[ News-Hauptseite ] [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]

   

Medienrundschau:

News zum Single-Dasein

 
   
News 11.-13. Juli 2006
News 05.-10. Juli 2006
News 01.-04. Juli 2006
News 29.-30. Juni 2006
News 22.-28. Juni 2006
News 14.-21. Juni 2006
News 01.-13. Juni 2006
News 20.-31. Mai 2006
News 14.-19. Mai 2006
News 11.-13. Mai 2006
News 07.-10. Mai 2006
News 01.-06. Mai 200t
News 29.-30. April 2006
News 26.-28. April 2006
News 23.-25. April 2006
News 19.-22. April 2006
News 11.-18. April 2006
News 08.-10. April 2006
News 05.-07. April 2006
News 03.-04. April 2006
News 01.-02. April 2006
News 28.-31. März 2006
News 25.-27. März 2006
News 23.-24. März 2006
News 22. März 2006
News 21. März 2006
News 20. März 2006
News 19. März 2006
News 17.-18. März 2006
News 16. März 2006
News 15. März 2006
News 14. März 2006
News 09.-13. März 2006
News 07.-08. März 2006
News 05.-06. März 2006
News 04. März 2006
News 01.-03. März 2006
News 21.-28. Februar 2006
News 16.-20. Februar 2006
News 10.-15. Februar 2006
News 05.-09. Februar 2006
News 01.-04. Februar 2006
News 25.-31.Januar 2006
News 20.-24.Januar 2006
News 14.-19.Januar 2006
News 08.-13. Januar 2006
News 01.-07. Januar 2006

News 25.-31.Dezember 2005
News 21.-24.Dezember 2005
News 16.-20.Dezember 2005
News 13.-15.Dezember 2005
News 05.-12.Dezember 2005
News 01.-04.Dezember 2005
News 27.-30.November 2005

News 20.-26.November 2005
News 05.-19.November 2005
News 01.-04.November 2005
News 23.-31. Oktober 2005
News 19.-22. Oktober 2005
News 13.-18. Oktober 2005
News 09.-12. Oktober 2005
News 01.-08. Oktober 2005
News 09.-30. September 2005

News 02.-08. September 2005
News 01. September 2005

News 2005
News 2004
News 2003
News 2002
News 2001
News 2000

 
 
   
Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 14. - 19. Juli 2006

 
 
     
 
 

Zitat des Monats:

"Anfang Juni 1986, erschien »The Marriage Crunch« (»Die Heiratskrise«). Das angesehene US-Nachrichtenmagazin (Anm.: Newsweek) behauptete unter Berufung auf eine neue Studie: »Weiße Frauen mit College-Ausbildung, die in der Mitte der 50er-Jahre geboren wurden und die mit 30 noch Single sind, haben nur eine 20-prozentige Chance auf Verheiratung ... 40-Jährige werden eher von einem Terroristen getötet: Sie haben eine winzige Chance von 2,6 Prozent, den Bund fürs Leben zu schließen.«
(...). Genau 20 Jahre später distanzierte sich »Newsweek« jetzt in einer neuen Coverstory nicht nur von dem Satz, sondern auch von den damaligen Zahlen. Mit einem gewissen Stolz stellt man aber fest: »Der Vergleich schlug feste Wurzeln in der Popkultur und wird immer noch routinemäßig in Fernsehshows und Nachrichtenbeiträgen zitiert.« Das gilt nicht nur für die USA - auch hierzulande fand die kesse These Eingang in Presseartikel und Partygespräche."
(Frank Gerbert im Focus Nr.24 vom 12.06.2006)

   
   
 
  • BBU (2006): Spätere Heiraten, brüchigere Ehen.
    Ergebnisse der neuesten Statistik der Bevölkerungsbewegung in der Schweiz,
    in: Neue Zürcher Zeitung online v. 19.07.
    • Inhalt:
      "
      Im Durchschnitt hat jede Frau in der Schweiz 1,42 Kinder. Schweizerinnen brachten 2005 im Schnitt 1,27 Kinder zur Welt, während es bei Ausländerinnen 1,87 waren", meldet die NZZ Online.
 
  • HARTWIG, Ina (2006): Katholische Rêverien
    Ich glaube, also bin ich: Schriftsteller im Bekenntnisrausch,

    in: Frankfurter Rundschau v. 19.07.
    • Inhalt:
      In der Feuilletoncommunity herrscht Einigkeit darüber, dass Protestantismus als unhip, Katholizismus als heiß gilt, erläutert Ina HARTWIG.
                
       Single-dasein.de hat bereits im April 2004 - also lange bevor die Feuilletonkatholiken sich nach der Papstwahl outeten - die Katholisierung der Berliner Republik vorhergesagt.
                
       HARTWIG stellt nun mit Thomas MEINECKE einen popkulturell versierten Neukatholiken vor:
                
       "Zu den Spielern unter den neuen Katholiken gehört der bestgelaunteste deutsche Schriftsteller, der DJ und Musiker Thomas Meinecke. Dass dieser in seinen Romanen die angesagten post-post-post-strukturalistischen Theorien thematisiert, besonders wenn sie Genderfragen betreffen, also eine feinere Form der Sexualität, ist bekannt. Meinecke, ein in der Hamburger Diaspora aufgewachsener Katholik, toppte unlängst seinen theorielüsternen Konstruktivismus durch einen Kunstgriff. Der katholische Priester sei ein drittes Geschlecht (Kraft-Ebbing lässt grüßen), begeisterte er sich auf der Frankfurter Megatagung Kulturzone 06."
 
  • NARHOLZ, Christoph (2006): Nach Bernhard.
    Über Thomas Bernhard, seine Kopisten und die Kopisten seiner Kopisten. Ein Vortrag samt Vorwort,
    in: Jungle World Nr.29 v. 19.07.
    • Inhalt:
      NARHOLZ begibt sich zuerst auf die Spuren von Thomas BERNHARD, um dann die popliterarischen Epigonen von Rainald GOETZ bis Moritz von USLAR vorzustellen:

                
       "Nickels Buch ist neben Krachts »Faserland« und Stuckrad-Barres »Soloalbum« (...) das heimliche dritte Gründungsdokument der damals so genannten »neuen«, irgendwie adeligen, boulevardesken, jungskrawalligen deutschen Popliteratur geworden, die sich einen dandyistisch zurechtgeschnöselten Gutsherrenbernhard natürlich gerne zum Vorbild genommen hat.
                
       Moritz von Uslar schließlich hat es zuletzt sogar geschafft, Bernhard aus der Bernhardkopie von Rainald Goetz weiterzukopieren. Sein Roman »Waldstein oder Der Tod des Walter Gieseking am 6. Juni 2005« stimmt ein besonders extralässig abgehangenes Weltanschauungsgerede an, das im Betriebsklima unterschwellig aber trotzdem ungesund überhitzt, weil Bernhards fröhliche Totalisierungslust, besänftigt zwar durch die mildernde Intervention von Goetz, als herausfordernder Übertreibungsdruck weiter auf dem weichen Text lastet und ihn dazu treibt, glotzäugig einerseits wirklich jeden Mist ganz besonders beflissen hoch kompliziert intensiv toll zu finden, und auf der anderen Seite genauso hingegeben in eine banale Trübsal versenkt."
 
  • MONATH, Hans (2006): "Die Politik soll in die Hocke gehen".
    Die Grünen fordern einen Perspektivwechsel: Rechte von Kindern sollen in den Mittelpunkt rücken,
    in: Tagesspiegel v. 19.07.
    • Inhalt:
      Hans MONATH berichtet über Vorschläge der Kinderkommission der Grünen:

                
       "Nach dem Willen der Grünen sollen Kinder vom ersten Lebensjahr an einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erhalten, die Betreuung soll bis zum 12. Lebensjahr kostenfrei sein. Zur Finanzierung schlägt die Kommission vor, das Ehegattensplitting abzuschmelzen und die frei werdenden Mittel in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich in den Ausbau der Kinderbetreuung zu investieren."
 
  • SIEGMUND-SCHULTZE, Nicola (2006): Wenn Patienten schwindeln.
    Manche Menschen schaden sich selbst, um ins Krankenhaus zu kommen. Oft ist Einsamkeit die Ursache,
    in: Tagesspiegel v. 19.07.
 
 
 
 
 
  • Die Rente ist sicher

    • EUBEL, Cordula (2006): Immer weniger, aber kein Minusgeschäft.
      Verband: Auch Jüngere profitieren von der Rente,
      in: Tagesspiegel v. 18.07.
    • MIEGEL: Rente hat keine Zukunft.
      Experte erwartet Bezüge knapp über der Sozialhilfe,
      in: DeutschlandRadio v. 18.07.
 
 
  • WENZEL, Uwe Justus (2006): Der Moderne auf die Schultern klopfen und den Rücken stärken.
    Gerhard Schulzes Soziologie des "schönen Lebens",
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 18.07.
 
  • FTD-Serie: Deutschland schrumpft

    • TUTT, Cordula (2006): "Man wird Jeep und Handy brauchen".
      Deutschland schrumpft (2): Brandenburg,
      in: Financial Times Deutschland v. 18.07.
 
  • FTD-Serie: Deutschland schrumpft

    • TUTT, Cordula (2006): Der Kampf um die Köpfe.
      Deutschland schrumpft (1): Herausforderung bis 2050,
      in: Financial Times Deutschland v. 17.07.
      • Inhalt:
        Mit Verweis auf die gegensätzlichen Einschätzungen von Herwig BIRG und Thomas STRAUBHAAR schreibt Cordula TUTT:

                  
         "Dass die Entwicklung der Wirtschaft insgesamt schadet, ist nicht ausgemacht.
                  
         In der 5teiligen Serie sollen deshalb Regionen vorgestellt werden, "die unterschiedlich vom Schwund betroffen sind und unterschiedliche Ideen verfolgen, damit umzugehen.
 
  • KÖHLER, Andrea (2006): Die einsame Masse.
    Die Amerikaner schliessen immer weniger Freundschaften,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.07.
    • Inhalt:
      Angesichts einer neuen Studie zum Niedergang der Freundschaft in den USA, rollt Andrea KÖHLER nochmals die Geschichte der modernen Einsamkeit und die populäre Tradition der Klage über den Verfall der Gemeinschaft auf.

                
       David RIESMAN und Robert D. PUTNAM sind die populärsten Gewährsmänner dieser Sicht, deren historische Wandlungsfähigkeit KÖHLER folgendermaßen skizziert:
                
       "Nun ist die Erfahrung - oder soll man sagen: «Erfindung»? - der Einsamkeit eine Konstante moderner Gesellschaften, und lediglich ihre Beschreibung trägt unterschiedliche Züge. Die «einsame Masse» nach dem Zweiten Weltkrieg, die karrieregeleitete Konkurrenzangst der siebziger und die Single- und Yuppiekultur der achtziger Jahre, der Kollaps sozialer Kontexte, den Putnam den neunziger Jahren zuschrieb - das sind lediglich unterschiedliche Uniformen einer Grundbefindlichkeit, die jeder am eigenen Leib schmerzlich erlebt."
                
       Zwangsläufig landet man hier wieder bei dem berühmten Professor aus München, der gerne in einem Atemzug mit dem "Alleinstehenden als Grundfigur der Moderne" genannt wird. Dabei hat dieser Professor diese Figur nur übernommen. Aber wer kennt schon Lerke GRAVENHORST?
                
       Die frohe Botschaft, dass der einsame Surfer dem Freund den Rang abgelaufen hat, ist zumindest für KÖHLER nicht wirklich eine.
                
       Single-generation.de wird sich im September-Thema des Monats mit dem neuen Ethos der Einsamen beschäftigen. Dort wird ein anderer Blick auf dieses Problem geworfen.
 
 
  • MARESCH, Rudolf (2006): Die Familie ist tot, es lebe die Familie!
    Norbert Bolz und Frank Schirrmacher beleben die Idee von der Familie als "Keimzelle" der Gesellschaft wieder,
    in: Telepolis v. 15.07.
    • Inhalt:
      MARESCH rollt noch einmal die sozialwissenschaftliche Debatte um den Funktionsverlust der Familie auf. Er stellt Frank SCHIRRMACHER ("Minimum") in die Tradition der Funktionalisten (z.B. William J. GOODE).

                
       Danach widmet er sich dem "alten Hut" der Debatte um den demografischen Wandel, der bereits 1978 heftig geführt wurde. MARESCH wundert sich deshalb, dass sich seit damals nichts getan hat. Hund statt Kind, scheint ihm eine logische Konsequenz der gegenwärtigen Situation:
                
       "Solange Kinder ausschließlich als Kostenfaktor und Lustkiller empfunden werden; solange vor allem Männer Angst davor haben, Verantwortung für andere zu übernehmen; solange sich niemand mehr den Stress, die Last und die Fürsorglichkeit antun will, die Kindererziehung verlangt, wird man sich zum Zeitvertreib lieber einen Hund anschaffen. Ihn kann man bei Bedarf auch wieder aussetzen. Wie heißt es in Michel Houellebecqes »Die Möglichkeit einer Insel« treffend: »Die Gesellschaft eines Hundes ist deshalb so angenehm, weil man ihn glücklich machen kann; was er verlangt, ist so einfach zu erfüllen, sein Ego ist so begrenzt. [...] So hielt Fox Einzug in unser Leben - und mit ihm die bedingungslose Liebe.«"
                
       Aus Sicht des Arbeitsmarktes sieht MARESCH zwar das demografische Problem als gar nicht akut an, nichtsdestotrotz fordert er drastische Bestrafungen für Kinderlose, d.h. eine Biologisierung des Sozialen scheint ihm mehr als gerechtfertigt:
                
       "Nein, der demografische Knick muss kein Fluch sein. Vorausgesetzt, die Politik macht ihre Hausaufgaben, sie kündigt den Generationenvertrag auf und stellt das Umlageverfahren auf ein individuelles Vorsorgeverfahren um. Dass dazu auch gruppenbezogene Maßnahmen gehören, versteht sich fast von selbst. Kinderreiche Familien und Gesundheitsbewusste müssen finanziell belohnt und entlastet, Singles und kinderlose Paare höher besteuert, und Extremsportler und Risikoträger (Raucher, Alkoholiker...) stärker an den Gesundheitskosten beteiligt werden. Es kann nicht sein, dass Kinderlose dieselben Versorgungsansprüche erwerben wie Eltern mit Kindern. Oder dass Personen, die absichtlich Schindluder an ihrer Gesundheit treiben, mit anderen, die Vorsorge betreiben, gleichgestellt werden."
                
       In dem Buch "Die Single-Lüge" wird aufgezeigt, dass die von MARESCH vorgeschlagenen Reformen kontraproduktiv sind. Sie werden die gesellschaftlichen Probleme nicht lösen, aber die Spaltung der Gesellschaft noch weiter vorantreiben.
                
       MARESCH übernimmt die durchaus umstrittenen Ausführungen von Frank SCHIRRMACHER zur Familie kritiklos und knallt sie Ulf POSCHARDT an den Kopf:
                
       "Ulf Poschardt, der jüngst eine melancholischen Ode an die Einsamkeit entrichtet hat und dem Solitär den Vorzug vor aller Paar- oder Verbundbildung gegeben hat, sollte sich vorsehen. In der Gefahr ist der Single stets allein. Rücken Familien in der Not enger zusammen, lassen Freunde sich gegenseitig im Stich. Jeder Promi weiß das, wenn er, aus welchen Gründen auch immer, öffentlich in Ungnade gefallen ist. Das kann man notfalls mit Camusschen Gesten wegwischen. Sollte aber, wie Gabor Steingast demnächst weissagt, tatsächlich der »Weltkrieg um Wohlstand« ausbrechen, könnten Selbstfindung, Selbstliebe und Selbststilisierung sich zum »Standortnachteil« für den Single erweisen. Nicht nur bei der Geburt und beim Sterben ist der Mensch allein, auch im Seniorenheim, auf der Intensivstation und in anderen grenzwertigen Situationen. Hat er niemanden, mit dem er irgendwie geschwisterlich verbunden ist, wird er sich wie einst Münchhausen, am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen müssen."
                
       Frauen sollen es richten ist auch die Meinung von MARESCH, denn die Männer können es nicht, wie er seine Gewährsfrau Elke BUHR erklären lässt:
                
       "Dem infantilen, vor Familienarbeit und Kindererziehung ständig flüchtenden Mann hat Elke Buhr am »Vatertag« eine liebevoll-bissige Studie gewidmet (Der infantile Mann), und damit Schirrmacher wider Willen recht gegeben. (...). Selten hat jemand das eigene Scheitern besser illustriert als die FR-Redakteurin."
                
       Neben SCHIRRMACHER gilt MARESCH der Medienwissenschaftler Norbert BOLZ als Gewährsmann, dessen Buch "Die Helden der Familie" ihm gerade recht kommt, um gegen die berufstätigen Rabenmütter zu polemisieren, die ihre Kinder in Verwahranstalten abliefern möchten:
                
       "Der »Vorsorgestaat« (Francois Ewald) oder »vorsorgende Sozialstaat«, wie es im SPD-Programm jetzt heißt, lügt sich in die Tasche, und mit ihm all jene Kohorten rotgrüner Besserverdiener, die glauben, den »Kinderschwund« durch eine »Verstaatlichung der Kinder« beikommen zu können. Sie in soziale Bewahranstalten zu sperren, wird kaum für Abhilfe sorgen. Sie bieten vielleicht Betreuung, aber keine Hingabe und liebevolle Zuwendung. Und sie bieten Kompensation, um das schlechte Gewissen und Schuldgefühle von Eltern zu betäuben. Was die Gesellschaft im innersten zusammenhält: Handlungen zu begehen ohne Gegenleistung zu erwarten, kann weder vom Markt noch vom Staat organisiert werden. Darin sind sich Bolz und Schirrmacher mit J. Habermas und dem Institut für Sozialforschung in Frankfurt einig."
                
       Nach diesen Tiraden kommen ihm nur kurz Skrupel angesichts der Mythen der Bevölkerungsdebatten, aber Kirchhof, Matussek und di Fabio helfen ihm darüber hinweg, und er kann das gelungene Comeback des Neokonservatismus feiern:
                
       "Neokons wie Schirrmacher, Bolz, Poschardt und Co. predigen kein Rollback. Im Gegenteil, sie sind liberal und aufgeklärt, wenden sich gegen einen bestimmten Sprachgebrauch, sind gewohnt in Paradoxien zu denken und fühlen sich eher der Popkultur als dem Wertkonservatismus zugehörig. Auch sind sie keine Kulturpessimisten mehr, sondern Evolutionisten, die einen eher biologisch, die anderen eher systemkonstruktivistisch orientiert. Familie ist für sie kein althergebrachtes Sittengemälde mehr für Ruhe, Zucht und Ordnung, sondern der Schlüssel für gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit."
                
       In dieser Reihe wundert man sich höchstens über den Namen POSCHARDT, der oben doch so vehement angegriffen wurde. Aber eigentlich wundert man sich doch nicht wirklich, wenn man das Buch gelesen hat.
                
       Und man wundert sich erst recht nicht, wenn Philip LONGMANs These vom Rückkehr des Patriarchat begeistert aufgenommen wird.
                
       Im September-Thema über das neue Ethos der Einsamen wird gefragt werden, ob MARESCH' Blick auf den Single gerechtfertigt ist, oder ob nicht Familien allzu verklärt werden, während die Verdammung der Alleinlebenden, vielfach uneingestandenen eigenen Ängsten entspringt, der man sich mit Projektionen auf die Singles elegant entledigen kann...     
 
  • NZZ-Zeitfragen: Schnitt ins Kinderleben

    • HOFMANN, Markus (2006): Schnitt ins Kinderleben,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.
      • Inhalt:
        Die Zeitfragen kämpfen heute gegen das romantische Bild der Patchworkfamilie und wollen deshalb das Kindeswohl im Scheidungsrecht und bei Patchworkfamilien kritisch beleuchten.
    • BÜCHLER, Andrea & Heidi SIMONI (2006): Scheidungskinder zwischen Wohnmüttern und Besuchsvätern.
      Elterliche Sorge und Kindeswohl - Modell und Alltag,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.
    • BLIERSBACH, Gerhard (2006): Wirrungen und Irrungen neuer Familienformen.
      Die Glücksverheissungen der Moderne und die Patchworkfamilie,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.
      • Inhalt:
        Unter Rückgriff auf die Individualisierungsthese von Ulrich BECK erklärt der Psychologe BLIERSBACH zuerst, warum die Anzahl der Stief- bzw. Patchworkfamilien steigt.

                  
         Danach kommt er zur Verbreitung und Semantik dieser neuen Familienform:
                  
         "Man schätzt, dass sieben Prozent von allen Familien mit Kindern in Deutschland sogenannte Patchworkfamilien sind.
                  
         Die Patchworkfamilie ist das familiäre Gefüge, in welchem ein Erwachsener der nicht-leibliche Elternteil ist. Die Patchworkfamilie ist eine neudeutsche Wortschöpfung - die Angelsachsen nennen diese Familienform Stieffamilie. Die beiden Bezeichnungen konkurrieren in der öffentlichen Diskussion miteinander. Die Stieffamilie ist das ältere Wort. Das Suffix «stief», verwandt mit dem englischen «step» (beraubt, verwaist), deutet Verlust, Leid, traumatische Erfahrungen und heftige Konflikte an. Die «Stief»-Familie» formuliert den Aufschrei der Kinder an die Adresse der Eltern. Die «Patchwork»-Familie ist aus der Sicht der Erwachsenen formuliert, die ihren leiblichen und nicht-leiblichen Kindern den Konsensus vorzuleben versuchen: «Wir machen weiter, auch wenn es nicht einfach ist; was von der Trennung übrig bleibt, wird zusammengestückelt wie eine Steppdecke; es geht eben nicht besser.» Patchworkfamilie ist ein optimistischer Begriff, schliesslich lässt sich auch aus Flicken etwas Ansehnliches machen. Allerdings sind die heftigen Auseinandersetzungen und die heftigen Affekte dieser Familienform ausgeblendet."
                  
         Danach geht BLIERSBACH auf die Problematik der Familienform ein und zeigt auf, was zu tun ist.
 
  • TAZ-Dossier: Reproduktion

    • LANG, Susanne (2006): Die K-Frage.
      Auch Lesben und Schwule wollen Nachwuchs: eigenen oder adoptierten. Das passt perfekt zu einer Tendenz der neuen Bürgerlichkeit, die selbst Bundespräsident Horst Köhler gut findet,
      in: TAZ v. 15.07.
    • LUIG, Judith (2006): Die Mamas und der Papa.
      Familie geht mittlerweile auch ohne Patriarch: Zwei lesbische Frauen, ein schwuler Vater, ein Kind. Fertig,
      in: TAZ v. 15.07.
 
  • ROßBACH, Henrike (2006): "Das Konsumzeitalter geht zu Ende,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.07.
    • Inhalt:
      Für den Trendforscher Matthias HORX hat die Dienstleistungsgesellschaft die Konsumgesellschaft abgelöst:

                
       "Alle reden immer nur von Billigmärkten und vom Preisverfall. Der Diskurs ging bislang immer so: Der Kunde ist böse, weil er nur noch nach dem Preis geht, schuld daran ist die Politik, weil sie zu viele Steuern erhebt. Wir treten die Gegenthese an. Wir glauben, daß wir längst in einer sich entwickelnden Service-Gesellschaft leben, in der die Leute sehr wohl Geld für sinnvolle Zeitersparnis, Komfort und Services ausgeben würden, wenn man es ihnen nur richtig anbieten würde."
 
 
  • OSBERGHAUS, Monika (2006): Wir haben kein Recht auf ein Leben mit Kindern,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.07.
    • Inhalt:
      Die Schwedin Anna WAHLGREN über den Arbeitsmarkt, Mutterschaft und Männer:

                
       "Viele gut ausgebildete Frauen begründen ihre Kinderlosigkeit damit, daß ihnen der richtige Mann fehlt.
                
       Intelligente Frauen jagen den Männern nach wie vor Angst ein. Das ist das nächste, was wir wirklich brauchen: kluge, warmherzige, fürsorgliche Männer. Sie sind aber im Kommen. Ich selbst habe zwar keinen gefunden - ich bin siebenfach geschieden! -, aber die Männer sind dabei, sich zu verändern. Notgedrungen. Die Ära der Männer ist vorbei. Sie können uns nicht mehr aufhalten, sie können uns nicht mehr zu Hause isolieren. Wir sind da.
      "
 
  • KERNECK, Barbara (2006): Datenschatz für Sozialforscher.
    Seit über einem Jahrzehnt werden vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung umfangreiche Daten über deutsche Haushalte zusammengetragen. Auf der SOEP-Nutzerkonferenz in Berlin wurden jetzt die Auswertungen vorgestellt,
    in: TAZ v. 14.07.
 
 
 
 
 
  • GEISEL, Sieglinde (2006): Autorin auf Probe.
    Nachforschungen bei der Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 14.07.
    • Inhalt:
      Nach Ina HARTWIG fügt GEISEL neue Mosaiksteinchen zum ZIA-Hintergrund der Bachmann-Preisträgerin Kathrin PASSIG hinzu:

                
       "Die Wurzeln der ZIA, die derzeit über einen festen Kern von sieben Mitgliedern sowie zwei Dutzend «IM» verfügt, gehen auf ein Magazin zurück, das zwei Hauptakteure Mitte der neunziger Jahre als Studenten in Münster herausgegeben hatten. Trug man früher die Texte zum Drucker und verkaufte die selbst verlegten Heftchen in Kneipen, stellt man jetzt einfach alles ins Netz."
   

[ zum Seitenanfang ]

Zu den News vom   11. - 13. Juli 2006

 
 
   
  • Rezensionen zum Single-Dasein finden sie hier

 
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
 
  [ Glossar ] [ Suche ] [ Homepage ]
 
   
© 2000-2007
Bernd Kittlaus
Bernds@single-dasein.de Stand: 10. August 2007 Counter Zugriffe seit
dem 03.Juni 2002