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News vom 16. - 19. Juli 2005

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Sie wollte in die Bucht. Die Bucht war das Zentrum der Insel. Die Klippen formten einen winzigen Einschnitt der Küste. Steiles heißes Gestein sparte das Halbrund aus. Der Vulkansand des Strands erwärmte sich ab zehn, elf Uhr, wenn die Sonne über die Felskanten schien.

Gegen Mittag glühte der Körper mit dem Sand. Eine Herzkammer war die Bucht. Die Brecher zerstoben über Lavabrocken. Die Wasserschleier stiegen auf. In Regenbogenfarben wehten sie über auslaufende Wellen, über die Gischt und das Gesicht."
(aus: Hans Pleschinski "Leichtes Licht", 2005, S.37f.)

 
 
 
 
 
 
  • SCHMITT, Cosima (2005): Nur Oma rettet vorm Kita-Notstand.
    Viel Getöse, wenig Fortschritt: Um die Kinderbetreuung in Deutschland steht es immer noch schlecht. 40 Prozent der Kinder unter sechs werden einzig von Verwandten versorgt. Trotzdem sieht die CDU keinen Bedarf, sich für mehr Kitas einzusetzen,
    in: TAZ v. 19.07.
 
  • BAECKER, Dirk (2005): Moral gegen Schmutz.
    Political Studies (III): Rot-Grün ist gescheitert, weil man die Differenz zwischen Politik und Gesellschaft nicht einfach so aufheben und Gesellschaft nicht ohne weitere Umwege in Politik umsetzen kann,
    in: TAZ v. 19.07.
 
 
  • MOLL, Sebastian (2005): Eine stille Mehrheit links.
    Die amerikanische Linke entdeckt Marx wieder neu und hofft auf ein politisches Erstarken. Und auch der Mainstream gesteht ein, dass Amerika eine Klassengesellschaft ist, und misstraut der Ideologie der uneingeschränkten sozialen Mobilität: In den USA wächst das Unbehagen am Kapitalismus,
    in: TAZ v. 18.07.
 
  • DANNENBERG, Sophie (2005): Das Grinsen der Katze oder: Optimismus ohne Zukunft.
    Der Blick nach vorn - Deutschlands Zukunft denken (1),
    in: DeutschlandRadio v. 17.07.
    • Kommentar:
      Diese Wortmeldung war so sicher wie das Amen in der Kirche. Sophie DANNEBERG betet nach, was Gerd KOENEN in der Berliner Zeitung vom 06.07.2005 vorgebetet hat.

            
        Weil DANNENBERG jedoch nicht einmal das Erbe der 68er verdaut hat, bleibt ihr Blick in die Zukunft in der Nähe der "Großen Verweigerung" (MARCUSE):
            
        "Für die Konservativen und auch für die Revolutionäre galt als Maßstab der Politik einst der Ernstfall. Jetzt gilt für alle nur noch der Spaß, egal ob links oder rechts."
            
        Noch eine Anmerkung. Tilman KRAUSE hat in der Welt vom Samstag, seinen Bericht von der "Urlesung" von DANNENBERGs Roman revidiert.
            
        Alles Lüge, behauptet KRAUSE nun. Nur dumm: seine damalige Lügengeschichte scheint näher an der Wahrheit gewesen zu sein, als das jetzige, haarsträubende Dementi.
            
        Die Wortbeiträge von Alt-68ern ( von ALY über  KOENEN bis WIDMANN) zeigen, dass zwischen DANNENBERG und Teilen der Alt-68er eine große geistige Nähe besteht, wenn es um die Kritik von Lebensstilen geht, die dem Juste Milieu  - gelinde gesagt - zuwider sind.
            
        Und damit sind keineswegs jene militanten Lebensstile (früher: Subkulturen) gemeint, die die Oberfläche der öffentlichen Debatte bestimmen.
            
        Sie sind lediglich Vorwand, um eine autoritäre Restauration zu rechtfertigen, die einen grundlegenden Gestaltwandel der Gesellschaft anzeigt. Der geplante Gestaltwandel ist Teil des Kampfes der Kulturen.
            
        Der islamistisch-fundamentalistischen Herausforderung soll mit einer wehrhaften, familienfundamentalistisch-westlichen Gesellschaft entgegen getreten werden. Mit dem Terminus Spassgesellschaft  wurde alles das verunglimpft, was diesem reaktionären Konzept entgegenläuft.   
 
 
  • MECK, Georg (2005): Hochzeitsbörse Arbeitsplatz.
    Jede vierte Ehe wird im Büro angebahnt. Obwohl die Unternehmen das nicht gerne sehen. Und zuweilen gar die Kündigung droht,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
  • MECK, Georg (2005): Die Teamspieler.
    Gemeinsam an Bett und Herd,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
  • WEIGUNY, Bettina (2005): Der Klassiker.
    Modell Schwarzwald-Klinik,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
  • WEIGUNY, Bettina (2005): Der Härtefall.
    Das Baby vom Geschäftsführer,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
  • WEIGUNY, Bettina (2005): Das Karriere-Paar.
    Heimliche Küsse in Schweden,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
 
  • HARRIEHAUSEN, Christiane (2005): Die Zukunft im Visier.
    Mit Hilfe einer "Demographiebeauftragten" sollen in Bielefeld Stadtvisionen Wirklichkeit werden,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
 
  • HANIKA, Iris (2005): Wie die alten Leute leben.
    Die Witwe des Professors ißt so gut wie gar nichts. Der Fahrradbastler raucht jeden Tag eine große und eine kleine Zigarre. Die Clanmutter wird bald wieder jeden Morgen schwimmen gehen. Ein Besuch bei drei Menschen, die älter als neunzig Jahre sind,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.07.
 
 
 
  • BÜSSER, Martin (2005): Sound.
    Die Musiker des Underground wollen vom Markt nichts wissen. Und die Stationsschilder aus London wurden zu einem Logo des Pop. Eine kleine Kulturgeschichte,
    in: Tagesspiegel v. 17.07.
    • Inhalt:
      Martin BÜSSER über die Dialektik von Underground und Mainstream:

            
        "Der Underground spielt sich nicht im Verborgenen ab, sondern im Dazwischen. Er ist das Noch-nicht-Entdeckte, von dem alle Beteiligten bereits während seiner Entstehung Angst haben, dass es entdeckt werden könnte. Und in der Regel wird es auch entdeckt. Schon Mitte der 60er Jahre begann bei fast allen großen Plattenfirmen ein Umdenken. Auch sie wollten vom neu einsetzenden Underground-Boom profitieren, sich ein Stückchen Street Credibility sichern. Als Talentscouts wurden vielfach junge Leute eingestellt, die direkten Kontakt mit der jungen Musikszene hatten. Statt weiterhin gutaussehende Herzensbrecher im Studio heranzuzüchten, wurden die Musiker nun direkt von der Straße geholt (...).
            
        Doch spätestens die ersten Punks machten deutlich, dass sich Underground auch inszenieren lässt."
 
 
 
 
  • ALY, Götz (2005): Explodierender Haß.
    Die deutschen Achtundsechziger waren ihren Eltern schrecklich ähnlich - vor allem im Antisemitismus. Das zeigt Wolfgang Kraushaar in einer Aufsehen erregenden Studie,
    in: Welt v. 16.07.
    • Inhalt:
      Götz ALY rechnet mit sich und seiner Generation ab:

            
        "Wolfgang Kraushaar zitiert Hunderte (...) Dokumente aus dem Kreis der Achtundsechziger-Bewegung in das Gedächtnis zurück. Darin besteht die aufklärerische Leistung seines Buches. Wer - wie der Rezensent - damals an der Freien Universität Berlin dazugehörte, muß sich nicht wenige selbstkritische Fragen stellen. Auch wer selbst keine Bomben bastelte, las die Untergrundzeitung »Agit 883« doch sehr gern. Aber wenigstens ich habe - bis zur Lektüre dieses Buches - alle Details verdrängt, selbst die Tatsache, daß es überhaupt einen Bombenanschlag auf das Jüdische Gemeindehaus gegeben hat, der in der linksradikalen Publizistik ein zumindest hämisches, wenn nicht offen positives Echo gefunden hatte. Der spiritus rector der Aktion, Dieter Konzelmann, galt uns lange Zeit als ein zwar etwas übergeschnappter, aber in seiner Authentizität doch akzeptabler, in seiner entschlossenen Antibürgerlichkeit sogar bewundernswerter Kampfgenosse. Wir kannten und respektierten Leute, die ihm halfen, sich zu verstecken. Seine Texte las ich damals bestimmt, habe aber vergessen - so gnädig arbeitet das menschliche Gedächtnis -, wie er zum »Kampf gegen die heilige Kuh Israel« aufrief, wie er die erste Nachkriegsgeneration immer wieder dazu aufforderte, zugunsten propalästinenscher Solidarität endlich den »Judenknax« zu überwinden.
            
        (...).
      Wer heute bei den allfälligen 60. Geburtstagen der einstigen Protestfreunde zu Gast ist, erlebt nicht selten, wie die eigene Vergangenheit als heroische Kampfesphase verklärt wird gegenüber einer Jugend von heute, die angeblich nichts mehr will. Die Feiernden erzählen sich dort gern die Märchen von einer sozial engagierten, stets den Schwachen, der weltweiten Gerechtigkeit und dem allgemeinen Fortschritt zugewandten Revolte, die das Klima der Bundesrepublik doch insgesamt so positiv beeinflußt habe. Mit solchen Lügen ist nun Schluß. Die deutschen Achtundsechziger waren ihren Eltern auf elende Weise ähnlich."
 
  • BUCHELI, Roman (2005): Die Gesellschaft mit der Literatur kurieren?
    Die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts findet neue Anhänger
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.07.
    • Inhalt:
      BUCHELI lehnt die Überfrachtung der Gegenwartsliteratur mit gesellschaftspolitischen Ansprüchen ab, wie sie in den Positionen von Matthias POLITYCKI und Helmut BÖTTIGER zum Ausdruck kommen:

            
        "Statt (...) in Bausch und Bogen als Weltabschreibungen zu verwerfen, was derzeit literarisch im Kurs steht, müsste man der Frage nachgehen, was es für unsere Gesellschaft bedeutet, wenn sie die Literatur hervorbringt, die wir nun einmal haben. Das ist die Debatte, die wir zu führen haben. Und wenn wir Antworten darauf finden, dann wird das vielleicht sowohl unsere Gesellschaft wie zuletzt auch unsere Literatur weiterbringen. Jede Zeit hat die Literatur, die sie verdient, auf dass sie sich in ihr erkenne. (...). Unser Schicksal scheinen der Hauptsatz und die Ästhetik der Erschöpfung zu sein. Das scheint schon einmal einiges zu sagen über den Geist der Zeit."
 
  • GNAM, Andrea (20059: Lakonische Realisten.
    Aufbruchstimmung in Literatur, Kunst und Film der frühen sechziger Jahre.
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.07.
 
NEUE GESELLSCHAFT/
FRANKFURTER HEFTE-Titelgeschichte:
Reichtum Familie
  • SCHMIDT, Renate & Liz MOHN (2005): Familie bringt Gewinn,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • EDMUNDTS, Corinna (2005): "Wir hinken noch immer der Entwicklung hinterher".
    Gespräch mit Rita Süssmuth,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • PERSSON, Göran (2005): Das schwedische Projekt des Elterngeldes,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • DETTLING, Warnfried (2005): Paradigmenwechsel: Familienpolitik für die nachindustrielle Gesellschaft,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • ERLER, Gisela (2005): Der lange Weg zum Kulturwandel,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • BRAUN, Ludwig G. (2005): Familienfreundlichkeit als Zukunftsfaktor,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • SOLDT, Rüdiger (2005): Parteien im programmatischen Vergleich,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
  • SCHMOLDT, Hubertus (2005): Eine Balance zwischen Leben und Arbeit,
    in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August
 
 
   

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Zu den News vom  11. - 15. Juli 2005

 
 
   
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