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Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 21. - 25. Januar 2005

 
 
     
     
     
 
   
Zitat des Monats:
"Die liebenswerte Solistin, wie wir sie in »Ally McBeal«, »Sex and the City« oder den »Bridget Jones«- Filmen vorgeführt bekommen, ist ein vergleichsweise neues Klischee. Jahrhundertelang kam ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben für »anständige« Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter nicht infrage. Die Hochzeit war eine Pflichtveranstaltung, und solange der passende Partner nicht gefunden war, lebte man zu Hause unter der Aufsicht der Familie, Frauen, die sich einer Heirat verweigerten und allein lebten, mussten häufig eine Existenz am Rande der Gesellschaft führen - als alte Jungfern, Huren oder Hexen diffamiert. Neben dem nicht gerade hoch angesehenen Dasein als Witwe war die Existenz als Nonne die einzige Möglichkeit, sich auf gesellschaftliche anerkannte Weise einer Paarbeziehung zu entziehen.
      
  Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts verließen immer mehr Frauen ihre Familien, um in den großen Städten als Wäscherinnen, Scheiderinnen, Verkäuferinnen oder Fabrikarbeiterinnen ihr Geld zu verdienen. Allerdings galten diese Ahninnen der modernen Single-Kultur nicht als urbane Trendsetterinen, sondern als bemitleidenswerte Kreaturen, die mangels eines solventen Ehemannes schutzlos und isoliert in der Großstadt schuften mussten.
      
  An Glanz gewann das Image der Singles  erst im Zuge der gesellschaftlichen Revolution von 1968.
(...).
Bis in die neunziger Jahre hinein wurde der Single als Symbol eines befreiten, erfüllten, genussvollen Lebensstils gefeiert. (...). Doch in den letzten Jahren hat das Klischee vom schwerelosen Single-Leben Risse bekommen. Angesichts hoher Trennungs- und Scheidungsquoten sowie niedriger Geburtenraten wird die fortschreitende »Individualisierung der Gesellschaft« zunehmend kritisch wahrgenommen. »Zurück zur Familie« - diese Losung hört man jetzt wieder häufiger, und zwar nicht nur vom rechten Rand des politischen Spektrums."
«
(aus: Katja Hertin "Lexikon des weiblichen Klischees", 2005, S.32f.)
 
 
 
  • KÜHNE, Anja (2005): Ein katholisches Mädchen will nach oben.
    Vor 35 Jahren begann in Deutschland die große Bildungsexpansion. Was hat sie gebracht?
    in: Tagesspiegel v. 24.01.
    • Inhalt:
      KÜHNE erinnert anlässlich der drohenden Studienreform an die Anfänge der Bildungsexpansion:

            
        "Sie war katholisch, hatte einen Arbeiter zum Vater, kam vom Land – und avancierte zum Symbol für Bildungsbenachteiligung schlechthin. Als der Konstanzer Soziologe Hansgert Peisert 1967 die Figur des »katholischen Arbeitermädchens vom Land« erfand, war die Debatte um die Unterrepräsentation weiter Teile der Bevölkerung an höheren Schulen und Hochschulen in der Bundesrepublik bereits in vollem Schwung. Die Westdeutschen waren alarmiert durch die Warnung des Pädagogen Georg Picht, das Land werde eine »Bildungskatastrophe« und dadurch einen »wirtschaftlichen Notstand« erleben, sollte es seine Begabungsreserven nicht endlich ausschöpfen. Der Philosoph Ralf Dahrendorf dagegen sah in der sozialen Auslese im Bildungswesen nicht vorrangig ein ökonomisches, sondern ein Gerechtigkeitsproblem: »Bildung als Bürgerrecht»«, lautete seine Forderung. Eine gewaltige Bildungsexpansion wurde forciert, die Öffnung der höheren Schulen und Hochschulen.
      Sollte Karlsruhe am Mittwoch das seit 2002 bestehende Studiengebührenverbot des Bundes kippen, würde dem
      »katholischen Arbeitermädchen vom Land« ein herber Rückschlag drohen, befürchten viele."
 
 
  • STEPHAN, Cora (2005): Familie und deutsches Selbstbewusstsein,
    in: Signale. Gedanken zur Zeit. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 23.01.
    • Inhalt:
      "
      Kinderkriegen ist hierzulande eine Frage der Klasse: ganz unten werden Kinder geboren - und ganz oben, wo Geld keine Rolle spielt. Das Problem betrifft vor allem die von Abstiegsängsten geplagte Mittelschicht - und das hat durchaus seine Logik", erklärt uns die kinderlose Karrierefrau Cora STEPHAN. Noch deutlicher: "Endzeitstimmung macht unfruchtbar".
 
 
  • DOTZAUER, Gregor (2005): Klassenkampf von oben.
    Wie junge Provos die Neue Rechte beleben – und warum die deutschen Intellektuellen schon lange nicht mehr links sind,
    in: Tagesspiegel v. 23.01.
    • Inhalt:
      Verglichen mit Günter GRASS und Jürgen HABERMAS und ihren Gegenspielern Martin WALSER und Hans Magnus ENZENSBERGER lässt der Nachwuchs zu wünschen übrig, denn

            
        "inzwischen kompensieren nicht mehr so sehr traumatisierte Altlinke ihre Vergangenheit mit rechten Bußgängen. Dreißigjährige üben sich in einem haltlosen Renegatentum, zu dem sie biografisch gar nicht in der Lage sind."
            
        Als Beispiele dienen Gregor DOTZAUER u.a. die Anti-68er der Generation Golf:
      "Umso fremder wirken die ihrer Tradition wahrscheinlich nicht einmal bewussten Schwundstufen der Bewegung: die Patriotismus-Debatte der CDU und der Anti-68er-Rochus, der sich in Sophie Dannenbergs Debütroman »Das bleiche Herz der Revolution« und Joachim Bessings Polemik »Rettet die Familie!« austobt und nicht annähernd die Größe von Michel Houellebecq erreicht. Man kann 1968 vermutlich nur dann als Gehirnwäsche-Projekt beschreiben, wenn man nie den Verheerungen wirklich autoritärer Erziehung ausgesetzt war, und man kann als Kind der »Tristesse Royale« gegen die Patchwork-Familie mit allen Folgen für Scheidungskinder nur dann vom Leder ziehen, wenn man eine Ahnung hätte, wie eine Gesellschaft aussehen würde, in der Paare bis zur Diamantenen Hochzeit zusammenbleiben müssen."
 
  • WEHNER, Markus (2005): Wahlkampfschlager Familie.
    Renate Schmidt gewinnt Kirchen, Kommune und die Wirtschaft für ihre Politik. Doch Union und Grüne fühlen sich beklaut,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.01.
 
  • POSCHARDT, Ulf (2005): Mehr Kollektiv wagen.
    Jeder kann sich anspruchsvolle Architektur leisten. Das Reihenhaus versöhnt nicht nur Anspruch und finanzielle Möglichkeiten, es rettet auch zersiedelte Städte, erklärt Ulf Poschardt,
    in: Welt am Sonntag v. 23.01.
 
 
  • REICHEL, Sabine (2005): Ode an den Blues.
    Traurigkeit ist in Verruf geraten und macht den Menschen Angst. Dabei gehört sie zu den schönsten Gefühlen,
    in: Magazin der Berliner Zeitung v. 22.01.
    • Inhalt:
      "
      Was macht uns denn wirklich traurig und bringt uns an den Abgrund? Liebe und Tod, Verlust und Trennung, und wie Marlon Brando, ein anderer introvertierter »Loner« in dem Film »The Fugitive Kind« quengelt, vielleicht mehr als alles andere, die Erkenntnis, dass wir ganz allein in unserem Gefängnis der eigenen Haut unser Leben fristen müssen. Ja und? Kann man denn sein Leid nicht mit Leichtigkeit und Humor tragen? Denn auch wenn Traurigkeit oft durch das Gefühl von Verlust entsteht, heißt das auch, dass es Reichtum gegeben und etwas wunderschön Erlebtes stattgefunden hat, weil man sonst Verlust ja nicht empfinden könnte", verteidigt REICHEL den Blues
 
  • ZEKRI, Sonja (2005): Die netten Jahre sind vorbei.
    Nach dreißig Jahren Emanzipation stellen moderne Paare fest: Der kleine Unterschied ist größer, als sie dachten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01.
    • Inhalt:
      Sonja ZEKRI eröffnet mit ihrem Beitrag die neue SZ-Serie "Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet".

            
        "In jüngster Zeit werden Partnerschaften wieder verstärkt unter präriewühlmaushaften Maßstäben betrachtet. Wie Mann und Frau zueinander finden, nach welchen Regeln sie zusammen leben und woran sie scheitern – diese Fragen werden nach Jahrzehnten fein ziselierter soziologischer Debatten, nach Frauenliteratur und Männerstudien, nach Carrie Bradshaw und Gleichstellungsauflagen zusehends als evolutionäre Unausweichlichkeiten diskutiert: Alles Natur, alles schon festgelegt in irgendeinem Gen-Krümel, wer jagt, wer sammelt, wer Geld ranschafft, wer wen abschleppt",
            
        beschreibt ZEKRI den postfeministischen Paradigmenwechsel von Gender (soziale Rolle) zum Sex (biologische Rolle).
      Aus dieser Sicht wird Joschka FISCHER zur gesellschaftlichen Norm erhoben: serielle Monogamie.

            
        Mit Verweis auf die Schweizer Weltwoche wird das Patriarchat als zählebiger dargestellt als es sich die Feministinnen erwartet hatten. Eines sei jedoch für Postfeministinnen anders geworden:
            
        "Im Zeitalter einer ausgeklügelten Beziehungsbewirtschaftung ist es schwerer geworden, Ausreden zu finden.
      Wer in seiner Partnerschaft unglücklich ist, sollte es mal mit Online-Therapie versuchen. Wer einsam ist, muss sich beim Speed Dating eben mehr anstrengen. Früher konnten Frauen auf stete Unterdrückung verweisen. Heute wirkt dieser Opfergestus so zeitgemäß wie Stricken im Bundestag.
      "
            
        Nach Meinung von ZEKRI hat der Streit um den Vaterschaftstest die bislang verdeckten, neuen Geschlechterkämpfe ans Tageslicht gebracht: zum einen das Problem der weiblichen Untreue und zum anderen die Tatsache, dass Alleinerziehen kein Familienideal ist.  
 
  • GÖRICKE, Jutta (2005): Wie verkraften Familien einen Auslandseinsatz?
    Gespräch mit Peter Wendl von der Universität Eichstätt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01.
 
  • KASTNER, B./LUTZ-TEMSCH, B./MAIER-ALBANG, M. (2005): Münchner Kind sind wieder in Mode.
    Zahl der Geburten in der Stadt nimmt stetig zu. Der Trend geht zum Viertkind - auch junge Akademikerinnen entdecken die Lust am Nachwuchs,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01. (SZ Online bereits am 21.01.!)
    • Kommentar:
      Im Gegensatz zur TAZ ist bei der SZ Optimismus erste Journalistenpflicht.

            
        Zielgruppe dieses Beitrags ist offenkundig die kinderlose Yuppiefrau, denn der Artikel wurde bereits einen Tag vorher ins Netz gestellt.
            
        Der Anstieg der Geburten wird zum Baby-Boom umgedeutet! Tatsächlich ist nur die Geburtenrate, also die Anzahl der Kinder pro gebärfähiger Frau ausschlaggebend. Der Trend zum Viertkind wird dagegen nur behauptet, aber nicht belegt.
            
        Die Zahl der Single-Haushalte wird dagegen völlig überbewertet, wie die neue Serie von single-dasein.de zeigen wird.
            
        Das bevölkerungspolitische Ziel bestimmt die Berichterstattung, Wahrheit war gestern!
 
  • KLEIN, Stefan (2005): In einem stillen Haus.
    Alt werden in Würde (I): Die Damen und Herren aus der Dodostraße Nr.18 in Münster: Die Schmerzen im Knie, die Schritte im Flur, der Bestatter im Parterre - wie eine Gemeinschaft von Mietern seit 50 Jahren zusammenlebt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.01.
 
  • WIEGEL, Michaela (2005): Paläste zu Krippen.
    Die französische Methode: Familie und Beruf gehören zusammen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.
  • SOLDT, Rüdiger (2005): "Erforderlich ist ein Mentalitätswechsel".
    Ein Gespräch mit Niedersachsens Sozialministerin Ursula von der Leyen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.01.
 
 
  • Tagesthema: Familienatlas 2005

  • Kommentar
    Am 14.08.2003 hat die Familienkriegerin GASCHKE einen dreisten Artikel in der ZEIT publiziert.

          
      Seitdem verging kaum ein Tag, in dem nicht darauf hingewiesen wurde, dass ein Drittel der 1965 geborenen Frauen lebenslang kinderlos bleiben werden.
          
      Einzig single-dasein.de hat dem mit einer umfassenden Kritik widersprochen. In einem Essay vom Februar 2004 wurde die Geburtenkrise als politische Konstruktion bezeichnet und dargelegt, warum die lebenslange Kinderlosigkeit der 1965 Geborenen überschätzt wird.
          
      Noch im Juni 2004 legte Jürgen DORBRITZ eine halbherzige Widerlegung von GÜRTLERs Ansicht, dass die Geburtenrate aus politischen Gründen zu niedrig angegeben wird, vor.
          
      Single-dasein.de wies damals darauf hin, dass die Kinderlosigkeit der 1965 weiterhin zu hoch angesetzt wird. Bereits im Jahr 2001 war bekannt, dass es höchstens 27 % sind.
          
      Nun argumentiert plötzlich Ulrike WINKELMANN (ein Leserbrief mit gleicher Argumentation von single-dasein.de an die TAZ, bezüglich ihres Artikels vom 13.September 2003 wurde nicht publiziert, weil er damals politisch inkorrekt war) auf der Linie des Essays über die Geburtenkrise:
          
      "Statistiken sind etwas Wunderbares. In der aktuellen Debatte über Demografie und Kinderproduktion spielen prägnante, wissenschaftlich fundierte Zahlen eine große Rolle. Besonders gut kommt die meist mit aufgerissenen Augen dargebotene Quote: »Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bleiben kinderlos« - vierzig Prozent! Das möchte man schon fast zur Hälfte aller Akademikerinnen aufrunden! Dramatisch.
    Doch das mit Statistiken ist so ein Problem. Die berühmten vierzig Prozent zum Beispiel sind zwar »amtlich«. Sie entstammen dem Mikrozensus, einer jährlichen Haushalts- und Familienbefragung, deren Ergebnisse beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden ausgewertet werden. Bei näherem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass in der Kinderlosigkeits-Erhebung erstens nur die 35- bis 39-jährigen Frauen erfasst wurden. Frauen, die mit 40 oder 41 ihr erstes Kind bekommen, interessieren gar nicht - dabei hat ihr Anteil in den vorigen Jahren kontinuierlich zugenommen, vor allem unter Akademikerinnen.
    Zweitens werden bei so einer Haushaltsbefragung nur die Kinder pro Haushalt erfasst: Ist ein Kind bei Oma, gilt die gezählte Frau als kinderlos. Den Statistikern in Wiesbaden ist dieses Problem mittlerweile überaus bewusst - allerdings bleiben sie bei ihrer 40-Prozent-Schätzung.
    Eine Auswertung etwa des Sozio-ökonomischen Panels, einer Datensammelstelle am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, ergibt jedoch ganz andere Zahlen. Demnach sind weniger als 25 Prozent der Frauen, die zwischen 1950 und 1960 geboren sind, 2003 - also mit mindestens 43 Jahren - kinderlos gewesen.
    Mit ähnlich spitzen Fingern sollte die Angabe »ein Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1. 2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel.
    "
          
      Die Argumentation von Single-dasein.de wird damit nachträglich bestätigt.
          
      Genugtuung bereitet dies nicht, denn in der Zwischenzeit wurden einige singlefeindliche Reformen durchgesetzt. Und nicht einmal die Singles haben dagegen protestiert...
    • WINKELMANN, Ulrike (2005): Nachwuchssorgen seit 125 Jahren.
      Aber jetzt wirds ganz schlimm, sagen die Statistiker. Doch sie vergessen ältere Mütter,
      in: TAZ v. 21.01.
      • Kommentar:
        Nochmals der zentrale Punkt des Artikels, weil er die absurde Logik der Argumentation deutscher Bevölkerungswissenschaftler aufzeigt:
        "
        Mit (...) spitzen Fingern sollte die Angabe »ein Drittel aller Frauen bleibt kinderlos« angefasst werden, die seit der jüngsten Allensbach-Umfrage (taz, 12. 1. 2005) wieder kursiert. Hier sind die Wiesbadener Schätzer auch schon vorsichtiger geworden. Im jüngsten Bevölkerungsbericht heißt es etwa: »Die um 1965 geborenen Frauen werden zu ca. 20 Prozent kinderlos bleiben.« Das ist ein Fünftel."
              
          Die Schätzung, dass ein Drittel der 1965 geborenen Frauen lebenslang kinderlos bleiben werden, stammt aus einer Publikation um den nationalkonservativen Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG.
              
          1993 wurde sie bereits veröffentlicht. Seitdem geistert diese Zahl durch die Medienberichte der Sozialpopulisten.
              
          Bereits 2001 hat der Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ diese Zahl auf 27 % heruntergesetzt.
              
          Nun also nur noch 20 %. Es handelt sich dabei jedoch immer noch nicht um die endgültige Zahl lebenslang Kinderloser dieses Frauenjahrgangs!
              
          Einzig single-dasein.de hat immer wieder auf diese Praxis hingewiesen, dass die deutschen Bevölkerungswissenschaftler die Gebärfaulheit der Generation Ally überschätzen.
              
          Es geht hier aber nicht nur um einen einzigen Frauenjahrgang, sondern darum, dass die Geburtenraten in Deutschland zu niedrig ausgewiesen wird.
              
          D.h. die Zahl von 1,3 Geburten pro Frau liegt möglicherweise jetzt schon bei 1,5 oder noch höher.
              
          Deutsche Bevölkerungswissenschaftler weigern sich jedoch beharrlich internationale Standards bei der Berechnung der Geburtenzahlen anzuwenden.
              
          Der unsägliche Missstand, dass uneheliche Geburten nicht richtig den Müttern zuordenbar sind, ist durch die noch weit höheren Unehelichenzahlen in den neuen Bundesländern unerträglich.
              
          Aber wo sind die mutigen Journalisten, die diesen Skandal aufgreifen?
              
          Offenbar haben wir in Deutschland keine Journalisten mehr, die der Wahrheit verpflichtet sind, sondern politisch korrekte Berichte sind angesagt. Armes Deutschland!
              
          Kinderlose werden mittlerweile in dieser Republik systematisch diskriminiert.
              
          Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ist bedenklich nahe an den Praktiken eines Reichspropagandaministerium.
    • WINKELMANN, Ulrike (2005): Neues Humankapital entdeckt.
      Familienfreundlichkeit ist ein harter Standortfaktor, sagt Renate Schmidt bei der Vorstellung des "Familienatlas" - eines doppeldeutigen Dokuments,
      in: TAZ v. 21.01.
      • Kommentar:
        "
        Der Familienatlas kennt etwa für Düsseldorf, Frankfurt am Main und München die Kategorie »Singlestadt«. Ihnen wird empfohlen, familiengründungswillige junge Leute besser zu binden", erläutert WINKELMANN.
              
          Singlestadt, das soll so etwas wie ein neues Schimpfwort sein.
              
          Single-dasein.de wird in der neuen Serie "Alleinlebende in Deutschland" auch diese Single-Lüge in ihrem skandalösen Kern aufzeigen. Denn wenn ein Methusalem-Komplott dringend notwendig ist, dann verschleiert die Kategorie "Single-Stadt" diesen Grund.  
    • DRIBBUSCH, Barbara (2005): Kind kriegen ist Privatsache.
      Die Bundesregierung macht unzulässig Politik mit der Geburtenrate,
      in: TAZ v. 21.01.
      • Kommentar:
        DRIBBUSCH weist auf eine Verschiebung in der öffentlichen Familiendebatte hin:

              
          "Als PR-Aktion, um die eine oder andere Region dazu anzuregen, mehr Kinderbetreuungseinrichtungen und mehr Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen, mag der »Familienatlas« gut sein. Zu beachten ist jedoch eine Verschiebung in der öffentlichen Diskussion, die mit der erstmaligen Herausgabe eines solchen »Familienatlas« verbunden ist: Damit wird nämlich implizit die »Kinderquote« mit einer Aussage über die »Lebensqualität« in einer Region gleichgesetzt. Das Kinderkriegen wird damit funktionalisiert."
              
          DRIBBUSCH unterschlägt jedoch, dass inzwischen nicht nur das Kinderkriegen instrumentalisiert wird, sondern auch die Partnersuche!
              
          Partnerlosigkeit wird damit zum politischen Problem. NEON, die Zeitschrift für die postpubertäre Lebensphase, hat vor einiger Zeit schon gefragt, ob in Deutschland nicht - wie in Singapur - die Partnersuche zur staatlichen Angelegenheit werden sollte. 
    • HONSELL, Johannes (2005): Buggy-Stau im Szeneviertel.
      Berlins Stadtteil Prenzlauer Berg gilt als Modellfall einer gebärfreudigen Republik,
      in: TAZ v. 21.01.
      • Kommentar:
        Inzwischen ist der Definitionskampf um die politisch korrekte Geburtenrate auf dem Prenzlauer Berg in Berlin entbrannt:

              
          "Dass der Nachwuchssegen auch noch ein Szeneviertel, den Stadtteil Prenzlauer Berg getroffen hat, war inzwischen schon der New York Times einen Bericht wert. Zahlen, wie sie zuletzt die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte, sind nun mal beeindruckend: Während im Rest der Republik die Geburtenrate bei 1,4 liege, betrage sie im Prenzlauer Berg 2,1, hieß es da. Um fast ein Drittel habe in den letzten acht Jahren der Anteil an Kindern unter drei Jahren zugenommen.
        Und wirklich, der Kindersegen ist augenfällig. (...).
        Doch so einfach ist das nicht mit der Gebärfreude im Szenekiez. »Das ist ein Märchen«, sagt Jürgen Paffhausen vom Statistischen Landesamt Berlin. Nach Berechnungen seines Amtes und des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung wurden 2003 im Prenzlauer Berg je tausend Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren 35 Kinder geboren. Die Geburtenrate sei damit eine der niedrigsten in ganz Berlin. Der hohe Kindersegen hängt für Paffhausen vielmehr mit der besonderen Bevölkerungsstruktur des Viertels zusammen. 38 Prozent der Frauen sind zwischen 20 und 35.
        "
              
          Der Streit verweist auf etwas Drittes, nämlich auf den Unsinn der Debatte um kleinräumige Geburtenraten. Aber der Unsinn hat Methode!
              
          Die Methode wurde erstmals in den 80er Jahre von altlinken Stadtsoziologen in der Yuppie-Debatte angewandt. Auch damals ging es um den Kampf zweier Lebensstilgruppen, nur stand nicht der Indikator Geburtenzahlen, sondern die Haushaltszahlen im Mittelpunkt.
    • KAPPUS, Monika (2005): "Von Illusion befreien".
      Bundesministerin Renate Schmidt (SPD) sieht sich durch den "Familienatlas" in ihrem Kurs bestätigt,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
      • Auszug:
        "
        Jede dritte Frau, die 40 wird, bleibt kinderlos. Was läuft falsch?
        Wir haben zu lange Ausbildungszeiten. Bei Männern, die gut ausgebildet sind, ist es wie bei gut qualifizierten Frauen: Sie bleiben häufiger kinderlos als jene, die eine kürzere Ausbildung haben. Das liegt an fehlender Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit auch an fehlender Kinderbetreuung
        ."
    • GASEROW, Vera (2005): Chancen für Kinder.
      Der "Familienatlas 2005" sieht vor allem im Süden Deutschlands Gebiete, wo es sich gut leben und wohnen lässt, 
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
    • STRECKER, A. (2005): Wende in Frankfurt,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
    • RIPPEGATHER, Jutta (2005): Erfolgreich.
      Porträt der Hanauer Frauenbeauftragten Imke Meyer,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
    • DOEHLEMANN, Martin (2005): Ichselige Bescheidung.
      30-Jährige geben der starken Selbstbeziehung Vorrang vor Besitz- und Statusdenken. Ihre Fähigkeit zur Liebesbeziehung aber scheint unterentwickelt. Die Fertilitätskrise hat Aspekte einer Intimitätskrise,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
      • Kommentar:
        Martin DOEHLEMANN, bisher nicht gerade als Singleforscher bekannt, berichtet über die Untersuchungen einer Forschungsgruppe am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster, in der
        120 Singles (eine Definition fehlt leider. Handelt es sich hier um Unverheiratete, Alleinlebende oder Partnerlose? Ein gravierender Unterschied!) zwischen 28 und 32 Jahren, aus allen Soziallagen (außer Ungelernten), je 60 Frauen und Männern, vor allem in Westfalen lebend, befragt wurden.
              
          Vor diesem Hintergrund bewertet DOEHLEMANN die fragwürdige FORSA-Umfrage.
              
          Obwohl die Repräsentativität dieser Umfrage - bezogen auf spezielle Gruppen wie junge Kinderlose - in Frage gestellt werden muss, überträgt DOEHLEMANN die Umfrageergebnisse unbesehen auf die Altersgruppe der jungen Erwachsenen.
              
          Selbst Sozialwissenschaftler sind in der öffentlichen Debatte nicht frei von Voreingenommenheiten, wenn sie damit ihre eigenen - nicht beachteten -  Untersuchungen aufwerten können.
              
          Diese unsägliche Debatte hilft Kinderlosen nicht weiter. Wer Kinderlose nicht ernst nimmt, der muss sich nicht wundern, wenn Kinderkriegen als unattraktiv eingestuft wird.
              
          Die derzeitige Debatte um Partnerlosigkeit wird den Kinderwunsch von Kinderlosen sicherlich NICHT POSITIV beeinflussen!
              
          DIESE DEBATTE IST SELBER KRANKHAFT! Sie ist die panische Reaktion einer hysterisierten Gesellschaft, die durch eine einzigartige Propagandamaschinerie in Gang gehalten wird.
              
          IHR VERGIFTET DAS GESELLSCHAFTLICHE KLIMA.
              
          Aber hier leben, nein danke! Das müssen sich inzwischen alle vernünftigen Kinderlosen sagen. Und wer hier schon nicht leben will, der wird ganz sicher keine Kinder kriegen wollen...
    • KAPPUS, Monika (2005): Vereinzelung in Gesellschaft,
      in: Frankfurter Rundschau v. 21.01.
    • BERTH, Felix (2005): Atlas der Familienfreundlichkeit.
      Eine neue Studie versucht zu zeigen, wo Deutschland für Eltern mit Kindern lebenswert ist,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 21.01
      • Inhalt:
        BERTH macht die Reformpause bis zu den Bundestagswahlen 2006 dafür verantwortlich, dass nun nur noch mit Umfragen und Studien Familienpolitik betrieben wird.
   

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Zu den News vom  16. - 20. Januar 2005

 
 
   
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