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Medienrundschau:

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Medienberichte über single-generation.de
 
 
 
   

News vom 07. - 08. März 2006

 
 
     
 
   

Zitat des Monats:

"Frauen, die einsam sind, haben in der Wahrnehmung der Außenwelt »keinen abbekommen«. Außer sie sehen aus wie Cameron Diaz, lachen wie Penélope Cruz und haben einen Körper wie Helena Christensen. Einsame Frauen haben ein massives Imageproblem. Während Männer sich als »einsame Wölfe« in ihrer Selbstversunkenheit suhlen und stilisieren dürfen (...), müssen Frauen noch sehr häufig defensiv auftreten. Die selbstbewußte Singlefrau ohne tristen feministischen Überbau und verhärmte Jungfern-Ideologie wurde Anfang des 21. Jahrhunderts erst durch TV-Serien wie »Sex and the City« salonfähig. Die einsame Frau wurde sexy und aufregend, für Männer jeden Alters Herausforderung wie Verlockung. Und dennoch scheint sich dies noch nicht herumgesprochen zu haben.
          
In Deutschland haben einsame Frauen noch das größte Emanzipationspotential. Insofern kann man dieses Buch auch als feministisches lesen. Über Jahrhunderte waren einsame Frauen als Hexen oder alte Jungfern Außenseiter. Im Laufe der Emanzipation des 20. Jahrhunderts hat sich das langsam geändert, aber erst jetzt werden Frauen, die zu ihrer Einsamkeit stehen, selbstverständlich.
          
(...).
          
Der einsame Mann mißversteht sich als Held und verkennt, daß er in einer auf Familie und Gemeinschaft ausgerichteten Gesellschaft ein Mängelwesen ist. Gleichzeitig fungiert er in bürgerlichen Gesellschaften als Leitbild eines konsequenten Individualismus: Sein Freiheitsdrang schreckt auch vor den Härten absolut verstandener Bindungslosigkeit nicht zurück. Aber souverän und nicht pathologisch ist das Einsam-sein-Können nur, wenn ihm gleichwertig das Mit-anderen-sein-Können gegenübersteht."
(aus: Ulf Poschardt "Einsamkeit", 2006, S.48f. & 74f.)

 
 
 
 
  • ZU 0 (2006): Mein '68
    100 Zeilen Selbsthass (3), 
    in: single-dasein.de v. 08.03.
    • Der Matussek, mein Kumpel, die zweite Pfeife von links, der meint, dass er weiß wie Familie geht, nur weil er mit 4 Geschwistern aufgewachsen ist.
                
      Aber jeder weiß ja, dass Verstricktsein total blind macht. Bei mir ist das ganz anders. Ich hab so viel Familie mitgemacht, dass ich der geborene Familienforscher bin.
                
      1968, da war ich fast elf, das war der totale Horror für mich.
                
      Eigentlich hab ich das lange nicht kapiert. Da musste erst die Generation Golf kommen. Vorher wusste ich gar nicht, dass es  '68 gab. Also '68, da dacht ich eigentlich, ich hätt alles schon erlebt.
                
      Zuerst als Säugling und Kleinkind das ganze Programm der klassischen Familie: Heirat, mich auf die Welt setzen, Hausbau, Scheidung. Peng. Alles in 3 Jahren! Ich hätt nie gedacht, dass sowas überhaupt geht, nee.
                
      Danach Abstieg in die Single-Gesellschaft. Damals, 1960, wusste eigentlich noch gar keiner was das ist.
                
      Aber in meinem Mietshaus - totales Assi-Milieu wie bei SCHRÖDERs - ich mitten drin: Oben unterm Dach die berufstätige Singlefrau, die hieß damals noch alte Jungfer.
                
      Unter uns ein kinderloses Senioren-Ehepaar, Typ alternde Gesellschaft sozusagen. In der anderen Doppelhaushälfte, fein säuberlich abgetrennt die multikulturelle Gesellschaft, sozusagen Berlin-Kreuzberg. Und ich mit meiner Kommune mittendrin. Alles 1960.
                
      Das ging alles ganz toll, bis 1967. An dem Tag, als der Benno umgenietet wurde, da hat mich meine Mutti verlassen.
                
      Na ja, damals wußte ich das mit dem Benno noch gar nicht. Erst durch die Generation Golf hab ich kapiert, was mit mir los war: Chaos.
                
      Also, meine Mutti hat mich verlassen. Total blöd das. Wär die nach Poona gegangen, hätt ich das ja allen Jungs erzählen können, da wär ich der Star gewesen, damals jedenfalls. Aber Poona ging damals ja noch gar nicht. Das hat ja erst der ROEHLER erfunden.
                
      Aber Kommune I wär was gewesen, richtig MATUSSEK-mäßig. Aber nee, meine Mutti hat nicht nur mich, sondern alle verlassen. Das hab ich nicht mal auf dem Friedhof kapiert.
                
      Plötzlich wars aus mit Kommune. Erst mal allein erziehende Omi, und dann '68: ich, Einzelkind, aber nie allein, rein in die Großfamilie: 5 Pfeifen und ich die Sechste! Totaler Horror sag ich Euch.
                
      Wo Stille war, plötzlich nur noch Lärm. Also hab ich erst mal meine Ohren zugeklappt. Ich wollt echt überhaupt gar nix mehr wissen. Erst Assi-Milieu und jetzt Arbeiter-Milieu. Vorher war ich total verlottmannt, jetzt total straffes Regiment. Was der Taylor für die Fabrik war, das war meine Ersatzmutti für die Familie.
                
      Immer Punkt zwölf Uhr Essensausgabe, vorher gabs das nur, wenn jemand da war, also meistens nicht. Jetzt alle um den Tisch. Tischgespräche. Aber wie soll man da durchblicken? Die redeten ständig über Typen, die ich gar nicht kannte. Da fehlten 11 Jahre Tischgespräch. Also hab ich mich aufs Zugucken beschränkt, Familienzugucker quasi. Ganze 6 Jahre habe ich Großfamiliensein zugeguckt. Das muss man sich vorstellen, sozusagen 6 Jahre lang MATUSSEK hoch fünf ertragen. Einer nervt schon, selbst wenn er ein dufter Kumpel ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
                
      Mit 17 haute ich ab, na ja, nicht so richtig. Denn jetzt hab ich richtig Karriere gemacht. Aufstieg vom Arbeiter- zum Bildungsbürgermilieu. Also in meiner Verwandtschaft war alles vertreten. Vom einen Ende zum anderen, das war einmal quer durch die Gesellschaft. Die Anzahl der Pfeifen hat sich dabei aber nicht verändert. Ich war wieder nur die Sechste.
                
      Also total Neil POSTMAN. Kein Fernseher, Typ Gustav oder wie der Tilman von der Welt. Dafür aber Klavier. Immer die 3 großen Bs. Bach, Beethoven, Beatles. Na ja, bei den ersten beiden kann ich mich auch irren. Die letzteren natürlich nur, wenn die Eltern gerade unterwegs warn. Kein Fernsehen, davor immer Fernsehen. Total crazy. Na ja, stimmte ja nicht ganz. Die gingen immer bei ihrer Haushälterin fernsehen. Family meets single. Aber die Geschichte erzähl ich ein anderes Mal.
                
      1968, genauer April. Da hamm die den Rudi umgenietet, aber der hats überlebt. Meine Omi dagegen hats erwischt. Das hab ich natürlich damals gar nicht kapiert. Wie das zusammenhängt. Chaostheorie war ja gar nicht erfunden, damals. Schmetterlinge gabs zwar damals schon, aber nur im Garten.
                
      Also da, wo ich hinkam, da lief nie der Rudi, nee, dort lief immer nur Heintje. Absolut blöd, der mit der Mami so lieb. Dabei hat die mich doch verlassen, das war gar nicht lieb. Aber vielleicht war ich ja nur nicht lieb.
                
      Also ich war ja in der Kommune der einzige Mann, totale Weiberkommune. Eigentlich sollte ich ja ein Mädchen sein. Irgendwann wollte ich eins sein. Damals war das aber noch nicht üblich. Heut wär ich sonst garantiert ein Mädchen. Dann wär ich heut garantiert schlauer.
                
      Also, ich bin ein Early Articulator. Das stammt jetzt ausnahmsweise nicht von mir. Auf sowas wär ich von allein gar nicht gekommen. Stimmt ja auch gar nicht. Ich bin ja immer zu spät dran gewesen, von wegen früh artikuliert.  Jedenfalls das Bildungsbürgertum hat mir völlig den Rest gegeben. Resozialisierung total gescheitert. Ein Jahr hat gereicht, um das zu erkennen. Ich hat für den Rest des Lebens genug von Familie.
                
      Zumindest ne eigene, wollt ich absolut nicht mehr. Na ja, vielleicht hätt sich daran ja noch was geändert, aber ab '68 ging eben alles schief. Wenns '68 noch nicht gäbe, ich würds jetzt erfunden haben.
                
      Ich war ja immer die sechste Pfeife, jedenfalls ab '68. Das ist absolut was ganz anderes als die zweite von links. Bei Familienbildern passen immer nur fünfe drauf. Vor mir war immer der Bildrand. Von mir gibts deshalb nur Einzelkind-Bilder.
                
      Manchmal denk ich, ich hätt das alles nur geträumt, aber dann guck ich mir die Sterbeurkunden an, 1967 meine Mutti, 1968 meine Omi und 1969 mein Papi, aber der zählt ja nicht, der war ja nur ein Bilderpapi.
                
      Da kann kein Franky mehr schocken. Mehr Minimum geht einfach nicht!                           
 
 
 
  • MUTTERTAG

    • BUHR, Elke (2006): Ein Leben als sozialer Kitt.
      Mimosen zum Frauentag,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.03.
      • Inhalt:
        Popmutter Elke BUHR stellt erst einmal klar, dass es in der gegenwärtigen Debatte um den Kindermangel keineswegs um die Zunahme der Kinderlosigkeit im allgemeinen geht:

                  
        "Es war ja nicht irgendeine Gebärmutter, deren Nicht-Funktion zunächst beklagt wurde: Es war das akademisch gebildete Mittelstandsorgan. Vierzig Prozent aller Akademikerinnen bekommen keine Kinder: diese spektakuläre Zahl stimmt zwar nicht, weil sie die vielen Spätgebärenden nicht erfasst, doch sie hatte beispielsweise entscheidenen Einfluss auf das Konzept des üppigen Erziehungsgeldes für Gutverdiener. So wird in einer Gesellschaft, in der Bildungserfolg in absurdem Maße an Herkunft geknüpft ist, das Kinderkriegen zu einer Frage des Klassenerhalts. Es ist der gebildete Mittelstand, der um Selbsterhalt strampelt"
                  
        Danach rechnet sie - im Gegensatz zu ihrer Kollegin MÄRZ - mit dem "Hobby-Biologen" SCHIRRMACHER ab:
                  
        "Nun ist eine kinderfeindliche, kinderentwöhnte Gesellschaft wahrlich kein schöner Ort zum Leben - allerdings wird sie nicht besser, wenn sie sich deshalb ängstlich hinter ihren Ressentiments und Klassenschranken verbarrikadiert. Und warum muss man den Umweg über Biologie und Stammhirn machen, wenn man soziale Probleme beschreiben will?
        Wahrscheinlich, damit man eleganter wieder bei den Frauen landen kann, denen Schirrmacher schlicht aus biologischen Gründen die Verantwortung für den Ausweg aus der Malaise zuschiebt.
        "
    • ZYLKA, Regine (2006): Für eine neue Abtreibungsdebatte,
      in: Berliner Zeitung v. 08.03.
      • Kommentar:
        Mit Clara ZETKIN im Gepäck, und hoffend auf eine demografische Katastrophe, möchte  Regine ZYLKA den Blick auf die Abtreibungen lenken:

                  
        "Während die Zahl der Abtreibungen konstant bleibt, geht die der geborenen Kinder weiter zurück. Diskutiert wird aber nur über die sinkende Geburtenrate. Kein Politiker würde es heute wagen, beide Aspekte in einem Atemzug zu nennen. Oder gar zu problematisieren, dass die Zahl der Abtreibungen im Verhältnis zu den Geburten steigt."
 
TAZ -DOSSIERS: Das Auslaufmodell
  • DRIBBUSCH, Barbara (2006): Wonne auch ohne Windel.
    Braucht man eine Familie und Kinder, um ein erfülltes, glückliches Leben zu führen? Die Glücksforschung sagt: Nein,
    in: taz v. 08.03.
  • OESTREICH, Heide (2006): Das große Muttern.
    Feminismus und Mutterschaft: Eine verhängnisvolle Affäre,
    in: taz v. 08.03.
    • Inhalt:
      Heide OESTREICH rollt noch einmal die ganze Geschichte der neuen Frauenbewegung auf und zieht ein hoffnungsfrohes Resümee:

                
      "Die Sinnlosigkeit des Streits zwischen Differenz-Müttern und Karriere-Feministinnen ist weitgehend erkannt. Die beiden Feminismus-Ansätze sind in der Praxis ohnehin nicht mehr zu spüren (...). Das zwangsweise große Muttern der Mütter hat ein Ende. Das große Muttern der Gesellschaft, des Staats und der Väter aber, das fängt erst richtig an."
  • MIKA, Bascha (2006): "Die Frau ist ja so blöd...".
    Gibt es ein Entkommen aus der Hausfrauenfalle, Marie-Theres Kroetz-Relin?
    in: taz v. 08.03.
    • Inhalt:
      Marie-Theres KROETZ-RELIN, die sich mit ihrer Website zur Hausfrauenrevolution die Eigenständigkeit erkämpft hat, befürchtet ein Rollback:

                
      "Wenn man Sie so hört, könnte man glauben, es habe keine Frauenbewegung gegeben. Und die Mütter von heute hätten dasselbe Rollenbild wie ihre eigenen Mütter.
                
      Ja, und es wird noch schlimmer. Aus der Erfahrung mit meinem neuen Buch weiß ich: Je jünger die Mütter sind, desto konservativer, desto spießiger, desto stärker ins Mutti-Sein gepresst sind sie. Das ist wie die Flucht in eine heile Welt, ein Selbstbetrug."
 
 
 
  • LIEBERT, Nicola (2006): Nichts für Sensibelchen.
    Die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen ist wieder größer geworden. Ein Grund dafür: der Trend zu längeren Arbeitszeiten und wachsender Konkurrenzdruck,
    in: taz v. 07.03.
    • Inhalt:
      "
      Da kann man jede Frau verstehen, die - bestens informiert über die angebliche Unvereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Land - sich für ein Leben entscheidet nach dem Muster: Kinder statt Karriere", meint LIEBERT angesichts der neuen Härten des Arbeitsmarktes.
 
  • KOHSE, Petra (2006): Ich-Bewirtung im Hort der Werte.
    Feine Unterschiede (7): Mit den Kindern bricht das Realo-Denken ins Leben ein. Nun muss man nicht nur sich selbst über die Runden bringen und Vorbild sein. Ist das die Neue Bürgerlichkeit? Nachrichten aus dem Inneren der Familienimprovisation,
    in: taz v. 07.03.
    • Kommentar:
      Petra KOHSE schreibt über die Familien der Generation Golf/Ally, die sich der "neuen Mitte" zuordnen lassen:

                
      "Nun gibt es natürlich viele Arten von Familien. Hier wird aus der Sicht von Akademikern und Freiberuflern um die vierzig aus tendenziell rot-grünem Milieu gesprochen - einer Gruppe, bei der das Kinderkriegen erst vor ein paar Jahren eingesetzt hat und deren Lebensführung in der Tat deutlich gewandelt erscheint. Von den Frauen im Bekanntenkreis arbeitet nur die eine voll, deren Mutter in der Nähe wohnt, die anderen schaffen es nur noch in verringertem Umfang. Putzhilfen haben fast alle, und kein Einziger ist dabei, der sagt: Ach, wäre ich doch lieber nach Indien gefahren!"
                
      Das Problem liegt für KOHSE in der 80er-Jahre-Sozialisation:
                
      "Bürgerlicher Lebensstil setzt eine finanzielle Grundsicherung voraus, die heute nur den wenigsten Familien gegeben ist. Es ist ja diese Zwischengeneration, die ihr Abitur im Westen mit den Parolen »Null Bock« und »No future« gemacht hat, und wenn sie von ihren eigenen (bürgerlichen) Eltern nicht dazu getrieben wurden, ist es ihnen vor ihrer Familiengründung einfach nicht darum gegangen, etwas Bestimmtes zu erreichen in der so genannten Gesellschaft."
                
      Für das MATUSSEK-Familienideal der LEYENs sieht KOHSE in ihrem Milieu keine Chancen:
                
      "Dynastische Vorstellungen von sich selbst sind unter den berücksichtigten Bezugsfamilien definitiv nicht auszumachen. Auch nicht unter denen mit Drittkind. Eher noch gilt Familie als eine Ansammlung von Ichs, die von den Eltern nach Kräften bewirtet werden müssen. Man wird seinen Kindern vermutlich nichts vererben können. Und weil das weder Prinzip noch Schicksal ist, sondern nur verpasstes Anhäufen, bemüht man sich, zumindest die Software des besseren Lebens zur Verfügung zu stellen."
                
      Das Resümee ist eher ernüchternd:
                
      "Das, was im genannten Milieu wie eine Neue Bürgerlichkeit aussehen könnte, ist tatsächlich also der eklektizistische Verwurzelungsversuch individualistisch sozialisierter und inzwischen auch staatlicherseits auf sich selbst verwiesener Eltern."
                
      Die neue Bürgerlichkeit ist offenbar eher eine Spielwiese für Männer...
 
  • MÄRZ, Ursula (2006): Minimum.
    Times Mager,
    in: Frankfurter Rundschau v. 07.03.
  • Kommentar:
    Ursula MÄRZ meint, man müsse SCHIRRMACHERs Buch  lieben - trotz MATUSSEK. Ihre Begründung entbehrt jedoch jeglicher Logik:

              
    "Offensichtlich geht es in Frank Schirrmachers neuem Sachbuch um den dramatischen Verlust gesellschaftlicher Bindungs- und Fürsorgekraft durch das Aussterben des Familiarismus. Dieser Gedanke ist nicht neu, er ist auch nicht gerade selten. Aber er ist durchaus wichtig, ja, für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder höchstwahrscheinlich höchstwichtig. Er sollte durchaus ins allgemeine Bewusstsein eindringen."
              
    MÄRZ meint entweder Familialismus oder Familiarität. Familiarismus ist jedenfalls ihre Eigenkreation.
              
    Inzwischen glaubt ja selbst Herwig Birg nicht mehr daran, dass die Deutschen aussterben werden, wie er in der Berliner Zeitung erläuterte. Aber dass nun der Familialismus oder die Familiarität aussterben soll, das ist nun vollkommen absurd. Diese Absurdität hat jedoch offenbar ihre Ursachen.
              
    Das extremistische Milieu, in dem sich unsere "Medientanten" (MATUSSEK) bewegen, hat seit 2002 sozusagen eiskalte Füße bekommen. Es dämmert vielleicht so manchem ganz langsam, dass die Glaubwürdigkeit dieser Kaste auf dem Spiel steht. Diese Hysterie mit der jetzt plötzlich die Bindungslosigkeit (von wem eigentlich?) beklagt wird, entspricht ja einer jahrzehntelangen Ignoranz jenen Milieus gegenüber, für die Individualisierung nie ein Thema war.
 
 
  • MALCHOW, Helge (2006): Hätt jott jejange.
    Bringen Sie noch ein Bier für die Rumpelstilzchen: Die "Arctic Monkeys" geben in der Depressionsstadt Köln ein stimmungsaufhellendes Konzert,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 07.03.
    • Inhalt:
      Der Verleger Helge MALCHOW denkt beim Brit-Punk-Konzert über die Zukunft des Buchmarkts nach:

                
      "Die Monkeys haben ihre Platte erst kostenlos ins Netz gestellt - und dann doch alle Verkaufsrekorde gebrochen. Hier hat offenbar das Netz die lädierte Musikindustrie nicht weiter geschwächt, sondern als Talent-Scout funktioniert und den Erfolg erst ermöglicht. Vielleicht ist das übertragbar auf Texte und Bücher?"
   

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