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Medienrundschau:
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News vom
12. - 22. März 2005
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Zitat
des Monats:
"Typisch
für Wochenendpendler ist das »Sonntagsgefühl«. Dieses zeichnet
sich dadurch aus, dass die erste Hälfte des klassisch »letzten
gemeinsamen Tages« vor der routinemäßigen Trennung besonders
harmonisch gestaltet werden soll. Zugleich aber ist die zweite
Hälfte des Tages bereits eingetrübt von der bevorstehenden
Trennung - und kann somit auch nicht mehr unbeschwert erlebt
werden. Dabei handelt es sich um eine vorweggenommene
(prospektive) Trauer. (...). Die mögliche Unbeschwertheit der
gemeinsamen Zeit ist dann vorbei, obwohl vielleicht die Abreise
erst gegen Abend geplant ist. (...). Mit dieser Anforderung muss
das Fern-Beziehungspaar umzugehen lernen bzw. einen eigenen Weg
finden".
(aus:
Peter Wendl "Gelingende Fern-Beziehung. Entfernt - zusammen -
wachsen", 2005, S.40f.) |
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KAMANN, Matthias (2005): Leitende Angestellte spielen Eroberer.
Ein Gespräch mit Peter
Sloterdijk über seine Theorie der Globalisierung, China und den
"Terrorismus als Nostalgiephänomen",
in: Welt v. 22.03.
- Inhalt:
Peter SLOTERDIJK beschreibt Demokratisierung als
Ansteckung:
"Schnelle
Trendausbreitungen alias Epidemien setzen hohe Verdichtungen voraus.
Man muß verstehen, daß Menschen in dichten Situationen nicht durch
Überredung oder Überwältigung zu Verhaltensänderungen veranlaßt
werden. Sie ändern sich, weil Epidemien der Erfolgsnachahmung durch
den Sozialkörper laufen. Schon zu Ende des 19. Jahrhunderts hat
Gabriel Tarde mit seinem Buch "Die Gesetze der Nachahmung" eine
Theorie der symbolischen Epidemien geschrieben. Damals war die
bürgerliche Gesellschaft nicht bereit, in einen Spiegel zu schauen,
der die Einzelnen als vulgäre Überträger mimetischer Viren zeigt.
DIE WELT:
Demokratisierung als Ansteckung?
Sloterdijk: Absolut. Auch die Nachahmung
des Richtigen ist ein Mechanismus, auf den die Aufklärung vertrauen
darf."
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BETTERMANN, Stella (2005): Jane vom
Planeten der Affen.
Primatenforscherin Goodall, 70, kritisiert Karrierefrauen mit Kind
- und berichtet von der Eroberung des Urwalds durch
Wissenschaftlerinnen,
in: Focus Nr.12 v. 21.03.
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FEDDERSEN, Jan (2005): Schnöde grüne Welt.
Abschied von Rot-Grün? Warum
nicht? Keiner protestiert. Selbst das alternative Milieu glaubt nicht
mehr an dieses "Projekt". Stattdessen macht sich überall eine müde
"Leck mich"-Stimmung breit,
in: TAZ v. 21.03.
- Inhalt:
FEDDERSEN beschreibt den Stimmungsumschwung in
der bildungsnahen, von Angst getriebenen, Wählerschaft der Grünen:
"Von
vielen Themen scheinen auch die grünen Wähler die Schnauze voll zu
haben, und das macht den Unterschied zu 1998, als alles möglich
schien - eine Hegemonie gar, eine Republik, die nur auf Rot-Grün
gewartet hat.
Und heute? Statt Gender Mainstreaming widmet man sich eher der
Liebe; über Homoehe und Sex wird nicht mehr so gern debattiert wie
über Kinder und Familie; statt über Rassismus und Multikulti
spricht man über einen falsch verstandenen Gleichmut religiösen
Fundamentalismen gerade Migranten gegenüber; statt über Jobsharing
eher über Vollbeschäftigung. Die gefühlte Stimmung, gerade unter
Grünen-Wähler, ist eine erschöpfte: Man stimmt jetzt unumwunden der
Idee zu, die da »Resozialisierung der
Unterschichten« (Zeit) heißt, auch dass Kinder
Verbindlichkeit brauchen - gerade solche aus so genannten
bildungsfernen Schichten. Man bleibt zwar weiter grün und
alternativ, aber die Naivität, mit der man von der »anderen
Republik« träumte, ist verflogen."
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BARTELS, Gerrit (2005): Honig statt Ironie.
Kein Trash, viel Seriosität
und ein Uwe Tellkamp, der von seiner professionellen Fan-Gemeinde
innigst umarmt und ikonisiert wurde: Die diesjährige Leipziger
Buchmesse war eine unspektakuläre, nicht wirklich zwingende Ausgabe
und trotzdem erfolgreich und außergewöhnlich gut besucht
in: TAZ v. 21.03.
- Inhalt:
Gerrit BARTELS muss sich wohl oder übel mit
Uwe TELLKAMPs Roman
"Der Eisvogel"
befassen:
"Von
Unverständnis und heftiger Ablehnung über zwiespältig-freundliche
Aufnahme bis zu totaler Begeisterung reichte das Meinungsspektrum
in den allseits termingerecht veröffentlichten »Eisvogel«-Rezensionen.
Wer aber die Begeisterung nicht teilte (...), wunderte sich vor
allem darüber, wie sehr Tellkamp von seinen professionellen Fans
heftigst umarmt und geradezu ikonisiert wurde. Verlagsmitarbeiter
feierten das Buch als eines, das »(...) die tiefsten Tiefen dieser
Welt ausleuchtet«, so mancher Kritiker sah jugendliche Rebellionen
am deutschen Horizont aufziehen und blendete die deutsche Realität
(Politikverdrossenheit, hohe Arbeitslosenzahlen) in Tellkamps Prosa
und vice versa (aus)(...); und wieder ein anderer feierte Tellkamps
»neue Ernsthaftigkeit«, seine Ironiefreiheit und Pathos und stampfte
schweren Schrittes durch die Gegenwart: »Wir haben genug von der
Spaßgeneration, von all den Harald Schmidts, die jede
Geschmacklosigkeit für doppeltironisch und deshalb gerechtfertigt
halten.« Bei solchem Überschwang und solchen Abrechnungsfantasien
lehrt einen Tellkamps Fangemeinde geradezu das Fürchten:
Ein neuer literarischer Heiland ist uns geboren! Und nicht nur
ein literarischer, sondern ein ordentlich nationalbewusster dazu,
und mit diesem können wir sie endlich hinwegfegen, die Spaßguerilla,
die Ironiker, die alten 68er mit ihren »Wohlstandshintern«!
Auweia. Reaktion und Neokonservatismus ist
verstärkt wieder im Haus."
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- FLAMM, Stefanie & Moritz SCHULLER
(2005): "Lesbisch - allein das Gerückt kann tödlich sein".
Strickende Grüne und 24-Stunden-Mamas sind Alice Schwarzer ein Graus,
in: Tagesspiegel v. 20.03.
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- RULFF, Dieter (2005): Das Ende der
Zuversicht.
Über den allmählichen Wechsel der Vorzeichen der Politik
in: Frankfurter Rundschau v. 19.03.
- Kommentar:
Dieter RULFF beschreibt den Niedergang postmoderner
Gesellschaftsbeschreibungen:
"Die
deutsche Gesellschaft, jahrzehntelang das Feld widerstreitender
Selbstinterpretationen, hat in den letzten Jahren erkennbar an
Einförmigkeit gewonnen. Wo in früheren Tagen
generationelle Abgrenzungen und ideologiegeladene Arrondierungen
das Terrain der Betrachtungen beherrschten, wo wahlweise einer
fröhlichen Ästhetik des Konsums gefrönt oder
an Bastelbiografien gezimmert wurde, herrscht nun ein längst
vergessen geglaubter existenzieller Materialismus."
Die Ursache sieht RULFF in der
mangelhaften Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft. Er fordert
deshalb eine Wende zum Weniger.
Man kann durchaus bezweifeln,
dass diese Sicht der Dinge richtig ist, denn offensichtlich gibt es
zahlreiche Gruppen, die sich von einer ökonomischen bzw.
Arbeitsmarktkrise Vorteile erhoffen. Z.B.
Neocons wie Stanley KURTZ...
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KREKELER, Elmar (2005): Zurück zum hohen Ton.
Uwe Tellkamps Roman "Der Eisvogel" ist ein deutscher
Gesellschafts-Thriller,
in: Welt v. 19.03.
- Kommentar:
Der Roman
"Der Eisvogel"
von Uwe TELLKAMP wird aus so unterschiedlicher Sicht wie von
Gregor DOTZAUER,
Ijoma MANGOLD
und Elmar KREKELER als treffender Ausdruck einer bedenklichen
Strömung in dieser Republik interpretiert. Bei KREKELER liest sich
das folgendermaßen:
"Der
Verlust von Sicherheit ist ein, wenn nicht das Zeichen unserer Zeit,
unserer Gesellschaft. Und es mag postpubertär sein, was sich in
Weingartners Film, in Tellkamps Roman an Rebellion zeigt, und es
mag Kunst sein, nicht Realität, in dem es sich zeigt. Aber man
sollte es nicht übersehen. Es ist ein Symptom und gar nicht nett. Es
ist gefährlich. Weil man weder den wiedergeborenen Dämonen noch den
selbsternannten Erziehungsberechtigten die Mäuler damit stopfen
kann, daß man ihnen Brot und Arbeit bietet. Sie suchen etwas ganz
anderes, sie haben ganz andere Fragen. Und die (...) Demokratie
(...) ist gegenwärtig nicht in der Lage, ihnen eine befriedigende
Antwort zu geben."
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FEDDERSEN, Jan (2005): Krieg dem Pöbel.
Ein Gespenst geht um in
Deutschland - das Gespenst der Unterschicht. Die Mächte der alten
Bürgerlichkeit und des Dünkels haben sich zu einer heiligen Hetzjagd
gegen dies Gespenst verbündet, die "Zeit" und Harald Schmidt, Paul
Nolte und die Montessori-Eltern,
in: TAZ v. 18.03.
- Inhalt:
FEDDERSEN beschreibt die Motive für die
neuerdings grassierende Beschäftigung mit den Unterschichten:
"Die
Kritik an Proleten, an ihren Aggressionen, an ihrer Wut, an ihren
Freuden und Gelüsten, richtet sich nie gegen die materiellen
Lebensverhältnisse, denen sie ausgesetzt sind, sondern vornehmlich
gegen ihre Geschmäcker und Gewohnheiten.
Was auf die aktuellen Bildungsdebatten (Pisa!) verweist - und auf
die Fantasien, die im Zusammenhang mit
Armutsbeschleunigungsprogrammen wie Hartz I bis IV geweckt werden.
Denn um sie geht es in Wahrheit, um die Angst der Mittelschichten um
ihre Pfründen, ihr soziales, kulturelles oder auch finanzielles
Kapital - ihre Furcht vor dem Abstieg. Sie wollen nicht zu jenen
gehören, die in ihrer Vorstellung den Bodensatz der Gesellschaft
verkörpern, nicht zu jenen, die sie sich nur roh und rau
vorzustellen vermögen.
Die Sorge um das Unterschichtige ist mithin eine
versteckte Abwehr dessen, was schon immer da war - und wozu man
nicht gehören möchte. Vor dem man sich schützt, und sei es durch
Hochnäsigkeit, also Dünkel. Die »Resozialisierung« der niederen
Stände wäre kein schlechtes Projekt: Aber meint sie wirklich die
Verbesserung der Lebensumstände - oder nur eine Kritik der
kulturellen Formen, verbunden mit Ratschlägen, besser zu essen,
mäßiger zu trinken (und lieber Wein als Fusel) und das Rauchen
einzustellen?"
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GASCHKE, Susanne (2005): Bis dass der Tod uns scheidet.
Ein Plädoyer für Vernunft statt romantischer Liebe bei der Suche
nach dem richtigen Mann,
Was ist weiblich?
in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.
- Kommentar:
"Niemand
– von sehr seltenen heroischen Ausnahmen abgesehen – ist wirklich wild
auf die »Dating-Hölle«, wie Bridget Jones den Single-Alltag nennt. Es
ist keineswegs so, dass die moderne Frau, die selbstbewusst ihren
Bildungs- und Berufsweg geht, ein völlig autonomes Selbstbild
entwickelt hätte; keineswegs so, dass sie zu ihrer persönlichen
Komplettierung keinen Mann mehr zu brauchen glaubte. Sie braucht ihn,
dringend, aber zu ihren Bedingungen. Diese neuen Bedingungen der
Frauen haben das Paarungsverhalten in diesem Land verändert und tragen
wahrscheinlich ihren Teil zur langfristigen Nachwuchskrise bei",
erklärt uns Susanne GASCHKE.
Im Perfektionismus und der
romantischen Liebe sieht
Susanne GASCHKE das Problem der suboptimalen
Partnersuche von Akademikerfrauen.
Anders lässt es sich nicht
erklären, denn gemäß GASCHKE hat die Wissenschaft längst ermittelt,
was eine stabile Ehe garantiert:
"Die
Kriterien, die Partnerschaften stabil und wahrscheinlich glücklich
machen, sind gut erforscht: Zu einer »fest gerahmten« Ehe, die die
meiste Aussicht auf Erfolg habe, gehörten gemeinsamer Glaube,
ähnlicher Geschmack, übereinstimmende Werte, guter Sex, ein
Freundeskreis, Kinder und – ganz unromantisch – gemeinsames
Wohneigentum, schreibt der Soziologe
Hartmut Esser."
Selbst die
arrangierte Ehe á la Indien erscheint
GASCHKE noch besser als die Beziehungsarrangements der Akademikerinnen
hierzulande, auch wenn sie sich immer wieder sagt, dass es "keine
Zurück zu solchen traditionellen Modellen" gibt.
Am Ende bleibt nur ein
ratloses Plädoyer für einen Abschied von der Romantik:
"Warum
geben wir nicht zu, dass die Methoden unserer Partnersuche viel
moderner sind als ihre Gegenstände – und aktualisieren die
Romantik-Software?"
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ZEH, Juli (2005): "Lieber Wellness als Karriere? Dann lassen wir sie
doch".
Emanzipation Antworten I.
In der ZEIT vom 3. März schrieb Jana Hensel, der
Erfolg der Emanzipation sei »ein Märchen«, Frauenzeitschriften
propagierten ein gestriges Rollenbild. Die Schriftstellerin Juli Zeh
sieht das anders,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.
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HOFFMANN, Sandra (2005): "Ein bisschen Wellness glättet manchen
Ellbogen".
Emanzipation Antworten I.
In der ZEIT vom 3. März schrieb Jana Hensel, der
Erfolg der Emanzipation sei »ein Märchen«, Frauenzeitschriften
propagierten ein gestriges Rollenbild. Auch die Schriftstellerin
Sandra Hoffmann sieht das anders,
in: Die ZEIT Nr.12 v. 17.03.
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- JOSTEN, Husch (2005): Falsch verbunden?
Die Frage der Treue ist so
alt wie die Liebe, doch die Haltbarkeit von Paarbindungen lässt stetig
nach. Das muss nicht so sein,
in: Rheinischer Merkur Nr.11 v. 17.03.
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MANGOLD, Ijoma (2005): Nie wieder Kaltakquise!
Wie man die Bundesrepublik auf eine heiße Herdplatte setzt: Uwe
Tellkampfs großartiger Roman "Der Eisvogel",
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
- Inhalt:
Unterschied
Thomas ASSHEUER vor kurzem die bundesrepublikanischen
Weltsichten in jene der Melancholiker und der Tragiker, so scheiden
sich bei Ijoma MANGOLD die Geister daran, ob es gegenwärtig bei den
Reformen ein Erkenntnis- oder ein Umsetzungsproblem gibt.
Die Akteure der Organisation
"Wiedergeburt" in TELLKAMPs Roman
"Der Eisvogel"
neigen jedenfalls zu letzterer Sicht.
MANGOLD ist der Ansicht,
dass - falls parlamentarische Reformen keinen Erfolg bringen -
Radikalkuren irrsinniger ausfallen könnten. In TELLKAMPs
Gesellschaftspanorama sieht MANGOLD deshalb ein realistisches
Szenario:
"Es hat das alles etwas von einem auf
den Hund gekommenen Geheimen Deutschland, klingt ein bisschen nach
Stefan George, ein bisschen nach Carl Schmitt. Ein Kasten- und
Ständestaat schwebt den Mitgliedern der Organisation vor. Aber sie
sind weder Alt- noch Neonazis. Ihre historische Orientierungsgröße
scheinen viel eher die Männer und Frauen des 20. Juli zu sein, bei
denen sich auch Vaterlandsliebe, ein hoher Moralkodex, deutsche
Kunstreligion und eine Neigung zu autoritären Staatsentwürfen
verbunden hatten.
Mit diesem so großartig halluzinierten
wie glaubwürdig gezeichneten Gesellschaftspanorama hat (...) Uwe
Tellkampf (...) eine geistige Topographie entworfen, die nicht mehr
die der alten Bundesrepublik ist."
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- SOMMER, Volker (2005): Wenn "Nein"
keine Antwort ist.
Kann es sein, dass
Vergewaltigung auf Fortpflanzung zielt? Ein kranker Gedanke. Es ist
aber so, sagen Biologen. Zur Naturgeschichte der sexuellen Nötigung,
in: Weltwoche Nr.11 v. 17.03.
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- DOTZAUER, Gregor (2005):
Töte, was du liebst.
Sehnsucht nach einer konservativen Revolution: Uwe
Tellkamps Roman "Der Eisvogel",
in: Tagesspiegel v. 16.03.
- Inhalt:
Gregor DOTZAUER sieht in dem Roman
"Der Eisvogel" eine neue
Ernsthaftigkeit, die auf Restauration hinausläuft:
"»Der
Eisvogel« ist das Plädoyer für eine konservative
Revolution, und zwar für eine, wie sie Hugo von
Hofmannsthal 1927 in seiner Münchner Rede über »Das
Schrifttum als geistigen Raum der Nation« forderte, lange
bevor der Begriff von der Neuen Rechten politisch
okkupiert wurde.
(...).
Durch die
Nervenbahnen (von Tellkamps) (...) Prosa kriecht die Kälte
von Ernst Jünger, der preußische Romantizismus von Ernst
von Salomon, aber eben auch die Magie von Friedo Lampe.
»Der Eisvogel« ist das erste ernst zu nehmende rechte Buch
der jüngeren deutschen Literatur, das in einer
ursprünglichen Abscheu vor dem »Morbus 68« wurzelt.
Wahrscheinlich braucht man wie Tellkamp auch zwanzig Jahre
DDR im Rücken, um diesen Ekel so ungehindert zu empfinden.
Nicht zuletzt das unterscheidet den Roman von jenem
Elitismus, der linksadornitisch sozialisierte Autoren wie
Botho Strauß zu Einsprüchen gegen das »herunterdemokratisierte«
Bewusstsein getrieben hat (...). Deshalb führt »Der
Eisvogel« aber auch nicht weiter. Denn es ist eins, auf
dem existenziellen Ernst des Schreibens und Denkens zu
beharren. Und es ist etwas anderes, dabei eine Wahl
zwischen Pathos und Ironie zu fordern. Dafür ist es nicht
nur historisch zu spät. Beides sind Darstellungsformen –
auch der letzten Dinge. Tellkamp klammert sich an den
Gestus. Das läuft hinaus auf schiere Restauration."
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MEIER, Markus D. (2005): Die Kuckucksklientel.
Warum es jedem Mann egal sein soll, wessen Kind er
großzieht: Zugunsten bindungsängstlicher Mittelschichtsfrauen will die
Bundesjustizministerin »heimliche« Vaterschaftstests verbieten lassen,
in: junge welt v.
17.03.
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WINKELMANN, Ulrike (2005): Cum ira et studio.
Mit der Würde des Juristen und der Wucht der
Metaphernschleuder: Der Journalist Heribert Prantl hat eine Wutrede
zur Verteidigung der Sozialsysteme aus christlich-bürgerlicher
Perspektive verfasst - der Essay "Kein schöner Land",
in: TAZ v.
17.03.
- Inhalt:
Ulrike WINKELMANN kritisiert die
familienpolitische Perspektive von Heribert PRANTL:
"Eines
seiner sieben Kapitel widmet Prantl dem Umstand, dass Kinder nach
wie vor ein Armutsrisiko sind. Die Gesellschaft verlangt nach
künftigen Rentenbeitragszahlern, setzt aber kaum Anreize, sie zu
produzieren. Stimmt alles. Und doch ist Prantls Schluss falsch und
überzogen: Familien sind heute eben nicht »großenteils überfordert
und an den Sozialhilferand gedrückt«.
Ein Blick in die Statistiken verrät, dass der wohlbestallte
Mittelstand immer noch großenteils aus
Papa-Mama-zwei-Kinder-Familien besteht.
Ein wichtiger Teil der typischen Großstadtarmen dagegen sind Singles
ohne jeden Familienanschluss, vor allem aber Alleinerziehende.
Arme vielköpfige Familien sind übrigens meist nichtdeutscher
Herkunft. Wer die Familie gegen Armut verteidigt, sollte also
zwischen dem blonden Zweigenerationenklub im Saab-Kombi und den
wirklichen Armutsopfern unterscheiden."
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TAZ-Brennpunkt: Leben in der Arbeitswelt: Vom Job ... zum Jobcenter.
Zwei Stullen und die kleine Thermosflasche in der
Aktentasche: Das scheint fast alles, was in einer Geschichte von David
Wagner ein Arbeitsloser aus seinem vorigem Leben retten konnte. Vier
Autoren haben in Job-Agenturen recherchiert und erzählen von den
gesammelten Verlusten,
in: TAZ v. 16.03.
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PETERS, Christoph (2005): Das Leben ist
ernst genug.
Und was macht die Kunst? Eine Verteidigung der Hochliteratur,
in: Tagesspiegel v. 16.03.
- Inhalt:
PETERS beschreibt den historischen
Blickwechsel auf die Literatur und definiert E-Literatur im
Gegensatz zu den Humanwissenschaften:
"Ebenso
wie die Malerei sich spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts von
kirchlichen und feudalen Auftraggebern löste und zu einem Mittel des
persönlichen Ausdrucks wurde, befreite sich die Literatur vom
Vorwurf, Freizeitvergnügen unbefriedigter Frauen zu sein. Sie
wurde zum Medium individualistischer Welt-Ansichten und zum Ort
kritischer Gesellschaftsreflektion.
Sie ist die Alternative zu den
Humanwissenschaften, die den Menschen in seinem Verhalten
systematisiert. Literatur, die sich selbst ernst nimmt – anders
lässt sich das E nicht definieren –,legt Zeugnis ab vom nicht
berechenbaren Einzelnen, vom Menschen in seinem Scheitern, seiner
Liebe, von seiner Angst vor dem Tod, vom Tod, vom Blick auf eine
Landschaft, die einen Moment lang alles verwandelt."
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BRIGITTE-Dossier:
Ein Kind? Ja - aber wann, wie und mit wem?
Es sind die Frauen, die in Deutschland
öffentlich für den Geburtenrückgang verantwortlich gemacht werden.
Dabei zögern häufig die Männer die Entscheidung für ein Kind viel zu
lange hinaus. Auf was warten wir eigentlich? In diesem Dossier kommen
beide Seiten zu Wort.
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DINKLAGE, Meike (2005): Die Später-Vielleicht-Männer.
Viele Frauen wissen, dass sie ein Kind wollen. Aer was, wenn der
Partner nicht mitzieht? Immer mehr Männer zögern, bis es zu spät
ist, oder wollen von Anfang an nicht Vater werden.
BRIGITTE-Redakteurin Meike Dinklage hat sich diese Männer im
Zeugungsstreik genauer angesehen,
in: Brigitte Nr.7 v. 15.03.
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KLÄSGEN, Michael (2005): Romeo und Julia im Labor.
Bochumer Sozialpsychologen haben die Prinzipien der Liebe erforscht
- Glücklichsein ist demnach gar nicht so schwer,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.03.
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JAENICKE, Ruprecht (2005): A-H-O-V-X.
Bevölkerungsentwicklung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.03.
- Inhalt:
JAENICKE versucht einige Mythen über die ideale
Bevölkerungspyramide zu zerstören.
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HÖGE, Helmut (2005): Auswege in der Arbeitslosigkeit.
Wirtschaft als das Leben selbst,
in: junge welt v.
15.03.
- Inhalt:
In der Hartz-Gesellschaft wird das
"Geschäftsfeld partnerlose Frau im mittleren Lebensalter" auch
jenseits professioneller Dienstleister entdeckt:
"Dem
langzeitarbeitslosen Werner Koldewey hat sich (..) jetzt (...) ein
anständiger Nebenerwerb eröffnet, wenn auch vorerst schwarz: Er
behandelt vornehmlich Mittelschichtfrauen zwischen 35 und 55, die
sich irgendwann in ein asexuelles Alleinsein gefügt und dabei
sukzessive ihren Hormonhaushalt gedrosselt hatten – mit dem Erfolg,
daß sie zwar einigermaßen in Frieden mit sich lebten, aber ihnen
dennoch langsam Brüste und Arsch einfielen und das Gesicht von immer
mehr Bitterkeitsfalten durchfurcht wurde."
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Focus-Titelgeschichte:
Warum bin ich so?
Psyche & Gene. Der Charakter: Was ihn
wirklich prägt und wie wir uns doch ändern können |
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SACHSE, Katrin (2005): Das Geheimnis des
Ich.
Die Persönlichkeit erhebt jeden Menschen zu einem einzigartigen
Wesen. Ein kompliziertes Wechselspiel zwischen Genen und Umwelt fort
und festigt den Charakter,
in: Focus Nr.11 v.
14.03.
- Inhalt:
SACHSE erwähnt die Studie "Persönlichkeit
und soziale Beziehungen im jungen Erwachsenenalter" von
Franz NEYER und Judith LEHNART.
SACHSE ist der Meinung,
dass diese Studie das Wesen der Dauer-Singles erklärt:
"Die Berliner Studie birgt (...) eine
kleine Sensation, sie erklärt das bislang rätselhafte Wesen des
Dauer-Singles. »Geringe Geselligkeit sowie innere Ausgeglichenheit
erhöhen das Risiko, allein zu bleiben«, weiß nun Neyer. Ein junger
Mensch, der in scheinbarer Harmonie in sich ruhe, also wenig
neurotisch sei, erwecke nicht den Eindruck, einen Lebenspartner zu
suchen. Und wenn diese Person dann noch ungern ausgehe, sondern
lieber zu Hause Bücher lese oder im Internet surfte, verpasse sie
entscheidende Chancen auf dem Beziehungsmarkt, erklärt Neyer."
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WERNEBURG, Brigitte (2005): "Männer sind das schöne Geschlecht".
Über Schönheit und das aktuelle Leiden daran: Der
Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus erläutert, wie sich
Biologie und Kultur bedingen, warum auch die Männer heute zusehends
unter Aussehensdruck geraten - und warum es die Klugheit so schwer hat
gegen die Tyrannei der Schönheit,
in: TAZ v. 14.03.
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ZINKANT, Kathrin (2005): Hope I stay young untiI die.
Der Haarwuchs wird spärlich, die Muskeln schwinden, am Ende droht
die Impotenz. Schön ist es auch für Männer nicht, in die Jahre zu
kommen. Könnte man da nicht mit Hormonen nachhelfen? Von der
Pharmaindustrie wird Testosteron als Wunderwaffe gepriesen. Ob es
hilft, ist fraglich, ein sorgloser Umgang damit bleibt ein Risiko,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.03.
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SCHULTE, Gerlinde (2005): Allein im Alltag.
Fernbeziehungen sind
Belastungsproben für die Liebe. Die neue Zwangs-Eigenständigkeit geht
einher mit der Angst vor Entfremdung,
in: Magazin der Berliner Morgenpost Zeitung v. 12.03.
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BISKY, Jens (2005): Mutti steht ihren Mann.
Frauen und Männer: Neueste Ermittlungen im Krisengebiet. Unbegrenzt
belastungsfähig, multifunktional: Die Ostfrau,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
- Inhalt:
Jens BISKY erklärt uns, warum Beziehungen zwischen Ostfrau und
Westmann - gegen alle Voraussetzungen - in der Regel gut
funktionieren.
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LOTTMANN, Joachim (2005): Das ist der Urschlamm, Baby.
Eine kleine Feldforschung zum Stand der Popmusik,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
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PEITZ, Dirk (2005): Unrockbar.
Eigentlich ist Berlin-Bashing eine veraltete Sportart. Aber wenn es
um Popkultur geht, kommt man einfach nicht dran vorbei,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.
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Zu den News
vom
08. - 11. März 2005
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