gerächt an Ihnen mit seiner Werbung: »Setzen Sie Kinder in die
Welt. Familien fahren jetzt so günstig wie nie«",
heißt es bei ADEN.
Das
war bereits bei single-dasein.de im Jahresrückblick zu lesen.
-
ERMLICH, Günter (2004): Solisten auf Reisen.
"Singles sind eigenwillig",
erklärt Barbara Harms-Wichmann. Das erklärt, warum Reiseveranstalter
für sie kaum Angebote im Programm haben,
in: TAZ v. 31.01.
-
BERGER, Christine (2004): Allein in Gesellschaft.
Berlin gilt als
Single-Hauptstadt mit seinen Angeboten wie Single-Segeln,
Single-Kochen und seinen Single-Partys. Wer allein nach Berlin
reist, hat viele Möglichkeiten, Anschluss zu finden,
in: TAZ v. 31.01.
- Kommentar:
Bei Christine BERGER klingt es einem
sozialpädagogisch oberlehrerhaft in den Ohren:
"Alleinreisenden
sollte auf die Dauer die Dichte menschlicher Gerüche und Gebeine
nicht genügen, weshalb im Folgenden ein Singleprogramm vorgestellt
wird, das die Stadt nicht nur physisch näher bringt, sondern
womöglich auch dem Singledasein ein Ende setzt. Denn, unter uns
gesagt, wer reist schon gern allein?"
-
TAZ (2004): Urlaubsgewohnheiten,
in: TAZ v. 31.01.
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DRIBBUSCH, Barbara (2004): "Die Armen werden nicht ärmer, aber es
werden immer mehr", sagt Meinhard Miegel.
Die Aufsteiger aus den unteren Milieus sind vom Abbau der
Sozialleistungen am härtesten betroffen,
in: TAZ v. 31.01.
- Kommentar:
Zum Jahreswechsel hat die Regierungs-TAZ ihren
Lesern die Leviten gelesen:
Bloß keine Angst! hieß die Parole.
Nun widerspricht
Meinhard MIEGEL:
"Viele
Bürger auch in mittelschichtigen Milieus haben aber Angst, durch die
Kürzung der Sozialleistungen selbst abzusacken, weil etwa die
Arbeitslosenhilfe abgesenkt und Lebensversicherungen aufgelöst
werden müssen, wenn man lange ohne Job ist.
Es ist zutreffend, dass die Aufsteiger aus den unteren
Milieus vom Abbau der Sozialleistungen am härtesten betroffen
werden. Ich denke an Facharbeiter oder wenig verdienende
Angestellte. Die müssen jetzt befürchten, in das wirtschaftlich
schwächste Bevölkerungssegment abzurutschen - eine Entwicklung, die
in den USA oder Großbritannien schon deutlich zu erkennen ist.
Das würde bedeuten, die Armen sind gar nicht so
arm dran mit der Agenda 2010, sondern vor allem die unteren
Mittelschichten sind betroffen?
So ist es. Für die wirtschaftlich Schwächsten ändert sich
durch die Reformen wenig. Wer nur einen Rentenanspruch auf
Sozialhilfeniveau hat, dem kann im Alter kaum etwas passieren. Denn
wenn diese Rente sinkt, bekommt er Grundsicherung. Das Problem ist
nicht so sehr, dass die Armen ärmer werden, das Problem ist, dass
ihre Zahl in den kommenden Jahren größer wird."
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FAZ (2004): Lebenskünstler.
Nick Hornby schreibt für Monopol,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.01.
- Inhalt:
Die FAZ meldet, dass Florian ILLIES & Amelie von HEYDEBRECK den
britischen Schriftsteller Nick HORNBY als Kolumnisten
für ihre ab April erscheinende Zeitschrift Monopol, ein
"Magazin für Kunst und Leben", gewinnen konnten:
"In
jeder seiner Kolumnen schreibt Hornby über die Bücher, die er in den
letzten Wochen gekauft - und über die, die er dann am Ende wirklich
gelesen hat."
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MENG, Richard (2004): Der Schock von Borken hat die
Zungen gelöst.
Die SPD nach einer Woche der Selbstzweifel: "Es reicht"
signalisiert die Basis - die Führung reagiert. Neue Strategiedebatte,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.01.
- Kommentar:
MENG arbeitet an der Legendenbildung. Borken
soll zur neuesten Wende stilisiert werden.
Bislang
hat sich die Neue Mitte nicht um den Protest der Traditionalisten
gekümmert. Es gibt keinen Grund dafür, dass dies ausgerechnet jetzt
der Fall sein soll. Die Umfrageergebnisse sind seit langem schlecht,
also nichts Neues.
Dieses
mediale Schauspiel hat jedoch Tradition, denn ein Politikwechsel ist
bei SCHRÖDER nichts außergewöhnliches, sondern der Wechsel zwischen
Neue-Mitte-Politik und kurzfristiges Aufpäppeln der
traditionalistischen Seele der Partei, dient allein dem Machterhalt.
Wie oft lässt sich dies wiederholen, bis die Glaubwürdigkeit der
Politik vollständig verloren ist?
Der
Politikwissenschaftler Franz WALTER hat der Partei schon vor
längerem ins Gewissen geredet, ob es hilft, ist mehr als
fraglich.
MENG
behauptet, dass die kanzlerfreundliche Generation Berlin nicht mehr
hundertprozentig hinter dem Kurs steht:
"Und
manche sagen: »Wir müssen uns emanzipieren« - von der Generation
Schröder. So weit geht das sogar, dass unter jüngeren Abgeordneten,
die an die Zeit nach 2006 denken, manche mit Blick auf die
Basiserwartung überlegen, ob das kanzlerfreundliche »Netzwerk« für
sie noch der richtige Rahmen ist. Jetzt, da man sehe, wohin diese
Politik die SPD führe. Zurück »in Weimarer Verhältnisse«."
Was
ist die Alternative zum bisherigen Anpassertum der jungen
SPD-Karrieristen? Mehr Populismus wagen, schlägt René CUPERUS im
neuesten Heft der Berliner Republik vor, denn die SPD hat angeblich
ein populistisches Defizit.
Die
"Sprache der echten Wirklichkeit" solle gesprochen werden. Die
Problemdefinition lautet folgendermaßen:
"Die
»Revolte des kleinen Mannes« belegt die in den Parteien der
demokratischen Linken seit langem bestehende Kluft zwischen den
hochgebildeten und den weniger gebildeten Schichten, zwischen den so
genannten »Materialisten« und den »Postmaterialisten«. In gewisser
Weise ist der Rechtspopulismus die kulturelle Rache der
»Arbeiterklasse« an der intellektuellen Elite, die die
Führungsschicht der vermeintlichen »Arbeiterpartei« bildet. Diese
Spannung zwischen der Zugehörigkeit zum »Establishment« und dem
Anspruch, »Partei des kleinen Mannes« zu sein, ist die Achillesferse
der Sozialdemokratie". (aus: "Das populistische Defizit", Berliner
Republik Nr.6, S.60f.).
Der
Gegensatz von Elite und Masse, der neuerdings
von den neuen Werteeliten ins Gespräch gebracht wird, gehört genauso
wie der neue Patriotismus zum geforderten Programm des "Mehr
Populismus wagen"...
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LANGE, Wolfgang (2004): Über Literatur und Zynismus.
Houellebecqs "Elementarteilchen" und die antike Satire,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 31.01.
- Inhalt:
"Bei der menippeischen
Satire handelt es sich um einen Wechselbalg oder ein Chamäleon, ein
Genre, das im Laufe seiner Geschichte mal als Anekdote aufgetreten
ist, mal als Dialog oder Sentenz, mal als Diatribe. (...).
Michel Houellebecq hat den Stab dieser Tradition aufgenommen.
Inspiriert von Aldous Huxleys «Brave New World», als dessen aktualisierte
Variante sich «Elementarteilchen» gibt, stellt Houellebecqs Roman eine der
jüngsten Manifestationen literarischen Zynismus dar", erklärt LANGE
und nennt HOUELLEBECQ einen "rasenden Sokrates".
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FUCHS, Oliver (2004): "Ein Penis hat auch ein Herz".
RTL versucht sich in der Welt der "Bravo"-Gemeinde - ein Gespräch
mit dem Produzenten einer neuen Serie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.01.
- Inhalt:
Oliver FUCHS interviewt Philip VOGES, der die
6teilige RTL-Serie "Schulmädchen" produziert hat:
"SZ:
Ihre Schulzeit?
Voges: Eher die Achtziger. Ich lebte in dieser speziellen
Hamburger Welt . . .
SZ: Also Hafenstraße, Hausbesetzer?
Voges: Nein, Pöseldorf, der Geburtsort der Popper. Wenn man da
nicht das richtige Mofa hatte, war man unten durch. Heute ist das
extremer. Schulmädchen handelt genau davon: Man will cool und sexy
sein. Das führt zu Versagensangst."
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Die
singlefeindliche Berichterstattung:
BITTNER,
Jochen (2004): Jung, gebildet, allein.
Von wegen neoliberale Spaßgesellschaft. Wenn Jobs und Geld knapp
sind, bleibt für Zweisamkeit kaum Zeit. Romantik wird zum Luxusgut,
in: ZEIT Nr.6 v. 29.01.
- Kommentar:
Dieser Artikel ist ein Beispiel dafür, dass
zwar in selbsternannten "Qualitätszeitungen" viel über Qualität
geschrieben wird, aber Journalisten nicht einmal das kleine 1x1 der
"Single"-Gesellschaft beherrschen müssen.
Jochen BITTNER,
Jahrgang 1973, gehört zur Doing Gender-Fraktion, die mit unqualifizierten Beiträgen die
wachsende Zahl der männlichen Frust-Singles bedient.
Wer nicht zwischen
Einpersonenhaushalten und Partnerlosen (ganz zu schweigen von
Partnersuchenden) unterschieden kann (selbst der
Fakten-Fakten-Fakten Focus kennt inzwischen die Partner der
Singles!) ist nicht mehr
ernst zu nehmen.
"Die
neoliberale, gefühlskalte Generation Schmidt-Show ist
zum Kinderkriegen zu faul und egoistisch. So weit das Klischee.
Die Wahrheit ist noch schlimmer. Weite Teile der
fortpflanzungsreifen Mittelschicht sind
beruflich ungesichert, kontaktarm und, in den Worten Hamburger
und Leipziger Sexualwissenschaftler, »sexuell unterversorgt«",
schreibt BITTNER und bezieht sich dabei auf Sexualwissenschaftler
wie Kurt STARKE.
Deren
Problem ist jedoch, dass die amtliche Statistik Partnerlose nicht
kennt und sie deshalb Forschungsartefakte produzieren, die zwar
den Zeitgeist bedienen, aber wenig über die realen
Lebensverhältnisse aussagen. Dies gehört zum
ganz normalen Chaos der Singleforschung.
Während sich BITTNER
und seine Kollegen aus der
journalistischen Klasse
mit der Minderheit der einsamen, kinderlosen Karrierefrau
beschäftigen, bleibt die
Masse der männlichen Alleinwohnenden im
mittleren Lebensalter ein unterbelichtetes Thema.
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SCHLAFFER, Hannelore (2004): Ehret die Männer.
Denn aus der Mottenkiste ihrer verflossenen Moden entsteigt die
neue Frau: Noch immer domestiziert, aber ohne es zu wissen,
in: ZEIT Nr.6 v. 29.01.
- Inhalt:
"Das
Einverständnis der Frauen mit den heiratslustigen Alten beweist
einen bedenklichen Verfall des weiblichen Reflexionsniveaus. In den
sechziger Jahren hätte man den Pascha erkannt, der seine Macht
genießt. Unter dem Schein der erotischen Befreiung, einem Programm der Achtundsechziger,
entscheiden nun die Männer das Treiben auf dem Liebesmarkt zu ihren
Gunsten. Die Achtundsechziger-Frauen, selbst alt geworden,
schweigen, um dem Vorwurf des Neides zu entgehen.
Sein Gegenbild erscheint dem heiratslustigen Bonvivant in der
Reklame: der junge Mann mit dem Baby auf dem Arm. Er wirbt für
Windeln so gut wie für Mineralwasser und gibt den Frauen das
Vertrauen, dass Männer nichts lieber sind als treue Familienväter.
Das Kleinkind ist der neueste Verführer auf Werbeplakaten. Es
verlockt alle, die Eltern werden wollen und alle, die um ihre Renten
fürchten. Es spricht so unmittelbar das Herz an wie ein schöner
Busen und trägt doch nicht den Protest verstimmter Suffragetten ein.
Ihre Empfindlichkeit wird geschont – ihr Erfolg allerdings zugleich
zunichte gemacht! Unübersehbar lockt der Kinderblick die Frauen
zurück ins Haus. Mit Vergünstigungen hilft ihnen der Staat, die
Doppelung von Beruf und Mutterglück zu balancieren, und bringt sie
auf dem Arbeitsmarkt, gerade wenn er so kritisch ist wie eben jetzt,
ins Hintertreffen.
Die beiden Rollen, die den Frauen heute vorgeführt werden, die der
Ehefrau an der Seite eines erfolgreichen Mannes und die der
glücklichen Mutter, rufen sie ins Haus zurück. Das Problem der
Arbeitslosigkeit wäre zu lösen, wenn sie bereit wären, diesem Ideal
zu folgen. Warum also sollten die Inszenierungen der Männlichkeit
nicht insgeheim diesen Zweck verfolgen? Ökonomische Krisen treffen
die Schwächeren zuerst. Dass die Männer immer noch wollen, dass sie
die Stärkeren sind, beweisen sie auf dem Motorrad, auf dem
Heiratsmarkt und im trauten Heim",
behauptet Hannelore SCHLAFFER
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JESSEN, Jens (2004): Wie man sich in Deutschland kleidet.
Leben in Deutschland (18).
Kleidung soll vor allem »praktisch« sein. Dass Mode
eine Sprache ist und als solche sehr viel über ihre Träger verrät,
wird gern übersehen. Daraus folgen jede Menge rührende und
entsetzliche Missverständnisse,
in: ZEIT Nr.6 v. 29.01.
- Kommentar:
Zum Artikel von
Jens JESSEN genügt ein
Statement von Jens BISKY,
der für die Süddeutsche Zeitung schreibt:
"Sprechen
Zeitungen durch ihren spezifischen Stil bestimmte kulturelle Milieus
an? Oder reagiert man auf die Krise mit dem Versuch einer möglichst
breiten Streuung?
Selbstverständlich sprechen Zeitungen bestimmte Milieus an, aber
auch das hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwas verschliffen.
Der klassische FAZ-Leser ist halt einer, der in der Mitte oder am
oberen Ende der Hierarchie sitzt; die FAZ wird viel in Ministerien
gelesen, bei so genannten Entscheidungsträgern in der Wirtschaft.
Durch den Regierungswechsel hat sich da allerdings einiges geändert.
Die SZ hat viele Leser an den Universitäten. Den ZEIT-Leser kennen
wir ja alle - schlecht gekleidet, etwas altklug und sehr
interessiert an der Welt (lacht)".
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HERRMANN, Ulrike (2004): Der Pensionär de luxe.
Die Erregung über Florian
Gersters Abfindung ist berechtigt. Wer sich über aufgestiegene
Kleinbürger wie den Exchef der Bundesanstalt für Arbeit echauffiert,
der urteilt über die eigene soziale Gruppe,
in: TAZ v. 29.01.
- Kommentar:
Es ist eigentlich genügend über den Fall
Florian Gerster geschrieben worden, die Perspektive von Ulrike
HERRMANN wirft jedoch ein neues Licht auf das Geschehen:
"Ja,
warum sind sie nicht alle Manager geworden, wenn es in der
Wirtschaft doch so viel lukrativer zugeht?
Die bittere Antwort: Sie hätten keine Chance gehabt. Nicht weil sie
dumm sind oder nicht leistungsstark - sie kommen fast alle aus der
falschen Schicht. Die meisten von ihnen sind ehemalige Kleinbürger
oder bestenfalls untere Mittelschicht.
(...).
Die Kleinbürger drängen in die Politik, weil sie instinktiv wissen,
dass sie nur dort aufsteigen können. Nur in Volksparteien ist es ein
Vorteil, aus dem Volk zu stammen: Sind doch die meisten Wähler auch
Kleinbürger.
In der Wissenschaft oder im Management hingegen bleibt man unter
sich; da zählt neben der Leistung vor allem der bürgerliche Habitus,
wie der Soziologe Michael Hartmann ermittelt hat. Die obersten
3,5 Prozent der Bevölkerung stellen: 89 von 100 Chefs der größten
deutschen Unternehmen, die Hälfte aller Professoren und mindestens
60 Prozent der Richter.
Wer oben ankommt, ob in der Politik oder in der Wirtschaft, kann
immer etwas. Doch wo die Fähigen in Deutschland landen - ob im
Bundestag, in der Vorstandsetage oder im Nirgendwo -, das
entscheidet meist die Herkunft. Knallhart.
Wenn sich die Wähler nun erregen, dass Bundesminister zu viel
verdienen - dann urteilen sie über sich selbst, über ihre eigene
soziale Gruppe. Das macht das Urteil nicht zum Vorurteil, im
Gegenteil. Gleiche wissen meist sehr gut, ab wann Ungleichheit
unverträglich wird."
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FR (2004): Soziale Herkunft bestimmt die Schullaufbahn.
Ob Kinder eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen, hängt nicht nur
von den Noten ab. Auszüge aus der
Iglu-Grundschulstudie,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.01.
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NIEMANN, Sonja (2004): Flirten bei Frost,
in: Tagesspiegel v. 29.01.
- Inhalt:
"Einer
der heißesten »Flirtspots« ist Frauenzeitschriften zufolge der
Supermarkt (dicht gefolgt vom Naturkundemuseum). Wenn ich das
richtig verstanden habe, soll man sich besonders am frühen
Samstagnachmittag der gut aussehenden jungen erfolgreichen
flirtwilligen Männer kaum erwehren können. Sie warten angeblich nur
darauf, einen anzulächeln und Komplimente zu machen, während wir
beide gleichzeitig zur selben Tiefkühlpizza greifen…
Ich glaube, ich mache was falsch. Wenn ich jedenfalls samstags ,
manchmal leicht verkatert, mit ungewaschenen Haaren zu meinem nächst
gelegenen Neuköllner Supermarkt schlurfe, weil das Toilettenpapier
wieder alle ist, lerne ich nie jemanden kennen. Anstatt von jungen
flirtwilligen Männern bin ich dort zumeist von korpulenten Herren
gehobenen Alters in legerer Freizeitkleidung umgeben. Und die kaufen
auch keine Rucola-Tiefkühlpizza, sondern nur Sechserpacks Schultheiß
und Billigsalami in Scheiben.
Doch vor kurzem bekam ich von Kollege F. den ultimativen Geheimtipp:
»Der Kaiser’s bei uns an der Ecke, das ist der größte
Abschleppsupermarkt von ganz
Berlin. Kurz vor Ladenschluss wimmelt es da vor lauter gut
aussehenden erfolgreichen jungen Männern und Frauen.« Er meinte den
Supermarkt in der Nähe unseres Büros, in
Prenzlauer Berg. Ich habe da bislang eher selten eingekauft.
Aber das änderte ich natürlich sofort",
schreibt NIEMANN über das Thema Nr.1 von Partnersuchenden...
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Zum 100. Geburtstag von Arnold
Gehlen
-
BALZER, Jens (2004): Ordnung schaffen, Gesellschaft formieren.
Zum 100. Geburtstag von Arnold Gehlen,
in: Berliner Zeitung v. 29.01.
- Inhalt:
"Nur
ein starker Staat mit einem ausdifferenzierten System an
Autoritäten - Kirche und Familie, Militär und Justiz - biete dem
einzelnen Individuum ideale Entwicklungs- und
Orientierungsmöglichkeiten",
schreibt BALZER über das Denken des Anthropologen GEHLEN, das sich
in der Kritik der Massendemokratie mit
Theodor W. ADORNO trifft:
"Die
Dauerreflexion der westlichen Massenkulturen, die Differenzierung
der bürgerlichen Institutionen konnte Gehlen (...) nur als
Verfallsgeschichte begreifen. Das verband ihn mit dem politisch
nur scheinbar entgegengesetzten Adorno"
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LEPENIES, Wolf (2004): Machtmensch und Mängelwesen.
Uhrmacherarbeit gegen die Zeit: Heute vor hundert Jahren wurde
Arnold Gehlen geboren,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.01.
- Kommentar:
LEPENIES steuert Anekdotisches aus dem
Unibetrieb bei, damit die Generation Golf
etwas zum Lachen über die 68er
hat:
"Es
war die hohe Zeit der Studentenrevolte. An der FU Berlin hielt der
Soziologe Dieter Claessens seine Vorlesung »Einführung in die
Philosophische Anthropologie«. Im hinteren Teil des Hörsaals saßen
zwei Studenten, die am Thema nur mäßig interessiert schienen: Der
erste verzehrte eine Wurststulle, der zweite strickte an einem
Pullover. Plötzlich fiel der Name Arnold Gehlen. Der Stricker
wandte sich an den Esser: »Gehlen – wer iss’n das?« Der Esser mit
vollem Mund: »Irgend so ein Faschist.« »Ach so«, sagte der
Stricker und widmete sich wieder seinen Nadeln.
Strickend und essend entging den Studenten eine große
intellektuelle Herausforderung."
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REHBERG, Karl-Siegbert (2004): Mängelwesen Mensch.
Heute wäre der Philosoph Arnold Gehlen 100 Jahre alt geworden,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.01.
- Kommentar:
Bei REHBERG geht es eher nüchtern zu:
"Gehlens
genialische Habilitationsschrift Wirklicher und unwirklicher Geist
von 1931 war die Selbstexplikation eines jungen Menschen, der die
existenzielle Schwierigkeit betonte, gegen Triebüberschuss und die
Verführungen der Passivität sich selbst in Form zu bringen. Die
Unwahrscheinlichkeit der Selbststabilisierung durch Versachlichung
blieb zeitlebens Grundmotiv seines Philosophierens."
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RITTER, Henning (2004): Mehr Askese wagen.
Menetekel der Aufklärung: Arnold Gehlen, heute vor hundert Jahren
geboren, ist der aktuelle Denker für Deutschland,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.01.
- Inhalt:
RITTER schreibt u.a. über das Recht auf Gebär-
und Zeugungsverweigerung:
"Condorcet war für Gehlens
Themen eine ergiebige Quelle. Wenn er sagt: »Die Verpflichtung der
Menschheit gegenüber den Ungeborenen besteht nicht darin, ihnen das
Leben, sondern das Glück zu gewähren«, dann liest Gehlen eine gegen
den Staat gerichtete Aggression heraus, aber auch gegen die
Ungeborenen, die nur dann ins Leben entlassen werden, wenn das
versprochene Glück auch tatsächlich gewährt werden kann. In dieser
Lesart hat schon der Pariser Aufklärer die Voraussetzung für die
soziale Indikation der Abtreibung formuliert: Einem Staat, der das
Lebensglück nicht garantieren kann, darf man seine Kinder nicht
ausliefern."
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BAUREITHEL, Ulrike (2004): Kompatibel.
Zur Aktualität Arnold Gehlens,
in: Freitag Nr.6 v. 30.01.
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GÜNTNER, Joachim (2004): Rolf Hochhuths Wut.
Aufregung um sein neues Stück "McKinsey kommt",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 28.01.
- Inhalt:
GÜNTNER liefert eine knappe Beschreibung des
Theaterstücks "McKinsey kommt" von
Rolf HOCHHUTH:
"der
Fünfakter ein Arbeitslosendrama, das gegen die kalte Logik der
Globalisierung den Geist des nationalstaatlichen Protektionismus
beschwört."
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DECKER, Kerstin (2004): Der überindividuelle Auftrag,
in: TAZ v. 28.01.
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MAIDT-ZINKE, Kristina (2004): Arme Alte.
Lang ist der Lebensabend, doch immer kürzer die Rente,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.01.
- Inhalt:
"In
fernen, goldenen Zeiten, als in unserer Republik noch Milch und
Honig flossen, der
frohe Ton der Presslufthämmer allenthalben von Wachstum kündete
und die Krankenkassen sogar Kontaktlinsenpflegemittel bezahlten,
musste ich einen Abituraufsatz schreiben. Da die literaturbezogenen
Aufgaben mich wegen eines kläglichen Deutschunterrichts in der
Oberprima (die Geschichte spielt in einem sozialdemokratisch
regierten Bundesland) wenig reizten, wich ich auf das »freie« Thema
aus. Erörtert werden sollte die Frage, wie der »alte Mensch« in die
moderne Gesellschaft integriert werden könne, wie seine Würde zu
retten und sein Lebensabend fruchtbar zu gestalten sei.
Ich ließ meine Phantasie schweifen und ersann allerlei
Beschäftigungstherapien, Solidaritäts- und Sinnstiftungsmodelle, die
ich mit dem Furor jugendlichen Welterlösungswillens recht
überzeugend dargestellt haben muss (...).
Ich habe nur verschwommene Erinnerungen an den Inhalt meines
spätpubertären Senioren-Sermons. Was aber in jener Zeit mit
Sicherheit nicht zur Debatte stand, ja nicht einmal eine
Randbemerkung erforderte, war die wirtschaftliche Lage der
Ruheständler",
schreibt MAIDT-ZINKE in der Einleitung.
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- SCHWÄGERL,
Christian (2004): Schockprävention.
Nicht nur Kinder fehlen, sondern auch Demographen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.01.
- Inhalt:
SCHWÄGERL berichtet über eine
bevölkerungspolitischen Offensive:
"Zum Sommersemester 2004
will Vaupel zusammen mit der Universität das »Rostocker Zentrum zur
Erforschung der Ursachen und Konsequenzen des demographischen
Wandels« gründen. Zum bestehenden Lehrstuhl und den zwei
Honorarprofessuren sollen sukzessive drei ordentliche, demographisch
orientierte Lehrstühle und sechs Juniorprofessuren hinzukommen
(...). Das ist ein gewaltiger Aufschwung für eine bislang dürr
besetzte Disziplin."
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- HARTMANN, Michael (2004): Aus besseren
Kreisen,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.01.
- Inhalt:
Michael HARTMANN wendet sich gegen
den Missbrauch seiner Studien in der aktuellen Elitedebatte:
"Wenn jetzt überall, oft
unter Bezug auf meine Forschungsergebnisse zur Selbstrekrutierung
der deutschen Eliten, nach Leistungseliten durch Elite-Unis gerufen
wird, so ist das irreführen. Wer an größerer Leistungsgerechtigkeit
und auch an einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit unseres
Bildungssystems interessiert ist, der müsste über die Abschaffung
des dreigliedrigen Schulsystems und eine Anhebung der Hochschuletats
in der Breite nachdenken. Und nicht über Elite-Unis."
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GRUMBACH, Detlef (2004): Verlorene Generation.
Jamal Tuschick über das Ende der B-Seite,
in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 26.01.
- Inhalt:
"Wie
eine Langspielplatte in den unterschiedlichsten Klangfarben
Variationen auf ein Thema bringt, erzählt Tuschick die Geschichte
eines Taugenichts, der irgendwo zwischen den Fernsehbildern der
Achtundsechziger-Rebellion und den Schleiflackmöbeln seines
Kinderzimmers den Anschluss verpasst hat, der, melancholisch, aber
ohne Neidgefühle, bis in seine Liebesbeziehungen ein
Trittbrettfahrer des Lebens geblieben ist",
schreibt GRUMBACH über den Roman
"Bis zum Ende der B-Seite" von Jamal Tuschick.
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- NOLTE, Paul (2004): Ohne Elite geht es
nicht.
Eine Gesellschaft braucht konkurrierende Eliten, sie muss sie
kontrollieren und notfalls auch austauschen können,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.01.
- Kommentar:
An Bekenntnisse à la "Ich habe abgetrieben"
oder "Ich bin schwul, und das ist gut so" hat man sich mittlerweile
gewöhnt, nun bekennt sich
die neue Werteelite zu ihrem Führungsanspruch:
"»Fühlen
Sie sich einer Elite zugehörig?« Da ist dieses typische Zögern,
einen Moment lang, ob man sich mit einem Ja nicht der Lächerlichkeit
preisgibt, dem Vorwurf der Arroganz, des Abgehobenseins aussetzt.
Ich komme aus einer ganz normalen Akademikerfamilie, aber schon
darin lag ein Startvorteil; ich habe mir im Laufe der Zeit
Bildungspatente gesichert und eine entsprechende berufliche Position
erreicht - und solche Bildungspatente wie der Doktortitel gelten in
Deutschland immer noch vergleichsweise viel, auch wenn die Zeit der
übertriebenen Ehrfurcht vor dem Akademiker, der Frau Doktor, dem
Herrn Professor, längst vorbei ist.
Wenn das Zögern heruntergeschluckt ist, kann die Antwort nur Ja
lauten",
schreibt Paul NOLTE.
Braucht
es jedoch solche Bekenntnisse?
Gemäß
Michael HARTMANN ergibt sich die Zugehörigkeit zur Elite einzig
aus der gesellschaftlichen Position und der damit verbundenen Macht.
Marc
BUGGELN hat im FREITAG vom 23.01.
geschrieben, was von der neuen Elite-Debatte zu halten ist, die am
Gegensatz von Elite und Masse orientiert ist, aber konsequent die
Realitäten des Leistungsmythos ignoriert.
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- NEGT, Oskar (2004): Ein missbrauchter
und entehrter Begriff.
Wo Elitediskussionen im Schwange sind, ist die Zweiteilung der
Gesellschaft nicht mehr weit,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.01.
- Inhalt:
"Da man es offensichtlich aufgegeben hat, dem
Räderwerk des sozialdarwinistischen Überlebenskampfes in die
Speichen zu greifen und den Verlierern besondere Hilfe zukommen zu
lassen, drängt sich der Gedanke auf, die von ihrer Natur oder dem
elterlichen Erbe begünstigten besonderen Zugänge zu
Herrschaftspositionen zu ebnen", merkt Oskar NEGT zur Elitedebatte
an.
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HENSEL, Jana (2003): Schuld hat, wer schießt.
Ein Buch über das Erfurter
Schulmassaker von 2002 provoziert Schüler und Eltern der betroffenen
Stadt: Die Autorin wurde bei einer Lesung heftig geschmäht,
in: Spiegel Nr.5 v. 26.01.
- Inhalt:
Jana HENSEL befasst sich anlässlich
einer Lesung von Ines GEIPEL, die im Buch "Für
heute reicht's" über den Amoklauf in Erfurt geschrieben hat, mit der
Identitätskrise der Ostdeutschen:
"Die
Frage des Buches lautet: Welche Mitverantwortung trägt die
Gesellschaft an der Tat des Einzelnen? Noch wichtiger aber scheint
seit ein paar Tagen: Was passiert mit einer Notgemeinschaft, in die
die Not fällt?"
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- DIEZ, Georg (2004):
Hochhuth kommt vor dem Fall.
Gestern der Papst, heute die Deutsche Bank und morgen die ganze
Welt: Ein Besuch beim letzten deutschen Klassenkämpfer,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.01.
- Inhalt:
Georg DIEZ
schreibt Sätze im Stil von:
"Lange hat er auf den Boden
gestarrt, jetzt schaut er auf, mit seinen kleinen Augen und dem
Mund, der sich seitlich bewegt, wenn er redet. »Daß dieser Schweizer
Ackermann 130 Jahre nach Gründung der Deutschen Bank 11 080
Mitarbeiter weggeschmissen hat, obgleich er den Rekordgewinn
überhaupt gemacht hat in der Geschichte der Bank, nämlich 9,8
Milliarden Euro - das sollte den Gesetzgeber aufrufen.« Ackermann,
McKinsey, Daimler-Chrysler, der deutsche »Unrechtsstaat«, das sind
die aktuellen Lieblingsfeinde dieses Mannes".
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- MÜNCHHAUSEN, Anna von (2004): Granate
auf Sendung.
Zwei Monate war Tine Wittler arbeitslos. Dann schrieb sie ein Buch
darüber. Im Fernsehen ist sie jetzt auch wieder,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.01.
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HUBSCHMID, Christian (2004): "Jetzt kommt mal der Bekloppte"
über Porno im Theater, die Verletzung des Publikums und seine
Abkehr von der Politik,
in: SonntagsZeitung v. 25.01.
- Inhalt:
HUBSCHMID hat Christoph SCHLINGENSIEF
interviewt:
"Christoph
Schlingensief, es hat sich herumgesprochen, dass Sie einen Sexfilm
drehen. Verstehen Sie etwas davon?
Viel. In meiner Studienzeit habe ich oft Pornos geschaut. Ich
hatte sexuelle Bedürfnisse, war aber nicht bereit, gleich mit
jemandem ins Bett zu steigen. Ich bin in solchen Dingen eher scheu
und habe Angst vor Infektionen und Berührungen."
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Zu den News
vom 15. - 24. Januar 2004
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