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Medienberichte über single-generation.de
 
       
       
   

News vom 23. - 31. Januar

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Die Frau, die ja sonst nichts zu tun hat

"Helga und Alice stehen vor der Liste mit den Urlaubswünschen. (...). »Warum nimmst du nicht den Juni? (...). Du weißt genau, dass ich mit den Kindern auf die Ferien angewiesen bin.  « (...).
             Sie kann tun und sagen, was sie will; was mehr wiegt als alles andere, ist die Tatsache, dass sie eine alleinstehende Frau ist. Danach wird sie beurteilt. Bei der Arbeit zeigt sich dieses Urteil darin, dass sie die unangenehmensten Dienste kriegt, die meisten Wochenenden und fast alle Feiertage. »Das kann Alice mal machen«, heißt es dann, und an dem kleinen Wörtchen »mal« ist zu erkennen, was gemeint ist: Die macht ja sonst nichts."
             Alice macht viel. Sie kümmert sich um ihre alte Mutter, die alleine nicht mehr gut zurechtkommt. Mit ihr verbringt Alice die meisten ihrer freien Tage. Alice hat Freundschaften, die sie sehr ernst nimmt und für die sie einiges tut. Für ihre frisch geschiedene Freundin Ingrid zum Beispiel, die sich nicht traut, mit den zwei Kindern alleine zu verreisen. Ihr hat Alice versprochen, dass sie zusammen wegfahren - wenn sie denn in den Ferien Urlaub bekommt. Alice hat außerdem ein offenes Ohr für alle, die es brauchen. Wo andere sich umdrehen und gehen, weil zu Hause die Männer warten, da bleibt Alice stehen und hört zu. Nur zählt das ja alles nicht. Denn Alice hat sich, wie gesagt, nicht vermehrt."
(aus: Monika Hoffmann "Solo aufs Parkett", 2006, S.116f.)

 
       
   
 
  • SZ-Serie: Onlinekriminalität (7) - Das einträgliche Geschäft mit Flirt-Chats, Pornoseiten und fiktiven Traumpartnern

    • SCHMIEDER, Jürgen (2007): Traumfrau mit Risiko.
      Wer bei der Partnersuche auf Kontaktbörsen im  Internet setzt, läuft auch Gefahr, abgezockt zu werden,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.
    • ROLFF, Marten (2007): Fatale Suche nach Nähe.
      Der Berliner Psychiater Werner Platz über Online-Sex als Sucht,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.
    • LUDWIG, Mareike (2007): Verliebt in ein Profil.
      "Ich will dich unbedingt kennenlerner": Als professionelle Chatterin zog Jennifer M. jahrelang einsamen Menschen per SMS das Geld aus der Tasche,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.
 
 
  • Achim Bornhak - "Das wilde Leben"

    • JÄHNER, Harald (2007): Die Gallionsfigur.
      "Das wilde Leben": Ein Film zeigt Uschi Obermaier als große Reisende,
      in: Berliner Zeitung v. 31.01.
      • Inhalt:
        "Uschi Obermaier blieb im Gedächtnis, weil sie das missing link war zwischen den Revoluzzern und den Spießern. Sie war der Vorposten des Stinknormalen in der bizarren Welt der Kommune 1 - niemals zuvor und niemals später war das Stinknormale so wunderschön anzusehen, so herrlich aufgeblüht wie unter den Schraten, Gammlern und schrägen Engeln der Studentenbewegung", erläutert JÄHNER.
 
  • ZERAHN, Melanie (2007): Wir sind alle Praktikanten.
    Die Generation Praktikum ist nicht das Risiko einer kleinen randständigen Gruppe prekärer Akademiker. Sie ist Vorbote einer Globalisierung, die auch das ganze westliche Lebens- und Erwerbsmodell auf den Kopf stellen wird: Beruf, Geld und Liebe,
    in: TAZ v. 31.01.
    • Inhalt:
      "Zunehmend entwickeln sich (...) geschlechtsspezifische Strategien im Umgangs mit der Unsicherheit. Männer sind in immer geringerem Maße in der Lage, als »Ernährer« eine langfristige Einkommenssicherheit für den Haushalt zu übernehmen. Sie schieben die Familiengründung auf. Umgekehrt hängt der Wunsch hochqualifizierter Frauen, Kinder zu bekommen, davon ab, dass sie ihre Berufschancen durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf wahren können. »Die langfristige Selbstbindung an Kinder übernehmen die meisten erst mit gesichertem Status«, beschreibt Blossfeld die Auswirkungen. »Frauen, die mehrere Jahre unsichere Jobs hinter sich haben, überlegen es sich zweimal, ob sie die einmal erreichte berufliche Stellung aufs Spiel setzen möchten.« In Deutschland ist der Karriereknick mit Kind Realität. Junge Erwachsene verschieben den Kinderwunsch oder geben ihn sogar ganz auf", erläutert ZERAHN die Konsequenzen des modernen Arbeitsregimes.

                   Anmerkungen:
      Im Gegensatz zu ZERAHN, wird die so genannte "Kultur der Kinderlosigkeit" von den neuen Reaktionären um Frank SCHIRRMACHER mit einem Wertewandel erklärt, der in einen Abwärtssog mündet. Nicht die Probleme der Vereinbarkeit von Beruf und Partnerschaft/Familie stehen dann im Mittelpunkt der Debatte um die neue Kinderlosigkeit, sondern Kinderlosen wird egoistisches Verhalten unterstellt.  
 
  • MASSARRAT, Mohssen (2007): Schuld an Kriegen sind die Mütter.
    Gunnar Heinsohns abenteuerliche Theorie wäre der Beachtung kaum wert, fände sie nicht unerwartete Anerkennung,
    in: Frankfurter Rundschau v. 31.01.
    • Inhalt:
      MASSARRAT ist entsetzt, dass das Buch "Söhne und Weltmacht" von Gunnar HEINSOHN durch Promis wie z.B. Peter SLOTERDIJK öffentliche Beachtung erhält. Den Thesen von HEINSOHN jedenfalls kann er nichts abgewinnen:

                   "Heinsohn entlastet mit seiner »Theorie« nicht nur alle, die - wie Saddam Hussein, George W. Bush oder Wladimir Putin - Millionen Menschenleben zu verantworten haben. Er schiebt die Schuld für die Kriege den Familien zu, die im Irak, in Afghanistan, in Tschetschenien rücksichtslos Kinder produzieren. Daraus folgt, dass Kriege und Umstürze einzig dadurch verhindert werden könnten, dass der Überschuss an jungen Männern verschwände."
 
 
  • HIRSCH, Anja (2007): Die Angst war überflüssig.
    Gespräch mit Wilhelm Genazino,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.01.
    • Inhalt:
      "In Ihrem letzten Roman, Die Liebesblödigkeit (2005), gibt der Held Seminare über die Apokalypse. Jetzt ist sie eingetreten. Mittelmäßiges Heimweh - ein Fortsetzungsroman?

                   Man kann das als Anwendung der Theorie lesen, es wäre mir aber zu eindimensional. Dass irgend etwas verseucht ist, das ist ja in unserer Gesellschaft längst eingedrungen. Mal ist es das Wasser, mal das Fleisch, mal das Blut. Wir sind ja alle gewiefte Apokalyptiker. Die plötzlich eindringende Seuche ist ein Modell, das sowohl für die Literatur gilt als auch für die eingetretene Wirklichkeit."
 
 
  • Achim Bornhak - "Das wilde Leben"

    • REICHEL, Sabine (2007): Uschis Märchenstunde.
      Nackter Diebstahl und ein bisschen Verrat. Wie das Sexsymbol Obermaier die Bewegung der 68er vermarktet. Zur Freude der Deutschen,
      in: Tagesspiegel v. 28.01.
      • Inhalt:
        "
        Uschi und ich - wir kennen uns lange - sind nicht nur »68er«, sondern beide auch noch »46er«, ein Jahrgang mit sehr hoher Geburtenrate", verrät uns REICHEL und meint politisch korrekt:
                     "Sind wir eine verbitterte, enttäuschte, nostalgische Peter-Pan-Generation geworden, Apo-Opas und Rheuma-Rebellen, angepasste Fettwänste, hochbezahlte Befehlsempfänger, frustrierte Mütter und einsame Karrierefrauen? War alles nur ein psychedelischer Traum, ein riesengroßes Versagen, ein lachhaftes Experiment, so wie es gern von besserwisserischen Soziologen und nörgelnden Neidern dargestellt wird?
        Ja, es war eine geile Zeit, aber (...) auch eine wütende und gewalttätige Zeit
        ".
    • SEIDL, Claudius (2007): Ich war Uschi Obermaier,
      in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.01.
      • Inhalt:
        "
        Sie war 37 Jahre alt - und der Umstand, dass sie seither kaum älter geworden ist, hat womöglich seinen Grund auch darin, dass nichts Wesentliches mehr geschehen ist. Eigentlich müsste sie, wenn sie mal wieder eine Talkshow besucht, sich so vorstellen: Ich war Uschi Obermaier, von circa 1966 bis 1984. Seither versuche ich, meinen Ruhm und meine Vergangenheit zu bewirtschaften", meint Claudius SEIDL.
 
  • KAPPERT, Ines (2007): Alphatierchen und Untergeher.
    "Der" Mann ist in der Krise - diese These gehört derzeit zu den beliebtesten Gassenhauern der Medien. Einfach nur dummes biologistisches Gerede? Oder Indiz für eine kriselnde symbolische Ordnung? Es lohnt sich, hinter dies Krisengerede zu gucken,
    in: TAZ v. 27.01.
 
 
 
  • 30 Jahre Zeitschrift Emma

    • HAUG, Frigga (2007): Ein schriller Pfeifton im Konzert.
      in: TAZ v. 26.01.
    • REICHERT, Martin (2007): "Frauen werden auf hohem Niveau generalisiert".
      Die Medienwissenschaftlerin Alexandra Kühte hat das Frauenbild von "Emma" untersucht: Gezeigt werden Ausnahmeerscheinungen,
      in: TAZ v. 26.01.
      • Inhalt:
        Alexandra KÜHTE kritisiert den Elitenfeminismus der Zeitschrift Emma, für den z.B. Thea DORN oder Katja KULLMANN, also die Karrierefrauen der Generation Golf, stehen.
    • MEYER-SIEBERT, Jutta & Karen HAUBENREISSER (2007): Feminismus war immer kontrovers,
      in: TAZ v. 26.01.
    • MEISTER, Martina (2007): Das Prinzip "Emma".
      Das Kampfblatt politisch bewusster Frauen kann zufrieden auf 30 Jahre zurückblicken,
      in: Frankfurter Rundschau v. 26.01.
      • Inhalt:
        "
        Ganztagsbetreuung von Kindern (...) ist ein gutes Beispiel dafür, wie früh Emma vor gefährlichen Entwicklungen und vermeintlich frauenfreundlicher Politik gewarnt hat. Den Elternurlaub hat sie von vornherein als »Frauenfalle« entlarvt. Doch eine Bewusstseinswende setzte erst ein, als die Geburtenrate bereits im Keller war.
                     Heute wissen wir, dass im Westen nur jede zweite Frau, die ein Kind bekommen hat, in ihren Beruf zurückkehrt, und dass die andere Hälfte in Teilzeit oder in schlechterer Position als vorher arbeitet. Ist der Kampf um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deshalb verloren oder zumindest zu spät gewonnen? »Was sind schon 30 Jahre Feminismus gegen 5 000 Jahre Patriarchat? Ein Wimpernschlag«, kontert Schwarzer.
                     Entgegen hartnäckiger Vorurteile sind die Leserinnen von Emma nicht mit dem Magazin gealtert. Abgesehen von den Jugendzeitschriften hat der Allensbach-Studie zufolge kein anderes Magazin in Deutschland eine so junge Leserschaft. Für Schwarzer heißt das: »Nicht das ‚Prinzip Eva', sondern das ‚Prinzip Emma' hat Zukunft.« Auch das ist ein Grund zum Feiern", meint Martina MEISTER.
 
  • SIEMS, Dorothea (2007): Die Angst der Deutschen vor der Altersarmut,
    in: Welt v. 25.01.
    • Inhalt:
      SIEMS berichtet über die Postbank-Studie "Altersvorsorge 2007". Danach hat die Debatte um den demografischen Wandel das Bewusstsein für das Thema Altersarmut geweckt. Die Sicherheit der staatlichen Rente wurde durch die Mediendebatte der vergangenen Jahre erfolgreich infrage gestellt.

                   Die Erwartungen der Versicherungsbranche, dass damit der Run auf ihre Produkte beginnt, haben sich noch nicht im erhofften Maße erfüllt.
                   Im Kommentar beklagt SIEMS, dass die Bevölkerung das Vorsorgen verlernt hat.   
 
 
  • WOLF, Stefan (2007): Mama macht's vor.
    Der große, kleine Unterschied: Frauen im Osten bekommen ihr erstes Kind mit 26, Frauen im Westen mit 30,
    in: Rheinischer Merkur Nr.4 v. 25.01.
    • Anmerkungen:
      Der Rheinische Merkur - bislang ein Hort der Alleinverdiener-Ehe und des Eva-Prinzips - entdeckt die Vorzüge des Sozialismus! Stefan WOLF lässt Michaela KREYENFELD und Heike WIRTH über die unterschiedliche Mentalität von Ost- und Westfrauen bezüglich des Kinderkriegens sowie die bessere Kinderbetreuung in der Ex-DDR zu Wort kommen.
 
  • BRÄUNLEIN, Jürgen (2007): Denkerin des Alltags.
    Termin mit Silvia Bovenschen,
    in: Rheinischer Merkur Nr.4 v. 25.01.
    • Inhalt:
      BRÄUNLEIN porträtiert Silvia BOVENSCHEN:

                   "Aufgewachsen ist Silvia Bovenschen in der bürgerlichen Mitte der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main. Der Vater war Direktor einer Aktiengesellschaft, man hatte eine Putzfrau, eine liberale Haltung und ein reiches Kulturleben (...).
                   Schauspielerin wollte Silvia Bovenschen werden, stattdessen blieb sie in Frankfurt hängen und studierte Germanistik, vor allem aber Philosophie und Soziologie. Denn damals, 1966, waren Adorno und Horkheimer die Stars der Uni. (...).
                   Schon damals wählte Silvia Bovenschen die Rolle einer Beobachterin – vielleicht entspräche das am ehesten ihrem Standort im Leben, überlegt sie: »Dazuzugehören und doch nicht ganz.« Die Studentin gehörte jedenfalls weder zum inneren Kreis um Adorno noch zu jenen, die den Übervater posthum vom Sockel stoßen wollten. (...).
                   Mit der Dissertation »Die imaginierte Weiblichkeit« gelang ihr mit 32 ein großer Wurf. Die darin entwickelte Forderung nach Emanzipation bei gleichzeitigem Beharren auf der Differenz zwischen den Geschlechtern war damals unerreicht, denn die feministische Literaturtheorie steckte hierzulande noch in den Kinderschuhen. (...).
                   Dem Betroffenheitskult der Siebzigerjahre wich sie aus, er war ihr »peinlich«, ebenso die vorgezeigte Symbolik eines frauenbewegten Lebens, »die Farbe Lila, das Gehäkelte und manches mehr«. Lieber orientierte sie sich an der intellektuellen Variante des Feminismus, an Elfriede Jelinek, Ginka Steinwachs oder der Künstlerin Meret Oppenheim – sie alle schrieben damals, wie auch Bovenschen, in der radikalen Frauenzeitschrift »Die schwarze Botin«. (...).
                   Ihr Buch »Älter werden« ist anders als die vorherigen. Sie hat die ihr gewohnte Essayform aufgegeben, wählt die Ich-Perspektive und wird ungeschützt subjektiv. Auch schreibt sie zum ersten Mal über ihre schwere Krankheit."
 
  • Die Auflösung der Band Blumfeld in den Medien

    • BARTELS, Gerrit (2007): Anders als glücklich.
      Die Hamburger Band Blumfeld löst sich nach sechzehn Jahren auf,
      in: Tagesspiegel v. 24.01.
      • Inhalt:
        "
        Das hatte schon was, dieses letzte Album der Hamburger Diskursrockband Blumfeld. »Verbotene Früchte« hieß es und überraschte Freunde und Feinde der Band nicht nur mit ganz besonders lichten, gepflegt-gesäuselten Songs, sondern auch mit Naturlyrik, mit Apfelmännern, kreisenden Möwen, schneehackenden Krähen und dergleichen mehr. Ist er jetzt komplett irre oder gar religiös geworden, der Distelmeyer, fragte da so mancher besorgt. Oder ist er doch einfach nur frischgebackener Vater?
                     In ganz neuem Licht lässt sich das Album jetzt noch einmal sehen und hören. Denn am vergangenen Montag haben Blumfeld auf ihrer Homepage ihre Auflösung bekanntgegeben", meint Gerrit BARTELS.
    • SUNDERMEIER, Jörg (2007): Korrekte Popstars sind müde,
      in: TAZ v. 24.01.
    • LOI (2007): Eine Zukunft ohne "Danke."
      Oh Schreck: Blumfeld hören auf,
      in: Frankfurter Rundschau v. 24.01.

 
 
  • KIONTKE, Jürgen (2007): Germany's Left Trop Model.
    Reichtum lässt sich teilen. Schönheit nicht. Uschi Obermaiers Revolte und die Exklusion des Hässlichen,
    in: Jungle World Nr.4 v. 24.01.
    • Inhalt:
      Jürgen KIONTKE über den Film "Das wilde Leben":

                   "Leuten wie Uschi Obermeier geht es materiell so gut, dass sie sich weiter keinen Kopf machen müssen, wenn sie am Strand von Bali rumhängen. Eine gemeinsame Vision – Liebe & Freiheit – haben sie auch. Aber diese Welt basiert auf der Exklusion der Hässlichen. Die bebrillten Typen und die radikalen Frauen, sie dürfen da – auch ein Naturgesetz – nicht mitmachen und rächen sich. So findet die erste und einzige Prügelei in der Kommune 1 ohne Polizeibeteiligung statt: Kleinbürgertum entsteht, wo Eigentum nicht teilbar ist. Also wegen Uschi Obermaier. Langhans will wegen ihr »jede Revolution verraten«. Fremdgegangen ist er trotzdem.
                   Eine Filmstunde später, als bei Uschi dann doch noch das Unglück antanzt, gibt sie uns den Satz »Freiheit bedeutet Einsamkeit« mit nach Hause. Und mit der will umgegangen werden. Sie kann das. Viele können das nicht. »Freiheit macht arm« soll später ein Buch heißen. Ein linkes Buch. Freiheit, steht da drin, dazu braucht man das nötige Kleingeld."
 
  • DATH, Dietmar (2007): Auf der Überholspur der Aufklärung.
    Die Jugend im Rückspiegel und Dirac als Beifahrer,
    in: Berliner Gazette v. 24.01.
 
  • DRIBBUSCH, Barbara (2007): Opa erschießen hilft nicht.
    Eine neue "Schocktabelle" soll mal wieder zeigen, dass die Jüngeren im Sozialsystem von den Alten ausgebeutet werden. Das ist nicht nur populär, sondern falsch. Es geht um andere Verteilungsfragen,
    in: TAZ v. 23.01.
    • Inhalt:
      "
      Wer kennt nicht diese Bilder: braungebrannte, dicke Rentnerinnen in geblümten Badeanzügen, die am Strand von Mallorca turnen und angeblich die deutschen Sozialkassen ruinieren. Langlebige alte Frauen ohne sexuellen Mehrwert, die es sich auf Kosten der jungen Leute gutgehen lassen - so sieht häufig die Ikonografie zu den Berichten über den »Generationenkrieg« aus. Gestern goß die Bild-Zeitung Öl ins Feuer.
                   »Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!«, lautete die Schlagzeile des Boulevardblattes, dazu abgedruckt war die »Schocktabelle zum Sozialsystem«, entnommen einer Studie des Volkswirts Peter Oberender von der Universität Bayreuth", erregt sich DRIBBUSCH und merkt an:
                   "Neben dem sozialversicherungsrechtlichen gibt es zudem immer noch das private Tauschsystem zwischen den Generationen - in Form von Erbschaften beispielsweise. Eine Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hat überraschenderweise ergeben, dass durch Erbschaften die Vermögensungleichheit in der Gesellschaft »nicht zu- , sondern tendenziell sogar etwas abnimmt«. Gerade Jüngeren, die wenig Geld verdienen, ermöglicht die Erbschaft der rentenfinanzierten Eltern oft erstmals den Aufstieg in die gesicherte Mittelschicht.
                   Pochte man dennoch aus Gründen der Generationengerechtigkeit auf die sofortige Reduzierung der Ruhestandsgelder, um wenigstens die aktuellen Beiträge für die Jüngeren geringer zu halten, müssten weitere Verteilungsfragen beachtet werden. Der SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach hat errechnet, dass Arbeiter indirekt die Renten für Angestellte mitfinanzieren, weil diese im Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen länger leben. Nicht alt und jung, sondern arm und reich machen immer noch den größeren Unterschied.
                   Doch Rechnungen mit Bezugsdauern sind gefährlich: Frauen leben schließlich im Schnitt länger als Männer. Nach dieser Logik müsste man bei den Rentnerinnen kürzen."
  • HOFFMANN, Andreas (2007): Eine Studie mit vielen Fragezeichen.
    Warum das Sozialsystem für junge Leute nicht so schlecht ist, wie eine Untersuchung meint,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 23.01.
    • Inhalt:
      Auch Andreas HOFFMANN beschäftigt sich (in der Süddeutschen Zeitung, die sich im Jahr 2002 für die Veranschaulichung der dramatischen Vergreisung engagierte) mit der Studie von Peter OBERENDER. Der Journalist zitiert Gert G. WAGNER und Axel BÖRSCH-SUPAN mit Gegenargumenten.
   

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Zu den News vom   16. -  22. Januar 2007

 
       
   
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