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News vom 23. - 31. Juli 2008

 
       
     
       
   

Zitat des Monats:

Generation Umhängetasche 

"Fragen Sie sich auch manchmal, warum Sie jeden Tag Ihren halben Haushalt mit sich herumschleppen? Und zwar in einer Tasche, die eigentlich für Fahrradkuriere konzipiert wurde? Sind Sie Fahrradkurrier? Haben Sie überhaupt ein Fahrrad? Ich nicht.
            Diese monströse Umhängetasche ist in Wahrheit ein Mühlstein, der Sie hinabzieht in einen Abgrund aus romantischer Regression und depressivem Stillstand. Sie ist das Symbol Ihres Status: nicht mehr ganz jung und dafür total gut ausgebildet, nicht mehr ganz dumm und doch nicht so klug, um die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich einem verantwortungsvollen, neuen Lebensabschnitt zu stellen: dem Erwachsensein."
(aus: Martin Reichert: "Wenn ich mal groß bin", 2008, S.8)

 
       
       
   
Stern-Titelgeschichte:
Die Teilzeit-Falle.
Halbe Arbeit, doppelte Last: Warum die Rechnung mit Job und Familie nicht aufgeht
  • BOLDEBUCK, Catrin & Doris SCHNEYINK (2008): Raus aus der Teilzeitfalle.
    Lange Zeit galten sie als die Lösung, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen: Teilzeitjobs. Doch sie führen Millionen von Frauen in die Sackgasse. Sie reiben sich auf, sie verdienen wenig Geld und machen selten Karriere. Dabei sind sie inzwischen besser ausgebildet als Männer. Höchste Zeit, Abschied zu nehmen von einem lieb gewordenen Modell,
    in: Stern Nr.32 v.  31.07.
    • Anmerkungen:
      Im Editorial erläutert Andreas PETZOLD die Lösung des Problems Teilzeitfalle:

                  "Die erbärmlich unterentwickelte Kinderbetreuung in Deutschland muss endlich auf internationales Niveau gehoben werden, damit die Frauen entspannter ihrem Beruf nachgehen können. Wir brauchen mehr Krippenplätze und Ganztagsschulen. Die Unternehmen müssen mit flexiblen Arbeitszeiten und Betriebskindergärten auf die Bedürfnisse der Eltern reagieren."
 
   
  • RITTER, Andrea & Christoph V. Twickel (2008): Blaublut auf Brautschau.
    Erst Bauern, jetzt Adlige: In der Kuppelshow "Gräfin gesucht" treffen noble Singles auf heiratswillige Frauen. Die Damen lockt ein feudales Leben, die Herren genießen den TV-Ruhm - und der deutsche Adel bangt um seinen Ruf,
    in: Stern Nr.32 v.  31.07.
 
     
     
     
     
     
   
  • HILDEBRANDT, Antje (2008): Partnersuche beim Adel.
    Durchlaucht bitten zum Ball,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.
    • Anmerkungen:
      Anlässlich der ersten Folge von "Gräfin gesucht - Adel auf Brautschau" auf SAT 1 berichtet HILDEBRANDT über die Probleme des Adels bei der Partnersuche.
                  Die Sendung war auch bei der FAS bereits Thema: "Adlig, ledig, peinlich" sei dieses Bauer sucht Frau für Adlige, meint von Münchhausen.
 
   
  • SCHULZE, Jana (2008): Vom Vater bemuttert.
    Ein männlicher Fall von Elternzeit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.

 
   
  • GLOBERT, Yvonne (2008): "Dösiges Gelaber hasste er".
    Der Prof, der mich prägte,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.
 
   
  • SOLOMON, Deborah (2008): Seitdem haben die Männer zu leiden.
    Die preisgekrönte Schriftstellerin Doris Lessling über ihre Mutter, ihre Kritiker, den Feminismus, Tony Blair - und Yum-Yum,
    in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.
 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
   
  • LEVECKE, Bettina (2008): Die Frauen-Falle.
    Hübsch, klug, aber Single: Warum fällt es vielen erfolgreichen Frauen so schwer, einen Partner zu finden?
    in: Welt v.  26.07.
    • Anmerkungen:
      Kein Thema wird in der Welt so stupid wiederholt wie jenes von der Karrierefrau, die keinen abkriegt. Das Geheimnis lüftet sich, wenn man die Platzierung des Artikels betrachtet. Er befindet sich genau über den Kleinanzeigen, in denen Karrierefrauen von diversen Partnervermittlungen umworben werden. Dagegen wird das Problem von Männern, die keine Partnerinnen abkriegen, vernachlässigt. Sie können sich solche Dienste meist nicht leisten...
 
   
  • RABE, Jens-Christian (2008): Ewige Jugend - wo ist das Problem?
    Die Klage, die nicht mehr ganz Jungen seien unfähig, erwachsen zu werden, geht fehl,
    in: Süddeutsche Zeitung v.  26.07.
    • Anmerkungen:
      Jens-Christian RABE, Angehöriger der Generation @, kritisiert das Buch "Wenn ich mal groß bin" von Martin REICHERT, weil er darin ein Langzeit-Adoleszenten-Milieu beschreibt, das "vielleicht um die sieben Prozent der Bevölkerung" ausmacht und sich zudem auf die Innenstadtbezirke der Metropolen beschränkt.

                  Merkwürdigerweise war das bislang für keinen einzigen Journalisten oder Buchautor ein Grund, sich von solcherlei Trendreports abhalten zu lassen. Im Gegenteil. Seit Mitte der 1980er Jahre drehen sich alle Trendreports um solche statistisch irrelevanten, aber meinungsstarken sozialen Gruppen, ob es nun die Yuppies, kinderlose Karrierefrauen, die digitale Bohème usw. waren oder sind.
                  War es nicht z.B. ein ehemaliger SZ-Feuilletonredakteur, der vor noch gar nicht so langer Zeit die schöne junge Welt der Münchner Berufsjugendlichen beschrieb? Ausgerechnet an den größenwahnsinnigen Heilslehren der Baby-Boomer soll Deutschland genesen.
                  Vor allem: Wenn RABE die Lebensstilforschung (besser: Lifestyle-Soziologie) gegen REICHERT ins Feld führt, dann ist das geradezu absurd. Diese hat sich nach dem proklamierten "Zerfall der Großgruppengesellschaft" ja ausgiebig quantitativ kleinen "Szenen" und "Milieus" zugewandt, die vorwiegend die schicken Innenstadtbezirke der Metropolen bevölkern.
                  Für den Soziologen Berthold VOGEL hat dieses "Patchwork der Individualisierung" als Beschreibung der deutschen Ungleichheitsordnung ausgedient. REICHERT reagiert mit seinem Buch gerade auf diese neue Ungleichheitsordnung, die der Langzeit-Adoleszenz nach und nach die Grundlage entzieht. RABE tut dagegen immer noch so, als ob der Schonraum Jugend weiterhin nach den Gesetzen der Vor-Hartz-Gesellschaft funktioniert. Vielleicht ist Berlin angesichts des Hauptstadtbooms viel näher an diesen aktuellen Umwälzungen dran als die Jeunesse dorée in München.  
                  Auf der gleichen Seite befindet sich zudem ein Artikel von Willi WINKLER ("Die Erlösung vom Alter"), der typisch ist für das, was REICHERT kritisiert: Die Kehrseite des Jugendwahns ist das Ausblenden des Erwachsenenlebens: Nach der Jugend kommt übergangslos das Greisenalter. Da werden 81jährige Rock 'n' Roll-Stars gepriesen, weil sie immer noch ihre "unsterblichen Teenagerballaden" vortragen.
 
   
  • BERNDT, Christina (2008): Embryonen auf Eis,
    in: Süddeutsche Zeitung v.  25.07.
 
     
     
     
     
   
  • GIERTH, Matthias (2008): Lustloses Land.
    Die Große Koalition behauptet, alles für das Wohl von Kindern und Eltern zu tun. Doch sie bleibt weit hinter dieser Maxime zurück,
    in: Rheinischer Merkur Nr.30 v. 24.07.
 
     
     
   
  • FELDMER, Simon (2008): Ein deutsches Biotop.
    Für die "tollsten Menschen der Welt": Der Männersender Dmax hat überraschenden Erfolg - ganz ohne Fußball und Erotik. Und kommt damit dem Mysterium des modernen Mannes ein Quötchen näher,
    in: Süddeutsche Zeitung v.  23.07.
 
   
  • NIEMANN, Norbert (2008): "Kehren wir zur Wirklichkeit zurück".
    Ingo Schulze und Norbert Niemann im Gespräch über das Romaneschreiben,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.07.
    • Inhalt:
      Norbert NIEMANN beschreibt die Aufgabe des Romanschriftstellers in Anlehnung an die französische Tradition der Romanentstehung folgendermaßen:

                  "Von Zensur im engeren Sinn kann heute keine Rede sein. Aber wenn die Leitmedien die Gegenwart in winzige Bruchstücke zersprengen, ohne sie noch zusammensetzen zu können oder zu wollen, sagte ich mir, könnte die Aufgabe eines Romanschriftstellers vielleicht auch heute wieder darin bestehen, dem so entstandenen Vakuum immerhin den Entwurf eines Gesamtbilds entgegenzusetzen, statt die Zersprengung weiter zu vertiefen."
 
   
  • MEDER, Iris (2008): Ein Kind aus Familie 9.
    Bald rollen die ersten Bagger in die Stadt des Kindes. Eveline Hofbauer verbrachte in dem ehemaligen Vorzeigeheim ihre zweite Kindheit. Eine letzte Heimsuchung,
    in: Falter Nr.30 v. 23.07.
 
   

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Zu den News vom   17. - 22. Juli 2008

 
       
   
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